14. Oktober 2019


School's out - Der Finanzwesir rockt, Folge 78?

Was das tote Gnu für Hyänen und Geier ist, ist der Berufseinsteiger für MPL, AWD, DVAG und andere sogenannte Finanzdienstleister. Eine Beute, die man sich fix sichern möchte.
Was da nicht alles unter dem Deckmantel der Barmherzigkeit ("Hol’ dir dein kostenloses Mittagessen") an den Jungsparer gebracht werden soll. Aber nicht nur die jungen Menschen werden ins Visier genommen, oft genug ist der Weg über die Eltern und Großeltern einfacher und lukrativer. Der Vertriebler appelliert an

  • Verantwortungsbewußtsein: Sie wollen doch, dass Ihren Enkel sich eine gute Ausbildung leisten kann!
  • Angst: Was macht Ihre Tochter, wenn Sie als Ernährer sterben?

Und zack ist erst die Ausbildungsversicherung und dann die Aussteuerversicherung verkauft.
Aussteuerversicherung?
Ja, wird auch im 21. Jahrhundert noch angeboten.
Letztlich sind das alles verkappte Kapitallebensversicherungen.

Typische Konditionen:

  • 50 € pro Monat
  • 20 Jahre Laufzeit = 12.000 € Einzahlungen
  • 5% Abschlusskosten = 600 €, verteilt über 4 Jahre, 600 € entspricht einer kompletten Jahreszahlung.
  • 4 € pro Monat Verwaltungskosten zusätzlich, also nochmal rund 50 € pro Jahr.
  • 1,90 € monatlich für die Risikoversicherung weg. Damit auch was ausgezahlt wird, wenn der Versicherungsnehmer sirbt

Der Rest kann dann angelegt werden.
Von den 50 Euro Monatsbeitrag fließen demnach in den ersten vier Jahren nur je 31,60 Euro, danach 44,10 Euro in den Fonds. Der legt aber auch nicht alles an, sondern zieht die Fondsverwaltungsgebühr ab.
Das wird eine mickrige Aussteuer.

Wir listen auf, was ein Berufsanfänger wirklich braucht.

  • Versicherungen: Nur das absolute Minimum und immer erst einmal nachsehen, ob man nicht doch bei den Eltern mitversichert sein kann.
  • Geldanlage: Klein, aber beständig starten. Hier ist er wieder, der 25 €-Sparplan.

Fazit

Vier bis fünf Versicherungen - von denen die meisten eh Pflicht sind - plus ein ETF-Sparplan und gut ist. Mehr braucht der junge Single nicht.

Jetzt anhören

Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, würden wir uns über eine Bewertung oder einen Kommentar auf iTunes freuen. Auch diese Staffel besteht aus sechs Folgen alle zwei Wochen.

Links zum Thema

Medienempfehlung des Finanzwesirs

Soundtrack für Vermögenswerte: Finde die persönliche Freiheit mit vielen Vorschlägen für deinen Weg in die finanzielle Unabhängigkeit von Daniel Korth und Ümit Mericler*
Soundtrack für Vermögenswerte: Finde die persönliche Freiheit mit vielen Vorschlägen für deinen Weg in die finanzielle Unabhängigkeit Der Finanzrocker und sein Co-Autor Ümit haben dieses Buch genau für diese Zielgruppe geschrieben. Die Ausbildung ist abgeschlossen, das erste Geld wird verdient. Was nun, was tun?
Der Soundtrack ist ein fachlich fundiertes und dennoch mathearmes Buch. Daniel und Ümit erzählen, wie aus dem Heavy-Metal-Gitarristen und Gelegenheitsarbeiter Tom doch noch ein ganz brauchbarer Schwiegersohn mit soliden Finanzen wird. Dafür brauchen sie 310 Seiten. Aber gute Geschichten brauchen Platz und das hier ist definitiv eine.

Mitmachen bei der letzten Folge 2019

Daniel und ich haben uns gedacht, dass es doch ganz nett wäre mal zu hören, wie es Ihnen 2019 ergangen ist.

Wie soll das laufen?

