19. Juni 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 25 / 2020)

10. und letztes Corona-Update

Vielen Dank an alle, die dabei waren und ihre Fragen gestellt haben. Jetzt ist aber erst einmal Sommer angesagt. Hoffen wir, dass wir uns nicht mit "Corona strikes back" oder "The return of the Corona" im Herbst zurückmelden müssen.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Das Leben, die Finanzen und ich

Häuptling Schwarzwasser zum Thema Risiko: Anzeige ist raus.

"Es gibt viele junge Menschen, die führen ein Leben, als wenn sie bereits 75 Jahre alt wären. Gründe eine Familie, baue ein Haus, habe zwei Autos, setze zwei Kinder in die Welt und kaufe Dir einen Hund."

Der Finanzwesir würde besser schlafen, wenn sich seine Töchter dem Risiko wie 35jährige stellen würden und nicht jedes Mal Hurra schreien, wenn es was zu riskieren gibt. Erzieh’ Deine Kinder zu selbständigen Menschen haben sie immer gesagt…

Aus der Freiheitskämpfer-Serie: Kleeblatt maximiert sein Lebensglück. Das Interview ist soweit ok. Aber ausgewählt habe ich das Interview wegen des Einstiegs

"Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin 35, meine Frau ist 36, ein Paar sind wir seit bald 13 Jahren, davon 9 verheiratet. Unsere Kinder sind 6 und 4."

Ich verfolge diese Serie seit Beginn, genauso wie die Serie in der der Maschinist die echten Millionäre interviewt. Dieser Einstig ist ganz typisch. Was man nie findet ist: Ich bin Single, eifriger Social Media Warrior (#IchDemonstriereFürAllesWasNichtBei3AufDemBaumIst) und mache was mit Medien / engagiere mich bei einer NGO für/gegen rechts, links, Klima, was auch immer.
Findet man nicht beim Maschinisten.
Das sind immer sehr bürgerliche Verhältnisse. Nicht im Sinne von traditionell konservativ (Frau an den Herd und so), sondern un-ideologisch pragmatisch getreu dem Motto: Wenn jeder vor seiner eigenen Tür kehrt, haben wir auch ein lebenswertes Deutschland.

Legal aber nicht rechtens

Was erlaube’ Scholz: Bundesfinanzminister Scholz plant unverändert, Kleinanleger über eine Aktiensteuer zur Kasse zu bitten.

Union Investment lud Sparda-Chefs jahrelang zu Luxusreisen ein. Und wieder mal ein Fall bei dem legal nicht unbedingt rechtens bedeutet, denn

"Business-Ethik ist eben mehr als reine rechtliche Zulässigkeit.
Finanz-Szene.de legte den Fall in anonymisierter Form leitenden Mitarbeitern mehrerer namhafter deutscher Asset Manager vor, um zu erfahren: Waren solche Reisen bis weit in die 2010er-Jahre hinein in der Branche noch üblich – oder ist der Fall außergewöhnlich? Die Befragten zeigten sich erstaunt bis entsetzt. So meinte einer: „Das klingt nach einer Geschichte, wie es sie seit Mitte der Nullerjahre im Bankenumfeld eigentlich nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben sollte."

Ich hab’s geschafft

Woran merkst Du, dass Du finanziell unabhängig bist? Du verbringst Dein Leben auf der Parkbank. Weise Worte von der Ex-Studentin.

200 Prozent Dividendenrendite. Kein Problem, einfach den DeLorean anwerfen und zurück ins Jahr 1976, dort einen Sack voll 3M-Aktien einsammeln. Nun wieder den Fluxkompensator starten und zurück ins Jahr 2019. Et viola:

"2019er Dividende stellt eine Rendite von 201 Prozent (!) bezogen auf den Einstiegskurs von 1976 dar."

Ebenso wahr wie ernüchternd. An der Börse wird der Gewinn eben doch ersessen und nicht erzockt. Etwas dynastisches Denken hat noch keinem Anleger geschadet.

(awa)

Der Freitags-Newsletter

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Wollen Sie wisssen, wenn sich hier etwas tut (unter anderem neue Artikel, Veranstaltungen mit und von mir)? Wenn ja, dann melden Sie sich zum Freitags-Newsletter an.

