09. Juli 2018


Podcast: Rendite und Inflation - Der Finanzwesir rockt, Folge 58

Die Rendite gibt es, die Inflation nimmt es. Wir schauen uns dieses janusköpfige Pärchen in diesem Podcast genauer an.
1980
Der Banker sagt: "5% Zinsen! Aufs Sparbuch!"
Wir sagen: "Na und! 5,4% Inflation, schlechtes Geschäft"
Angepriesen wird immer die Bruttorendite. Brutto = Vor Inflation, Kosten und Steuern.
Uns als Anleger interessiert aber die Netto-Rendite. Der kaufkraftbereinigte Ertrag nach Steuern und Gebühren. Davon können wir uns etwas kaufen. Wie wird denn die Rendite berechnet?
Es gibt die wertgewichtete Rendite und die zeitgewichtete Rendite.

Zeitgewichtete Rendite

Die zeitgewichtete Rendite (TWROR) ist die Standardmethode von Investmentgesellschaften und professionellen Investoren denn sie ist unabhängig von Ein- und Auszahlungen. Das macht Anlageprodukte vergleichbar. Das heißt die Berechnung liefert genau die Rendite, die wir erzielt hätten, wenn wir all unser Geld bereits am Anfang der Zeitperiode in das Portfolio investiert hätten.

Wertgewichtete Rendite

Synonyme: kapitalgewichtete Rendite, geldgewichtete Rendite, interner Zinsfuß (IZ), Funktion XIRR in Excel oder Open Office Bei dieser Renditeberechnung werden Zu- und Abflüsse berücksichtigt. Deshalb ist es für uns Sparplaner die Renditeberechnung der Wahl.

Wichtig: Die richtige Rendite gibt es nicht. Die Antwort hängt davon ab, was genau gefragt ist.

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Finanzbegriff der Woche

Die Rendite.
Um die Rendite unterschiedlicher Anlagen vergleichbar zu machen, wird diese als Anteil des ursprünglichen Investments ausgedrückt. Im englischen muss man unterscheiden zwischen yield, das üblicherweise für feste Auszahlungen wie Dividenden und Zinsen genutzt wird. Der Begriff Return bezieht sich auf die Kursentwicklungen.
Die jährliche Rendite wird im englischen als annual yield bezeichnet. Zeitraum 1.1. - 31.12.

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Kommentare

öl fond sagt am 09. Juli 2018

hallo,
ihr habt einen kleinen fehler drin.
der norwegische ölfond ist nicht nur 8 milliarden groß, sondern ca. 862 milliarden euro am 31.12.2017.

https://de.wikipedia.org/wiki/Staatlicher_Pensionsfonds_(Norwegen)


Flombo sagt am 09. Juli 2018

Hi Finanzrocker, Finanzwesir,

das passt vielleicht nicht hier zu dieser Folge, aber ich habe eine Frage die mich schon ne Weile beschäftigt. Wie berechnet sich eigentlich der Preis eines Fondsanteils?

Danke und Gruß
Flombo


Finanzrocker sagt am 10. Juli 2018

Danke für Deinen Hinweis. Das war mein Fehler. In meinem Artikel steht es auch richtig drin.

Viele Grüße
Daniel


Philipp sagt am 10. Juli 2018

Ergänzend zu dem Podcast möchte ich noch erwähnen, dass im neuen Kommer eine sehr gute Übersicht zu den verschiedenen Renditearten zu finden ist. Mathematisch exakt ist der Unterschied zwischen Brutto-, Nettorendite und Inflation übrigens wie folgt (Kommer 2018): (1 + Nettorendite) * (1 + Inflation) = 1 + Bruttorendite

umgestellt nach der Nettorendite:
Nettorendite = (1 + Bruttorendite) / (1 + Inflation) - 1

Außerdem möchte ich noch auf den Unterschied zwischen arithmetischem und geometrischem Mittel aufmerksam machen.
Klingt extrem mathematisch und langweilig, ist aber wichtig für die realistische Prognose des eigenen Kapitalzuwachses.
Angenommen im Jahr 1 erziehlt Privatinvestor Schulz +10 % Rendite (auf 1000 €) und im zweiten Jahr -10 %. Arithmetisch macht das im Mittel 0 %, aber Schulz hat nach 2 Jahren nicht wieder 1000 €, sondern nur 990 €. Um diesem Effekt Rechnung zu tragen, haben wir das geometrische Mittel: √((1 + R1) * (1 + R2)) = √(1.1 * 0.9) = -0.5

Wer also die langfristige Rendite irgendeiner Anlage berechnen will, sollte das geometrische Mittel nehmen.
Gerade bei schwankungsintensiven Anlagen wird man vermutlich enttäuscht sein, wie sehr sich die zwei Renditearten voneinander unterscheiden, aber besser so, als später enttäuscht zu sein, weil es nicht reicht.

