26. August 2019


Leser J.: Lege ich meine 1.100 € renditestark an?

Leser J. ist sich nicht sicher, ob er schon in die Verhaltenslücke getappt ist, oder ob das was er macht noch ok ist. Seine Befürchtung:

"Weil beim passiven Sparen im Grunde alles wie von alleine läuft, wird es schnell "langweilig".

Dann fängt man an zu optimieren.
J. bespart monatlich diese 3 ETFs mit 1.100 Euro

  • 750 Euro in den MSCI World
  • 250 Euro in den MSCI Emerging Markets
  • 100 Euro in den MSCI World Small Cap

Seine Fragen (vor allem im Bezug auf "Das große Egal"):

Steuerliche Aspekte

Ich bespare zur Zeit ausschüttende ETFs,da ich der Meinung bin, mich so steuerlich günstiger zu stellen, solange ich meinen Freibetrag noch nicht ausgereizt habe.
Wenn ich ca. 2% Ausschüttung annehme, würde ich meine ausschüttenden ETFs bis zu einem Wert von ca. 58.000 Euro besparen.
Dann ist mein Freistellungsbetrag voll ausgenutzt und ich würde ab diesem Zeitpunkt nur noch thesaurierende ETFs besparen.
Großer Aufwand bedeutet dies für mich eigentlich nicht.
Würdest du mir bei der Strategie zustimmen oder denke ich da schon zu unnötig komplex?

Wer braucht Small Caps?

Bei deiner Index-Aufzählung der wenigen Indizes, die nicht überflüssig sind, war der MSCI World Small Cap nicht dabei.
Tappe ich hier mit der Entscheidung auch diesen dritten ETF zu besparen genau in die Falle der Verhaltenslücke?
Mein Ziel ist es global breit diversifiziert zu sein und mit den Small Caps müsste ich meine Diversifikation doch steigern oder habe ich da einen Denkfehler?

Der Finanzwesir antwortet

Na ja, wer 1.100 Euro spart, der kann sich auch ein bisschen Verhaltenslücke leisten.
Nur 13 % aller Deutschen schaffen eine monatliche Sparquote von 500 € oder mehr (Statista 2016). 1.000-€-Sparpläne erfasst Statista schon gar nicht mehr.
Leser J. ist damit ganz klar in der Königsklasse unterwegs. 40 % sind froh, wenn Sie bis ein Zehntel von J.s Sparleistung schaffen.
Alles Weitere im Video.

(awa)

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Abgelegt unter Video, Leserfragen



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  1. Leser T.: Gold oder ETFs?

Kommentare

AlexJ sagt am 26. August 2019

Schöne Idee mit dem Video!

Zu den Small Caps: Ein schönes, rundes Weltportfolio sollte doch die Small Caps in Industrie- und Schwellenländern enthalten.
Die höhere Mortalität wird ja gerade durch die breite Diversifizierung kompensiert - der Small-Cap-Faktor ist ja, wie alle Faktoren, nur zu ernten, indem man den ganzen Bereich kauft. Das gilt auch für die kleinen Unternehmen der Emerging Markets, die in dem Portfolio gar nicht enthalten sind, obwohl es da einen schönen ETF gibt.

Die Small Caps sind übrigens gegenüber ihrer Marktkapitalisierung in dem Portfolio untergewichtet, das heißt, man spekuliert aktiv gegen den Small-Cap-Faktor - würde ich nicht tun.

Dass jedes erfolgreiche Unternehmen irgendwann im World landet, glaube ich nicht. manche tolle Unternehmen bleiben "klein" nach Börsenmaßstäben (was immer noch riesige Organisationen sind im Vergleich zum rest der Wirtschaft) und sind trotzdem sehr attraktiv, aber eben nur in der Masse und nicht auf Einzeltitelebene.

Ich habe alle Small Caps im Portfolio mit leichter Übergewichtung, ganz einfach mit 3 ETFs.


Vincent sagt am 27. August 2019

"Der Finanzwesir beantwortet Leserfragen...... in idyllischer Umgebung"

Ich brech weg, danke für den ersten großen Lacher des Tages :-)


Simon sagt am 26. August 2019

Hallo!

Danke für deine schöne Zusammenfassung!
Hast du für deinen Zugriff bei Statista bezahlt?
Ich komme da irgendwie nicht ran.


Finanzwesir sagt am 27. August 2019

Hallo Simon,
hm, das wundert mich. Ich konnte das frei aufrufen. Jetzt aber auch nicht. Keine Ahnung, was Statista da macht. Wenn das so bleibt, werfe ich den Link wieder raus.

Gruß
Finanzwesir


Milgo sagt am 27. August 2019

Bitte den Satz "Nur 13 % aller Deutschen schaffen eine monatliche Sparquote von 500 € oder mehr (Statista 2016) zurück gelegt." anpassen.

Ich bin leider kein Fan von Videos, die kann man so schlecht unterwegs schauen (Thema Datenvolumen), sondern nur wenn man in einem zuverlässigen WLAN ist.


Niko sagt am 27. August 2019

Einen Denkfehler sehe ich nicht, aber eine versteckte Kröte: niemand garantiert, dass die (zugegebenermaßen sehr minimale) Steuersparerei mit den Thesaurierern auch in Zukunft so bleibt.
Gerade bei dauerhaft niedrigem Basiszins bezweifle ich, dass sich der Staat diese Einnahmemöglichkeit entgehen lässt. Und "Gerechtigkeitslücken" finden sich schneller als man schaut.
Was macht der auf Steuern sparen bedachte Anleger dann? Wieder zum Finanzblogger gehen und um Rat fragen? Das mal so als Denkanstoß.


Stefan sagt am 27. August 2019

Hey Albert,

Video ist ja ganz schön und gut, aber ich würde mir wünschen, dass Du weiterhin an Texten in diesem Blog festhälst. Und als "Online-Marketer" tut es mir in der Seele weh, dass Du das Video bei Vimeo und nicht (habe nicht nachgeschaut) bei Youtube hostest. Das ist die Plattform die man nutzen sollte, wenn man gesehen werden will ;)

Inhaltlich aber alles wie immer top!

Tipp an alle, die Statista umsonst nutzen wollen und eventuell ein eigenes Gewerbe haben: Mal bei Eurer IHK nachfragen, ob es über deren Bibliothek (online) einen Zugang gibt. Die HK hier in Hamburg hat sowas zum Beispiel.
Ansonsten der Quick Hack: Sucht (Google) nach der Statistik, die ihr sehen wollt im neuen inkognito Tab und folgt dem Link. Die Grafik sollte jetzt zu sehen sein.

Grüße


Felix sagt am 27. August 2019

Vielen Dank für den neuen Artikel.
Ich muss persönlich aber sagen, dass ich die vorherige Form, die Leserfragen schriftlich zu beantworten, besser gefunden habe. Ich lese lieber, als das ich höre, aber das ist denke ich Geschmackssache.