Ja, ich bin dabei!

kurz & bündig, kostenlos, kein Spam, keine Weitergabe der E-Mail-Adresse, jederzeit kündbar, Datenschutz

Abgelegt unter Blogblick, Was schreiben die anderen



Das könnte Sie auch interessieren

  1. Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 5 / 2019)
  2. Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW49 / 2014)
  3. Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 14 / 2019)
  4. Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 42 / 2018)

Kommentare

Blackwater.live sagt am 19. Juni 2020

Guten Morgen Finanzwesir,

die 75 Jahre und die Familiengründung hast Du jetzt aber aus dem Zusammenhang gerissen. :)

Wobei manche das mit 75 vielleicht sogar noch könnten und in der heutigen Zeit ist man auch beim Thema Kinder meist schon etwas älter, als vor 30 Jahren noch. Aber zurück zum Thema: So viel risikofreudige junge Menschen gibt es in Deutschland nicht. Wir hatten das ja bereits in verschiedenen Studien und Umfragen gesehen und es war auch immer mein Eindruck aus dem Berufsleben des Bankers.

Einen ETF kaufen ist für viele immer noch Teufelszeug. Bei geerbten Depots wurden oft alle Aktien verkauft und das Geld aufs Tagesgeld gelegt. Mein Artikel handelt natürlich nicht nur von der Geldanlage. Die Frage, die ich mir stellte war: Wo sind all die Träume und Ideen hin, die junge Menschen haben? (Astronaut statt Angestellter) Nach dem Durchlauf der Schul- und Studienlaufbahn, scheinen sie sich oft in Luft aufzulösen. Daher die Systemfrage. (jetzt könnte man Zusammenhänge zwischen dem politischen Klima an Universitäten oder den gesetzten Kreuzen auf den Stimmzetteln von Lehrern sehen ... )

Der Staat kann auf Dauer nicht mit einer Mehrheit von Menschen leben, die entweder leistungsloses Einkommen oder risikoloses Einkommen anstreben oder vom Staat selber leben, was manchmal beides in einem ist. Die Herrschaft der Arbeitsscheuen über die Arbeitslosen wäre die Folge. Oder anders gesagt: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“.

„Anzeige ist raus“ gibt es übrigens als sehr unterhaltsamen Song auf YouTube, wie mir eine Leserin mailte. :) (Song vom Phil Laude, er will sogar Kleinkinder anzeigen, weil sie den falschen Gehweg benutzen)


Gerhard sagt am 19. Juni 2020

Lieber Albert,

ach, wie liebe ich Deinen Sarkasmus; hier Deine Bemerkung zu "Freiheitskämpfer-Serie: Kleeblatt maximiert sein Lebensglück" :

Was man nie findet ist: Ich bin Single, eifriger Social Media Warrior (#IchDemonstriereFürAllesWasNichtBei3AufDemBaumIst) und mache was mit Medien / engagiere mich bei einer NGO für/gegen rechts, links, Klima, was auch immer.

Noch 2 Vorschläge zur Ergänzung der Aufzählung: "AKTIVIST, Retter der Berliner Kneipenkultur".

Was wäre ein Freitag, ohne Deine komentierte Linkauswahl?

Liebe Grüße
Gerhard


Rudi sagt am 19. Juni 2020

Meine Frau und ich sind beide 36. Wir sind seit 10 Jahren ein Paar, davon 7 verheiratet. Unsere Kinder sind 8, 5 und 3. Unser gemeinsames Depot hat nur eine Zeile: FTSE All World ;-) Den letztem Punkt verdanken wir dem Finanzwesir, haben deswegen mehr Zeit füreinander und die letzten Monate ohne finanzielle Sorgen verbracht. Danke!


Merlin sagt am 19. Juni 2020

Sehr sympathisch vom "Kleeblatt", dass er seine privilegierte Situation (Mitte 30, 50.000 Netto p.a. bei 2 halben Jobs) sehr realistisch einschätzt.

Das Einkommen als verbeamteter Gymnasiallehrer finde ich gerade durch die hohen Pensionsansprüche, die wegfallenden Sozialversicherungsbeiträge und die Arbeitsplatzsicherheit verbunden mit der Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten wirklich sehr gut.

Allerdings verstehe ich den Seitenhieb vom Finanzwesir auf Menschen, die sich engagieren nicht. Vielleicht verbringt das Kleeblatt ja die viele Freizeit eben gerade damit, "sinnstiftend" zu demonstrieren? Danach wurde ja im Interview überhaupt nicht gefragt (und spielt hier auch keine Rolle).

