04. Oktober 2021


Smørrebrød statt Hungertuch - El Dinero Folge 9

Eine weitere Folge mit Stefan Eck. Dieses Mal sprechen wir über Staats- und Stiftungsfonds. Egal ob Norwegen, Schweden, China oder die Öl-Emirate Staatsfonds sind en vogue. Sie sammeln Milliarden ein - die Norweger haben sogar mehr als 1.000 Milliarden in ihrem Fonds - und wir haben uns gefragt: Was machen die mit dem ganzen Geld?

In dieser Podcast-Folge sprechen wir über den Norwegischen und den Schwedischen Staatsfonds und den Stiftungsfonds der Universität Yale. Ist das nur Voyeurismus, oder können wir als Privatanleger tatsächlich operativ etwas lernen von diesen Kolossen?
Wir glauben schon.
Die beiden Staatsfonds verwalten und vermehren einen Teil der Rentenansprüche der Bürger ihrer Länder und der Yale-Fonds finanziert mit regelmäßigen Überweisungen einen Teil des Budgets der Universität.
Im Kleinen sind das auch die Anforderungen an ein privates Wertpapier-Depot.

Grundsätzlich strategisch stellt sich die Frage nach dem Rentensystem. Kann das so bleiben oder müssen wir in Deutschland nicht ebenfalls einen Staatsfonds einrichten, so wie es die FDP zur Bundestagswahl vorgeschlagen hat?

Unsere Themen

  • Wie sind die drei Fonds aufgebaut, was sind ihre Ziele und in welche Assetklassen investieren sie? Was können wir hier lernen in Bezug auf Diversifikation, Anlagestrategie und Kostenbewusstsein?
  • Brauchen wir auch einen Staatsfonds nach dem Konzept der Norweger oder Schweden? Spoiler: Ich bin strikt dagegen.
  • Was können wir als Privatanleger kopieren? Gibt es Musterportfolios, die wir übernehmen können? Ja, da gibt es was. Allerdings, das sei gleich gesagt: Yale mit seinen knapp 50 Prozent an Hedge Fonds und anderen aktiven Investments lässt sich nur sehr schlecht in ein ETF-Format pressen. Der Norwegische Staatsfonds dagegen lässt sich gut mit zwei bis drei ETFs nachbauen.

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(awa)

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Kommentare

Peter sagt am 04. Oktober 2021

Das Problem an jeder Form von Staatsfonds ist dass es Begehrlichkeiten weckt. Nicht nur was das Geld selbst anbelangt (Irland wurde ja schon angesprochen) oder heimliche Wirtschaftsförderung (Türkei) sondern auch die Förderung irgendwelcher Moral zulasten der Rendite (Norwegen) sowie als deutsche Paradedisziplin die Versorgung abgehalfterter Politiker und Staatssekretäre. Deshalb bin ich gegen einen zentralen Staatsfonds. Nur wenn das Geld von Anfang bis Ende dem Bürger Müller gehört und unter seiner Kontrolle steht, ist auch garantiert dass es für den Bürger Müller arbeitet.

Insofern ist ganz klar was die beste Lösung wäre: ein steuerfreies Depot mit freier Auswahl des Anlagevehikels nach Präferenz des Bürgers. Das ganze kombiniert mit einem Arbeitgeberzuschuss sowie für die unteren Einkommensklassen einem Staatszuschuss damit das Depot auch eine gewisse Masse erreicht.
Das hat natürlich das Risiko dass der Bürger seine Rente mit GME verzockt, aber wir sind ja schließlich alle Erwachsene. Mit diesem Kontrollverlust muss die Politik leben können


AlterNomade sagt am 07. Oktober 2021

Beitragszahler oder Steuerzahler: Wer zahlt was im Rentensystem?

Denn schon heute zahlt die Rentenversicherung nicht nur Renten und Reha-Maßnahmen, sondern auch Leistungen des sozialen Ausgleichs – zum Beispiel Mütterrenten. Diese Leistungen für die gesamte Gesellschaft sollten sachlich richtig nicht aus Beiträgen der Versicherten, sondern aus Steuern finanziert werden.


Vincent K. sagt am 06. Oktober 2021

Heyhey,
Daniel, das Ding im ÖD ist die VBL (nicht VDL). Wie hast du denn dein Geld da wieder rausbekommen? Frage für nen Freund.. ;-)


Finanzrocker sagt am 08. Oktober 2021

Hi Vincent,

ha, danke für die Verbesserung. Du hast völlig recht, es ist die VBL. Kam wohl durch den Bahnstreik und die GDL. ;-)

Wenn Du nicht volle 5 Jahre eingezahlt hast, kannst Du das Geld wieder zurückfordern. Erst ab 5 Jahren bist Du lebenslang dort drin und bekommst die gesammelten Punkte als Betriebsrente ausbezahlt. Da ich nur 4 Jahre im öffentlichen Dienst angestellt war, hätte ich von dem bezahlten Geld erst profitiert, wenn ich künftig nochmal im ÖD arbeite. Sonst hätte ich auch keine Betriebsrente bekommen. Die gibt es erst ab 5 Jahren Beschäftigung. Deswegen habe ich das Geld zurückgefordert und es selbst angelegt.