Ich habe eine Frage. Und zwar welchen ETF auf den MSCI World SmallCap bespart der User hier? Ich konnte bei justETFs keine ausschüttenden ETF auf diesen Index finden, es scheint nur thesaurierende zu geben.
Kann mir hier eventuell jemand weiterhelfen?


Timo sagt am 27. August 2019

Hallo Alex,

ich baue meine Altersvorsorge ebenfalls mit den drei von dir genannten ETF + AAA-AA Anleihen Europa auf. Allerdings deutlich offensiver (95% Aktienanteil, da langer Horizont). Und ich habe die Gewichtung von SC und EM IMI im Vergleich zu deinem Portfolio umgedreht, also 25% vom Aktienanteil SC und 20% EM IMI. Damit gewichte ich beide Faktoren (size und political risk) ungefähr mit Faktor 2 ggü. MK über.

Nach Lektüre von dem Kommer sind die zwei Faktoren die einzigen, die mich wirklich von dem ganzen Smart-Beta gedöns überzeugt haben (höhere Volatilität als das developed large cap Segment, dafür aber eben auch langfristig "ein Schnaps obendrauf").

Ich finde es schade, dass es kein World IMI ETF gibt, da ein "low budget" KISS Portfolio damit "zwangsweise" gegen den size Faktor wetten "muss".


Marc sagt am 27. August 2019

Wenn ich ein wenig Kritik anbringen darf: Mir gefällt es nicht, dass die Frage in einem Video beantwortet wird.
Da habe ich lieber einen (potentiell längeren) Text, den ich in meinem eigenen Tempo lesen kann.


Marius sagt am 27. August 2019

Die Small Caps im MSCI World Small Cap Index sind aber zum Teil ganz schön big. Würden die DAX-Unternehmen Thyssenkrupp oder Lufthansa ihren Firmensitz in die USA verlegen so würden diese im MSCI Small Cap Index landen.

Der Index ermittelt für jedes der 23 Länder die Small Caps und würfelt diese dann zusammen. Wie will man damit dann zum Beispiel den "Size-Effekt" spielen?

Warum hängt es vom Ort des Firmensitzes ab ob eine AG ein Large Cap oder ein Small Cap ist?


Marcel sagt am 27. August 2019

Hallo,

Leser J. schreibt, dass er den MSCI World Small Cap mit 100€ pro Monat bespart und dass er aus steuerlichen Gründen ausschüttende ETFs bespart.
Gibt es den MSCI World Small Cap denn auch in der ausschüttenden Variante? Auf JustETF habe ich nur 2 ETFs auf den MSCI World Small Cap gefunden und die sind beide thesaurierend...


Christopher Seidel sagt am 27. August 2019

Super geschriebener Artikel :-), in diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen :-)


Jonathan sagt am 28. August 2019

Schönes Video, lediglich das Intro und Outro könnte sich Musik-mäßig noch etwas der Stimmung des restlichen Videos anpassen.
Ist doch sehr "Finanzrocker" und deutlich weniger "Finanzwesir".


ChrisS sagt am 27. August 2019

Erstmal etwas auf der Meta-Ebene:

Hm, ich weiß nicht was ich von diesem neuen Format der Video-Antworten halten soll. Ich kann mir ja denken was dafür spricht - leicht und schnell zu produzieren, und gewisse Zielgruppen mögen solche leichtverdaulichen Häppchencontent ja auch bevorzugen.
Sei ihnen gegönnt, aber mich persönlich spricht das leider weniger an. Ich freue mich immer über die gut recherchierten und ausführlichen Artikel, die ein Thema auch mal in ansprechender Tiefe behandeln und es schaffen, z.B. aus einer partikularen Leserfrage etwas größeres zur Allgemeinerkenntnis zu schaffen (das also auch mehr Menschen was davon mitnehmen können, und der Inhalt längeren Nutzwert als nur tagesaktuell/individuum-spezifisch sei).

Ich würde mir also nicht wünschen, dass die Videos zukünftig zu Lasten der Artikel überhand nehmen würden. Ist am Ende natürlich allein deine Sache, ich wollt nur mal meine Stimme mit zu den anderen in die Waagschale werfen, falls Feedback eine Rolle spielt :-)

@ Leser J & AlexJ
Über den konkreten Praxisnutzen einer Smallcap-Hinzufügung hatte ich vor einem Jahr schonmal eine kleine Untersuchung gemacht, um die Leute etwas aufzuklären bzw. von übertriebenen Vorstellungen wieder runterzuholen.

Hier mal die aktualisierte Version

Untersuchungsgegenstand ist ein Vergleich der langfristigen geom. Rendite zwischen den MSCI "Standard"-Indizes (Large + Midcaps, deckt zusammen schonmal 85% der Marktkap ab) und ihrer "IMI"-Variante (Large/Mid + weitere 15 % Smallcaps (microcap-Produkte gibts ja nicht) dazu).

Datenquelle direkt von msci.com , Zeitraum 31.05.94 (ab da liegen für alle Indizes gemeinsame Daten vor) bis 31.07.19 (also 25 J 2 M), USD und gross.

Ergebnis:

  • MSCI ACWI Standard: 7,37 % pa. Rendite
  • MSCI ACWI IMI: 7,32 % pa. Rendite (Differenz: -0,05 % pa)

  • MSCI World Standard: 7,56 % pa. Rendite
  • MSCI World IMI: 7,59 % pa. Rendite (Differenz: 0,03 % pa)

  • MSCI EM Standard: 5,64 % pa. Rendite
  • MSCI EM IMI: 4,93 % pa. Rendite (Differenz: -0,71 % pa)

  • MSCI USA Standard: 9,92 % pa. Rendite
  • MSCI USA IMI: 9,93 % pa. Rendite (Differenz: 0,01 % pa)

  • MSCI Europe Standard: 7,40 % pa. Rendite
  • MSCI Europe IMI: 7,45 % pa. Rendite (Differenz: 0,05 % pa)

  • MSCI Pacific Standard: 2,60 % pa. Rendite
  • MSCI Pacific IMI: 2,72 % pa. Rendite (Differenz: 0,12 % pa)

Erkenntnis:

Die Hinzunahme einer 15% Smallcap-Position hatte über die letzten 25 J gesamt betrachtet nur sehr geringe praktische Nutzenwirkungen gehabt.

Gerade bei den globalen Indizes ACWI und World verschwimmt das fast unmerklich an der zweiten Nachkommastelle (die langfristige Renditedifferenz zwischen World Standard und World IMI ist z.B. geringer als die üblichen Trackingerror-Unterschiede zwischen verschiedenen MSCI World-ETFs untereinander). Es fällt auf, dass gerade bei den Emerging Markets der Unterschied sogar negativ war (also "negatives Smallcap-Premium"? Könnte man akademisch noch näher untersuchen, ginge jetzt aber zu weit).

