08. Februar 2019


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 6 / 2019)

Die Freitagsliste. Ab sofort nicht mehr als Liste, sondern in Prosaform.

Germanisiert und mit stahlharten Willen - der Hans und der Maier im Finanz-Bootcamp des Maschinisten.

Der Finanzwesir langweilt in München

Enttarnt: Das Geschäftsmodell des Fintech-Influencers. Das wäre auch was für mich. a) Devils Advocat (für darunter), b) lässt sich mit IFTTT, Zapier und Buffer prima automatisieren, dann c) ist Blödsinn, für 15 € gibt’s 10.000 Fillipinos, die einem begeistert folgen, d) etwas Sponsoring verstärkt den Spülvorgang nach oben, e) die Dummen sterben nie aus, f), ich dachte an 5 %- 10 %, h) sollte es bei h) nicht Hells Angel heißen? i) 10 facher Millionär, j) zusätzlich veröffentlicht man ein Buch übers "Pivotieren". Pivot = Fintech-Speak für "im Zickzack in den Abgrund".

Sensationell, besser als ETF-Sparen und Stock-Picking: Reich durch Hühner-Sex. Der Bloggerkollege weiß Bescheid: Auf das richtige Midset kommt es an!

SPD-Fans weghören: Werde Landlord in den USA, dann kannst Du Problemmieter von den Cops rauswerfen lassen. Details im Interview.

Essen Sie Stierhoden, dann klappt’s auch mit der "Tactical Asset Allocation", "Dual Momentum" und "Relative StrengthMarkttiming". War früher mal Markttiming.

Europa: freier Warenverkehr: gut - freier Kapitalverkehr: na ja - freie Personenverkehr: die Lunte brennt. Klicken Sie nicht leichtfertig - die Kommentare sind papyrusrollenlang.

Eigentlich bin ich… überzeugter Buy & Holder, aufrechter Demokrat, ehrlich, prinzipientreu. Aber wenn es drauf ankommt ist mein Rückgrat gerade wo anders. Und wieder hat das Reptiliengehirn übernommen.

Seminare mit dem Finanzwesir

Zum Schluss noch ein Hinweis für meine norddeutschen Leserinnen. Entweder Sie kommen zu mir ins Seminar Die Geldfrau, Dani Parthum lädt Ende März erneut zum Vermögensseminar nach Hamburg ein. Ein Wochenende und Sie sind fit in Finanzdingen. Ich bestreite wieder den ETF-Teil des Seminars und würde mich freuen, Sie am 23. /24. März begrüßen zu dürfen.
Wenn Sie nicht bis März warten möchten - oder ein Mann sind: Mein ETF-Intensivseminar findet am 23. Februar statt. Ein paar Tickets gibt es noch.

(awa)

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Kommentare

CarstenP sagt am 08. Februar 2019

Der Markettiming-Artikel enthält einen Haufen Quark.
Sicherlich ist der Momentum-Effekt eine starke Kraft im Markt, allerdings ist Meb Faber ein schlechtes Beispiel für den Erfolg von Momentum-basierten Strategien: Erstens war sein Cambria Global Tactical ETF (GTAA) eine Enttäuschung und existiert inzwischen nicht mehr und zweitens ist der Nachfolger Cambria Global Momentum ETF (GMOM) bisher eine genauso große Enttäuschung.
Meb Faber ist eher ein gutes Besipiel dafür, dass Momentum-Strategien in der Praxis nicht so einfach funktionieren wie irgendwelche Backtests den Anschein erwecken...
Außerdem, Sharpes adaptive Asset-Allokation als Markettiming zu bezeichnen, ist wirklich unehrlich. Sharpes Idee ist noch passiver als buy&hold&rebalance mit fixer Asset-Allokation, weil er die Asset-Gewichtungen entsprechend der Marktgewichtung driften lässt und somit seltener Rebalancing betrieben werden muss.

Der buy&hold mit Einzelaktien-Artikel ist ein schönes Beispiel für mentale Buchführung: genügend Gewinn realisieren, damit man keinen Verlust mehr machen kann, soso...


