20. Januar 2015


Es ist einfacher, 50 % seines Einkommens zu sparen als 10 %

Wer 10 % seines Einkommens spart, will eigentlich einen BMW, ist aber vernünftig genug, es bei einem Opel zu belassen. Wer 10 % seines Einkommens spart, will eigentlich auf die Bahamas, versteht aber, dass das Budget nur die Balearen hergibt.
Wer 10 % seines Einkommens spart, schaut schon, was der Nachbar so hat, ist aber zu vorsichtig, vernünftig und ängstlich, um das Wettrüsten in letzter Konsequenz mitzumachen.

Wer 50 % seines Einkommens spart, spart nicht, sondern hat eine Lebensstil-Entscheidung getroffen.
Wer 50 % seines Einkommens nicht ausgibt, will weder einen BMW noch einen Opel, sondern fährt Rad oder öffentlich und leiht sich ein Auto, wenn er zu IEKA fährt. Wer 50 % seines Einkommens nicht benötigt, will weder auf die Bahamas noch auf die Balearen, sondern fährt mit dem Boot über die Müritz.
Wobei zum Thema Müritz zu sagen ist: Ich habe da letztens eine Doku gesehen. Wenn die mir einen Elch in die Kulisse gestellt hätten und die Stimme aus dem Off dann erzählt hätte:"Der Bolmen ist der größte See im westlichen Teil Smålands in Schweden." Ich hätte es geglaubt.
Das wusste auch Goethe schon

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen.
Denn das Glück ist immer da.
(Goethe, "Erinnerung")

Auf diese Lebensstil-Entscheidung kommt es an. Was will ich eigentlich und nicht: Was glaube ich, was ich meinen Nachbarn schuldig bin. Sehr schön illustriert hier in diesem Video von Spiegel.TV. Eigentlich geht es um das Thema Sicherheit. Spulen Sie vor bis zur Minute 22. Dort tritt diese Dame auf, die sagt

"Hier ist man viel weg. Viel im Büro, viel im Urlaub. Man ist einfach gar nicht da."

Sparen

Die Kamera schwenkt und zeigt uns ein großes Anwesen und ein schickes Haus mit Panoramascheiben. Und jedes Stück der Einrichtung sagt laut und deutlich: "Ich! war! nicht! billig!"
Diese Dame lässt die Panoramascheiben ihrer Villa für ein Heidengeld mit Spezialfolien einbruchssicher machen, um etwas zu schützen, das sie kaum bewohnt.

"Der Preis für die fachgerechte Montage einer Einbruchschutzfolie liegt bei der Scheibengröße von 70 x 200 cm einer Terrassentür bei circa 250 Euro inklusive MwSt."
Quelle

Was soll das? Verkaufen ist in meinen Augen die richtige Lösung. Wenn ich kaum in meiner Wohnung bin, brauche ich keine Wohlfühloase, sondern eine Basis, wo ich schlafen und meine Wäsche waschen kann. Ein Verkauf

  • reduziert die laufenden Kosten,
  • macht Geld frei für andere Aktivitäten wie beispielsweise Urlaub,
  • befreit emotional. Die Themen Einbruch, Winterdienst, Gartenpflege sind vom Tisch.
  • Da ich nur selten auf meinen Latifundien weilte, sollten sich die Verlustgefühle beim Verkauf in Grenzen halten.

Wie viel ist genug?

Diese Frage scheint mir des Pudels Kern zu sein. Mein jüngerer Bruder, der schon mit 25 Jahren weiser war, als es ihm gut tat, sagt immer:

Man besitzt die Sachen, aber die Sachen besitzen einen auch.