Vielleicht "anekdotische Evidenz", aber ich persönlich kenne viele Menschen, die "irgendwas mit Internet/Medien/Sozialwissenschaften" machen/studiert haben, sich engagieren, demonstrieren UND finanziell gut aufgestellt sind.

Nichts für ungut und das mag natürlich auch nur ein Vorurteil sein, aber der sonst so scharfsinnige Finanzwesir scheint mir zuweilen in seiner "Ingenieur-Filterblase" gefangen zu sein.


Sonja sagt am 19. Juni 2020

Dieser Einstig ist ganz typisch. Was man nie findet ist: Ich bin Single, eifriger Social Media Warrior (#IchDemonstriereFürAllesWasNichtBei3AufDemBaumIst) und mache was mit Medien / engagiere mich bei einer NGO für/gegen rechts, links, Klima, was auch immer.

Die links-grünen Ökos findet man vielleicht nicht beim Maschinisten, wohl aber in der Wirklichkeit, hier ist eine :)

Mit Notgroschen, Depot, Sparplan und allem drum und dran. Außerdem Sozialarbeiterin (nein, keine NGO, aber auch die müssen Ihre Mitarbeitenden bezahlen), politisch aktiv und wochenends auf Demos zu finden, nicht Single, aber keine Kinder, Vollblutveganerin aus Gründen. Geht alles, ist halt Einstellungssache. Vielleicht sollte ich auch mal einen Blog starten^^


Conan sagt am 19. Juni 2020

Apropos Zocken!

Habe mir vor einem 3/4 Jahr einen kleinen Zockerbetrag von 1000€ gegönnt um über TradeRepublic mit Einzelaktien rum zu spielen. War Schlussendlich bei bummeligen 1800€ die ich zuletzt mit Paypal gemacht habe und dann in Wirecard umgeschichtet habe.

Ich habe so oft an Dich gedacht seit gestern und wie froh ich bin, auch Dank Dir, den Großteil meines Geldes in marktbreiten ETFs angelegt zu haben.

Zocken macht Spaß, ist aber den Ärger nicht Wert. Hatte echt miese Laune. Stressfreie Lebenszeit ist das A und O! Sparplan an und Smartphone aus.

Gruß,
Conan


Spaceman sagt am 19. Juni 2020

Hallo Albert, könntest du etwas über Wirecard schreiben?

Viele Grüße!


Faiid sagt am 19. Juni 2020

Muss mich als linksgrün-versiffter natürlich auch melden, schließlich wurde ich vom Finanzwesir hart getriggert!!!!!!

Aber Mal im Ernst: Ich bin sehr froh, dass es Menschen gibt, die viel Demonstrieren und nicht nur vor ihrer eigenen Haustüre fegen. Ohne die würde sich sehr wenig bewegen und wir wären vermutlich immer noch im 50er Jahre Mief.

Ich mag auch meine finanziell völlig unvernünftigen Künstlerfreunde und sonstige Chaoten. Die Welt wäre sehr langweilig wenn es nur Leute wie der Finanzwesir oder seine Leser (z.B. mich) gäbe.


Reinsch sagt am 20. Juni 2020

Was dieser "Pff, alles nur faule Taugenixe" Kommentar nun soll verstehe ich auch nicht.

Ist es denn so utopisch, dass jemand fest im Leben steht, finanziell gut aufgestellt ist und sich trotzdem dafür engagiert was ihm/ihr wichtig ist?
Vielleicht tut es das interviewte Paar ja sogar. Es war ja aber gar nicht das Thema.

Ist ja aber nun leider nicht das erste Mal, dass sowohl vom Hausherren als auch in den Kommentaren solche Altherren Stammtischsprüche geklopft werden...


Presskoppweck sagt am 20. Juni 2020

@Spaceman

Jemand der ausschließlich weltweit gestreute ETF's empfiehlt, kommentiert doch keine Einzelaktien. Das wäre ja so, als ob ein Daimler Aktionär die Arbeitsleistung von Alois Huber, Bandarbeiter in der zweiten Schicht im Sindelfinger Werk kommentieren sollte.


Max Alpha sagt am 20. Juni 2020

@Faiid

Sind wir nicht alle Künstler?
Der Finanzwesir macht einen Film nach dem anderen, hier wimmelt es von Schriftstellern, und ich gurgele jeden Morgen nach dem Zähneputzen Beethovens achte.

