24. Februar 2020


Hilfe, mein ETF wird eingeschmolzen - Der Finanzwesir rockt, Folge 85

Der ETF muss weg! Sagt das Fonds-Management. Was jetzt? Nun, wie wäre es mit verkaufen oder auszahlen? "Ungern", sagt das Fonds-Management, "Da leidet das AuM." AuM? Assets under Management.
Geld, das einmal in der Kasse ist, gibt man ungerne wieder her. Deshalb sucht sich das Fonds-Management einen lebensfähigen ETF und fusioniert ihn mit der Krücke.
Wobei, die Krücke muss nicht unbedingt eine burmesische-Wasserbüffel-Krücke sein. Es kann auch ein MSCI World sein, der aufgrund einer Firmenfusion nun doppelt im Angebot ist.
Apropos Fusion: Wer könnte uns besser Rede und Antwort stehen als Arne Scheehl von Lyxor (vormals Comstage). Arne ist Teil des CLAK (Comstage/Lyxor-Aufräumkommando) und berichtet aus erster Hand, wie das so läuft, wenn das CLAK das Angebot ausdünnt.

Wir haben Arne unter anderem gefragt:

  • Wann kommt es zu einer Verschmelzung? Was sind die Beweggründe hinter der Entscheidung?
  • Welche Kriterien spielen eine Rolle?
  • Gibt es ETFs, die besonders betroffen sind? Nur Exotenkram oder werden auch Brot & Butter-ETFs bei den kommenden Mergers betroffen sein. Niemand braucht 2 World-ETFs in einem Haus. Oder doch?
  • Wer trifft die Entscheidung?
    • Das Fonds-Management, die Bafin, Verbraucherschutzorganisationen, der ZDF-Fernsehbeirat - wer muss alles gehört werden?
  • Wer genehmigt dann? Oder ist eine Verschmelzung nicht genehmigungspflichtig?
  • Wie erfährt der Investor von einer anstehenden Verschmelzung?
    • Welche Fristen gilt es zu beachten?
    • Wie kann ein Investor reagieren?
  • Wer bezahlt das?
  • Welche Probleme krieg ich mit der Steuer?
  • Wie krieg ich das in Portfolio Performance abgebildet?

Und wir wollen natürlich von ihm wissen:

Was tue ich als Betroffener am besten? Gibt es einen Königsweg oder muss ich situativ entscheiden?

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(awa)

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Kommentare

Thomas sagt am 24. Februar 2020

Hallo,

bezüglich Abbildung in Portfolio performance: einfach den alten Fond verkaufen, und den neuen Zeit gleich rein kaufen, und keine Gebühren oder steuern ansetzen.


Kuri sagt am 24. Februar 2020

Hallo,

wenn ich das recht sehe hat der übernehmende Lyxor msci etf eine Kostenquote von 0,3% und der verschmolzene Comstage msci etf eine Kostenquote von 0,2%. Mit anderen Worten wenn man nicht verkauft erhöht sich die Kostenquote um 50%.


Tulpenmanie sagt am 25. Februar 2020

Die Folge hat mir sehr gut gefallen. Ihr nehmt Arne ja richtig in die Mangel! Aber auch von seiner Seite wurde exzellent pariert.

Danke für die informative Folge.


Max Alpha sagt am 25. Februar 2020

57 vom Podcast Finanz-Heldinnen:

Unbedingt anhören! Ca. 36 Minuten lang rechnet man hin und her um Informationen zu bekommen, die man sich mit wenig Aufwand und wesentlich genauer von der Rentenversicherung beschaffen kann. Stellen die sich blöd oder bringt das DIY beim Berechnen der Rentenpunkte Erkenntnisse, die mir bislang verborgen geblieben sind?

Nach 36 Minuten musste ich leider abschalten, da ich mit meiner Sporteinheit fertig war. Ich bin schon gespannt auf die zweite Hälfte, in der dann heldenhaft erläutert werden dürfte, wie man seine Rentenlücke schließt.

Gruß
Max Alpha


Guybrush sagt am 27. Februar 2020

@Thomas

So einfach geht es leider nicht...zumindest wenn man keine Informationen verlieren will. Zwar stimmt das Ergebnis unterm Strich, aber Aussagen über die Rendite (egal ob Einmal-Investment oder Sparplan) kann man dann nicht über den kompletten Anlagezeitraum treffen. Beim fiktiven Neukauf wird der alte Buchgewinn eingefrohren und als Nullpunkt für die zukünftige Laufzeit (aktuelles Bewertungsniveau = "0%-Rendite") gesetzt. Kein Weltuntergang, aber genau um solche Infos zu haben/generieren, benutzt man Tolls wie PP


Marvin sagt am 28. Februar 2020

@Kuri

wenn ich das recht sehe hat der übernehmende Lyxor msci etf eine Kostenquote von 0,3% und der verschmolzene Comstage msci etf eine Kostenquote von 0,2%. Mit anderen Worten wenn man nicht verkauft erhöht sich die Kostenquote um 50%.