Klassische physikalische Wechselwirkung. Die Erde zieht den Mond an und der Mond zieht die Erde an. Wenn die Mondanziehung besonders heftig wird, nennen wir es Springflut.
Genauso ist es mit den Dingen. Wenn sie einem erst einmal ins Haus sedimentiert sind, muss man sich um sie kümmern. Wer sich ein Car-to-go mietet, stellt das hemmungslos überall ab, Hauptsache, nicht im Parkverbot. Einen 50.000-Euro-SUV stellt man nicht in jedem Viertel einfach so ab. Und im Zweifelsfall parkt man lieber den Bürgersteig zu, bevor einem der Außenspiegel abgefahren wird. Mit anderen Worten: Man kümmert sich drum.
Das Problem: Unsere Kräfte sind endlich. Wir haben jeden Tag nur eine bestimmte Menge an Aufmerksamkeit zur Verfügung. Die können wir gezielt einsetzen oder als Kümmerer-um-1000-Dinge in der Fläche verpulvern. Jedes Ding, das wir besitzen, fordert einen Teil unserer Aufmerksamkeit. Selbst über die Dinge, die seit Jahren nur passiv im Schrank herumliegen, machen wir uns Gedanken "Meine Schränke sind so voll, bei der nächsten Kleidersammlung kommt was weg."
Und dann kommt die nächste Kleidersammlung und man hat‘s vergessen.

Nun habe ich leicht reden. Ich bin mit einem Schmeiß-weg-Charakter gesegnet und ich shoppe im Stil eines SEK-Sturmkommandos. Die Qualität einer Einkaufstour ist umgekehrt proportional zu ihrer Dauer. Also eher Raubzug als Shopping-Erlebnis.

Nicht jeder Mensch ist so, das verstehe ich. Aber ich denke, vor jedem Kauf sollte die Frage stehen:

Wird dieser Kauf mich meinem Ziel der langfristigen Lebenszufriedenheit näher bringen?

Nehmen wir mich als Beispiel: Als Ingenieur und Mann bin ich ein großer Freund aller Dinge, die einen Stecker haben. Ich lade Sie hiermit ein, mich hier in meinem Handy- und Laptop-Museum zu besuchen. Vor einigen Jahren waren das noch heiße Geschosse. Aber dann hat sich die E-Taste eines Laptops verabschiedet und ein Handy-Akku hat Elektronen-Durchfall bekommen. Dieses Handy muss jetzt immer an der Steckdose hängen, da der Akku nur noch eine halbe Stunde durchhält. Ein trauriges Leben für ein mobiles Endgerät.
Mein Heimnetz läuft zwar aktuell ganz gut, braucht aber eigentlich mehr Pflege als mir lieb ist.
Nach Jahren der Angefressenheit bezüglich veralteter und halb kaputter Elektro-Dinge kam mir die Erleuchtung: Das Problem sind nicht die Gadgets, sondern der Typ, der die Dinger kauft! Also habe ich aufgehört, sie zu kaufen.
Das mag auch etwas mit meinem Alter zu tun haben. Ich stelle fest: Je älter ich werde, umso ungnädiger reagiere ich auf Lebenszeitdiebe. Lebenszeitdiebe aus Fleisch und Blut muss man manchmal ertragen, das nennt man dann "gute Kinderstube", aber die ganzen Aufmerksamkeits-Vampire, die einen Stecker haben, kriegen einen Pflock durch die Platine und dann ist Ruhe.

Das große Missverständnis

Die Sparquote von 50 % ergibt sich nicht, weil man eine Sparquote von 50 % anstrebt, sondern weil man sich für einen bestimmten Lebensstil entschieden hat. Die Sparquote ist eher Abfallprodukt als Ziel.
Die 50 % sind nicht die XXL-Variante der 10%-Sparquote, das wäre dann extremer Geiz, sondern einfach die logische Konsequenz, wenn man seinen "Es-reicht"-Level kennt und danach lebt.
Das schließt auch richtig große Ausgaben nicht aus. Wenn ein Ding das Prädikat Lebenszufriedenheits-Verstärker bekommt, wird es gekauft.

(awa)

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Kommentare

Hans sagt am 20. Januar 2015

bisschen zuviel Mr. Money Mustache gelesen? ;-)


Finanzwesir sagt am 20. Januar 2015

Nein, aber gleichartige Probleme führen zu ähnlichen Lösungen. Wir sind beide Ingenieure, was erwartest Du :-)


Barbaz sagt am 20. Januar 2015

Es kommt auch auf das Sparziel an. Bei den typischen Umfragen à la "Wofür sparen die Deutschen?" steht meist Urlaub an erster Stelle. So komme ich auch auf 50%. Leider ist jährlich gespart < 12* monatlich gespart. Erst wenn man das Geld nicht nur beiseite-, sondern zurück- und anlegt hat man gewonnen.


