11. August 2017


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 32 / 2017)

Ein bisschen sommerpausengeschwächt, aber dennoch: Diese Artikel sind mir diese Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Dr. Gerd Kommer: Die absurde Dämonisierung von ETFs.

Die dunkle Seite günstiger Finanzprodukte.

Die Beziehungs-Investoren wissen Bescheid: Der Mann ist das Statussymbol der Frau.

Wem soll man sein Geld anvertrauen - der 5-Punkte-Check.

Summertime, and the livin’ is easy - eine Ode an die Unvernunft.

Im Etherrausch

Wieviel passives Einkommen braucht man wirklich?

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Vor 10 Jahren platzte die Immobilienblase in den USA.

(awa)

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Kommentare

BigMac sagt am 11. August 2017

Interessanter Artikel von Hr.Kommer. Ich habe die ETF-Kritiker nie so richtig verstanden, nur waren meine Argumente nicht annährend so fundiert und ausgereift - bislang ;-) ...
Deutlich trockener, aber durchaus interessant: Nullzinsen für Sparer noch bis 2020


Fanti sagt am 11. August 2017

Auch im Sommerloch wieder sehr interessante Artikel. Es müssen nicht immer >10 Leseempfehlungen pro Woche sein, es sind schließlich Highlights. Danke, dass mittlerweile auch Kryptoartikel dabei sind. Obwohl wir uns alle hier in einer Filterblase befinden, Aufklärung und Offenheit für Alternativen finde ich extrem wichtig.

weiter so, Grüße und ein schönes Wochenende


ChrisS sagt am 21. August 2017

"Dr. Gerd Kommer: Die absurde Dämonisierung von ETFs."

Ha, da hatte ich vor kurzem erst wieder einen längeren Kommentar geschrieben, warum man eigentlich nicht soviel Angst bei den gelegentlichen "ETF-Warnungen" haben muss, und dabei viele der gleichen Punkte wie Kommer erwähnt (ohne dessen Artikel zu kennen). Nett zu sehen, wie man da auf ähnliche Gedanken kommen kann (wobei er's natürlich besser formulieren kann als ich).

Man wird sich diesen Beitrag wohl unbedingt bookmarken müssen um ihn parat zu haben wenn ja ab und zu immer wieder mal neue Diskutanten hereinschneien, die das thematisieren wollen :-D


Finanzwesir sagt am 21. August 2017

Hallo ChrisS,
kluge & ideologiefreie Leute sollten bei gleicher Faktenlage auch unabhängig voneinander zu einem ähnlichen Ergebnis kommen ;-)

Gruß
Finanzwesir


Bergfex sagt am 21. August 2017

Mal ganz allgemein: Wieviel würdet ihr in einem Alter von 67 noch in Aktien investieren(Rente und Eigentumswohnung vorhanden)? Und würdet ihr in diesem Alter nicht doch Markttiming versuchen, da es sich bei einer Baisse sonst nicht mehr ausgehen könnte?


Moabeat sagt am 21. August 2017

Ich würde, so denn dein Gesundheitszustand nicht eine nur noch kurze Lebenserwartung vermuten lässt, eine Aktienquote von 100% nehmen. Rente und Wohnung sichern das Gröbste ab und mit 67 hast du ja durchaus noch die Chance auf viele Jahre Leben als Aktieninvestor. Wenn du Ausschütter wählst, kannst du auch problemlos Cashflow generieren, den du verkonsumieren könntest.


ChrisS sagt am 21. August 2017

@ Bergfex

"Mal ganz allgemein: Wieviel würdet ihr in einem Alter von 67 noch in Aktien investieren(Rente und Eigentumswohnung vorhanden)? Und würdet ihr in diesem Alter nicht doch Markttiming versuchen, da es sich bei einer Baisse sonst nicht mehr ausgehen könnte?"

