17. August 2020


Über den Sinn und Unsinn von Fonds-Ratings - Der Finanzwesir rockt, Folge 94

Sieger

Man schlägt eine der einschlägigen Publikationen auf und schon springen sie einem entgegen, die Bilder der Sieger. Herausragend, ganz viele Sterne, ausgezeichnete Qualität, Top-Fonds!
Garniert mit der Behauptung:

"Die regelmäßige Bewertung von Fonds durch Rating-Agenturen wie Lipper, Feri oder Morningstar gibt Investoren Anhaltspunkte für mögliche Investments."

Unfug, ein Blick auf SPIVA (Standard & Poors Indices versus Active) zeigt: Nach 10 Jahren sind 96,57 % aller aktiven Fonds Underperformer, die den S&P 500 nicht schlagen. Wozu dann noch ein Rating? Ist doch egal, ob Ein-Sterne- oder Fünf-Sterne-General die Schlacht verliert.
Aber dann haben wir näher hingeschaut: Lipper wurde 1973 gegründet, 1987 kam Ferri Fondsrating dazu und Morningstar ist seit 1984 am Markt. Über dreißig Jahre Erfolg am Markt. Das können wir nicht so einfach abtun. Was steckt dahinter?
Deshalb haben wir Ali Masarwah den Chefredakteur der deutschen Morningstar-Web-Site eingeladen.
Ebenfalls zu Gast: Dr. Michael Ritzau, Autor des Buchs "Die große Fondslüge".

Nach der Vorstellungsrunde dann

Unsere Fragen

Grundsätzlich dreht sich alles um die Masterfrage: Wie hilft mir als Privatanleger ein Rating bei der Kaufentscheidung?

  • Morningstar hat eine Menge Ratings im Angebot (die Sterne, Gold/Silber/Bronze…) Was wird da eigentlich bewertet und was kann ich von den einzelnen Ratings erwarten?
  • Wie aussagekräftig ist ein Rating?
  • Wozu überhaupt ein Rating, wenn nach 10 Jahren 96,57 % aller aktiven Fonds den Index S&P 500 nicht schlagen?
  • Was kann ich von einem Rating erwarten und was nicht?
  • Stichwort Performance-Chasing: Kann ich als Kunde eigentlich die prognostizierten Fonds-Renditen realistisch erwarten? Oder werden Fonds mit einem guten Rating so mit Geld geflutet, dass sie es schwer haben, die Performance der vergangenen Jahre zu wiederholen?

Konkrete Rating-Beispiele

Dann lassen wir uns von Herrn Masarwah das Rating an einigen konkreten Beispielen das Rating erläutern. Unter anderem wollten wir wissen, warum der Wertefonds R von Friedrich und Weik (ISIN DE000A2AQ952) ein Vier-Sterne-Fonds ist?

Schwellenländer im DWS

Im Laufe der Diskussion besprechen wir auch den Schwellenlandanteil im DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN 847652). Konkret geht es darum, ob der MSCI ACWI mit 11% die passende Messlatte für einen Fonds ist, der nur knapp 3 % Schwellenländer enthält. Es geht ja nicht darum, irgendeine Messlatte zu überspringen, sondern die passende. An dieser Stelle hat sich eine sehr rege Diskussion entwickelt und wir haben wir Herrn Masarwah das folgende Statement versprochen:

"Wir beziehen uns dabei auf die von Morningstar ausgegebenen Gewichtungen. Es geht um 0,08% Afrika plus 2,55% Asien Ex-Tigerstaaten. So sind die 2,63% ins Briefing für dieses Podcast-Gespräch gekommen. Von den vier Tigerstaaten Südkorea, Singapur, Taiwan und Hongkong sind zwei Industrieländer und Südkorea ist je nach Index Schwellenland oder Industrieland. Bleibt Taiwan. Wie Morningstar diese vier Länder gewichtet wussten wir nicht. Wir hätten da natürlich genauer nachfragen können.
Was bleibt, ist die übergeordnete Tatsache, dass der DWS damit trotzdem nicht in die Nähe der 11% kommt, die die Schwellenländer im Index ausmachen.

Die Skin-in-the-Game-Frage

  1. Nutzen Sie überhaupt Fonds?
  2. Wenn ja: Was sind ihre persönlichen Kriterien bei der Fonds-Auswahl?

Die Seiten gewechselt

Die letzte Frage vor den Medienempfehlungen ist immer die "Eine Meile in den Mokassins des Anderen gehen"-Frage.

  1. Herr Ritzau: Ihre Aufgabe: Ein Fonds-Rating aufsetzen. Wie würden Sie vorgehen?
  2. Herr Masarwah: Morningstar muss sein Rating-System bis auf eine Komponente zusammenstreichen. Welches Thema ist unverzichtbar?

Das hat leider nicht so gut geklappt ;-)

Jetzt anhören

Medienempfehlungen und Buch von Michael Ritzau

Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen von Hartmut Walz* Die große Fondslüge: Falsch beraten von Finanztest, Sparkassen, Banken und Co von Michael Ritzau*
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Medienempfehlungen Ali Masarwah

Financial Times

Behave von Robert Sapolsky* Die genial einfache Vermögensstrategie: So gelingt die finanzielle Unabhängigkeit von Martin Weber*
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Mein persönliches Fazit

Bei der Fonds-Forensik sind die Morningstar-Daten sehr nützlich. Wie hat ein Fonds sich geschlagen, was steckt drin, all das und noch viel mehr lässt sich mit Hilfe von Morningstar Instant X-Ray herausfinden. Dieses Tool mag ich sehr. Analysieren Sie einfach mal das hippe Fonds-Depot mit der coolen Story, dass man Ihnen letzthin empfohlen hat. In den meisten Fällen werden Sie sehr schnell Abstand nehmen. X-Ray zeigt alle Ungleichgewichte auf, als da wären:

  • Firmenklumpen: Drei Fonds enthalten Amazon, zwei Microsoft,…
  • geographische Fehlallokation: USA fehlt, viel zu viel China, oder umgekehrt.
  • fehlende Sektoren

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Kommentare

Hans sagt am 17. August 2020

Ich frage mich die ganze Zeit, welcher der beiden mir unsympathischer ist.


ChrisS sagt am 17. August 2020

Echt schwer ertragend anzuhören stellenweise.

Kann sein, dass einfach die jeweiligen Persönlichkeitstypen der Gäste nicht zusammengepasst haben, aber die Souveranität der Gesprächsführung durch die Moderatoren, einige verknotete Situationen zielorientiert auflösen zu können, hat stellenweise auch etwas zu wünschen gelassen.

Leider hat mir der Gast, dem ich ansonsten wohl inhaltlich am nächsten stehen würde (also als ETF-Anleger, der sich ja eh nicht für klassische aktive Fonds interessiert), den unsympathischsten Eindruck hinterlassen. Wie man sich da 5-10 Minuten im Kreis drehen kann und aneinander vorbeigeredet gegenseitig anblöfft, als es darum ging warum denn nicht jeder Fonds bei Morningstar auch immer einen Benchmark-Index zugewiesen/angezeigt bekommt, das war schon echt peinlich.

Herr Marsawah sagt wie es ist, dass eben nur Fonds, wo es (für deren Segmente) ein Sterne-Rating gemacht wird, eine Benchmark (und Kategoriedurchschnitt) haben. Das trifft z.B. auf die wesentlichen Assetklassenfonds wie Aktien, Anleihen oder Mischfonds zu. Ja, bei bestimmten Nischensegmenten wie "alternative" Fonds gibt es keine Benchmark (oder überhaupt Kategorievergleich, aber das ist nun nichts unbekanntes neues, sondern weiß eigentlich schon jeder der bei Morningstar mal selbst nach dahingehenden Fonds gesucht hat - ging mir z.B. so als ich mal selbst ne vergleichende Performanceuntersuchung für einige ausgewählte "alternative" Fonds und für die ganzen Fondskategorien "Futures" und "Global Macro" gemacht hatte. War dann zwar etwas Zusatzarbeit im Excel, aber für dahingehend Interessierte eben total nicht unmöglich oder verheimlicht).

Herr Ritzau reitet aber trotzdem noch weiter darauf rum und Marsawah wiederholt nochmal die Sachlage bei Morningstar, und am Ende wirds etwas persönlich pampig, ohne dass das gegenseitige Missverständnis (wobei ich eher die Sturheit, das Gesagte nicht hören zu wollen, eben eher bei Hr. Ritzau wahrnehme) aufgelöst wird.

Da hätte die Moderation vielleicht mal etwas souveräner in die Gesprächsführung eingreifen können, aber gut, ich weiß ja auch nicht wie sehr Albert und Daniel selbst über diesen speziellen Umstand bei Morningstar (also dass zwar alle Aktien/Anleihen/Mischfonds ein Sterne-Rating, und damit auch eine Indexbenchmark und Kategorievergleiche haben, und es eben nur bei den "alternativen" Fonds keine Benchmark gibt, aber die bekommen dafür eben auch keine Sterne) bescheidwissen, um diese verschwendeten 5-10 Minuten Aneinandervorbeigerede hätten zielführend abkürzen zu können.

Herr Marsawah hätte dann etwas ruhiger erklären können, warum das bei Morningstar so ist, also warum Aktien/Anleihen/Mischfonds eine Benchmark und Sterne-Rating bekommen, aber alternative Fonds das eben nicht tun (und die Hörer könnten dann sich selbst entscheiden ob sie die Erklärung dazu für überzeugend halten - ich kann ja zumindest nachvollziehen was er irgendwie versucht hat reinzubringen, bevor er wieder abgewürgt wurde, also dass sich solche "alternativen Fonds" ja auch eher nur hpts. an "Fortgeschrittene" richten (denen dann auch zugemutet werden kann, die Performanceanalysen selbst zu machen, und/oder für kostenpflichtige Morningstar-Premiumservices zahlen sollen, wo diese Kategorien dann auch sicher nochmal ausführlicher untersucht werden, was halt nicht auf der einfachen Webseite schon so steht) und nicht an die typische Masse der privaten Kleinanleger für die noch eher nur die "orthodoxen" Aktien/Anleihen/Mischfonds geeignet sind.