Wunderdinge, z.B. mega Renditeaufpimpungen (oder sogar überhaupt nur spürbare) sollte man sich davon also nicht erwarten. Wer da übertriebene Vorstellungen hegt, wird eher enttäuscht. Der Vollständigkeit halber sei noch gesagt, dass ist die langfrist-Betrachtung. Natürlich gibt es innerhalb kürzerer Zeiträume (z.B. einzelne Jahresrenditen) oft teilweise größere Differenzen, aber die sind eben auch nicht immer nur schön positiv sondern können auch mal negativ sein (Smallcap-Premium unterliegt wie alle anderen Faktoren auch zyklischen Phasen) und mitteln sich langfristig auf obiges Ergebnis aus.

Nach "zwingend notwendig" oder "ein Depot ist nur wirklich 'komplett' wenn auch Smallcaps mit dabei sind" sieht das jedenfalls nicht aus. Natürlich kann man weiter daran glauben, aber dann wenigstens mit echten Fakten argumentieren und nicht nur mit Allgemeinplätzen auf "jeder weiß doch, dass..." oder "ich hab da mal gelesen..."-Niveau.

Es wird dabei ja auch gern oft ein Begriff von "Diversifikation" benutzt, hinter dem oft nicht mehr als nur eine naive "mehr Unternehmen beinhalten = automatisch besser" Vorstellung steckt. Dazu nur folgendes: Diversifikation ist kein Selbstzweck, also einfach nur "diversifiziert sein" (z.B. möglichst viele Unternehmen auf einmal abzudecken) ist erstmal noch kein Ziel an sich. Man diversifiziert, weil man damit etwas konkretes erreichen will - und damit wird meistens Risikoreduktion verfolgt bzw. die Verbesserung der risikoadjustierten Rendite.

Wir können oben schon sehen dass es bei der reinen Rendite bis hierhin ja erstmal keine großen Unterschiede gibt, und was die Risikomaße angeht, in dazu gängigen Kriterien wie Vola oder max Drawdown unterscheiden sich die Standardindizes von ihren Smallcap-gepimpten IMI-Schwestern auch genausowenig, also in den selben minimalen Größenordnungen die auch hier keinen wirklich konkret spürbaren Diversifikationsvorteil in der Praxis bieten.

Das ganze läuft also mit etwas Abstand betrachtet eher unter einem "Placebo-Effekt" ab - man "fühlt" sich halt einfach besser weil man meint, dadurch dass man ja tausende neuer Firmen mehr mit an Bord hat (auch wenn die konkreten eben nur zu 15 % am Ende mitgewichtet werden) ja doch bestimmt auch signifikant andere (natürlich bessere, was sonst) langfristige Kursentwicklungen hätte.

Ich hab ja nix dagegen, dass sich Leute damit besser fühlen - wenn es ihnen zum langfristigen Durchhalten der Anlage dient, hat das ja zumindest einen psychologischen Nutzen - aber wenn damit angefangen wird auch Anderen die vermeintlichen Vorteile zu propagieren, wird man doch mal genauer hinschauen müssen was davon konkret bei lichte betrachtet wirklich übrigbleibt.

Zum Smallcap/Size-Premium allgemein sei noch gesagt: Man kann natürlich Untersuchungen machen, in denen das als existent festgestellt wird. Haben sich die Akademiker ja nicht einfach so nur ausgedacht, sondern ne Kursdatenbank wie von CRSP genommen und da mal einfach ein paar Skripte drüberrasseln lassen, welche die Performance von nach Marktkapitalisierung sortierten Aktien-"Töpfen" vergleichen, und siehe da es kam raus dass langfristig der Topf mit den "kleinsten" Aktien drin die höchste Performance hatte. So weit, so einfach.

Haben natürlich auch ne höhere Volatilität, also risikoadjustiert relativiert sich einiges davon wieder runter, aber es bleibt noch ein bischen was übrig. Der Teufel steckt aber wie immer auch im Detail, denn bei der Übertragung von rein virtuellen Untersuchungsergebnissen in praxistauglich investierbare Produkte hobelt sich noch weiter was runter. Das Smallcap-Premium ist umso größer, je smaller die Aktien sind.

Ein Großteil des Premiums steckt also in Aktien, die eigentlich schon so klein sind, dass sie aus Liquiditätsgrößen nicht mehr für ETFs praktisch investierbar sind. Desweiteren kann man teilweise auch eine Tendenz beobachten, dass das Smallcap-Premium über die Jahrzehnte eher immer weiter ein bischen abgenommen hat.

Untersuchungen zu amerikanischen Aktien, die sich aus der CRSP-Datenbank bedienen, starten z.B. oft gern schon in den 1920er Jahren, weil eben die Daten so weit zurückreichen. Das ist erstmal nicht an sich schlecht, sondern siehe oben, je langfristiger umso besser. Und ab da sieht das Premium auch wirklich gut aus, mit langfristigen Performance-Spread zwischen Large und Small von mehreren Prozenten.

Schaut man aber genauer in die Zwischenphasen rein, merkt man auch wieviel von der Überrendite eigentlich aus älteren Jahrzehnten kommt und das es in jüngerer Zeit eher schmaler wird. Klar, vielleicht ist das auch nur wieder ne zyklische Phase, aber vielleicht hängt einiges davon auch mit dem schon bei anderen Faktoren beobachteten "Publikations-Effekt" zusammen, denn das Smallcap-Premium wurde ja erst in den letzten Jahrzehnten so richtig bekannt und über neue Produkte dem Massenmarkt zum investieren geöffnet, welches vieles von den Vorteilen früher, wo es noch unbeachteter war, wegarbitragiert.

Wen eine etwas tiefere Auseinandersetzung über Fakten und Fiktionen der Smallcaps interessiert, kann sich z.B. dieses Paper von AQR zur Einführung in die Thematik durchlesen.

Aber gut, selbst wenn wir glauben, dass es auch in Zukunft noch ein signifikantes Smallcap-Premium gibt, es sich also lohnt speziell darin zu investieren, das Problem bei einer "orthodoxen" 15% Smallcap-Gewichtung bleibt halt, dass man damit eben auch nur 15% des Premiums mit abgreifen würde.

Wäre das SC-P also beispielsweise +1 % ggü LC, gäbe das einen Beitrag zur Verbesserung der Gesamtportfoliorendite von 0,15 % . An den praktischen Zahlen oben, die teilweise Renditedifferenzen nur an der zweiten Nachkommastelle haben, sieht man dass das Premium in diesem Zeitraum noch viel kleiner war. Eine 15%-Gewichtung macht das Kraut eben nicht spürbar fett. Wer wirklich an Smallcaps glaubt und davon eine echte Renditeveränderung im Depot merken will, der muss sie eben auch merkbar übergewichten. Warum nicht auf 50% und mehr? (Oder glaubt man etwa doch nicht so sehr daran?)