Mhm auch wieder so eine immer mal wieder auftauchende Fragestellung, naja eigentlich stecken da sogar drei (verschiedene, aber tangierende)Themenkomplexe drin: Aktien im Alter ? Markttiming ? Crash-Schutz ?
Dazu wurde hier in dutzenden Artikeln und hunderten Kommentaren schon so einiges nützliches geschrieben, einfach mal nachsehen :-) Ich erklär nur nochmal die Grundgedanken in kurzform.

"Wieviel würdet ihr in einem Alter von 67 noch in Aktien investieren"

Ich persönlich gehe so vor, einfach nur so viel in Aktien zu investieren wie es eben meiner individuellen Risikotoleranz entspricht. Das regeln wir hier einfach und effektiv mit dem "-50% Crashtest", also vereinfacht gesagt "investiere nur soviel von deinem Geld in Aktien, dass du auch eine zwischenzeitliche Halbierung davon noch ertragen könntest", oder andersherum: "was ist dein gewünschtes Verlustlevel ? Verdoppele dieses, und du erhälst deine empfohlene Aktienquote".
Das ist natürlich nur eine grobe Daumenregel, aber sie gibt den Menschen zumindest einen ersten Gedankenansatz zur Orientierung (den sie hinterher natürlich noch weiter anpassen und verfeinern können), damit sie erkennen das "in Aktien investieren" ja nie einfach nur ein 100%iges "alles oder nichts" (also so als ob man entweder sein komplettes Geld in Aktien haben müsste, oder garkeins, nein dazwischen gibt es eben noch individuelle auf die jeweilige persönliche Situation angepasste Zwischenräume).
Natürlich wird sich die Risikobereitschaft mit dem Alter bei den meisten Leuten ändern. Als 30jähriger hält man noch ganz andere Verluste als ein 60jähriger aushalten will, von daher ist es auch ganz natürlich und folgerichtig, dass die Leute über die Zeit ihre Anlageverteilungen ändern - und auch das ist wieder individuell unterschiedlich, da sich ja auch die Risikotoleranz der Leute, selbst bei gleichem Alter, noch unterscheiden kann.
Manche kommen mit den Schwankungen besser klar und können daher auch im Alter noch eine höhere Aktienquote fahren, andere wollen dann lieber mehr Sicherheit und Planbarkeit und fahren ihren Aktienanteil dementsprechend zurück. Wichtig, da gibt es kein allgemeingültiges "richtig oder falsch" für alle, jeder soll nur dass machen was zu ihm persönlich und seinen Ansprüchen&Bedürfnissen passt.

"Und würdet ihr in diesem Alter nicht doch Markttiming versuchen"

Kennst du denn eine Markttiming-Methode, die dauerhaft und zuverlässig funktioniert? Da mir noch keine begegnet ist, bleibe ich erstmal weiter beim simplen Buy&Hold und der Risikoallokation - die kann den Crash vielleicht nicht "voraussehen" (aber behauptet das ja auch nicht, im Ggs zu Timing-Modellen), sondern ist nur dazu da, das Betroffensein beim Crash, wenn er mal kommt, zumindest in vorher gesetzten Grenzen zu halten.
Wer sich im Alter also Angst um den Crash macht, muss es deswegen nicht gleich mit irgendwelchem Markttiming probieren, sondern kann auch ganz einfach seine Aktienallokation so runterfahren, das die Auswirkungen des Crashs begrenzt werden.
Der Unterschied zum Markttiming besteht darin, dass man eben nicht jeden Tag nervös nachguckt ob der Aktienkurs nun die 200-Tagelinie oder sonstwelche Stoploss-Marken unterbrochen hat und dann gleich alles verkaufen würde (oder was es halt noch so für Rein-Raus-Strategien gibt), sondern sich einfach mal am Anfang überlegt (siehe oben), was denn ein persönlich akzeptables Verlustlevel ist was man aushalten kann (siehe oben) und seine Anlageverteilung dementsprechend danach ausrichtet, dass die Verluste eben in diesen gewünschten Grenzen gehalten werden (wir unterstellen dazu einfach -50% bei Aktien, was auch so ungefähr den historischen Krisen-Ausmaßen entspricht und schön leicht im Kopf zu rechnen ist).
Will unser Beispielanleger zB nur noch mögliche Verluste bis -15%, sollte er eben nur 30% seines Kapitals in Aktien anlegen und den Rest in anderen, schwankungsärmeren Anlagen. Das wars dann eigentlich, weiteres Timing und ständige Marktbeobachtung ist nicht mehr nötig, nur ab und zu mal Rebalancing.
Wichtig, wir behaupten hier nicht das ganze sei nun schon die "perfekte Methode", wo es auch maximale Rendite bei minimalen Verlusten gäbe, nein das ganze ist nur in seiner Einfachheit und Konsequenz die für viele Privatanleger am praktikabelsten umzusetzende Kompromissmethode. (oder andersherum gesagt, da Privatanleger erfahrungsgemäß meist kein gutes Händchen für irgendwelche Timing-Spielchen haben (grad weil da viel nur nach subjektivem Bauchgefühl operiert wird), wäre es oft besser gewesen sie halten sich einfach an die simple B&H-Methode).