Christian sagt am 20. Januar 2015

Es gibt sehr viele Menschen bei denen nicht viel übrig bleibt. Die sind froh, wenn sie am Monatsende 200 € übrig haben. Um ne prozentuale Quote gehts dabei gar nicht.

Ich als Student bin im Moment sehr sparsam. Mal sehen wie sich das verändert wenn ich $$ mache.

Christian


mastererni sagt am 20. Januar 2015

Sehr schöner Artikel, gefällt mir! Besonders der Aspekt mit dem 'das Gute liegt so nah' kann ich gut verstehen. Ich habe in den letzten Jahren den Eindruck, dass jeder irgendwie - auch bereits in jungen Jahren - innerlich gezwungen ist, mehrere Fernreisen zu machen, Australien, Neuseeland, Japan ... Die Argumente sind dann 'Man ist nur einmal jung', 'Man lebt nur einmal', 'Da war ich noch nie', 'Da war Pärchen XY letztes Jahr auch', 'Wofür soll ich das Geld sonst ausgeben?'.

Ich glaube, oft ist hier kein intensiver innerer Wunsch vorhanden, den man sich gerne erfüllen mag - natürlich gibt es auch Leute, deren größte Erfüllung das Reisen ist - sondern man handelt m.E. oft aus rein sozialen Zwängen heraus (Nachbar XY).


Gerhard sagt am 20. Januar 2015

Auf den Punkt gebracht!

Besser hätte ich das auch nicht ausdrücken können. Vermutlich sind wir Brüder im Geiste und haben einen ähnlichen Sozialisationshintergrund (> 60 Jahre, Maschinenbauingenieur).

In der Tat: Dinge belasten und man spührt das, je älter (reifer?) man wird, umso deutlicher.

Wobei ich an dieser Stelle der Jugend eine andere Sicht auf die Dinge ausdrücklich zugestehen möchte. Allein schon aus Eigennutz, denn wer würde sonst all die schönen neuen Gaggets kaufen und damit die Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen antreiben.

Aber im Ernst: Sich freiwillig für einen Lebensstil zu entscheiden, der Besitz und Konsum von der "Gier- und Presigekomponente" befreit, darin liegt für mich ein lohnendes und befreiendes Ziel. Dass dabei das Vermögen tendenziell anwächst ist für mich eine Nebenwirkung, welche mich nicht belastet.


Ex-Studentin sagt am 20. Januar 2015

Lieber finanzwesir, vermutlich hast du daran im Hinterkopf gedacht, aber es nicht erwähnt: Es kann nur der viel sparen, der auch viel verdient. Ab 2k netto ist es einfacher 50% zu sparen als mit 1,2 netto. Obwohl Sparquoten von 50% beeindruckend klingen, würde mich bei solchen Angaben immer interessieren, was eine solche Person wirklich zum Leben braucht. Bei z.B. 3k netto sind 1500 Euro zum Leben mehr Geld als manch eine Person im sozialen Bereich oder auch als einfacher Geselle irgendwo verdient. Bin übrigens auch Ingenieurin und bilde mir immer ein "sparsam" zu leben, werde aber immer wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, wenn ich durch mein Umfeld mitbekomme, was man z.B. als Friseurin oder einfacher Geselle verdient.


Markus N sagt am 20. Januar 2015

Hallo Finanzwisier,

Danke für den schönen Artikel. Ich bin da ganz deiner Meinung. Ich habe die Lebensstil-Entscheidung selbst für mich vor gut zwei Jahren getroffen und bin zufriedener denn je. Meine Sparquote ist tatsächlich wie von Geisterhand von etwa 10% auf über 40% gestiegen. Zusätzlich freue ich mich, dass ich die ersten Rechnungen durch Ausschüttungen von ETF's bezahlen kann. Diese Lebensweise ist einfach extrem befreied. Dein Blog ist mir dabei stets eine gute Hilfe. Vielen dank dafür.

