07. Oktober 2016


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 40 / 2016)

Diese Artikel sind mir diese Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Über die erzieherische Wirkung eines Studentenjobs.

Der Freiheitsmaschinist: Heute mit viel Prominenz und Arbeitssklaven.

Auf nach Frankfurt, Nico von Finanzglück lädt ein.

Wussten Sie schon: Herr Kommer (ja, der Kommer!) tanzt gerne Tango und rät zur selbst genutzten Wohnimmobilie (schockierend!).

Der Mensch und seine Gewohnheiten

Die 752- und die 173-Regel.

Die Gewohnheiten der Herde.

Welchen Wert hat eure Lebenszeit?

(awa)

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Kommentare

T. sagt am 10. Oktober 2016

Die Empfehlung von Kommer zur selbstgenutzten Immobilie in diesem Zusammenhang ist in der Tat rätselhaft, sagt er doch sonst immer, es gehe um eine Lebensstilentscheidung und nicht um ein Investment.
Auch finde ich es immer wieder seltsam, wenn sein berühmtes Buch "Souverän investieren" als Bibel der Passivinvestierer bezeichnet wird. Kommer empfiehlt kein klassisches passives Investieren, wie es Boogle begründet hat. Er empfiehlt Faktorinvesting mit passiven Produkten. Auch Buy and Hold ist kein passives Investieren.
Ich sage das alles nur, weil es mich manchmal stört, dass so viele Dinge in einen Topf geworfen werden, die besser getrennt werden sollten, weil sie wirklich einen Unterschied machen und sonst viel Verwirrung stiften. Kommer ist aber gut als Einführung zur Funktion der Finanzmärkte und zu den typischen Anlagefehlern/Verständnisfehlern von Privatanlegern.
Gruss,
T.