  1. Schnappen Sie sich ihr Handy und nutzen Sie die eingebaute Aufnahme-App. Achten Sie beim Einsprechen auf eine gute Klangqualität.
  2. Kurze namentliche Vorstellung, dann die Antworten auf die beiden Punkte
    • Das lief 2019 beim mir im finanziellen Bereich (Depot aufgesetzt, umgeschichtet, angefangen, gar nix getan, weil alter Hase…).
    • Das erwarte ich finanziell für 2020. Beziehungsweise: Das will ich im Finanzbereich 2020 anpacken.
  3. Speichen Sie die Aufnahme. Nehmen Sie einfach das Format, dass die App vorschlägt.
  4. Senden Sie die Datei direkt vom Handy an podcast@finanzwesir.com. Betreff: "Letzte Folge 2019". Dann wissen wir, worum es geht.
  5. Dauer: 60 - 90 Sekunden.
  6. Rechte: Muss man ja heutzutage auch erwähnen. Wenn Sie uns Ihre Aufnahme schicken,
    • versichern Sie, dass Sie das sind, der da zu hören ist und das Sie die Rechte an der Aufnahme haben,
    • sind Sie damit einverstanden, dass diese Aufnahme Teil unseres Podcasts wird und dort auf unbestimmte Zeit verbleibt,
    • haben wir das Recht, diese zu bearbeiten. Keine sinnentstellenden Verkürzungen, aber die üblichen technischen Verbesserungen (Schmatzer und Ähs raus schneiden).

Wir freuen uns auf Ihre Mail!


*Affiliate-Link: Das Buch wird für Sie nicht teurer, aber wir erhalten eine kleine Provision.

(awa)

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Kommentare

TeeZ sagt am 14. Oktober 2019

Hallo Zusammen,

meine Weiterbildung in der ich auch in einer WG gelebt habe darunter auch Studenten. Mitten auf der Schwäbischen alb ergo Pampa.

Zu den Kosten:
260 Miete
200-300 Essen / Klamotten / Prepaidkarte etc.
KFZ: 200€
Schulzeug/Gebühren: 100€

Macht dann ca. 800€ pro Monat.

ergo sind das dann zwischen 6-10k (habe damals mit 10k gerechnet), ich weiß das Auto war Luxus aber wieso habe ich davor gearbeitet.

Einnahmen:
Kindergeld: 192€
M-Bafög: Sätze wurden ja erhöht letztens. Ich meine 280€?

PS: Metall-Rente ist von der IGM

Thema: Bu ist echt nicht einfach vorallem wie vergleichen / geeigneten Vermittler finden.
Für was brauch ich eine Hausrat in einer Wohnung Möbel sind eh doch alle von IKEA?

MFG


Dennis sagt am 15. Oktober 2019

Hmmm... das hättet ihr mal 2006 posten sollen, als ich mit dem Studium fertig war ;-)


SollanHaben sagt am 16. Oktober 2019

Hallo Zusammen,

die BAV ist erfahrungsgemäß ein umfangreiches Thema, gerade da der Gesetzgeber ein "Betriebsrentenstärkungsgesetz" verabschiedet hat.

Ich bin mit dem Thema BAV am Rande in Berührung gekommen. Das Kleingedruckte in den Verträgen ist meistens die Hölle, die Garantien sind unbrauchbar, die Todesfallregelungen ein schlechter Witz. Da brauch man von den Abschluss- und Verwaltungskosten noch gar nicht zu reden.

Wenigstens sind die Bildchen bunt und enthalten die Wörter "gesparte Steuern", "Sozialversicherungsersparnis" und "Arbeitgeberanteile".

Ich wusste lange nicht, wie ich meine Altesvorsorge bewerkstelligen soll. Das hier vermittelte ETF-Konzept bietet meiner Meinung nach viele Vorteile und keine falsche Illusion von Sicherheit. Falls ich doch (trotz stetiger beruflicher Weiterbildung und ETF) arm sterbe hat mich der Finanzwesir wenigstens gewarnt.

Von daher ist an dieser Stelle auch ein Dank an Finanzwesir Albert und seine Bloggerkollegen (und natürlich an die Kommentarschreiber) angebracht.

