10. Januar 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 2 / 2020)

Das ist die erste Freitagsliste für 2020. Ich hoffe, Sie alle hatten einen guten Start ins neue Jahr. Bevor wir mit der Freitagsliste starten, eine kleine Umfrage:

Vorabpauschale

Wie sieht es den bei den Thesaurierern aus? Wie hoch ist die Vorabpauschale pro 100 € Anlagevolumen bei Ihnen?
Normalerweise saugen die die Banken die Vorabpauschale als Quellensteuer direkt vom Verrechnungskonto ab und leiten die Euros ans Finanzamt weiter. Aber wenn da nix zu holen ist, muss das Finanzamt die Kröten schon selbst einfangen. Das bedeutet, der starke deutsche Staat setzt seine Truppen in Bewegung, um 7,45 € einzutreiben. Erlassen geht nicht, denn das benachteiligt alle, die Geld auf dem Verrechnungskonto haben.
Ganz ehrlich: Wir brauchen die Finanztransaktionssteuer, um die operativen Kosten dieses Unfugs zu decken. Da geht kein Cent in die Grundrente.
Also: Wer hat schon Erfahrungen gesammelt? Wie läuft eigentlich dieser Inkasso-Prozess ab? Wie sieht der Brief aus, den man vom Finanzamt bekommt?
Ich bitte um Rückmeldung in den Kommentaren.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Die 7 häufigsten Irrtümer über Kartenzahlungen.
Bei uns herrschen noch keine schwedischen Verhältnisse (ein Eis per Kreditkarte zahlen, kein Problem), aber auch keine deutschen Verhältnisse mehr (ich zahl die Schrankwand in bar).
Wir sind irgendwo dazwischen. Ja, digital zahlen ist sicher und schnell und in den meisten Fällen Bargeld durchaus ebenbürtig - oder sogar überlegen. Der einzige Nachteil: Die Metadaten. Selbst wenn das was ich kaufe geheim bleibt - die Bank sieht ja nur: 56,76 € im Biomarkt ausgegeben, die Metadaten reichen schon, um weitreichende Schlüsse zu ziehen. Wieso werden aus den Bio-Euros jetzt auf einmal Aldi-Euros? Und dazu noch ein Bon von Kik. Was ist da im Leben passiert? Stelle verloren? Scheidung? Wieso ändert sich das Ausgabeverhalten? Big Data übernehmen Sie!

Und dann kommen die von der Finanz-Szene auch noch ums Eck: Im Retailbanking gehören IT-Pannen (und entsprechende Shitstorms) jetzt zum Alltag.
Mein Cäsch in de Täsch ist immun gegen DDoS-Attacken.

"Künstliche Intelligenz – Eine Revolution in der öffentlichen Verwaltung". Man wäre ja schon froh, in diesem Biotop einfach mal natürliche Intelligenz anzutreffen. Für die BaFin gilt in diesem Zusammenhang:

"Alle Beschäftigten werden mit Zeus Bekanntschaft machen."

Der Scholzomat und die Currywurst. Wider die Finanztranskationssteuer. Die privaten Buy & Holder werden sie bezahlen, die Instis, die die großen Pakete in den Dark Pools hin- und herschieben nicht. Ihre Unfähigkeit oder ihren Unwillen hat die Politik ja bereits bei Cum-Ex eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

"Eine neue Steuer also, einzig und allein deshalb notwendig, weil die zukünftige Rentnergeneration weitere Zugeständnisse an die derzeitige Rentnergeneration machen soll. Was daneben immerfort das Prinzip aushebelt, dass man aus der Rente das bekommen soll, was man dazu auch beigetragen hat. Was sicherlich mitunter auch Menschen subventioniert, die in jeder ihrer Lebensdekaden der Ansicht waren, sie müssten "heute leben", weil sie "nicht der Reichste auf dem Friedhof sein" wollten und der Ansicht waren, Aktien wären Wettscheine."

Noch mal Scholz: Das Abschlussgeschenk des Herrn Scholz: Ab 2021 gibt es für Termingeschäfte wie Optionen nichts mehr zu lachen.

Häuptling Schwarzwasser schließt Frieden mit dem Finanzvertrieb.

Warum der Sinneswandel? Weil er eingesehen hat: Die Welt will betrogen sein.

"Die Stärken des Provisionsvertriebs: Er bedient die Schwächen ihrer Kunden und die wollen das auch so. Enger Kontakt um das Depot zu drehen und neue Produkte zu verkaufen. Der Kunde versteht zwar nicht, dass dies unnötig ist und pure Gebührenschneiderei, aber er schätzt den Kontakt und fühlt sich wichtig genommen."

Der Finanzvertrieb wie ein Rudel Schäferhunde: Die Herde wird in die richtige Richung bugsiert und die Banker übernehmen die psychologische und gedankliche Betreuung der über 60 Millionen Fillialbankschafekunden.

Der Finanzwesir sagt: Mit solidem Zynismus in die neue Dekade, so ist’s recht. Oder wie meine alte Chefin immer sagte: "Managing the expecations"

Pferdewetten: Wahrscheinlich das Sauberste, was es in der Glücksspielbranche gibt. Der Finanzwesir überlegt: Und was ist mit P2P und Exporo?

Denkfabriks 10 Prognosen für das Jahr 2020. Meine Favoriten: Die Prognosen Nr. 2 und Nr. 6

Game of Thrones neunte Staffel: Unendliche Spiele von Simon Sinek. Ein Buch über Führung, Skin in the Game und das große Warum.

Ist Lego das neue Beanie Baby? Die Finanzmixerin ist im Lego-Business

"Ungeöffnete Lego-Sets weisen scheinbar nach einiger Zeit eine gute Rendite auf. D.h. man kauft sich ein Set, lagert es ein und wartet einige Monate/Jahre. Mit der Zeit laufen die Sets aus dem Handel und werden dann unter Sammlern teurer gehandelt."