Smartinvestor sagt am 01. September 2017

| @T Diese Verwirrung zum "passiven" Investieren wird von Kommer (mit)verursacht. Denn in der Einleitung zu „Souverän investieren“ wird erst mal für klassisches „Passive Investing“ nach Bogle geworben: „Aktives Investmentmanagement – der Versuch, den Markt zu übertreffen – scheitert fast immer grandios.“
Dann kommen wiederholt starke Empfehlungen für zweifelhaftes „Factor Investing“ bis hin zu seinem Musterdepot, das fast nur aus Small und Value Faktor ETFs besteht. Daraus schließt fast jeder, dass „Factor Investing“ wohl zu den passiven Anlagestrategien gehören muss. Das ist aber ein irreführender Widerspruch.
Daraus resultieren immer wieder verkorkste Anlagevorschläge in Foren mit unsinnigen Faktor-Loads von unbedarfen Anfängern, die eigentlich echt „passiv“ investieren wollten, wie z.B. dieser hier, der auch völlig unkritisch von Kommer’s Musterdepot übernommen wurde.
Den o.a. Widerspruch findet man allerdings nicht nur bei Kommer, sondern noch viel auffallender bei Swedroe, z.B. in seinem populären Werk mit dem reißerischen Titel "The Only Guide to a Winning Investment Strategy You'll Ever Need …". Darin liest man einseits: „While active investing (stock picking and market timing) provides the small hope of outperformance, the odds of success are so low that the prudent approach is to be a passive investor.” Andererseits im direkten Widerspruch dazu: „The next chapter shows you how to build a portfolio that can provide above-market returns. In other words, you will see that passive management does not mean you have to accept “average” returns...”
Dann zeigt Swedroe, wie man ein aus US-Sicht (r)echt "passives" Depot auf überwiegend Small und Value Faktor Fonds umstrickt, um damit gleichermaßen wundersam die Rendite von 12,3% auf 14,3% zu erhöhen und die Standardabweichung von 11,0% auf 9,4% zu reduzieren, so als ob das ein Naturgesetzt wäre.
Realistisch können Faktorfonds allenfalls statistisch nicht signifikante 0,x% p.a. Mehrrendite im Schnitt über mehrere Jahrzehnte bringen, wenn der aktuelle Smart-Beta-Hype die dann nicht längst wegarbitriert oder gar ins Gegenteil einer Minderrendite verkehrt hat, wie z.B. Arnott von RA aufgrund von bald bevorstehender Mean Reversion der aktuell überzogenen Bewertungen aller Faktoren bis auf Value erwartet.
Natürlich bedeutet "passives Management" des eigenen Depots, dass man versucht, alle aktiven Ansätze u.a. des "Stock Picking" und des „Market Timing“ zu vermeiden soweit sinnvoll, was Swedroe's erstes Zitat völlig korrekt impliziert. Das macht man mit vermeintlich „passivem Factor Investing“, wie es Swedroe im 2. Zitat anpreist, aber beides genau nicht, denn mit den Faktorfonds "pickt" man - wie o.a. - bestimmte den Faktoren entsprechende vermeintlich aussichtsreichere Einzeltitel aus dem gesamten Markt temporär d.h. "market timed" heraus. Wikipedia bestätigt dies: „Stock Picking kann u.a. Bestandteil der Anlagestrategien Value Investing… sein.“
Und schädliches prozyklisches Market Timing holt die meisten Anleger dann zwangsweise spätestens bei der Faktorfondsschließung ohne gleichwertigen Ersatz nach massenhafter Realisierung des „Tracking Error Regrets“ ein (siehe Kommentare von Joerg und CrisS am 20.7.2017 im Smart Beta Podcast), wenn die meisten Anleger merken, dass die Outperformance-Versprechungen von 2% p.a. sogar bei reduziertem Risiko alles Phantasiezahlen auf Basis von unrealistischen Vergangenheitsdaten sind, die keine Garantie auf zukünftige (Über-)Renditen sind.
Was auffällt ist die hohe Übereinstimmung dieser widersprüchlichen Aussagen von Kommer und Swedroe. Wie erwartet haben die eine gemeinsame Ursache, nämlich die enge Verbindung zu DFA (Dimensional Fund Advisors), die bei Swedroe bekannt ist, viel weniger aber vermutlich bei Kommer, der von DFA gern zu Werbezwecken zitiert wird mit: „Dimensional Fund Advisors ist in meinen Augen, neben Vanguard, … vielleicht der beste Indexfonds-Anbieter der Welt. (Gerd Kommer, Souverän investieren…)“
Das ist bereits inhaltlich falsch, da Vanguard-Fonds mit zu den anlegerfreundlichsten überhaupt gehören, DFA-Fonds sind jedoch das genaue Gegenteil. Denn die können ausschließlich über problematische "Berater", die zudem noch auf DFA-Philosophie eingeschworen wurden, s.u., mit heftigsten jährlichen Gebühren ab 0,5% bis 2% p.a. erworben werden (nicht etwa nur einmaliger AA(!), Quelle: Bernstein "The Investor's Manifesto").
Damit wird die ohnehin sehr zweifelhafte Mehrrendite von Faktorfonds mehr als überkompensiert.
Und siehe da auch bei DFA derselbe ins Auge springende Widersinn. Einerseits liest man dort: „Die Fonds von damals, waren zum Beispiel im Glauben, dass durch die „Experten“ und Fondsmanager einzelne Titel, sowie Märkte vorhersagbar waren. Sie gaben vor, den Markt schlagen zu können. … Heute wissen wir es besser.“
Andererseits wieder im direkten Widerspruch dazu: „Kleinere Unternehmen (Small-Caps) und Value-Werte performen langfristig besser als der Durchschnitt. Dies ist seit Jahrzehnten untersucht. Dimensional Fund Advisors nutzt diese „Dimensionen“ der Kapitalanlage erfolgreich zum Vorteil der Anleger.“
Wie kann entspr. Expertise vorteilhaft genutzt werden, wenn Experten den Markt nicht schlagen können sollen, wie das erste Zitat impliziert?
Morningstar weist entsprechend auch auf verdächtige Irrationalitäten in Verbindung mit DFA hin: „Viele passiv ausgerichtete Investoren betrachten das Fama-French-Modell als eine Art heilige Schrift, insbesondere Berater, die ihre Ausbildung durch Dimensional Fund Advisors erhalten haben.“ Ein Hauptgrund für diesen religiösen Eifer ist, dass "Berater" nur dann DFA Produkte vertreiben dürfen, wenn sichergestellt ist, dass deren gesamte "Beratung" gemäß der DFA-Philosophie erfolgt: [„Wir kooperieren nur mit Kunden, bei denen wir uns sicher sind, dass sie unsere Investmentphilosophie teilen."] (http://www.bundesweitefinanzberatung.de/expertenartikel/ansicht/finanzberater-sind-wie-fitnesstrainer-14614/) Das steht natürlich auch wieder im direkten Widerspruch zu Werbesprüchen dieses 3-Buchstaben-Vereins: „Dimensional nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse für die Zusammenstellung Ihrer Fonds. Hierbei gibt es keine Denkverbote ...“
DFA kennt also selber keine Denkverbote aber erlegt sie gleichzeitig ihren "Beratern" auf, indem sie denen ihre gesamte umsatzoptimierte Investmentphilosophie aufdrücken.
Wegen weiterer Eigentümlichkeiten ist DFA im Wertpapier-Forum (WPF) folglich auch sehr umstritten, und es werden nicht nur bei Morningstar in den davon besonders betroffenen USA zu Recht Ähnlichkeiten zwischen DFA und Scientology gesehen.
Und für sowas macht Kommer Werbung...
Das große Problem ist, dass Kommer in D aktuell (noch) tonangebend ist und entspr. viele Kleinanleger fehlleiten kann, während Swedroe's Sekundärliteratur in USA kaum Bedeutung hat und es viel besser geeignete Originalliteratur für Einsteiger gibt, wie z.B. die sehr wertvolle vom konsequent passiven Indexing-Original Bogle. Aufgrund der englischen Sprache und der Unterschiede der Finanzsysteme erreicht die jedoch leider nur sehr wenige deutschsprachige Leser.
Fazit:
Vor diesem Hintergrund und insbes. wegen seinen engen Beziehungen zu DFA mit deren obskurem und besonders dreist umsatzförderndem "Beratungsansatz" sollte Kommer m.E. weiter beobachtet und grundlegend neu bewertet sowie vor allzu blindem Vertrauen in sein populäres Grundlagenwerk und insbes. in das darin enthaltene Musterdepot dringend gewarnt werden.
Für den Einsteiger halte ich die Kombination aus 1. Finanzwesir, 2. WPF und 3. Bogle im Sinne von neutraler Anlegerorientierung und Aktualität viel besser geeignet als Kommer, da er vermutlich von anlegerschädlichen Eigeninteressen geleitet wird.
Hat hier jemand weitere Infos zur Verbindung von Kommer mit DFA?


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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