18. September 2023


Der Finanzwesir rockt: Altersvorsorge: Dividenden oder Entnahmestrategie?

Es gibt uns noch! Seit langer Zeit mal wieder eine Folge von "Der Finanzwesir rockt". Dieses Mal haben Daniel und ich zwei Gäste ins Studio gebeten. Luis Pazos von "Nur Bares ist Wahres" und Georg Wieniger von "Finanzen erklärt".
Luis muss nicht lange vorgestellt werden. Er ist der Mann, den man in Deutschland fragt, wenn es um das Thema Hochdividendenstrategie geht.
Georgs Spezialgebiet sind Entnahmestrategien.

"Ich halte den kritischen Blick in die Vergangenheit für die beste aller möglichen Vorgehensweisen um Aussagen über die Zukunft zu treffen."

Auf dieser Grundlage schmeißt Georg Excel an und plant mit den Werten von gestern das Morgen.

Für Luis ist eine solide Altersvorsorge eher cashflow-orientiert. Das was an Erträgen reinkommt hat man sicher.

Zwei grundsätzlich unterschiedliche Weltsichten. Für die einen ist eine Entnahmeplanung mit Excel

  • ein Instrumentenflug. So nennen Piloten den Landeanflug bei Nacht und Nebel und einer Sichtweite von drei Füssen.
  • ein Blindflug. So bezeichnet der Laie den Ritt bei Wind und Wetter.

Der Unterschied liegt im Abstraktionsvermögen und im Vertrauen auf die Technik. Wer auch bei einem starken Kursrückgang unbeirrt entnimmt, weil Excel sagt: "Mit diesen Puffern ist das bis jetzt noch immer gut gegangen." braucht viel Gottvertrauen. Jedenfalls mehr, als derjenige, der seine monatlichen Dividenden zwar um 20 Prozent schwinden sieht, aber auf Sicht fliegen kann, weil ja jeden Monat neues Geld hereinkommt.
Womöglich kann aber der sture Entnehmer mehr verbrauchen, als der Dividenhamster. Wie gesagt, das sind zwei grundsätzlich verschiedene Strategien, die charakterlich passen müssen.

Also? Steter Dividendenstrom, oder eine Entnahmestrategie, die an die Inflation angepasst ist, eine höhere Rendite bietet, als klassische Produkte, steueroptimal ist (der effektive Steuersatz auf den Brutto-Entnahmebetrag liegt oft unter 10%) und flexibel ist.

Unsere Themen

Fachlich

  • Wie kann ich meine Rentenlücke überhaupt seriös bestimmen?
  • Mit welchen Puffern muss ich kalkulieren?
  • Dann die Frage nach den schwarzen Schwänen: Wie gehe ich mit Dingen um, von denen ich noch nicht einmal weiß, dass ich sie nicht weiß?
  • Wie baue ich ein Dividendenportfolio auf? Wie diversifiziere ich richtig?
  • Wie baue ich ein Entnahmeportfolio auf? Wie gehe ich mit starken Marktschwankungen um? Das berühmte SoRR (Sequence of Return Risk). Wie gehe ich mit diesem erzwungenen Markttiming um? Ich will ja jetzt in Rente und nicht erst in einigen Jahren. Wie mache ich das planbar?
  • Wie funktioniert das mit Entnahmestrategien? Wie läuft es dann ab: Überweise ich am Jahresanfang meine Jahresentnahme auf ein Tagesgeldkonto? Wie rechne ich die Inflation mit rein?

Politisch

Langlebigkeitsrisiko ist nicht nur rein medizinisch zu sehen: Wie kann das Depot gegen Zugriffe der Politik geschützt werden? Stichwort: Die Reichen müssen mehr beitragen.

Philosophisch

Was mache ich, wenn alle Stricke reißen?
Kommen wir nicht wieder dahin zurück, dass eine funktionierende Familie, die zusammenhält, die beste Altersvorsorge ist?
Waren die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg mit der geopolitischen Dominanz des Westens und dem Aufstieg der Industrienationen zu ungeahntem Reichtum - so dass Vater Staat alles bezahlen konnte - historisch gesehen nicht die totalen Ausnahmejahre?
Besonders für die Wirtschaftswundernation Deutschland. Aufstieg aus den Trümmern des zweiten Weltkriegs zur drittgrößten Industrienation. Erliegen wir da nicht der Status-Quo-Verzerrung, indem wir die Vergangenheit linear in die Zukunft fortschreiben?

Die Diskussion

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(awa)

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