Joerg sagt am 08. Februar 2019

Prinzipiell, ein interessanter Artikel/neuer Aufguss zum Markettiming in der NZZ.ch.
Auf komplexe Fragen gibt's eben nie? einfache Antworten?

  • Die Kauf/Verkaufs-Kosten sind gesunken und werden weiter sinken. Stimmt.
  • Allerdings fehlt mE der Hauptfeind vom haeufigen Rein/Raus: die Steuer. Die KAST dezimiert den Trading-Erfolg im Privatdepot viel staerker als die Kauf/Verkaufskosten. Oder werden in der CH keine Steuern auf Kursgewinne bei Privat-Anlegern faellig (NZZ.CH)?

Hymne auf Momentum-Strategien: Vom Erfolg der Momentum-Strategie profitieren wir ja mit marktkapitalisierungs-gewichteten Index-ETFs sowieso schon!
Die Luschen marginalisieren sich, die Hype-Aktien ziehen die Indices hoch. Ihr seid also schon Momentum-Anleger!
Das macht ja oft die Outperformance von einfacher MSCI WORLD(etc)-Anlage gegenueber ARERO, Scalable oder anderen Fonds aus, weil denen zuviel Hype oder USA-Anteil zu "gefaehrlich" erscheint.
Da koennen wir uns also entspannt zuruecklehnen?!

Natuerlich versuche ich auch etw Markettiming, in dem ich in "ueberhitzten" Phasen, mehr Cash aufbaue und in Draw-Down-Phasen mit zusaetzlichen Kaeufen/Sparplanerhoehung das zurueckfliessen lasse.
Bzw "billige" Maerkte EU/EM etw. uebergewichte und auf eine mittel- bis langfristige Mean-Reversion hoffe.
Aber schon oft hatten wir hier besprochen, dass, je groesser das Depot wird, je kleiner der Effekt/Gewinn daraus ist und eben zunehmend das ganze Depot "auf hoher See Wind und Wellen" ausgesetzt ist.
Man kann nicht beides haben: Hohe Rendite und hohe Sicherheit!

Demuetig genug weiss ich: die Zukunft kennt keiner (und kann keiner kennen!).
Es gibt eine Reflexivitaet des Marktes: Wenn genug an eine Rezession glauben und verkaufen, kann es tatsaechlich eine Rezession ausloesen (Massenpsychologische Veranstaltung). Ein Trigger dafuer ist die Charttechnik - deshalb beachtenswert.
Auch Sentiment ist hilfreich.
Aber IMMER gut zu timen scheint mir unmoeglich - vielleicht gelingt es ein paar mal von 10? Wieviel war dann Glueck, wieviel Koennen/Strategie/Erfahrung?

Es gibt keine absolute Sicherheit an der Boerse: Vielleicht sparst du jetzt 20-30 Jahre und du hast Pech und schaffst keine 5% real fuer die Altersvorsorge (hast halt im falschen Zyklus gelebt).
Vielleicht aber auch nicht. Wenn du nix machst, kannst du nur verlieren (nur Tages/Festgeld?).
Wenn du was machst: meistens ging es gut (in der Vergangenheit) mit den 5% real bei Buy & Hold - reicht doch!
Wissen, werden wir es erst im Rueckblick.
So, genug BlaBla - schoenes Wochenende!


Oli sagt am 08. Februar 2019

Hätte mich auch schwer gewundert wenn ich für mein Verlassen des heiligen Pfades Buy&Hold keine Schelte vom Finanzwesir bekommen hätte :-D Aber auch damit kann ich leben ^^

mfg Oli


Cameo sagt am 09. Februar 2019

Interview mit den Vanguard Deutschland-Chef. Interessanter Verweis auf die bevorzugte Zielgruppe.