Dass jedes erfolgreiche Unternehmen irgendwann im World landet, glaube ich nicht. Manche tolle Unternehmen bleiben klein nach Börsenmaßstäben (was immer noch riesige Organisationen sind im Vergleich zum rest der Wirtschaft) und sind trotzdem sehr attraktiv, aber eben nur in der Masse und nicht auf Einzeltitelebene.

Wenn ein Unternehmen wirklich toll und erfolgreich ist, sollte sich das nunmal mittel- und langfristig in steigenden Kursen und wachsender MK gegenüber den anderen (weniger tollen) Unternehmen bemerkbar machen. Und wenn die MK (stärker als der übrige Markt) wächst, steigt das Unternehmen eben auch irgendwann mal zwangsläufig in der "Börsenliga" von Small zu Large/Mid auf. Oder andersrum gesagt, wenn die MK nicht wächst, die Unternehmen also ewig in der unteren Liga rumkrebsen, was soll an denen dann im Endeffekt noch wirklich so toll und erfolgreich sein? Wenn daneben eher andere Unternehmen den Aufstieg schaffen (stärkeres Wachstum), waren die eben die erfolgreicheren.

Zumal dazu auch gesagt sein sollte, dass das ganze keine Einbahnstraße ist. Smallcap-Indizes bestehen eben nicht nur aus jungen dynamischen Unternehmen, die grad angefangen haben und mit hohen Wachstumsraten durchstarten (was ja eine der Hauptbegründungen für ihre Überrendite ggü den doch eher schon "gesättigten" Largecap-Firmen ist), wie man sich immer gern vorstellt.

Nein, es ist natürlich auch so dass wenn ehemals Largecaps schrumpfen, sie irgendwann zu den Smallcaps mit absteigen, mit entsprechenden renditebremsenden Auswirkungen wenn sich deren Rohrkrepiererei weiter fortsetzt. Und daneben gibt es halt eben auch eine vielzahl von einfach nur "durchschnittlichen" Firmen, die weder groß wachsen noch schrumpfen, sondern einfach nur mit dem breiten Strom schwimmen, sich also wie der Markt entwickeln und daher keinen besonderen eigenen Beitrag zur Gesamtrendite leisten.

@ Felix / Marcel
also wenn ihr selbst schon bei JustETF keinen ausschüttenden MSCI World Smallcap ETF habt finden könnt, dann könnt ihr auch relativ sicher davon ausgehen, dass es (zumindest aktuell) einfach wirklich noch keinen gibt. Da hilft auch Fragen leider nicht viel, denn wir Andere haben da auch kein großartiges spezielles Geheimwissen, sondern würden auch nur auf die selben Datenbanken zum Suchen gehen :-D


Alexander sagt am 27. August 2019

Hallo Finanzwesir,

danke für das neue Videoformat.

Ich habe eine theoretische Frage:
Wie hätte man als Privatanleger am besten investiert in der Zeit, bevor es günstige ETFs gab? Sagen wir im Jahr 1999.
Zu der Zeit habe ich angefangen zu sparen. Die Produkte, die damals in Mode waren, waren fondsgebundene Lebensversicherungen. Ja, die Gebühren waren horrend (im Vergleich zu heute).

Aber es gab keine ETFs. Die Idee von Fonds ist die selbe wie bei ETFs. Lebensversicherung ist nichts anderes als ein Sparplan. Also eigentlich das gleiche wie der moderne ETF-Sparplan, nur in teuer.

Habe ich damals alles richtig gemacht? Oder hätte es schon damals bessere Produkte gegeben?


SomeOne sagt am 27. August 2019

Tolles Format und gefällt mir.

So kannst du auch Evergreens auf Video packen!

Gerne mehr davon und guten Testsommer euch/uns allen!


Max Alpha sagt am 28. August 2019

@Alexander

Zu der Zeit konnte man Fondssparpläne mit gewöhnlichen aktiven Fonds abschließen. Das ist ja auch heute noch üblich und möglich.
In Finanzzeitschriften gab es endlose Tabellen mit Fondsbewertungen, auch die findet man heute noch. Nach meiner Erinnerung war die Belegung der Spitzenplätze dieser Tabellen immer bis zum Zeitpunkt meines Einstiegs konstant. Danach wurden die Fonds durchgereicht an das Ende der Tabellen. Die Fondssparpläne waren nach meiner Erinnerung günstiger als etwaige Verssicherungsprodukte, weil keine Kosten für den Versicherungsmantel anfielen.

Die Frage, ob Deine Produktwahl damals richtig oder falsch war, sollte Dich nicht bekümmern. Du hast etwas gemacht und das Geld nicht verbrannt. In 2001 kannte man doch wirklich viele Menschen, die ihr Geld in EM.TV AG - Aktien der Gebrüder Haffa versenkt haben.
Im Vergleich zu denen hast Du eine Rendite-Rakete erworben.

Es hat also nicht nur bessere Produkte gegeben, sondern auch sehr, sehr viele, bei denen Du dein Geld komplett versenkt hättest.

Die Stiftung Warentest trommelt nach meiner Erinnerung seit der Finanzkrise für ETF, ich erinnere mich an den Satz „Rentenfonds sind bei uns unten durch“.

Ich meine, dass ich mir das Heft damals aufgehoben habe. Ich werde gelegentlich mal nachsehen.

Gruß
Max Alpha


ChrisS sagt am 28. August 2019

@ Marius

"Warum hängt es vom Ort des Firmensitzes ab, ob eine AG ein Large Cap oder ein Small Cap ist?"

Das resultiert aus der von den Indexanbietern benutzten Definitionsmethode, nach der sie für sich entscheiden was überhaupt ein "Smallcap" ist.
Ich gehe mal stark davon aus, dass du das auch selbst schon weißt und mit der eher rhetorisch gemeinten Frage vor allem dein Missfallen über die benutzten Definitionen ausdrücken willst.

Da ist tatsächlich eine gewisse Willkür drin. Für MSCI sind zum Beispiel Smallcaps die 14% der Aktien mit der geringsten Marktkapitalisierung (und dann noch 1 % micro, aber die werden halt in der Praxis eh ignoriert).
Natürlich kann man da mal naiv fragen, warum/wie die ausgerechnet auf diese Prozentzahl gekommen sind? Warum nicht die Grenze bei 10 % ziehen (wies z.B. FTSE ungefähr macht), oder warum nicht schon ab 20 % zu den Smallcaps zählen?

Tja, is halt so, haben die sich irgendwann mal so festgelegt. Natürlich ist das ne unbefriedigende Antwort für Leute die das noch nicht überzeugt. Aber mehr als akzeptieren, (oder eben nicht, und den Index dann halt nicht benutzen) bleibt einem da auch nicht übrig, von daher...

Dazu kommt eben auch noch, dass die die Grenzen eben "relativ" definieren, statt z.B. mit "absoluten" MK-Zahlen.
Also nicht einfach direkt sagen, "alles unter X Mrd. $ Marktkapitalisierung ist ein Smallcap, alles über X Mrd ist ein Large/Midcap", sondern durch die Benutzung der Prozentmethode eine "bewegliche" Komponente mit ins Spiel kommt. Damit ist gemeint, dass sich je nach Marktkapitalisierung des Gesamtmarktes die MK-Grenzzahl bei der Unterscheidung von Large/Mid und Smallcap verändert.