Das im Podcast angesprochene ausmisten der bestehenden Strukturen habe ich gerade durch. Meine "Rendite" beläuft sich dadurch auf ca. 150 € im Monat. Ich kann es daher nur jedem empfehlen!

Wobei hat man durch das ausmisten wirklich gespart (im Sinne des Wortes "sparen"), wenn man vorher schlicht zu viel ausgegben hat?

Jetzt arbeite ich noch daran wirklich passiv anzulegen. Es gibt viele perfekte ETF auf den FTSE ALL-World, MSCI-World, EM und ACWI, aber ich glaube im 6. Versuch habe ich die gefunden die ich behalten will! ;-)

Man liest sich im Blog,
Gruß


Brigand sagt am 17. Oktober 2019

Die betriebliche Altersversorgung ist inzwischen schon nach 3 Jahren Firmenzugehörigkeit "unverfallbar". Früher betrug die Frist bis zu 10 Jahre.

Ein Nachteil ist in vielen Fällen die "Doppelverbeitragung", d.h. bei der Auszahlung werden Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung fällig und zwar Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag. Und dies obwohl auf den Eigenbeitrag schon einmal Versicherungsbeiträge gezahlt wurden.


Swantje B. sagt am 18. Oktober 2019

Zum Thema "betriebliche Altersversorgung" gibt es das hier von Prof. Dr. Hartmut Walz, auch mit lesenswerten Kommentaren.

Der gleiche Blog hat auch eine Sicht auf die Arbeitgeberseite.

Nachgerechnet habe ich das nicht, die Beiträge regen aber auf jeden Fall zum Nachdenken und Fragenstellen an.


Timo sagt am 18. Oktober 2019

Und dies obwohl auf den Eigenbeitrag schon einmal Versicherungsbeiträge gezahlt wurden.

Bei meiner bAV zahle ich die Beiträge durch Entgeltumwandlung aus dem Brutto, da wurde also noch nichts versteuert.

Aber ja, insgesamt muss man bei dem Thema bAV in etwa die gleiche Einzelfallprüfung machen, wie z.B. bei ner Riester Rente. Man kann pauschal sagen, viel wird da nicht bei rumkommen, aber es sind dann eben die jeweiligen Gegebenheiten, die den Kohl fett machen (oder halt nicht).

Bei mir ist das so, dass ich keine Kosteninformationen zu meiner bAV finde. Die Versicherung hat mich mit unverständlichen Beispielrechnungen abgespeist und darauf verwiesen, dass der Vertrag mit der Firma abgeschlossen wurde und die alle weiteren Infos hat. Meine Firma verweist mich an die Versicherung...

Dafür habe ich von der Versicherung 2x per E-Mail die Bestätigung, dass meine Beiträge 1:1 "sicher" sind. Kosten werden also demnach aus den Überschüssen bezahlt, nicht von meinen Beiträgen. Für die Performance rechne ich derzeit, dass 1% meiner Beiträge in die gewählte Fondsanlage gehen.

Warum ich das trotzdem abgeschlossen habe, liegt an dem "unschlagbaren" Angebot meiner Firma. Wenn ich mich an der bAV beteidige, zahlen die den Mindestbetrag nochmal drauf. Und das beste, die Firma zahlt nicht etwa auch in diesen Versicherungsmüll, sondern verzinst das Geld "intern" mit 5%.

Damit komme ich bis zur Rente etwa auf das doppelte an angespartem Kapital ggü. einer Eigenanlage des Nettobetrags (Einfache Sparplanrechnung). In wie weit das tatsächlich eine höhere Rente bedeutet...keine Ahnung..


Dixie sagt am 19. Oktober 2019

An dieser Stelle einmal ein Hinweis auf eine mögliche besondere Fallgestaltung für Entgeltumwandlung in bAV bei Verdiensten oberhalb der sozialversicherungsrechtlichen Beitragsbemessungsgrenzen. Steuerliche Auswirkungen lasse ich erstmal unbeachtet.

