27. März 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 13 / 2020)

In eigener Sache

Wir haben diese Woche Montag mit den Münchnern, Stuttgartern und Karlsruhern den ersten virtuellen Finanzwesir-Stammtisch gestartet. Na ja, eigentlich war es bloß eine Zoom-Konferenz. Aber es lief so gut, dass Henrik und ich uns entschieden haben das zu wiederholen.
Wer am 30.3.2020 von 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr dabei sein will, klickt hier. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Nicht Corona

Bis zum 24. April: Sagen Sie den Europäischen Zentralbankern die Meinung. Die EZB will wissen: Was sollten wir Ihrer Meinung nach bei der Überprüfung unserer geldpolitischen Strategie berücksichtigen?

BaFin verbietet Walnussverkauf. Na ja, eigentlich ist es ja eine Plantage. Warum ich das hier aufgenommen habe? Weil vielleicht der eine oder andere in der Corona-Krise in Sachwerte flüchten möchte.
Hat sich aber nicht bewährt. Egal ob Container, Plantage oder Solarfeld: Dieser Kram hat immer nur die Initiatoren reich gemacht. Dazu kommt: Wenn die BaFin ja sagt, bedeutet das nur: Es ist legal. Das mag notwendig sein. Hinreichend ist es auf keinen Fall. Was nützt mir eine legale aber verlustreiche Geldanlage. Seriosität oder gar inhaltliche Richtigkeit interessiert die BaFin nicht. Das sagt sie auch.
Das sollten Sie im Kopf haben, wenn wieder mal einer mit einem Angebot des grauen Kapitalmarkts vorbeikommt und seinen Bauchladen mit einem "BaFin-geprüft" veredeln will.

BaFin: Börsenbriefe sind Werbepublikationen.
Und im übrigen: Obacht bei der Wahl der Vorsilbe. Es kann sein, dass ein Unternehmen angibt einen Corona-Killer am Start zu haben. Es kann aber auch sein, das es ehrlicher ist, die Vorsilbe "an" durch die Vorsilbe "vor" zu ersetzen und die die Aktie nicht zu kaufen.

Doch wieder Corona

Corona, Märkte, Panik, Börse, Endzeit

"Krisen Kurt: "Ich kaufe Gold. Alle meine Zähne sind aus Gold. Ich hab Gold im Garten vergraben."
Gaga Gabi: "Mutter Natur hat genug vom Menschen. Sie reinigt die Erde selbst." (Gaga Gabi ist ganz wissenschaftlich orientiert ungläubig. Aber Mutter Natur gibt’s ja vielleicht doch) Cosmos Clara: "Das Universum zeigt die Zeichen des Weltuntergangs. Es ist soweit!"

Helden erkennt man im Rückspiegel.

"Richtig cool sind nur diejenigen, die nicht nur wissen, wann und warum sie ein Risiko eingehen, sondern auch, wann und warum sie es lassen. Und die das auf Basis ihrer Risikotoleranz und Cashflow Planung entscheiden, nicht abhängig von ihrer virtuellen oder realen Community. Abgerechnet wird immer erst zum Schluss."

Corona Krise – diesmal kracht es richtig, oder?

"Es gibt ein Verhaltensmuster das seit über 120 Jahren stabil ist, und daher auch in dieser Krise fest eingeplant werden sollte: das schnelle Zurückschnalzen der Kurse nach heftigen Einbrüchen. In den ersten 5 Jahren nach Erreichen des Kurstiefs betrug in den darauffolgenden 5 Jahren die durchschnittliche, historische Rendite (pro Jahr!) 16,9% nominal bzw. 12,6% real."

Der Klassiker: Totgesagte leben länger!

Mein Finanzpolster zahlt sich aus

"In Zeiten wo man sich keine Sorge um den Job machen muss, die Wirtschaft rund läuft und man sich sicher fühlt, wird das Finanzpolster gnadenlos unterschätzt. Wenn es dann mal richtig bergab geht, und das mit Anlauf, rächt sich genau dieses Unterschätzen.
Der Verlust von Kapital stresst mich sehr. Aber ich war noch nie so gelassen wie jetzt."

Zwischen Crash und Wirtschaftskrise: Geldanlage in stürmischen Zeiten.

Haben wir derzeit eigentlich einen Crash? Nein, sagt Christian von Großmutters Sparstrumpf, es ist nur ein Bärenmarkt. Warum? Crash ist erst ab minus 40 Prozent. Der MSCI World ist aber nur um 30 Prozent abgeschronkt und damit nicht satisfaktionsfähig. Also, reißt Euch zusammen ihr Schneeflöckchen, denn

"Die meisten Bärenmärkte sind eher milde und bewegen sich im Bereich von minus 20 bis minus 30 Prozent."

Der Finanzwesir meint: Nun denn, von mir aus Bärenmarkt, aber so richtig Balu ist der nicht dieser Märzbär. Eher so.

P2P-Kredite in Zeiten der Corona-Krise. Lars beantwortet Leserfragen. Zusammengefasst: Kurs halten, investiert bleiben.

"Ich halte also alle meine P2P-Investments, investiere sogar punktuell nach und konzentriere lediglich meinen Cashflow auf den Aktien- und auch den Kryptomarkt."

Corona-Krise: Jetzt Aktien kaufen? Holger von Zendepot ist Arzt und Investor. Holger der Investor sagt: "Geh’ einkaufen. Unbedingt!"

Holger der Arzt sagt:

"Wer hingegen weiterhin ungerührt in die Arztpraxen stiefelt, häufig wegen Bagatellen, sind Patienten aus der Generation 65+.
(Ich höre das auch von Kollegen aus anderen Fachrichtungen.)
Also genau die Risikogruppe, wegen der wir das ganze Theater der "sozialen Distanzierung" überhaupt veranstalten!"

Der Finanzwesir meint: Meine Highlights: Der ältere Herr, der es ganz genau auf DIESES spezielle Stück Fleisch abgesehen hatte und der daraufhin von der Fleischfachverkäuferin angebrüllt wurde: "Abstand halten".
Die Verkäuferin war Profi. Die war nur zu 20 % angepisst. Zu 80 % war der Schalldruck nötig, um Hammer und Amboss im Ohr des Herrn soweit zum Schwingen zu bringen, das er’s akustisch verstand. Der Rest seines Körpers war in nur unwesentlich besserer Verfassung.
Und dann war da noch die alte Dame, die ihr Beatmungsgerät im Rollator vor sich her schob.

Corona macht’s möglich

Abseits der Börsenkurse – Positives der Corona-Pandemie. Na, geht doch:

"Und nur weil man Dokumente "schon immer" von einer Anlage in die nächste geschoben hat um einen Vorgang zu bearbeiten , bedeutet das nicht dass man so etwas nicht digital abbilden kann. Plötzlich werden all die ganzen "unmöglich per Webkonferenz durchführbaren" Besprechungen digital."

Finde ich faszinierend, wie meine Art zu arbeiten auf einmal normal wird. Ende der Neunziger Jahre hieß das nicht Slack, sondern Yahoo! Messenger. War ein bisschen primitiver (Chatbots hatten wir keine), aber letztlich hatte man da - von Sydney über London bis nach Santa Clara - alle seine relevanten Jungs und Mädels in Tastaturentfernung.
Und was die ganzen albernen Artikel "Überleben im Homeoffice" angeht: Mir war noch nie klar, was an dem Konzept: "Andere Leute entscheiden mit wem ich den Löwenanteil meiner wachen Zeit verbringe" so cool sein soll. Homeoffice hält einem die ganzen arbeitsscheuen Blödschwätzer vom Hals.

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

"Das Virus bringt die Welt erst einmal ordentlich durcheinander. Etablierte Strukturen und Konventionen werden hinterfragt. Plötzlich sind die meisten von uns im Home Office. Was vorher undenkbar war („Das geht nicht, wo kommen wir denn da hin? Dann geht die Firma den Bach runter!“), ist Realität und man erfährt plötzlich, dass es alles andere als ein Weltuntergang, ja nicht mal ein echtes Hindernis, ist.
In diesem Sinne, positiv denken… Das beste Europa steht uns hoffentlich noch bevor!"

(awa)

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Kommentare

Joerg sagt am 27. März 2020

Warum fielen diesmal die Börsen so schnell und tief?
Alle wollten gleichzeitig durch die enge Tür.

Warum machen die das - sind die alle blöd?
Nee, die "müssen":

  • Risikobudgets und so (gut erklärt von Andreas Beck, auf Mission Money 02.03.20 [und 22.03.])
  • Vermögensverwalter müssen "raus" weil manche Kunden nervös werden
  • Robo-Adviser, scalpieren dir den Risk vom Value ;-)
  • Margin Calls wirken (google: Handelsblatt Kunde beschert ABN AMRO 200 Mio Dollar Verlust).
  • Selbst kleine Riestersparer werden gerippt (google: Riester Fairr SUTOR)

Wann ist der Boden nah? Wenn alles undifferenziert in Panik "schmilzt" (Gold, HighYield, Aktien, Kryptos): Bereinigungs-Wash (vermutl. Mo/Di 16/17.03.)?