Konkretes Beispiel, wie du ja schon selber weißt. Da der amerikanische Aktienmarkt viel größer ist als der europäische, sind auch die MK-Grenzen zwischen Large/Mid und Small in den USA höherliegend als in Europa.
Die größte Firma im MSCI USA Smallcap Index hat z.B. aktuell eine MK von 10,55 Mrd USD, während die größte Firma im MSCI Europe grad 7,66 Mrd USD hat. In der Tat würden also Firmen wie Lufthansa und Thyssenkrupp, die in Europa noch knapp über dieser Grenze liegen, in den USA schon als Smallcap eingeordnet werden.

Würde man eine globale einheitliche MK-Grenze ziehen, könnte man diesen Umstand ja verhindern, setzt sich dann aber auch nur wieder anderen Definitionsfragen aus (wo man dann eben die MK-Grenze setzt, und warum nicht höher oder tiefer, ist genauso willkürlich, zumal eben anhand der unterschiedlichen Größe der regionalen Aktienmärkte eine einheitliche MK-Grenze vielleicht auch nicht allen in der Sache so gerecht wird). Wie gesagt, ich bin froh, dass ich kein Index-Entwickler bin, denn ich könnte darauf auch keine Antwort geben die wirklich Alle und auch noch den letzten Nörgler komplett zufriedenstellen kann. Oder hast du eine?

Man kann auch einfach versuchen so wenig Definitionen wie möglich benutzen, also z.B. garnicht erst eine irgendwie geartete Unterscheidung zwischen Large und Small zu ziehen (genausowenig wie man auch z.B. regionale Abgrenzungen ziehen würde), sondern den Index einfach so breit wie möglich fassen.

Dann wären wir wieder bei ACWI IMI und ähnlichem gesamtglobalen all-inclusive Vehikeln. Die einfachste und auch nicht unbedingt schlechteste Lösung.


Joerg sagt am 28. August 2019

Moin Niko,

so ist recht, möglichst wenige sollten mit Thesaurierern Steuern stunden! Bestimmt werden Kursgewinne bald mit 40% besteuert, rückwirkend, ... ;-)

aber, hatten wir das nicht schon im Faden: https://www.finanzwesir.com/blog/thesaurierend-detail ?

Leben wir in einer Bananen-Republik oder in einem Rechtsstaat?
Ist das nicht wie mit jeder Steuerreform bisher auch:
Von 01.01.2009 - 31.12.2017 auf alle Kursgewinne 26,375% Abgeltungssteuer.
Von 01.01.2018 - ??? auf ETF-Kursgewinne 18,4625% Abgeltungssteuer + ggfls Vorabpauschale.

Aber bis zur nächsten Steueränderung kannst du die niedrigere Steuer für Dich einloggen! (So, wie am 31.12.17 deine höhere Steuer für die Vergangenheit bis zum Verkauf eingeloggt wurde; oder die Steuerfreiheit für Kursgewinne auf Anlagen bis 31.12.08 wenigstens mit 100k Freibetrag).

Wer nie anfängt Steuern zu stunden, kann auch nie davon profitieren. Wenn man anfängt, kann es nur kurz dauern - aber eben auch lange - man weiss es nicht.

Spekulation: Solange das EU-Spielchen weiterläuft: eher Konvergenz? Schwieriger national was zu ändern? Alleingänge verpönt? Geld ist ein scheues Reh? Sollen sie erstmal eine länderübergreifende Gleichbehandlung austüfteln? Und da gibt's f. Kapitalanleger günstigere und teurere Bsp. als D.

@Albert,

ich sehe dich ab & zu sehr gern an, aber „Lesen“ ist mir auch lieber … (ggfls 1:1 Transkript drunter pasten?)

LG
Joerg


BigMac sagt am 28. August 2019

Ich lese lieber, als das ich höre

Dito. Podcasts höre ich aus mehreren Gründen überhaupt nicht. Wenn's den Wesir nur akustisch gegeben hätte, hätte ich ihn nicht wahrgenommen ... das wäre echt schade.


Thef00 sagt am 28. August 2019

Super Format und wirklich schöne Umgebung.

Gerne mehr!!


Finanzwesir sagt am 28. August 2019

Hallo zusammen,

@Video-ach-nö-Fraktion

Keine Sorge, es wird weiterhin Texte geben. Aktuell drehe ich aber gerne Videos. Da muss man auf ganz andere Dinge achten (beispielsweise sich gescheit rasieren, um nicht blutverschmiert vor der Kamera zu sitzen).

Es ist auch gar nicht so einfach, munter in die Kamera zu plaudern.
Schreiben oder filmen: Zeitlich nimmt sich das nicht viel. Ich sage nur: "Im Herbst mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen".
Der Boden des Schnittraums ist knöcheloch mit Gestotter und Gestammel bedeckt. Je mehr es nach "Der labert einfach los" aussieht, umso mehr Vorbereitung steckt drin ;-)

@Stefan:
Ich habe einen Youtube-Kanal mit über 2.000 Abonnenten.
Eigentlich sollte ich mich damit für eine Vanity-URL qualifizieren, aber die kriege ich nicht. Ich habe den Support mal angeschrieben, aber da kam nie was.
Ist auch egal, unsere Beziehung wird eh nicht von Dauer sein. Irgendwann werden ich und Youtube aneinder geraten, weil mir irgendwas in den AGB nicht paßt oder ich zwangsweise Reklame vor meinen Videos reingewügt bekomme. Erst Bitcoin, dann der Finanzwesir, nee danke.

Deshalb hoste ich auf Vimeo. Da bin ich zahlender Kunde.
Wenn es dann hart auf hart kommt, mache ich meinen Kanal da dicht und habe alles bei mir auf dem Blog.

@Alexander:
Wir hatten damals auch den üblichen aktiven Fonds-Kram. Pioneer, Fidelity, Templeton. Unglaubliche 6,25% Ausgabeaufschlag und dann 2 % bis 4 % laufende Kosten. Aber was anderes gab es ja nicht, wenn man nicht Lebensversicherung und Co wollte.
Den Bundesschatzbriefen trauere ich ein bisschen hinterher. Schon alleine wegen dieses Dialoges:

Ich: "Ich würde gerne 2.000 Mark in Bundesschatzbriefen Typ B, Ausgabe 1995/11 anlegen" Bank-Heini, missmutig, versucht mir seinen Sparkassen-Müll anzudrehen. Ich: "Nee, Bundesschatzbriefe!"
Er: "Dann müssen wir ein Depot anlegen"
Ich: "Nee, die kommen nach Bad Homburg."
Je nach Character wurden die Typen dann aufsässig oder haben resigniert.
Den Aufsässigen wurde mitgeteilt, dass sie verpflichtet sind den Deal durchzuziehen. Die Bundsschatzbriefe waren echte Volksanleihen. Stückelung - glaube ich - ab 50 Mark, mündelsicher, vorzeitige Rückgabe: bis 5.000 Mark binnen 30 Tagen, kostenlose Verwahrung. Sicher, liquide, preiswert und für jeden erschwinglich. Das war was.