Gruß
Max Alpha


Fritz Cum Ex sagt am 20. Juni 2020

@Faiidi und Sonja

Ich verstehe Euch nicht. Interessiert Ihr Euch für Eigenvorsorge mit Aussicht auf Rendite?
Ich dachte immer, dass das in den Augen der Mitte-Links-Fraktion ein egoistisches Vergehen wäre welches kräftig besteuert gehört, da die politisch Handelnden die Altersvorsorge doch so für uns alle regeln, dass wir auch morgen noch gut und gerne hier leben.
Traut Ihr dem Braten (bzw. dem Bratling) nicht?
Das erinnert mich an den Atheisten, der jeden Sonntag zur Kirche geht, da er nicht weiß, ob er Recht hat.

Liebe Grüße
Fritz Cum Ex


Charly sagt am 21. Juni 2020

Ich glaub Wirecard ist jetzt echt in schief lage!

Auf dem Blog von Charly gibt es hierzu diesen Artikel: Conan


Niels sagt am 21. Juni 2020

Ist ja aber nun leider nicht das erste Mal, dass sowohl vom Hausherren als auch in den Kommentaren solche Altherren Stammtischsprüche geklopft werden...

Das ist mir leider gerade in letzter Zeit auch verstärkt aufgefallen. Ein Klassiker des Altherrendenkens hier ist z.B. auch immer die Annahme bei allem, was "Paar-Finanzen" angeht, dass die Frau natürlich deutlich weniger verdient als der Mann, weil sie selbstverständlich zwecks Kindererziehung ihre Karriere aufgegeben hat und höchstens noch in Teilzeit arbeitet. Kein Wunder, dass es wegen so Denkweisen dann einenwachsenden Markt für Finanzblogs gibt, die sich speziell an Frauen richten...

Versteh ehrlich gesagt auch nicht, was damit bezweckt werden soll, bestimmte Berufsgruppen (also ungefähr alle, die nicht irgendein MINT-Fach studiert haben) oder auch Einzelpersonen regelmäßig abzuwerten oder auf persönlicher Ebene sehr fragwürdig anzugehen. Dachte eigentlich, der Blog soll sich an die breite Masse (derjenigen, die man vom Tagesgeld hin zum ETF-Depot holen will - um es mal platt zu sagen) richten und nicht, wie vielleicht der ein oder andere Finanzblog, nur an Hardcore-Kapitalisten, die noch den letzten Cent Steuerzahlung auf halblegale Weise vermeiden wollen und für die alle auch nur irgendwie sozial eingestellten Menschen eine potentielle kommunistische Bedrohung ihres (natürlich durch Blut und Schweiß hart erarbeiteten Aktienvermögens) darstellen.

Naja ich schätze den Finanzwesir-Blog sehr und hab einen großen Teil meines Finanzwissens durch Artikel (plus Kommentare) hier erworben, aber einiges stößt mir doch vermehrt unschön auf.

Hat dieser ansonsten tolle Blog überhaupt nicht nötig!

Peace & Love (& ETFs) :)


Reinsch sagt am 21. Juni 2020

@Fritz

Sofern das eine ernsthafte Frage und nicht reine Stichelei ist:

  1. Richte ich meine Altersvorsorge nach den Gegebenheiten die wir haben, nicht nach denen die ich mir wünsche.
    So halte ich es ja auch in anderen Lebenslagen.

  2. Weil ich mir ein Rentensystem wünsche, in dem auch der Durchschnitts (bzw. Median-) verdiener mit seiner Rente anständig leben kann, heißt das ja nicht, dass ich mir den totalen Kommunismus wünsche...

Martin Olk sagt am 22. Juni 2020

Hier noch ein linksgrün-Versiffter mit noch mehr (selbst erwirtschaftetem) Geld als jeder einzelne aus den Millionärsinterviews bisher. Albert schließt halt aus der n=1 anectotal evidence seiner selbst, dass es anders nicht klappen kann. Das Format der Millionärsinterviews zieht halt eine bestimmte Denkrichtung an finanziell Unabhängigen an. Skewed sample.


Moabeat sagt am 22. Juni 2020

Manchmal habe ich beim Finanzwesir (und bei mir selbst mittlerweile auch) den Eindruck, dass diese "Einfach-das Alte weiter-durchziehen-Strategie", die bei einem marktbreiten Investment wahrscheinlich richtig ist, auch auf andere Bereiche abfärbt, in denen sie geradewegs ins Verderben führt.