Du als Privater bist safe. Dir befiehlt keiner zu verkaufen (OK, ich kenne jetzt nicht deine bessere Hälfte ;-))
Nicht bange machen lassen, Sparpläne weiterlaufen lassen/temp.erhöhen; wer kann, nachkaufen (kommt viell. nochmal ein Echo-Einbrüchle/zweites Standbein?)

LG
Joerg


Karl sagt am 27. März 2020

Ich bewahre weiterhin die Ruhe.
Glücklicherweise hatte ich es vor dem massiven Kursverfall noch nicht geschafft den Risikoteil auf 75% zu bringen. Entsprechend ist noch Cash da. Und durch den Kursverfall ist zwar aktuell in Summe weniger Kapital vorhanden als vorher, jedoch ist ja der Anteil des Risikokapitals gesunken - es darf als umgeschichtet werden.

Aktuell bin gegenüber Einstand, je nach dem wann man auf das Depot schaut 9-20% unter Einstand. Nachgekauft habe ich mehrfach marktbreite ETF. Einige noch etwas zu früh (also zu hoch). Es wird weiter schwanken und ich werde weiter kaufen, wenn es wieder etwas runter geht.
Und ich sehe einen großen Vorteil in den marktbreiten ETF: Hier sinken einige Bestandteile viel stärker ab als andere. Und wenn es wieder aufwärts geht - was wird dan steigen und was nicht?
Ich habe keine Ahnung. Aber mit einem marktbreiten ETF kann es mir auch egal sein. Ich habe nicht das Risiko bei meinem Investment völlig falsch zu liegen.


Marco sagt am 27. März 2020

Zum Thema Home Office. Das wird in den verlinkten Artikel ja gelobt.

Unsere ganze Abteilung, 15 Mitarbeiter, arbeitet von zuhause. Wir kriegen deutlich weniger geschafft, als im Büro. Eigentlich halten wir nur den Laden grad so am Laufen. Unsere Vorgesetzten werden demnach klar sagen, das Experiment "übergreifend und 5/5 Tage Home Office" funktioniere bei uns nicht.

Man sollte alles individuell und branchenspezifisch anpassen. 1-2 Tage pro Woche Home Office und nicht alle geschlossen funktioniert auch ausgezeichnet bei uns.


Lamy sagt am 27. März 2020

Hallo Finazwesir,

ich hätte eine persönliche Frage: Ich bin ETF-Anfänger und ein Befürworter deiner Strategie. Im Moment würde ich gerne die Kurse nutzen und nachkaufen (aber nur falls die Kurse noch einmal runtergehen um ca. 10 %), jedoch aufgrund Liquiditätsgründen mit einem Bankkredit von 1,25% Zinsen für 5 Jahre.

Das Volumen würde eine Höhe von ca. 1/3 meines aktuellen Depotguthaben und meines Jahresbruttolohn betragen.

Würdest du dies empfehlen?

Danke schonmal um deine Antwort


Robert Michel sagt am 27. März 2020

Weiß jemand was aus den ganzen Options-Schreibern geworden ist? Scheinbar hat jeder von denen auf ihren Blog das Licht ausgemacht. Dass sie mehr als nur schmerzhafte Verluste eingefahren haben, sollte jeden klar sein.
Aber es hätte mich schon interessiert, wie die Situation konkret aussieht und ob sie nur schlimme Verluste eingefahren haben oder jetzt auf hohen Nachschussforderungen sitzen.


coppa17 sagt am 27. März 2020

Hallo zusammen,

ich schreibe hier meinen ersten Post und würde mich freuen von Euch ein Feedback über den Artikel unten zu erhalten.


Texas Hold'em sagt am 27. März 2020

Dass in dem Moment, zu dem ich in den Ruhestand gehe, fast die ganze Welt das gleich tut, war so nicht vorhersehbar.
Angesichts dessen ist dieser Crash eigentlich moderat.
Bleibt also fit bleiben und steigert bald wieder das Bruttosozialprodukt.
Wohlstand ist besser als Sozialismus!


Finanzguru41 sagt am 29. März 2020

Ich möchte mich mal teilweise der Frage von Robert Michel anschließen, auch wenn es nicht so richtig hierher gehört: Weiß jemand, warum Freiheit52 / garnixoderguru seinen Blog auf privat gestellt hat?
Ich möchte kein Wordpress Konto anlegen, um ihn selbst zu fragen.

Generell on topic: Vielen Dank an den Finanzwesir für die Freitagsleselisten.


Spaceman sagt am 29. März 2020

Hallo @Lamy,

Aktien auf Kredit zu kaufen wird im allgemeinen als ganz schlechte Idee gesehen.
Falls die Rezession anhält, und dein Einkommen sich verringert (Arbeitslosigkeit), sitzt du in einer Schuldenfalle und hast Aktien, die immer weiter an Wert verlieren (wegen der Rezession).

Dies war übrigens auch 1929 so in der Großen Depression:
https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/boersen-crash-1929-im-anmarsch100.html

Denn viele Anleger hatten den Traum vom ewigen Boom und vom leistungslosen Wohlstand geträumt. Dumm nur, dass sie ihre Aktien auf Pump kauften. Fatal war, dass viele Kredite wiederum mit Aktien besichert waren.

Die Folge liegt auf der Hand. Der Wertverlust der Aktien in Verbindung mit steigenden Zinserwartungen sorgte dafür, dass die Kredite nicht mehr hinreichend gedeckt waren. Alarm bei den Banken: Sie forderten ihr Geld zurück, was wiederum dazu führte, dass Anleger ihre Portfolios verkaufen mussten. Willkommen in der Abwärtsspirale.


Berti sagt am 29. März 2020

Super Zusammenfassung, vielen Dank!


Hans1966 sagt am 30. März 2020

".....jedoch aufgrund Liquiditätsgründen mit einem Bankkredit von 1,25% Zinsen für 5 Jahre....."

Ohne Tilgung 5 Jahre für 1,25% Zins zum Spekulieren, wo gibt es das?
Oder ist der Kredit eigentlich für Immobilien gedacht?


Nostradamus sagt am 30. März 2020

@Lamy: "Ich bin ETF-Anfänger und ein Befürworter deiner Strategie. Im Moment würde ich gerne die Kurse nutzen und nachkaufen (aber nur falls die Kurse noch einmal runtergehen um ca. 10 %), jedoch aufgrund Liquiditätsgründen mit einem Bankkredit von 1,25% Zinsen für 5 Jahre."

Du schreibst zwar, du bist "Befürworter der Finanzwesir-Strategie", aber damit meinst du wahrscheinlich nur, dass du auch in ETFs investierst. Zur Finanzwesir-Strategie gehört jedoch auch noch, kein Market Timing zu machen und erst recht, keine Kredite für den ETF-Kauf aufzunehmen.
Mir gefällt es ja jetzt schon nicht, dem Depot beim Schrumpfen zuzuschauen, aber auch noch Geld auf Kredit aufzunehmen, das zu investieren und zu sehen, wie sich das auch halbiert (ja, es ist noch viel Platz nach unten) würde ich glaub ich nervlich nicht so gerne mit machen.
Und wie das Schicksal einem möglicherweise unerbittlich spielt, kommt man vielleicht genau dann in die Lage, aus unterschiedlichsten Gründen viel Geld (für das Leben) zu benötigen. Und dann ist die Kacke mal richtig am Dampfen. Da bin ich raus.


Mieter sagt am 30. März 2020

Ich finde den Online-Stammtisch eine gute Idee. Da die meisten ohnehin nur zuhören (davon gehe ich bei einem Online-Meeting mit n > 20 Teilnehmern aus), könntet ihr den Inhalt nicht auch auf YouTube live streamen (ich stelle mir das als Screencast vom Zoom-Meeting vor)?

Generelle Anregung: Niemand schreibt so finanzwesirig wie du - darum würde ich mich über mehr Textbeiträge und Leserbriefantworten über die Freitagsliste hinaus freuen.


Bast sagt am 31. März 2020

@finanzguru41 @garnixoderguru

Weiß jemand, warum Freiheit52 / garnixoderguru seinen Blog auf privat gestellt hat?

Würde mich auch interessieren. Habe ich immer gerne gelesen.


Smartinvestor sagt am 31. März 2020

Weiß jemand was aus den ganzen Options-Schreibern geworden ist? Scheinbar hat jeder von denen auf ihren Blog das Licht ausgemacht.

Wer macht denn so etwas, Beispiele? Das wäre dann ja die Anti-Taleb-Strategie, sogar bewusst und gezielt unbegrenzte Black Swan-Risiken gegen jahrelange kleine Gewinne zu übernehmen, oder? Buffet scheint es auch zu machen, aber m.W. aus anderen Motiven innerhalb seines holistischen Gesamtansatzes.


Smartinvestor sagt am 31. März 2020

Weiß jemand was aus den ganzen Options-Schreibern geworden ist? Scheinbar hat jeder von denen auf ihren Blog das Licht ausgemacht.

Wer macht denn so etwas, Beispiele? Das wäre dann ja die anti-anrifragile Anti-Taleb-Strategie, sogar bewusst und gezielt unbegrenzte Black Swan-Risiken gegen jahrelange kleine Gewinne zu übernehmen, oder? Buffet scheint es auch zu machen, aber m.W. aus anderen Motiven innerhalb seines holistischen Gesamtansatzes.


