17. Juli 2019


Fehler vermeiden reicht

Weitere Folgen meines Vortrags auf der Invest 2019 in Stuttgart.

Folge 2

Geld anlegen ist ein Loser’s Game. Wer am wenigsten tut gewinnt.

  • Upside: Profis hoffen mit KI und Big Data auf ein Plus von einem Prozent.
  • Downside: Die Verhaltenslücke. Sie frisst 6 % Rendite.

Folge 3

Ein legitimes Ziel: Die beste ETF-Kombi finden.
Meb Faber zeigt: Das ist nicht nötig. Es reicht, wenn man mit zwei Zeilen im Depot kostengünstig und breit diversifiziert unterwegs ist.

Folge 4

Einschlägige Portale zählen über 900 Indizes. Die braucht kein Mensch.
Was Sie brauchen sind die 14 Brot-und-Butter-Indizes.
Diese Indizes haben die Stürme der Zeit überstanden (der MSCI World ist über 50 Jahre alt) und damit bewiesen, dass sie es wert sind das Fundament der Altersvorsorge zu bilden.

(awa)

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Kommentare

Dominik sagt am 19. Juli 2019

Großartig, vielen Dank fürs teilen


Rene sagt am 19. Juli 2019

Immer noch erstaunlich, wie wenig Leute das bisschen Grundwissen haben. Stelle ich in fast jedem Gespräch über Geldanlagen fest. Dabei - sind wir mal ehrlich - könnte der Wesir die gesamte Homepage löschen und nur diese drei Videos drauf lassen. Dann ist alles gesagt.

Danke für die Ausschnitte, wird sofort weiter gereicht...


ChrisS sagt am 20. Juli 2019

Hallo Albert,

wenn damit also der wesentliche Inhalt des Vortrages hochgeladen ist, schau ich mal was ich dazu kommentieren kann.

Uninhaltliche Frage am Anfang, wie kommt es dazu, dass das hier so in kleineren Schnipseln gepostet wird und nicht z.B. einfach als ganzer Vortrag komplett auf Youtube hochgeladen? Hat das irgendwelche didaktischen Gründe oder spielen da am Ende irgendwelche Rechte-geschichten ggü der Investmesse mit rein?

Mich würde auch (wenn ich mich jetzt in die Situation reinversetze und selber vorstelle, einen Vortrag dazu gestalten zu müssen) immer interessieren, wie das Publikum eigentlich drauf ist, um mich darauf einstellen zu können (sind es totale Noobs denen man erstmal noch grundlegend erklären muss was ne Aktie überhaupt ist, oder sind es "Fortgeschrittene" wo man schon einiges voraussetzen kann und die man mit ein paar Fachwörtern nicht gleich verscheucht, etc - zielgruppengerechte Ansprache ist ja wichtig zur erfolgreichen Vortragsgestaltung).
Klar, es lässt sich bei bunt zusammengewürfelten, heterogenen Zuhörergruppen nie vermeiden, dass man einen Teil unter- und einen anderen Teil überfordert.
Ich würde da zum Beispiel am Anfang eine einfache Show-of-Hands Umfrage machen ala

  1. Bitte diejenigen melden die überhaupt noch garnicht investiert sind?
  2. Bitte diejenigen melden die passives Weltportfolio-B&H betreiben?
  3. Bitte diejenigen melden die aktives Trading betreiben?

um zu sehen wo publikumsmäßig thematisch die nützlichsten Schwerpunkte verteilt sind und meine Ansprache dementsprechend besonders darauf ausrichtien.
Wenn sich zum Beispiel bei Punkt 2 alle schon melden, könnte ich eigentlich auch gleich vom Podest runter und den Vortrag beenden, weil man niemandem mehr etwas neues erzählt - nein, nur Spaß, klar auch wenns dann ein ziemliches "preaching to the choir" ist, kann das ja trotzdem noch nützlich sein (um die Leute in ihrer Durchhaltefähigkeit zu bestärken, etc.)

Schauen wir uns mal die "Fünf Egals" an.

