20. Februar 2014


Die Regel von der 72 macht Sie reich

In diesem Artikel geht es um die Macht des Zinseszinses. Die Regel von der 72 besagt: 72 dividiert durch die Rendite in Prozent gibt an, in wie vielen Jahren sich das eingesetzte Vermögen verdoppelt hat.
Die folgenden Tabellen sollen diesen Effekt veranschaulichen.

Rendite Verdopplungszeit (Jahre)
1 % 72
2 % 36
3 % 24
4 % 18
5 % 14
6 % 12
7 % 10,3
8 % 9
9 % 8
10 % 7,2

Der Trick ist, hohe Renditen plus lange Laufzeit plus hohes Sparvolumen. Entscheidend ist aber der Zeitfaktor, wie die unten stehenden Tabellen zeigen. Erst am Ende geht die Sache richtig ab. Die Dekade zwischen 27 und 37 ist viel, viel wertvoller, als die Dekade zwischen 57 und 67.

7,2 % Rendite, Start mit 27, Einmalzahlung von 10.000 €

Alter Depotwert
27 10.000 €
37 20.000 €
47 40.000 €
57 80.000 €
67 160.000 €

7,2 % Rendite, Start mit 27, Einmalzahlung von 20.000 €

Alter Depotwert
27 20.000 €
37 40.000 €
47 80.000 €
57 160.000 €
67 320.000 €

7,2 % Rendite, Start mit 37, Einmalzahlung von 10.000 €

Alter Depotwert
37 10.000 €
47 20.000 €
57 40.000 €
67 80.000 €

5 % Rendite, Start mit 27, Einmalzahlung von 10.000 €

Alter Depotwert
27 10.000 €
41 20.000 €
55 40.000 €
69 80.000 €

5 % Rendite, Start mit 37, Einmalzahlung von 10.000 €

Alter Depotwert
37 10.000 €
51 20.000 €
69 40.000 €

Man sieht: Der vierte und der fünfte Verdopplungsschritt sind die beiden entscheidenden Schritte.

Früher Konsum ruiniert die finanzielle Freiheit nachhaltig

Ganz besonders zeigt sich das in Beispiel 2: Wenn ich mir mit 27 Jahren ein gebrauchtes Auto für 10.000 Euro kaufe, statt das Geld zu investieren, kostet mich das im Alter 160.000 Euro. Diese Zinseszins-Geschichte ist wie eine Lawine. Zuerst rieseln nur ein paar Schneebrocken den Hang hinunter, aber mit der Zeit entwickelt die Sache eine ungeheure Wucht.

Zum Weiterlesen

Leserfrage: Die Mär vom Zinseszins?

(awa)

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Kommentare

Willi Obermayer sagt am 20. Oktober 2014

Hallo Herr Warnecke,
meine Frage ist: Sie schreiben oben "Die Dekade zwischen 27 und 37 ist viel viel wertvoller, als die Dekade zwischen 57 und 67". Wenn ich den restlichen Text richtig lese, sollte es doch genau umgekehrt sein. Wenn ich was falsch verstanden habe, bitte ich Sie um Ihre milden aufklärenden Worte. Vielen Dank.
Beste Grüße
W.Obermayer

PS.: Ich lese Ihren Blog seit kurzem und beglückwünsche Sie, dass Ihnen "jemand" dieses Talent, so zu schreiben, gegeben hat.


Finanzwesir sagt am 21. Oktober 2014

Hallo Herr Obermayer,
danke für die netten Worte zu meinem Blog. Es ist eigentlich ganz einfach: Man muss nur die unverständlichen Worte weglassen und jedes versubstantivierte Verb befreien. Schon hat man starke Verben und einfache Sätze. ;-)

Nun aber zu Ihrer Frage:

Mit "wertvoll" meine ich nicht die absolute Eurozahl, die man in einer Dekade dazugewinnt, sondern das Potential, das jede Dekade hat. Mit 67 ernten Sie das, was sie mit 27 gesät haben.
In diesem Artikel http://www.finanzwesir.com/blog/rauchen-verhindert-finanzielle-unabhaengigkeit habe ich ausgerechnet, dass 5 Euro, die Sie mit 30 anlegen, an Ihrem 60. Geburtstag eine Kaufkraft von 15,59 Euro haben.
Wenn Sie diese 5 Euro mit 67 anlegen, müssen Sie warten, bis Sie 97 Jahre alt sind. Das schaffen die wenigsten.
Deshalb sind die frühen Dekaden so wertvoll. Das was man dort versäumt, kann man praktisch kaum noch nachholen. Die Wucht des Zinseszins-Effektes ist einfach zu groß.

Gruß
Finanzwesir


leider_nein sagt am 17. Mai 2015

hohe rendite und keine inflation annehmen - kein wunder das der plan hier nicht funktionieren kann.


ETF'ler sagt am 19. September 2015

Bei 2% Rendite beträgt die Verdopplungszeit 36 Jahre (nicht 33), oder


Finanzwesir sagt am 21. September 2015

Hallo ETF'ler,
korrekt, ist gefixt. Danke für den Hinweis.

Gruß
Finanzwesir


Ben sagt am 09. März 2016

Guten Tag,

ich bin sehr begeistert von dieser Seite, besten Dank! Inflation müsste man in der Tat einbeziehen oder von Nettorendite (nach Inflation) sprechen. Die Frage ist auch, können wir Renditen der Vergangenheit, so in der Zukunft erwarten, da vor allem die Industrieländer an Wachstumsgrenzen zu stossen scheinen (u.a. durch die Demografie)? Was sind realistische Anlagerenditen in Zukunft?.....schwierig


Lars sagt am 18. Dezember 2016

Selbst bei Abzug von Inflation und einer Annahme geringerer zukünftiger Renditen bleibt der Zinses-Zins-Effekt erhalten ;) Man müsste dann lediglich seine Sparraten erhöhen, um auf gleiche Ergebnisse zu kommen.


Robert Michel sagt am 19. Dezember 2016

@Ben: Sehr gute Frage! Zufällig beschäftige ich mich seit Letzer Woche sehr intesiv mit der Frage. Meine ersten Ergbenisse sind, dass die zu erwartende Rendite niedriger Ausfallen wird als bisher, aber nicht viel. Ich habe auch ein Blogartikel zu dem Thema geschrieben, das wird jedoch sicher nicht der letzte gewesen sein.

Auf dem Blog von Robert Michel gibt es hierzu diesen Artikel: Welche Rendite kann man langfristig für Aktien erwarten?


Christoph sagt am 30. Dezember 2016

Diese 72er-Faustformel zeigt eindrucksvoll die Kraft des Zinseszins bei hohen Renditen. Das Fazit brachte mich zum Schmunzeln: "Wenn ich mir mit 27 Jahren ein gebrauchtes Auto für 10.000 Euro kaufe, statt das Geld zu investieren, kostet mich das im Alter 160.000 Euro."
Mein Auto geht kaputt und ich muss mir bald Ersatz beschaffen. Dann bin ich 27 und habe genug gespart, um einen schönen Gebrauchtwagen zu kaufen. Der Artikel hat mich allerdings nachdenklich gemacht. Ist es vielleicht sinnvoller, einen Kredit für den Kauf aufzunehmen und einen Teil des bereits gesparten Geldes doch heute schon zu investieren?