Vanguard plant ETF-Projekte in Deutschland und baut Angebot aus

Der US-amerikanische ETF-Riese Vanguard plant mit seinem Standort in Frankfurt mehrere ETF-Projekte im nächsten halben Jahr. „Wir wollen so unsere Produktpalette ausbauen und neue Bereiche ansprechen“, sagt Sebastian Külps, Deutschland-Chef von Vanguard, im Gespräch mit Citywire Deutschland auf dem Fondsprofessionell Kongress in Mannheim.

Deutschland sei für Vanguard ein sehr wichtiger Markt. Bisher läge relativ wenig Geld der Deutschen im Kapitalmarkt. Egal sei dabei, so der Deutschland-Chef, ob aktive oder passive Produkte: „Der Preis muss kostengünstig und das Produkt effizient sein. Daher wollen wir mit neuen Produkten in Deutschland das bestehende Angebot weiter ausbauen.“

Külps weiter: „Die staatlichen Renten in Deutschland werden irgendwann nicht mehr allein ausreichen, Renditen auf Fest- und Tagesgeld sind über die Jahre ebenfalls stark geschrumpft. Die Anlage in Kapitalmärkte ist daher ein wichtiger Baustein im langfristigen Vermögensaufbau. Somit müssen wir vor allem auch für Langzeit-Sparer attraktiver werden, und hier bieten unsere Produkte Investoren einen Zugang zum Kapitalmarkt in Form von breit aufgestellten Portfolios, und dies zu Konditionen, die in der Vergangenheit häufig nur institutionellen Anlegern zugänglich waren.“

Dabei reagiert der ETF-Riese auch personell auf sein mögliches Wachstum: Im vergangenen Jahr wollte das Unternehmen bis Jahresende neun Mitarbeiter in seinem Frankfurter Team haben, zum Januar 2019 sind es bereits zehn Mitarbeiter. Weiter halte man daran fest, keine Trend-Produkte zu starten, sondern konzentriere sich auf den Wholesale-Bereich.

„Unsere aktuellen Produkte kommen hierbei sehr gut zum Tragen. Zwei Bereiche sind uns in Zukunft wichtig: Zum einen in dem wir uns auf Vermögensverwalter und Asset Manager konzentrieren und zum anderen der Bereich der Berater“, sagt Külps.


Christian sagt am 09. Februar 2019

Die Verlinkung des Hühner-Sex-Beitrags ist ironisch oder sollen wir den Artikel, den ich eher bei Instagram erwartet hätte, Ernst nehmen?


Smartinvestor sagt am 11. Februar 2019

Nach meinem (begrenzten) Sprachverständnis gibt es große Unterschiede, was als "Market Timing" bezeichnet wird. Um (weiteren) Missverständnissen vorzubeugen, bevorzuge Ich als Basis dafür die m.E. unmissverständlichste reine Definition "passiven" Investierens: Nämlich 1) in den Markt alles dafür vorgesehene Kapital nach Marktkapitalisierung zu investieren, sobald es in sinnvoller Höhe zur Verfügung steht (buy), 2) es "passiv" so zu halten (hold) und 3) es erst dann zu deinvestieren, wenn es aus nicht finanzmarktabhängigen Gründen benötigt wird.

Diese einfache Definition hat den großen Vorteil, dass man sich bewusster wird, wann eine "aktive" Entscheidung ansteht, die man dann bewusst treffen und dafür nicht gedankenlos irgend welchen zufälligen äußeren Einflüssen folgen sollte, wie z.B. "was der Finanzwesir sagt" oder der Bankberater-Verkäufer, Werbung, Moden, Hypes...

"Passiv" heißt dabei aber nicht, dass man dazu nichts tun müsste. Da sich der riesige Markt laufend ändert, müsste das laufend sinnvoll im Portfolio abgebildet werden. Da das aber für den Normalanleger alles viel zu aufwändig und ohne greifbaren Nutzen wär, weicht er von dieser reinen Form "passiven" Investierens sinnvollerweise ab.