Der Finanzwesir sagt: Ich habe da noch einige Telefonkarten. Nur falls jemand Interesse hat. Diese Rohstoffspekulationen gehen langfrisitig nie gut. Staubfänger sind keine Assets.

2019 war schön, 2020 wird bestimmt noch besser. Aber hallo, das will ich doch hoffen!

(awa)

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Kommentare

Blackwater.live sagt am 10. Januar 2020

Hallo lieber Finanzwesir,

erst einmal wünsche ich Dir und Deinen Lieben nachträglich noch einen guten Start ins neue Jahr!

Zu meinem Sinneswandel: Ich denke das trifft natürlich nicht auf alle Menschen zu. Aber bislang bin ich davon ausgegangen, dass das Problem in Deutschland ein Mangel an Aufklärung ist. Bei den Finanzen, aber natürlich auch bei anderen Themen. Aber wir sehen eigentlich bei allen Themen, daran liegt es nicht. Sondern die Leute wollen es so. Ich will jetzt nicht politisch werden, das würde ausufern. Aber nehmen wir doch die Finanzen: Ich habe erlebt wie Menschen trotz Aufklärung sich bewusst für den Bankvertrieb entschieden haben, weil es dort die Bedienung eigener Eitelkeiten durch Private Banking gibt und man ein Mal im Monat anruft um neue Produkte "vorzustellen". "Wir haben da mal was neues, kennen Sie schon das neue kostenlose Zweitdepot?" etc. "Sie sind ein wichtiger Kunde, daher reduzieren wir den Ausgabeaufschlag und sie erhalten eine Flasche guten Weins (4,50 EUR, Rotwein, Südpfalz)"

Und ich behaupte mit größeren Bankfilialen ist es wie auf mancher HV. Sehen und gesehen werden. "Ach Hubert, Du auch hier? Oh, sogar PB Kunde."

Also warum Energie investieren, es ist ein freier Markt. Ich denke wir (die Finanzbloggerei insgesamt und im speziellen) haben 2020 genug vieler spannender Themen - alte und neue. Und wenn der Markt mal korrigiert oder gar die Luft rauslässt, dann ist das Gejammer groß. Die aufgeklärten Kunden der Finanzbloggerei wissen um Risiko, Vola, Geduld etc. Die sitzen das aus. Aber und da bin ich mir sicher: Der Bankkunde nicht. Er setzt sich damit nicht auseinander, denn es gibt ja den Berater. Und der kann alles vorhersehen und ist so kompetent. Ich lach mich schlapp. Die wenigen die hier gut sind, dürfen solche Äußerungen in der Bank gar nicht abgeben. (Regulierung etc.) und versuchen das bis zu Rente auszusitzen oder wechseln 2020 den Job. Das weiss ich von sehr vielen Bankern. Und die, die nichts wissen/können denken im Berufsalltag an und über vieles nach, nur nicht über Finanzmärkte.

Also, etwas Zynismus ja. Und weniger Erwartungen? Ja. Aber es gibt auch aus allen Schichten der Bevölkerung (und ich meine wirklich alle Schichten) Menschen, die anders sind. Und mit denen macht es wirklich Spass zu arbeiten. Und darauf soll der Fokus liegen.

Noch eine Frage, ich zitiere:

"Ganz ehrlich: Wir brauchen die Finanztransaktionssteuer, um die operativen Kosten dieses Unfugs zu decken. Da geht kein Cent in die Grundrente."

Ist das ernst gemeint? Ich konnte es nicht einschätzen. Es gibt eine Menge Unfug in dem Land, einiges an neuen Themen hast Du verlinkt. Aber ein neues Monster um andere Monster zu bekämpfen? Hört sich nach Chemo an. Der Krebs ist besiegt, ihre inneren Organe kaputt. Viel Spass beim Restleben…

Ich glaube Berlin brauch einen Neustart. Nur mit welcher Truppe? Es scheint nur verrückte zu geben.


Timo sagt am 10. Januar 2020

Hallo Albert,

auch dir wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr gehabt zu haben und diesen Schwung noch lange mitzunehmen (Momentum- Strategie ;) ).

Von meiner DKB habe ich bisher noch nichts zum Thema vorabpauschale gehört. Aber beim ETF-Yogi gibt es eine Übersicht, wie die Banken ihr Vorgehen beschreiben: https://www.etf-yogi.de/2020/01/08/vorabpauschale-kapitalertragssteuer/

Als Hamburger Bürgermeister war mir Scholz tatsächlich noch sympatisch, mit seiner norddeutsche Art. Aber als Finanzminister eindeutig eine Fehlbesetzung wie der Artikel einmal mehr aufzeigt. Wie man es (auf theoretischer Ebene) besser machen kann, zeigt interessanter Weise die Union. Wobei ich da was die Umsetzung angehen könnte auch keine Hoffnung habe: https://finanzblogroll.de/starterkit-altersvorsorge-csu/ (der Link ist aktuell nicht aufrufbar, warum auch immer)

Ansonsten freue ich mich darauf, dieses Jahr wieder mehr von dir zu lesen. Auf in in gutes und erfolgreiches Jahr 2020!


Geldfrau sagt am 10. Januar 2020

Lieber Albert,

ja, die Vorabpauschale. Ich bin auch wie du gespannt, was da auf uns zukommt, ganz praktisch.
Genug Knete auf dem Referenzkonto des Depots zu haben, ist schonmal gut, damit die Abbuchung nicht ins Leere läuft. Sonst muss das Finanzamt ran. Kann Frau/Mann aber auch provozieren ... :)
Und die sind klar im Vorteil, die ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilt haben!
Aber sowas macht der Finanzwesir ja im Schlaf.
Grüße! Auf ein heiteres und munteres neues Jahr.

