07. Oktober 2018


Über Sinn und Unsinn der Freitagsliste

Leser M. fragt

Wie wählst Du die Links aus dem Wochenrückblick aus?

Der Finanzwesir antwortet

  1. Der Link erzählt eine herzzerreißende oder sonst wie lehrreiche Geschichte. Bodo M. aus K. hat keine Beine mehr und ist blind. Trotzdem schafft er eine Sparrate von 90% und wird mit 35 finanziell frei sein. Mit etwas kleinerer Münze: Blogger X erzählt, wie er zum Selbstentscheider wurde.
  2. Der Link bietet einen soliden Nutzwert abseits der ausgetretenen Pfade. Die "So geht’s"-Artikel. Hochdividendenwerte an der New York Stock Exchange kaufen.
  3. Der Link führt direkt zum Abgrund oder in die Freakshow. Irgendwelche abseitigen Handelsstrategien und Popcorn-verdächtige Sonderfälle: "Wat et nich alles jibbt!"
  4. Der Link ist einfach eine emotionale Handgranate, die den Freitagnachmittagsblutdruck noch mal auf Touren bringt. Das Empörungsspektrum reicht dabei von einem sanften Schubs bis zu einem soliden Tritt in die Eier.

Welcher Link gehört in welche Schublade? An der Börse wird zum Ausstieg nicht geklingelt und der Finanzwesir liefert seine Links ohne Schildchen aus.
Freitags ist "The Purge". Da habe ich keine Fürsorgepflicht. In meinen Artikeln erkläre und begründe ich. Die Linkliste ist Tigerkäfig. Ihr Problem, wie Sie da lebend wieder herauskommen.

Wie ätzend! Was soll das?

Im Leben im Allgemeinen und für den Investor im Besonderen gilt: Wer sich auf Dogmen ausruht wird keine Rendite einfahren.

Im Leben braucht man 80 Prozent nibelungenhafte Prinzipientreue und 20 Prozent Adenauerflexibilität

"Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden."
Konrad Adenauer

Das ist die Aufgabe der Linkliste. Sie soll stören und dazu anregen unkonventionell zu denken. Artikel lesen, Scheiße finden, abhaken und sich zur eignen Klugheit gratulieren ist der einfache Weg.
Der antifragile Weg fragt: Gibt es nicht eine Kleinigkeit, die ich in meine Strategie integrieren kann?
Deshalb liefere ich die Links auch am Freitag aus. Wer hat unter der Woche schon Zeit unkonventionell zu denken.

Wenn ich eine Entscheidung zu fällen habe gibt es zwei Möglichkeiten.

  1. Die Argumente der Fans überzeugen mich.
  2. Die Argumente der Kritiker überzeugen mich nicht.

Weg zwei ist der stärkere.

Noch einmal Leser M.

"Folgenden Link finde ich höchst bedenklich: https://blackwater.live/2018/09/28/fx-etfs-vermoegensaufbau/ Die im Impressum angegebene Adresse wird für über 25.000 Firmen verwendet. (https://suite.endole.co.uk/explorer/postcode/ec1v-2nx)"

Da kann ich nur sagen:

  1. Test bestanden.
  2. Ein Kamel ist ein Pferd, das von einem Komitee gestaltet wurde. Wenn ich meine Freitagslinks den 10.000 Newsletter-Abonnenten zur Gefälligkeitsprüfung vorlegen würde, würde ich jeden Freitag die leere Menge versenden.

PS: Daran erkennt Jeff Bezos, ob Menschen wirklich intelligent sind

Woran erkennst du intelligente Menschen?
Bezos überlegte kurz und erklärte, dass sich Intelligenz nicht daran zeige, wie oft jemand richtig liegt. Sondern, wie oft jemand seine eigenen Fehler zugebe und seine Strategie daraufhin verändere.
Der Amazon-Chef habe schon früh festgestellt, dass "die klügsten Leute ihr Verständnis ständig überarbeiten und ein Problem neu überdenken, von dem sie dachten, dass es bereits gelöst wurde."

(awa)

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Kommentare

Ex-Studentin sagt am 07. Oktober 2018

Für mich gehört die Freitagsliste zur Einläutung des Wochenendes dazu. So wie die Email auf der Arbeit mit dem Titel "Weißwurstfrühstück".


Finanzwesir sagt am 07. Oktober 2018

Hallo Ex-Studentin,

"Weißwurstfrühstück"

So weit nördlich? ;-)

Schön, dass Du wieder am Start bist.

Gruß
FInanzwesir


Dominik sagt am 07. Oktober 2018

Manche Artikel aus den Untiefen des Netzes sind wirklich verstörend. Der Freakshow-Anteil in der Freitagsliste ist das Salz in der Suppe, manchmal freue ich mich drauf.


ster sagt am 07. Oktober 2018

"Freitags ist 'The Purge'. Da habe ich keine Fürsorgepflicht."

Doch, hast du. Das magst du nicht beabsichtigt haben, als du dieses Blog gestartet hast. Doch mittlerweile hast du den Finanzwesir zu einer Marke gemacht und zehntausende Leser, die dir vertrauen. Denk an Spider Man: "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung." Da kann man sich nicht billig vor wegducken.

Sorry, aber deinen Lesern zu bescheinigen, sie hätten deinen "Test bestanden", nachdem du sie zu einer perfiden Abzock-Seite geschickt hast, klingt ungemein arrogant.


Finanzwesir sagt am 07. Oktober 2018

Ich habe die Kollegen von Blackwater gefragt, ob sie bereit wären, hier in den Kommentaren ihre Position darzulegen.
Schauen wir mal. ;-)

@ster

"Denk an Spider Man: "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung."