Damit ist praktisch jeder zwangsläufig mehr oder weniger "aktiver" Investor. Aber er kann dabei, wenn er es mit ausreichender Kompetenz sinnvoll anpackt, mit weniger Aufwand und weniger Risiko mehr herausholen. Und die dazu erforderlichen Aktivitäten werden gemeinhin in A) "Stock" bzw. "Fund Picking" und B) "Market Timing" untergliedert. Die gilt es daher ausreichend gut zu verstehen, um die erforderlichen Entscheidungen möglichst gut treffen zu können.

Mit diesem einfachen Verständnis gibt es mehr oder weniger sinnvolles "Market Timing". "Buy and Hold" einer "aktiv" gewählten vom Markt abweichenden Asset Allocation mit regelbasiertem "Rebalancing", z.B. auf Basis der Swedroe 5/25%-Regel, ist daher eindeutig eine sinnvolle, milde Form des aktiven Market Timings. Denn durch die damit erzeugte Diversifikationsrendite - "the only free lunch" - bzw. "Rebalancing Alpha" erhöht sich langfristig die risikobezogene Gesamtportfoliorendite ggü. einem Portfolio ohne Rebalancing.

Sehr viel "Rebalancing Alpha" mehrerer Prozentpunkte herausholen lässt sich aus diesem Ansatz, wenn man unkorrelierte Anlagen mit Renditen und Risiken in aktienähnlicher Höhe und mit hoher Dispersion - z.B. aktive reine Alpha-Investments - zu "passiven" Aktienindex- bzw. reinen Beta-Investments kombiniert, wie ich hier beschrieben habe.

Aber selbst dieses einfache mechanische Market Timing - mit oder ohne Alpha-Investments - schafft langfristig durch die Höhen und Tiefen des Marktes nur eine kleine willensstarken, ausreichend kompetente Minderheit, die sich von nichts und niemandem beirren lässt. Denn bei all den anderen im Artikel erwähnten kurzfristigeren DIY Market Timing Ansätzen wie auch bei den hier oft diskutierten Ansätzen - wie z.B. in überhitzten Phasen weniger und in Draw-Down-Phasen mehr zu investieren oder gleich mit dem 200-Tage-SMA-Ansatz das ganze Depot hin- und herzutraden - müssten Amateure direkt gegen Alphajäger-Profis im Markt antreten. Von denen können dort jedoch nur die wettbewerbsfähigen Top-Leute langfristig mit positivem Alpha überleben.

Da es diese wenigen echten Alpha-Profis jedoch schon seit Jahrzehnten erfolgreich gibt, die ihre Dienste im geregelten Markt mehr und mehr als liquide Fonds ab kleinsten Summen kostengünstig anbieten, ist es wesentlich sinnvoller, sich darauf zu konzentrieren, die echten Könner darunter zu suchen und zu allokieren, wie z.B. Man AHL oder dessen bekannten Mitgründer David Harding jetzt bei Winton, als DIY-Ansätze außer regelbasiertes Rebalancing zu diskutieren.

Diese Spezialisten fokussieren sich auf die dauerhaft zuverlässige Ausbeutung der von ihnen am besten verstandenen Marktineffizienzen, die ebenso zuverlässig durch die Mehrzahl der Marktteilnehmer entstehen, die sich irrational z.B. in unsystematischem zufälligem DIY Market Timing versuchen. Das gelingt jedoch nicht mal fortgeschrittenen professionellen Vermögensverwaltern, wie z.B. der in D rel. bekannte smart-invest HELIOS AR zeigt.

Wenn solche bekannten Zusammenhänge nicht mal erwähnt werden und zu sinnfreiem DIY Market Timing angeregt wird, sind solche Artikel nicht hilfreich. Market Timing richtig verstanden und angewendet ist wie das Fund Picking eine Grundanforderung an jeden Anleger, die er für seine Anlageziele gut verstehen und anwenden können sollte.
Denn ohne ausreichendes Verständnis bleibt das Ergebnis mehr dem Zufall überlassen. "Aktiv" unterwegs sind also mehr oder weniger wir alle hier. Wie weit man das dann betreiben mag, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab und macht keinen prinzipiellen Unterschied. Denn die Übergänge dazwischen sind fließend, wie immer in der Realität.


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