21. Juni 2019


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 25 / 2019)

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Indexkonstruktion: Der Baukasten für einen Index. Der Artikel ist nicht so spannend, aber die Grafik "Entwicklung des Marktanteils unterschiedlicher Anlageklassen" sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
Von Wegen: "In Zukunft wird alles ETF sein". Indexing ist vielleicht keine Nische mehr, aber die Weltherrschaft wird der ETF auf absehbare Zeit nicht erringen. Direktlink zur Grafik

Zoe will schwanger werden und verlangt von ihrem Freund eine Ausgleichszahlung dafür. Unmögliches Verhalten oder einfach eine moderne Beziehung?

Mintos "Invest & Access". Die P2P-Netzwerke orientieren sich an Amazons 1-Click-Kauf-Button. Nachdem Bondora mit Go & Grow vorgelegt hat, zieht Mintos nun nach: Überweisen, klicken, fertig.
Das zeigt mal wieder: Die Freaks, die Early-Adopter fricklen sich ihrer Kredite in Handarbeit zusammen. Aber im Mainstream entscheidet nicht der maximale Zins, sondern die beste Usability.

Die Franzosen sind schuld: Sinnfreie Konsumausgaben durch den Diderot-Effekt.

Postbank: Es wird teuer. Wo die Provisionen nicht ausreichen, müssen es die Gebühren richten.

Von einem, der auszog eine UG zu gründen. Fazit: Es ist gar nicht so einfach für einen Perfektionisten eine UG zu gründen.

"…aber nach dem perfekten Namen zu suchen, hatte ich mir dann doch ausgeredet."

Ah, wenn doch jeder Tag ein Sonntag wär’: "Im Sabbatjahr um die Welt reisen", der Finanzrocker im Gespräch mit mit Alex, Lars und Lenni vom "Große Pause Podcast".

Casino reloaded: Nachdem die Schwarzgeld-Nummer nicht mehr lief, sind die Liechtensteiner auf echte Casinos umgeschwenkt. Glücksspiel-Boom nach Schwarzgeld-Aus.

"Mehr Casinos pro Kopf als Las Vegas".

Die Stiftung Warentest hat einen neuen Berufsunfähigkeitstest am Start. Versicherungsmakler Matthias Helberg "is not amused". War er 2013 auch nicht.

Bauen statt enteignen. 17 % aller Wohnungen in Großstädten gehören Immobilienkonzernen, 48 % dagegen privaten Kleinvermietern. 22 % aller privaten Vermieter machen mit ihrer Immobilie Verlust.
Das deckt sich mit dem, was Gerd Kommer in "Kaufen oder mieten?"* schreibt.
Keine Spur von infam-parasitärer Vermieterbereicherung.

Die globale Steuer-Revolution hat begonnen.

  • Super: Steueroasen brauchen ein neues Geschäftsmodell!
  • Ätsch: Die Briten unterlaufen die Initiative nach dem Brexit und locken mit Steuervorteilen.
  • Fazit: Gar nicht so einfach, so etwas global durchzusetzen und alle auf Linie zu bringen.

Deutschland-Rente, Bürger-Rente, Respekt-Rente, Extra-Rente, wer kennt sich da noch aus. Deshalb: Bahn frei für die Basta-Rente.
Was meint der Finanzwesir: Find’ ich gut. Basta!

History-Channel: Warum die deutsche Bankenrettung 1931 scheiterte.
Antwort: Weil Reichskanzler Brüning den Vorschlägen der Banken gefolgt ist.
Fazit: Frage nicht die Frösche, ob sie es ok finden, wenn Du ihren Sumpf austrocknest.

Facebook stellt Libra vor. Werden Cryptos jetzt massentauglich?
Der Finanzwesir meint: Technisch kriegt Facebook das bestimmt hin. Ich werde Facebook meine Zahlungsdaten nicht anvertrauen.
Warum?
Jede Firma hat bestimmte Gene. Diese sind unveränderlich. Eine der Maximen Robert Boschs war

"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle."

1886 gründete er die Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik. 2019, 133 Jahre später ist Bosch ein Mega-Konzern, aber immer noch bekannt dafür, seine Mitarbeiter gut zu behandeln.
Das steckt in den Genen, das bekommt man nicht weg.
Das Fundament von Mark Zuckerbergs Imperium ist die Ausbeutung von "Dumb fucks".
Wenn die Firmen-Genetik vorgibt, Nutzer als grenzdebile Schwachköpfe zu betrachten, schließt das ein treuhänderisches Engagement als Zahlungsdienstleister aus.

Studie von Flossbach von Storch: Die Lateinische Münzunion: Ein Präzedenzfall für den Euro.
Egal ob 1865 oder 2019: Italien und Griechenland hinken hinter her, die einen wollen ihren Einfluss erhöhen, die anderen wollen ihre Wirtschaft stärken, jede Menge faule Kompromisse werden geschlossen und zum Schluss scheitern alle gemeinsam.

Prof. Bontrup versus Dr. Krall - Ist der Neoliberalismus wirklich an allem schuld?

Vorsicht, das ist der Blick über den Tellerrand. Russia Today wird von Putin finanziert.

Dumm fickt gut - Christian bricht eine Lanze für die Dummen, die

  1. schnell entscheiden, weil sie keine Alternativen kennen,
  2. furchtlos sind, weil Sie Gefahren, die weiter als ihre Nasenspitze entfernt sind nicht erkennen,
  3. authentisch sind und deshalb magengeschwürfrei leben, weil sie ihre Wut einfach auf offener Straße herausbrüllen.

