16. Februar 2022


Sind Sie der Friedrich Merz von nebenan?

Seite 508, Anhang D des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung vom Mai 2021:

"Personen, deren individuelles Vermögen die Schwelle von 500.000 Euro überschreitet: 3,8 %"

Knapp vier Prozent, was ist daran so aufregend? Eine halbe Million in ETFs muss man ja erst mal zusammen sparen. Das dauert.
Nee, nee, Immos included.

Erfasst werde folgende Vermögenskomponenten:

  • Bruttovermögen aus selbstgenutzter Immobilie
  • Bruttovermögen aus weiterem Immobilien
  • Geldvermögen
  • Anlagenvermögen
  • Betriebsvermögen
  • Sachvermögen
  • Schulden durch Hypothekarkredit der selbstgenutzten Immobilie
  • Schulden durch Hypothekarkredit der weiteren Immobilien
  • Schulden durch Konsumkredite

Assets minus Schulden gleich Reichtum. Soweit so verständlich.
Aber ich habe doch 100.000 Euro Schulden!
Na und - wenn ImmoScout sagt: Die Hütte ist 600.000 Euro wert, dann sind Sie ein Vierprozenter. Dann sind Sie der Friedrich Merz von nebenan.
Trösten Sie sich. Hätte man mich in dem typischen "Frag-den-Mann-auf-der-Straße"-Interview nach einer Zahl gefragt, ich hätte mich um den Faktor drei bis vier verschätzt. Ich wäre bei 10 % - 15 % raus gekommen.
Warum? Ich lese, höre und sehe auf allen Kanälen: Die Immobilienpreise explodieren. Ich lebe in Hamburg und kann das bestätigen. 2018 lag die Eigentümerquote deutschlandweit bei 46,5 %. Knapp die Hälfte aller Deutschen besitzen Immobilien und die werden immer wertvoller. 20 bis 30 Prozent der Immobesitzer sollten es doch schaffen, die halbe Million zu erreichen. Das wären dann die 10 bis 15 Prozent, die ich geschätzt hätte.
Und obendrauf kommen die ganzen Hodler und Crypto-Zaren (ein Lambo ist Sachvermögen).
Aber auch der Normalsparer sollte eine Chance auf etwas Merz haben: 2021 besaßen 12,1 Millionen Menschen Aktien oder Aktienfonds und der "MSCI World net" hat seit 2019 enorm zugelegt.

Jahr Zuwachs
2019 30,02 %
2020 6,33 %
2021 31,07 %

Beim S&P 500 sieht’s ähnlich aus. Die Emerging Markets liefen nicht ganz so gut (nur solide einstellig im Plus).

Das scheint aber irgendwie an der Masse der Bevölkerung vorbei gegangen zu sein.
Warum?

Grund 1

Vielleicht liegt es daran, dass die Pensions- und Rentenansprüche nicht berücksichtigt werden. Ein Studienrat wird mit A13 besoldet. Daraus ergibt sich eine überschlägige monatliche Pension von 3.000 Euro. Wenn ich mit Hilfe der Vier-Prozent-Regel einen äquivalenten Zahlungsstrom erzeugen möchte, brauche ich 900.000 Euro im Depot.
Während der Studienrat einfach nur ein pensionierter Studienrat ist, bin ich der Millionaire Next Door. Dabei ist der Herr Studienrat auch ein Vierprozenter.

Grund 2

Kognitive Verzerrungen in der Nachrichtenlage trüben das Bild.

  • Verfügbarkeitsheuristik: Die Bewertung der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses hängt von der Anzahl der verfügbaren Beispiele ab. Die Anzahl der verfügbaren Beispiele, die auf das Thema "steigende Immobilienpreise" einzahlen geht gegen Unendlich. Egal ob Hamburger Abendblatt oder Twitter: Wohnungsnot ist immer.
  • Aktualitätsverzerrung: Aktuelle Ereignisse werden gegenüber historischen bevorzugt. Das ist Feature, nicht Bug. Redakteure sind keine Historiker und Aktualität ist Trumpf.