In dem Fall kann es dazu kommen, dass keine Beitragsersparnis in den Sozialversicherungszweigen während der "Entgeltumwandlungsphase" eintritt, da das Entgelt eben oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen bleibt. In der "Rentenphase" tritt gleichwohl eine Beitragsbelastung auf und dann gleich dummerweise in Höhe des Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrages. Das sind dann mal eben um die 20% Beitragsbelastung, ohne das dieser auch nur irgendeine vorherige Beitragsentlastung gegenübersteht. Im Ergebnis würde somit aktuelles und beitragsfreies Entgelt in späteres und mit doppelter Beitragslast versehenes Renteneinkommem umgewandelt.

Da kann dann u. U. auch der tollste Arbeitgeberzuschuss während der "Entgeltumwandlungsphase" nichts mehr ausrichten und die ganze Angelegenheit entwickelt sich möglicherweise trotzdem zum Verlustgeschäft.

Es empfiehlt sich daher im Grunde immer, vor einer Entscheidung eine spezielle und individuelle Bewertung vorzunehmen.

Beste Grüße
Dixie


Felix G. sagt am 19. Oktober 2019

Schöner Beitrag, aber habt ihr wirklich einen signifikanten Anteil an Schülern/Studenten/ sehr frischen Berufseinsteigern? Ich habe das Gefühl die meisten beschäftigen sich mit Geldfragen (mich eingeschlossen) erst, wenn etwas mehr fließt.

Zu den Strukturvertrieben an der Uni: Ich habe auch am Steuerseminar von MLP teilgenommen und dadurch im 1. Arbeitsjahr meine komplette Lohnsteuer zurückbekommen. Das darauf folgende Einzelverkaufsgespräch habe ich mit etwas Glück ohne teuren Vertragsabschluss überstanden, so dass es sich für mich extrem gelohnt hat.

Cheers


Slowroller sagt am 21. Oktober 2019

Hach ja - wie cool man sich fühlt, wenn die MLP-Fritzen einem schon im zweiten Semester auf die Pelle rücken und auf diversen Workshops verlauten lassen, dass man sich auf die zukünftige "Elite" spezialisiert hätte. Viele sind bis heute auf denen hängengeblieben - und das tatsächlich als Komplettanbieter: Kreditkarte, Altersvorsorge (in einem Fall 3!!! parallele Lebensversicherungen) und Hausfinanzierung.
Man muss hier kontatieren: Offenbar kein totaler Schrott - aber dennoch Strukturvertrieb, der nur an die eigenen Gebührenmodelle denkt. Ich habe damals dankend abgewunken - allerdings nicht weil sie mich nicht gekriegt hätten sondern weil ich meine Nebenjobverdienste schlicht zum Leben und Reisen brauchte. Ob man in den Händen der All-inklu-Berater jemals nochmal freie finanzielle Entscheidungen treffen kann: Keine Ahnung!

@Daniel:

Zum Thema VBL und "der Arbeitgeber zahlt nur wenige Prozent" solltest du nochmal recherchieren. Der Arbeitgeber zahlt 6,45% während der AN 1,41% zahlt.
Ich würde es machen, wenn es freiwillig wäre :-)


Geduld+Spucke sagt am 22. Oktober 2019

Zum Thema VBL und "der Arbeitgeber zahlt nur wenige Prozent" solltest du nochmal recherchieren. Der Arbeitgeber zahlt 6,45% während der AN 1,41% zahlt.

Die Rente wird trotz eines Beitrags von fast 8% jedoch auf Basis eines fiktiven Beitrags von 4% in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge berechnet.
War nötig um die Kasse 2000 vor dem finanziellen Kollaps zu retten. Kann man alles hier nachlesen. Spannende Lektüre. Lehrt viel darüber, wie die Politik über die Jahrzehnte mit dem (Renten-)Geld anderer Leute umging.

Ein nicht geringer Teil des Arbeitgeberanteils muss dabei vom AN versteuert werden, auch wenn dabei insgesamt mehr als 4% Beitrag versteuert werden. Gab Prozesse bis zum BVG deswegen. Ohne Erfolg. Auch das läßt tief blicken.

Von daher würde ich den Einzelfall immer gut prüfen.


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