Auf dem Blog von Philipp gibt es hierzu diesen Artikel: Realistische Rendite mit dem geometrischen Mittel


Martin sagt am 10. Juli 2018

Als "bayrischen" Tipp bzgl Brutto ist " brutal" viel, netto "net" so viel.


Podcast_Fan sagt am 10. Juli 2018

Hallo Finanzwesir,

zu deinem Aufruf bzgl. Eselsbrücken:

  • Brutto = Breiter, also größer. Oder auf Englisch: Bigger
  • Netto = Niedriger

Vielen Dank für Eure regelmäßigen Podcasts


ChrisS sagt am 10. Juli 2018

@ Flombo

"das passt vielleicht nicht hier zu dieser Folge, aber ich habe eine Frage die mich schon ne Weile beschäftigt. Wie berechnet sich eigentlich der Preis eines Fondsanteils?"

Ganz grob gesagt: Wert des Fondsinhalts geteilt durch Anzahl der ausgegebenen Anteilsscheine.
Das ist die oberflächliche, laienverständliche Erklärung, klar hat das ganze im Hintergrund noch einige komplexere technische Hintergründe, aber das reicht erstmal soweit aus um als Laie das wesentliche Grundprinzip dabei zu verstehen.

Vereinfachtes Beispiel zur Demonstration - wir wollen beispielsweise mal den Flombo-Fonds erstellen.
Dafür kaufen wir zuerst verschiedene Aktien-Positionen zum Gesamtwert von zB (aktuell) 5 Mio € und packen die in den Fonds. Diese stellen das sogenannte "Inventar" dar.
Dann geben wir Anteilsscheine an dem Fonds zum kaufen für die Anleger heraus, sagen wir mal zB 100.000 Stück. Da jeder Schein also quasi ein hunderttausendstel vom Anteil am Besitz des Fondsvermögens bedeutet, ist ergo der Kurspreis von einem Fondsstück 50€.
Im weiteren Verlauf steigt und fällt der Wert der einzelnen Fondsanteile dann eben mit den Wertentwicklungen des Fondsinhalts (also wenn die vom Fonds gehaltenen Aktien steigen, und damit der Inventarwert des Fonds, steigt so auch der Fondsanteilspreis für die Anleger, dito umgekehrt).

Wie gesagt, das ist nur die kurze kindgerechte Erklärung. natürlich gibt es in der Realität noch allerhand komplexere Mechanismen dabei zu beachten, aber für ein erstes Grundverständnis reicht das schon aus. :-)


Philipp sagt am 11. Juli 2018

Hallo Flambo,

Der Preis pro Fondsanteil berechnet sich vereinfacht gesagt aus dem Nettoinventarwert geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile.
Der Fonds kann allerdings Anteile erzeugen und einstampfen, sonst würde der Preis steigen, wenn der Fonds Mittelzuflüsse erhält und fallen, wenn die Investoren ihre Anteile verkaufen.
Die Wertentwicklung ist also abhängig von zugrunde liegenden Wertpapieren. An sich ist der Preis eines Anteils also völlig egal, es kommt auf die Entwicklung an.


Hanssssssss sagt am 11. Juli 2018

Brutto heißt nicht einfach nur mehr und Netto einfach weniger.

Bei Brutto werden Kostenbestandteile wie z.B. Gebühren und Steuern separat ausgewiesen, müssen also noch zusätzlich/abzüglich berücksichtigt werden (also Preis/Wert plus/minus Steuern/Gebühren etc.), bei Netto ist immer alles inkludiert.

In Geschäften wie z.B. Metro hat sich aber im Volksmund eingebürgert "Brutto = plus MwSt-Ausweis = also mehr" und "Netto = ohne MwSt-Ausweis = also weniger" - das ist aber von der Grunddefinition für Netto eigentlich falsch.
(genau so wie 100 kcal nicht 100 Kalorien bedeutet, sondern 100 Kilokalorien, also 100.000 Kalorien.)

Wenn ich bei einem Broker 10 Aktien zu 100 EUR kaufe und 5 EUR Gebühren hinzukommen, dann bezahle ich 10 x 100 + 5 = 1005 ... die 100 EUR sind dann ein Bruttokurs und ich bekomme eine Bruttoabrechnung.

Ich kann bei einem Broker aber auch 10 Aktien zu 100,50 EUR als Direktgeschäft kaufen (manchmal ist das billiger, z.B. bei hohen externen Gebühren), dann bezahle ich 10 x 100,50 = 1005 ... die 100,50 EUR sind dann ein Nettokurs und ich bekomme eine Nettoabrechnung.