Und wie gesagt, es ist ja auch trotzdem nicht unmöglich, einen alternativen Fonds mit einer gewünschten Indexbenchmark zu vergleichen, wenn man es unbedingt will, man geht halt auf der Fondsseite bei Morningstar in die Chartansicht und kann sich dort die Wertentwicklungskurven von Indizies oder Kategorien der jeweiligen Fondsrendite gegenüberstellen. Ist zwar ein etwas umständlicherer Zwischenschritt, aber es wird jedenfalls nichts direkt "verheimlicht" oder so und ist für jeden machbar, der sich halt unbedingt dafür interessiert (z.B. weil er sich schon für so "fortgeschritten" hält, dass eine Investition in "alternative" Fonds für ihn überhaupt in Frage käme) nachzuschauen wie sich ein beliebiger "alternativer" Fonds XY so langfristig gegenüber einer Index-Benchmark wie MSCI World oder Barclays Euro Agg Bond etc geschlagen hatte.

Und alternativ hätte die Moderation auch einfach mal Herrn Ritzau direkt fragen können, was er denn selbst als möglichen Vergleichs-Indexbenchmark für diese Gruppe der nicht-gerateten "alternativen Fonds" so vorschlagen würde, damit das ganze nicht bloße Kritik (also minutenlanges gegenseitiges Vorbeigerede von wegen "einige Fonds haben bei Morningstar keine Benchmark" -> "alle Fonds für die Sterneratings gegeben werden, haben auch eine Benchmark" -> "aber einige Fonds haben keine Benchmark" -> "alle mit Sterneratings haben eine, für Fonds ohne Benchmark geben wir auch keine Sterne"... usw) bleibt sondern stattdessen zielorientiert ein Lösungsvorschlag gemacht wird um dieses "Problem" für die Zukunft vielleicht auch zu "beheben"? Also was (und warum) hält Herr Ritzau für eine passende Benchmark für diese (wohlgemerkt, auch eher kleine Nischengruppe) "alternativer" Fonds? Ein Aktien-Index? Ein Anleihe-Index? Vielleicht ein Aktien/Anleihe-Mischindex? Oder eine bestimmte Hürden-Rate wie EONIA plus X? Wie gesagt, wer die nicht gerateten alternativen Fonds dann hinterher trotzdem noch mit gewünschten Benchmarks vergleichen will (was wie gesagt auch ich im Grunde erstmal für prinzipiell sinnvoll und richtig halte, nur sollte man sich dann schon im klaren darüber sein welche Benchmark man dafür nimmt, und warum gerade die) der kann das, auch bei Morningstar zB. im Charting-Tool oder ansonsten halt in einer Tabellenauswertung, ja selbst machen, wenn er das unbedingt will.

Wozu überhaupt ein Rating, wenn nach 10 Jahren 96,57 % aller aktiven Fonds den Index S&P 500 nicht schlagen?

Klarifizierung aus Pedantik - es ist nicht so das 96,57 % aller aktiven Fonds den SP500 über 10 Jahre nicht schlagen, sondern genauer gesagt sind damit eigentlich nur die Fonds des speziellen Vergleichs-Segmentes "US Large" (Core/Blend) gemeint. Man bezieht sich dabei wohl auf die Zahlen aus der SPIVA Scorecard Mid-Year 2019, Tabelle Seite 4, dann aber bitte auch richtig wiedergeben ;-)
Sonst setzt man sich nur unnötig vermeidbaren Widersprüchen aus wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht (zu "allen" aktiven Fonds gehören ja auch sonstige Segmente wie Smallcap-Fonds, Branchen Fonds, Regionen-Fonds, usw., und wie die jeweils nun im einzelnen ggü dem SP500 abschneiden, wurde darin ja garnicht untersucht (die haben dann jeweils wieder ihre eigenen passenderen Segment-Benchmarks)).

Apropos SPIVA, da hätte Herr Marsawah vielleicht auch mal etwas offensiver auf die ähnliche regelmäßige Vergleichsstudie aus dem eigenen Haus hinweisen können, das "Morningstar Active/Passive Barometer", wo genauso festgestellt wird dass der Großteil der aktiven Fonds ihre passiven Kollegen (besonders eben, je länger man schaut) unterperformt. Beim A/P Barometer wird auch etwas "praxisnaher" vorgegangen, insofern als dass der SPIVA die Fonds gegenüber einer reinen Indexbenchmark vergleicht, während A/P als Vergleichsmaßstab für aktive Fonds den Durchschnitt aller passiven Fonds (ETFs, Indexfonds) für dieses Segment darstellt (ist "realistischer", insofern als dass wir Anleger am Ende ja nicht direkt in "Indizes" investieren können, sondern nur in Produkte, die sie abbilden), und etwas mehr darauf eingehen können wie dort mit Kosten und Survivorship Bias umgegangen wird. Aber haja, da hat man sich halt lieber über andere Nebenkriegsschauplätze gestritten...

Stichwort Performance-Chasing: Kann ich als Kunde eigentlich die prognostizierten Fonds-Renditen realistisch erwarten?

Oha, wo werden denn tatsächlich "Fonds-Renditen prognostiziert"? Auch hier wieder, vielleicht etwas unglücklich/missverständlich formuliert, aber bei Morningstar (o. sonstigen Fondsratings) wird ja nicht eine explizite "Renditeprognose", so von wegen ala "wir prognostizieren, dass der Fonds XY im nächsten Jahr eine Rendite von 14,7294... Prozent einfahren wird", abgegeben. Das würde auch niemand direkt so behaupten wollen, wäre schon juristisch viel zu angreifbar.

Viel eher, um mal bei allem noch "fair" zu bleiben, wird bei den Ratings eine "implizite Prognose" gegeben, die ist aber viel "weicher" (oder ums "unfair" auszulegen, um sich so weniger angreifbar zu machen) formuliert, so von wegen "wir erwarten dass der Fonds auch, für einen gewissen Zukunftszeitraum, eine gegenüber seiner Fondsvergleichsgruppe überdurchschnittliche Performance abliefern kann" o.ä. wie gesagt, ohne darüber Aussagen zu machen, welche exakte Renditeprozentzahl dabei nun rauskommen wird, oder ob der Fonds überhaupt den Benchmarkindex übertreffen wird, sondern nur, dass er besser als die meisten seiner übrigen Fondsvergleichskollegen des Segmentes performt (und selbst das ist, was die Zukunft betrifft, dann natürlich auch nur wieder in den üblichen Disclaimer-Konjunktiven gebettet, also "erwarten", "kann", "möglich" usw.).

Es kam mir auch ein bischen zuwenig Erkenntnisgehalt über die eigentliche "Kern-Frage", die sich bei allen Fondsratings ja am Ende stellt, dabei raus - also welchen "Nutzwert" haben die Ratings für mich als Anleger konkret?

Also, dass z.B. sich das Sterne-Rating hauptsächlich (und "nur") darauf bezieht, wie sich ein beliebiger Fonds X über einen Vergangenheitszeitraum gegenüber seiner Fondsvergleichsgruppe geschlagen hat (und nicht z.B. gegenüber einem Index, etc.). Okay.... und was für konkrete Handlungen kann ich daraus nun als Anleger für mich ableiten?

Beispiel, ich bin Neu-Anleger (also noch nicht investiert)... soll ich bei meiner Fondsauswahl eben nur die Fonds mit vielen Sternen nehmen? Warum, oder warum nicht? Oder ich bin bestehender Anleger eines Fonds, und der hat nun auf einmal Sterne verloren, soll ich jetzt meinen Fonds deswegen verkaufen? Wenn ja, warum, und wenn nein, warum nicht?

Am Ende geht es also, und das ist wohl der ganze Knackpunkt bei allen solchen rückwertsgewandten "Rating"-Vergaben, was für eine Aussage damit eigentlich gemacht werden soll. Welchen Nutzwert hat für mich die "explizite" Komponente des Sterne-Ratings (also dass darin (ja auch eigentlich "nur") gesagt wird, "dieser Fonds hatte im Vergangenheitszeitraum eine gegenüber seiner Fondsvergleichsgruppe überdurchschnittliche Performance" (und nichts weiter)), gegenüber dem "impliziten" Nutzen, der damit verbunden ja auch immer unterschwellig wohl suggeriert wird - also dass, oder überhaupt ob, ich daraus nun ableiten kann, dass dieser Fonds auch (im einzigen was für mich zählt, denn ich kann ja nicht in Vergangenheitsrenditen anlegen) in Zukunft eine überdurchschnittliche Performance einfahren wird? Wenn nicht, was bringt es mir dann überhaupt auf die Sterne zu achten?

Wie steht es z.B. mit Untersuchungen, ob die Star-Ratings tatsächlich eine prädiktive Eigenschaft haben? Also wie sich die zukünftige Performance von Fonds entwickelt (ggü ihrer Vergleichsgruppe, ggü einer Benchmark, usw.), die jetzt ein 1-Star oder 5-Star Rating haben? Haben die das (und mit welcher Wahrscheinlichkeit) auch in den nächsten 3, 5 oder 10 Jahren noch?