Das tue ich, indem ich in der Freitagsliste immer wieder alle möglichen Dinge präsentiere, die nicht ins Schema passen. Jeden Freitag schüre ich die Wachsamkeit von neuem. Das kostet mich Zeit und Nerven.
Viel besser: Keine Freitagsliste oder eine Freitagsliste unter dem Motto "Heil dem passiven Anleger". Was hat Herr Kommer geschrieben, was gibt es neues an der ETF-Front, bisschen Steuerthema. Jeder Markenmensch würde sagen: So macht man das.
Kunden nicht verschrecken, 95% Erwartetes liefern, 5% Neues für den wohlabgewogenen Nervenkitzel. Wird ja sonst auch langweilig. Dadurch Positionierung als väterlich-vertrauenswürdige Person. Dann: Buch-/Seminar-/Coaching-Verkauf. Diese permanente Erschütterung der Vertrauenswürdigkeit auf der ersten Ebene ist nicht gut fürs Geschäft.
Das ist mir eber egal, ich will finanzielle Bildung unters Volk bringen. Finanzielle Bildung ist mehr als nur TER-Vergleich in Excel.
Das Komische, Böse, Verlockende, Nichtpassende geht nicht weg, nur weil man es ausblendet. Ein kluger Kopf beschäftigt sich gerade mit Themen, die ihm fremd sind und die er ablehnt. Nur wenn ich etwas kenne, kann ich es bekämpfen beziehungsweise es qualifiziert ablehnen.
Das versuche ich mit der Freitagsliste. Leute seid wachsam. Damit die Wachsamkeit nicht erlahmt, muss sie regelmäßig trainiert werden. Nicht umsonst üben Feuerwehr, Katastrophenschutz und Militär immer wieder.

Das ist mir wichtig und deshalb nehme ich mir die Zeit und schreibe am Sonntagnachmittag diese Antwort, anstatt einfach nur die Strahlen der Herbstsonne zu genießen. So viel haben wir nicht davon hier in Hamburg ;-)

Meine Interptretation Deines Wunsches nach "großer Verantwortung" sieht so aus (korrigiere mich, wenn ich falsch liege): Der Finanzwesir soll paternalistisch die Links aussuchen, die seine Schäfchen nicht verstören und die gut für sie sind. Gut im Sinne: Bestätigen das Weltbild, sorgen dafür, das der ETF-Kurs gehalten wird.
Das find ich offen gesagt arrogant. Ich bestimme, was für meine Leser gut ist?
Mein Ansatz ist: Ich habe schlaue Leser, die schon selbst wissen, was gut ist für sie und die niemanden brauchen, der ihnen etwas vorkaut. Ich finde meinen Ansatz mit den Freitagslinks sehr respektvoll. Ich gehe in bester liberaler Tradition davon aus, das ein erwachsener Mensch selbst entscheiden kann und will.
Gruß

Finanzwesir


Schwachzocker sagt am 07. Oktober 2018

@ ster

Wer meint, man müsse bei seiner Geldanlage irgendjemanden aus dem Netz, der sich Finanzwesir nennt, vertrauen, der hat wohl den Sinn dieses Blogs nicht verstanden.
Wen Du beim Thema Geld irgendjemanden traust, dann ist der Test nicht bestanden.


Blackwater.live sagt am 07. Oktober 2018

Hallo zusammen,

ich bin gerade auf diesen Kommentar von M. aufmerksam geworden bzw. gemacht worden und möchte mich im Namen von Blackwater.live dazu äussern.

Im Impressum eines Internetprojekts möchte nicht jeder seine private Adresse haben und so haben wir die unseres virtuellen Offices genommen. Die nutzen auch andere Firmen, das stimmt und daran ist sicher nichts verwerfliches. Ich finde es aber wirklich unfair und typisch deutsch hier gleich mit dem Zeigefinger zu kommen.

Wir sind in engen Kontakt mit unseren Lesern und Kunden und beantworten jede Mail, Anfrage und was auch immer. Wenn jemand unsere Impressumsadresse nicht gefällt ok. M. Kann gerne seine Privatadresse ins Netz stellen mit ein paar persönlichen Postings und mal schauen wie er sich damit fühlt. Es wird auch niemand gezwungen unsere Seite zu besuchen.

Liebe Grüsse an den geschätzten Finanzwesir und alle Leser!


Blackwater.live sagt am 07. Oktober 2018

Und noch eine Ergänzung von Blackwater.live

Ich weiss beim besten Willen nicht, warum wir eine „Abzockseite“ sein sollen. Wir bieten eine Dienstleistung an, wie Millionen andere Seiten auch. Wenn einem das nicht passt, ok. Aber deswegen ist das noch lange keine Abzockseite. Man kann uns auch einfach so lesen und ist nicht gezwungen für irgend etwas zu bezahlen.

Wir haben Stand heute nicht einen einzigen unzufriedenen Kunden und tun alles, damit dies auch so bleibt.

Liebe Grüsse aus dem bösen bösen Internet


Blackwater.live sagt am 07. Oktober 2018

Leute falls sich zu uns weitere Fragen ergeben, beantworten wir sie auch gerne hier, so muss niemand auf unsere böse Seite gehen.

Habe mir diese Unterseite mal gespeichert und schau ab und an rein ob neue Kommentare kommen. @Finanzwesir: Geniess lieber die Hamburger Sonne😂


Smartinvestor sagt am 07. Oktober 2018

@Finanzwesir:

"Meine Interptretation Deines Wunsches nach "großer Verantwortung"...: Der Finanzwesir soll paternalistisch die Links aussuchen, die seine Schäfchen nicht verstören und die gut für sie sind. Gut im Sinne: Bestätigen das Weltbild, sorgen dafür, das der ETF-Kurs gehalten wird. Das find ich offen gesagt arrogant. Ich bestimme, was für meine Leser gut ist?

Nee, das wäre nun wirklich das Letzte, was ich hier lesen will. Dann würdest du laut Taleb selber zu einem dieser "paternalistischen halbintellektuellen Experten" oder "IYI" (Intellectuals Yet Idiots), die dem Rest von uns erzählen,

  • was wir tun sollen
  • was wir essen sollen
  • wie wir sprechen sollen
  • wie wir denken sollen

Das wäre unerträglich. Ich habe zeitgleich einen Beitrag im "FX-Trading-Thread" geschrieben, der in dieselbe Richtung zielt.
Ich wünsche mir hier wirksame Befähigung zum Erzielen von überdurchschnittlichen Erträgen.
Und das findet teilweise außerhalb der Komfortzone statt. Denn das wollen schließlich alle und stehen im Wettbewerb miteinander. Daher müssen wir die "Gegenseite" mindestens genauso gut kennen, wie uns selber. Denn das Geld kommt nicht einfach von der Bank oder von der Börse, wie manche IYIs sich das vorstellen.