Kai sagt am 31. März 2020

Mal eine ganz dumme Frage.
Ich habe verstanden, dass bei einem ausschüttenden ETF Gewinne in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal im Jahr) an mich ausgezahlt werden. Was passiert nun, wenn der ETF Verluste macht? Muss ich dann Geld nachzahlen?

Dazu ein Beispiel:
Angenommen ich kaufe jetzt für 1000 € ETFs auf den MSCI World.
Ein Jahr später ist der Kurs um 5 % gestiegen. Also bekomme ich 50 €.
Noch ein Jahr später ist der Kurs um 3 % gefallen. Muss ich dann 30 € nachzahlen?
Ist mein Verständnis von einem ausschüttenden ETF überhaupt richtig?


MatthiasK sagt am 31. März 2020

@ Robertmichel

Da werden einige einen "Blowup" (Pleite) erlebt haben. Deswegen schreiben die jetzt natürlich nicht mehr. Es ist supercool, als erfolgreicher Optionshändler zu bloggen, als Optionspleitier macht das dann keinen Spaß.

Die, die überlebt haben, werden dann natürlich auch berichten. Vielleicht auch über hohe Verluste, aber eben keine, die sie "umgebracht" haben.

Ich will auch gar nicht wissen, was aus denen geworden ist. Wer jetzt "verschwunden" ist, hatte die falsche Strategie. Und aus der kann ich nichts lernen. Interessant sind hingegen die, die die Krisen 1987, Dotcom, 2008 etc ÜBERLEBT haben.

So erklärt sich dann auch das "Survivor-Bias"-Phänomen: Hättet Du vor 3 Monaten nach Blogs über Optionen gesucht, hättest Du ausschließlich supererfolgreiche Optionshändler gefunden. Man könnte dann meinen, dass der Optionshandel simpel und immer erfolgreich ist. Aber in der Realität sind einfach die, die 2008 ihren Blowup erlebt haben, nicht mehr da. Das verzerrt das Ergebnis gewaltig.

Und wenn die Krise irgendwann vorbei ist, und es wieder mal 5-10 Jahre nach oben geht, dann kommen neue Blogs mit neuen Gesichtern...

Ergänzung: Der Freiheit52 scheint gerade umzuziehen, vielleicht liegt es daran.


Hans sagt am 31. März 2020

@Lamy

LASS ES BLEIBEN! Aktien auf Kredit alles andere als ein Hit.
Nur ein blöder Spruch hier aber vollkommen zutreffend, keiner weiß was in der nächsten Zeit passiert. Welche Firmen eventuell Banken pleite gehen usw. Eventuell bleiben die Kurse auch über Jahre auf dem Niveau oder fallen noch weiter. Wenn du Geld übrig hast, dann kauf nach und stelle deine Asset Allokation wieder her, wenn du kein Cash übrig hast, dann lass deinen Sparplan laufen und fertig ist die Laube.


daily sagt am 01. April 2020

Hallo zusammen, hallo werter Wesir,

nach ausführlicher Lektüre des Finanzwesir 2.0 und anderen Quellen beschäftige ich mich damit mich mal um meine Altersvorsorge zu kümmern.
Es hilft ja alles nix und die Zinsen werden nicht besser. So allmählich wird es ernst und ich stehe vor ein paar Fragen und Unsicherheiten.. :(

Ich bin seit kurzem 38. Einen Notgroschen in Höhe von 6 Monats-Nettogehältern halte ich vor, ebenso einen zusätzlichen Puffer von 5000-6000€ für Urlaube, Kleidung und sonstiges, was mal spontan anfallen kann. In letzteren fliest auch jeden Monat ein kleiner Teil meines Einkommens.
Abzüglich von alledem habe ich noch ca 450€ zur Verfügung, die ich zurücklegen kann. 160€ davon wandern in einen recht lukrativen Prämiensparvertrag den ich nun seit 9 Jahren habe. Der läuft noch bis 2034. Da sich hier schon einiges angesammelt hat stellt das alleine schon mein RK1 dar.

Grundsätlich wollte ich eine Verteilung RK1/RK3 so machen, dass der RK3 immer 100 - meinem aktuellen Alter entspricht. Das heißt momentan wäre das 38/62. Was mein aktuelles verfügbares Geld zum sparen angeht, passt das aktuell schon einigermaßen. Genau wären es 170€/280€.
Allerdings, würde ich eine entsprechende Verteilung meines Vermögens erreichen wollen, müsste ich meinen Prämiensparvertrag kündigen und Geld entnehmen das dann investiert werden soll. Das wäre aber dumm, da der Vertrag verdammt gut ist und dabei ziemlich sicher. Daher würde ich den Rest der RK1-Investitionssumme in RK3 stecken bis hier irgendwann mal das Verhältnis RK1/RK3 passt. Bis dahin gibts vielleicht auch mal wieder Zinsen fürs Tagesgeld...

Bis hierhin würde mich schonmal eure Meinung interessieren? Klingt das plausibel?

Nun zum spannenderen Teil. Ich habe aktuell zusätzlich zu allem genannten noch 10.000 € zur Verfügung die ich investieren will. Aufgrund der aktuellen Kriese würde ich das in zwei Tranchen splitten. Die erste würde ich in den nächsten zwei Wochen investieren wenn der Augenblick gut erscheint. Die zweite in 1-3 Monaten wenn der Gesamtverlauf der Kriese etwas vorhersehbarer wird.

1.000€ von den 10.000€ würde ich gerne gezielt platzieren. Konkret 500€ Microsoft und 500€ Tesla. Allerdings auch Buy&Hold. Ich glaub einfach dran, dass sich das langfristig lohnt. Und die 1000€ verkrafte ich im schlimmsten Fall auch. Ich denke aber nicht, dass Microsoft jemals Konkurs geht. Tesla ist da wackliger.

Die restlichen 9000€ sollen in zwei ETFs wandern. 70% MSCI World und 30% MSCI EM, also der Klassiker. Ich bin bei Comdirect und habe da jetzt auch mein Depot. Ich würde die ETFs gerne als Sparplan laufen lassen und zwar thesaurierend. Nun kommen wir zu einem Problem das ich habe.. Und zwar stecken in MSCI World und EM auch die schönen Waffenfirmen und Zulieferer. Und nach Möglichkeit würde ich die gerne ausklammern. Nur leider ist das mit Sparplan extrem schwierig, auch wenn es entsprechende ETFs gibt.

Für den MSCI World habe ich folgende gefunden:

  • UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-dis
  • UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-acc
  • Amundi Index MSCI World SRI UCITS ETF DR (C)

Der erste ist sparplanfähig, > 100Mio, und älter als 5 Jahre. Allerdings eben ausschüttend. Und das will ich ja eigentlich nicht weil der zinseszinseffekt rausfällt, Steuern draufkommen und ich den Rest händisch reinordern müsste.
Der zweite ist NICHT sparplanfähig, > 100Mio aber auch sehr jung. Dafür thesaurierend. Vor allem der fehlende Sparplan nervt. Und der dritte ist im wesentlichen wie der zweite, nur sparplanfähig.
Was alle drei aufgrund des Indexes gemein haben ist das im Vergleich zum richtigen World (>1600) nur 392 Aktien drin stecken. Ich weis nicht wie ich das finden soll.

Beim MSCI EM sieht es nicht viel besser aus:

  • iShares MSCI EM IMI ESG Screened UCITS ETF USD (Acc)
  • iShares MSCI EM SRI UCITS ETF

Das gute: Beide gibts als kostenlosen Sparplan. Der zweite erfüllt im Grunde auch alle Bedingungen. >100Mio, älter als 5 Jahre, sparplanfähig usw. Allerdings stecken hier auch wieder nur 165 Aktien drin. Im ersteren hingegen sind es 2935 Aktien. Der ist aber erst 1,5 Jahre alt...

Ich bin da zugegeben etwas ratlos. Bei den bei Comdirect sparplanfähigen ETFs ist die Auswahl in dem Bereich recht dünn.. Aber kein Sparplan bedeutet viel höhere Gebühren und wesentlich mehr Aufwand. Insgesamt bin ich mir auch nicht sicher, bzw. in der Lage zu beurteilen, inwiefern das fehlen von Größen wie z.B. Boeing sich auf die Diversizität bzw. Stabilität des Portfolios auswirkt. Und natürlich auch ob mein in meinen Augen genialer Plan auch für andere schlüssig wirkt.

Das war jetzt ziemlich viel, aber hat dennoch vlt. jemand ein paar Erfahrungen oder Ratschläge hierzu mit denen er mir weiterhelfen kann?