Da wäre vielleicht auch etwas mehr vorherige Recherche der Moderatoren zu dem Thema besser gewesen, um Morningstar mit entsprechenden Studien zu konfrontieren, das (und die Reaktion darauf) hätte dann auch mehr allgemeinen Erkenntniswert gehabt, als z.B. über irgendwelche herausgepickten Einzelfondsbeispiele (warum ist bei dem einen Fonds die Benchmark ACWI und nicht World, warum hat der andere Fonds 4 Sterne... ist das wirklich so interessant?) das ganze aufzumachen.

Wenn man nach den entsprechenden Stichwörtern dazu googelt (natürlich auf englisch), findet man im Internet schon einiges dazu. Das Wall Street Journal hatte z.B. mal einen ziemlichen Verriss der Star-Ratings geschrieben (falls Paywall, kann man z.B. hier eine Zusammenfassung der Kontroverse als Kommentar nachlesen). Hier mal als Beispiel noch eine weitere Studie, die sich mit der Persistenz hoher Star-Ratings beschäftigt (also konkret, wie (un)wahrscheinlich es ist, dass ein 4- oder 5-Sterne Fonds auch weiterhin in Zukunft langfristig ein solcher bleibt). Oder hier mal eine Untersuchung von Morningstar selbst , in der sie ihren Sterne-Ratings auch nur ein eher "moderates" Potential zur Vorhersage weiterer zukünftiger Out/Unterperformance konstatieren.

Das ganze kann man sich ja auch in einer Umkehrung schon vermuten - hätte man stattdessen festgestellt, dass die Ratings tatsächlich eine systemische (signifikant, dauerhaft, nachhaltig) Prognosefähigkeit zukünftiger Performance besitzen, würde Morningstar ja auch viel offensiver damit werben, denn das hätte dann tatsächlich einen Nutzwert der für die Anleger relevant ist. Dass sie es nicht tun, sondern eher im Gegenteil im Kleingedruckten eigentlich immer nur mehr auf die Einschränkungen und Grenzen ihres Ratingsystems hinweisen, zeigt schon an dass es wohl eh keinen so großen Praxis-Nutzen haben wird.

Daher auch wie gesagt die gehörigen Einschränkungen, die Morningstar ggü den Lesern bei der "Anwendung" des Sterne-Ratings macht, also direkt drauf angesprochen tun sie halt ehrlicherweise auch zugeben dass man sich nicht zuviel davon erwarten soll, sich nicht blind darauf verlassen soll, etc. und das nur ein kleiner Teil oder "erster Anhaltspunkt" zur Fondsauswahl sein kann aber man natürlich auch noch viel mehr als nur die bloße Vergangenheitsperformance betrachten muss (wie gesagt, am Ende bleibt nach all den Einschränkungen und Disclaimern ja die berechtigte Frage, warum es dann überhaupt noch Star-Ratings gibt, wenn die eigentlich konkret fast null vorwärtsgerichteten Nutzwert haben?). Bei den neuen "Analyst Ratings", die schon explizit damit eingeführt wurden, mehr "prädiktive" Eigenschaften haben zu sollen, steht das Urteil dazu zwar noch aus, aber schon rein aus Vernunftgründen sollte man sich auch davon nicht großartig anders unterschiedliches erwarten, also dass nach ein paar Jahren auch genauso festgestellt wird dass auch ein "Gold" oder "Silber"-Rating nicht unbedingt viel mehr über die zukünftige Performance eines Fonds aussagen kann als es vier oder fünf "Sterne" tun.

Ansonsten, kommentieren wir halt zum Schluss noch mal die angebrachten Einzelfonds:

Unter anderem wollten wir wissen, warum der Wertefonds R von Friedrich und Weik (ISIN DE000A2AQ952) ein Vier-Sterne-Fonds ist?

Die Sterne-Ratings werden relativ zur Fondsvergleichskategorie erstellt, also es wird geschaut wie sich ein beliebiger Fonds im Vergleich zu allen anderen Fonds seiner Kategorie so eingeordnet hat. Es wird dabei nicht geschaut wie sich ein Fonds gegenüber einer Index-Benchmark bzw passiven Produkten desselben Segmentes geschlagen hat - das wäre ja auch müßig, da dann meist eh (insbesondere eben je länger man schaut) fast alle klassischen (aktiven) Fonds aufgrund ihrer Unterperformance immer nur 1 Stern bekämen, und alle passiven Produkte im Verhältnis dazu 5 Sterne bekommen müssten.

Die Sterne-Ratings werden außerdem auch nach "Glockenkurve" vergeben. Für 5 Sterne muss man also nicht eine bestimmte Renditezahl (entweder absolut, oder relativ ggü einem Index) erreichen, sondern man muss "nur" zu den 10 % der "besten" Fonds aus allen Fonds (dieser Kategorie) gehören, für 4 Sterne zu den nächstbesten 22,5 %, und so weiter. Wie gesagt, es wird darin nicht gesagt, wie die Fonds gegenüber einer Benchmark abschneiden (wenn der Index z.B. plus 20 % gebracht hat, der beste Fonds der Kategorie aber "nur" 15 %, bekommt der trotzdem 5 Sterne, da eben nicht mit dem Index, sondern mit allen anderen übrigen (noch schlechteren) Fonds verglichen wird).

Beim F&W-Fonds (nichts liegt mir ferner, als den speziell "verteidigen" zu wollen, da ich von dem Fondskonzept und den dahinterstehenden Leuten eh nichts halte, ich kommentier den nur weil der halt angesprochen wurde) ist es ja auch nicht so, dass die Sterne irgendeine Aussage oder Bewertung des Fondskonzeptes direkt, oder der Leute davon beträfe (das wäre dann, wenn überhaupt, eher eine Sache für die "Analyst Ratings", falls der mal irgendwann eins bekommt), sondern die 4 Sterne beschreiben nur, dass sich seine Performance (genauer, die zurückliegende 3-Jahres Performance, ab dann werden ja zum ersten Mal Sterne vergeben, und das Alter hat er halt jetzt erreicht) gegenüber den anderen Fonds desselben Segmentes aktuell im Vergleich relativ gut aussieht.

Exerzieren wir das mal bierdeckelvereinfacht in der Morningstar Fondsdatenbank durch:

Der F&W-Fonds wird bei Morningstar in die Kategorie "Mischfonds EUR flexibel - Global" eingeordnet. Gehen wir nun in den Fundscreener und lassen uns alle Fonds dieser Kategorie anzeigen. Für "Mischfonds EUR flexibel - Global" werden grad 1145 Fonds gelistet (Disclaimer, da sind auch viele Doppelungen, also gleiche Fonds nur in unterschiedlichen Tranchen oder Währungen dabei, aber haja das ist ja nur ne Bierdeckelrechnung). Sortieren wir die nach 3-Jahres Performance, und da steht der F&W-Fonds mit seinen 4,53 % (annualisiert) grad auf Platz 107 der Liste, also ein Perzentil von 9,3 %, oder andersrum gesagt, 90,7 % (bzw. 1038 Stück) aller übrigen Fonds aus derselben Kategorie haben (z.Z.) eine schlechtere 3-Jahres Performance.

Das allein würde sogar auch schon für 5 Sterne reichen, aber Morningstar nimmt ja eben nicht nur die "reine" Performance für das Vergleichsranking, sondern die "risiko-adjustierte" Rendite, also sowas wie Sharpe Ratio, nur halt proprietär was eigenes, und da man im Fund Screener nicht nach dieser risiko-adjustierten Rendite (oder überhaupt Sharpe Ratio etc.) sortieren kann, hab ich erstmal nur die bloße Performance nehmen können. Daneben fließen in die Sterne auch noch so Faktoren wie Kosten etc. mit ein, und beides (höheres Risiko, der F&W Fonds hatte auch vergleichsweise relativ hohe Schwankungen und Drawdowns mit dabei, und höhere Kosten, der Fonds ist auch relativ teuer), hat also für ein (um ein Stern) "schlechteres" Rating geführt als der reine Performancevergleich. (wo die "Durchschnittsperformance" der ganzen Kategorie "Mischfonds EUR flexibel - Global" als solches grad mit 1,30 % (für die 3 Jahre, p.a.) angegeben wird).

Achja und nur zum Vergleich, die 3-Jahres Wertentwicklung des Index-Benchmarks für diese Mischfondskategorie (bei Morningstar: Cat 50% Barclays EurAgg TR & 50% FTSE Wld TR, also hälftig Euro-Anleihen und Weltaktien) beträgt grad 5,95 % p.a.
Ist damit also auch besser als der F&W-Fonds, und würde sich im Vergleich zu allen anderen Fonds der "Mischfonds EUR flexibel - Global" Kategorie an Platz 72 von 1145 einordnen. Man sieht auch gut in der "Gesamtrendite" Seite auf Morningstar beim F&W-Fonds genauso, dass er vom einfachen Aktien/Anleihe-Benchmark locker geschlagen wird, und sein aktuell relativ gutes Dastehen gegenüber anderen Fonds seiner Kategorie (siehe dazu orangene Linie "Fondsdurchschnitt") auch "nur" aus einem relativ kurzfristig zurückliegenden aktuellen Zeitraum verursacht wird, also dass er gerade die letzten Monate mal etwas besser performt hat (die Jahre vorher war ja im Gegenteil eher mau gelaufen)... wenn ich raten müsste, würde ich mal auf den relativ hohen Goldanteil tippen, welches grad gut abgeht. Das ist also eher als momentane singuläre "Ausreißer"-Situation einzuordnen und man braucht nicht viel Prognosefähigkeit um eine berechtigte Vermutung abzuleiten, dass sich das auch wahrscheinlich, gerade langfristig, wieder um einiges runterrelativiert, also der Fonds gegenüber seinen Kategoriekollegen (und gegenüber dem Index ja sowieso) an Performance abgeben wird.