"Fehler vermeiden reicht"

Jo, oder wie der Engländer sagt, don't let the perfect be the enemy of the good.
Ein oft übersehenes Problem bei der theoretischen Diskussion über "wie kann ich es schaffen, besser als die Marktrendite sein?" ist ja, dass viel zu viele Anleger es in der Praxis noch nicht mal schaffen überhaupt die Marktrendite zu erreichen, wegen der bekannten Verhaltensfehler (es seien die wichtigsten erwähnt: Picking - "schlechtere" Assetauswahl ggü dem breiten Markt, Timing - "schlechtere" Kaufs/Verkaufszeitpunkte ggü. einfachem B&H, zu hohe Kosten bei Produkten und Handel, etc.).
Leider wird aber über (das Erreichen von) Outperformance immer viel mehr geredet anstatt sich um (das Vermeiden von) Unterperformance zu kümmern.
Den meisten Leuten wäre also mehr geholfen wenn sie sich anstatt schon darüber Gedanken zu machen wie sie die Marktrendite übertreffen, erstmal darum kümmern dass sie sie überhaupt erreichen (indem man obige Fehler vermeidet).
Siehe die Betrachtung "Rendite pro Zeiteinheit". Ich kann durch ein paar relativ simple Grundsätze/Fehlervermeidungsstrategien meine Rendite um wie du sagst zB. 6% aufbessern (Differenz zwischen Marktrendite und Fehlanlegerrendite).
Das geht relativ schnell, einfach und ist mit wenig Aufwand verbunden (im konsequentesten Fall: einfach einmal einen einzigen Global-ETF kaufen und dann nur noch liegenlassen). Damit habe ich die Marktrendite ohne weiteres Zutun.
Jedes Strecken nach weiterer zusätzlicher Outperformance darüber hinaus ist dann aber auch wiederum mit proportional mehr Aufwand/Einsatz verbunden.
Die ersten minus sechs Prozent lassen sich leicht aufholen, aber um jeden weiteren Prozentpunkt darüber hinaus muss dann wieder umso härter gekämpft werden.
Diminishing returns eben.
Und nicht zu vergessen - es ist ja gerade dieses Streben nach Outperformance, welches selbst oft im praktischen Versuch dabei diese obigen Fehler produziert, die dann wieder zur letztendlichen Unterperformance führen.
Für die meisten Leute (gerade hier die Zielgruppe normale Privat/Kleinanleger) ist es daher am praktikabelsten sich bei diesem Spiel mit ungünstigem Chance/Risiko-Verhältnis einfach garnicht erst zu beteiligen sondern einfach bei der Marktrendite zu bleiben bzw sich darum zu kümmern überhaupt erstmal diese zu erreichen.

"Die genaue Zusammenstellung des Depots ist unwichtig"

Naja, kann verstehen dass man in einem kurzen Vortrag holzschnittartig grob hobeln muss, aber so eine Pauschalaussage könnte ich nur teilweise mitgehen, bzw. würde es etwas anders formulieren.
Denn es spielt schon eine gewisse Rolle ob ein Depot beispielsweise aus 90 % Aktien / 10 % Anleihen, oder 90 % Anleihen / 10% Aktien besteht, die Unterschiede in Rendite und Risiko sind substanziell.
Ich weiß ja worauf du dich mit deiner Aussage beziehst (hab "Global Asset Allocation" von Faber auch hier offen), also nicht solche Extrembeispiele, sondern die dort vorgestellten Mischportfolios die alle so ungefähr in der selben Liga spielen.
Aber auch da ist ein oberflächliches "spielt sich alles so um die 5 Prozent ab, plusminus ein Prozent, also im wesentlichen dieselbe Soße, ergo egal" ein bischen zu sehr vereinfacht, ehrlicherweise sollte man auch das dabei auftretende Risiko mit betrachten (da gibt es teilweise doch deutlichere Unterschiede).
Vergleichen wir dazu nur mal das "Buffet-Portfolio" (90% SP500, 10% Cash) mit dem "Arnott-Portfolio" (diversifizerterer Mix, kam auch im Vortrag vor). Rein von der langfristigen Realrendite (Buffet 5,35%, Arnott 5,04%) scheint sich das nicht viel zu nehmen, aber bevor wir jetzt schlussfolgern "alles gleich, Auswahl daher egal", schauen wir noch mal auf Volatilität und Maximum Drawdown: Buffet Vola 14,19%, MD -49,78%, Arnott Vola 7,44%, MD -25,96%.
Also Risikowerte ungefähr halbiert.
Das ist schon ein wesentlicher qualitativer Unterschied. Klar - wer es schafft einfach nur jahrzehntelang stur B&H durchzuhalten, dem können die dabei auftretenden Risiko-Unterschiede egal sein, kommt ja am Ende die gleiche Rendite (bzw. leicht bessere bei Buffet) dabei raus.
Aber, und das ist ja die Brücke zu den obigen Anlegerfehlern - da das dafür eingegangene / auszuhaltende Risiko bei einem Portfolio wesentlich höher und beim anderen wesentlich niedriger ist, unterscheidet sich eben auch in der Praxis oft die "Gefahr" im laufenden Betrieb sein gewähltes Portfolio aufzugeben, man also garnicht erst dazu kommt die Jahrzehnte durchzuhalten (die nötig sind um die langfristig ähnliche Rendite auch zu erhalten).
Und ja, ich weiß, nur weil man gegen so eine Übervereinfachung argumentiert, könnte das auf der anderen Seite auch wieder auch wieder als Argument pro Überkomplizierung missverstanden werden (also dass Publikum daraus hpts mitnimmt dass die "komplexeren" Portfolios ala Arnott etc mit vielen Depotpositionen deswegen "besser" und nachahmenswerter sind), was auch nicht unbedingt das ist was damit erreicht werden soll, aber nunja, alles kann man in der Kürze der Zeit eben auch nicht erreichen und man muss sich aussuchen wo man die Schwerpunkte setzt.
Wie geht das Zitat dazu (Einstein zugeschrieben) - Mach die Dinge so simpel wie möglich, aber nicht noch simpler.