Barbaz sagt am 07. Oktober 2018

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an den Wesir dafür, dass er jede Woche die Highlights filtert. Denken kann ich selbst, aber um 100e Blogposts zu scannen fehlt mir die Zeit.

Noch eine kleine Anmerkung: in der Informationstheorie wird Informationsgehalt definiert als Maß dafür, wie unerwartet eine Nachricht ist.


42sucht21 sagt am 08. Oktober 2018

@Blackwater.live

"Wir haben Stand heute nicht einen einzigen unzufriedenen Kunden"

Ha, Ha, den Satz finde ich sehr lustig. Wer so etwas schreibt, der hatte noch nie einen Kunden oder er hatte zumindest bisher noch keinen Kontakt zu einem Kunden.


42sucht21 sagt am 08. Oktober 2018

Mit den aktuellen Entwicklungen auf Finanzwesir.com und den Stellungnahmen des Autors dazu wird die Seite für mich persönlich uninteressanter.
Ich bemerke, dass ich meine vorhandenen Ressourcen immer häufiger lieber anderweitig investiere.
Die Linkauswahl der Freitagsliste, und wohl auch dadurch induziert einige der aktuellen Kommentatoren und deren Themen und Mitteilungsbedürfnis auch in anderen Einträgen finde ich für mich persönlich eher unattraktiv.


Blackwater.live sagt am 08. Oktober 2018

@42sucht21

Wenn Sie das meinen und sich damit wohler fühlen, ja wir haben 0 Kunden und sind nur zum Spass im Netz. :)

Und warum sollen wir keine Stellung dazu nehmen?
Das haben doch einige sich gewünscht, daher machen wir das gerne. Vor allem bei solchen Anschuldigungen. Ich kann natürlich den weiteren induzierten Shitstorm nicht aufhalten, aber viele Menschen werden für sich selbst entscheiden und sich ihr eigenes Urteil bilden.
Liebe Grüße und eine schöne Woche!


x_em.pe_x sagt am 08. Oktober 2018

Ich finde es toll, in der Freitagsliste solche unerwarteten Links zu erhalten.
Ich schreibe halt nie hier, bin aber ein eifriger Mitleser. Und ich muss gestehen, dass ich wider Erwarten die blackwater.live Seite toll finde, auch wenn mich dieses FX-Trading kein bisschen interessiert.
Aber es ist einmal ein anderer Fokus. Genauso spannend finde ich da die Berichte über die Fintechs wie Revolut und Bunq. Man wird ja nicht dümmer, wenn man seinen Horizont erweitert. Ob man es dann umsetzt oder sich "nur" darüber Gedanken macht, ist doch dann fast egal.

Ich persönliche empfinde den Unmut vieler Leute hier über die "bösen" Links zu anderen Seiten als eine inzwischen leider typische Verhaltensweise.
Das ist genau das gleiche wie in der Migrationsfrage, da liken die Leute auch nur die Seiten, die mit der eigenen Denkweise übereinstimmen.
Ein wirklicher Diskurs findet ja heutzutage kaum noch statt, sondern man ballert sich nur gegenseitig mit der einzigen richtigen 100%igen Wahrheit zu und generell ist ja jeder gleich ein Nazi bzw. eine linke Bazille, der vom einzigen Standpunkt abweicht. Schwarz-Weiß macht das Leben halt viel einfacher als verschiedenste Nuancen von Grau.

@ Finanzwesir: Mach bitte weiter so. Selbst mitdenken und sich eigene Gedanken sollte niemanden schaden. Und wenn man nur zu der Erkenntnis kommt, dass die eigene Strategie gut genug oder sogar besser ist. Aber so einen Vergleich kann ich nur machen, wenn ich etwas zum Vergleichen habe.


Johnny sagt am 08. Oktober 2018

Also ich finde den Artikel und den gesamten Blog von blackwater durchaus gelungen und hab mir auch überlegt an dem Programm für das FX-Trading teilzunehmen.
Aber bei 800€ überlegt man es sich natürlich 5 mal, ob das ganze wirklich seriös ist. Was mich dann doch gestört hat, ist die Anonymität der Anbieter und die Kommentare zu diesem Programm, die sich irgendwie alle gleich anhören.
Zudem hab ich keinen einzigen negativen oder sogar neutralen Kommentar auf dem Blog gefunden. Da fragt man sich dann doch ob es diesen Mitgliederbereich überhaupt gibt.


DerMathelehrer sagt am 08. Oktober 2018

Hallo Finanzwesir, als stiller Leser möchte ich auch kurz meinen Senf dazu geben. Es gab mal eine Zeit, da habe ich Kommer, deinen Blog und dein Buch bedenkenlos Freunden empfohlen, um sich einen ersten Einblick in Etfs zu verschaffen.
Das mache ich heute nicht mehr. Ich finde auch, dass es in letzter Zeit einen Austausch der Kommentatoren gab. Insbesondere Dummerchen und Chriss haben die Fragen von Anfängern qualitativ hochwertig beantwortet, ohne nur eine Spur Arroganz an den Tag zu legen.
Mittlerweile tummeln sich eher blackwater.live und smartinvestor in den Kommentaren, auch angezogen von der Linkliste. Während ich letzteren noch ein wenig amüsant finde, ich schreie immer laut "Bingo" auf, wenn er Nassim Taleb zitiert, ist ersterer wohl gefährlicher.
Ich sehe bei "Sweet 16" beim Blog blackwater.live ein Modelgesicht, das mir schnellen Reichtum verspricht- nagut abgehakt. Aber schau mal in den Kommentaren darunter.
Viele interessieren sich nun dafür mit FX-trading schnell reich zu werden, angelockt von den Kommentaren des blackwater.live im Blog Finanzwesir. Ich nehme stark an, dass deine Intention eine gegensätzliche war.
Ich werde mich trotzdem hüten, dich Anfängern zu empfehlen, da man nun schon etwas an Erfahrung mitbringen muss, um deine "emotionale Handgranate" von den richtigen Tipps unterscheiden zu können. Für Anfänger daher wohl eher ungeeignet. Beste Grüße