Übrigens bei "ins Haus sedimentiert sind" musste ich mich ziemlich schlapp lachen. Wenn ich die Thematik mal wieder im Freundeskreis ausdiskutieren muss, darf ich Dich da hoffentlich zitieren. Denn da stößt meine Argumentation auf wenig gegenliebe. Das Geiz-Argument oder "Man lebet nur einmal" etc. höre ich da ständig.

Beste Grüße

Markus N


Jürgen sagt am 20. Januar 2015

Wieder mal ein grandioser Beitrag mit interessanten Denkansätzen! Eigentlich geht auf Deinem Finazwesir-Blog um viel mehr als um Geld. Ist fast schon ein Ratgeber für Psychologie und gutes Leben :-)

Dazu hier ein Link von einem Minimalisten, über den ich mal vor einiger Zeit gestolpert bin. Passt meiner Meinung nach gut zum Thema: http://alex-rubenbauer.de/minimalismus/1197/wie-viele-dinge-braucht-der-mensch/

Die ganze Linksammlung findet sich hier, unter der Überschrift "Minimalismus" wird es besonderst interessant: http://alex-rubenbauer.de/

Ich freue mich über jeden neuen Artikel auf finanzwesir.com ! Jürgen


Couponschneider sagt am 21. Januar 2015

Ach ja, zum Thema, "Das Gute liegt so nah." Ich habe Kollegen, die fahren in die Kabirik, nach Sizilien oder nach Thailand. Ich verstehe es nicht, irgendwo einen Pauschalurlaub mit wildfremden Menschen zu verbringen. Ich fahre häufig in meine Heimat und nehme dazu mein Fahrrad mit. Ich fahre dann nochmal über 30 km in mein Heimatdorf. Obwohl es selber einen Bahnhof hat, steige ich früher aus. Das senkt die Fahrkosten nur minimal, aber die Fahrzeit mit der Bahn um eine Stunde (weil ich sonst nochmal umsteigen müsste) und den Rest kann radeln. Ich steuere auch diesen Bahnhof an, wenn ich wieder zurückfahre. 4:20 Uhr geht's dann los, um pünktlich kurz nach 6 am Bahnhof zu sein. Die Sonnenaufgänge, die ich dabei erlebe, sind einfach herrlich. Noch schöner sind eigentlich die Sonnenuntergänge, wenn ich am Ostufer des Kummerower Sees langfahre. (Passiert aber selten, dass ich abends in der Heimat eintreffe.)


Couponschneider sagt am 21. Januar 2015

Sie haben mich beschrieben. Ich bin derjenige mit der 50-%-Sparquote und ich sehe nicht, dass mir was fehlt. Ich sagte auch schon meinen bekannten, sie sollen mir auf keinen Fall elektrische Geräte schenken. Dieser Mist steht nur rum. Wenn man etwas nur selten benötigt, möchte ich es nicht. Meine Küche ist klein. Da möchte ich doch keine Kaffeemaschine reinstellen.

Mir wurde vor Jahren mal ein Waffeleisen geschenkt. Ich hab's über eBay verkauft aus genau einem Grunde: Ich störte mich, weil es Platz wegnahm. Ich hatte nur eine Ein-Zimmer-Wohnung und da wirkt ein Waffel-Eisen ziemlich deplatziert, es sei denn, man nutzt es jede Woche.


Fruchtwein sagt am 21. Januar 2015

Am Ende hängt es an der Impulskontrolle und der Frage ob ich eine hohe oder kurze Zeitpräferenzrate habe. Bin ich bereit die lockenden Angebote abzulehnen und in der Lage in einem längeren Zeithorizont zu denken, dann fällt mir das sparen erheblich leichter.

Ich finde auch, dass der Beitrag sehr nach MMM klingt. Finde aber gut, dass solche Töne jetzt auch in der Muttersprache erklingen :)

Selber komme ich auch auf eine Sparquote von >50% für den Januar und plane als eines meiner Ziele für 2015 die Quote mindestens so zu halten. Ein großer Verzicht ging für mich gefühlt damit nicht einher, ein paar Justierungen hier und da und schon ging es wie von selbst. Da ich selber zu impulsiven Handlungen neige, geht meine Sparquote am Monatsanfang gleich per Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto und wird dann investiert. Das hat mir im Januar geholfen, da ich kurz davor war mir ein neues (viel zu teures und unnötiges) Mobiltelefon zu kaufen (mein Altes war mit mir zusammen im Pool). Man kann quasi mit Maßnahmen seinem eigenen Konsumverhalten vorbeugen.