Viele Grüße
Marco


Marco K. sagt am 01. April 2020

Hi zusammen,

ich beschäftige mich auch gerade mit dem Thema Altersvorsorge. Hab auch schon viel gelesen, u.A. den Finanzwesir 2.0. Nun beschäftigen mich aber noch so ein paar kleinere Grundprobleme bevor es richtig losgehen kann.
Meine Fragestellung ist recht umfangreich und sprengt hier vermutlich den Rahmen des Kommentarbereichs. Eine Art Forum konnte ich hier leider nicht finden. Gibt es dahingehend vielleicht einen Tip wo man als Einsteiger auch umfangreichere Fragen stellen kann und einem auch geholfen wird?
Ich hab zwar schon mal in der "Finanztip-Community" gefagt, aber die Resonanz ist eher nicht vorhanden.. (https://community.finanztip.de/thema/7251-feedback-zu-anlageplan-waffenfreie-et-fs-im-sparplan)

Wo tummeln sich denn erfahrungsgemäß hilfsbereite Nachwuchswesire?


Eva Brauckmann sagt am 01. April 2020

Hallo zusammen,

Home Office funktioniert überraschend gut, wenn nicht gerade die Kids die Videokonferenzen hijacken. Ich war auch immer von der Fraktion: Konzentriert durcharbeiten, dafür wieder früher heim und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Davon haben wir ja jetzt sehr viel. Das ist schön aber auch ganz schön anstrengend. Home Office ist jedenfalls nicht für jeden was. Und es klappt natürlich nicht bei jedem Job. Zumeist hilft Home Office jedoch, Arbeit und Familie besser zu vereinbaren. Ein riesiger Vorteil, der hoffentlich in Zukunft mehr genutzt werden kann.


Smartinvestor sagt am 02. April 2020

Toller Werbeslogan für Trendfolger:

Warum machen die das - sind die alle blöd?
Nee, die "müssen"...

...den kleinen Riestersparern sogar das Geld aus der Tasche ziehen. Aber wofür nur? Na klar, um die reinen Alpha-Erträge für die Trendfolger zu erzeugen. Und das sogar mit gesetzlicher "Garantie"!

Da beschwer sich nochmal ein MF-Basher - frei nach Kosto - dumm und frech, dass "reine Alpha"-Erträge nicht garantiert wären, auch wenn sonst keine Erträge garantiert sind. Aber Frechheit siegt bekanntlich. Denn was ist sicherer als eine gesetzliche Garantie auf Basis unendlicher Dummheit der Beteiligten, die offensichtlich alle nicht wissen, was sie tun?? Dümmer geht nümmer. Das ist die allerbeste Voraussetzung für "reines positives Alpha." :-D

Herzlichen Dank @Joerg! "You really made my day." Schade nur, dass du diese Garantie selber so gar nicht nutzt und anderen überlässt. Solche Erkenntnisse sind doch offensichtlich bares Geld Wert. Denn das "muss" beim Riestern und sicher bei vielen, vielen anderen institutionalisierten Denk- und Verhaltensfehler sogar auf die Straße gekippt werden.

Wie wäre es z.B. mit diesen amtlich verordneten Fehlern, die schon lange vermutet wurden:

Whistleblowers silenced by China could have stopped global coronavirus spread

Diese kleinen Fehler aller Beteiligten werden vermutlich gigantische globale Verwerfungen auslösen, wenn sie sich bestätigen, und damit Alpha-Potenziale schaffen, die die vom hart Ersparten der kleinen Riester-Sparer geschaffenen Potenziale zu Peanuts schrumpfen lassen.

Ist das nicht der reine A L P H A - W A H N S I N N ?!! (nicht als Bashing gemeint!)

Selbst mir war dieses wahrhaftige Königsprinzip institutionalisierter reiner positiver Alpha-Produktion, wie am Fließband, bislang nicht bewusst.
Und das obwohl ich selber schon mehrfach nur wegen meiner offenen Art und Weise authentischer Quer-Denkerei kaltgestellt wurde. Aber wie sollen solche zuverlässigen Erträge - nur aus vermeintlichen Nullsummenspielen? - denn sonst erzeugt werden? Natürlich muss es dafür sehr ergiebige Quellen gegen, wie diese hier.

Also bitte KEINE Sorgen wegen ausgehender Alpha-Ertragspotenziale. Die sind bei solchen "Garantien" nun wirklich völlig unnötig.

Smarte Investor-Grüße ;-)


Smartinvestor sagt am 02. April 2020

Toller Werbeslogan für Trendfolger:

Warum machen die das - sind die alle blöd?
Nee, die "müssen"...

...den kleinen Riestersparern sogar das Geld aus der Tasche ziehen. Aber wofür nur? Na klar, um die reinen Alpha-Erträge für die Trendfolger zu erzeugen. Und das sogar mit gesetzlicher "Garantie"!

Da beschwer sich nochmal ein MF-Basher - frei nach Kosto - dumm und frech, dass "reine Alpha"-Erträge nicht garantiert wären, auch wenn sonst keine Erträge garantiert sind. Aber Frechheit siegt bekanntlich. Denn was ist sicherer als eine gesetzliche Garantie auf Basis unendlicher Dummheit der Beteiligten, die offensichtlich alle nicht wissen, was sie tun?? Dümmer geht nümmer. Das ist die allerbeste Voraussetzung für "reines positives Alpha." :-D

Herzlichen Dank @Joerg! "You really made my day." Schade nur, dass du diese Garantie selber so gar nicht nutzt und anderen überlässt. Solche Erkenntnisse sind doch offensichtlich bares Geld Wert. Denn das "muss" beim Riestern und sicher bei vielen, vielen anderen institutionalisierten Denk- und Verhaltensfehler sogar auf die Straße gekippt werden.

Wie wäre es z.B. mit diesen amtlich verordneten Fehlern, die schon lange vermutet wurden:

Whistleblowers silenced by China could have stopped global coronavirus spread

Diese kleinen Fehler aller Beteiligten werden vermutlich gigantische globale Verwerfungen auslösen, wenn sie sich bestätigen, und damit Alpha-Potenziale schaffen, die die vom hart Ersparten der kleinen Riester-Sparer geschaffenen Potenziale zu Peanuts schrumpfen lassen.

Ist das nicht der reine A L P H A - W A H N S I N N ?!! (nicht als Bashing gemeint!)

Selbst mir war dieses wahrhaftige Königsprinzip institutionalisierter reiner positiver Alpha-Produktion, wie am Fließband, bislang nicht bewusst. Und das obwohl ich selber schon mehrfach nur wegen meiner offenen Art und Weise authentischer Quer-Denkerei kaltgestellt wurde. Aber wie sollen solche zuverlässigen Erträge - nur aus vermeintlichen Nullsummenspielen? - denn sonst erzeugt werden? Natürlich muss es dafür sehr ergiebige Quellen gegen, wie diese hier.

Also bitte KEINE Sorgen wegen ausgehender Alpha-Ertragspotenziale. Die sind bei solchen "Garantien" nun wirklich völlig unnötig.

Smarte Investor-Grüße ;-)


Marry sagt am 02. April 2020

@Lamy

Ich bin zwar weit entfernt davon der/ein Finanzwesir zu sein, aber nach allem was ich hier bisher gelesen habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass er es befürwortet einen Kredit aufzunehmen um im Risikobereich zu handeln. Vor allem als Anfänger. Hier ein Podcast zu Thema Schulden: https://www.finanzwesir.com/blog/podcast-finanzwesir-rockt-folge-5-schulden


Altsparer sagt am 02. April 2020

Hallo zusammen,

zuerst vielen Dank an den Finanzwesir für seine logischen Kommentare und Erläuterungen.
Da ich nicht mehr der Jüngste bin, komme ich mit den ganzen Blogs etc. nicht mehr so gut zurecht, lesen geht aber noch. Nach meinem ersten Sparbuch 1959 und Gewinnen und vor allem Verlusten in diversen Bankgeschäften, die sehr oft blauäugig erfolgten, läpperte sich doch Erfahrung und Ertrag zusammen, alles auf Basis Selbsterfahrung. Wirkliche Beratung oder Blogs gabs damals noch nicht.

Nun, im Corona-gefährdeten Alter halte ich nur noch einen kleineren Teil in ETFs, das Meiste jedoch in Cash. Wenn ich aber an die Prognosen von Dr. Krall denke, sollte ich da aber etwas unternehmen. Die Frage ist nur was?
CHF, USD, oder gar Singapur oder Georgien??? NOK oder Rubel halten auch nicht, was sie versprachen. Oder etwa Renmimbi?
Wer traut sich dazu fundierte Aussagen zu machen, Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Gut gefallen hat mir als angesprochene Gruppe, da viel Wahrheitsgehalt, nachfolgende, oben angeführte Feststellung:

Corona-Krise: Jetzt Aktien kaufen? Holger von Zendepot ist Arzt und Investor. Holger der Investor sagt: "Geh’ einkaufen. Unbedingt!"

Holger der Arzt sagt:

"Wer hingegen weiterhin ungerührt in die Arztpraxen stiefelt, häufig wegen Bagatellen, sind Patienten aus der Generation 65+.  
(Ich höre das auch von Kollegen aus anderen Fachrichtungen.)  
Also genau die Risikogruppe, wegen der wir das ganze Theater der "sozialen Distanzierung" überhaupt veranstalten!"  