Thorsten - thorstenhartmann.de sagt am 08. Oktober 2018

Läuft zwar ein bisschen dem Ansatz entgegen, dass Finanzbildung die Leute dazu befährigen soll, die "guten" von den "bedenklichen" Angeboten selbst zu unterscheiden, aber da es gerade auf dem Blog hier wohl durchaus noch Leute in der Findungsphase gibt:

Wäre es nicht eine Idee, die Links im Wochenrückblick in Bereiche zu unterteilen - ala

  • "unterstütze ich (als Finanzwesir) voll und ganz"
  • "Skuriles zum Anregen und Nachdenken"
  • "Bedenklich, aber offensichtlich möglich"

Dann wäre immer noch alles drin, inkl dem Salz in der sonst zu faden Finanzsuppe, aber mit entsprechender grundlegender Einordnung versehen!?

Viele Grüße
Thorsten


Blackwater.live sagt am 08. Oktober 2018

@x_em.pe_x

Danke dafür. Bei uns muss niemand Kunde werden, man kann auch einfach nur mitlesen und das freut uns.
Wir haben ja auch mehrere Themen und es werden auch noch neue folgen.

@Johnny

Uns gibt es noch nicht so lange, denke je länger es uns gibt, werden auch mehr Leute kommentieren.
Auf unserem ganzen Blog haben wir durchaus auch neutrale Kommentare und konstruktive Anmerkungen. Als Blog wünscht man sich das ja auch.
Aber klar, es könnte mehr sein. Was wir moderieren sind allerdings Hasskommentare oder reine Negativkommentare ohne etwas Konstruktives.
Und das ist im deutschen Internet leider inzwischen mehr die Regel als die Ausnahme. Alles wird beurteilt, verurteilt, Oberlehrerhaft abgehandelt und alle die nicht so denken runtergeputzt. Da braucht man sich nicht wundern, wenn man eines Tages in der Diktatur der Beliebigkeit lebt, wie es ja auch der Wesir schon angemerkt hat.

Einen Preis für eine Dienstleistung zu verlangen ist nicht unseriös. Aber es ist richtig sich zu überlegen, ob das für einen passt, ganz klar. Und wenn es für dich nicht passt, ist es doch ok.

@Mathelehrer

Blackwater.live selbst klärt die ganze Zeit darüber auf, was die Vorraussetzungen für das Programm sind und wie es zu verstehen ist. Nicht nur öffentlich, auch in allen Mails und Beiträgen. Ich unterstelle auch keinem ETFler, das er unseriös ist und schnell reich werden will, wenn das Ziel ist mit 40 in Rente zu gehen. Das würde übrigens die Tagesgeldfraktion tun.

Und ich kann ganz offen sagen, dass ich Stand heute nicht den Eindruck habe, dass eines unserer Mitglieder glaubt schnell reich zu werden, sondern es als weiteren Weg sieht, etwas zu lernen und als weitere Anlageklasse. Und so erklären wir es ja auch in aller Ausführlichkeit. Wir haben andere Anfragen auch schon abgewiesen mit dem Hinweis, dass die Erwartungen falsch sind.

Blackwater tummelt sich hier nicht, nur wurden wir gebeten uns zu äußern wegen solchen Kommentaren wie diesem. Und das tun wir auch gerne. Ich habe zu allen anderen Fragen, soweit sie hier auftauchten heute ein Statement geschrieben und will es auch dabei belassen, wir drehen uns sonst hier im Kreis. Wer sich wirklich für Antworten interessiert, kann es bei uns nachlesen.

Es gibt so viele finanzielle Schundseiten im Internet die vieles versprechen. Mal konstruktiv ein Projekt hochzuziehen zum FX Thema, das alle Fallen erklärt und ein sinnvolles Ziel hat war und ist unsere Intention. Man kann nun sagen, zu teuer, nichts für mich, versteh ich nicht usw. Alles gut. Aber urteilen und verurteilen ohne weitere Grundlage, dass ist die Oberlehrerkultur. Daran wird dieses Land noch viel zu knabbern haben.

Also, für alle Neugierigen, Fragenden, ihr könnt gerne vorbei schauen. Möchte den Kommentarbereich vom Wesir nicht unnötig blockieren und lieber wieder für Konstruktives freigeben.

@Wesir: Statt Blogparade könnte man mal eine neue Form einführen: Das Tribunal. Die Blogbetreiber stellen sich der Masse und werden öffentlich gebrandmarkt ;-)))
Wer sich nicht ausreichend verteidigt, dem wird die Eceeehhhkarte eingezogen und er erhält 1 Jahr S-Broker Verbot ;-)))))


ster sagt am 08. Oktober 2018

Mir geht es so wie DerMathelehrer: Ich habe dieses Blog viele Jahre gelesen, weil ich das Gefühl hatte, dass meine Zeit hier gut investiert ist. Ich habe viel gelernt, mit dem Gelernten Gewinne erwirtschaftet, und bin dafür dem Finanzwesir, einigen anderen Finanzbloggern und nicht zuletzt auch vielen der regelmäßigen Kommentatoren hier sehr dankbar.

In letzter Zeit hat sich dies geändert. Ich will nicht bei jedem Link aus der Freitagsliste überlegen müssen, ob der Finanzwesir mich hier nur trollen will, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar. Auch die Kommentare unter den Postings haben an Informations- und Unterhaltungswert verloren. Vielleicht gibt es hier tatsächlich einen Zusammenhang.

Alles okay. Your house, your rules. Ich ziehe weiter.


Christian sagt am 08. Oktober 2018

@ster und andere:

"In letzter Zeit hat sich dies geändert. Ich will nicht bei jedem Link aus der Freitagsliste überlegen müssen, ob der Finanzwesir mich hier nur trollen will, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar."

Genau in diesem Moment hat das Demokratie- & Meinungsmanagment unserer Gesellschaft das Endziel erreicht. Die Filterblase ist unwiderstehlich.

