08. Mai 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 19 / 2020)

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Frauen

Die Frau, das ewig geknechtete Geschlecht. Selbst die verdammten Corona-Masken passen nicht richtig. Mir gefällt der Text.

Von der Ex-Studentin: Meine Tipps für eine gesunde (finanzielle) Basis

"Ich bin gut darin, Pläne für mein Leben zu erstellen und genau so gut darin, diese Pläne zu verwerfen, wenn sich andere Türen öffnen oder sich Rahmenbedingungen ändern."

Die Amis sagen dazu "Strong opinions, loosely held" - so bringt man’s weit im Leben.

Weder Aktien noch Anleihen

Grupeer Scam – Wirklichkeit oder Wahnvorstellung?

"Mein Geld dort habe ich in jedem Fall für mich abgeschrieben, ich gehe nicht davon aus hier noch einen Cent wiederzusehen."

Immo-Crowdfinanzierer Bergfürst überwirft sich mit wichtigstem Partner. Egal ob geschlossener Fonds um die Jahrtausendwende oder die moderne Crowd-Cloud-Variante: Immos sind doch immer für ein solides Drama gut. Da werden Cent-Beträge überwiesen, um an E-Mail-Adressen zu kommen oder Allianzen mit ehemaligen Rivalen geschmiedet. Ein echtes Lannister-Business. Fragt sich, wie toll die Anleger es finden, wenn sie zwischen Drogon und Viserion geraten.

Nico recherchiert: Liegt das Glück im Gold? Na klar, denn:

"Bis zu einer Grenze von 2.000 Euro kannst Du in Deutschland Gold anonym kaufen (in den Nachbarländern und bis vor kurzem auch hier sogar noch deutlich mehr). Damit befindet sich Gold weitestgehend außerhalb der Kontrolle von Behörden."

Garantien

Eine weitere Umdrehung der endlosen Papyrusrolle mit dem Titel: "Aber isch hab’ doch Garantie."
Der Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt drastisch Immerzu will der Deutsche irgendeine Garantie und am Ende ist das Papier die Tinte nicht wert. Ohne diesen Garantiewahn wären wir ein Volk von Aktienmillionären. Jetzt sieht’s so aus:

"Gut möglich, dass das Finanzministerium einen Kompromiss wählt und einen Garantiezins zwischen 0,25% und 0,5 % genehmigt. Selbst das ist jedoch von der Versicherungswirtschaft nur schwer zu erwirtschaften."

Auf englisch

Taleb zum Thema Value at Risk: Against Value-at-Risk: Nassim Taleb Replies to Philippe Jorion.

"The risk management objective function is survival, not profits and losses."

Das als Link für alle, die Ihr Geld bei Scalable abgestellt haben. Aktuelle Performance im Echtgelddepot von Brokervergleich: -17,9 %. Da hätte man gleich 70/30 für 0,25% TER nehmen können und hätte das Ganze dann einfach ausgesessen. Und zwar ohne Umschichtung in Cash und Anleihen, wie es Scalable jetzt nach der Krise macht. Hier mein Uralt-Artikel von 2016: Was ist Value at Risk?

"Value at Risk ist nicht "Schwarzer-Schwan-sicher". Seltene Ereignisse, die grausam zuschlagen, brechen der VaR das Genick."

Berkshire Hathaway: Aktionärstreffen 2020

  • Warren Buffetts Auftritt ab 1:00:30
  • Hauptversammlung-Warm-Up ab 2:26:20
  • Hauptversammlung ab 2:48:00
  • Fragen und Antworten ab 3:07:00

(awa)

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Kommentare

ChrisS sagt am 08. Mai 2020

Noch mehr Artikel zum Themenkomplex, wie sich denn die Aktiven in der Krise so schlagen...

Morningstar fragt Ist in der Krise die Zeit der aktiven Manager gekommen?

Der Mythos des aktiven Managements, wonach der Fondsmanager in Zeiten der Krise seinen Mehrwert unter Beweis stellt, wird gerade einem harten Realitäts-Check unterzogen. Wie die wichtigsten Fondskategorien seit dem 19. Februar performt haben.

Wer Betteridge's Law of Headlines ("Eine Überschrift, die als Frage formuliert ist, kann meistens einfach mit Nein beantwortet werden") schon kennt, für den wird das kein großer Spoiler sein, daher vor allem für die Leute interessant, die noch den Versprechen der Aktis glauben - nein, man wurde von denen soweit eben leider nicht besser vorm Crash geschützt, im Gegenteil, mehrheitlich schnitten die alle auch nur ungefähr genausoschlecht oder gar noch schlechter als ihr einfacher Benchmarkindex ab.

Das ganze ist dabei sogar ein "Doppelschlag" - die ganzen Aufwärtsjahre zuvor hinkten die aktiven Fondsklassen auch schon ihren Benchmarks zurück (man hatte also schon hier einiges an Rendite verloren), und selbst jetzt im Knick schaffen sie es noch nicht mal ihre "entschuldigende Ausrede" (ja sorry, da war halt Aufschwung, da läuft eh jeder Mist gut, aberaberaber im Crash werden wir dann durch unser vorausschauendes aktives Umschichten euer Kapital dafür wiederum besser schützen!) dabei einzulösen, sondern haben überwiegend auch sogar (wieder mal) mehr Verluste produziert als der einfache Index.