Ist sowieso ein Vorgehen, was ich selbst auch mache (bzw. machen würde, wenn mich aktive Fonds überhaupt interessieren) - mal statt nur den reinen Renditezahlen aus ner Tabelle auch einen Blick in den Chart(vergleich) zu werfen, um zu sehen ob eine eventuelle Outperformance auch relativ konstant und stabil, dh. mit geringen Schwankungen ggü der Benchmark erwirtschaftet wurde (und daher zumindest etwas mehr Wahrscheinlichkeit besteht, dass damit etwas nachhaltiges damit verbunden sein könnte), oder ob es eigentlich nur das Resultat eines kurzfristigen, singulären Ausreißers ist (z.B. der Fonds performte ansonsten die ganze Zeit eigentlich nur eher mittelmäßig / schlecht, aber es ist dann zu einem günstigen Zeitpunkt mal eine große Einzelwette aufgegangen, die ihn renditemäßig auf einmal jetzt nach vorne katapultiert hat), von welchen man sich aber wegen mangelnder Wiederholbarkeit für die Zukunft nicht unbedingt das gleiche Weitere so erwarten könnte.

Im Laufe der Diskussion besprechen wir auch den Schwellenlandanteil im DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN 847652). Konkret geht es darum, ob der MSCI ACWI mit 11% die passende Messlatte für einen Fonds ist, der nur knapp 3 % Schwellenländer enthält. Es geht ja nicht darum, irgendeine Messlatte zu überspringen, sondern die passende.

Die Benchmark hat für das Sterne-Rating des DWS keinen Einfluss. Die vier Sterne, die er grad hat, hat er ja nicht weil er besonders gut gegenüber dem MSCI ACWI oder dem MSCI World performt hat (was für eine Popeldiskussion ist das überhaupt eigentlich, die beiden Indizes unterscheiden sich von der langfristigen Rendite doch auch eh nur im Nachkomma-Bereich, also es kommt eh nichts großartig anderes raus, egal ob man den DWS nun mit dem ACWI oder dem World vergleicht, er hinkt beiden Indizes langfristig in ähnlichen Größenordnungen hinterher), sondern er hat die vier Sterne weil er grad gegenüber den anderen Fonds der Kategorie ("Aktien weltweit Standardwerte Blend") vergleichsweise "relativ gut" dasteht (in den Morningstar-propriäteren Kriterien, also wie die halt darin ihre "risiko-adjustierte" Rendite und Kosten etc gewichten).

Wie gesagt, die Diskussion darüber, was für eine Benchmark doch die passendste für den Fonds ist, ist ein bischen am Thema vorbei (da ging es ja eigentlich allgemein um die Sterne-Ratings, und für die spielt die Benchmark eben keine Rolle). Aber gut, wenn man sich halt mal um so einen Pipifax streiten will, ja was mag denn nun die beste Benchmark für den DWS-Fonds sein?

In den anbietereigenen Unterlagen von DWS wird der MSCI World TR Net als Vergleichsmaßstab genommen, steht zwar nicht da in welcher Währung, aber Euro wär ja am sinnvollsten.

Hätte Morningstar diese Zuordnung nicht auch einfach so übernehmen können? Im Prinzip ja, leider ist es im einzelnen dann öfters mal doch nicht so ganz einfach, weil sich manche Anbieter für ihre Fonds dann doch selbst zu unpassende Benchmarks geben (natürlich meist mit dem Hintergedanken, sie dadurch einfacher übertreffen zu können um nach außen hin besser dazustehen), von daher kann ich es zumindest schon verstehen, dass sich eine externe Datenbank wie Morningstar nicht einfach so die Einordnungen der Fondsanbieter selbst so unhinterfragt übernimmt, sondern unabhängig davon eigene Kategorien mit passend(eren? Kommt halt immer auf den Einzelfall an) Benchmarks setzt, um eben auch mehrere Fonds (die vielleicht alle zur selben Kategorie gehören, aber von ihren Anbietern unterschiedliche Benchmarks bekommen haben) miteinander vergleichen zu können.

Eine direkte einzelne Fondskategorie "Aktien Industrieländer Standardwerte Blend" - für die dann auch der MSCI World als Benchmark am besten gepasst hätte - hat Morningstar übrigens garnicht, von daher ist es vielleicht auch nicht das unvernünftigste, wenn man für "Aktien weltweit" halt den ACWI als Benchmark setzt. Denn ein paar Schwellenländeraktien können und werden manche (die meisten?) "weltweiten" Fonds ja auch zumischen. Oder zumindest sich die Möglichkeit dazu offenhalten, womit dem auch Rechnung getragen wird wenn man als Vergleichsbenchmark einfach gleich den allgemeinen ACWI für alle "weltweiten" Fonds nimmt.

Wenn man am Ende darüber streiten will, ob für den herausgepickten DWS-Fonds mit seinem aktuellen Schwellenlandanteil von unter 3 Prozent nun der ACWI (EM-Anteil ca. 10 %) oder der World (Em-Anteil 0 %) der bessere Benchmark ist, kann man das gerne machen, aber was für Relevanz hat das ganze für irgendjemandem am Ende dann auch wirklich überhaupt? Für die Star-Ratings hat es jedenfalls wie gesagt keine, und für den Performancevergleich von Fonds und Indizes hat es auch keine, da der DWS Fonds wie gesagt langfristig beiden, ACWI und World, gleichermaßen in ähnlichen Größenordnungen unterperformt.

Genauso kleinlich könnte man ja auch drüber rummosern, dass wenn mans schon soooo penibel nimmt, dann auch der MSCI World selbst nicht mehr der "passendste" Vergleichsbenchmark für den DWS-Fonds ist, da auch die Ländergewichtungen innerhalb des Fonds von den Ländergewichtungen im MSCI World abweichen, in Größenordnungen die in Summe dann auch teilweise signifikanter sind als die Abweichung des EM-Anteils (also +3% ggü dem World bzw - 7% ggü dem ACWI), so ist z.B. der US Anteil im Fonds aktuell bei 61% (im World bei 66%), Japan im Fonds um 1 % ggü dem World untergewichtet, Deutschland im Fonds um 1,5 % ggü dem World übergewichtet, und so weiter, das ergibt in Summe auch alles größere Abweichungen als es z.B. der kleine EM-Anteil nun tut. Und was soll uns das am Ende für Erkenntnis bringen? Genausowenig, garnichts, das ist ne relativ nebensächliche Diskussion, ich seh den Nutzen nicht, da wie gesagt die Wahl der Benchmark keinen Einfluss auf das Rating des Fonds hätte, und selbst wenn, sich die Performance des Fonds gegenüber dem ACWI auch nicht großartig ändert wenn man ihn stattdessen mit dem MSCI World vergleicht, sondern da im allerwesentlichsten dasselbe dabei rauskommt.

Wer trotzdem noch unbedingt vergleichen will, kann ja gerne selber aktiv werden, geht sogar bei Morningstar. Einfach auf die Chart-Seite des Fonds gehen, und dort bei "Benchmarks"->"Indizes" auch noch den MSCI World mit hinzu auswählen und dann das gewünschte Zeitfenster betrachten (beachten: ACWI-Daten gibts erst seit Ende 2000), und dann sieht man... ja was eigentlich, wie gesagt auch nichts weltbewegend neues anderes? ACWI und World verlaufen langfristig relativ deckungsgleich (bis vor 09 war der ACWI mal minimal leicht vorne, ab nach 09 dann halt der World, hängt beides natürlich v.a. mit der periodenspezifischen Performance der EMs zusammen), und der Fonds hinkt langfristig beiden Indizes hinterher. Was für Erkenntnisse soll uns darüber hinaus sonst noch die Diskussion über die Frage, ob nun der ACWI oder der World der bessere Benchmark dafür ist, bringen, wenn bei beidem im Endeffekt eh am Ende ziemlich das gleiche dazu rauskommt? Haja, was solls, jetzt hab ich selbst schon mehr über das Thema geredet als ihr, und mehr als es eigentlich eh nicht verdient hätte...

Naja, wie gesagt, stellenweise war die Folge diesmal echt schwer zu ertragen. Wäre vielleicht besser gewesen man hätte die Gäste lieber jeweils getrennt in eigene Folgen geladen (aber gut, konnte ja auch niemand vorher wissen, dass die persönlich so inkompatibel sein würden), in der dann z.B. Herr Marsawah gezielt und freier über das ihn betreffende (z.B. halt Fondsratings, aber es gäbe eigentlich auch noch sicher viel mehr interessantere Sachen worüber man mal reden kann wenn man schon deutschen Chefredakteur der großen Analysehauses Morningstar zum Gespräch da hat und ausführlich ausfragen könnte, z.B. den Ist-Zustand und Zukunftsaussichten des ganzen Asset Managements allgemein) reden lassen könnte, ohne dass das in so unproduktiven "Debatten" mit Herrn Ritzau versumpft, und Herr Ritzau hätte in einer ihm eigenen Folge dann halt über das ihn betreffende reden können (keine Ahnung was auch immer, seine Tätigkeit als Honorarberater, oder seine Kritik an Fonds allgemein (siehe Buch), wie gesagt, auch wenn ich vermutlich inhaltlich wohl am meisten mit ihm zustimmen würde, hab ich von der hinterlassenen Atmosphäre des Auftrittes aber eigentlich auch garkeine Lust mehr dazu).