Ich halte ein solches Verhalten für absolut falsch. Du musst bei jedem Link, egal aus welcher Quelle, jedes einzelne Mal für dich selbst prüfen: Kann das sein, was ist die Gegenmeinung, gibt es mehr Informationen. Es gibt keine "richtigen" Quellen, die die "Wahrheit" berichten. Das können sie gar nicht, da "die Wahrheit" nicht erfassbar ist.

Es gibt insgesamt 4 Wahrheiten:

  1. Das was Person 1 gesehen hat
  2. Das was Person 2 gesehen hat
  3. Das was alle anderen gesehen habe
  4. Das, was wirklich passiert ist.

Blogs, Medien, Zeitungen etc. können nur Wahrheiten 1-3 berichten, Wahrheit 4 bleibt verborgen und kann bestenfalls aus der Kombination von Wahrheit 1-3 extrapoliert werden.

Was der Finanzwesir hier mit seiner Freitagsliste macht, ist eine aktive Übung in Medienkompetenz, ähnlich wie bei Fefe's Blog. Wenn dir "deine Zeit zu kostbar ist" - gut. Ich finde das Super. Als Investor ist man immer auf Menschen angewiesen, die es sich in diesem Punkt einfacher machen wollen. Sonst würde ja kaum eine Aktie fallen oder steigen, nur weil ein CEO auf Twitter einen fahren lässt...


Benjamin Maul sagt am 09. Oktober 2018

Hallo zusammen,

meine Meinung - wer keine "gefährlichen" Links lesen möchte und des Wesirs reine Weisheit genießen möchte, der klicke einfach die Artikel mit den Linklisten nicht an und halte sich an die klassischen Blogartikel. Und fertig ist die Laube oder wie war das? ;-)

LG
Benjamin


Name sagt am 09. Oktober 2018

Lieber Finanzwesir,

bitte bitte bitte lass' deine Linksammlung genauso wie bisher!
Ich freue mich jeden Freitag darauf. Vor allem weil es eben nicht nur um das immer gleiche ETF-Thema geht (dazu hast du das meiste ja bereits gesagt, danke dafür).
Du lieferst nicht nur Links, sondern beschreibst auch in deiner unnachahmlichen Art in einem Einzeiler, was mich hinter dem Link erwartet.
So klicke ich nur die Links an, bei denen du mein Interesse geweckt hast. Die anderen lasse ich weg (kann ich ja selber entscheiden).
Das ist für mich sehr zeiteffizient. Durch deine Zusammenstellung bekomme ich viele neue Anregungen oder lerne andere interessante Blogs kennen.
So habe ich meistens z.B. die Artikel über P2P-Kredite ignoriert, weil mich das nicht interessiert. Du hattest mich aber mit deiner Kurzzusammenfassung auf einen sehr guten Übersichtsbeitrag zu P2P-Krediten gebracht, der meine Bedenken bestätigt hat und mich in die Lage versetzt, bei Diskussionen im Freundeskreis fundierte Einwände zu bringen. Ich könnte dir noch viele weitere Beispiele bringen.
Kurz: deine Freitagslist ist ein echter Mehrwert für mich.
Danke dir dafür!


whiro sagt am 09. Oktober 2018

Auch ich muss zugeben, dass ich mich hier (viel) seltener aufhalte, als zu Anfang....

Auf die Freitagsliste habe ich mich lange Zeit gefreut. Allerdings haben meiner Meinung nach Quantität und Qualität nachgelassen, beim ein oder anderen Link wollte ich schon an dem Verstand des Finanzwesirs zweifeln....

Ein rein praktischer Gedanke: Durch eine Einkategorisierung oder ein paar Worte wüsste man direkt, ob sich der Klick lohnt und nicht erst nach dem Anlesen eines für mich einfach uninteressanten Themas...


Rungholt sagt am 09. Oktober 2018

Und ich werde hier bleiben.
Denn gerade weil der Wesir auch anderen Meinungen Platz gibt, andere Sichtweisen präsentiert und gerade weil er somit seinen Weg nicht als den einzig wahren gelten lässt, hat er mein Vertrauen.
Die Anlage mittels breit aufgestellter Indexfonds mag derzeit das vernünftigste Mittel zu sein, aber ich schätze die Freitagslisten sehr, weil sie unkonventionelle Blicke nach links rechts bieten.
Ich trage die Verantwortung für meine Investitionen. Wo käme ich mit meiner finanziellen Vorsorge wohl an, wenn ich sie innerhalb einer "Filterblase" investieren würde? Ich werde diesem Blog definitiv weiter folgen.


Smartinvestor sagt am 10. Oktober 2018

"Mittlerweile tummeln sich eher blackwater.live und smartinvestor in den Kommentaren... Während ich letzteren noch ein wenig amüsant finde, ich schreie immer laut "Bingo" auf, wenn er Nassim Taleb zitiert..."

Vielen Dank für deine nette Wertschätzung meiner harten Anstrengungen, das Lernen von Neuem und Ungewohntem hier mit meinem eigenartigen Humor zu erleichtern. :-)))

Da sage mir nochmal jemand, bei fehlendem Kommunikationstalent kann man nichts machen. ;-)
Woran sollte ich aus deiner Sicht jetzt noch arbeiten?


Philipp123 sagt am 10. Oktober 2018

Moin Finanzwesir,

Herzlichen Dank für die Freitagsliste! (ich ducke mich schon mal vor dem Shitstorm)

Leider wird es mit zunehmender Größe eines Forums oder Blogs nicht einfacher die Gunst der Leute zu treffeb, sondern schwieriger. Taleb schreibt dazu in sein nem neuen Buch, dass es in einer Gruppe nur wenige Individuen bedarf, die extrem intollerant sind. Wenn diese got verteilt sind (Internet hehe) wird die tollerante Gruppe mit der Zeit alle Prinzipien der Intolleranten annehmen.

Deshalb: KÄMPFE GEGEN DIE INTOLLERANZ und poste weiter Links

Mal ehrlich, das Leben ist kein Ponyhof und Investments sind das schon gar nicht. Ich zähle mich auch zum passiven ETF-Lager, bin aber trotzdem immer auf der Suche nach Gründen die dagegen sprechen, denn du musst eine Theorie immer wieder versuchen zu falsifizieren, um sie zu bestätigen. Bis jetzt habe ich noch nichts überzeugendes gefunden (seit Jahren!), aber ich bin froh über jede Meinung abseits des Mainstreams.