Dani


CarstenP sagt am 10. Januar 2020

Der Kapitalist-Artikel ist irgendwie deprimierend, aber weckt auch schöne Erinnerungen, so ein kleiner Mensch kann das Leben ganz schön bereichern.

Wie kann jemand, der anscheinend keine Ahnung von Finanzen hat, Finanzminister sein?
Betreffen die maximal 10.000 EUR Verlust auch uns passiven ETF-Anleger?
Wie konnte man 2019 Verlust beim Investieren machen?

Da ging doch eigentlich alles nach oben, Aktien, Immobilien, Rohstoffe und sogar Anleihen, oder hat der Kapitalist sich verspekuliert?


JJ sagt am 10. Januar 2020

Hallo Finanzwesir,

ich würde die Frage gerne verstehen wollen, stehe aber gerade auf dem Schlauch.
Sie schreiben: "Aber wenn da nix zu holen ist,...."
Jedes Verrechnungskonto hat doch m.E. eine Art Disporahmen oder nicht? Dann steht man halt mit € 7,45 in den Miesen oder habe ich da was völlig falsch verstanden? Die Consors räumt per se €1000,- Verfügungsrahmen ein, da kann schon einiges anfallen, bis da wirklich nix mehr zu holen ist.
Ich selbst habe keine thesaur. ETF`s sodass mir der Vorgang an sich unbekannt ist.


Slowroller sagt am 10. Januar 2020

Ein frohes neues Jahr lieber Finanzwesir!

Ich mache drei Kreuze, dass der Vorabsteuerquatsch an mir vorbei geht und freue mich diebisch über die tollen Seiten der Digitalisierung.
Ich hab heute von Buhl die Mail bekommen, dass meine Jahressteuerbescheinigung zum download bereit steht, obwohl meine Gehaltsabrechnung erst heute mittag kam. Dazu ist es echt super, dass die genauen Zahlen für Elterngeld, Mutterschaftsgeld und solche Ersatzleistungen zielgenau in mein Steuerprogrämmchen kommt. So ist mehr Zeit um die Artikel mit den Steuertipps zu lesen ;-)

Alles Gute an alle Leser!


Kleinanleger sagt am 10. Januar 2020

Hallo Finanzwesir,

bei mir war genug auf dem Verrechnungskonto um die Vorabpauschale zu zahlen. Es wurden für meinen iShares S&P500 ETF (IE00B5BMR087), den ich seit letztem Jahr bespare und nun einen Wert von ca. € 4.000 hat, sensationelle € 1,23 (in Worten: Ein Euro und dreiundzwanzig Cent!!!!) an das Finanzamt abgeführt. Wozu das Ganze? Der Irrsinn kennt keine Grenze. Irgendwie müssen aber die Heerscharen von Finanzbeamten wohl beschäftigt werden und dann kommt sowas dabei raus. Existenzberechtigung und so.


Christian sagt am 10. Januar 2020

Zum Thema "Metadaten":

Wer sich zum Thema Datenschutz, auch im Zusammenhang mit Gesellschaft interessiert, dem kann ich nur wärmstens das Forum des Blogs von Mike Kuketz und das Buch von Katharina Nocun empfehlen.


wilcox sagt am 10. Januar 2020

@Lego

naja, das sollte man schon etwas differenzierter Betrachten.
Im Gegensatz zu Telefonwertkarten kann man mit Lego auch nach 50 Jahren noch etwas kreatives machen. Die Dinger sind gebaut für die Ewigkeit.

@staubige Assets

auf ein paar meiner alten Whiskyflaschen bildet sich auch immer Staub und die sind sehr wohl Assets.
Die behalten nämlich immer ihren inneren Wert ;)


Flurry sagt am 11. Januar 2020

Aaaaalso, was die Vorabpauschale angeht: Ich bin in Österreich steuerpflichtig, da gibt es keine Vorabpauschale sondern Thesaurierungen werden genauso versteuert wie Dividenden (die Fondsgesellschaften melden alles an die österreichische Kontrollbank), das ist erstmal einfach umzusetzen. Mein Broker ist Flatex und der bucht mir die Steuer immer einfach vom Referenzkonto ab. Wenn kein Geld drauf ist, kein Problem - dann geht das Konto einfach ins Minus. Warum nicht, das ist doch einfach, die ETFs lassen sich ja zu 40% oder so beleihen. Entweder man geht über die Kreditlinie ins Minus, dann sind es 4% Zinsen (oder so). Oder man hat keine Kreditlinie, dann halt 8% Zinsen (oder so). Es würde mich jetzt nicht wundern, wenn Flatex nicht genauso in Deutschland agieren würde.

Das wäre natürlich für alle Broker das einfachste, der Staat könnte die Broker schlicht und ergreifend zwingen, zu den Zwecken der Steuereintreibung zum Gläubiger zu werden. Dann bräuchte der Broker aber auch eine Banklizenz, sonst wird das nichts mit der unfreiwilligen Kreditvergabe. Oder der Broker bekommt dafür Sonderbefugnisse. Flatex hat ja eine Banklizenz, also kein Problem für die.


Roland sagt am 11. Januar 2020

Hallo Albert,

habe die Sache mit der Vorabpauschale bereits letztes Jahr durchlebt.
Bei der Consorsbank fiel damals Ende Januar 2019 tatsächlich eine Vorabpauschale von ca. 11 Euro an.
Da keine Deckung auf dem Konto vorlag, wolle man Ende Februar die Abbuchung noch einmal versuchen.
Da dann wieder keine Deckung vorhanden war, verschob man es auf Ende März.
Ende März war bei einem anderen Papier inzwischen ein Verlust von 1,50 Euro aufgelaufen. Der wurde mit der Vorabpauschale verrechnet. Die verbleibende Steuerschuld von ca. 2-3 Euro wurde dem Konto belastet, aber die Belastung sofort wieder storniert.