Der Finanzwesir meint: Meine Highlights: Der ältere Herr, der es ganz genau auf DIESES spezielle Stück Fleisch abgesehen hatte und der daraufhin von der Fleischfachverkäuferin angebrüllt wurde: "Abstand halten".
Die Verkäuferin war Profi. Die war nur zu 20 % angepisst. Zu 80 % war der Schalldruck nötig, um Hammer und Amboss im Ohr des Herrn soweit zum Schwingen zu bringen, das er’s akustisch verstand. Der Rest seines Körpers war in nur unwesentlich besserer Verfassung.
Und dann war da noch die alte Dame, die ihr Beatmungsgerät im Rollator vor sich her schob.

Ich fühle mich nicht betroffen, obwohl ich wahrscheinlich schon weit drüber bin.

Allen liebe Grüße und viel Erfolg in Zukunft,
der Altsparer (der um Nachsicht bittet, wenn er hier nicht alles richtig machte)


SomeOne sagt am 02. April 2020

@Finanzuguru41

ja du hast recht die Webseite von garnixoderguru ist nun offline... Hmmm irgendwie komsich.... !

Any guess?


Bergfex sagt am 03. April 2020

ET HÄTT NOCH EMMER JOOT JEJANGE

Stimmt nicht ganz.
Im WK2 hätt es nicht joot jejange!


Moabeat sagt am 06. April 2020

@Lamy

Die meisten Finanzblogger aus der Finanzwesir-Ecke sind grundsätzlich gegen Investieren auf Kredit. Ich selbst folge mittlerweile Ayres/Nalebuff (http://www.lifecycleinvesting.net) darin, dass durch Hebelung in jungen Jahren mit immer weiter abnehmender Tendenz hin zum Ruhestand das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios auf lange Sicht relativ deutlich positiv verschoben wird.

Ich habe selbst daher gerade Kredit diesbezüglich aufgenommen.

Beste Grüße


Andrea Ge sagt am 13. April 2020

@Robert Michel

welche "Options-Schreiber" meinst Du?


ChrisS sagt am 14. April 2020

@ Lamy

meine erste Spontan-Reaktion auf solche Fragen:

Wenn du es noch (z.B. vom eigenen Wissens- oder Psychologie-Level her) nötig hast, andere zu fragen ob das "empfehlenswert" ist, dann bist du selbst jedenfalls noch nicht bereit dazu und solltest das mit dem Kredit bis dahin lieber bleiben lassen.

Wenn du hier schon etwas öfter/länger mitliest, sollte dich eigentlich auch nicht überraschen, was denn die zu erwartende "Hausmeinung" des Wesirs zu Wertpapierkäufen auf Kredit, gerade für Anfänger, sein wird - und wenn du dir die Meinung des Wesirs noch nicht vorstellen kannst, würde ich lieber empfehlen, erstmal noch ein bischen weiter einzulesen.
"Empfohlen" wurde sowas jedenfalls hier nie, eher das Gegenteil.

Und selbst wenn wir es auf die undogmatische Tour versuchen (den Kredit also nicht gleich a priori ablehnen aus keinem besseren Grund als nur das sture "das macht man nicht!"), bleiben da erstmal mehr Fragen als Antworten.

Von was für einer Kredit-Art reden wir z.B. überhaupt genau? Je nach dessen Modalitäten gestalten sich ja auch die jeweiligen "Failure Points" etwas unterschiedlich. Wenn es z.B. ein "einfacher" Ratenkredit ist (was mir bei dem angegebenen Zinssatz ja eher weniger realistisch erscheint) musst du halt fähig sein, die Raten dauerhaft liefern zu können (hast dann quasi nen umgekehrten "zwangs"-Sparplan), also wie hoch wäre die Ratenhöhe im Vergleich zu deinem frei verfügbaren Netto-Einkommen? Und wären die Raten auch noch stemmbar, wenn sich dein Einkommen mal z.B. halbiert (die aktuelle Krise sollte die Leute ja auch wieder ein bischen dafür sensibilisiert haben das viele Jobs doch nicht so "sicher" sind wie vielleicht gedacht) oder ganz ausfällt?

Oder wenn es tatsächlich ein "richtiger" expliziter Wertpapierkredit ist (die 1,25 % erinnern mich z.B. spontan an die aktuellen Verleihkonditionen von Degiro, hab ich recht?), rechne dir z.B. mal aus wie tief das Depot dann noch fallen darf (sowas selbst wissen/ermitteln zu können ist ja wohl das mindeste, was man von jemandem fordern darf, der sich auf diese Sache einlassen will), bis tatsächlich mal die Margin callen würde, also du in die Nachschusspflicht kämst, und ob dieses Level deiner Risikotoleranz (z.B. psychologisch, ohne nervös zu werden) und Risikotragfähigkeit (z.B. finanziell, du wärst gut in der Lage, eventuelle Nachforderungen bedienen zu können) entspricht, und wenn nicht, dann die Leverage eben entsprechend runterzufahren. Ist dann zwar nicht mehr der allzu aufregende "Renditeturbo", aber haja, darum ging es uns ja auch nicht, oder ? ;-)

@Kai

Ist mein Verständnis von einem ausschüttenden ETF überhaupt richtig?

Nee da scheint noch etwas Klärungsbedarf zu bestehen. Ich würde dir raten, dich erstmal in Ruhe noch ein bischen einzulesen. Beim Finanzwesir gibt es z.B. schöne Übersichtsseiten über die wichtigsten Grundlagenartikel
https://www.finanzwesir.com/specials/geldanlage-grundwissen
https://www.finanzwesir.com/specials/etf-fonds-passiv-geld-anlegen
oder auch laienverständlich die Erklärserie von JustETF
https://www.justetf.com/de/academy/

Mal eine ganz dumme Frage. Ich habe verstanden, dass bei einem ausschüttenden ETF Gewinne in regelmäßigen Abständen (z.B. einmal im Jahr) an mich ausgezahlt werden. Was passiert nun, wenn der ETF Verluste macht? Muss ich dann Geld nachzahlen?

Die "Gewinne", die ein ETF machen kann, kommen prinzipiell in zwei Arten daher. Das eine sind "Kurs"gewinne. Du hast deinen ETF bspw. mal zu einem Anteilspreis von 100€ gekauft. Nach nem Jahr später steht er nun bei 120€. Die 20€ wären also quasi dein "Gewinn" (wenn du jetzt wieder verkaufen würdest). Das andere sind "Ausschüttungen". Die werden vom Kurswert abgezogen. Würde der ETF bspw. 5 % ausschütten, wären das 5 € (abzgl. evtl. Steuern wenn über Sparerfreibetrag) die dann auf deinem Verrechnungskonto landen, und der ETF-Wert im Depot würde danach auf 95 € sinken. (nur um dem typischen Anfängermissverständnis zuvorzukommen, Ausschüttungen würde es von irgendwo anders her "extra on top" noch geben). Beides zusammen, Kursentwicklung und Ausschüttung, ergibt dann deine jeweilige "total return" Gesamtrendite.

Angenommen ich kaufe jetzt für 1000 € ETFs auf den MSCI World. Ein Jahr später ist der Kurs um 5 % gestiegen. Also bekomme ich 50 €.

Wenn der Kurs um 5 % gestiegen ist, wird dir im Depot erstmal nur angezeigt, dass dein Gesamtwert eben 1050 € beträgt. Du "bekommst" (i.S.v. cash überwiesen) davon erstmal noch garnichts, sondern würdest das erst bei einem Verkauf "realisieren". Wie gesagt, ich glaub du verwechselst das mit den "Ausschüttungen"

Noch ein Jahr später ist der Kurs um 3 % gefallen. Muss ich dann 30 € nachzahlen?

Nein musst du nicht. Im Depot würden die ETFs dann halt mit einem Wert angezeigt, der 3 % geringer als der Vorjahreswert ist, nichts weiter.

@daily / Marco. K.

Ich kommentier mal nicht deine Einzelaktien und deine allgemeinen privaten Informationen, weil das relativ irrelevant ist, und beschränke mich mal auf die spezielle Frage bezüglich der Auswahl der "nachhaltigen" ETFs.

Der erste ist sparplanfähig, > 100Mio, und älter als 5 Jahre. Allerdings eben ausschüttend. Und das will ich ja eigentlich nicht weil der zinseszinseffekt rausfällt, Steuern draufkommen und ich den Rest händisch reinordern müsste.

Die Ausschüttung hat erstmal nichts mit dem zu tun, was umgangssprachlich so als "Zinseszins-Effekt" zu tun hat (selbstreferenzielles Wachstum), also nur falls das glaubst. Was natürlich stimmt ist, dass wenn man die Ausschüttungen nicht auch wieder mit reinvestieren würde, das weitere Wachstum etwas abschwächen würde (es würde aber natürlich auch trotzdem weiterwachsen, nur halt etwas weniger), von daher ist natürlich allen geraten (die auf die Ausschüttungen grad nicht angewiesen sind) zu reinvestieren, und wenn man das eh schon machen würde sind thesaurierende Produkte natürlich bequemer. Wie "aufwändig" man das nachordern empfindet, ist natürlich individuelle Typsache (man könnte z.B. auch manuell die Sparrate jeweils um den Ausschüttungsbetrag anpassen), achja und was die Steuern angeht, die solltest du jetzt erstmal noch nicht überschätzen, in den Depotniveaus von denen bisher die Rede war (und du hast ja sicher eh noch SFB offen, oder?) wird das erstmal ne ganze weile noch nicht wirklich relevant sein.