"97,5% aller Indizes sind wertlos"

Auch hier wieder, ziemlich grob und ich verstehe das gemeinte - mehr als eine handvoll Brot&-Butter-Standardindizes braucht die hier angesprochene Zielgruppe der Privat/Kleinanleger zum erreichen ihrer Zwecke (bequem Marktrendite erreichen, nicht mehr und nicht weniger) eigentlich nicht.
Der "Wert" bzw. die "Wertlosigkeit" (eines Index zum Beispiel) ist aber am Ende auch immer relativ.
Nur weil das für eine bestimmte Gruppe wenig/keinen Nutzen hat, muss es ja nicht unbedingt heißen dass es da draussen nicht doch noch irgendjemanden gibt der daraus einen Nutzen ziehen kann (und dass muss nicht immer nur allein der böse Finanzanbieter sein der die einfältigen Kleinanleger damit nur verwirren und vom Pfad der reinen Lehre abbringen will).
Ein großer Teil der "wertlosen" Indizes sind auch nicht dadurch entstanden, weil die Entwickler einfach Langeweile hatten, eine Daseinsberechtigung brauchen, oder nur böse Absichten dahinterstehen, sondern weil es von Benutzerseite mal so nachgefragt wurde.
Ja, damit ist nicht der typische Kleinanleger gemeint, aber es passiert nicht selten dass gerade auf Anregung institutioneller Großinvestoren solche Dinge iniitiert werden.
Zum Beispiel die ganze Nachhaltigkeits-Geschichte. Klar könnte man es auf der einen Seite für "wertlos" halten, dass es für jeden MSCI Index noch eine doppelte und dreifache Variante in ESG, SRI, etc. gibt (ein Großteil der "wertlosen" Indizes besteht ja im Grunde nur aus solchen themenspezifischen Abwandlungen der Basisindizes), aber haja, kommt halt daher weil genügend Instis (Pensionskassen, Vermögensverwalter, Versicherungen, etc.) danach verlangt hatten, zB. weil es ja (nicht zuletzt auch auf Endkundendruck hin) Mode geworden ist, auf Nachhaltigkeit zu achten.
Auch bei Faktoren und anderem Kram ist es oft ähnlich - die Initiative ging von den Instis aus, die auf die Indexanbieter zugehen und zB. sagen "Hey, wir bezahlen bisher noch klassischen Fondsmanager einiges an Gebühren dafür dass sie uns eine Value/LowVol/Quality/whatever-Strategie umsetzen, schaut mal bitte nach ob ihr das wesentliche davon nicht auch in einem einfachen regelbasierten Indexsystem umsetzen könnt, auf dem dann ETFs aufgebaut werden können die uns nur noch ein Zehntel der Gebühren kosten".
Klar, man kann sich berechtigterweise dazu noch fragen warum die Instis es überhaupt so kompliziert machen müssen und sich nicht einfach auch an die gleichen Empfehlungen, die für Privatanleger gelten (siehe oben, Standard-Breitmarktprodukte etc.), selbst halten, aber haja, das ist deren Sache und man kanns ihnen nicht verbieten, sondern sich nur selbst richtig verhalten / sich als Privatanleger eben nicht noch daran zu beteiligen.
Aber man sollte eben nicht vergessen (das hattest du in einigen früheren Artikeln auch schon erwähnt), dass ETFs eben von prinzip her nicht für uns Kleinanleger, sondern für die Großanleger konzipiert sind.
Dass wir die als Kleinanleger trotzdem noch mit benutzen können ist eher nur ein Nebeneffekt, der da mit abfällt.
Das sollte man sich immer in Erinnerung rufen, wenn einem wieder irgendein scheinbar sinnloser Index/ETF begegnet und man sich denkt aha da versucht die böse Finanzindustrie wieder uns arme Kleinanleger reinzulegen, meistens stehen da eher einfach nur irgendwelche Großanleger dahinter, auf deren Wunsch das Produkt für die zum Benutzen aufgelegt wurde, nicht für "uns" (klar, natürlich sei gesagt dass sich der Produktanbieter trotzdem noch über jeden Kleinanleger freut, denn Anlegergeld ist für ihn Anlegergeld, egal woher, nur das es eben nicht die primäre Zielgruppe ist).
Wie gesagt, das ist alles im Endeffekt kein Widerspruch zum Gesagten (mehr als eine Handvoll Standardindizes braucht der typische Kleinanleger nicht, und wer sich dagegen schon für untypisch hält der sollte lieber erst nochmal beim Punkt 1 "Fehler vermeiden" nachschauen), sondern eher als Ergänzung gemeint, um etwas Verständnis für die Hintergründe zu schaffen warum es so viele scheinbar "wertlose" Indizes überhaupt gibt.

