24. Januar 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 4 / 2020)

Nachtrag zu den Ankündigungen von letzter Woche

Das Seminar im November hat jetzt auch sein Wochenende gefunden: Wir werden am 21. November im Kölner Hilton am Dom sein.

JustETF meets Finanzwesir

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht. Für alle, die dabei sind eine Durchsage: Wenn Sie mein Buch haben und gerne eine Signatur hätten: Bringen Sie es mit. ;-)
Wenn Sie eine Signatur möchten, aber kein Buch haben: Es gibt einen Büchertisch. Schleppen Sie sich nicht mit dem Buch ab. Unterstützen Sie den lokalen Buchhandel und kaufen sie Paperback oder Hardcover direkt vor Ort. Dann kriegen Sie Ihre Signatur und müssen das Buch nur nach Hause tragen. Die Paperback-Ausgabe wiegt ein gutes halbes Kilo. Vom Hardcover wollen wir gar nicht reden.

Jetzt aber:

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Entnahmestrategie: Wie viele Nullen brauche ich?

Wenn die Vier-Prozent-Regel doch eher auf drei Prozent hinausläuft. Welchen Einfluss haben Steuern auf die sichere Entnahmerate? Georg modelliert das Steuersystem bis ins Jahr 2079. Ambitionert, aber transparent und nachvollziehbar.

"Ich habe mir deshalb angesehen wie sich diese Parameter in der Vergangenheit entwickelt haben und daraus eine Projektion für die Zukunft abgeleitet. Aber auch das gegenwärtige politische Umfeld ist wichtig. Deutschland wird meiner Meinung nach derzeit deutlich sozialer. Der Ruf nach Umverteilung ist so laut wie nie zuvor."

Der Portfolio-Architekt ist nicht so ein Schisser wie Georg: Mit einer halben Million in Rente.

Sein Fazit:

"Da sich der Großteil der Fläche der Glockenkurve hauptsächlich zwischen 3 und 5 bewegt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Endkapital innerhalb dieses Bereiches fällt."

Georg oder Portfolio-Architekt? Welchem Simulanten geben Sie die Rose?

Wertstabil anlegen - nicht immer einfach

Sie wollen Geld waschen? Wir empfehlen den Erweb eines VanGoghs. Der Kunstmarkt ist ein schwarzes Loch.

"Grundsätzlich funktionierte der Kunstmarkt, in dem jährlich an die 70 Milliarden Dollar umgesetzt werden, vollkommen unterhalb des Radars einer internationalen Aufsicht und ohne Regelwerk. Ein wertvolles Kunstwerk an sich ist ein perfektes Vehikel, um unversteuerte Gelder zu verstecken oder zu waschen."

Der Finanzwesir fragt sich: Wie ist die langfristige Wertstabilität eines weißen Riesen (seine Waschkraft macht ihn so ergiebig)? Wo kriege ich Waschkraft her, wenn Zoll und Steuerfahndung alles zu Schaum schlagen?

Wie die Jungfrau zum Kind: Ich habe Daimler-Aktien vererbt bekommen – was soll ich tun?

Na, verkaufen, denn

"der Benz befindet sich noch immer in einem intakten Abwärtstrend."

Aber, ist doch geerbt!
Ja und, der Tote ist tot, dem ist es egal und warum das Erbe zwischen den Händen zerrinnen lassen?
Ach ja und in den Kommentaren natürlich wieder das Obligate:" Also, ich setz’ auf Tesla!"

Windkraft, ein zuverlässiger Wertvernichter.

"Der Wert eines Hauses in einem Kilometer Entfernung zu einer Windkraftanlage sinkt demnach im Durchschnitt um gut 7 Prozent. Die Installation einer Windkraftanlage kann für Hausbesitzer folglich einen Vermögensverlust von mehreren Zehntausend Euro bedeuten."

Hier die Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung: Local Cost for Global Benefit: The Case of Wind Turbines.

Was ist das? Gruselszenario oder Kaufgrund für einen Robotik/KI-Fonds?

Wenn es um Einzelaktien geht sind Fachpublikationen eine deutliche bessere Quelle, als Finanzblättchen.

Kleine Erinnerung, nicht alles zu glauben, was da so verbreitet wird: Neuer Finanz-Porno von FMW.