Wer also der Meinung ist, der Finanzwesir müsse seiner Verantwortung gerecht werden und nur das posten, was allgemein Konsens ist (= Buy and Hold mit ETFs), sollte vielleicht einfach nochmal die alten Beiträge und Podcasts hören.
Das ist auch gar nicht schlimm und das habe ich selbst gemacht, um es seine Strategie wirklich zu verstehen. Wer weiterkommen will, kommt um selbst denken nicht herum.

Für mich ist die Freitagsliste wie eine Test, bei dem ich überlegen ob der Content sinnvoll ist oder nicht. Was ist daran falsch? Ein Verkäufer sagt dir auch nicht: "Das war jetzt aber ein schlechter Deal für dich." Im Gegenteil, er wird dich versuchen beim nächsten Mal wieder zu bescheißen.

Nun gut... Schöne Abend allen

Wenn jetzt allerdings ein Blogbeitrag vom Finanzwesir alla "so schaffst du es in 6 Monaten zur Million" kommt, stehe ich dumm da mit meinem Beitrag ;)


Philipp123 sagt am 10. Oktober 2018

Wie wäre es denn anstelle des (mittlerweile langweiligen) Shitstorm mit einer Diskussion der Links?
Das würde wirklichen Content schaffen!

...nur mal so als Idee.


Nostradamus sagt am 11. Oktober 2018

Ketzerische Frage: Kann es sein, dass es solche provokanten Links braucht, um die Seite "am Leben zu halten"?
Denn ansonsten (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) ist ja eigentlich alles gesagt: 70/30 World/EM und ab einem Depot von 50k noch evtl. Europa mit dazunehmen. Das ist doch im Prinzip die Zusammenfassung von allem.
Also vielen Dank für die Tips und wir sehen uns dann in 35 Jahren wieder, wenn meine Rente ansteht und diskutieren etwas über Auszahlpläne etc. Entweder so, oder es muss halt weitere Gründe geben, hier vorbeizukommen - wie z. B. solche Links.


Finanzwesir sagt am 11. Oktober 2018

Hallo Nostradamus,

"Ketzerische Frage: Kann es sein, dass es solche provokanten Links braucht, um die Seite "am Leben zu halten"?

Keine ketzerische Frage, sondern sehr lebenspraktisch. Wenn man sich in einem normalen Firmenbiotop bewegt ist genau das das Problem: Man kriegt jedes Jahr irgendwelche bescheuerten Wachstumsziele reingedrückt. Wie soll man die erfüllen? Man greift zu Tricks, so wie es die Qalitätspresse macht: Ich habe alle Bilder vom FinCamp auf eine Seite gepackt und keine Klickstrecke über 11 Seiten daraus gemacht, wie es Stern, Spiegel, Zeit und Konsorten machen.
Oder man schreibt Headlines "7 Fakten über ETFs, die Dich schockieren werden. Nummer 5 wird Dir den Atem verschlagen." Im Artikel dann Fakt 5: Wertpapierleihe...

In meinem Universum gibt es das nicht. Ich habe immer gesagt: Der Finanzwesir ist eine "Lebensabschnitts-Site". Mein Ideal:

  1. Mensch stellt fest: Ich muss mich mal um mein Geld kümmern.
  2. Mensch schaut ins Neuland
  3. Mensch findet den Finanzwesir.
  4. Mensch liest den Blog, findet ihn gut, lernt eine Menge. Abonniert den Newsletter. Kauft vielleicht noch das Buch oder besucht ein Seminar. Das ist schön, muss aber nicht.
  5. Mensch stellt fest: 80/20-Regel greift. Ich habe meine Finanzen soweit im Griff.
  6. Mensch kümmert sich wieder um die wichtigen Dinge im Leben, bestellt den Newsletter ab und ward nie mehr gesehen.

Wir haben eine Aktionärsquote von 14%. Das bedeutet, ich habe noch eine große und lange Zukunft als Durchlauferhitzer vor mir.

Mir sitzt kein blöder Chef im Nacken, der immer irrsinnigere Besucherzahlen sehen will. So kann ich Leute wie ster und den Mathelehrer ziehen lassen.
Da bin ich wie ein Marines-Ausbilder. Die sind auch stolz auf jede Klasse, die sie ins Feld schicken können. Keiner käme auf die Idee, die Ausgebildeten zu behalten und im Bootcamp zu stapeln.
Der Finanzwesir ist Ausbildung. Manche wollen die Basisausbildung. Die lesen die ETF-Artikel, richten sich ein und gut ist. Solide, und finanziell besser aufgestellt als 86% der Deutschen. Und dann siehe oben Punkt 6.
Dann gibt es die Schwarzgurte, die ihre Ausbildung als immerwährend ansehen. Die lesen die Freitagsliste und fragen sich paranoid: Liege ich nicht doch falsch? Warum nicht all-in beim Whisky gehen? Dann rütteln sie an ihrem Wertesystem herum und versuchen ihr Weltbild ins Wanken zu bringen. Wenn ihnen das nicht gelingt sind sie beruhigt (bis zur nächsten Freitagsliste).

Philipp123, Name und Rungholt haben genau erkannt, worum es mir geht:

"unkonventionelle Blicke nach links und rechts bieten."

Nicht mehr und nicht weniger.

Gruß
Finanzwesir


Max sagt am 11. Oktober 2018

Hallo

ich hab da mal ne naive Frage.

Sämtliche ETF-Strategien basieren doch immer auf auf kontinuierlichem Wachstum der Märkte. Mögliche Krisen (Finanz, Handel, Weltkrieg, etc.) werden dabei durch Buy&Hold langfristig mit eingerechnet, 30-60 Jahre durch mit Sparraten, globale Wirtschaft wächst. Fertig. Kapitalismus eben - solide Strategie im Rahmen des bestehenden Systems.