Der zweite ist NICHT sparplanfähig, > 100Mio aber auch sehr jung. Dafür thesaurierend. Vor allem der fehlende Sparplan nervt. Und der dritte ist im wesentlichen wie der zweite, nur sparplanfähig.

"Jung" ist kein nützliches Kritikargument, denn ETFs werden nicht geschlossen, weil sie "zu jung" oder so sind, ETFs werden nur aus einem Grund geschlossen, weil sie (im Ermessen des Betreibers) zuwenig Anlagegeld einsammeln haben können. Ein ETF, der schon 500 Mio AUM hat, aber "nur" 1 Jahr alt ist, ist deshalb nicht zwingend schlechter als ein ETF der "schon" 5 Jahre existiert, aber nur 50 Mio AUM eingesammelt hat.

Was die Sparplanfähigkeit angeht, haja, das ist halt die Kehrseite des bequemen Automatismus, man ist ein bischen "friss oder stirb" an das jeweilige Angebotsspektrum des Brokers gebunden. Wenn dir Sparplanfähigkeit so wichtig ist (dass du z.B. nicht auch selbst von hand ordern wollen würdest), du aber auf der anderen Seite auch unbedingt spezifische "Wunsch-ETFs" haben willst, kannst du vielleicht ja auch über einen anderen Broker nachdenken. Ich weiß, ohje, schon wieder "Aufwand" (aber haja, man muss halt immer irgendwo Kompromisse eingehen und in Vorleistung gehen wenn alles andere so wie gewünscht sein soll), aber mal ehrlich, bei lichte betrachtet kriegt jeder halbwegs kompetente Erwachsene ne Depoteröffnung heutzutage online in 15 Minuten hin, plus Videoident muss man nicht mal mehr raus :-) Vielleicht gibts anderswo ja deine Wunsch-ETFs besser im Angebot.

Oder natürlich man lässt es mit der "Nachhaltigkeits"-Fixierung ganz bleiben, dann eröffnet sich einem das viel breiter ausgebaute Angebot an "normalen" ETFs. Das ist natürlich am Ende eher mehr ne individuelle philosophische Debatte, aber ich halte von so "nachhaltigen" Anlagen eh eher weniger, bzw. das ist vor allem mehr ein persönliches psychologisches Placebo, denn realistisch betrachtet tun die popeligen paar Sparkröten, die man nun in ETF X oder Y steckt (um sie den "bösen" Unternehmen vorzuenthalten und sie damit zu "bestrafen") die Needle in der Welt nicht wirklich moven oder shaken, viel effektiver ist es wenn man sich lokal für einen guten Zweck engagiert, da sieht man auch vielleicht noch viel eher was man tatsächlich erreicht.

Was alle drei aufgrund des Indexes gemein haben ist das im Vergleich zum richtigen World (>1600) nur 392 Aktien drin stecken. Ich weis nicht wie ich das finden soll. [...] Alledings stecken hier auch wieder nur 165 Aktien drin. Im ersteren hingegen sind es 2935 Aktien [...] Insgesamt bin ich mir auch nicht sicher, bzw. in der Lage zu beurteilen, inwiefern das fehlen von Größen wie z.B. Boeing sich auf die diversizität bzw. Stabilität des Portfolios auswirkt.

Was die geringere Unternehmensanzahl angeht... das ist doch im Endeffekt genau das, was du wolltest, oder wie hast du gedacht, dass die "nachhaltigen" ETFs sonst funktionieren? Nur die "guten" (Unternehmen) kommen ins Töpfchen, die "schlechten" ins Kröpfchen. Und da jedes internationale Großunternehmen irgendwo mehr oder weniger Dreck am Stecken hat, bleiben mitunter - je nachdem wie "ernst" man seine moralischen Maßstäbe dabei überhaupt nimmt - nicht mehr viele übrig. Wasch mich, aber mach mich nicht nass, das gibts halt nicht. Siehe wie oben ja auch, investieren ist halt immer nur eine Abwägung verschiedener Kompromisse.

Was die "Diversizität und Stabilität" des Portfolios angeht, nunja, das wichtigste ist erstmal zu verstehen das Diversifikation eigentlich kein Selbstzweck an sich ist (viele Anfänger haben da noch zu naive "mehr = besser" Vorstellungen), sondern nur bestimmten Zielen dienen soll. Ein primärer davon ist z.B. Risikoreduktion, und da kannst du selbst mal nachschauen, ob sich die nachhaltigen ETFs in den relevanten, objektiv messbaren Kennzahlen wie z.B. Volatilität oder Drawdown von ihren "normalen" Benchmarkprodukten signifikant unterscheiden. Spoiler, tun sie eigentlich nicht wirklich, das Depot wird also nicht zwangsläufig messbar "instabiler", weil jetzt z.B. "nur" noch 400 (statt 1600) Unternehmen im World sind. Obs großartig "besser" sein wird, kann man natürlich auch nicht sagen, die einzelnen Jahresrenditen unterscheiden sich natürlich immer wieder zufällig mal ein paar Prozente plus und minus jeweils, aber wir betreiben das nachhaltige Investieren ja eh aus moralischen Gründen und nicht nur aus schnöden Performance-Chasing, oder ? ;-)


ETFischer sagt am 14. April 2020

@Kai

Dein Verlustrisiko bei den üblichen ETFs ist auf den Kaufpreis beschränkt - im Prinzip funktioniert es wie bei normalen Aktien eben auch.

@MatthiasK

Ich finde schon, dass man auch aus den Pleiten etwas lernen kann. Ab und an hat man ja so eine scheinbar geniale Idee nach dem Motto "warum ist da bisher keiner drauf gekommen?" Leider stelle ich dann meist fest, dass schon viele andere die Idee vor mir hatten und die Idee leider irgendeinen Haken hat, so dass der Ansatz eben unsinnig/nicht rentabel ist. So ein Kursrückgang + anstehende Jobverluste wie aktuell sind immer eine gute Erinnerung, warum man überhaupt Puffer braucht.

@Lamy

Aktien auf Kredit sind wirklich eine dämliche Idee. Jeder sollte sich mal mit den Börsenkursen von 1929-1932 beschäftigen, gerade in Bezug auf die anstehenden Jahre. Es gibt dazu einen Finanzwesir-Post von 2015: "Machen Sie doch mal eine Feuerübung mit Ihrem Geld". Dort sind auch prozentualen Jahresverluste des S&P500 vermerkt.


Timo sagt am 15. April 2020

@Kai

Ist mein Verständnis von einem ausschüttenden ETF überhaupt richtig?

Kurz gesagt: Nein!

Ein ETF legt (für dich) in Aktien an. Wenn du Anteile erwirbst, stellst du dem Anbieter Geld zur Verfügung, mit dem dieser Aktien kauft. Somit erwirbst du Anrecht an den Gewinnen dieser Aktien. Diese Aktien zahlen (zum Teil) Dividenden (=Gewinnbeteiligung). Da du ETF Anteile hast und dieser ETF die Aktien hält und somit die Dividenden ausgezahlt bekommt, hast du jetzt gegenüber dem ETF Anbieter ein Anrecht auf deinen Anteil der Dividenden.

Jetzt gibt es zwei Modelle. Der thesaurierende ETF nimmt diese Dividenden und kauft davon direkt wieder die Aktien des ETF. Du erhälst damit kein Geld, aber dein ETF Anteil verbrieft jetzt mehr Aktien.
Der Ausschüttende ETF sammelt diese Dividenden und gibt diese an dich weiter.

Unabhängig(!) davon schwankt der Kurs des ETF mit den Kursen der enthaltenen Aktien.


Karl sagt am 16. April 2020

Hallo Marco,

das sieht doch eigentlich alles schon ganz gut aus. Die Sorge, dass in deinen ETF zu wenige Firmen drin sind, hätte ich an deiner Stelle nicht - das ist ja gerade ein Zeichen, das der ethische Anspruch zumindest halbwegs ernst genommen wird, wenn viele Firmen aussortiert werden. Schau doch mal im Factsheet nach, wie viel Prozent am ETF das größte vertretene Unternehmen ausmacht. Wenn dir das zu viel ist, musst du dich nochmal nach einer anderen Lösung umschauen, aber eigentlich ist man mit einer dreistelligen Zahl an Firmen die aus unterschiedlichen Branchen und Ländern kommen, auch schon sehr gut diversifiziert.


Max Alpha sagt am 16. April 2020

@Mobeat

Welche Art von Kredit hast Du denn aufgenommen?

Die günstigste Variante dürfte ja ein Hypothekendarlehen sein. Aber das Haus beleihen um dann spekulieren zu können? Wäre für mich kein Ansatz. Bei einem Verbraucherkredit liegt man doch vermutlich derzeit bei rund 3,5 %. In meinen Augen macht da die Spekulation kaum noch Sinn.
Da müsste man ja schon gewaltige Kredite aufnehmen und bedienen, um aus der Zinsdifferenz Summen zu generieren, die einem im Alter wirklich weiter helfen.