"Ob die Prognosen von Journalisten-Darstellern wie Markus Fugmann, die vor Jahren getroffen wurden, zutrafen, wird nie überprüft."

Kind vs. Sparrate

Bekenntnisse eines Frugalisten: Seit ich Vater bin spare ich kaum noch. Aber ich habe einen tollen Kalender, in den ich meine Jahres- und Wochenziele eintragen kann.
Nichts gegen einen Kalender! Hab’ selbst einen und finde ihn sehr gut. Manches muss einfach analog sein.

(awa)

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Kommentare

Max Alpha sagt am 24. Januar 2020

In dem „Finanzen erklärt“ Artikel zum Thema Steuern fand ich den Satz zu Thesaurierern

Dadurch zahle ich bei den Entnahmen nur auf deren Gewinn-Anteil Steuern. Der durchschnittliche Steuersatz auf meine Entnahmen wird dadurch, anders als bei einer Dividenden-Strategie, weniger als 25% betragen.

etwas missverständlich. Beim flüchtigen Leser könnte der Eindruck entstehen, dass eine thesaurierte Dividende in einem ETF in Bezug auf die Entnahmephase vorteilhafter wäre als die ausgeschüttete.

Gruß
Max Alpha


Reinsch sagt am 24. Januar 2020

Naja, dem Artikel von Frugalist Oliver die Überschrift "Seit ich Vater bin spare ich kaum noch" zu verpassen ist ja schon ein wenig ungerecht.
Wir reden hier von einer jährlichen Sparleistung von >10.000€ bei einer Sparquote von über 50%. Das liegt doch deutlich über dem Durchschnitt.
Für die Rente mit 30 dürfte es aber selbst bei frugalem Lebensstil etwas knapp sein...


BigMac sagt am 24. Januar 2020

Welchem Simulanten geben Sie die Rose?

Keinem von beiden. Der Ansatz von Georg ist in meinen Augen übertrieben. Eine aufwändige Spielerei von jemanden, der Spaß an Modellen hat. Auch der Portfolio-Architekt macht es nicht wirklich besser, vor allem nicht im Ergebnis. Mein größter Kritikpunkt: Bei beiden suggerieren mir die Ergebnisse "Mit Menge n am Zeitpunkt t klappt das Vorhaben." - es fehlt die Ergänzung "... mit einer Wahrscheinlichkeit von x%.". Zudem halte ich das Fehlen eines Puffers für (zu) gefährlich. Wessen Entnahmeplan platzt, weil es Änderungen bei der Besteuerung mit vergleichsweise geringen Auswirkungen gibt, hat einen fatalen Fehler gemacht.

Mein Vorgehen: Ein im Vergleich zu den beiden Simulanten simpler, auf mich zugeschnittener Finanzplan in Excel inkl. einer Hochrechnung meiner Ausgaben auf der Basis meines Haushaltsbuch, bei dem ich die wichtigsten Parameter sehr konserativ ansetze und "einmalige" Ereignisse simuliere, z.B. Börsencrash, Hausrenovierung. Eine Stunde mit unterschiedlichen Ereignissen und Parametern gespielt und ich wusste was ich im schlimmsten Fall aushalten kann / wie hoch mein Kapital sein muss / wann ich den Ausstieg wagen kann.


Finanzwesir sagt am 24. Januar 2020

Hallo Reinsch,
ich mag Oli, kenne ihn persönlich. Von daher ist es mir ein Anliegen, ihm möglichst viele Klicks zu verschaffen ;-)
Deshalb die schwungvolle Überschrift. Das hat ja - zumindest bei Dir - geklappt. Und für Oli ist das ja, wie er selbst sagt, ein Negativrekord.

Beste Grüße
Finanzwesir


Tulpenmanie sagt am 24. Januar 2020

Windkraft, ein zuverlässiger Wertvernichter.

Dann will ich mal sehen, wie sich der Wert verändert, wenn jemand einen Braunkohletagebau oder ein Atomkraftwerk neben das Eigenheim baut.


Presskoppweck sagt am 24. Januar 2020

Zu Väterchen Frugalist:

ich finde es schon etwas gewagt, eine Sparrate von 53% als "spare ich kaum noch" zu bezeichnen.