Ansonsten, was halt noch die mir persönliche Positionsbestimmung zum Podcast-Thema angeht...
Fonds-Ratings, interessieren mich nicht, wozu auch? Abseits von der wie oben schon gesagten eher bescheidenen zweifelhaften Prognosenutzfähigkeit, bin ich eh nicht in den Bereichen anlagemäßig aktiv, wo noch großartig rumverglichen wird weil da die Performance signifikant unterschiedlich wäre, also der Bereich aktive Fonds, welche ich ja nicht einsetze. Und bei den ETFs, welche ich nutze, habe ich mich auch nie dafür interessiert welche Sterne-Ratings die nun speziell noch haben. Wichtig ist für mich nur der Index (also wie ist der aufgestellt, was z.B. regionale und sektorielle Diversifikation angeht, Anzahl Komponenten, Auswahl- und Gewichtungsmethoden (es sollte natürlich für meine Geschmäcker möglichst "unverfälscht" passiv, also mk-gewichtet und sonst kein weiteres darin rumgepfuschte "Verschlimmbesserungen", sein), und wie gut das jeweilige ETF-Produkt dann am Ende auch noch seinen Index folgt. Und da es bei denen, wie auch hier im Blog schon besprochen, eh einen viel engeren Rahmen gibt , was die zu erwartenden langfristigen Performancedifferenzen bei den Standard-"Brot und Butter" Produkten auf die relevanten Benchmarkindizes angeht (im Ggs zu aktiven Fonds untereinander, oder Fonds ggü dem Index), ist das auch nichts worüber ich mir lange den Kopf zerbreche.

olang der ETF ein paar wenige simple Mindestvoraussetzungen erfüllt (was z.B. Ertragsverwendung, Assetvolumen, TER sollte nicht unbedingt die höchste sein (aber ich würd mich auch nicht zwanghaft immer nur auf den allerallergünstigsten verkrampfen), und TD sollte keine vergleichsmäßig allzugroßen Ausreißer sein), wäre der für mich prinzipiell schon investierbar, und dann kümmert mich am Ende auch relativ wenig/garnicht, was der dann unbedingt noch zufällig für ein Sterne-Rating bei Morningstar hat. Ein Fonds, der zu mir einfach schon vom Konzept her nicht passt, wird nicht dadurch besser dass er nun vielleicht noch 5 Sterne hätte, und ein Fonds der anhand meiner Kriterien der "passendste" (zur Abbildung/Umsetzung einer jeweiligen Assetklasse) ist, den nehm ich halt, auch wenn der bei Morningstar vielleicht mal "nur" 2 Sterne oder so hätte, das würde mich dann auch nicht weiter abhalten.


Kevin sagt am 17. August 2020

Unangenehm!

Ich bin der Meinung, dass aktive Fonds ihre Daseinsberechtigung haben. Aber den Auftritt von Herrn Masarwah fand ich schwierig. Das war ja teilweise eine Dauerwerbesendung für Morningstar und auf Kritik hat er trotzig und unprofessionell reagiert.


Christian sagt am 17. August 2020

Sehr cooles Gespräch

Ich schätze ja eigentlich Marsawah und lese Ihn immer wieder gerne aber bezüglich untergegangene Fonds sind in der Datenbank: Das mag stimmen, zumindest ich konnte einen mir bekannten wegen MegaFAIL Fonds nicht auf anhieb finden. WKN A1JUWR. Ich vermute in der internen Datenbank sind die toten Fonds wohl drin, aber leider für uns Enduser nicht einsehbar.

Grüsse
C.


Marcus sagt am 17. August 2020

Eine echt schlechte Folge, außer Gestänker von 2 Leuten kam ja nichts. Mehrwert war dadurch für mich sehr niedrig.
Gut wer Gossip mag ist bestimmt zufrieden. Auf wieder bessere Folgen :-)


Gabi Gabelstapler sagt am 18. August 2020

Autsch..... das war diesmal wohl nichts…..

.... ich denke beide Gäste haben sich absolut keinen Gefallen mit ihrem Auftritt in diesem Format getan.

Herr Masarwah hat so viel geredet, dass man irgendwann absolut den Überblick verloren hat, was er denn nun eigentlich erzählen will. Auch seine Reaktion auf das überhebliche Gelaber von Herrn Ritzau wirkte recht unbeholfen und unsouverän.

Herr Ritzau war sehr provokativ unterwegs. Aber eigentlich hatte er ja nichts zu sagen, außer dass er denkt, dass bei der Fondsauswahl nur die Kosten zählen würden. Mehr konnte ich von diesem Herrn nicht für mich mitnehmen. …. Mein ehemaliger Spark****n-Berater/Verkäufer hörte sich übrigens genauso überheblich und neunmalklug an wie Herr Ritzau…. Liegt wohl daran, dass er auch nur etwas verkaufen wollte, nämlich sein Buch. (Werde es mir sicher nicht kaufen, da Herr Ritzau mir zu laut und unsympathisch war. )

Trotz allem bin ich n großer Fan von Ihrem Podcast! (Vielen Dank dafür!)
Hoffentlich werden die kommenden Folgen wieder so gut wie die bisherigen!

Cheers!


HelloLudger sagt am 18. August 2020

Das Herr Masarwah auf die Kritik "bringt alles nix" mit Angriffen gegen manche Honorarberater reagiert statt zu sagen:

im Schnitt erwirtschaften unsere Gold bewerteten Fonds eine Outperformance von 8% gegenüber dem Vergleichsindex, unsere Silber Fonds eine von 4%.

Sagt mir alles über das Thema.


Flurry sagt am 19. August 2020

Puhhh, ich habe mich richtig unwohl beim Hören gefühlt, primär wegen dem unangenehmen Verhalten von Herrn Ritzau. Prinzipiell kommt von ihm überhaupt kein argumentativer Input sondern nur pauschales Gepampe.


John sagt am 19. August 2020

Ein unerträgliches Gespräch, beide Gäste haben sich disqualifiziert und ich habe irgendwann die Stop-Taste gedrückt. Falls ich mal einen Honorarberater in Anspruch nehmen sollte, dann sicher nicht den Herrn Ritzau. Herr Masarwah hat es mit der Eigenwerbung stark übertrieben und konnte der Kritik wenig sinnvolles entgegenhalten. Wer einen seriösen Eindruck machen möchte ("Dr." :-) ) muss im Internet ein bisschen aufpassen, wie offensiv er/sie die eigene Kritik formuliert. Es mag ja sein, dass Morning Star nur Quatsch und Tomaten produziert, aber man muss für sich als Kritiker eben überlegen ob man das auf Bild-Niveau oder etwas sachlicher anspricht. Dafür gibt es gute Bücher. Das absolute Kontrastbeispiel eines sehr hörenswerten Streitgesprächs (und fast gleichzeitig erschienen) war die Tage bei den Mikroökonomen zu hören: https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikrodiskurs008-brauchen-wir-postwachstum-um-den-klimawandel-zu-bewaeltigen/

Für Albert & Daniel dürfte das Learning der Folge sein: Den nächsten Onlinekurs zur Moderation schwieriger Gespräche belegen ;)

Für die Zuhörer und mögliche zukünftige Podcaster ist es ein super Beispiel, wie ein Streitgespräch nicht ablaufen sollte. Danke dafür, macht nichts, weitermachen! :) 93 von 94 Folgen bisher waren großartig!


Max Alpha sagt am 21. August 2020

Ich muss mir die Folge gelegentlich mal anhören. Hat jemand von euch das Buch von Ritzau gelesen? Mir ist dazu bislang der Titel "Die große Fondslüge: Falsch beraten von Finanztest, Sparkassen, Banken und Co" zu reisserisch gewesen.

Ich wundere mich immer, dass er den Bund der Versicherten nicht noch zusätzlich aufführt. Ich kann mich an ein Faltblatt des BDV aus den späten Neunzigern erinnern, in dem Misch- und Aktienfonds als Alternative zur damals sehr weit verbreiteten Lebensversicherung empfohlen wurden.
Fühle ich mich belogen, weil ich damals die Spitzenreiter aus den Fondstabellen der Stiftung Warentest gekauft habe, statt mein Geld in EM.TV Aktien oder Lebensversicherungen zu versenken? Nein, fühle ich mich nicht! Im Gegenteil, ich bin froh darüber. Und wer mit aktiv gemanagten Fonds angefangen hat, der braucht nun mal ein paar Jahre um einzusehen, dass ETF nicht für irgendeinen neumodischen Schwachsinn steht, sondern für ein besseres Produkt.

Einige wird man davon nie überzeugen können. Die wollten weiterhin ihr Fondsranking sehen. Deshalb empfinde ich das auch nicht als "grosse Lüge" sondern als Dienstleitung für diejenigen, die sich bewusst für solche Produkte entscheiden. Wer über 30 Jahre mit dem UNI RAK oder dem UNI GLOBAL gutes Geld erwirtschaftet hat, der wird oft auch dann zufrieden sein, wenn man ihm vorrechnet, dass es aber sinnvoller gewesen wäre, wenn er auf halber Strecke auf das neue Produkt ETF umgesattelt hätte.

Ich kenne Menschen, die deutlich jünger sind als ich, ebenfalls mit aktiven Fonds gestartet sind und heute auch nicht wechseln wollen. Die sind zufrieden mit ihren Fonds bei der Volksbank oder der Sparkasse, obwohl ihnen die Alternativen bekannt sind.

Gruss
Max Alpha


ChrisS sagt am 21. August 2020

@ Max

Du kannst ja mal bei Amazon mit "Blick ins Buch" das Inhaltsverzeichnis durchgehen, wenn dich das näher interessiert - im Prinzip ist da auch nix unbedingt neues dabei, was dem langjährigen Finanzwesir-Leser nicht auch von hier eh schon geläufig ist. Die Argumentationskette ist dazu ja so offensichtlich, wie bekannt, also zumindest im Passiv-Lager.