Der Finanzwesir verweist auf Konfuzius:

"Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste."

Christian + Konfuzius = bitterer Sex.


*Affiliate-Link: Das Buch wird für Sie nicht teurer, aber ich erhalte eine kleine Provision.

(awa)

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Kommentare

Joerg sagt am 21. Juni 2019

Ob der Basta-Egon das liest?

Bei der Basta-Rente wurde leider ohne Inflation gerechnet.
Also entweder sollte man mit einer Realrendite bei der Anlage rechnen (dann werden die Summen in der Zukunft nicht so hoch und inkludieren eine niedrigere Kaufkraft):

  • Bei einem >51% Aktien/Renten-ETF-Portfolio zB mit 4-5% p.a. oder
  • Ab Rententeintritt <49% Aktien/Renten-ETF-Portfolio mit 2-3% Realrendite p.a.

Oder man sollte die Renten und Summen mit nominaler Rendite (wie im Beitrag) berechnen, dann aber Kaufkraftbereinigen (also mit 1,5-2,5% p.a. Inflation abzinsen)

Dann kommt heraus: Besser als nix; aber Das BASTA wird zum "Bastaechen".

Gibt's dafuer eine Mehrheit in D? Fuerchte: Nope!
Eher wird kommen: Deckelung aller Pensionen, Renten, bAVs, Mieteinkuenfte durch Wegbesteuerung mittels einem „Gute-Versorgung-fuer-Geringverdiener-Solidaritaetsgesetz“?

Einzig moegliche Optimierung: wenig Einkommen (Dividenden, Mieten), wenig Rente/Pensionen/Versorgungszahlungen, um unter dem Radar zu bleiben?!

Take it easy, Joerg


Max Alpha sagt am 21. Juni 2019

Das Gespräch Prof. Bontrup vs. Dr. Markus Krall ist nahezu ein Thriller, wenn man Interesse an diesen Themen hat.
Selten sieht man einen so ruhigen, sachlichen und fairen Meinungsaustausch, der trotzdem bis zur letzten Minute fesselt.
Richtig wohltuend ist, dass kein Publikum im Hintergrund mit Klatschen nervt ( das ist halt der Vorteil einer kleinen Runde im www gegenüber einer großen Runde im TV).
Gut, dass auf den Finanzier hingewiesen wurde, so kann sich auch niemand manipuliert oder überrumpelt fühlen. Sehr lohnenswerter Link.
Gruß Max Alpha


Blackwater.live sagt am 22. Juni 2019

Hallo lieber Albert,

Du hast den “fehlenden Part” von der guten Jasmin Kosubek verlinkt. (die sich derzeit mit einem Minibus auf einer Reise Richtung Osten befindet, böse Zungen sprachen von Moskau 😂)
Ein mutiger Schritt, so wie Du schon geschrieben/gewarnt hast, die Berichterstattung kommt aus “dem anderen Lager”, (ok, Lager klingt im Zusammenhang mit Russland etwas komisch) aber aus meiner Sicht braucht man auch diese Quelle heutzutage, um ein komplettes Bild von politischen Vorgängen zu erhalten.
Denn ohne den Blick über den Tellerrand, ist man leider inzwischen einer sehr einseitigen Berichterstattung ausgesetzt.
Wenn ich historische Aufnahmen des Heute Journals mit dem heutigen Heute Journal vergleiche, dann traure ich dem damaligen Journalismus doch hinterher.
Ob es die Inhalte sind, die Sprache, die Distanz zu politischen Lagern oder auch weil vor einigen Jahren weniger Bilder, Videos und Berichte eingekauft wurden.
Allein welche Sendezeit beispielsweise Formate wie ein “Auslandjournal” oder der “Weltspiegel” hatten.
Natürlich versucht ARD, ZDF und Co. sich nach dem Markt zu richten, dem Zuschauer. Und den interessiert das immer weniger.
Aber dann frage ich mich wirklich, warum wir GEZ bezahlen, sollte doch gerade dadurch die Unabhängigkeit von der Freibiermasse und Politik erreicht werden.

Jedenfalls finde ich es gut, dass Du mutig bist und diesen Blick über den Tellerrand mit eingebaut hast und hoffe der direkt nächste Link “dumm fickt gut” ist keine ironisch versteckte Botschaft, die ich übersehen oder falsch eingeordnet habe. :)

Eine der besten Freitagslisten aller Zeiten!


Finanzwesir sagt am 22. Juni 2019

Hallo Blackwater,

"dumm fickt gut” ist keine ironisch versteckte Botschaft

Was ist daran ironisch? Ich bin diese Leute langsam leid, die sich ihre eigene Faulheit und Blödheit mit "Ich bin aber authentisch" schönreden. Nein, nicht immer gilt "Ignorance is bliss". Das "Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre, was ich sage" sorgt immer für Lacher, aber wer so lebt ist einfach nur eine große Nervensäge.
Ich will mit solchen Menschen nichts zu tun haben, denn sie nicht kompatibel zu meiner Lebensmaxime: "Leben und arbeiten in der arschlochfreien Zone."
Darum geht es mir. Ich habe nur versucht das mit Hilfe von Konfuzius etwas gewählter auszudrücken.

Gruß
Finanzwesir


finanzmixerin sagt am 23. Juni 2019

Sehr schöne Zusammenfassung.

Der letzte Artikel ist spitzenmäßig.
Ich bewundere aber auch deinen Wortwitz, lieber Albert.

Viele Grüße


Helene sagt am 30. Juni 2019

Danke für diesen tollen Blog. Macht weiter so.


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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