Von dem englischen Windmühlenartikel habe ich nur die verlinkte, deutsche Zusammenfassung gelesen. Was mir da ins Auge sticht: Windräder auf dem flachen Land ergeben bis zu 23% Wertverlust bei den Anwohnergebäuden, die Anwohner laufen Sturm gegen Windräder. Windräder in Stadtrandlage führen hingegen kaum zu Wertverlust, die städtische Einwohnerschaft begrüßt die Energiewende scheinbar viel stärker als die Landeier.

Warum zieht man da nicht den logischen Schluß, die Windräder alle in Stadtrandlage zu bauen und somit die ganzen zusätzlichen Stromtrassen einzusparen?

scnr


Toby sagt am 24. Januar 2020

Hi,

wieder einmal vielen Dank für die wöchentliche Zusammenstellung.
Ich lese es regelmäßig und freue mich jedes Wochenende auf den bunten News-Mix aus der Finanzwelt.

Diesmal kam mir beim Lesen des Windkraftartikels ein Gedanke in den Kopf:
Ich habe nur den Artikel gelesen und nicht die Studie, aber könnte es nicht sein, dass die Region schon vorher schwach war, die Grundstückspreise (somit die Häuserpreise) am fallen waren und erst deshalb interessant wurden für Windkraftanlagen?

Es kommt mir komisch vor, dass ein Windrad in 3-5km Entfernung immernoch Einfluss auf den Hauspreis haben soll, dessen Ursache das Windrad hat.
Die Studie sagt außerdem, dass der Einfluss an einem Stadtrand weniger hoch ausfällt. Daraus schließe ich, dass die Lage(Lage,Lage) den Preis mehr beeinflusst als ein Windrad in >1km Entfernung (neben dem Haus sieht es bestimmt anders aus).

justmy2cents
bitte weiter so, Grüße


Presskoppweck sagt am 24. Januar 2020

@ Toby

Für Windkraftanlagen sind die Grundstückspreise irelevant. Es kommt darauf an was an Wind geerntet werden kann.
Daher findet man WKA entweder im absoluten Flachland oder landeinwärts auf Anhöhen. WKA sind übrigens Rudeltiere ;-)

Zu den 3-5 km: Auf diese Entfernung sind WKA sehr gut zu sehen, und wer aufm Land lebt, weil er die Natur genießen will...
Bezüglich der hörbaren Frequenzen kann ich nur vermuten, dass dies windabhängig ist. Unsere Autobahn ist z.B. 2 km entfernt und je nach Windrichtung hört man das sehr deutlich. Für den wahrscheinlich noch übleren Infraschall sollten ein paar km erst recht keine Entfernung sein.


Max Alpha sagt am 25. Januar 2020

Zur Windkraft:

Ich glaube, dass das TamTam das gemacht wird, wenn irgendwo ein Windrad aufgestellt wird, derzeit einfach deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als der Widerstand gegen andere Projekte. Wenn ich mir ansehe, welches Theater mittlerweile gemacht wird, wenn - in Zeiten der Wohnungsnot - in urbanen Gebieten eine wohnbauliche Nachverdichtung vorgenommen werden soll, dann finde ich das mindestens genauso extrem.

Wenn man spaßeshalber die Bürgerversammlungen im Zuge der B-Planänderungen besucht kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Hochkarätige Anwaltskanzleien- von denen man ansonsten vielleicht mal in der FAZ liest- halten aufwendige Powerpointpräsentationen für den Zahnarzt von nebenan, um ein vermülltes Dreckloch, dessen Bebauung jeden erfreuen sollte, als schützenswerte grüne Lunge zu verkaufen.

Man kann sich Vorträge von artenschutzrechtlichen Sachverständigen anhören, in denen dargelegt wird, wie sichergestellt werden muss, dass bei dem Abbruch eines alten Hauses mitten in einer seit Urzeiten von Menschen bewohnten Stadt, ein Ausweichquartier für Fledermäuse geschaffen wird. Der Erfolg der Maßnahme ist gutachterlich von einer verstaubten glatzköpfigen Gestalt zu überwachen.

Nicht zu vergessen die wackeligen Beweisfotos der schnäbelnden Wasseramseln, die im letzen Sommer auf dem Grundstück ihr Quartier gefunden haben. Kommt jetzt noch ein Steinkauz, dann ist das Projekt beerdigt!
All das um sicherzustellen, dass auf Nachbars Grundstück bloß niemand baut oder gar wohnt.
Ich habe den Eindruck, dass uns die Dinge, die in den frühen 80ern als Bürgerbewegung verkauft wurden, nun so langsam auf die Füße fallen, da sie uns zeitlich bei der Schaffung von Wohnraum oder regenerativen Energien extrem ausbremsen.