Gruß
Max Alpha


Max Alpha sagt am 16. April 2020

Besser Bloggen statt Arbeiten gehen!
Zugegeben: Die Überschrift ist etwas ungezogen.
Googelt mal
„Finanztipps extra für Frauen“

Da stoßt Ihr auf einen Beitrag zu Madame Moneypenny in der FAZ. Sie hatte in 2019 rund 200 Kundinnen für ein 2.000,- EUR Seminar. Aber hallo! Zieht 3,5 EUR für den Kaffee ab, 2,5 für Block und Kulli, 15EUR für die Saalmiete, der Rest ist Gewinn. Hut ab!
Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich möchte wissen, was dort geboten wird. Ich möchte aber nicht zahlen, soweit reicht meine Neugierde nicht. Mir wird aber langsam klar, weshalb in der letzten Zeit Finanzblogs aus dem Boden schießen.

Gruß
Max Alpha


Moabeat sagt am 16. April 2020

@Max Alpha

Ich habe einen Kredit aufgenommen, den ich mit einer Grundschuld besichert habe. Der Kredit läuft erst einmal über 5 Jahre, ich kann mir aber gut vorstellen ihn danach noch einmal um fünf Jahre zu verlängern.

Ich hatte mir irgendwann mal in meine Strategie geschrieben, dass ich bei 30% Kursrutsch einen Kredit in Höhe von 5% meines Depotwertes aufnehmen und in Standard-ETFs stecken würde. Damals ging es mir vor allem darum potenziellen Aktionismus in der Krise in Richtung 'weiter rein' anstatt zu 'irgendwie raus' zu lenken. Auch wenn ich jetzt gar keinen echten Drang verspürt habe, wollte ich den damals gefassten Plan doch umsetzen.


Moabeat sagt am 17. April 2020

@Max Alpha

Ich habe einen mit einer Grundschuld besicherten Kredit aufgenommen.

Ich hatte mir vor ein paar Jahren in meine Finanzverfassung geschrieben, dass ich bei einem Drop von 30% einen Kredit aufnehmen und breit in den Aktienmarkt investieren würde. Ziel dahinter war jedoch weniger die Gewinnmaximierung, sondern eher die Befriedigung des von mir erwarteten Aktionismus im Crash. Die Idee war lieber auf Kredit nachzukaufen als irgendetwas zu verkaufen.

Nun hat mich der Drop der letzten Monate doch ziemlich kalt gelassen, so dass ich zu einem späteren Zeitpunkt überlegen werde, ob es diese Pille in der Zukunft noch braucht.


Marvin sagt am 17. April 2020

@MaxAlpha:
Auch wenn ich Madame Moneypenny kritisch sehe (ich habe übrigens fast ihren kompletten Podcast gehört), muss man doch fair bleiben: Die 2000€ waren nicht für ein Seminar mit Kaffee und Saalmiete sondern für ein 8-wöchiges Mentoring. Leider gibt es wohl viele, die der auch von Natasha progierten Meinung zustimmen: "Was nichts kostet, ist nichts wert". Wer am Ende nur mit einem ETF Sparplan rausgeht hat sein Geld wirklich verschwendet.


Mattthias K sagt am 17. April 2020

@ Moabet

zur Abhärtung kann man sich auch Bitcoins in Portfolio legen. Die schwanken derart, das Du entweder nach ein paar Wochen die Flucht ergreifst, oder lebenslang immun gegen solche Schwankungen bist. Du glaubst nicht, wie stoisch man den Buchverlust im Wert eines Kleinwagens hinnehmen kann, wenn man sowas 5x im Jahr mitmacht^^

Ansonsten hilft mein Nachrichtenfilter. Ich schaue mir meine Kurse nur 1x im Monat an. Egal was da draußen abgeht. Dann gibt es auch keinen Drang, irgendwas tun zu müssen. Einzige Ausnahme: Ich bekomme eine Benachrichtigung, wenn der „Angstindex“ des S&P 500 einen bestimmten Level überschreitet. Das heißt dann in der Regel, das da draußen das „Blut auf der Straße klebt“ Da bieten sich dann oft gute Gelegenheiten...


Max Alpha sagt am 18. April 2020

@Marvin

Stimmt schon, ich habe das ein bisschen überzeichnet.
Den Podcast habe ich mal versucht, aber sehr schnell abgebrochen. Ich erinnere mich schwach an eine Folge zur Altersvorsorge, in der einem ein wahnsinnig hohes Alter prognostiziert wurde und gleichzeitig eine sehr geringe Aktienquote im Alter empfohlen wurde. Das fand ich persönlich widersinnig. Auf dem Blog habe ich mich mal ziemlich über einen Artikel geärgert, in dem davor gewarnt wurde, in das Pantoffel-Portfolio der Stiftung Warentest zu investieren. Die Begründung war, wenn ich mich recht erinnere, dass dort weder Rohstoffe noch Immobilien enthalten wären.

Gut gefielen mir hingegen Hinweise auf Tools wie Trello (kannte ich vorher nicht und nutze es nun ganz gerne) und das Design, mit einfachen Mittel unglaublich ansprechend. Etwas nervig fand ich die häufigen Hinweise auf Pommes und Grillen ( obwohl sowohl Frittiertes als auch Gegrilltes mag). Aber als dickbäuchiger Glatzkopf mit 50+ zähle ich wohl auch nicht zur Zielgruppe, insofern verwundert einen das nicht. Du hast Recht, man bekommt für die 2000,- EUR schon etwas mehr Aufmerksamkeit, den Kaffe muss man dann aber selbst zahlen wenn ich das richtig verstanden habe? Gruß Max Alpha


Moabeat sagt am 19. April 2020

@Mattthias K:

Bitcoins sind nichts für mich. Ich denke auch, dass ich mittlerweile weiß, dass ich auch mit der zweithöchsten Crashstufe entspannt umgehe.
Fehlt eigentlich nur noch der ultimative Strasstest à la Great Depression, bei dem es dann über Jahre immer und immer weiter auf bis zu -80% runter geht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Dieses Jahr habe ich auf jeden Fall schon gelernt, dass auch ein Kredit im Crash vorbereitet sein will. Dieses Jahr sind mit Antrag, Beurkundung und Eintragung der Grundschuld Wochen ins Land gegangen. Das werde ich in Zukunft anders handhaben, wenn ich mich dafür entscheide die Kreditsache zu wiederholen.


Matthias K sagt am 19. April 2020

@ Moabet

Je nach Kredithöhe und Portfoliogröße käme dann auch ein Wertpapierkredit in Frage. Den kann man Jahre vorher beantragen und dann wie einen Dispo nutzen oder eben nicht.

Aber Kredite sind riskant. Sollte man immer im Auge haben. Worst Case Szenarien von 1929 oder schlimmer, verbunden mit persönlichen Arbeitsplatzverlust sind immer möglich.


ChrisS sagt am 20. April 2020

@ Max Alpha

Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich möchte wissen, was dort geboten wird. Ich möchte aber nicht zahlen, soweit reicht meine Neugierde nicht. Mir wird aber langsam klar, weshalb in der letzten Zeit Finanzblogs aus dem Boden schießen.

Pssst....Ich weiß ja nicht ob du es schon mitgekriegt hast (weils er's erfreulicherweise hier eigentlich nicht allzu penetrant bewirbt, so dass man's durchaus manchmal fast schon vergessen kann), aber auch beim Wesir selbst wird längst schon ähnlich monetarisiert. Hier kostet das 8-stündige Intensivseminar pro Person 749 € (bzw. 599 € wenn schon bis 4 Wochen vor Beginn gebucht).

Das würde bei einer maximalen Teilnehmerzahl von 18 Leuten einen Umsatz von 13.482 € bzw 10.782 € ergeben. Das mit den dreieurofuffzisch für'n Kaffee, zweifuffzisch Block und Kuli, und fuffzehn Euro Saalmiete ist vielleicht auch ein bissel flapsig gemeint, aber egal ob der Wesir nun selbst noch preisgibt, was tatsächlich so alles für Catering, Material, Miete und sonstiges (Fahrtkosten, Organisatorisches, Versicherung, etc.?) noch draufgeht, kann man wohl davon ausgehen, dass davon trotzdem noch am Ende genug übrigbleibt so dass es sich auch "lohnt", dafür mal aller paar Monate für 1-2 Tage quer durch die Republik zu tingeln.

Oder wenn du nicht so auf "Groß"veranstaltungen stehst und lieber das Einzelzimmer mit Chefarztbehandlung willst, kannst du auch ein individuelles Fern-Coaching buchen buchen, entweder die individuelle Beichtstunde für 500 € einmalig, oder ein längeres 5-15 Stunden remote Seelsorge-Programm für jeweils 250 € p.h.

Wenn dich wirklich interessiert, was "dort eigentlich geboten wird", kannst du dir ja in den Liste der "Fragen, die im Seminar/Coaching behandelt werden" einen groben Überblick über die Art der behandelten Themen und Inhalte verschaffen.
Wenn das alles Fragen sind, die du dir schon garnicht mehr stellst bzw. schon deine eigenen Antworten dazu gefunden hast, oder zumindest durch etwas weitere eigene Recherche im Netz etc. bei kostenlosen Ressourcen schon irgendwie noch beantworten könntest, tja, dann wär das nix für dich, du würdest hier bestenfalls bereits bekanntes nochmal wiederholen (das ist zwar auch wertvoll, aber vielleicht nicht unbedingt jedem auch 500-700€ wert).