Gruß
Finanzwesir


Daniel H sagt am 28. August 2019

Hallo,

ich bin leider auch kein Fan von den Videos. Texte sind viel praktischer...


Blackwater.live sagt am 29. August 2019

@Finanzwesir

Mit Deinem damaligen Verhalten in der Sparkasse gehörst Du zu denen, die wir „Lederjacken“ in der grossen bösen blauen Bank nannten.
Konservative mit Geld, die zwar sehr nett waren und harmlos wirkten, aber unglaublich bissig und hart in der Sache waren.
Ob die Spasskass die gleichen Namen für diese Kunden hat, weiss ich natürlich nicht, aber durch Deinen Kommentar musste ich an diese Zeit zurück denken. 😂


Niko sagt am 29. August 2019

@Joerg

Leg' mir doch bitte nichts den Mund, was ich weder gesagt und noch viel weniger gemeint habe. So was hast du bestimmt nicht nötig.

Meine Aussage war und ist, dass man sich nicht darauf verlassen sollte, dass die Steuerstundung langfristig Bestand hat. Und dass man sich nicht wundern sollte, wenn der Vorteil der nächsten Steuerreform zum Opfer fällt. Nach der Reform ist vor der Reform.

Wenn man die Steuerstundung kann und möchte, dann ist das eine schöne Sache. Das habe ich aber auch nicht bestritten. Wenn du das anders siehst, bring' bitte das entsprechende Zitat aus meinem Kommentar.


Felix sagt am 29. August 2019

@ Felix / Marcel

also wenn ihr selbst schon bei JustETF keinen ausschüttenden MSCI World Smallcap ETF habt finden könnt, dann könnt ihr auch relativ sicher davon ausgehen, dass es (zumindest aktuell) einfach wirklich noch keinen gibt. Da hilft auch Fragen leider nicht viel, denn wir Andere haben da auch kein großartiges spezielles Geheimwissen, sondern würden auch nur auf die selben Datenbanken zum Suchen gehen :-D

Das dachte ich mir schon. Jedoch war ja in dem Artikel explizit davon die Rede, dass alle ETFs die bespart werden, ausschüttend sind. Deswegen die Nachfrage, weil ich selbst keinen MSCI World SmallCap ETF gefunden habe der ausschüttend ist.


Stefan sagt am 29. August 2019

Hey Albert,

vielleicht kannst Du schon längst eine Vanity-URL anlegen: https://support.google.com/youtube/answer/2657968?hl=de und Dir ist die Option bisher nicht aufgefallen? Auch wenn ich nicht verstehe, wieso das so wichtig sein sollte ;) Du verschenkst halt Reichweite indem Du auf einer Plattform hostest auf der niemand (im Vgl. zu Youtube) nach Informationen sucht, die Du bieten kannst. Du erreichst ganz andere Personengruppen auf YT vs. Bloggersphäre.

Ist eben schade um Deinen Aufwand, aber letztendlich ist das Deine Entscheidung ;)

Ich würde Dir nur empfehlen Video + Textantwort im Blog zu veröffentlichen. Auch so kann man unterschiedliche (liest man ja in den Kommentaren schon) Personen in unterschiedlichen Situationen abholen. Niemand schaut sich gerne ein Video auf dem Arbeitsrechner an. Da ist Text einfacher zu konsumieren.

Und nur so am Rande: Google ist immer noch eine Textsuchmaschine, auch ein Kanal, der bei Video only nicht mehr funktioniert (Nutzer über Suchmaschinen gewinnen).

Genug Digital Marketing Geschwafel, Deine Inhalte bleiben echtes Gold!


Finanzwesir sagt am 29. August 2019

Hallo Jonathan

"Intro und Outro könnte sich Musik-mäßig noch etwas der Stimmung des restlichen Videos anpassen.
Ist doch sehr "Finanzrocker" und deutlich weniger "Finanzwesir".

Ich hab' schon Metal gehört, da wusste der Rocker noch gar nicht, wie man das schreibt. Bloß weil ich der Wesir bin, höre ich noch lange keine Karawanenmusik. ;-)

Gruß
Finanzwesir

PS: Was den Schalldruck angeht: Eure Ohren sind mir wichtig. Ich werde das mit meinem Video-Mann besprechen. Aber das Genre wird nicht gewechselt.


AlexJ sagt am 30. August 2019

@ ChrisS

Wow, danke für den interessanten Beitrag, sehr aufschlussreich, habe ich etwas nachdenken müssen.

Grundsätzlich sehe ich ein Depot ohne Small Caps als ein Depot, das aktiv gegen Small Caps spekuliert. In den zahlen der Jahre von Mitte der 90er bis heute, die du vorlegst, war das anscheinend nicht weiter schlimm, vielleicht sogar eher gut. Wie sich das in Zukunft entwickelt, das schreibst du ja auch: Niemand weiß es.

Ich bin selbst ebenfalls nicht restlos vom Small-Cap-Faktor überzeugt und noch weniger von anderen Faktoren. Ich will die Aktien schlicht im Depot haben, um nicht gegen sie zu spekulieren, und damit ich sie sinnvoll besparen kann (Transaktionsgebühren), benötigen sie einen etwas größeren Anteil, als ihnen nach ihrer MK zusteht.

Mich haben bei der Integration von Small Caps und EM IMI vor allem auch die niedrigere Korrelationen zum World Standard überzeugt, von denen ich mir eben einen Diversifikationsvorteil erhoffe - und leichte (!) Renditezuwächse. Betrachten wir dieses maßvolle und erwartungsnüchterne Factor Investing doch einfach als den Restbestand an Spekulationslust, dem man Tribut zollt ;)

@ Timo

Super, noch so einer mit einem vergleichbaren Portfolio! Und ja: Einen ETF auf den MSCI World IMI habe ich auch bereits vermisst.


Dr. Nikolaus Braun sagt am 30. August 2019

Schlussfolgerungen und generelle Stoßrichtung sind generell ok. Bei der Überlegung zu Small Caps gibt es meiner Überzeugung nach einen netten Denkfehler.
Die langfristig höhere Rendite von Small Caps beruht gerade auf dem höheren Risiko der Anlageklasse, also unter anderem der höheren Mortalität. Ist der Wert einmal "erwachsen" und im MSCI World angekommen, fällt diese Faktorprämie weg.
Keine Small Caps abzubilden ist übrigens eine aktive Wette gegen die weltweite Marktkapitalisierung, weniger als 10% vom Portfolio zu haben, ist sicher noch keine Übergewichtung.