Und weils so schön war, hier noch der nächste Schlag in die selbe Kerbe. Okay, das waren ja bloß die reinen Aktien- oder Anleihen-Fonds, aber die Kollegen aus den höheren Komplexitätsstufen werden sich doch bestimmt besser geschlagen haben, oder? Morningstar nimmt Multistrategiefonds unter die Lupe

Seit der Finanzkrise waren so genannte Hedgefonds light ein Renner im Vertrieb. Multistrategie-Fonds waren lange Zeit die Stars der Mischfonds-Manege. Zuletzt ist es eher ruhiger geworden um die Fonds, die vor allem ein effektives Risikomanagement versprechen. Wir haben uns die Fonds näher angeschaut.

...und kommt zu dem noch ernüchternderen Ergebnis, dass die im Kategoriedurchschnitt sogar noch schlechter performt haben als selbst die einfachen defensiven Mischfonds (die, wie wir oben im ersten Artikel schon gesehen haben, wiederum eine einfache Anleihen/Aktien-Indexbenchmark unterperformten). Auch hier wieder dasselbe Elend - geringerer Anstieg in Aufwärtsphasen und dafür auch noch größerer Verlust in Abschwungphasen.

Haja...


Tulpenmanie sagt am 08. Mai 2020

Mir bleibt die Spucke weg:

Denn getilgt werden soll das strittige Bergfürst-Projekt in Duisburg – mit Mitteln, die Bonafide nun wiederum bei Exporo eingeworben hat

Ist halt grauer Kapitalmarkt...


Matthias K sagt am 08. Mai 2020

Das Value-at-risk, Volatilität, Standardabweichung und quasi alle anderen „Risikomesswerkzeuge“ Vodoo und im Endeffekt völlig untauglich sind, sollte sich eigentlich langsam herumgesprochen haben. Mit der Korrelation ist es ähnlich, die sich gerade während Krisen spontan völlig verändern kann (was man durch kluge Diversifikation abfangen, aber nicht sicher vorhersehen kann). Das ist im Endeffekt ja der Nutzen der passiven Anlagestrategie, das sie ohne Risikomesswerkzeuge auskommt, sie sogar ablehnt.

Leider verbreiten auch intelligente, gute Leute wie Kommer diesen Unsinn munter weiter. Habe neulich sogar entsetzt feststellen müssen, das der Mensch ersthaft erzählen will, Aktienkurse seien gaussch normalverteilt, was seit den 60gern widerlegt ist. Die Effizienzmarkthypothese mag er auch, die ebenso Käse ist und Sicherheit vorgaukelt: Der jetzige Kurs ist immer der richtige, weil alle Informationen eingepreist sind. Soll heißen: Privatanleger Peter will 500k Erbschaft als Einmalanlage anlegen und kauft den MSCI World auch bei einem KGV von 399, weil der Markt hat ja immer recht. Und ja, langfristig macht er damit Gewinn, so etwa ab dem Jahr 2347...

Diese vorgekaukelte Messbarkeit von „Risiko“ verleitet Menschen dazu, höhere Risiken einzugehen als sie das normalerweise tun würden. Ein „Morgen scheint wahrscheinlich die Sonne, nimm aber sicherheitshalber einen Schirm mit“ löst bei Menschen anderes Verhalten aus als „morgen hat es exakt 18,2 Grad, die Temperatur fällt um 17:23 auf 18,1 Grad ab“.

Deswegen sehe ich auch Konjunkturprognosen so kritisch: Das IFO-Institut hat im Dezember für 2020 1,1%Wachstum prognostiziert. Nicht 1% oder 1-2%, nein, genau 1,1%, mit 90% Prognoseintervall von+- 1,4%. 63 Seiten, mit hunderten Variablen. Eine enorme Präzision wird vorgegaukelt. Nirgendwo, an keiner einzigen Stelle wird geschrieben: „Alle 10 Jahre liegen wir aber komplett daneben, nimm lieber einen Schirm mit“


Susi sagt am 08. Mai 2020

Zum Thema Garantiezins der Lebensversicherungen: Der Schlusssatz des verlinkten Artikels ist klasse:

Es wird Zeit, dass der Gesetzgeber über Sinn und Unsinn der totalen, kostspieligen Kapitalgarantie nachdenkt und seine Vorschriften an die neuen Zinsverhältnisse anpasst.

...sollte vielleicht umgeschrieben werden in: "Es wird Zeit, dass der Kunde über Sinn und Unsinn der totalen, kostspieligen Kapitalgarantie nachdenkt und dieses Zeug einfach nicht abschliesst."

Unglaublich, dass es immer noch Leute gibt, die sich sowas andrehen lassen.


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