Ich fass mal ungefähr in eigenen Worten zusammen. Fonds werden vor allem über Vergangenheitsperformance verkauft, bzw. "bewertet" bei solchen Fondsratings. Dass das eigentlich Quatsch ist, weil "past performance is no guarantee..." und so, sollte eigentlich jedem klar sein, und wem das noch nicht klar ist, dem wird das halt noch mit entsprechenden Studien, wie gering die Zukunftsprognosefähigkeit von Vergangenheitsperformances bzw. Fondsratings bei lichte betrachtet eigentlich doch wirklich ist, belegt.

Fonds kosten noch verhältnismäßig viel zu viel, und die Anbieter sträuben sich solange es geht, diesen für sie lohnenswerte Einnahmequelle kundenfreundlicher zu gestalten (prima facie ist es also der Kunde selbst, der erst einfach durch die Abwanderung zu den günstigeren ETFs diesen Druck ausüben muss). Nun sind Kosten jedoch auch ein, wenn nicht gar der, Hauptverursacher für die langfristige Unterperformance aktiver Fonds (der andere ist die Selbstüberschätzung der Manager, durch eigenes Handeln es zu schaffen "besser" als der Markt sein zu können, und dadurch am Ende wohl eher durch Fehlgriffe und schlechtes Geschick dann doch meist schlechter als der Markt abschneiden). Besonders wenn diese Kosten sogar quasi schon "im Quadrat" anfallen, also die Anzahl der Mitesserschichten, die was von deinem Anlegergeld abknabbern wollen (provisionsgetriebene Vertriebsapparate, verschachtelte Dachfonds, fondsgebundene Rentenversicherungskonstruktionen, etc.) sich multipliziert, wird deine letztendliche Anlegerrendite nur noch jämmerlicher.

Dazu werden noch ein bischen die Mitverbreiter der "Fondslüge" angeprangert - dass die Fondsgesellschaften ja selber ein Eigeninteresse an diesem Zustand haben, ist ja trivial, aber auch das "Umfeld", insb. eben Finanzmagazine und Fondsplattformen, bekommen ihr Fett weg, eben weil ihre einfältige kurzfristig-vergangenheitsorientierte "Rating"-Vorgehensweise erstens keinen Nutzwert produziert (siehe oben, keine Prognose, eher nur schädliches umherschichten und teures Performance-Chasing) und zweitens meist auch methodisch einen entscheidenden blinden Fleck hat, wenn die Fonds ja wie üblicherweise eben immer nur "untereinander" verglichen werden (und damit dann der "Einäugige unter den Blinden" zum König gekürt wird), und nicht wie eigentlich sinnvoller auch gegenüber einem Benchmarkindex bzw. passiven Indexprodukten.

Dann würden die Anleger bzw. Leser ja auch viel besser schwarz auf weiß gleich sehen, wie schlecht aktive Fonds besonders langfristig eben gegenüber ihren günstigeren passiven Kollegen eigentlich abschneiden, und naja, es fällt nicht allzuschwer diese Unterlassung fast schon als bewusste Irreführung bzw. Verschwörung wahrzunehmen (insofern, als dass die Fondsanbieter und die Ratingplattformen ja quasi, wenn nicht schon unter einer Decke stecken, dann sich doch zumindest die letzteren von den ersteren dahingehend ausnutzen lassen, als dass sie den Anlegern den Vergleich und die Empfehlung günstigerer besser performender Produkte somit so lang wie möglich "verschweigen", damit sich halt die Industrie weiter wie bisher solang wie möglich mit überteuerten schlechten Produkten an unserem Anlegergeld gutverdienen kann, ohne dass die Masse es merkt).

Am Ende gibt es halt noch ein paar Handlungsempfehlungen, die nun hier auf dem Blog niemanden wirklich mehr dazu überraschen sollten. Der Anleger muss mehr Eigenverantwortung übernehmen, sich mit Bildung aufgeklären, unproduktive Mitesserschichten und irreführendes Mediengebimmel so weit es geht minimieren und investieren tut man, nach obiger Erkenntnis über die Eigenschaften und Ergebnisse des möglichen Produktspektrums, eben natürlich dann am besten gleich in einfache, günstige passive Indexfonds/ETFs, baut sich damit ein simples breit diversifiziertes Portfolio auf, und hält dass dann möglichst lange und unbeirrt konsequent durch. Fin.

Alles richtig, alles wichtig, wie gesagt "für uns hier" eigentlich schon so alt bekanntes und oft genug wiederholt durchgekautes, dass es eigentlich fast schon "langweilig" trivial ist, aber hey, Zielgruppe sind ja auch eher die Neulinge, Anfänger und Einsteiger, denen sowas noch nicht bewusst ist. Die prinzipielle Argumentationslinie des ganzen ist jedenfalls insofern recht "orthodox", als dass es hier wohl fast jeder so mit unterschreiben könnte, oder zumindest schwerfällt, dagegen dann noch "für" aktive Fonds (als Segment als solches insgesamt, eben nicht nur ein paar wenige willkürlich herausgepickte Einzelbeispiele) argumentieren zu wollen (rein unter Performancegesichtspunkten jedenfalls, mal so "Bequemlichkeitsaspekte" wie "och ich hab die jetzt nun halt schon jahrelang und damit ist das Thema für mich erledigt, keine Lust mich noch um was neues zu kümmern" etc. aussen vor gelassen). Aber wie gesagt, große Diskussionen dazu sind ja am Ende zwischen den verschiedenen Anlegern auch eh müßig. Warum sollte ich jemanden, der schon in Fonds angelegt ist und damit ziemlich "zufrieden" ist, dass auch noch zwanghaft nun ausreden wollen? Ach nö, man kann ihnen halt vielleicht nur höchstens die möglichen Alternativen aufzeigen, aber entscheiden müssen sie sich davon am Ende immer noch selbst, eben für das was halt am besten zu ihnen individuell passt. Ich würde meine Energie eher auf Leute konzentrieren, die selber noch Fragen haben, denen was unklar ist, oder die noch garnicht überhaupt investiert sind, bei denen erreicht man damit ja auch die meiste Hilfe und Fortschritte :-)

Wie gesagt, schade dass der Gast, mit dem ich ansonsten wohl inhaltlich am meisten auf einer Linie liegen würde, leider im Gespräch für mich persönlich den unangenehmsten Eindruck hinterlassen hat, bzw. man hätte die beiden vielleicht besser getrennt zu jeweils eigenen Themenfolgen drannehmen können. Aber hey, andere Hörer fanden wohl auch den Herrn Marsawah nicht besonders überragend, tja da sieht man mal wieder wie individuell die Geschmackssachen doch sind. Auch schade, dass im Gespräch viel zu sehr über das Trennende eine unnötige "Gegnerschaft" aufgebaut wurde, welche eine gegenseitige Streithaltung befördert hatte statt eine für die Zuhörer erkenntnisgewinnende Beitragsgemeinsamkeit. Denn so weit auseinander wären die beiden in den sonstigen Kernfragen ja ncht gewesen, hätte man das Gespräch eher dahin gelenkt.

Klar, Anlassthema war halt, sich mit Fondsratings kritisch auseinanderzusetzen, und da Herr Marsawah in seiner Funktion als Vertreter von Morningstar, also einem Fonds-Rater, natürlich in die Position gerückt wurde, hierzu diesen Aspekt seines Arbeitgebers nun auch mit rechtfertigen zu müssen, wurde eine Angreiferrolle und Verteidigungshaltung abgesteckt, um die sich der ganze Rest des Gespräches dann gedreht hat. Aber mal davon weg, ist es ja schließlich auch bei Morningstar eigentlich schon so, dass regelmäßig in Artikeln (und natürlich insbesondere explizit im dazu gemachten "Active Passive Barometer") die überwiegende langfristige Überlegenheit (was die Out/Unterperformance aktiver ggü passiver Fondskategorien angeht) von Indexanlagen längst immer wieder beschrieben und dargestellt wird (lol, Morningstar hat ja sogar auch schon eigene Indexfamilien für ETFs zum Nachfolgen aufgelegt).

Klar, man kann am Ende noch immer offensivere Forderungen dazu stellen, so von wegen dass müsste noch viel deutlicher so präsentiert und hervorgestellt werden, und warum denn Fonds für die Sterne weiterhin nur untereinander verglichen werden und nicht endlich auch gegenüber einem Index (was wie gesagt dann am Ende wohl dazu führen soll dass eigentlich fast jeder Fonds nur noch ein Stern bekommen kann, und jedes Indexprodukt demgegenüber immer fünf Sterne hätte - wie gesagt, wenn man überhaupt was von der Sinnhaftigkeit der "Sterne"-Bewertung an sich schon hält), und dahinter weiter die böse Verschwörung und absichtliche Irreführung zum Schaden der armen unbedarften Anleger vermuten, aber hey, da können sich dann andere weiter drum streiten, mich interessiert das ja nicht mehr da ich die Sache für mich schon geklärt habe (aktive Fonds interessieren mich generell nicht, Sterne-Ratings für aktive Fonds daher auch nicht, Morningstar nutze ich höchstens als nettes Analyse-Tool zum rumspielen und zur Faktenfindung, aber nicht weil ich mir von denen noch spezielle Performance-Prognosefähigkeiten oder Anlageempfehlungen für Produkte die ich eh nicht brauche erwarte). :-)


ETFischer sagt am 21. August 2020

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Hat jemand von euch das Buch von Ritzau gelesen? Mir ist dazu bislang der Titel "Die große Fondslüge: Falsch beraten von Finanztest, Sparkassen, Banken und Co" zu reisserisch gewesen.

Das ging mir genauso, allerdings gab es das Buch (Ausgabe 2016) in der örtlichen Bibliothek. Im Kern kann ich viele Auffassungen teilen (passive, diversifizierte ETF-Anlage, Probleme der "Garantieprodukte", Interessenkonflikt bei Provisionsberatung). Ich vermute mal, Albert geht es ähnlich, denn der Titel findet sich auch in der Buchliste des Finanzwesirs.