Die TER von 0,3 für den Lyxor MSCI World - Dist ist die reine Theorie. Die reale Kostenquote ist die TrackingDifference. Und die beträgt für den Lyxor MSCI World - Dist 0,04, war in den letzten Jahre aber sogar 0!
iShares und xtrackers schaffen dank Wertpapierleihe sogar eine negative TD!
https://www.trackingdifferences.com/ETF/ISIN/FR0010315770


Max sagt am 01. März 2020

Wobei der genannte Lyxor MSCI World UCITS ETF - Dist in Frankreich domiliziert. Was ja eine Verschmelzung im Wege stehen würde, wenn man Lyxor beim Wort nimmt. Insgesamt sind die französischen Lyxor-Fonds teurer im TER und machen wohl nur für in Frankreich ansässige Personen Sinn.
Soweit ich sehen kann gibt es für die Standard ETFs World und EM keinen Luxemburgischen Ausschütter.

Aber wenn ich das Interview zwischen den Zielen richtig verstanden habe, wird sowieso die Comstage SICAV leergeschlagen und alle enthaltenen Teilfonds entweder auf existierende oder neue Teilfonds der Lyxor Index Funds SICAV verschmolzen. Insofern kann man über die zukünftige Konditionen für World und EM nur spekulieren.


Felix Z. sagt am 02. März 2020

Bezüglich Abbildung in Portfolio Performance: Zumindest bei einem 1:1-Tauschverhältnis sollte man ja einfach das gespeicherte Wertpapier ändern können, und die neue ISIN/WKN zusammen mit der neuen Kurs-Quelle einstellen.

Ein Beispiel: 2018 hat Lyxor ihren MSCI ACWI von Frankreich (FR0011079466) nach Luxemburg verschmolzen (LU1829220216). Der Luxemburgische wurde damals (wie von Arne ja auch erklärt) neu aufgelegt, und so ergab sich ein Tauschverhältnis von 1:1 Anteilen. Das heißt, in diesem Fall konnte man die WKN und ISIN in PP auf die neuen Werte ändern, die URL für historische Kurse auch, und hat ab dem Verschmelzungsdatum nun eben die Kurse für den neuen Fonds geladen. Neue Buchungen gingen automatisch auf die neue WKN, und alte Buchungen wurden automatisch umgestellt.

Damit stimmen die historischen Transaktionen natürlich rein theoretisch nicht mehr, aber zumindest die Rendite- und Kosten-Berechnungen werden so nicht angefasst.

Bei Nicht-1:1-Tauschverhältnissen habe ich das noch nicht versucht, aber das sollte ja theoretisch ähnlich zu einem Split abbildbar sein. D.h. im ersten Schritt die Wertpapierkennnummern anpassen, dann einen Split mit dem enstprechenden Verhältnis durchführen, und anschließend die Quelle für die Kurse anpassen. Oder übersehe ich dabei etwas?


Peter sagt am 02. März 2020

Zur Verschmelzung existierender ETFs von Comstage auf neu aufzulegende bei der Lyxor frage ich mich, warum dafür eine Verschmelzung nötig ist. Wenn sich an den Eigenschaften (Domizil, Ertragsverwendung, Index) nichts ändert, warum ist dann eine Verschmelzung nötig? Können die entsprechenden ETFs nicht einfach von Comstage in Lyxor umbenannt werden, und ihre alten WKN behalten? So wie er es für die Vermögensverwaltungs Fonds auch angesprochen hat?


Mieter sagt am 04. März 2020

Bzgl. der Verschmelzung über Ländergrenzen hinweg und Steuer:

Wenn die fiktive Veräußerung aus steuerlicher Sicht durchgeführt wird, muss die (bei entsprechendem "fiktiv realisiertem Buchgewinn" zu zahlende) Steuer ja in echt abgeführt werden. Im Klartext: Auf dem Depot-Verrechnungskonto muss Cash in Höhe der Steuer liegen, denn die ETF-Anteile werden ja nicht real zu Geld gemacht.

Mein Erlebnis dazu war der Umzug Lyxor MSCI ACWI von FR nach LU (siehe Kommentar Felix Z 02.03.2020). Ich hatte damals 2018 das Glück, dass ich aus Faulheit anderweitig eingeplantes Geld auf dem Verrechnungskonto habe liegen lassen, von dem die Steuer automatisch beglichen wurde.

@Albert und @Daniel

Vielleicht möchtet ihr bei passender Gelegenheit auf diesen Liquiditätsbedarf nochmal hinweisen.


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