Ich finde, wenn man darüber nachdenkt, für die schnellere Umsetzung beispielsweise der Windkraft die Zügel zu lockern und die Beteiligung von Anwohnern einzuschränken, dann sollte das auch in allen anderen Bereichen gelten.
Egal ob Windkraft, Wohnungsbau oder Giftmülldeponie.

Gruß
Max Alpha


Georg sagt am 25. Januar 2020

Hallo Max Alpha,

der flüchtig entstandene Eindruck ist meiner Meinung nach genau richtig. Eine thesaurierte Dividende ist für die Entnahmephase aufgrund der gestundeten Steuerzahlung vorteilhafter.

Wieso bist Du da anderer Meinung? Habe ich etwas übersehen?

Gruß
Georg


Max Alpha sagt am 26. Januar 2020

@Georg

Nein Georg, Du hast nichts übersehen und Du liegst auch absolut richtig mit Deiner Aussage.
Wenn sich jemand wirklich nur die Dividende auszahlen lässt. Wenn Du aber einen Anteil eines ausschüttenden ETF verkaufst (bestehend aus Einzahlung und Kursgewinn), dann gibt es keinen Unterschied. (Oder habe ich etwas übersehen? Das halte ich für viel wahrscheinlicher) Für Dich mit Deinem beruflichen Hintergrund wird diese Aussage trivial sein.

Ich glaube aber, dass viele flüchtige Leser, die auch nicht lange nachrechnen, deinen Artikel mit der Erkenntnis verlassen, dass man auf Thesaurierer weniger Steuern zahlt als auf Ausschütter.
Auch wenn Du in Deinem Artikel klar zu Ausdruck bringst, dass Du von einer „richtigen“ Dividenden-Strategie ausgehst, also von jemandem, der wirklich nur die Dividenden entnimmt.

Dein Blog gefällt mir übrigens sehr gut, lediglich das kommentieren ist weniger anonym als beispielsweise hier. Sonst hätte ich Dir auch direkt etwas geschrieben.

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 26. Januar 2020

@Georg

Vielleicht noch kurz zur Ergänzung und zum Verständnis:
(Diese ist also Teil 2 meiner Antwort, ich weiß nicht, in welcher Reihenfolge sie hier erscheinen).

Es ging mir nicht um den Vorteil der Steuerstundung sondern wirklich nur um den Moment, zu dem ich mit 67 erstmalig Geld entnehme. Verkaufe ich einen Thesaurierer, dann erhalte ich quasi Einzahlung + Kursgewinn + thesaurierte Dividende. Dadurch, dass meine Einzahlung steuerfrei ist, liege ich unter 25%. Lasse ich mir bei einem Ausschütter nur die Dividende auszahlen, liege ich natürlich bei 25 %. In beiden Fällen zahle ich auf die Dividende 25%.

Ich hoffe, dass ich klar machen konnte, was mir durch den Kopf ging.
(Sollte ich völlig falsch liegen, dann wird Dir klar, warum Anonymität beim Kommentieren für mich wichtig ist).

Gruß
Max Alpha


Christine sagt am 26. Januar 2020

Danke für die wie immer schön skurrile Sammlung :-)

Amüsant finde ich auch, dass sich Leute da Mühe geben mit den künftigen Änderungen bei der Einkommensteuer, aber eins vergessen: Es gibt nach wie vor eine Vermögensteuer (allerdings seit 1997 ausgesetzt). Noch gar nicht so lange her. Aber da sind die meisten Blogger wahrscheinlich zu jung, um sich dran zu erinnern. Was will ich damit sagen: Die vermeintliche Präzision bringt eine vermeintliche Sicherheit. Denn es kommt immer anders, als man denkt. Und falls die Marktprognose doch eintreffen sollte, dann stimmt vielleicht meine angenommene Rest-Lebenserwartung nicht ...


Thomas sagt am 27. Januar 2020

@Max Alpha

Ich habe den Eindruck, dass uns die Dinge, die in den frühen 80ern als Bürgerbewegung verkauft wurden, nun so langsam auf die Füße fallen, da sie uns zeitlich bei der Schaffung von Wohnraum oder regenerativen Energien extrem ausbremsen.

Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht korrekt.

  1. "Energien" kann man nicht schaffen, es gilt der Energieerhaltungssatz.

  2. Sog. regenerative Energien in Form von Windkraft benötigen praktisch die gleiche Leistung nochmals als Backup in konventioneller Form, adäquate Speichermöglichkeiten sind nicht mal ansatzweise im benötigten Umfang verfügbar. Hinzu kommt, dass die Regierung keinerlei Anstrengungen unternimmt gesundheitsschädliche Einflüsse zu untersuchen, absichtlich, denn wer weiß was dabei raus käme.

Weiterhin gibt es inzwischen Untersuchungen die zeigen, dass aufgrund der bodennahen Abbremsung der Windgeschwindigkeit durch Windräder ein Ausbau der Windkraft zur Erderwärmung beiträgt und erst nach etwa 100 Jahren Betriebsdauer ein Windkraftrad eine insgesamt positiven Beitrag diesbezüglich liefert - und kein Windrad läuft so lange. Nicht eingerechnet sind die Probleme der mangelhaften Recyclingmöglichkeit der verbauten CFK-Flügel, die Bodenverdichtung durch die riesen Fundamente, auch auf dem Transportweg, CO2-Emissionen durch die Betonherstellung für die Riesenfundamente, Schallemissionen, Vogel- und Insektenschädlichkeit, Waldabholzungen um Platz zum Aufbau zu schaffen usw. usf.

Das ganze ist Geldverschwendung pur, äußerst uneffektive Technik mit schlechtem Wirkungsgrad. Das erkennt man ja auch an unseren Strompreisen. Wenn etwa so stark subventioniert werden muss, kann es im wirtschaftlichen Kontext nicht taugen. Dafür importieren wir jetzt Kohle-Strom aus Polen und Atom-Strom aus Tschechien - wobei unsere eigenen Kraftwerke vermutlich sauberer und sicherer waren. Wenn es um CO2 ginge könnte man ja einfach auf die neuste Generation von Atomkraftwerken setzen. Aber darum geht es ja nicht.

Zudem wäre es schon eine recht einmalige Sache wenn es ein monokausales Erklärungsmodell für den vermeintlichen Klimawandel gäbe und CO2-Einsparungen relevant etwas ändern würden. Es ist lediglich ein willkommener Grund neue Steuern einzuführen um die seit 2015 kontinuierlich wachsenden Probleme mit den Sozialkosten im Bundeshaushalt zu stopfen. Und dann besteuert man halt die Atemluft. Apokalyptische Sekten die den Weltuntergang ausgerufen habe und anschließend Rettung durch "Mitgliedschaft" versprochen haben, gab es immer schon und es hat immer schon nur dem Guru genutzt. Ich jedenfalls habe schon diverse sicher prognostizierte Weltuntergänge überlebt.

  1. Mangelt es an Wohnungsausbau aufgrund einer Überregulierung des Bausektors der die Kosten treibt in Kombination mit einer zunehmend nach Enteignung schreienden Politik - sowas zerstört natürlich den freien Markt, hier überlegen Investoren 2x ob sie investieren sollen. Das hat nichts mit irgendwelchen Bürgerinitiativen zu tun. In Berlin sind es zudem hausgemachte Probleme unter der linken Bausenatorin. Zudem sind statistisch mit der jeweiligen Bebauungsverdichtung ansteigende Sozialproblem nachweisbar. Wenn die Leute eng aufeinander hocken gibts Mord- und Totschlag. Wird uns ja auch ständig als (natürlich einziger) Grund für die Probleme in den Asylheimen genannt. Dichter bauen schafft neue Probleme, die so enstehenden Milieus sollte niemand in D haben wollen.

Mit scheint da eine sehr undemokratische Gundeinstellung durchzuscheinen wenn man berechtige und gesetzlich verankerte Einspruchsmöglichkeiten begrenzen möchte um Projekte gegen der Willen der örtlichen Bevölkerung durchzudrücken. Wir haben nicht zu viel sondern zu wenige Mitspracherechte, insbesondere auf Bundesebene. Das sieht etwa in der Schweiz ganz anders aus...und die sind und wirtschaftlich weit voraus. Es gibt i.d.R. keine einfachen Lösungen. Das was einem als solche gerne verkauft wird ist es in der Regel nicht.
Cui bono?!