Andererseits empfinde ich den Stil im Buch doch auch schon sehr "aufdringlich" und "missionarisch". Die Texte lesen sich flüssig und werden kaum unterbrochen durch komplizierte Datenreihen, lassen aber für mich auch wenig Raum zum Nachdenken und kritischen Reflektieren.

Der Autor ist sich seiner Sache sehr sicher, Platz für Grautöne bleibt kaum: So war er z.B. 2016 überzeugt, dass sich das "Provisionssystem in Luft auflösen" würde, wenn dem Kunden die versteckten Kosten ebenfalls präsentiert werden müssten. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass das mit MiFID II der Fall sei - und dennoch finden "Bankberater" weiterhin Kunden. Es finden sich öfters Formulierungen wie "es kann doch nicht sein, dass …".

Ganz allgemein sind die Privatanleger für Herrn Ritzau scheinbar nur Opfer, die durch fiese Tricks der Banken und Vermittler in die Irre geführt und gemolken werden. Dass die Anleger eventuell auch einen Teil der Verantwortung tragen, indem sie sich nicht informieren, kommt im Buch nach meiner Wahrnehmung eher weniger vor.

Zusammenfassend würde ich sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht. Das Buch eignet sich eventuell für Leute, die bislang in "klassische" Fonds investiert haben und die nun "zum Licht" geführt werden sollen. Andererseits empfand ich da "den Kommer" stylistisch angenehmer und vom Grundansatz her auch überzeugender.


Gordon sagt am 22. August 2020

Ich muss mir die Folge gelegentlich mal anhören. Hat jemand von euch das Buch von Ritzau gelesen?

@Max Alpha

Ich habe es vor einiger Zeit gelesen. Reißerisch ist eigentlich nur der Titel. Es enthält einige interessante Statistiken (z.B. Kosten korrelieren mit Rendite bei aktiven Fonds), einige interessante Interviews, negative Beispiele aus dem Genossenschafts- und Sparkassensektor und widmet sich im Besonderen den Ratings und auch den Fondslisten im Finanztest. Kommer zitiert durchaus in seinem Werk aus diesem Werk.

Ich würde sagen: Das ist sehr gute Literatur für Menschen, die in aktiven Fonds stecken. Diese Klientel wird auf den richtigen Weg (ETF, MSCI World) gebracht. Die Schwäche aktiver Fonds werden sehr gut dargestellt (für viele Menschen sicher einfacher als im Kommer). Für die Auswahl einer besseren Strategie ist dann doch der Kommer oder unser Hausherr die bessere Wahl.

Fühle ich mich belogen, weil ich damals die Spitzenreiter aus den Fondstabellen der Stiftung Warentest gekauft habe

Ritzau tappt hier den M&G Global Basic aus, der wenn ich ich recht erinnere, zur Jahrtausendwende immer ganz oben auf den Finanztestlisten stand. Ich kann mich auch erinnern, dass Bekannte von mir da hinein investiert haben. Seitens Finanztest würde ich schon erwarten, dass Sektorenfonds nicht mit globalen Aktienfonds verglichen werden. Ich würde nicht sagen belogen sondern ganz eher nicht vollumfänglich informiert und nicht perfekt verglichen.

Gruß
Gordon


Max Alpha sagt am 23. August 2020

@ETFischer und ChrisS

Danke fuer die Infos.

Gruss
Max Alpha


Max Alpha sagt am 23. August 2020

@Gordon

Ich will die Stiftung Warentest auch nicht in Schutz nehmen. Es stimmt schon, dass man das Elend der Fondstabellen recht gut beobachten konnte. Mir ist da besonders der DWS Vermögensbildungsfonds I in Erinnerung geblieben. Einst ein echter Überflieger und dann -als ich ihn im Depot hatte- ein absoluter Rohrkrepierer. Spätestens mit der Finanzkrise hat die Stiftung Warentest nach meiner Erinnerung dann aber schon recht intensiv für ETF getrommelt. So bin ich dann auch bei ETF gelandet.

Ich finde es aber in Ordnung, dass diese Fondsrankings noch immer erstellt werden. Es scheint noch immer Interessenten dafür zu geben, wenngleich es in diesem Bereich deutlich ruhiger geworden ist. Vor einigen Jahren gab es in der FAZ regelmäßig noch den „Fondsbericht“, das ist aber mittlerweile vorbei. Auch die „Lipper Leaders“ sind, wenn ich nicht zu oberflächig gelesen habe, in der FAZ mittlerweile Geschichte.

Gruß
Max Alpha


Ingo sagt am 24. August 2020

Finanzwesen rockt: viele gute Folgen, selten ein wenig uninteressant, aber diese Folge war richtig schlecht.
Ich glaube es wäre für alle beteiligten besser gewesen, wenn die Folge nicht veröffentlichen worden wäre.
Auch ein neues Aufzeichnen nach einer Pause hätte eine gute Entscheidung sein können.
Beide Gesprächspartner haben durchaus valide Punkte. Leider reden sie konsequent aneinander vorbei.
Bei Finanzwesir und -rocker hat man den Eindruck der Sprachlosigkeit.

Vielen Dank noch an ChrisS, der Kommentar ist um längen besser als die Folge.


Geduld+Spucke sagt am 26. August 2020

Nachdem hier doch viel negative Kritik geäußert wurde, möchte ich mal ein paar lobende Worte für diese Folge einbringen. Ich fand das Thema sehr interessant, das Gespräch hat auch einiges an Erkenntnissen geliefert. In der Mitte lief das Gespräch zwar etwas turbulent, wurde aber von den Moderatoren wieder gut eingefangen und zu einem guten Ende geführt. Eine nicht ganz einfache Gesprächssituation wurde so gemeistert.

Ein Aspekt spielt in meiner Bewertung übrigens keine Rolle, nämlich wie sympathisch die Gäste gewirkt haben. Das ist mir echt egal. Ich finde, dieser Podcast sollte keine Einschlafhilfe sein, sondern vor allem Informationen liefern, die uns weiter bringen. Da ist Sympathie und eine "wir haben uns alle lieb" Einstellung keine Vorraussetzung. Und ich hoffe, daß sie es in der Zukunft auch nicht wird.

Da es in der Mitte der Folge etwas emotionaler wurde, hier noch mal eine Zusammenfassung der aus meiner Sicht wichtigsten Erkenntnisse. Die Moderation wird nicht durchgängig notiert, sondern nur an einigen neuralgischen Punkten.

Herr Masarwah:

Sternerating:

Sind die risikoadjustierte Vergangenheitsrendite. Ihnen werden von Morningstar keine Vorhersagekraft zugeschrieben obwohl Herr Masarwah persönlich etwas optimistischer ist.

Analyst Rating: Liefert schon eher eine Prognose über die Zukunft

Komponenten Analyst Rating:

  1. vergangene Performance
  2. Wiederholbarkeit möglicher Outperformance
  3. Qualität des Managements
  4. Kosten

Abstufungen Analyst Rating:

  • negtiv
  • neutral
  • bronze
  • sliver
  • gold

Mein Kommentar an dieser Stelle: Bemerkenswert, daß das Rating drei Abstufung oberhalb von neutral, aber nur eine Abstufung unterhalb neutral kennt. Obwohl ja die Mehrheit der Fonds den Index nicht schlägt.

ESG

Bewertung nach ethischen Kriterien.

Antworten Herr Ritzau

Performance der Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft

Daher ist das Sternerating für die Anlegerentscheidung unbrauchbar.

Kommentar: Dies deckt sich zu großen Teilen mit den Aussagen von Herr Masarwah.

Das Analyst Rating enthält zunehmend quantitatve Anteile

Antworten im Einzelnen:

  1. Vergangene Performance hat keine Prognosekraft
  2. Damit fällt auch die Bewertung einer Wiederholbarkeit der Performance
  3. Qualität des Managements ist irrelevant
  4. Kosten haben eine hohe Prognosekraft
ESG

ESG kann sinnvoll sein. Probleme liegen jedoch in der Definition des Wertesystems. Beispiel Nestle: Baut zwar keine Waffen, kommerzialisiert aber die Wasserversorgung.

Kritik Herr Masarwah Masarwah

Herr Ritzau würde pauschal alles "vom Tisch wischen", was Herr Masarwah gesagt habe und beginnt eine Diskussion über das Geschäftsmodell von Herrn Ritzau.

Kommentar: Meiner Einschätzung nach ist Herr Ritzau recht spezifisch auf die Punkte von Herr Masarwah eingegangen. Zudem sind Thesen wie "Performance der Vergangenheit taugen nicht für die Vorhersage der Zukunft" nichts, was jetzt komplett überraschen könnte oder als Zeichen einer kompletten Antihaltung gegenüber Herrn Masarwah verstanden werden könnte.

Ab hier geht die Diskussion jetzt so ein bißchen den Abhang hinunter.

Empfehlung von Herr Ritzau

  • Kosten niedrig halten
  • breite Diversifikation
  • keine unnötige Risiken

Antwort Herr Masarwah

  • Sterne Rating waren nur erste zaghafte Versuche
  • Honorarberater beuten ihre Kunden mit hohen Gebühren aus

Herr Ritzau

Viele Fonds - z.B. Multi Strategy Fonds - haben keine Benchmark.

Herr Masarwah

Behauptet das Gegenteil, führt aber die Nebenbedinung ein, daß der Fonds ein Sternerating haben muß. Obwohl oben ja noch gesagt wurde, daß das Sternerating insgesamt nicht sooo relevant ist.

Herr Ritzau

Beispiel: DWS Concept Kaldemorgen hat keine Benchmark

Herr Masarwah

Herr Masarwah gibt zu, daß dieser Fonds keine Benchmark hat, weil er ja auch kein Sternerating hat. Er findet es aber auch nicht schlimm.