Wo sitzen die großen Nachrichtenredaktionen? In Berlin, Hamburg und München. Was erfahren die Redakteure am eigenen Leib: In Mitte, Harvestehude und Schwabing wird es immer teurer. Die ganzen Preissteigerungen sind sicherlich korrekt, aber womöglich sind das Nachrichten von Millionenstädtern für Millionenstädter? Im Jahr 2020 verteilte sich die deutsche Bevölkerung wie folgt

Stadtgröße Einwohner Anteil
Millionenstädte: Berlin, Hamburg, München und Köln 8 Millionen 9,7 %
restliche Großstädte (ab 100.000 Einwohner) 18,6 Millionen 22,3 %
Mittelstädte (20.000 - 100.000 Einwohner) 22,9 Millionen 27,5 %
Pampa 33,7 Millionen 40,5 %

(Nebenstrang, hat jetzt nichts mit diesem Artikel zu tun, ist mir aber bei der Recherche aufgefallen: Vielleicht ist es bei dieser Bevölkerungsverteilung doch keine so gute Idee, den Verbrenner so zu shorten.)

Moers, Siegen und Hildesheim sind Großstädte. Brilon, Kamp-Lintfort und Bitterfeld-Wolfen sind Mittelstädte. Und dann sind da noch die 40 Prozent, die in Siedlungsformen mit weniger als 20.000 Menschen leben.
Zumindest in Bitterfeld-Wolfen boxt der Immopapst nicht im Kettenhemd. Der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen: 5,82 €/m², die Tendenz für das erste Quartal 2022: fallend. Meint ImmoScout24.

Und auch im schönen Brilon sind die Preise noch moderat, obwohl einer der großen Söhne der Stadt ja jetzt Karriere gemacht hat. Wer in Brilon den Merz machen will, braucht dazu entweder 16 Zimmer oder ein 1.300 Quadratmeter großes Grundstück. Der Rest krebst bei unwürdigen 300.000 Euro rum.
Immos in Brilon

Mittelstädte plus Pampa, das bedeutet: 68 Prozent aller Deutschen haben die realistische Chance eine Immobilie zu besitzen und trotzdem nicht zum 4%-Club zu gehören.

Und was ist mit den Aktionären? Wie weit sind 12,1 Millionen von der halben Million entfernt? Hier eine Pressemeldung des Smartbrokers vom Dezember 2020

"Nach Angaben der wallstreet:online capital AG beträgt das durchschnittliche Depotvolumen der bereits aktiven Kunden circa 40.000 Euro. Der Wert übersteigt deutlich die Zahlen der Mitbewerber, die im Schnitt bei 30.000 Euro liegen."

Ernüchternd: Selbst wenn wir das verzehnfachen: Immer noch Kleinsparer.
Positiv: Für den durchschnittlichen Aktiensparer reichen die 801 Euro Freibetrag aus.

Grund 3

Was ist mit den ganzen Selbständigen und Unternehmern? Das Betriebsvermögen geht in die Bilanz ein. Sind so wenige Unternehmen 500.000 Euro wert? Was ist eine gut gehende Zahnarztpraxis wert? Oder ein Friseursalon oder ein REWE-Markt?
Ich weiß es nicht. Aber ich habe mit jemandem telefoniert, der seinen Lebensunterhalt mit der Bewertung von Firmen verdient. Seine Aussage: Wer eine Kanzlei, Praxis oder Beratungsfirma zu verkaufen hat, sollte - wenn überhaupt - mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag rechnen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Die gutgehende Schönheitsfabrik von Dr. med Mabuse in Starnberg ist da nicht gemeint.

Das Institut für Mittelstandsforschung hat für 2019 die folgenden Zahlen ermittelt

Es heißt ja immer: Abhängig Beschäftigte können vielleicht wohlhabend werden; aber nur wer selbständig oder als Unternehmer arbeitet, kann es zu wirklichem Vermögen bringen. Wir haben hier 7,5 Millionen Menschen, auf die das zutrifft. Aber was hat ein Selbständiger oder Freiberufler denn schon für ein Betriebsvermögen? Ein paar Schreibtische, ein bisschen IT, Aktenordner. Die Autos: geleast.
Und der Malermeister? Hat ein Lager mit Farbeimern und Pinseln. Das sind auch keine 500.000 Euro.
Das einzige Asset ist die Kundenkartei und da stellt sich die Frage: Was ist die wert? Wie viele Kunden kann der neue Besitzer halten, beziehungsweise wie viele will er überhaupt haben? Womöglich sind die Kunden mit dem Betrieb alt geworden und nerven nur.
"Beim alten Herr Müller habe ich meinen Steuerordner einfach abgegeben, wieso soll ich die Unterlagen jetzt in die Cloud scannen? Das kann ich nicht."
"Also hören Sie mal, die Frau Doktor hat das aber immer so und so gemacht… Das hat sich sehr bewährt." Ja, ist jetzt aber verboten. Die alte Frau Doktor hatte schlicht keinen Bock auf der Zielgerade noch mal zu investieren.
In sehr vielen Fällen ist das Betriebsvermögen eher Enttäuschung als Asset.