Klimawandel? Kommt nicht, gibt ja die Rückkehr zum Mittelwert! Corona? Auch diese Sorgen sind nur für die Zittrigen! Linksgrün-versiffte Weltsicht? Wenn ein ethisch einwandfreies Investment schon kaum zu finden ist, dann kann es außerhalb meines Depots auch keinen Sinn machen nach richtig und falsch zu unterteilen.

Die Gefahr, dass für uns alle Probleme dieser Welt nur Nägel werden, die wir mit unserem Hammer des sturen Kurshaltens angehen, erscheint mir durchaus real.


Fritz Cum Ex sagt am 22. Juni 2020

@Reinsch

Das war schon ernst gemeint. Ich bin beruhigt, wenn für Mitte-links private Vorsorge und das Recht auf privaten Besitz noch als erstrebenswert gilt. (und mit „Cum Ex“ wollte ich tatsächlich Sticheln. Das fand ich damals auch eine Riesensauerei)

Liebe Grüße
Fritz Cum Ex


Finanzwesir sagt am 25. Juni 2020

@Merlin

"Allerdings verstehe ich den Seitenhieb vom Finanzwesir auf Menschen, die sich engagieren nicht."

Merlin ist mein Held. Der macht das doch ganz wunderbar. Total bürgerliche Existenz.Verdient sein eigenes Geld, macht was aus seinem Leben. Was will man mehr. Ich schüttele den Kopf über die hashtagsüchtigen Berufsdiskriminierten, die für alles Mögliche demonstrieren und Forderungen stellen, immer nach dem Motto: Hauptsache andere zahlen.

@Faiid

"Ich mag auch meine finanziell völlig unvernünftigen Künstlerfreunde und sonstige Chaoten."

Die Chaoten mögen so chaotisch sein, wie sie wollen. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Da soll jeder nach seinem eigenen Lebensentwurf glücklich werden. Und Verantwortung übernehmen. Wer heute finanziell unvernünftig ist, lebt morgen in Altersarmut. Jeder Lebensentwurf hat seine schönen und weniger schönen Seiten. Ich habe nur wenig Verständnis, dann unter dem Deckmantel der Solidarität mit finanziellen Forderungen behelligt zu werden. Das läuft letztlich darauf hinaus, dass die Ameisen den Grillen das Leben finanzieren. Ich möchte gerne selbst entscheiden, was mit meinem Geld passiert.

@Niels

"Ein Klassiker des Altherrendenkens hier ist z.B. auch immer die Annahme bei allem, was "Paar-Finanzen" angeht, dass die Frau natürlich deutlich weniger verdient als der Mann,"

Das mag sein, aber nicht bei mir. Ich sage immer: Hauptsache ich bin gesund und die Frau hat Arbeit. ;-)
Eine gut verdienende Frau ist das beste, was einem Mann passieren kann. Dann ist er die Arschkarte Familienernährer los. Ich sehe eine Menge Männer in meinem Umfeld, 50+, die Firma will sie nicht mehr so richtig, man selbst wird auch müde, aber die Kinder müssen noch durch die Ausbildung und die Abzahlung des Häuschens ist auf der Zielgeraden. Also macht man pflichtbewusst weiter.
Als Diversifizierer bin ich ganz klar der Meinung: Zwei nicht ganz so dolle Karrieren sind besser als die klassische Aufteilung mit Hausherrin und Familienernährer. Das habe ich auch immer klar gemacht. Frauen müssen sich ums Geld kümmern und Bescheid wissen.

@Moabeat
Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass eine solide Portion Stoizismus tatsächlich die beste Medizin gegen die ganzen Aufgeregtheiten ist. Wenn man der Meinung ist, dass sich etwas ändern soll, dann ändert man das und zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Klimaerwärmung, zuviel CO2 in der Luft? Was kann ich tun?

  1. Hysterisch twittern, Forderungen stellen, mir dann eine Auszeit vom anstrengenden Aktivismus nehmen und zum Rave nach Barcelona fliegen.
  2. Meinen Urlaub an der Ostsee verbringen und das soziale Stigma ertragen, wenn alle von Bali und den Malediven schwärmen.

Habe einen Wertekanon, gleiche Dein Tun mit Deinen Werten ab und dann zieh' die Sache durch.

Genau das gleiche mit diesem Blog hier. 2014 war ich der Meinung, finanzielle Bildung tut not. Also starte ich einen Blog, statt seufzend am Stammtisch darüber zu lamentieren, dass die Bundesregierung / die EU / die Schulen mal was tun müssen.