Finanzwesir sagt am 21. Januar 2015

@Christian & Ex-Studentin: Da habt Ihr recht. Man muss natürlich ein gewisses Einkommen haben, bevor man etwas zurücklegen kann. Trotzdem glaube ich, das bei vielen (nicht bei Alleinerziehenden und den klassischen Leiharbeitern) mehr geht als man denkt. Solche Lebensläufe, wie sie Tim Schäfer hier beschreibt sind auch bei uns möglich: http://timschaefermedia.com/wie-acht-us-buerger-mit-kleinem-einkommen-steinreich-wurden/

Speziell an Ex-Studentin: Deshalb sage ich als Vater dreier Töchter meinen Mädchen auch immer: Sucht Euch keinen Frauenberuf, sondern einen Job, der anständig bezahlt wird. Frau muss eine Familie ernähren können.

@Markus N: Jeder Jeck ist anders - ich glaube, da kann man in einer Diskussion mit Argumenten wenig machen und um @Gerhard zu zitieren "Die Jugend hat das Recht das anders zu sehen". Als Mittdreißiger habe ich das auch noch anders gesehen (keine Chance, da mit @Couponschneider gleich zu ziehen). Aber wenn man demnächst 50 wird, verschieben sich die Koordinaten.
Ich habe null missionarischen Eifer irgendjemanden seinen Konsum auszureden. Ich lass´ mir gerne die iPhones vorführen oder fahre im neuen BMW mit. Die Leute wollen ihre Besitztümer ja gerne zeigen und da ich das neidfrei mitmache, bin ich immer ein beliebtes "Opfer". ;-)

@Fruchtwein: Wegen Handy: Der berühmte Trick 17 mit Selbstüberlistung ;-)

@Alle: Danke für die Anteilnahme und die vielen Kommentare. Das ist der Artikel, der bis jetzt in kürzester Zeit die meisten Kommentare erhalten hat. Ist natürlich für mich als Blogger ein wenig enttäuschend. Da recherchiert man tagelang an einem Crowdfunding- oder P2P-Artikel herum und dann macht ein Artikel aus der rasch zu schreibenden "Was-ich-immer-schon-mal-sagen-wollte"-Kategorie das Rennen.
Na ja, ist aber Jammern auf hohem Niveau. ;-)

Gruß
Finanzwesir


Chris sagt am 21. Januar 2015

Ein toller Artikel. Vielen Dank.

Bei der Aussage "ich liebe alles mit einem Stecker" musste ich lachen. :)


geldexperimente sagt am 21. Januar 2015

ist aber auch ein schöner artikel. und sparsam sein, ist nun mal der Beginn eines jeden vermögensaufbaus.

Auf dem Blog von geldexperimente gibt es hierzu diesen Artikel: geldexperimente


Hanno sagt am 23. Januar 2015

Lieber Finanzwesir,

ich kann auch "nur" schreiben: das ist ein ganz großartiger Aritkel, wunderbar geschrieben, vielen Dank. ich erlaube mir so einen dejavu-Kommentar jetzt einfach mal alle paar Wochen, auch wenn ich ihn eigentlich automatisch unter jeden Aritkel setzen könnte! Du bist bescheiden genug, du kannst sicher mit so viel Loüb umgehen :)

PS: von Mr Money Mustache kann man gar nicht genug lesen, MMM kann man nur jedem wärmstens empfehlen.


Finanzwesir sagt am 23. Januar 2015

Hallo Hanno,
danke für das Lob.
MMM kann toll schreiben, aber eigentlich ist das ja gar kein Finanz-Blog, sondern eher ein Anti-Konsumerismus-Blog. Da bleibt dann zwangsläufig Geld übrig. ;-) Für alle Interessierten: Hier der Link http://www.mrmoneymustache.com/

Gruß
Finanzwesir


Dummerchen sagt am 23. Januar 2015

Hallo Finanzwesir,

ich bin ja selber ein Freund der bewußten Konsumkontrolle: Was brauche ich? Was ist Schnickschnack? Und was ist Schnickschnack, den ich mir trotzdem kaufen will, weil ich ihn brauche ;-)? Dass diese Lebenseinstellungsfrage maßgeblich dazu führt, dass man seine Sparrate erhöhen kann, ist an sich logisch. Wer bewußt weniger kauft, behält mehr im Geldsäckel.