Grund 4

Reiche? Die gibt’s hier nicht. Ein weiser Freund hat einmal gesagt: Der kluge Mann fliegt unter dem Radar. Wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer ist.

Zusammenfassung

  • Die Aktiendepots sind kleiner, als man es nach der Lektüre der einschlägigen Foren vermuten würde. Hier berichten Einhörner und goldene Schwäne von ihren Taten.
  • Immobilie ist nicht immer ein Synonym für Exponentialfunktion.
  • Soo einfach scheint das mit der Selbständigkeit und dem Geld verdienen nicht zu sein. Oder leidet da jemand an Lifestyle-Inflation?

Können wir mit einer Verbesserung der Lage rechnen?
Die Reichtumsdaten werden alle fünf Jahre erfasst, hier die Zeitreihe

Jahre 2002 2007 2012 2017
> 500.000 € 3,2 % 3,2 % 3,0 % 3,8%
  • Zwischen 2002 und 2007 hat sich nichts getan. An der Börse waren das die Nullrenditejahre. Die Immobilienpreise stiegen, aber nicht so enorm.
  • 2012: Die Lehmankrise von 2008 / 2009 ist noch nicht überwunden.
  • 2017: Die lockere Geldpolitik macht vermögend. Egal ob Aktie oder Immobilie: Buy & Hold ist die Devise.

Was passiert, wenn die Assetinflation aufhört? Werden aus den 3,8 % dann wieder 3 %?

Fazit

  1. Verlass Dich nicht auf Dein Gefühl, recherchiere. Nur 4 %? Hätte ich nie für möglich gehalten.
  2. Pensions- und Rentenansprüche sind kein Vermögen.

Ich weiß nicht, ob ich es attraktiv finde, der Merz von nebenan zu sein. So vermögend, dass die Politik "Solidarität" einfordern kann und als Gruppe so klein, dass man nach dem Solidarität einfordern keine Wahl verliert.
Ich habe keine Glaskugel, ich kann die Zukunft nicht vorhersagen. Was aber klar ist: Klima, demographischer Wandel, Flüchtlinge, das kostet Geld.

Wo kriegt man das Geld her? Von den beiden Enden der Glockenkurve eher nicht.

  • Die oberen vier Prozent der vier Prozent schachteln ihr Vermögen international und spielen die einzelnen Steuersysteme gegeneinander aus.
  • Alle, die staatliche Hilfen erhalten sowieso nicht. Und alle die in Einzelhandel, Pflege oder Logistik arbeiten, auch nicht. Wer im öffentlichen Dienst bis A10 / E10 verdient ebenfalls eher nicht.

Wer bleibt als Geldquelle? Der gut verdienende Frugalist, der sich mit Weitblick ein Polster angelegt hat und im Lande bleiben möchte.

Was bleibt in dieser Situation? Die Stoiker.

"Greife diesen Gedanken auf, sobald der Tag anbricht, und denke Tag und Nacht daran: Es gibt nur einen Weg zum Glück, und der besteht darin, alles, worauf Du keinen Einfluss hast, aufzugeben, darüber hinaus nichts als Deinen Besitz zu betrachten, alles andere Gott und dem Schicksal zu überlassen."
Epiktet, Lehrgespräche, 4.4.39

Und da ist er wieder: Der Kontrollverlust. Heute in der Toga.

Die Taleb’sche Geflügelfarm gilt letztlich für uns alle.

  1. Die Truthahn-Prophezeiung: Die Lebenszufriedenheit ist kurz vor Thanksgiving am größten und Thanksgiving kommt. Das ist nicht zu ändern.
  2. Der Schwarze Schwan: Shit happens - Keiner von uns hat einen Anspruch darauf, vom Leben fair behandelt zu werden.

Aber: § 3 des kölschen Grundgesetzes gilt noch immer!

(awa)

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Kommentare

Treuer Leser sagt am 16. Februar 2022

Es ist immer wieder schön geerdet zu werden. Danke dafür!