... und in diesem Fall ist der Nettokurs höher als der Bruttokurs.


Flombo sagt am 11. Juli 2018

@ChrisS und Philipp: Danke für die Erklärung. Mir ist bewußt, dass das die einfache Erklärung ist, aber für mich reicht sie erstmal aus ;-) Hab ja auch ein einfaches buy-n-hold ETF-Depot ;-)


Dummerchen sagt am 12. Juli 2018

@Philipp: Schau dir mal die ersten beiden verlinkten Artikel an. Da steht alles zum Thema in epischer Breite drin.
Für das Podcast-Format sind solche mathematischen Berechnungen immer etwas schwierig - da müssen bildhafte Vergleiche her.
Das Flussaufwärts-Fahren ist zwar mathematisch nicht ganz korrekt (Addition von Geschwindigkeiten anstelle der von dir genannten Faktoren), dafür ist es sehr anschaulich und das ist vermutlich sehr viel wichtiger. (Für kleine Werte ist es auch ausreichend genau.)

Liebe Grüße
Dummerchen


Neskia sagt am 14. Juli 2018

Hallo,
Ihr sagt an einer Stelle, dass die Inflation gering sei, weil der Zins niedrig ist. Ich glaube, die Notenbanken handeln genau den umgekehrten Weg.


Mithoerer sagt am 16. Juli 2018

@hanssss, stimmt,

  • Bruttopreis= Preis exklusive Steuern, Gebühren, Zuschläge, Abschläge, etc. (sprich mit Einzelausweis)
  • Nettopreis= Preis inklusive Steuern, Gebühren, Zuschläge, Abschläge, etc. (sprich ohne Einzelausweis)

und Metro & Co haben daraus gemacht

  • Bruttopreis= Preisausweis mit Steuern, ... (also eigentlich Endpreis)
  • Nettopreis= Preisausweis ohne Steuern, ...

Die Meisten verwechseln aus Verbrauchersicht "Endpreis" mit "Bruttopreis".


matthisd sagt am 17. Juli 2018

Danke für diese und alle anderen Folgen. Wirklich alles sehr informativ und interessant dargestellt!

Eine Frage kommt mir aber immer wieder, wenn jemand sagt... "Aber ich will mein Geld sicher haben!"
Nach 2007/2008 hätte ich gedacht, dass es allen klar sein müsste: Das sicherste Angebot der sichersten Bank kann von heute auf morgen verschwinden wenn diese Bank verschwindet.

Ist dann eine Investition in den Markt selbst, bzw. ein ETF, nicht sogar sicherer?
Man kann ja evtl. im schlimmsten Fall 10% verlieren, aber alles auf einmal weg würde ja heissen die Weltwirtschaft und das Geld wären ja nichts mehr wert... oder sehe ich das falsch?
Kann mann bei einer ETF-Investition von 20-30 Jahren nicht sagen, es sei sicherer als jedes investment "Produkt" einer Bank?
Oder hab ich da was ganz falsch verstanden...??


Smartinvestor sagt am 19. Juli 2018

@matthisd

"Kann mann bei einer ETF-Investition von 20-30 Jahren nicht sagen, es sei sicherer als jedes investment "Produkt" einer Bank?"

Das sehe ich genauso. Denn alle Bankprodukte können total ausfallen, der Weltaktienmarkt sicher nicht, wenn nicht die ganze Welt mit ausfällt.
Nur zwischendurch kann es immer mal vorübergehend um -50% oder sogar mehr nach unten gehen. Wenn man ausreichend starke Nerven hat und dann nicht verkaufen muss, kann man zu 100% auf den Weltaktienindex und sonst nichts als langfristig sicherste Anlage setzen.

Hier findest du eine ähnliche Diskussion im Vergleich zu Anleihen, die noch besser als Bankprodukte sind, sowie Optimierungsansätze dazu, was immer noch diskutiert wird. Ein Auszug vom Anfang der Diskussion:

"Anleihen machen für mich dann keinen Sinn, wenn man keinen kurz- bis mittelfristigen Liquiditätsbedarf hat. Denn für die langfristige Anlage bringen Anleihen i.d.R nur Nachteile, da sie (a) eine viel geringere Rendite, (b) eine viel höhere langfristige [annualisierte] Volatilität als der Welt-ETF haben (ungefähr doppelt so hoch), (c) ihre Korrelation zu Aktien seit 20 Jahren... ansteigt, und (d) im Gegensatz zum Welt-ETF komplett ausfallen können."


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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