Dass aber immer der virtuelle Schw...vergleich in Form von "Wer hat die höchste Sparquote?" herangezogen werden muss, stößt mir etwas böse auf. Ja, es gibt genug Akademiker, die sich eine Sparquote von 50% leisten können, ohne wirkliche Einschnitte in der Lebensqualität zu haben. Dass - meinem Gefühl nach - dies nicht bei der Mehrzahl von ihnen der Fall ist, zeigt, dass ihre Lebenseinstellung eine gänzlich andere als meine ("The best things in life are free") ist.

Ein paar Dinge sind aber halt nicht "free": Wohnraum, Strom, Heizung, Wasser, Essen, Kleidung, grundlegende Versicherungen, Telefon, usw.... Wer mit 80%-90% seines Einkommens diese Grundbedürfnisse gerade bedienen kann, hat nach oben halt einen Deckel. Das sollte man nicht übersehen, wenn man eine Zahl von 50% in den Raum wirft. Da mögen die Beispiele von Tim Schäfer noch so schön klingen: UPS-Mitarbeiter kauft UPS-Aktien und wird damit reich - das ist in meinen Augen ein Beispiel für verdammtes Glück. Wer alleine auf Aktien seines Unternehmens setzt, begeht einen Kardinalsfehler bei der Geldanlage: Alle Eier in einem Korb. Kann gutgehen wie im Beispiel, ist aber hochriskant.

Es ist halt nicht nur eine Frage der Lebenseinstellung, wenn man eine Sparquote von 50% erreichen will. Manche Berufe werfen halt nicht mehr ab, bzw. werden in der Gesellschaft nicht so hoch bewertet. Da sind 10-20% Sparquote schon eine ordentliche Herausforderung.

Und: Ja, Augen auf bei der Berufswahl! Natürlich wird niemand zu seinem Beruf gezwungen. Natürlich hätte man auch Ingenieur anstelle des Kindergärtners werden können. Wer seinen Beruf aber nur unter finanziellen Gesichtspunkten wählt, wird auf Dauer auch nicht glücklich sein. Ein Beruf, der den Menschen mit Zufriedenheit erfüllt, ist jenseits des Finanziellen auch sehr viel "wert".

So, das musste ich jetzt mal loswerden. Im Grundgedanken des Artikels bin ich ja ganz bei Dir. Aber dieser Hype um hohe Sparquoten löst in mir Unbehagen aus. Es klingt mitunter - wie hattest Du es im Newsletter genannt? - arrogant.

Gruß Dummerchen


Freisparen sagt am 26. Januar 2015

Hallo Finanzwesir,

ich finde mich sehr gut wieder in deinem Artikel. Vor allem die Erkenntnis, dass 50%+ Sparquoten nicht durch besonders fleißigen Geiz kommen, sondern das Ergebnis einer Lebensstillentscheidung sind, finde ich wichtig.

Ein weiterer Aspekt dieser Thematik: große Entspannung. Wenn man erst mal zufrieden ist, mit den kleinen Dingen im Leben und auf die großen Geldvernichter verzichtet, wird man deutlich entspannter. Plötzlich ist es kein Beinbruch mehr, wenn man seinen Job verliert, da man erstens viel zur Seite gelegt hat und zweitens auch nicht so viel zum Leben braucht.