Zrem, Hcirdeirf sagt am 16. Februar 2022

Ich gehöre zu den 4% ?!?
Ausbildung, Bundeswehr, Studium (Mathe), 15 Jahre kleiner Angestellter, dann 20 Jahre A12, kein Frugalist, aber sparsam im Kleinen, klotzig im Großen, eigene billige Hüte, viel zu grosse Karre, paar irre Urlaube.
Jetzt in Rente, jeden Monat einen guten Tausender übrig. Über 500k Euronen auf der hohen Kante. p > 0,5, dass ich nicht arm sterbe.

Ich danke dem Finanzwesir für alle seine Analysen/Ausführungen. Leute, hört auf den Finanzwesir!


teherrbee sagt am 17. Februar 2022

Interessant! Wie werden Ehepaare oder andere LGen hier erfasst? Mit anderen Worten: Wird das gemeinsame Vermögen von Eheleuten halbiert? 1mn € Immobilienwert dürfte schwieriger zu knacken sein - auch in vielen Städten.


Joerg sagt am 16. Februar 2022

In Alberts Alter wird es schon merzlicher: 5,5% der Leute >500k€

Quelle: armuts-und-reichtumsbericht.de/SharedDocs/Downloads/Berichte/sechster-armuts-reichtumsbericht.pdf S.576[Zaehlung im pdf] TeilD S.508[Zaehlung im Dokument] R03 Top-Nettovermoegende [individuelles Nettovermögen 500.000 Euro (in Preisen von 2017)]

Frauen haben's schwerer?
4,7% Maenner, 2,9% Frauen

Mach lieber rueber?
4,5% West, 0,9% Ost

Oldies but Goldies?
25-49J 1,8%
50-64J 5,5%

65J 6,2%

Kinder sind wertvoll; Scheiden tut weh:
Paare ohne Kinder: 4,6%
Alleinlebende: 4,4%
Alleinerziehend: 1,8%
Paare mit 1 Kind: 2,7%

Pensionaer-Sein hilft?
Arbeitslos: 0,5%
Rentner/Pensionaer: 5,4%

"Schaffe, schaffe Haeusle baue ...":
Eigentuemer/mietfrei: 6,4%
Mieter: 0,8%

Datenstichhaltigkeit??? "Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine lange laufende multidisziplinäre Panelstudie, für die derzeit jährlich etwa 30.000 Menschen in knapp 15.000 Haushalten befragt werden." "Offizielle Registerdaten zur Vermögenssituation liegen für Deutschland nicht vor. Analysen zur Vermögensungleichheit sind auf Stichprobenbefragungen angewiesen. Diese untererfassen tendenziell die Hochvermögenden, auf die aber ein beträchtlicher Teil des Gesamtvermögens entfällt."

LG Joerg


chris sagt am 16. Februar 2022

Da wird das kölsche Grundgesetz zitiert, aber gleichzeitig Köln die Million aberkannt... Genau mein Humor ;)


Phil sagt am 17. Februar 2022

Was ist denn mit Köln??? AUCH MILLIONENSTADT


Andreas sagt am 16. Februar 2022

Schön recherchiert. Ein paar Faktoren könnte man noch beachten:

a) Auch Kinder sind Teil der Grundgesamtheit, also "Personen". Neugeborene kommen mit einem Nettovermögen von 0 zur Welt. Der Vermögenszuwachs kommt später, meistens erst nach der Volljährigkeit. Kindern wohlhabender Eltern geht es materiell sicher nicht schlecht, aber sie sind nicht vermögend. Bezogen auf die volljährige Bevölkerung (~73 Millionen) könnten aus den 3,8% dann 4,3% werden. Ist nicht viel, aber ein bißchen.

b) Gleichermaßen sind auch die Partner vermögender Selbständiger sind nicht notwendigerweise vermögend, auch wenn sie im selben Umfeld leben. Wenn der Zahnarzt mit seiner Immobilie und seiner knapp sechsstelligen Praxis also zu den 3,8% gehört, dann gilt das im Geiste auch für seine Gattin, auch wenn sie in der Statistik nur ein fünfstelliges Festgeldkonto bei der Sparkasse hat.

Mit diesen Faktoren sind zumindest die geschätzten 10% in Reichweite.

Und dann noch
c) Das mittlere Depotvolumen gilt pro Depot, aber nicht pro Depotinhaber. Ich habe beispielsweise zwei Depots.


