24. Februar 2014


Alle wichtigen Dinge sind banal

Finanzblogger werden oft gescholten, sie würden Banalitäten verkünden. Toll, mehr einnehmen als ausgeben. Das weiß doch jeder. Wenn das jeder weiß, warum sind dann gut 6,5 Millionen Deutsche überschuldet?

Ich habe in knapp 50 Jahren festgestellt: Alle wirklich wichtigen Dinge sind extrem einfach, um nicht zu sagen banal. Das gilt nicht nur für die Naturwissenschaften, sondern auch für alle anderen Lebensbereiche.

Im Ingenieurstudium wurden uns im Fach Thermodynamik Formeln präsentiert, die so lang waren, dass wir eine DINA4-Seite quer nehmen mussten, um sie in eine Zeile zu bekommen. Diese Formeln galten dann aber nur für eine Art Wärmetauscher und nur für einen bestimmten Temperatur- und Druckbereich und eine bestimmte Stoffkombination.
Jeder Spezialfall hatte seine eigene Monsterformel.

Jetzt Auftritt Albert Einstein mit: E = mc^2

Eine absolute Miniformel, die aber an den Grundfesten der klassischen Physik rüttelt. Masse ist gleich Energie und Energie ist gleich Masse.

Das Gleiche gilt auch im Bereich des Wortes. Die EU-Verordnung bezüglich der normgemäßen Krümmung einer Salatgurke vom 15. Juni 1988 umfasst 1.588 Wörter.
Der unsterbliche Satz „Ich liebe Dich.“ bezieht seine emotionale Power aus nur 3 Wörtern. Und dazu noch drei sehr kurzen. Die durchschnittliche Wortlänge beträgt im Deutschen 10,6 Buchstaben. Der ganze Satz „Ich liebe Dich.“ hat nur 12 Buchstaben.

Was hat das mit Finanzdingen zu tun?

„Banal is better“ ist meine Devise. Simple, klare Produkte kombiniert mit Sprichwort-Banalitäten wie „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“ sind mein Investment-Leitfaden.
Je einfacher etwas ist, umso einfacher ist es zu verstehen. Ein schnörkelloses Produkt ohne Haken und Ösen wird auf lange Sicht immer weniger Probleme machen, als ein komplexes, schwer zu durchschauendes Produkt.

(awa)

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Kommentare

Covacoro sagt am 24. Mai 2014

B = Bessere A = Anlageentscheidungen N = Nach A = Ausgiebigem L = Lesen Danke für diesen Artikel und den Blog.


Finanzwesir sagt am 30. Mai 2014

Danke für das Akronym ;-) Solche Kommentare motivieren einen zum Weitermachen.


Lothar sagt am 10. Februar 2016

Lieber Finanzwesir,

alles Geniale ist einfach.
Gerade im Finanzbereich machen wir Dinge unnötig kompliziert. Kein Wunder, das viele Denken, dass Finanzen eine fremde Welt sind. Deshalb ist es wichtig zu erfahren, was das Thema Finanzen mit mir und meinem Leben zu tun hat. Dazu leistet dieser Blog einen Beitrag. Das finde ich gut.

Im anhängen Beitrag zeige ich, das auch so etwas Hochtrabendes wie eine Finanzstrategie, im Grunde ganz einfach ist.

Doch was einfach ist, fällt noch lange nicht leicht.
Ein Mutmacher und kundiger Begleiter macht die Umsetzung leichter. Deshalb bin ich Finanzcoach geworden.

Herzliche Grüße
Lothar

Auf dem Blog von Lothar gibt es hierzu diesen Artikel: So formulieren Sie Ihre Finanzstrategie


Chris Hodges sagt am 08. Januar 2017

Hallo Finanzwesir,

seit mehr als drei Tagen lese ich jetzt schon den Blog und hab noch immer ca. 50 Tabs offen, Tendenz fallend. Ganz vielen Dank, es hilft sehr viel bei der Entscheidungsfindung (mein Depot ist geöffnet aber noch leer und wie Du schon schreibst, gibt es keinen Grund, hastige Entscheidungen zu fällen).

Zum Thema "Banal einfach" muss ich noch einen Einschub leisten, da ich gerade von "Schwarmdummheit" von Gunter Dueck lese... Da wird (richtigerweise) zwischen dumm einfach und genial einfach unterschieden. In diesem Artikel gibt es eine schöne Zusammenfassung mit einer schönen Glockenkurve über die Komplexität von Lösungen

https://www.schlosser.info/gruppendynamik-schwarmdumm-gunter-dueck/

Ich vermute, dass Du mit "Banal einfach" die KISS-Lösung auf der smarten Seite meinst ;)

Viele Grüße

Chris


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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