Viele Grüße Daniel


Frank Krause sagt am 11. Oktober 2021

@Peter
So wird in Australien die Rente (Super genannt) geregelt.
Der Arbeitgeber zahlt 8-9% des Bruttogehaltes in das Super ein. Hierfür gibt es Anbieter (Banken), die verschiedene Optionen der Anlage bieten (risikoreich, risikoarm, selbst-organisiert). Dieser % Anteil steigt im Arbeitsleben, der Arbeitnehmer kann ebenso dazuzahlen.

Zugriff auf das Konto ab ca. 60 (mein letzter Stand). Man kann jederzeit in sein Super Konto schauen und sieht seine Rente steigen. Geht man dann in Rente, dann hat man die Eigenverantwortung (!!) mit diesem Geld auszukommen.


Hans sagt am 28. Oktober 2021

Ich würde gerne in ein Portfolio vergleichbar dem norwegischen Pensionsfonds bzw. dem schwedischen AP Fonden 7 bzw. AP7-Aktienfonds investieren. Geringstmögliche Kosten sind mit Bestandteil der Gesamtstrategie und Renditebringer. Leider ist dies in Deutschland nicht möglich da ein solches Angebot ohne Gewinnerzielungsabsicht seitens der Fonds- bzw. Vermögensverwalter quasi zum Selbstkostenpreis staatlich organisiert werden müßte. In Deutschland überläßt der Staat diesen Bereich der Finanzbranche zum Nachteil der deutschen Bevölkerung und deren Altersvorsorge.


WiHi sagt am 29. Oktober 2021

Hallo Finanzwesir,
eine kleine Bemerkung zu eurem letzten Podcast, in dem ihr über die Notwendigkeit einer Rentenreform diskutiert habr. Insbesondere Daniel hatte häufiger die Wendung "bei uns in Deutschland"... angeführt. Dies suggeriert, dass in anderen Ländern das Problem besser gelöst ist und die Bürger einsichtiger sind.

Die USA haben (wohl) immer ein anderes System gehabt, daher nicht zu vergleichen.
Dass ein Vergleich mit Norwegen nicht sinnvoll ist, habt ihr festgestellt.

Das schwedische Modell wird als erstrebenswertes dargestellt. Ja, aber auch dazu:
Die Schweden haben es nicht aus weiser Voraussicht eingeführt, sondern aus zwingender Notwendigkeit. Schweden war über viele Jahrzehnte das Vorbild des sozialen Wohlfahrtsstaates, mit einer rundum Versorgung der Bürger.
Finanziert wurde es durch extrem hohe Steuern. Angeblich sollte Astrid Lindgren über 100 % Steuer zahlen. Unter anderem haben viele vermögende Schweden ihren Wohnort ins Ausland verlegt.
Anekdotisches Beispiel: Als wir vor Jahren im Urlaub im österreichischen Seefeld waren, sind wir mit einem Unternehmer ins Gespräch gekommen, der kurz vor dem Verkauf seines Unternehmens nach Österreich umgesiedelt ist. Der Grund: Es wäre sonst ein hoher, zu versteuernden Betrag angefallen.
Aber letztlich war dieses Versorgungssystem nicht mehr zu finanzieren.

Frankreich - vielleicht von der Größe und wirtschaftlicher Bedeutung mit Deutschland zu vergleichen. Bis zu einem gewissen Grade auch rundum Versorgung, wenn daran etwas geändert werden soll, steigen die Menschen auf die Barrikaden.
Die von Macron angekündigten Änderungen sind im Sande verlaufen. Jetzt soll versucht werden, wenigstens das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 anzuheben.
Wobei einige Berufsgruppen wesentlich früher in Rente gehen. Das Rentensystem ist das am höchsten verschuldete.
In Polen liegt das Renteneintrittsalter für Frauen bei 60, für Männer bei 65.

Im Zusammenhang mit demographischen Wandel folgendes:
In der Generation der in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Geborenen begann die überwiegende Mehrheit der Menschen ihre berufliche Tätigkeit nach der Volksschule, mit 14 Jahren.
Einige nach der Realschule mit 16. Manche auch schon mit 15 (Kurzschuljahre).
Abiturabschluss hatte 5 % der Schüler. Das hieß: Berufseinstieg mit 25, 26.
In der Generation der in den 60er Jahren geborenen hatte knapp die Hälfte der Schüler das Abitur, die allgemeine Schulpflicht wurde auf 10 Jahre angehoben. Das hieß: Frühester Berufseintritt mit 16.
Und die aktuelle weitere Erhöhung des Alters beim Berufseintritt - und zwar auf allen Ebenen - ist bekannt.