Finanzwesir sagt am 19. Februar 2022

Hallo teherrbee,

"Interessant! Wie werden Ehepaare oder andere LGen hier erfasst? Mit anderen Worten: Wird das gemeinsame Vermögen von Eheleuten halbiert? 1mn € Immobilienwert dürfte schwieriger zu knacken sein - auch in vielen Städten."

Das weiß ich nicht. Es ist immer die Rede von Personen. Meine Vermutung: Immobilie ist 800.000 Euro wert

  • beide stehen hälftig im Grundbuch => Jeder hat 400.000 Euro, beide kein Immo-Vierprozenter,
  • nur einer steht im Grundbuch => Ein Vierprozenter plus ein Habenichts

Gruß
Finanzwesir


Finanzwesir sagt am 19. Februar 2022

Hallo Jörg und Andreas,
ob nun 3,8 %, 4 % oder doch 5,5 % - ich finde, das ist alles ziemlich wenig. Für die Zahnarztgattin ist das schön, aber trotzdem gehört sie nicht dazu. Wobei man natürlich argumentieren kann, dass sich eine gutgehende Praxis nicht von alleine aufbaut, sondern eine Teamleistung ist.

"Das mittlere Depotvolumen gilt pro Depot, aber nicht pro Depotinhaber. Ich habe beispielsweise zwei Depots."

Das ist ein guter Hinweis. Ich habe mal recherchiert, konnte aber leider keine Aussagen finden, wie viele Menschen mehr als ein Depot haben. So unwahrscheinlich ist das ja nicht. Eins für die Altersvorsorge und eins fürs Spielgeld.
Gruß
Finanzwesir


Finanzwesir sagt am 19. Februar 2022

Kölner!
Fühlt Euch nicht gemobbt - oder nur ganz wenig ;-)
Köln ist eine Millionenstadt und noch dazu der Sitz des WDR - viel mehr Qualitätsmedium geht ja fast nicht.
Ich habe in meiner Tabelle eine Million Menschen von der Rubrik Großstadt in die Abteilung Millionenstadt verschoben.
Aber wo wir schon dabei sind: Wie sieht es denn aus mit den Immopreisen in Köln?
Gruß
Finanzwesir


Bergfex sagt am 20. Februar 2022

Interessanter Artikel, vor allem wenn man dazugehört.


Ulf sagt am 22. Februar 2022

Schöner Artikel :-)

Grund 2 mit der kognitiven Verzerrung ist eine spannende Hypothese.

Ich habe mir den Monatsbericht der Bundesbank durchgelesen, hier wird auf Seite 59 herausgestellt, dass die Preise für Immobilien gestiegen sind.

Es werden in dem Bericht Quellen von Baufinanzierern wie Hypoport sowie aus dem Verbandes deutscher Pfandbriefbanken gelistet - die sollten es doch wissen, denn die finanzieren ja die Immobilien?

Quelle: https://www.bundesbank.de/resource/blob/885332/6c288b7c56324c9a35922c743e558fae/mL/2022-02-monatsbericht-data.pdf


Nayib Bukele Portfolio Tracker sagt am 24. Februar 2022

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“


elisabeth sagt am 23. Februar 2022

Als Kölnerin muss ich mich direkt mal einklinken: Die Immobilienpreise in der Domstadt sind wie in den anderen Metropolen auch ein Graus. Für eine 100-Quadratmeter-Altbauwohnung in einem sehr guten Viertel kann man schon mal an die 700.000 Euro aufrufen (ich weiß, die Münchner schockt das nicht). Wer das gute Stück alleine besitzt, ist also locker Mitglied im 3,8 Prozent-Club.


Doreen sagt am 24. Februar 2022

Wie bewährt sich die Alpha-Strategie in der aktuellen Krise?