Will die Diskussion wirklich nicht politisch/ideologisch werden lassen, aber soooo lange gibt's dieses System nun auch nicht... also mal rein angenommen, dass ziemlich akute, anstehende Einflüsse wie Ressourcen-Obergrenzen plus Klimawandel und daraus resultierende politische und gesellschaftliche Verwerfungen letztlich dazu führen, dass die Grundannahme unendlich wachsender Märkte einfach nicht mehr greift, dann funktioniert auch Buy&Hold nicht mehr, oder?

Selbst wenn dann das kapitalistisch-liberale System bestehen bleiben würde und man nicht zu alternativen, verrückten Konzepten übergehen würde, wären die Märkte doch nicht in der Lage, eine bestimmte Oberlinie zu durchbrechen, sondern stets mit unterschiedlich ausgeprägter Volatilität darunter bleiben müssen, korrekt?

Einziges Argument dagegen wäre ja tatsächlich unbegrenztes Wachstum trotz endlicher Ressourcen?


Stiller Teilhaber sagt am 11. Oktober 2018

In letzter Zeit konnte sich tatsächlich der Eindruck einstellen, dass die Linkliste das einzige Highlight ist.

Der originäre Inhalt, der wissenswertes interessant und amüsant darüber hinaus vermittelte, hat zumindest mir in letzter Zeit häufiger gefehlt.

Genau das führt aber auch dazu, dass der "unkonventionelle Blick" schwer einzuordnen ist. Stets stellt sich da die Frage, habe nur ich mich oder hat auch der Finanzwesir sich verändert. Beides führt fatalistisch gesehen zu Punkt 6.


Blackwater.live sagt am 11. Oktober 2018

@Max

Danke für diese Überlegung. Das sind die fortgeführten Gedanken, die sich der Club of Rome in den 70ern machte. Gibt es wirklich unbegrenztes Wachstum?
Zumindest gibt es ein unbegrenztes Geldmengenwachstum, legitimiert durch expansive Geldpolitik.
Die USA veröffentlichen noch nicht einmal mehr die Geldmenge M3. Was es braucht sind Instrumente, die die Liquidität aufsaugen, wie es Goldman Sachs vor 10 Jahren sagte.
Investmentvehicel, die nacher sich in nichts auf lösen und hier haben sich die ganzen Verbriefungsgeschäfte als perfekt erwiesen. Ein Business, dass besser läuft als jemals zuvor. Schulden verbriefen führt zu dem Zustand, dass immer mehr Vermögenswerte in Form von Wertpapieren keinen Wert haben, wenn die Kredite ausfallen. Its all debt...

Märkte haben natürliche Grenzen und wie ich in einem aktuellen Artikel ausführe, muss man sich ja auch mal überlegen, wo denn die Märkte stehen müssen, damit ich in 35 Jahren die dicke ETF Rente bekomme.
Versteht mich nicht falsch, ich investiere auch in Aktien und ETFs. Es ist als Assetklasse alternativlos, aber es hat auch eine kristische Seite. Beispielsweise auch die, die schon bei Bloomberg diskutiert wurde. Der Vorwurf an Blackrock war, dass synthetische Papiere Liquidität vortäuschen wo keine ist. Ob das so ist, das wird die Geschichte zeigen.

Die Frage, die Max hier aufgeworfen hat ist guuut, weil sie uns dazu bringt zu reflektieren, was das eigentlich für ein Wirtschaftssystem ist, in dem wir da Leben.

Das der Wesirpost zum Wochenende nun auf dieses nachdenkliche Rotweinlevel ausgleitet ist wirklich erstklassig.


Cecily sagt am 12. Oktober 2018

@ Max: Naja, was heißt endliche Ressourcen - die Ressourcen, die in 20, 50, 100 Jahren entdeckt oder erfunden werden könnten, kennen wir ja noch gar nicht.
Nachdem du in deinem Kommentar so in bisschen ein Endzeitszenario heraufbeschwörst ;-), fällt mir ein schöner Spruch vom Wesir ein (sinngemäß): Wenn alles zusammenbricht, helfen dir sowieso nur noch

  • Freunde,
  • ein Schrebergarten und
  • eine Schrotflinte.

Einfach-Ist-Besser sagt am 12. Oktober 2018

Der Blog heißt: "Für Leute die Ihr Geld selbst in die Hand nehmen" nicht "Für Leute die die Verantwortung für Ihr Geld abgeben wollen."

(Finanzielle) Freiheit hat nun mal ihren Preis und dieser ist, sich selbst zu informieren, zu hinterfragen und die Verantwortung für seine Entscheidungen zu treffen. Der Finanzwesir liefert u.a. mit der Freitagsliste das nötige Rüstzeug dafür.


42sucht21 sagt am 12. Oktober 2018

@Max

Ich stimme zu, wenn man nicht an zukünftige Innovationen, die Steigerung der Produktivität oder das Wachstum der Wirtschaft glaubt, dann sollte man sein Geld nicht mit Renditeerwartung Buy&Hold breit in Produktivkapital oder der Wirtschaft investieren. Investoren sind da eher keine Pessimisten.


Milchmädchen sagt am 12. Oktober 2018

@Max: buy-and-hold basiert auf der Überzeugung, dass die Wirtschaft dauerhaft weltweit wächst.
Wachstum muss nicht zwangsläufig mit höherem Ressourcenverbrauch einhergehen. Der Treiber für Wachstum ist Innovation. Und Innovationen können (und müssen) helfen Ressourcen zu sparen.
Dann kann die Wirtschaft wachsen. Ein großer Tel der Menschheit ist darauf existentiell angewiesen.


Bergfex sagt am 12. Oktober 2018

@Max
es braucht gar keinen Klimawandel, Weltkrieg oder Weltuntergang, um an der Börse Geld zu verlieren und es nie mehr zurückzubekommen.
Wer vor 28 Jahren den Nikkei gekauft hat, der ist immer noch mit ca. 40% im Minus. Wenn er alt genug ist, wird er ein Plus nicht mehr erleben. Auch das ist Börse, das liest du aber garantiert nichts in den Finanzblogs. Dein Bankverkäufer erzählt es dir auch nicht.