Zum Video: nett und idyllisch und gut zu konsumieren. Mir ist Text lieber, kann man im schlimmsten Fall mal querlesen, vor allem aber kann man sich mit Texten besser intensiv beschäftigen.

Liebe Grüße
Nikolaus Braun


Thomas Müller sagt am 30. August 2019

Bitte Text, kein Video.


Rene sagt am 30. August 2019

Hallo Albert,

zum Thema Video vs. Text:

Ich habe nichts gegen Videos, aber ich komme hier auf den Blog um Text zu lesen. Würde es besser finden, wenn es hier weiterhin (nur) den Text gibt.

Warum nicht die Videos auf Youtube hochladen? Denn dort würden ich (und andere User) ja erwarten, Videos zu finden.

Gruß,
Rene


Markus sagt am 30. August 2019

Sehr schöne Idee mit dem Video, insbesondere da du Youtube nicht nutzt. In meinem Bekanntenkreis wächst da die Abneigung durch penetrante Werbung und aggressive Vermarktung von "Premium"- und "Music"-Funktionen. Ich glaube Online-Marketeer- und Nutzeransichten gehen mittlerweile sehr deutlich auseinander.

Ansonsten: Ich schmeiße meinen 1000er in den Fuzzi All-World und gut ist.

Viele Grüße
Markus


Accumulator sagt am 30. August 2019

Die Antwort per Video gefällt mir sehr gut. Sie ist wie alle Videos vom Finanzwesir sehr klar und verständlich. Habe inzwischen Ihr Buch gelesen und alle Podcastfolgen von "Finanzwesir rockt" gehört und selbst im April 2019 einen ETF-Sparplan eröffnet und spare jeden Monat 700 EUR auf den Vanguard FTSE All-World an und werde diesen auch in der auf 20 Jahe angelegten Entsparphase in niedrigerer Quoate weiter ansparen (als Inflationsausgleich).

Vielen Dank für diesen erstklassigen Blog.


Finanzwesir sagt am 30. August 2019

Hallo Stefan,

"vielleicht kannst Du schon längst eine Vanity-URL anlegen:

wie weiter oben geschrieben: Ich bin qualifiziert, kriege aber keine, jedenfalls nicht youtube.com/c/Finanzwesir youtube.com/c/Finanzwesir wäre möglich. Aber das will ich nicht.

Aber vielleicht hast Du Interesse mir eine Mail zu schicken, dann können wir das mal privat hinter den Kulissen besprechen ;-)

Gruß
Finanzwesir


Max Alpha sagt am 31. August 2019

@Alex J

Einen ETF auf den MSCI World IMI habe ich auch bereits vermisst.

SPDR bietet einen ETF auf den MSCI World ACWI IMI an. Der ist jedoch, wenn ich mich recht erinnere, relativ klein und auch nicht gerade günstig.
Du kannst ihn ja mal googeln: ISIN IE00B3YLTY66

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 31. August 2019

Wo hier gerade alle ihre Wünsche formulieren: Bitte Text und Video. Und am besten noch mehrere Leserfragen oder sonstige Videos zusätzlich als Podcast mit mehr als 30min Länge, würde in meinen Augen / Ohren auch gut ohne Bild funktionieren, wäre praktisch beim Sport.

Gruß
Max Alpha


Markus sagt am 31. August 2019

Der MSCI World enthält 73% der weltweiten Marktkapitalisierung, der MSCI Emerging Markets enthält 11% (84% ACWI-73% World) und der MSCI World Small Cap enthält 12 % (73% MSCI World / 85% * 14 %).

Daneben gibt es noch um auf volle 100% zu kommen Micro Caps (1%) und FM (2%) und EM Small Caps (1%).
https://www.finanzwesir.com/blog/investment-universum

Schauen wir uns dagegen mal Deine Verteilung an:

-750 Euro in den MSCI World (mit 68 % eine deutliche Untergewichtung zu einem marktneutralen, passiven Anleger mit 73 %)
-250 Euro in den MSCI Emerging Markets (mit 23 % eine extreme Übergewichtung zu einem marktneutralen, passiven Anleger mit 11 %)
-100 Euro in den MSCI World Small Cap (mit 9 % eine deutliche Untergewichtung zu einem marktneutralen, passiven Anleger mit 12 %)
-0 Euro in den MSCI Emerging Markets Small Cap (mit 0 % eine deutliche Untergewichtung zu einem marktneutralen, passiven Anleger mit 1 %)

Mein Tipp wäre ein Investment in den MSCI ACWI IMI oder zumindest FTSE All-World.

Wieso wettest Du aktiv auf EM und gegen Small Caps?


Jonas sagt am 31. August 2019

Hallo,

ist nicht selbst die "klassische" Troika aus MSCI World, MSCI EM, Tagesgeld/ EUR-Bonds für den normalen Privatanlager eigentlich schon zu komplex?

Im Vergleich dazu hat z.B. der Arero zwar höhere Kosten, ABER dort kriege ich auch:

  1. automatisches Rebalancing (kann nicht grade das jährliche Rebalancing über einen langen Zeitraum hohe Kosten & vorzeitige Steuerzahlungen verursachen)?
  2. die steuerliche Teilfreistellung von 70 % gilt auch für den in den Worten des Finanzwesirs "Petrusanteil" (Tagesgeld/ Anleihen).

Die Frage ist, ob über ein langfristigen Zeitraum diese zwei o.g. Vorteile nicht die oft von den DIY-Anlegern ins Feld geführten Kostenvorteile von Einzel-ETF-Strategien wettmachen?

Gruß,
Jonas


ChrisS sagt am 01. September 2019

@ Jonas

ist nicht selbst die klassische Troika aus MSCI World, MSCI EM, Tagesgeld/ EUR-Bonds für den normalen Privatanlager eigentlich schon zu komplex?

Es gibt genug "normale Privatanleger" die damit problemlos klarkommen.

Wer es schon schafft, ein Produkt (z.B. Arero) zu ordern, den sollte auch der Umgang mit einem 2-Produkte Depot (z.B. World/EM) jetzt nicht gleich wegen Komplexität überfordern.

automatisches Rebalancing (kann nicht grade das jährliche Rebalancing über einen langen Zeitraum hohe Kosten & vorzeitige Steuerzahlungen verursachen)?

Zum Rebalancing sei zuallererstmal gesagt, dass dessen Wirkung für eine Renditesteigerung eher marginal ist, sondern Rebalancing vor allem primär unter dem Gesichtspunkt der Risikokontrolle gemacht wird. Nur um den Gedanken vorwegzunehmen, der Arero könnte seine etwas höheren Kosten (0,50 % versus ca. 0,20% für ein vgl. DIY-ETF Portfolio) allein durch eine verbesserte Rebalancingrendite ausgleichen oder outperformen.