"da es sich bei einer Baisse sonst nicht mehr ausgehen könnte?"

Ob sich das "nicht mehr ausgeht", hängt doch von den Ansprüchen und Bedürfnissen des individuellen Anlegers ab - also einfach gesagt, was hatte er denn mit dem Kapital noch vor?
Welchen Kapitalbedarf hat er ? Wie lange kann er evtl auch noch warten, bis sich das Depot wieder erholt hat?
Da gibt es viele unterschiedliche Antworten, da jeder Anleger unterschiedlich ist. Wer nicht mehr bis ins hohe Alter das volle Risiko eines Crashs tragen können wollte (zB weil er einen bestimmten festen Betrag braucht und nicht weniger), der soll sich eben (siehe oben) schon einige Zeit vorher die Gedanken um die passende Allokation machen.
Wer auf das Kapital eigentlich noch nicht zwingend angewiesen ist (weil zB Rente und Unterkunft soweit gesichert), der kann solche zwischenzeitlichen Abschwünge auch viel problemloser etwas "aussitzen".
Wie gesagt, da unterscheiden sich die Leute eben individuell, deswegen muss jeder das machen was zu ihm persönlich passt. Da das mit dem Alter ja auch in den Themenkomplex "Entsparen" mit reinrutscht, sei dieser Artikel dazu empfohlen, wo wir das schon ein bischen in den Kommentaren ausdiskutiert haben:
https://www.finanzwesir.com/blog/altersvorsorge-depot-entsparen


BigMac sagt am 21. August 2017

@Bergfex: Ich würde nur mit "Spielgeld" spekulieren, nicht mit Geld, welches ich höchstwahrscheinlich noch benötigen werde. Das Risiko von Verlusten bei Markettiming halte ich für größer, als das einer Baisse, die mir den finanziellen Boden unter den Füßen wegzieht.
Wenn ich befürchten würde, dass die finanziellen Mittel im worst case nicht reichen, würde ich eher schauen meine Ausgaben zu reduzieren oder sichere(!) Einnahmenquellen zu erschließen.


Bergfex sagt am 21. August 2017

Danke für die vielen interessanten Antworten.


Stefan (Immobilienanleger) sagt am 22. August 2017

Wieviel würdet ihr in einem Alter von 67 noch in Aktien investieren(Rente und Eigentumswohnung vorhanden)?

Da sollte man erst mal klären, was man mit dem Geld machen möchte.

  • Soll das Geld an die Kinder vererbt werden, dann alles wie gehabt: Hoher Aktienanteil + Tagesgeldkonto für unvorhergesehenes.
  • Möchte man das Geld selber verbrauchen, dann sollte das Geld jetzt zum größten Teil entnommen werden und so aufgeteilt werden, dass es für die nächsten 15 Jahre reicht. Nicht zu Sparsam sein - mit 67 macht eine Weltreise noch Spaß, mit 87 eher nicht mehr.

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