Das ist auch das Ende der Geschichte. Seitdem habe ich nichts mehr gehört, weder von der Bank noch vom Finanzamt. Ich gehe davon aus, dass das Finanzamt informiert wurde und mich dieses Jahr 2020 zu einer Abgabe der Steuererklärung für 2019 auffordern wird.
Ich gehe weiterhin davon aus, dass die bisher nicht gezahlte Steuerschuld auf der Steuerbescheinigung für das Jahr 2019 verzeichnet sein wird.

Viele Grüße
Roland


Matthias sagt am 12. Januar 2020

Ich habe zwei Fonds beizutragen. Depot bei Flatex, genug Guthaben auf dem Verrechnungskonto, 0€ Freistellungsauftrag erteilt.

ISIN: Vorabpauschale je 1.000€ Kurswert
LU0292107645: 57 Cent
IE00BCBJG560: 55 Cent

In Summe habe ich gut 20€ bezahlt. Für mich kein Grund, sich damit großartig zu beschäftigen. Überlegt mal wie wild in den Blogs vor einem Jahr diskutiert wurde. Viele wollten das selbst durchschauen, obwohl das alles die Bank übernimmt und man ohnehin nicht drum rum kommt. Stichwort „eigener Stundenlohn“. Einige ließen sich sogar verunsichern oder gar ganz vom investieren abhalten.


Jochen Schütze sagt am 12. Januar 2020

Hallo lieber Finanzwesir,

nur ein Detail bzgl. der "schwedischen Verhältnisse (ein Eis per Kreditkarte zahlen...)":
Kartenzahlungen kommen in Schweden schon aus der Mode -- sowohl im Lebensmittelladen auf der Schäreninsel als auch an der Garderobe der königlichen Oper ist man (mehr oder weniger) auf "swish" angewiesen: Eine Art Sofortüberweisung per Smartphone zwischen Konten, die mit der jeweiligen Telefonnummer identifiziert werden. (https://en.wikipedia.org/wiki/Swish_(payment))
Für Touristen und AuslandsschwedInnen auf Heimatbesuch nicht immer einfach...


Swlabr sagt am 12. Januar 2020

Hi Finanzwesir,

am 11.01.2020 wurde von meinen thesaurierenden ETFs bei Flatex die Vorabpauschale gebucht, bzw. vom Freistellungsauftrag abgezogen. Der Basiszins für 2019 wurde ja mit 0,52% festgesetzt, somit ergeben sich für je 100 EUR Fondsvolumen eine Vorabpauschale von 100 EUR x 0,52% x 0,7 (Faktor) = 0,364 EUR Vorabpauschale. Bei Aktienfonds bzw. ETFs kommen dann eben noch die 30% Teilfreistellungsquote zum Abzug, damit verbleiben 0,2548 EUR steuerpflichtiger Betrag je 100 EUR Anlagevolumen.

Flatex stellt je Thesaurierer ein Dokument aus, auf dem die Vorabpauschale in EUR/Stk. angegeben ist, z.B. beim ishares MSCI World-Koloss (A0RPWH) sind das 0,158287940 EUR/Stk. (sic!). Alles was seit Anfang 2019 von dieser Position im Depot lag, bzw. Anteile davon, die noch im Januar 2019 gekauft wurden werden voll berechnet. Anteile die im Februar/März usw. gekauft wurden, werden anteilig (11/12, 10/12 usw.) berechnet.

Bei mir hat wie gesagt der Freistellungsauftrag für meine beiden Thesaurierer ausgereicht, ansonsten würde das Verrechnungskonto bei Flatex wahrscheinlich einfach ins Minus laufen, wie von Flurry bereits geschrieben. Das tut es bei mir eh gelegentlich, da bei meinem tollen (Noch-)broker ab dem 1. EUR 0,5% Negativzinsen zu zahlen sind und ich versuche das Verrechnungskonto immer ausgeglichen zu halten (Negativeinlagen werden bei mir mit 4,9% verzinst). Da mein BaldExBroker ab 01.03. auch noch 0,1% Depotgebühren (+ MwSt.) verlangt hat sich diese Restlebenszeitverschwendung demnächst erledigt.


ChrisS sagt am 12. Januar 2020

"Normalerweise saugen die die Banken die Vorabpauschale als Quellensteuer direkt vom Verrechnungskonto ab und leiten die Euros ans Finanzamt weiter. Aber wenn da nix zu holen ist, muss das Finanzamt die Kröten schon selbst einfangen."

Jein, viele Broker-Verrechnungskonten (die meisten? keine Ahnung, so viele hab ich selbst ja noch nicht :-D) haben ja auch einen gewissen Überziehungsrahmen schon mit eingebaut. Wenn da also mal "nix zu holen" ist, wird der Betrag einfach ins Minus belastet, und man darf ihn hinterher mit angefallenen Zinsen wieder zurückzahlen. Die genauen Einzelheiten (habe ich überhaupt einen Überziehungsrahmen, und wenn ja, mit welchen Konditionen? etc.) wird aber Jeder selbst im kleingedruckten von seinem spezifischen Broker finden, da wird es durchaus Unterschiede geben können.

Mit dem Finanzamt wird man es also viel später erst dann zu tun bekommen, wenn man den Aufforderungen des Brokers/Bank für entsprechende Kontodeckung zu sorgen (da die als ausführende Stelle ja für die erste Eintreibung der Steuer eingespannt zuständig sind), nicht in genügender Zeit nachkommt, dann flattert halt irgendwann ne entsprechende Festsetzung und Nachforderung ins Haus. Mal ganz abgesehen das der Broker einem bei solch renitenter Nichtmitwirkung wohl auch das Depot wegen vertragswidrigem Verhalten kündigen wollen wird.
Bei manchen Fondsbanken wie z.B. ebase, steht auch noch dazu, dass die anfallende Steuer durch den Verkauf von Investmentanteilen in entsprechender Höhe realisiert werden kann.