Jürgen sagt am 20. Februar 2022

So überraschend finde ich das nicht. Finanzfluss hatte vor einiger Zeit mal eine Video veröffentlicht mit einer Studie zum Nettovermögen nach Alter (weiß nicht ob Albert Links zur "Konkurrenz" mag, ist aber per Google leicht auffindbar). Da ist man als Haushalt (nicht Person!) mit 400 000€ in allen Altersklassen schon wohlhabend und mit 500 000€ in den Top 10%


cocoinberlin sagt am 20. Februar 2022

Sehr interessant, ich hätte angesichts der Immobilienpreise auch deutlich mehr Leute überhalb der 500.000 Euro gesehen. Und der Kommentar von Joerg zur Datenstichhaltigkeit lässt mich auch weiterhin daran glauben ;-).
Ansonsten finde ich es immer wieder erschreckend, wie viele Leute auch in unserem wohlhabenden Land aber auch wirklich gar nichts (oder sogar Schulden) haben.
Sogesehen ist es schon ein Wunder, dass ich im öffentlichen Dienst mit der erwähnten A9-A10, zudem alleinerziehend mit 2 Kindern und gänzlich ohne Hilfe vom Kindesvater oder der Herkunftsfamilie, den Sprung geschafft habe. Und das als Frau ;-)!


Karl sagt am 21. Februar 2022

Jupp, ob jede genannte von Dir genannte Zahl oder Statistik so 100% stimmt ist unwesentlich. Die Grundaussage ist richtig. Und diese Grundaussage sollte auch breit in die Politik transportiert werden, damit dort kein großer Blödsinn passiert.
Ein zentraler Punkt in den ganzen Vermögensbetrachtungen sind die Renten und Pensionen und bzw. die Vermögensrücklagen, die Selbstständige bilden müssen. Und bei den Selbständigen springt die Solidargemeinschaft nicht ein, wenn man dann dummerweise 95 wird.


avenue13 sagt am 21. Februar 2022

Jörg hat wohl recht.

  1. Semester "Methoden der empirischen Sozialforschung":

Die meisten Bevölkerungsumfragen und auch das ansonsten sehr gut gemachte SOEP haben eine Untererfassung der Ränder (auch wenn dann wie wild mit Gewichtung und Korrekturfaktor gearbeitet wird). Die Top 3 bis 5% findet man einfach in keiner Erhebung. Die kann man also gerne dazu rechnen. Da kommt man den vom Finazwesir geschätzten 10% schon deutlich näher.

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/forschung-warum-wir-so-wenig-ueber-reiche-wissen/20478250.html


Finanzwesir sagt am 26. Februar 2022

Hallo Doreen,

"Wie bewährt sich die Alpha-Strategie in der aktuellen Krise?"

Sie tut was sie soll. Die Volatilität ist kriegsbedingt angesprungen. Der Assenagon als LongVola-Fonds profitiert - wie erwartet - davon und ist mit gut 8% im Plus.
Die Trendfolger spannen ihren Fächer auf (-2 % bis knapp 8 %). Damit gleichen sie die Aktienverluste aus. Mehr dazu im Democratic-Alpha-Newsletter

Gruß
Finanzwesir


Dixie sagt am 26. Februar 2022

@Karl

Die Solidargemeinschaft springt halt nur dann ein, wenn man dazugehört. Das ist auch gut so, finde ich. Wer selbstständig für sich vorsorgen will, hat halt nicht nur Chancen sondern auch Risiken.


Ralf sagt am 02. März 2022

Zwar völlig am Thema vorbei aber als Bitterfelder möchte ich etwas sagen ...

Keine Ahnung was hier Eigentum kostet, wir wohnen zur Miete in einer Baugenossenschaft.
80qm für 600 Euro oder so (kalt), genau weiß ich es gerade nicht.
Wir leben zu zweit und jeder zahlt 550€ aufs Haushaltskonto (Miete, Essen, Strom, ..)

Die Gegend hier ist für jemand der keinen Großstadt Trubel mag Ideal. Seen, Top Radwege .. was uns als Radsportlern sehr zu gute kommt.
Die A9 ist einen geübten Steinwurf entfernt.

Da es hier eher uns finanzielle geht .. als bodenständiger und solider Mensch habe ich, nach Gehaltsverhandlung (IT Branche, Arbeitgeber sitzt wo anders) im Monat um die 2000 Euro einfach übrig. Für den einen wenig .. für mich viel.
5000 "übrig" und dafür das zehnfache an Miete würde mich in München (Beispiel) auch nicht wesentlich glücklicher machen.

Dank Albert und co konnte ich mir über die Anlagen und insbesondere das Verhalten mit dem Geld brauchbare Gedanken machen die mich insgesamt sehr optimistisch und positiv in die Zukunft blicken lassen. Danke nochmal dafür.

Was wollte ich eigentlich sagen .. Bitterfeld als Region ist super .. kommt vorbei und macht hier Urlaub aber verstopft bitte nicht die Radwege ;-)


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