Achja, nur ums erwähnt zu haben weils mich sonst nicht in Ruhe lässt - in der Auflistung der 10 Regionalindizes ist der MSCI / FTSE "Nordamerika" der einzige, der auf deutsch geschrieben wurde, die anderen (World, Emerging, etc...) benutzen alle die englische Schreibweise.
Wenn das keinen besonderen Grund hat, bitte für die Zukunft angepasst korrigieren, manche triggert sowas hart :-D

"Welcher ETF? Egal !"

Dieser Teil des Vortrags ist zwar (noch?) nicht hochgeladen, aber ich kann mir schon denken dass es wohl im wesentlichen darum geht, was auch schon in einen Artikeln zu dem Thema gesagt wurde.
Man kann viel Lebenszeit mit der Auswahlentscheidung verbringen um zu überlegen ob man nun den MSCI World ETF von iShares, oder den MSCI World ETF von x-trackers, oder den MSCI World ETF von Lyxor, oder doch lieber den MSCI World ETF von... oder oder oder nehmen sollte, weil man das für eine megawichtige Entscheidung hält, die später mal ganz bestimmt den Unterschied den absoluten Reichtum oder totalen Ruin ausmachen würde.
Das ist am Ende solches Klein-Klein, dass da meist kein effektiver Hebel mehr besteht der den Nutzen/Zeit-Aufwand rechtfertigen würde.
Damit kann man sich ja gern beschäftigen, wenn der Rest des Lebens schon perfekt durchoptimiert wurde, aber wenn nicht dann gibt es viele andere Baustellen wo es sich mehr lohnt anzusetzen.

"Welcher Broker? Egal!"

Dito - solang einige wesentliche wirklich wichtige Kriterien erfüllt sind (zB. grundlegende Mindestanforderungen bzgl Regulierung, Reporting, Compliance, etc. keine teuren Filialbankpreise zahlen sondern vertretbar günstige Onlinebroker (dabei gibt es aber auch eine "zu günstige"-Untergrenze, spätestens dann wenn deshalb wieder bei Regulierung/Reporting/Compliance gespart werden muss), ist auch das keine langfristig übertrieben kriegswichtige Entscheidung, für wie sie manchmal aus Anfängerunwissen gehalten wird.
Gerade bei dem wovon wir hier ja meistens reden, also dem passiven Standardweltporftolio-B&H anlegen wo relativ wenig gehandelt wird, sind die dabei entstehenden Brokerkosten (bzw. die Unterschiede zwischen den Brokern) oft mittlerweile in einem so recht kleinen Bereich (und mit steigendem Anlagevolumen im Verhältnis immer vernachlässigbarer), dass auch hier (genau wie oben beim feilschen um die dritte Nachkommastelle ETF-TERs) kein wirklich effektiver Hebel liegt.
Das mag ja bei aktiven Vieltradern noch was ausmachen, aber haja, andere Zielgruppe, die sollten sich erstmal gemäß Punkt 1 damit beschäftigen, überhaupt mal die Marktrendite zu erreichen.