Philipp123 sagt am 12. Oktober 2018

Hallo Max,
das ist eine interessante Frage, über die sich wohl schon jeder Anleger mal Gedanken gemacht hat.
Ich denke es geht mehr um steigende Produktivität, als um Wachstum. Ob es Wachstum gibtboder die Leute weniger arbeiten, ist letztlich egal.
Der Wechsel von einem System zum anderen ist nur die Krux. Genauso ist es egal ob ein Unternehmen mehr Produkte verkauft oder die Produkte zu einem höheren Preis, wie es bei einer Verknappung der Ressourcen zu erwarten ist.
Für mich zählt einfach, dass der Mensch nur eine begrenzte Lebenserwartung hat und deswegen einen "Zins" fordern wird. Gibt es nirgendwo mehr Gewinnpotential wird das Angebot an Produktionsmitteln verknappen und der Markt regelt sich selbst.


chaostrader sagt am 14. Oktober 2018

Wenn ich die ganzen Kommentare hier lese, da bin ich echt gespannt, ob meine EInlassungen bezüglich Emanzipation und Gleichberechtigung hier auch erscheinen.


Smartinvestor sagt am 15. Oktober 2018

@Max, Nostradamus, Philipp123...

Aaah, die Sonne geht endlich wieder auf. :-)))

Danke, danke euch allen für diesen eindrucksvollen Beweis, dass es doch überwiegend Vernunft in diesem Blog gibt, zumindest bei Finanzthemen. Bei der seltsamen Diskussion zur Freitagsliste am 31.8. kann man da ernsthafte Zweifel bekommen. Oder gibt es gar themenabhängige Vernunft-Unterschiede, womöglich aufgrund Alberts unverdrossener Finanz-Ausbildungsbemühungen?

Also fahren wir doch am besten mit einer "vernünftigen" inhaltlichen Diskussion fort.
Wie wäre es damit, den inhaltlichen Input der immer noch von "Bedenken" begleiteten vorletzten Freitagsliste mit Link auf "FX-Trading" am weltweit anerkannten Vorbild aller "Passiven", John Bogle, zu spiegeln? Der ist nämlich alles andere als ein "passiver" Dogmatiker.
Genau wie unser Wesir fordert er sogar in seiner "Bogle Bible", "The Little Book of Common Sense Investing", gerade auch Anfänger zur "aktiven" Auseinandersetzung mit aktiven Anlagemöglichkeiten auf. Denn nur so lässt sich der richtige Umgang damit und mit den "Animal Spirits" erlernen und vor allem von Anfang an nachhaltig verinnerlichen:

"Nonetheless, building an investment portfolio can be exciting, and trying out modern remedies for age-old problems lets you exercise your animal spirits. If you crave excitement, I would encourage you to do exactly that. Life is short. If you want to enjoy the fun, enjoy! But not with one penny more than 5 percent of your investment assets. That can be your Funny Money account. But at least 95 percent of your investments should be in your Serious Money account. That core of your program should consist of at least 50 percent in index funds, up to 100 percent. What about your Funny Money account? Enjoy the fun of gambling and the thrill of the chase, but not with your rent money and certainly not with college education funds for your children, nor with your retirement nest egg. Test, if you will, two or three aggressive investment strategies. You’re likely to learn some valuable lessons, and it probably won’t hurt you too much in the short term. Here are seven Funny Money approaches, and my advice about using them:"

"1. Individual stocks? Yes. Pick a few. Listen to the promoters. Listen to your broker or adviser. Listen to your neighbors. Heck, even listen to your brother-in-law."

"2. Actively managed mutual funds? Yes. But only if they are run by managers who own their own firms, who follow distinctive philosophies, and who invest for the long term, without benchmark hugging. (Don’t be disappointed if the managed fund loses to the index fund in at least one year of every three!)"

"..."

@DerMathelehrer
Wie kann man die hochwertige Lektüre vom Finanzwesir für Anfänger ungeeignet halten, wenn er sich mit seinen lehrreichen Links z.B. auf genau solch "aggressive investment strategies" doch "Bogle-bibelfest" an SEIN Wort hält?
Albert preist diese speziellen Instrumente ja nicht in den höchsten Tönen als Hauptanlageklasse schändlich an, sondern als Anregung, weil sie ihm aufgefallen sind. Damit unterstützt Albert Bogles bewundernswerte Mission doch wohl in vorbildlicher Weise, oder nicht?


imdonger sagt am 15. Oktober 2018

Ist off-topic, aber ich versuche mal eine Antwort @ Max

Aktienkurse spiegeln die Hoffnung der Aktienmarktteilnehmer auf zukünftige Gewinne des Unternehmens - bzw. die Abwesenheit einer solchen Hoffnung. Es geht also nicht primär um das Wirtschaftswachstum insgesamt, die Marktkapitalisierung - und damit die Zugehörigkeit oder nicht zu einem Index - ergibt sich aus dem Kurs multipliziert mit der Gesamtanzahl der Aktien.

Gewinne könne auf vielfältige Weise gesteigert werden (neue Märkte, neue Produkte/Patente, Rationalisierungen, … you name it).

Paradoxerweise kann auch die Reparatur von Umwelt-/Klimaschäden zu Gewinnsteigerungen führen - wenn das Unternehmen beispielsweise auf Hochwasserschutz spezialisiert ist. Genauso können knappe Ressourcen/Rohstoffe hohe Preise erzielen für die Unternehmen, die die Schürf- oder Bohrrechte haben.


Popcorn leer sagt am 18. Oktober 2018

Scheinbar haben hier einige Leser*innen zu viel Zeit!

Investiert die "Beschwerdezeit" doch lieber in quality time. Wenn euch was nicht gefällt, wegklicken - fertig!


Smartinvestor sagt am 19. Oktober 2018

@Popcorn

"Investiert die "Beschwerdezeit" doch lieber in quality time. Wenn euch was nicht gefällt, wegklicken - fertig!"

Das wundert mich zwar auch oft. Aber hier "beschwert" sich doch kaum noch jemand. Es kam geradezu erstaunlich viel Zustimmung zu Alberts "Zumutungen"!?
Wie war dein Beitrag also gemeint?


Joschua sagt am 29. Oktober 2018

Danke an dieser Stelle,dass es diesen tollen Blog gibt.


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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