Für mich persönlich ist diese Entspanntheit der größte Vorteil einer sparsamen Lebensführung. Diese stoische Ruhe in allen (finanziellen) Lebenslagen würde ich für kein Haus oder Sportwagen der Welt mehr aufgeben…

Weiter so und viele Grüße Andreas

Auf dem Blog von Freisparen gibt es hierzu diesen Artikel: Freisparen.com


Alex von Reich-mit-Plan.de sagt am 28. Januar 2015

Klar, je mehr Einkommen zur Verfügung steht, desto mehr kann man bei Konsumverzicht sparen. Daher ist es richtig die Sparquote auch immer im Verhältnis zum Einkommen zusehen. Und wer nicht viel verdient und seine Ausgaben nicht mehr senken kann und dadurch nur 10% o.ä. spart, der muss halt dafür sorgen, dass er mehr Einkommen generiert - wenn sein Wunsch ist mehr zu sparen.
Die Medaille hat immer zwei Seiten. Soll man nun aufgeben weil man keine Ausgaben mehr senken kann? So klingt das oft. Dabei hat man auf der Einnahmen Seite unbegrenztes Potential im Verhältnis zu den Ausgaben. Man muss sich also hinsetzen und überlegen wie man die Einnahmen steigern kann. Möglichkeiten gibt es genug.
Lust und Zeit sind allerdings Voraussetzung. Bei gleichbleibenden Ausgaben steigt dadurch automatisch die Sparquote.
Gruß
Alex


Felix sagt am 05. September 2015

Stimmt völlig. Die 50 % Sparquote habe ich seit 2 Jahren erreicht. Das Leben ändert sich jedoch damit völlig. Nach der Quote lebe ich von 600 Euro. Miete und anderes ist schon abgezogen. Aber man gewöhnt sich an alles und ich sehe mein Geld wachsen.

Allen anderen fleissiges Durch halten wie mir auch.

Felix


Jonas sagt am 27. Mai 2016

Toller Blog, toller Artikel. Gibt interessante Denkanstöße, weiter so.


Finanzielle Freiheit sagt am 25. Juni 2016

Ich weiss, nicht ob eine "Fixierung" auf die Sparkquote wirklich zielführend ist. Diese ist, wie Finanzwesir richtig schreibt, mehr die Konsequenz als das Ziel der Übung.

Eine Sparquote von 50% kann die Konsequenz einer bewußten Entscheidung und der damit einhergehenden Anpassung der Lebenskosten sein.

Mir fehlt im obigen Artikel allerdings der Aspekt, dass eine 50%ige Sparquote auch die Konsequenz einer deutliche Steigerung des Einkommens (durch beruflichen Aufstieg, Zusatzjobs oder passive Einkommensquellen) sein kann. Dabei sukzessive die Sparquote zu erhöhen ist viel leichter als eine radikale Anpassung der Lebenskosten. Die Sparquote bei steigendem Einkommen sukzessive zu erhöhen, verhindert auch einen dramatisch expandierenden Lebensstil zu verfolgen.
Denn insgesamt bin ich davon überzeugt, dass finanzielle Freiheit nicht mit einem Duchschnittseinkommen erzielt werden kann.

Auf dem Blog von Finanzielle Freiheit gibt es hierzu diesen Artikel: Finanziell frei mit Durchschnittseinkommen und Sparsamkeit? Leider, nein!


Mandy sagt am 19. September 2016

Toller Artikel! Ich schaff meist zwar nur 45% aber muss dazu sagen, bin alleinerziehende Mama 2er Kinder. Ich habe meine Fixkosten damals drastisch reduziert, Konsum komplett überdacht. Heißt aber nicht, das meine Kiddies nix haben. Ich geb auch was aus wenns notwendig ist. Auto ist bezahlt, Wohnung supi eingerichtet und wir essen gesund und bewusst. Selbst den Kindern gönne ich öfter mal was. Und wenn wir was kaufen, dann schon mit Qualität.

Also das stimmt, man hat einen ganz anderen Lebensstil, bewusster! Uns macht es Spass so zu leben. Ich freue mich übers angehäufte Geld, mach es aber nicht des Geldes wegen. Wer weiß was ich mir mal wieder gönnen will, aber wenn dann weiß ich: ich kanns mir leisten :)


Billy sagt am 28. Juni 2017

Köstlich amüsiert habe ich mich beim Lesen!
Wenn man es schafft, dass man dem Konsum entsagt, dann ist vieles möglich und vorallem entlastet man sich selbst.
Außerdem: Geld ist einfacher zu haben, als Dinge ;)
Collect moments, not things...


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