Joerg sagt am 27. Januar 2020

Moin @max alpha

die Antworten findest du selbst, wenn du hier im Archiv die Beiträge/Kommentare/Links zu Dividenden/Thesaurierern/Ausschüttern/Steuern liest (~5-10 Stunden?).

Theoretisch ist die Besteuerung gleich (bei vollständigem (alles) Verkauf zum jeweiligen Vergleichszeitpunkt) praktisch aber nicht (da keiner in der Realität das machen würde (alles verkaufen)).
Begreifen kannst du das, wenn du dir - nach dem angelesenen Basis-Wissen - einen Vergleich der Steuerzahlungen in xls mal vergegenwärtigst/ausrechnest.
Sonst bleibt nur „glauben“ was andere sagen…

Wie wäre es dann mit einer kleinen Hausaufgabe?
Angenommen: Du bist 31.12.17 67J geworden. Du hast eine Erbschaft von 200.000 am 02.01.18 auf dein Kto. bekommen (damit keine Ansparhistorie da ist).
Du kaufst sofort (02.01.18) für 100k aETFs und 100k tETFs (zB virtueller "MSCI ALL UNIVERSE ETFs") zum Vergleichen.
am 30.12.18 verkaufst du Anteile für 3.000 beim tETF und beim aETF tun wir mal so (unterjährige Effekte vernachlässigen), als kämen am 30.12.18 auch 3.000 vom ETF an Deine Bank (die versteuert dann beides, aETF-Dividende und tETF-Verkauf).
am 30.12.19 nochmal das gleiche (je 3.000).
2018 war ein Minus-Jahr (-10% im MSCI "A.UNIV"), 2019 ein Plus-Jahr (+30% im MSCI "A.UNIV"), jeweils vereinfachend komplette Rendite-Wertstellung am 30.12.

Nun berechnest du die Abgeltungs-Steuern für die beiden Fälle (kein Sparerfreibetrag, keine Vorabpauschalen, keine Günstigerprüfung, um es einfacher zu halten).

Und teilst uns hier mit: Wieviel Geld von den 3.000 Brutto Verkauf (tETF) bzw. Brutto-Ausschüttung landen tatsächlich auf deinem Girokto? Wieviel Geld hast du am 02.01.2020 (aETF/tETF)? Wie hoch waren die Steuern absolut und in % für 2018 und 2019 (Tip: 25% ist sowohl für aETF als auch tETF ziemlich daneben/zeugt von Unwissenheit).

Was schlussfolgerst du daraus für deine zukünftige Anlagen?

Die Übung kann ich jedem empfehlen, der Dividenden/Thesaurierer/Ausschütter/Steuern verstehen will, wer hat Lust?
Fehlen noch Definitionen/Annahmen?

LG
Joerg


Marius sagt am 27. Januar 2020

@Max Alpha

Bei einem ETF zahle ich doch seit 2018 auf die Dividende zwei mal Steuern, einmal an der Quelle und nochmals bei der Ausschüttung.
Dafür werde ich ja beim Verkauf der Anteile durch die Teilfreistellung entschädigt.

Wenn es jetzt jemand nur auf die Dividende abgesehen hat so machen doch ETFs allgemein keinen Sinn und er sollte sich Einzelaktien ins Depot legen.

VG
Marius


Georg sagt am 27. Januar 2020

Hallo Max Alpha,

ich denke ich habe Deinen Punkt jetzt verstanden, vielen Dank für Deine Erläuterungen.

Gruß
Georg


Max Alpha sagt am 28. Januar 2020

@Thomas

Ob Windkraft Sinn macht oder nicht lasse ich einfach dahingestellt. Fakt ist, dass wir sie haben.
Wenn man etwas zu Bürgerinitiativen gegen Windkraft liest, dann hat es in der Regel einen negativen Beigeschmack (Landei will keinen Windstrom). Wenn man etwas zu Bürgerinitiativen gegen Braunkohle liest, dann hat es in der Regel einen positiven Beigeschmack (Jugend rettet Klima). In beiden Fällen nehmen Bürger ihre Rechte wahr und versuchen, Sand ins Getriebe zu streuen. Mir ging es darum aufzuzeigen, dass es paradox ist, lediglich im Falle der Windkraft darüber nachzudenken, den Einfluss von Bürgern zu reduzieren.