Ab hier fängt Daniel die Diskussion ein und setzt sie wieder zurück auf das richtige Gleis

Daniel

Betrachten wir die Sicht des Anlegers! DWS Concept Kaldemorgen hat ein Silver Rating, keine Sterne und keine Benchmark. Was sagt das dem Anleger?

Herr Masarwah

Es handelt sich um "alternative Fonds", die kein Sternerating bekommen, weil die Performancebewertung sinnlos ist.

Morning Star Tools erheben nicht den Anspruch eine Beratung zu ersetzen und sind nicht das alleinige glückseeligmachende Ding.

Kommentar: Meine Frage an der Stelle wäre: Auch in das Analyst Rating geht in zwei Punkten die Performance des Fonds ein. Wieso bekommt der Fonds also kein Sterne Rating aber dennoch ein Analyst Rating?

Daniel

Daniel zieht die Diskussion wieder auf die Kernfrage der Folge zurück: Wie sieht eine sinnvolle Nutzung des Tools für private Anleger aus?

Herr Masarwah

Man kann einen Newsletter abonieren. Das Tool ist nichts für Anfänger, die in Eigenregie ein Depot zusammenstellen. Es ist nur ein Hilfsmittel. Es ist nur ein Baustein.

Kommentar: Wir wissen nun also, was es nicht ist. Aber was es ist, bleibt leider offen.

Letzter Versuch von Daniel

Wie wählen Sie (Herr Masarwah) ihre eigenen Fonds aus?

Herr Masarwah

Erster Schritt über Sternerating, eventuell contrazyklisch (!). Nach dem Manager, dem Rendite/Risiko Verhältnis, dem Sharpe Ratio, verschiedene qualitative / quantitative Kriterien.

Kommentar: Na ja, ein Versuch war die Frage wert.

Mein Fazit

Die wichtigen Aspekte der ursprünglichen Frage "wofür brauche ich Ratings" sind auf's Tablett gekommen. Im Mittelteil bewegte sich die Diskussion auf Nebenschauplätzen. Zum Ende hin hat die Moderation die Diskussion wieder auf ihren Kern zurückgeführt und mehrfach nachgebohrt, welchen praktischen Nutzen Ratings für Anleger haben. Daß dabei keine sehr produktiven Antworten mehr gekommen sind, liegt nicht in der Verantwortung der Moderation. Man kann auch vermuten, daß es auf diese Fragen vielleicht keine befriedigenden Antworten gibt. Das wäre zumindest naheliegend.


Jan sagt am 27. August 2020

Ich lese und höre blog und podcast seit einigen Jahren. Diese Folge hat mir nicht gefallen. Die diskussion war zu unsachlich, das hat herr ritzau ausgelöst. Herr Masrawah wurde davon total überfahren. Er war aufgeregt und ist kein talk-profi.

Die Moderation war insgesmt überfordert, ihr seid doch keine Maischbergers. Albert war parteiisch.

Ein Versuch war es wert, allemal. Aber was bleibt : Die Folge hat die Grenzen des Formats aufgezeigt, da müsst ihr echt nicht mehr drüber.


Gordon sagt am 27. August 2020

@Geld+Spucke

Danke für die Zusammenfassung! Das Thema war fast zu komplex für einen Podcast. Spätestens als es um die Performance des Vermögensbildung I ging, hätte ich mir eine Grafik gewünscht.

Wie wählen Sie (Herr Masarwah) ihre eigenen Fonds aus?

eventuell contrazyklisch (!)

Mir ist an der Stelle noch aufgefallen, dass Hr. Masarwah durchaus vorgibt, auch in ETF's zu investieren. Den Anteil der ETF's an seinen Assets konnte ich nicht heraushören. Er spricht für ihn, dass er das so darstellt.

Gruß
Gordon


Geduld+Spucke sagt am 29. August 2020

@Gordon Gerne geschehen.

Ist ein sehr elementares Thema, das and die Grundfesten der eigenen Anlagephilosophie geht.

Den Anteil der ETF's an seinen Assets konnte ich nicht heraushören.

Er meinte sogar, daß der Löwenanteil seines Portfolios ETFs sei (ca. Minute 72). Was mir nicht klar ist, warum er dann so extrem empfindlich auf die Kritik von Herrn Ritzau reagiert hat.


ChrisS sagt am 31. August 2020

@Gorden / G&S

Klingt wohl nach sowas wie "Core-Satellite" Ansatz. Das "Kern-Portfolio" des Hr. Masarwah liegt in Indexfonds/ETFs (das konkrete Beispiel, warum es aufgrund der Out/Unterperformanceverteilung für den amerikanischen Fondsmarkt keinen Sinn macht, dort noch auf Aktive und nicht einfach gleich auf den Index zu setzen, hat er ja schon genannt, und es ist anzunehmen, da dass ja in anderen effizienten/entwickelten Märkten (Europa etc.) nicht groß anders ist, dass diese auch über Indexfonds/ETFs abgedeckt werden, also die wahrscheinlich den Hauptteil seines Portfolios ausmachen), und um diese Basis herum wird dann noch für bestimmte Nischen/Spezialitäten (wo man halt meint, das aktives Investieren noch Vorteile hätte, bzw. überzeugt ist, ein paar "gute" Fonds gefunden zu haben) aktive Fonds eingesetzt für zusätzliches "Chancenpotential" o.ä.

Davon kann man ja halten was man will, es ist aber jedenfalls keine allzu unübliche Vorgehensweise, sondern schon so verbreitet, dass es dafür zumindest schonmal einen Namen gibt, und haja, dass sich ein Vertreter einer Fondsdatenbank nun völlig komplett frei vom Einsatz aktiver Fonds losgelöst ist, hätte ja vielleicht auch niemand wirklich erwartet :-D


Michael sagt am 09. September 2020

Für mich eine sehr unangenehme Folge. Obwohl ich Inhaltlich Herrn Ritzau um einiges näher stehe, weiß ich nach dieser Podcast Folge, dass ich von diesem Herrn definitiv kein Produkt erwerben werde, sei es Buch noch Beratung.

Seine dermaßen auf Krawall gebürstete Argumentation mit dem Vorschlaghammer macht diesen Herrn nicht sympathisch und jegliche Diskussion unmöglich. Auch die von ihm gelieferten Informationen gehen gegen null.

Diese Pauschalaussagen hat wohl jeder, der sich schon etwas mit dem Thema beschäftigt hat, schon mal gehört.


Geduld+Spucke sagt am 09. September 2020

@Michael

Nun, über Sympathie kann man schwer streiten, hier hat jeder seine persönliche Sicht.
Aber, was genau meinst du mit Vorschlaghammer und Pauschalaussagen? Möchtest du vielleicht ein paar Beispiele nennen?


Gordon sagt am 10. September 2020

Seine dermaßen auf Krawall gebürstete Argumentation mit dem Vorschlaghammer macht diesen Herrn nicht sympathisch und jegliche Diskussion unmöglich. Auch die von ihm gelieferten Informationen gehen gegen null.

Diese Pauschalaussagen hat wohl jeder, der sich schon etwas mit dem Thema beschäftigt hat, schon mal gehört.

@Michael

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Aussagen so auch von Prof. Weber oder Dr. Kommer kommen würden. Nur eben etwas höflicher verpackt.
Hr. Ritzau geht in seinem Buch mehrere Ratings durch und kommt zu dem Schluss, dass diese nicht nützlich sind. Aus seiner Sicht kann er ja im Podcast nicht sagen, dass die Morningstar Ratings nun doch etwas bringen. Hr. Masarwah hätte das Buch lesen und sich argumentativ darauf vorbereiten müssen.


DA sagt am 16. September 2020

Bei dieser Folge kann ich mir diese Redewendung nicht verkneifen:
Unter den Blinden ist der Einäugige König. Wenn Fonds nur unter sich verglichen werden ('Best in class'), ohne Benchmark, dann ist das Rating nicht aussagekräftig. Man kann es in der Tat höflicher verpacken, muss man es nicht. Die Reaktion von Herrn Masarwah war dann auch eine persönliche Attacke und keine sachliche Auseinandersetzung.


Colic sagt am 30. September 2020

Mein Fazit:

Bestätigung: Honorarberater oder Rating Agenturen braucht NIEMAND.


Max Alpha sagt am 04. Oktober 2020

Falls hier Fragen offen geblieben sind, kann das Thema noch vertieft werden:
https://www.youtube.com/watch?v=7ccz06vODYg

Gruß
Max Alpha


Presskoppweck sagt am 08. Oktober 2020

Herr Masarwah bestätigt in dem YT-Video die alte Weisheit "Wenn der Hund nicht geschissen hätte, hätte er den Hasen gekriegt".
Oder um es mit seinen Worten zu sagen (Min 19:50) "Wenn die Kosten von aktiv verwalteten Fonds nicht so hoch wären wie sie sind, wären auch die Performanceprognosen aktiv verwalteter Fonds besser".
Er zielt darauf ab, dass von den 25% der günstigen Fonds einige doch besser als der Markt performen, aber (Min 22:10) "Es ist leider für viele Anleger eine theoretische Überlegung, weil viele kommen gar nicht an die günstigen Fonds heran".
Den hohen Researchaufwand um die "günstigen" Fonds zu identifizieren unterschlägt er ehrlicherweise nicht. Ich habe nicht die ganze Stunde gehört, die Ausschnitte die ich gehört habe reichen mir aus um meine Schlüsse zu ziehen.
Den Podcast habe ich übrigens gar nicht angehört, ich mag Podcasts nicht, das Thema roch mir zu sehr nach Krawall und die Kommentare bestätigen meine Befürchtungen.


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