Wenn jeder vor seiner Haustür kehrt, dann haben wir auch ein sauberes Deutschland. Viele kleine Handlungen können zu einer großen Sache werden. Taten wiegen schwerer als Worte.
Ich mache das ganze hier nicht für Dich oder einen anderen Leser, sondern für Eure Kinder. Damit die Vorbilder haben. Eltern, die dafür sorgen, dass ihr Nachwuchs finanzielle Bildung bekommt.
So ändert man eine Gesellschaft, nicht durch wildes Rumlamentieren. Just fuckin' do it, wie wir bei Yahoo! immer gesagt haben.
Das ist mühsam, das ist nervig, das kostet Zeit, das ist frustrierend, aber es wirkt. Nicht heute, nicht morgen, aber in 10 Jahren.
Es ist viel schöner, bei einer Flasche Rotwein und einer Packung Gauloises Caporal die Nacht im Konjunktiv zu verbringen. Da kann man wilde Utopien entwerfen, sich groß fühlen. Aber ändern tun diese Salonkommunisten nix.

@Martin Olk

"Albert schließt halt aus der n=1 anectotal evidence seiner selbst, dass es anders nicht klappen kann."

Tut er nicht. ;-) Das Leben ist vielfältig und es ist immer wieder erstaunlich, welche Haken es schlägt. Aber auch Du kannst die ehernen Gesetze des Kapitalmarktes nicht aushebeln. Wenn Du vermögend bist, wirst Du mehr Geld verdient als ausgegeben haben. Und wenn das Geld nicht zu 100% auf dem Girokonto liegt, sondern investiert ist, wirst Du Dir Gedanken darüber gemacht haben, wie Du es anlegst.
Geld verdienen kann auf alle mögliche Arten klappen. Es soll sogar Musiker, Maler und Schauspieler geben, die richtig reich sind. ;-) Wie oben geschrieben: Es geht mich nichts an, wie andere Leute ihr Leben leben. Solange ich es nicht bezahlen muss. Von Ausnahmen wie Schicksalsschlägen abgesehen. Dafür leben wir in einer reichen Industrienation.

@Presskoppweck

"Jemand der ausschließlich weltweit gestreute ETFs empfiehlt, kommentiert doch keine Einzelaktien."

Das ist nicht der Grund. Eher, dass ich nichts zur Causa Wirecard zu sagen weiß, weil ich auch nur das kenne, was die Presse schreibt. Ich müsste mich da gründlich einarbeiten und das mache ich nicht, weil es mir egal ist, was mit Wirecard passiert. Das überlasse ich der Staatsanwaltschaft. Für meine Geldanlage spielt das keine Rolle.
Deshalb habe ich mich ja für die breiten Indizes entschieden. Damit ich die Zeit habe, mal wieder Kommentare zu beantworten. :-)
Ansonsten bin ich absolut pro Aktie. Jeder, der meint er kann den Index schlagen, sollte das unbedingt mit 5 % seines Geldes probieren. Wenn es klappt, dann nix wie raus aus dem Index und rein in die konzentrierte Anlage. Das bringt mehr Rendite.

@blackwater fasst das ganz gut zusammen:

"Der Staat kann auf Dauer nicht mit einer Mehrheit von Menschen leben, die entweder leistungsloses Einkommen oder risikoloses Einkommen anstreben oder vom Staat selber leben, was manchmal beides in einem ist."

Gruß
Finanzwesir


Das Finanzwesir-Seminar - für alle ETF-Selbstentscheider.

Die Seminarreihe: Passiv investieren mit ETFs. Werden Sie zum souveränen Selbstentscheider.

FinCamp 2020 - Und meine Finanzen sind geregelt Investieren Sie wie ein Profi in Aktien, ETFs und Immobilien. So unkompliziert kann Altersvorsorge sein!


Der Finanzwesir kommt zu Ihnen via Twitter, E-Mail oder als RSS-Feed: Artikel | Kommentare.
Auf Feedly folgen.


Autonome Zellen

Die Finanzwesir-Community: Regelmäßige Lesertreffen (30 Städte, 4 Länder)


Artikel durchsuchen


Neuste Kommentare

Lesenswert

Diese Blogs und Foren kann ich empfehlen.

Meine Finanz-Bibliothek

Das liest der Finanzwesir

Die 5 wichtigsten Artikel

Alle Artikel