Achja und noch ein bischen Pedantik zum korrekten Wortgebrauch - es ist eigentlich nicht die Vorabpauschale als solches, die abgesaugt wird, man bezahlt ja auch nicht die volle Vorabpauschale als Steuer. Die VP ist als unterstellter Mindestertrag des Thesaurierers (Jahresanfangswert der InvestAnteile x Basiszins x Teilfreistellung, und tatsächliche Wertsteigerung muss größer sein als VP, sonst null) erstmal nur die Besteuerungsgrundlage (und nicht vergessen, wird eh noch mit SFB und evtl. vorhanden Verlusttöpfen verrechnet), auf die dann die KeSt mit evtl. Teilfreistellung angewendet wird. Also Vorabpauschale x Teilfreistellung x KeSt = tatsächlich am ende abzuführende Steuerlast.

"Das bedeutet, der starke deutsche Staat setzt seine Truppen in Bewegung, um 7,45 € einzutreiben."

Wie gesagt, der deutsche Staat hat die wesentliche Hauptarbeit der Eintreibung ja schon auf die Banken und Broker abgewälzt übertragen, diese sind erstmal dafür zuständig die dreieurofuffzisch o.ä. von ihren Kunden abzuführen. Das wird in >99% aller Fälle auch weitgehend automatisiert problemlos klappen (ist ja nicht so als ob das Prinzip der Abgeltungssteuer allgemein was ganz unbekannt neues wär, nun kommt halt noch ne weitere Bemessungsgrundlage mit der VP hinzu, haja da wird die Banken-IT ein bischen ächzen und stöhnen, aber den Staat juckt das weniger, das Problem hat er ja delegiert), nur erst in den eher seltenen Fällen wenn die Broker/Banken selbst das Geld nicht schon eintreiben können, wird die Sache am Ende halt ans FA übergeben, ala "so wir (Bank/Broker) haben alles in unserer Macht stehende versucht, aber der Typ will immer noch nicht zahlen, hier übernehmt ihr mal wieder und schaut ob der Typ mehr Respekt vor euch hat".

"Ganz ehrlich: Wir brauchen die Finanztransaktionssteuer, um die operativen Kosten dieses Unfugs zu decken. Da geht kein Cent in die Grundrente."

Wie gesagt, abseits aller Polemik bleiben die operativen Kosten vor allem erstmal weitestgehend bei den Banken/Brokern hängen. Und abgesehen davon wäre eine Aufstockung der Finanzbehörden vielleicht auch nicht die schlechteste Idee, da ihnen noch zuviel Steuerhinterziehung durch fehlende Kapazitäten entgeht. :-D


ETF-Yogi sagt am 12. Januar 2020

Hallo,

Gute Fragen. Mein Artikel zur Vorabpauschale wurde ja oben schon von Timo verlinkt, wodurch ich auf den Beitrag aufmerksam wurde. (Vielen Dank!) Der Ansatz bei meinem Artikel war, die Banken zu fragen, wie sie es handhaben (was doch recht unterschiedlich ist). Daher würden mich Berichte von Nutzern, wie es tatsächlich abläuft auch sehr interessieren und ich lese hier gerne mit. Ein paar Banken gaben an, eine Vorabinformation durchzuführen, was ja ganz nett ist. Ob die wirklich erfolgt, kann ich nicht sagen und wer schaut eigentlich regelmäßig in sein Postfach beim Online-Depot? Vermutlich nicht sehr viele.

Liebe Grüße
Rolf


Chris sagt am 12. Januar 2020

Hallo Finanzwesir,

die Vorabpauschale nach Teilfreistellung (nur thesaurierende ETFs) beträgt bei mir pro 100 € Anlagevolumen ziemlich genau 0,10 €. Ich bin bei Flatex. Die haben mir bislang nur eine Abrechnung über die Vorabpauschale geschickt aber noch keinen Cent eingezogen.

Ich bin gespannt wie es da weitergeht...


Max Alpha sagt am 13. Januar 2020

Frage zu Schweden:

Ist das denn mittlerweile wirklich so extrem, wie es in Germany immer beschrieben wird?
Ich war ungefähr 2013 in Göteborg und ungefähr 2015 in Stockholm. Man konnte zwar überall mit Karte zahlen, auch im Kiosk. Wenn man aber Bargeld zückte war das auch ok. Selbst die Umrechnung von importierten EUR in Kronen mittels Taschenrechner wurde praktiziert. An jeder Ecke gab es Bankautomaten, die auch genutzt wurden. (Es macht ja auch Sinn, immer etwas Bargeld dabei zu haben, um auch dann zahlen zu können, wenn mangels Netz oder Strom die Kartenzahlung nicht funktioniert. Das ist mir in Deutschland schon passiert.)

Antwort zur Vorabpauschale:
War bei mir völlig unspannend. Je Thesaurierer ein Schreiben im Postfach. Wenn der Basiszins sich irgendwann von der 0 entfernt könnte es spannend werden. Als vorsichtiger Anleger habe ich schon in 2018 ein gewisses Polster für etwaige Steuerabzüge auf dem Verrechnungskonto angelegt.

Gruß
Max Alpha


Grandy sagt am 13. Januar 2020

Also Flatex hat auf meine Nachfrage das hier geschrieben:

Sehr geehrter "User"

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Vorabpauschale ist ein weiterer Teil der Investmentsteuerreform, welche generell für Investmentanteile (z.B. Fonds & ETFs) gilt.
Hierbei werden vergangenheitsbezogene Daten herangezogen um künftige Wertsteigerungen vorweg zu versteuern.