Grüße
WiHi


Matthias K sagt am 30. Oktober 2021

@ Hans: Wenn es ein entsprechendes Produkt nicht gibt, bau es Dir selber nach. Scheint ein 70% Aktien und 30% Anleihen-Ansatz zu sein (die 3% Immobilien kann man wohl vernachlässigen), der größtenteils aus Blue Chips besteht. Sollte man recht kostengünstig nachbauen können, und wenn es nur ein MSCI-ACWI und ein globaler Anleihenfond ist.

Die Frage ist allerdings, warum man das tun will. Das der Fond in den letzten 20 Jahren überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat, ist kein Hinweis, das das auch in Zukunft so sein wird. Die Norweger haben auch den Aktienanteil während dieser Laufzeit von 40 auf 70% erhöht.
Die Strategie der Norweger hingegen, die Entnahme auf 3% zu deckeln, ist vernünftig und dürfte wohl auch nachhaltig sein.
Der Norweger Staatsfond ist ein Fond von Norwegen für Norwegen. Er ist so wie er ist, aus zwei Gründen:

  1. Der Fond hat eine unbegrenzte Laufzeit, er kann (und soll) unbegrenzt bestehen, während dein Investmenthorizont deutlich kürzer ist.
  2. Der Fond ist so groß, das er 15% des Haushalts ausmacht. Das heißt, das bei einem Crash von 20% mal eben 3% des Haushalts wegfallen, was für einen Saat recht unangenehm ist, auch weil die Steuereinnahmen ja mit den Fonderträgen in Krisenzeiten hoch korrelieren (Wirtschaftskrise Weltweit -> Wirtschaftskrise in Norwegen/geringere Steuereinnahmen + niedrigere Fonderträge)

Diese Schwankungen möchte man gering halten, was für dich evtl weniger wichtig ist.
Du bist aber nicht Norwegen. Du bist Hans.
Zu den Kosten: Ein 70/30 Portfolio mit ähnlichen Eigenschafen bekommt man schon für unter 0,2% TER im Jahr zusammen gebastelt. Ich gehe nicht davon aus, das Norwegische Beamte das billiger hinbekommen, schon gar nicht, das in Deutschland ein entsprechendes staatliches Produkt zu dem Preis angeboten werden kann. Und du hättest bei einem staatlichen Produkt keine Mitsprache. Norwegen hat den Aktienanteil von 40 auf 70% erhöht, das ist dann ein völlig anderes Produkt. Der Fond würde verwaltet von den Politikern, die in 10, 20, 40 Jahren regieren. Will man das?


Finanzwesir sagt am 01. November 2021

@Matthias K: Danke für Deinen Kommentar.
@Hans: Was hältst Du von Matthias' Vorschlag? Letztlich geht es ja nicht darum "den Norwegischen Staatsfonds" 1:1 nachzubauen, sondern im "Geiste" des Fonds zu handeln, also: kostengünstig & breit diversifiziert. Das kannst Du mit der Strategie, die Matthias vorschlägt umsetzen.
Der Vorteil: Das Geld gehört Dir und wird nicht

"verwaltet von den Politikern, die in 10, 20, 40 Jahren regieren."

Bei der Wiedervereinigung wurden die Sozialkassen geplündert, Irland hat seinen Fonds zur Bankenrettung missbraucht. Wenn irgendwo herrenloses Geld rumliegt finden die Politiker schon einen Weg es auszugeben.
Ich bin deshalb ein großer Freund der privaten Vorsorge. Gerne steuerlich privilegiert, wie in den USA, aber eben doch in Eigenverantwortung.

Gruß
Finanzwesir


Hans sagt am 02. November 2021

@ alle hier: Vielen Dank für Euer Mitdenken!

Der Grund weshalb ich das Portfolio des norwegischen Staatsfonds und ferner das Portfolio von Friedrich Karl Flick von 1998 so interessant finde ist der daß hier große Vermögen in dem Zeitraum von Ende der 90er Jahre bis teilweise heute jeweils ein Portfolio mit einem gut ausgewogenen Verhältnis von riskanten und weniger riskanten Anlagen führten mit welchem die Risiken aber auch Chancen der globalen Kapitalmärkte seither sinnvoll genutzt wurden. Dies erforderte über die Zeit hinweg laufende Anpassungen der Quote von Aktien, Anleihen sowie sonstigen Investitionsobjekten.

Während der übliche deutsche Privatanleger im typischen prozyklischen Mediengetöse wenig diversifiziert in die "Volksaktie" der Deutschen Telekom AG oder Neuen-Markt-Werten investierte was die Aktienkultur hierzulande bis heute nachhaltig beschädigt hat. Ich vermute niemand der damaligen Anleger wäre seit den 90er Jahren mit einem solchen über die Zeit laufend veränderten Portfolio schlecht gefahren dessen Rendite-Risikostruktur jedoch selbst von den üblichen Mischfonds nicht ansatzweise erreicht wird weil niedere Kosten mit Bestandteil der Gesamtrendite sind.

Auf dem Blog von Hans gibt es hierzu diesen Artikel: Portfolio von Friedrich Karl Flick im Jahr 1998


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