Haja, amüsanter Vortrag jedenfalls, ziemlich locker aufbereitet und ich denk mal die wesentlichen Kernaussagen sind zum mitnehmen gut rübergebracht worden.
Wenn ich dazu nen Vortrag halten müsste würde ich anstatt der "5 Don'ts" lieber erstmal anhand der klassischen "3 Do's" (Breit streuen, Kosten kleinhalten, Langfristig investieren) aufbauen, aber haja, beides ergibt sich ja teilweise wechselseitig, und (siehe Eingangsfrage) kommt ja auch immer drauf an was man beim Publikum als schon bekannt voraussetzen kann.


Finanzwesir sagt am 25. Juli 2019

Hallo ChrisS,
Du hast recht mit allem, was Du sagst und ich möchte anmerken: Zu Beginn meiner Bloggerkarriere war ich auch ein Meister der Graustufen. Differenziert, abgewogen, Alternativen aufzeigend. Ein wahrer Pointillist.
Dann, im April 2015 habe ich den Artikel "Der Finanzwesir mixt ETF-Cocktails für die beste Rendite" veröffentlicht.

Im Nachhinein ein Wendepunkt. Dieser Artikel ist die schlimmste Nebelkerze, die ich je auf die Menschheit losgelassen habe. Meine Rechenkünste werden bejubelt und kurz vor dem Geständnis biegen alle ab zu JustETF, um sich ihre Gewinnerkombi auszusuchen.
8 ETFs müssen es sein, hat der Finanzewesir vorgerechnet!!

Meine Erkenntnis als Kommunikator: Beim Krimi ist es eine gute Idee 5 Minuten vor Schluß einen Haken zu schlagen und alle an der Nase herumzuführen. Der Mörder war doch der fiese Tätowierling.
Alle anderen halten es besser mit Luther:

"Tritt frisch auf, mach’s Maul auf, hör bald auf!"

Klare Ansagen, kompromisslos verpackt. Wer sich nicht ganz klar positioniert wird mißverstanden. Und die Mißverständnisse sind proportional zum Quadrat der Ausgewogenheit. ;-) Das ist mein Lernprozess seit 2014.

Ich mache hier Selbstverteidigung für Anleger.
Du bist der edle und tolerante Schwarzgurt, der den Weißgürteln sagt: "Das wird schon, aber ein bisschen müsst ihr schon auf die Fußstellung achten."
Ich sage: "Scheiß' auf die Fußstellung. Tritt dem Gegner mit voller Wucht vors Schienenbein und dann ab durch die Mitte."
Ich sorge dafür, dass meine Leser lebend aus der dunklen Gasse herauskommen Guter Stil ist da zweitrangig. Hauptsache effektiv. ;-)

Gruß
Finanzwesir


ChrisS sagt am 25. Juli 2019

@ Wesir

(danke erstmal fürs bearbeiten der Formatierungsfehler)

Jo dem "ETF-Mix" Artikel würde es wahrscheinlich gut tun, wenn das Fazit statt nur am schluss lieber auch mal gleich an den Anfang schon hochkopiert wäre, damit die unbedarften Leute nicht erst bis zum Ende lesen müssen (macht ja auch nicht jeder) um nicht den missverständlichen Eindruck mitzunehmen, hier würde es irgendwie darum gehen dass Komplexität an sich gut ist (und, je komplexer, umso besser), und dann wollen sie gleich mit dem penibel ausgetüftelten dutzend-ETF Depot starten (und hier noch ne Portion Faktor, und da noch ne regionale Übergewichtung dazu, etc.), und wir können dann erst hinterher in Kommentaren und Leserzuschriften den dadurch angerichteten Schaden wieder aufräumen :-D

Was die "Stil-Frage" angeht, also "wieviel Differenzierung gegenüber wieviel einfache Ansagen" man dem Publikum am besten anspricht, genau deswegen war ja meine erste Frage bzw mein Interesse über das Niveau der Zuhörerschaft.
Ich weiß ja nicht wer sich so auf Investmessen hpts rumtreibt (war selbst noch nie auf einer, hab nie einen Nutzen gesehen), von daher wärs mal spannend gewesen zu wissen obs tatsächlich die immer beschworene Sparbuch-Fraktion ist wo man wirklich noch bei null anfangen muss, oder obs nicht eher mehrheitlich Leute sind die eh schon investiert sind und wo man dann eher nur noch über Details und Strategiethemen diskutieren würde.

Achja und wie gesagt, warum gibts den Vortrag nicht als ganzes auf Youtube? :-D


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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