Die Lieferung der Informationen zur Höhe der Vorabpauschale erhalten wir seitens der WM-Datenbank (Datenlieferant des Elektronischen Bundesanzeigers).

Im Anschluss würde die Belastung der Steuer auf die Vorabpauschale zu Lasten des flatex Cashkontos erfolgen. Natürlich würden etwaige Freibeträge (z.B. Freistellungsauftrag, Verlustverrechnungstöpfe, etc.) entsprechend berücksichtigt werden.

Ein Einzug vom Referenzkonto ist leider nicht möglich.

Auch eine Vorabinformation über die voraussichtliche Höhe der Vorabpauschale können wir aktuell leider nicht zur Verfügung stellen.

Sollte keine ausreichende Deckung auf dem Cashkonto zur Verfügung stehen, wäre es rechtlich zulässig, dass durch die Steuerbelastung ein Sollstand auf dem Cashkonto entsteht.

Einer Überziehung des Kontos im Rahmen der Vorabpauschale kann jedoch widersprochen werden. Hier wäre eine kurze Nachricht Ihrerseits notwendig. Sollten wir aufgrund eines Widerspruchs keine Steuer auf die Vorabpauschale erheben können, so müssten wir jedoch eine Meldung an das zuständige Finanzamt vornehmen.

Die aufgrund der Vorabpauschale erhobene Steuer wird vorgemerkt und im Rahmen eines Verkaufs steuermindernd angesetzt. Auch bei weiteren Maßnahmen, wie z.B. einem Depotübertrag werden diese Daten natürlich mitgeliefert.

Wir hoffen Ihnen weitergeholfen zu haben und stehen für weitere Fragen sehr gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr flatex Team


Darf mir das Finanzamt überhaupt Post schicken, wenn die Forderung < Porto ist ? :-)


Marius sagt am 13. Januar 2020

Vorabpauschale:

Mein Broker maxblue hat mich am 13.01. über die Vorabpauschale informiert:

Für den ETF WKN DBX0AL (thesaurierend, Luxemburg) wurden 0,8108715100 € pro Stück mit dem Freistellungsauftrag verrechnet, abgebucht wurde also nichts.
Das macht pro 100€ Anlagevolumen im Fonds ca. 0,35€ Vorabpauschale.
Andere Fonds waren nicht betroffen, bei ca. 15% Anteil im Depot komme ich also auf 0,05€ pro 100€ Depotvolumen. "Operativer Irrsinn" trifft es schon ganz gut.


Mangalica sagt am 13. Januar 2020

Ich verstehe ganz ehrlich nicht, warum der Finanzwesir die Vorabpauschale als "Unfug" bezeichnet. Dieser pauschale Mindestertag ist ganz einfach das notwendige Übel, damit wir uns nicht mehr mit "steuerhässlichen ETFs", "ausschüttungsgleichen Erträge" und dem Bundesanzeiger herumschlagen müssen. Ist die steuerliche Situation bis 2017 schon wieder komplett vergessen? Jetzt ist es definitiv besser.


Klaus sagt am 13. Januar 2020

Hallo Finanzwesir,

zum Thema Vorabpauschale:
Bei mir sind es etwa 0,2% des aktuellen Wertes. Abrechnung erfolgte den Freistellungsauftrag.


DH sagt am 14. Januar 2020

Hier mein Beitrag zur Schwarmintelligenz in Sachen Vorabpauschale:

Depot bei der comdirect
EUR 0,06 / EUR 100 Anlagevolumen in thesaurierenden Fonds

Das ist im Vergleich vemutlich viel, weil ein erheblicher Teil des relevanten Anlagevolumens aus jüngerer Zeit stammt, d.h. der (pauschalierte) Gewinn 2019 im Verhältnis zum Anlagevolumen groß ist.

Es ist bislang keine aktive Information erfolgt, aber die Höhe der Steuer ergibt sich (bei mir unmittelbar) aus dem Betrag unter Verwaltung / Steuerübersicht / In Anspruch genommener Freibetrag. Besser wäre natürlich, wenn die comdirect ihre Kunden (zeitgleich mit der - virtuellen - "Abbuchung") aktiv darüber informieren würde...


Spaceman sagt am 14. Januar 2020

Bei mir wurde die Vorabpauschale mit dem Freistellungsauftrag verrechnet (ING Bank).
Ich finde das eigentlich recht komfortabel. Viel einfacher als Papierkram bei der Steuererklärung.


Thomas sagt am 14. Januar 2020

Hab ich gestern von der Commerzbank bekommen:
Steuerliche Behandlung: Vorabpauschale Ausland vom 02.01.2020
Stk. 118 BNPPEFR-ST.EUR.600 UE C , WKN / ISIN: A1W37K / FR0011550193
Steuerbemessungsgrundlage vor Verlustverrechnung (1) EUR 2,67
in Anspruch genommener Freistellungsauftrag EUR 2,67
Wert per 31.12.2019: 1.350,71 € ( Einstand 1.195,35 € )
Macht also 20 Cent pro 100 €


Krümel sagt am 14. Januar 2020

Hallo Finanzwesir,

Flatex hat bei mir am 11.01. (ohne Ankündigung) 5 Cent pro 100 € Anlagevolumen (DBX1A7) als Vorabpauschale abgebucht.

Noch eine Frage in die Runde an alle Flatex User: Wie geht ihr mit der Einführung von Depotgebühren zum 01.03. um? Auch wechseln und wenn ja wohin?