Aber ja, Rebalancing verursacht Kosten, die renditemindernd sind. Besonders wenn man "zu oft" rebalanced, dabei nur zu kleine Beträge dabei hin- und herschiebt und dafür zu hohe TAK abgehen. Deshalb werden hier auch entsprechende Vernunftempfehlungen gegeben - Rebalancing statt sturem Zeitplan (z.B. jährlich etc.) lieber "abweichungsbasiert" (wenn sich die Soll-Ist-Allokation der Assets um XY % voneinander verschoben hat) durchzuführen, und dabei auch mit eher weite Toleranzbändern, so dass das ganze auch situativ gerechtfertigt ist.

Auch lassen sich Kosten (und vor allem Steuern die bei Verkäufen von Gewinnerpositionen anfallen) weiter minimieren wenn man wie hier empfohlen auch "kontinuierliches Rebalancing" betreibt, also die Zielgewichtung wiederherstellt durch Fokussierung der regelmäßigen Sparraten auf die am weitesten unter dem Soll zurückgebliebene Position.

die steuerliche Teilfreistellung von 70 % gilt auch für den in den Worten des Finanzwesirs Petrusanteil (Tagesgeld/ Anleihen).

Wir hatten in einem anderen Faden dazu mal nachgerechnet, der sich dadurch ergebende Renditevorteil für den Arero läge konkret nur im nullkommanullirgendwas-Bereich. Also auch hier wieder, nicht überbewerten und Wunderdinge erwarten.

"Die Frage ist, ob über ein langfristigen Zeitraum diese zwei o.g. Vorteile nicht die oft von den DIY-Anlegern ins Feld geführten Kostenvorteile von Einzel-ETF-Strategien wettmachen?"

Aus meinen groben Erfahrungswerten eingeschätzt her nein, die 0,30 % Produktkostendifferenz zwischen Arero und günstigerem DIY-ETF Depot (welches obige Regeln befolgt, etc.) wird sich in den meisten Fällen durch diese zwei Dinge allein nicht wettmachen lassen.

Bei der Pro-Contra Diskussion über solche all-inclusive Mischprodukte geht es aber eh nicht nur rein um Kostenfragen (bzw. wer durch welche Kosten eine höhere oder niedrigere Rendite hat), sondern primär um Anlagepolitik. Der Arero wirbt ja selbst auch nicht unbedingt damit, durch irgendwelche Vorteile eine höhere Rendite als ein vgl. DIY-ETF Portfolio liefern zu können, sondern er spricht seine Zielgruppe vor allem auf der Bequemlichkeits-Ebene an. Der versprochene Produktnutzen liegt primär darin, dass sich der Anleger nicht mehr selbstständig um die Art, Auswahl und Gewichtung der Assetklassen (und dazu investierbare ETFs) beschäftigen muss, sondern das Mischprodukt einem dies "unter der Haube" für einen abnimmt.

Für wen das ein gutes Versprechen ist (und bereit ist dafür auch die entsprechend unvermeidlich etwas höhere "Bequemlichkeitsgebühr" zu bezahlen), der soll das gern machen, da wird ihn hier niemand davon abhalten wollen. Sagt der Finanzwesir in den Fazits der mehreren Arero-Artikel ja auch: lieber da investieren als überhaupt nicht investieren.

Wer aber so Dinge wie Asset-Allokation und ETF-Auswahl etc. schon alleine auf die Kette kriegt, der wird hier nicht unbedingt noch mega Zusatznutzen finden, der ihn unbedingt zum investieren in Mischprodukte zwingen würde (und wer das noch nicht kann, der kann sich ja immer noch erstmal hier beim Finanzwesir und anderswo die dafür nötige Bildung beschaffen).

Ein nicht unwesentlicher "Nachteil", wenn man so will, ist ja auch dass Arero und Konsorten durch ihre "fest eingebackenen" standardisierten Assetallokationen (ist ja ihr "du musst dich nicht darum kümmern"-Sinn) nicht jedem individuellen Anleger so richtig passend sein können. Wer z.B. eine viel höhere Aktienallokation verträgt als die vom Arero vorgesetzte, dem würde dadurch langfristig mehr Rendite entgehen als er durch alle möglichen minimalen Rebalancing/Steuer-"Vorteile" gewinnen würde.


AlexJ sagt am 04. September 2019

@ Max Alpha

Den von dir genannten Index gibt es leider nicht. Der ETF ist auf den MSCI ACWI IMI, da sind die Emerging Markets mit drin - und der war mir natürlich bekannt.


Max Alpha sagt am 05. September 2019

@Alex J

Hatte ich so aber auch geschrieben, schau:

SPDR bietet einen ETF auf den MSCI World ACWI IMI an.

Gruß
Max Alpha


Buyholdchecker sagt am 06. September 2019

Ich persönlich finde den Vanguard FTSE All World als Basis Investment mit am besten, die Gebühren betragen gerade einmal 0.25% pro Jahr...

Gruß
Buyholdchecker


Blackwater.live sagt am 07. September 2019

Ich persönlich finde den Vanguard FTSE All World als Basis Investment mit am besten, die Gebühren betragen gerade einmal 0.25% pro Jahr...

Da kann ich nur 100% zustimmen. Diesen nach Risiko gewichtet zu nutzen (risikoarmer Teil beispielsweise Tagesgeld, ist einfachste Variante) ist eine grundsolide und kostengünstige Basis. Natürlich kann man danach beginnen sich mit Spezialitäten zu beschäftigen. Und einige hier tun dies ja auch.
Wem es Freude macht, der kann sein Alpha dann suchen. Wem nicht, der ist ideal aufgestellt.

Aber aus der Bankerfahrung und den vielen Mails der letzten Monate würde ich sagen, hätten es mal viele so gemacht, statt sich Fonds und Fondspolicen andrehen zu lassen. Ich habe so viele Depots ausmisten dürfen, 99% wären mit einem Risiko gewichteten All-World Depot besser unterwegs gewesen.

@geschätzter Wesir

Die anderen 1% sind bei Christian T. 😉😂


Mr. Magenta sagt am 09. September 2019

Auch ich bin schon lange aktiver "Leser" des Finanzwesirs … seit es hier aber hauptsächlich um Podcasts und Videos geht, ist es meinerseits stark eingebrochen. Ich lese auch lieber :)


Hans sagt am 11. September 2019

Für mich persönlich ist das "Videogedöns" auch nichts, dennoch Respekt wer seine Freizeit dafür aufbringt. Was aber für mich absolute Leckerbissen darstellen sind einige Top-Beiträge von Albert und einigen usern hier, wie erst kürzlich von ChrisS zum Thema Renditen mit und ohne EM, IMI etc.

Bei Chris kann es sich eigentlich gar nicht um einen "normalen" Privatanleger handeln, dafür ist mir zu viel Ahnung vorhanden. Schreibst du da Gerd (Kommer), lach???????


Norior sagt am 12. September 2019

Kann es sein, dass das Video nicht verfügbar ist? Ich kann es hier auf der Homepage nicht anklicken und finde es auch bei Vimeo nicht :-(


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