Ein Punkt noch zur Windkraft bzw. Zu regenerativen Energien:
Ich beschäftige mich nicht sehr intensiv mit der Frage der historischen Entwicklung dieser Energien. Nach meiner Erinnerung kam das ganze 2002 in Fahrt. In 2 Jahren läuft also die Förderung der ersten Windräder aus. Nach meinem Kenntnisstand sind die Stromautobahnen bis dahin nicht fertiggestellt. Es wäre also denkbar, dass wir für Windräder 20 Jahre lang eine Förderung gezahlt haben, ohne diese jemals genutzt zu haben, da sie einfach nicht am Netz sind.
Das wäre absurd.

Und sowas ärgert mich. Ein Grund dafür scheint der - Presseberichten zufolge - der Widerstand gegen diese Trassen zu sein. Klar, saublöd dass man die Strippen nicht verbuddelt, auch wenn es teuerer wäre. Aber ob der Widerstand dann wirklich vorbei wäre?
Sicherlich ist der Bausektor- wie Du schreibst- überreguliert. Aber die Baukonjunktur läuft derzeit heiß, es scheint trotzdem zu funktionieren. Allgemein kritisiert werden die extrem langen Planungsphasen. Wenn Du Dir anschaust, wie lange ein Bebauungplanverfahren in Deiner Stadt oder Gemeinde dauert siehst Du schnell: 1 Jahr ist da nichts.

Und in dieser Zeit heißt es für den Investor: Gutachten zahlen, Präsentationen halten, Unsinn abwehren. Gebaut wird in dieser Phase nichts, es läuft in der Regel auch im Planungsbereich der Objektplanung alles auf Sparflamme, da man einfach noch nicht weiß, ob man von der Stadt grünes Licht bekommt. Erst danach geht es richtig los.

Diese Zeiträume müsste man nach meiner Meinung verkürzen, wenn man mehr Baumasse in kürzerer Zeit will.

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 28. Januar 2020

@Joerg und Marius

Ich will hier auch kein Plädoyer für Ausschütter halten. Ich habe zurzeit noch beides, also t und a. Mir sind die Ausschütter jedoch lieber (auch wenn der rationale Investor laut Kommer die t- Variante bevorzugen sollte).

Joerg, viele Deiner Kommentare zu Steuern habe ich schon gelesen. Aber wenn ich anfange, Deine kleine Knobelei vom 27.01.2020 nachzurechnen, dann erreiche ich die 67 nicht. Da würde ich den (Steuer-) Suizid vorziehen.
Hut ab, wie Du das durchziehst, ob beim Frugalisten, hier oder neuerdings auch bei Finanzen erklärt (der Joerg dort mit ausgeprägtem Interesse an Steuerfragen wird doch vermutlich mit dem hier kommentierendem identisch sein, oder?).

Aber für mich wäre das nichts.
Mir reicht die Schmalspurvariante für den schnellen Konsum zwischendurch: https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/investmentsteuerreformgesetz/

Auf YouTube haben die auch nette Videos zu diesem Thema (und zahlreichen anderen Themen).

Brutal daneben wird der Tenhagen mit seiner Finanztip-Truppe schon nicht liegen.

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 01. Februar 2020

Hier noch ein netter Artikel von Gerd Kommer zum Thema thesaurierend oder ausschüttend.

Da ich ein wenig zur Irrationalität tendiere, eine faule Sau bin wenn es nicht um den Job geht, nicht mehr allzu weit von der Entnahmephase entfernt bin und zudem auch noch Entnahmen anstrebe die in etwa in Höhe der Ausschüttung liegen, finde ich Ausschütter für mich nicht übel - wohlwissend, dass die T-Variante in den meisten Fällen etwas vorteilhafter wäre.

Das regelmäßige „anstrengungsfreie“ Klingeln in der Kasse übt auf mich eine zu große Anziehungskraft aus. Ich war überrascht, dass in dem Artikel von Kommer die Bequemlichkeit des Anlegers beleuchtet wurde.

So, genug gelesen und geschrieben für heute. Ich will mich nicht zu sehr anstrengen.

Gruß
Max Alpha


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