Michael sagt am 15. Januar 2020

DKB:

PDF-Info mit:

ISHSIII-CORE MSCI WORLD IE00B4L5Y983 Vorabpauschale pro St. 0,158287940 EUR
ISHS CORE MSCI EM IMI IE00BKM4GZ66 Vorabpauschale pro St. 0,081536360 EUR
XTRACKERS STOXX EUROPE 600 LU0328475792 Vorabpauschale pro St. 0,258846580 EUR

Leider keine Angabe des angewandten Kurses zum 01.01.2019 und woher der kommt, keine Angabe des angewandten Basiszinses. Gar nicht transparent. (Eine Rückrechnung ergibt Kurse nahe Xetra v. 02.01.2019).

Von den genannten Vorabpauschalen werden 30 % Teilfreistellung abgezogen und dann KESt. und Soli berechnet. Sehr transparent.

Belastet wurde das ausreichend gedeckte Verrechnungskto.


Presskoppweck sagt am 15. Januar 2020

Postbank, A1JXTG
Vorabpauschale 0,4727268 EUR pro Anteil verrechnet am 15.01 mit dem diesjährigen! (2020) Freistellungsauftrag


Presskoppweck sagt am 15. Januar 2020

@ Mangalica

Der Finanzwesir ist im besten Alter, d.h. er ist schon so alt, dass er die guten Zeiten erlebt hat und noch so jung, dass er sich daran erinnern kann!

Wie war das früher als noch Kurslisten (Sowohl Aktien wie auch Fonds) in den Wirtschaftsseiten der Tageszeitung abgedruckt wurden?
Da wollte man scheinbar der Bevölkerung Vermögensaufbau ermöglichen, sie vielleicht sogar an die Börse heranführen. Da waren Kurssteigerungen ähm ... waren die ... ähm gab es da wirklich was in steuerFREI?


David sagt am 16. Januar 2020

@Max Alpha

Wir waren 2019 länger in Schweden, Region zwischen Göteborg und Borås. Bargeld habe ich nur zwei mal wirklich gebraucht, einmal beim Friseur und einmal bei einer Fotografin. Sogar die 5 Kronen Eintritt zur Midsommarfeier (ca 50ct) konnte man beim ausrichtenden Heimatverein(!) mit Swish bezahlen. Aber ohne schwedische IBAN kommt man da nicht rein, also mussten wir auch hier auf ein paar Münzen zurückgreifen. Viele kleine Unternehmen in Schweden wie z.B. Pizza- oder Dönerläden freuen sich, wenn man unkompliziert mit Karte bezahlt, aber Bargeld geht an sehr vielen Stellen immernoch.


CarstenP sagt am 16. Januar 2020

Die Vorabpauschale ist zwar hässlich, doch immerhin fällt dadurch die Besteuerung von ausschüttungsgleichen Erträgen (Bundesanzeiger) weg. Allerdings hat der Gesetzgeber noch mehr auf Lager, was nur zum Nachteil von Anlegern ist.

DSW-Petition: Stoppt den Steuerirrsinn!


Gordon sagt am 16. Januar 2020

@Krümel

Ich bin kein Flatex User, verfolge aber das Broker Geschehen im Wertpapierforum.
Die Flatex Geschädigten scheinen sich beim smartbroker zu sammeln. Flatex und smartbroker haben wohl die selbe Zielgruppe.
Google mal wertpapierforum + smartbroker.

Gruß
Gordon


Wombat sagt am 17. Januar 2020

Ich kann bzgl. Vorabpauschale noch was von onvista dazusenfen:

Ende November gab es ein Infoschreiben, in welchen u.a. nochmals das Thema Vorabpauschale näher erklärt wurde und das diese ab dem 02. Januar 2020 eingezogen wird.

Zur Höhe gab es damals keine konkrete Aussage, nur die Info: "...Die tatsächliche Höhe der Vorabpauschale hängt von verschiedenen, auch individuellen Faktoren wie bspw. den fondsspezifischen Teilfreistellungsquoten ab. Ein Teil dieser Faktoren wird erst zum Zeitpunkt der Buchung vorliegen. Für eine individuelle Abschätzung, ob und in welcher Höhe Sie von der Vorabpauschale betroffen sind, ist es ggf. empfehlenswert, dass Sie sich mit Ihrem Steuerberater in Verbindung setzen..."

Spaßig: da hätte der Steuerberater wahrscheinlich nochmals das Zehnfache der Pauschale gekostet (beim Kleinanleger).

Und: "...Sofern Ihr Kundenkonto kein ausreichendes Guthaben für die Steuerbelastung ausweist, wird die onvista bank den Steuerabzug nicht ausführen. Stattdessen ist die onvista bank gesetzlich verpflichtet, eine Finanzamtsmeldung abzugeben..."

Jetzt im Januar kamen dann auch die Ertrags-/Steuermeldungen - nicht zusammengefasst, sondern für jede Anlage an einem anderen Tag. Die Beträge wurden auch direkt an den Tagen der Meldungszustellungen gebucht. Hätte jemand da noch kurz sein Verrechnungskonto aufmunitionieren wollen, wäre das zwecklos gewesen.


Silke sagt am 27. Januar 2020

Hallo,

ich hatte letztes Jahr ein zusätzliches Depot angelegt und den Freistellungsauftrag glatt vergessen. Bei Consors zahle ich jetzt je 1000 Euro Anlagewert 0,32 Euro beim World und 0,34 beim Emerging Markets Fond.

Auf meinem Verrechnungskonto lagerte Geld fürs Balancing, also kann ich über Abbuchungsverlauf, wenn kein Geld da, nix berichten.


Jan sagt am 27. Januar 2020

Hallo,

ich habe eine Frage zu der neuen Besteuerung von thesaurierenden Etf.
Ich habe bis jetzt zur Vereinfachung der steuerlichen Bearbeitung und auch als psychologische Stütze Dividenden ETF gekauft.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt an dem die jährlichen Dividenden die 801€ Marke knacken könnten.

Nun komme ich ins grübeln, ob ich vielleicht die Vorteile des thesaurierenden ETF für mich nutzen sollte. Bislang erschiehn es mir zu komplizierten und zu aufwendig. Insbesondere die Quellensteuerproblematik schreckte mich ab. Außerdem fand ich die Aussicht nicht berauschend, min. 30 Jahre lang alle Papiere aufzubewahren um dann bei Auszahlung die passenden Belege vorzeigen zu können. (Wer weiß wie wann die steuerliche Situation aussieht und wie fit man dann noch ist sich wieder da rein zu fuchsen)

Folgende Fragen hätte ich nun noch bezüglich der thesaurierenden ETF:
1) Wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es nun nach der Reform keine steuerhässlichen ETF mehr, selbst wenn man einen physischen ausländischen thesaurierer kauft? Oder habe ich einen Denkfehler?
2) Die Belege müssten nun allerdings weiterhin aufbewahrt werden, wenn ich es richtig verstanden habe?
3) Die Berechnung und den Einzug der Vorabpauschale vom Referenzkonto sowie die Überweisung ans Finanzamt übernimmt der Broker (DKB).
So dass dieser Teil recht bequem für den Kunden gehandhabt wird, richtig?

Sorry für meine vll. etwas naiven Fragen, aber wie das in der Praxis läuft habe ich auch noch lesen von diversen Blogeinträgen und Artikeln noch nicht raus.

Viele Grüße
Jan


Joerg sagt am 29. Januar 2020

Die Bank macht alles automatisch?

Prüft Eure DKB-Abrechnungen für die Vorabpauschale!

Bei uns bestand ein Verlusttopf aus Aug.2019 (https://www.finanzwesir.com/blog/steuern-optimieren-aufwand#1573211380), aber die DKB hat die Vorabpauschale nicht damit verrechnet sondern das Verrechnungskto in's Minus gesetzt.

Obwohl die DKB es sehr schön selbst auf der Abrechnung S.2 erklärt (§43a Abs3 Satz1-2 EStG):
Verrechnungsreihenfolge von Verlustverrechnungstöpfen:

  • Verlustverrechnungstopf Sonstige (z.B. Kursverluste aus ETF-Verkäufen)
  • Sparer-Pauschbetrag
  • anrechbare ausländ. Quellensteuer
    [Dies beantwortet nebenbei auch die hier schon manchmal aufgekommene Frage, was zu erst kommt: Verlustverechnungstopf Sonstige (Ja) oder SparerPauschbetrag (Nein)]

Also, nur wer Verlustvorträge aus 2019 im Topf Sonstige hat (also keine Verlustvorträge aus Aktien-Verkäufen, sondern aus z.B. ETF-Verkäufen), könnte überprüfen, ob die DKB es bei ihm richtig gemacht hat.

Nach Rückfrage vor 8 Tagen hat sich DKB endlich gemeldet: sie ziehen es im Februar glatt (d.h. die im Jan abgeführte Steuer wird uns wieder erstattet).

LG
Joerg


suchenwi sagt am 31. Januar 2020

Mittlerweile bin ich an einem Punkt an dem die jährlichen Dividenden die 801€ Marke knacken könnten.

Weitermachen - bei mir waren heuer die 801€ ("Steuerferien") schon am 31.1. ausgeschöpft, aber im Quellensteuertopf liegen immer noch 87.05, das könnte ungefähr die Erträge vom 1.2. abdecken...

...und danach werden dann halt Steuern gezahlt (KESt+Soli+KiSt), auch keine Schande. Der Staat braucht halt Steuern. Als Rentner fülle ich bei jeder ESt-Erklärung die Anlage KAP aus, und kreuze Günstigerprüfung an.
Das weitere regeln ELSTER/Finanzamt... :)


Hafenguy sagt am 05. Februar 2020

Wie ist das eigentlich mit der Vorabpauschale? Gibt es ein Szenario, in dem die ausschütter steuerlich besser gestellt sind als die thesaurierer?
Wenn z.B. der Leitzins höher wäre als die Ausschüttungsrendite, zahlt man da als thesaurierer mehr Steuern oder gibt es eine Deckelung?


Max Alpha sagt am 06. Februar 2020

@Hafenguy

Hier kannst Du es vom Meister selbst erfahren:
https://www.gerd-kommer-invest.de/ausschuettende-vs-thesaurierende-fonds/

Sein Fazit:

Verallgemeinernd hat unsere Szenario-Analyse gezeigt, dass (a) die kostenmäßigen und steuerlichen Unterschiede für Anleger zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds vermutlich oft überschätzt werden und dass (b) die meisten rational agierenden Anleger mit thesaurierenden Fonds in vielen relevanten Konstellation leicht und manchen deutlich besser stehen. Die Betonung liegt dabei auf “rational agierende Anleger”. In emotionaler Perspektive haben ausschüttende Fonds für “irrationale” Anleger die gefühlten Vorteile, dass bei ihnen keine oder weniger Anteilsverkäufe notwendig sind, sie sich über Dividendenzahlungen auf das Verrechnungskonto mehr freuen können als über betragsgleiche Anteilspreissteigerungen und dass sie keine oder weniger Steuerliquidität von außerhalb des Portfolios beschaffen müssen.

Ich bevorzuge die ausschüttende Variante. Mach Dir nicht zu viele Gedanken deswegen, egal welche Variante Du wählst, Du liegst richtig damit.

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 14. Februar 2020

Cum Ex, Cum Cum und kein Ende!
Weil hier in diesem Wochenrückblick von Cum Ex und Finanztransaktionssteuer die Rede war:
Googelt mal warburg cum ex Hamburg

Da bleibt einem wirklich die Spucke weg. Wie soll man da akzeptieren, dass mit der Finanztransaktionssteuer eine neue Steuer eingeführt werden soll, die Menschen das Leben erschwert, die lediglich für ihre Altersvorsorge sparen wollen?

Gruß
Max Alpha


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