Nur wenn du dir diese Fragen noch nicht selbst beantworten kannst, aber glaubst dass der Finanzwesir dir die Antworten liefern kann, und du die Verhältnismäßigkeit von beidem (also der "Dringlichkeit" deiner Fragen auf der einen Seite, bzw. wieviel "Kompetenz" du dem FW zuschreibst, sie auch beantworten zu können, auf der anderen Seite) als so "lohnenswert" einschätzt, dass es Sinn machen würde hier das Geld dafür auszugeben.

Das mag für Außenstehende manchmal etwas schwer nachvollziehbar sein, weil da eben jeder seine individuelle Einschätzung dazu hat (also z.B., ob sich der Nutzwert im Verhältnis zu den Kosten lohnt oder eben nicht lohnt), aber allein schon an der Tatsache dass die nächsten Seminartermine schon geplant und buchbar sind, erkennt man dass es da draussen durchaus genug Leute gibt, für die das doch noch ein attraktives Angebot ist welches sie gerne und freiwillig bereit sind anzunehmen, bzw. dass der FW auch genug daran verdient, so dass es sich lohnt dieses Angebot überhaupt anzubieten.

Man kann über die aufgerufenen Preise als Außenstehender, für den solche Angebote nicht relevant sind, ja gern die Nase rümpfen, aber anstatt die "Schuld" (wenn man das als zu hoch bewertet und daraus gleich eine "moralische" Frage machen will) dafür allein im Profitstreben des Veranstalters zu suchen (und was ist prinzipiell so "schlimm" daran?), spiegelt das im Grunde auch einfach nur die Höhe der Zahlungsbereitschaft des potentiell daran interessierten Kundenkreises wider (zu dem man eben nicht gehört, das muss man halt auch akzeptieren anstatt sich immer selbst angesprochen zu fühlen). Würde sich niemand finden lassen, der dafür mehrere hunderte Euros ausgeben wollen würde, wären die Preise auch niedriger (würden auf ein Niveau sinken, an dem sich wieder genug zahlungswillige Kunden finden lassen, gemäß der "Gleichgewichts"-Theorie aus dem Lehrbuch), dass die Preise also so sind wie sie sind ist also nur Ausdruck der Tatsache dass nicht jeder die gleiche Einschätzung zu den Angeboten hat wie vielleicht man selbst. Man kann das selbst für überzogen halten und ist frei, sich daran nicht zu beteiligen, genauso wie eben andere die Freiheit haben, soviel wie sie wollen für Dinge auszugeben die sie eben möchten, egal was man selbst davon hält. Das betrifft ja im Grunde alle möglichen anderen Waren und Dienstleistungen auch, ich halte noch vieles anderes für noch viel mehr überzogen, aber verbieten könnte ichs ja auch niemandem, von daher tangiert es mich nun auch wieder nicht.

Was die Monetarisierung (von bspw. Blogs) im allgemeinen angeht, das ist wohl eine relativ unausweichliche Entwicklung. Wenn du nur mal überlegst wieviel Zeit und Arbeit über die ganzen Jahre in so manche Seiten gesteckt wurden und wieviel (kostenloser, nicht zu vergessen) Content dabei geliefert wurde, na klar wird da über kurz oder lang bei jedem Autor auch der Gedanke kommen, dass man dafür irgendwann auch mal entsprechend "belohnt" werden will. Denn reine "Liebhaberei" oder hochmoralisch-erhabene Ansprüche wie "es geht mir nur um die Verbreitung der Bildung, ich würde ja nie dafür auch noch Geld bekommen wollen..." allein reichen als Motivation meist doch nicht aus um den ganzen Einsatz auch langfristig zu rechtfertigen.

Grad bei Finanzblogs sind die Autoren ja vom persönlichen Typ her auch besonders prädestiniert dafür, denn mit was beschäftigen sie sich überhaupt? Ja mit der Steigerung der Finanzen, und sobald es möglich ist, das nicht nur allein mit den privaten Investitionsanlagen, über die man so schreibt, zu erreichen, sondern quasi das Geschriebene selbst nochmal finanziell verwertbar zu machen (auf verschiedene direkte und indirekte Methoden), dann wird da ja keiner komplett nein sagen, sondern sich mehr oder weniger drauf einlassen, sobald sich die Möglichkeiten dazu ergeben.

Wie gesagt, ob man überhaupt dafür Geld nehmen soll oder "darf", ist ja vielleicht eine recht philosophische Grundsatzdebatte, die aber in unserem existierenden Wirtschafts- und Rechtssystem realpraktisch eigentlich schon soweit beantwortet wurde, dass es müßig wäre darüber noch groß zu diskutieren. Und wenn man eigentlich daran angehängt hinterher nur noch drüber streiten will, wieviel Geld nun auch wirklich angemessen sei für welche Leistung XYZ, dann kommen wir auch nur siehe oben in den Bereich persönlicher Geschmacksfragen, die im Grunde eigentlich nicht der Finanzwesir o.ä. für uns entscheidet, sondern jeder seiner (potentiellen) Kunden schon selbst, eben durch Annahme oder Nicht-Annahme der Angebote.

Das ist auch ein nicht zu unterschätzender Punkt bei der ganzen Sache - damit bspw. ein Finanzblogger überhaupt Geld damit verdienen kann, muss er erstmal in (nicht zu unterschätzende) "Vorleistung" gehen. Man muss über einen längeren Zeitraum hindurch erstmal genügend interessanten Content für umsonst produzieren, der überhaupt genug Leute anzieht, von denen dann hoffentlich (dank der bisher kostenlos bereits demonstrierten "Kompetenz", z.B. beim Beantworten finanzieller Fragen) auch ein Teil davon wiederum überhaupt bereit sind, für Zusatzangebote bezahlen zu wollen. Das darf man halt nie vergessen, den zweiten Schritt wird es nicht ohne den ersten geben, und der erste ist grad das wofür eigentlich immer die meiste Arbeit draufgeht. Und daran "scheitern" auch die meisten Blogs, entweder weil sie zu wenig Content produzierten, oder nicht lang genug, oder weil er eben nicht interessant genug war, dass man sich damit eine Reputation hätte aufbauen könnte die überhaupt die Möglichkeit der lohnenswerten Monetarisierung eröffnet.

Wie man dann konkret monetarisiert, gibts natürlich auch viele verschiedene Wege, wenn dich die Hintergründe genauer interessieren kannst du ja ein Onlinemarketing-Seminar buchen (heh, was ja auch nur wieder ne Monetarisierung ist), fangen wir z.B. mal mit dem einfachsten und direktesten an - Geld für Content. Kennt man ja z.B. von Zeitungswebseiten, bei denen die Hälfte der Artikel hinter ner Paywall versteckt sind. Findet hier relativ wenig bis garnicht statt - alles was du vom Finanzwesir in den Seminaren, Coachings (oder im Buch, was ja auch ne Art Paywall darstellt) erfahren würdest, findest du im Prinzip schon kostenlos in den freien Artikeln hier, entweder direkt (das Buch z.B. besteht zum Großteil auch "nur" aus abgedruckten und etwas überarbeiteten Blogartikeln) oder in komprimierter Form (in den Seminaren werden im Grunde auch "nur" die selben Themen und Inhalte besprochen, zu denen hier eigentlich schon in freien Blogartikeln alle nötigen Antworten geliefert wurden).

Was richtig komplett "neues" oder wirklich "geheimes" zusätzliches erfährst du da eigentlich nicht - das liegt aber nicht unbedingt nur an der Nettigkeit des Finanzwesirs selbst, sondern auch an der Natur der Sache des gewählten Themas ("Passives Investieren mit ETFs") selbst, was eben von sich aus schon relativ transparent, laienverständlich und offen genug ist, dass sich da auch nicht wirklich großartig viele Spezialgeheimnisse noch verstecken oder entlocken lassen können. Das geht z.B. bei Einzelaktien oder derivativem Trading viel besser, da kann man seine Blogs noch mit paywalled Unternehmensanalysen, Aktien-Tips, Börsenbriefen zur aktuellen Marktprognoselage, Strategie-Signalen zum Nachhandeln oder Tradingschulungen (auch so ein guter Bonmot, den ich immer wieder gern bring: "Was ist die einzige sichere Methode, mit Trading auch wirklich zuverlässig Geld zu verdienen?" "Indem man anderen Anfängern gegen Geld anbietet ihnen beizubringen, wie sie mit Trading Geld verdienen!") noch viel besser monetarisieren.

Das einzige was mir jetzt spontan einfällt, was nicht direkt schon im Blog steht aber bspw. im Buch/Seminaren "neu" vorgestellt wird, sind die "Musterdepots". Warum, kann ich mir ja vorstellen - viele Leute interessieren sich halt besonders für solche einfachen und bequemen direkten "Lösungsvorschläge" zum Abschauen vorgesagt zu bekommen (selbst du hattest ja in der Vergangenheit schon nach Depotauszügen hier gefragt, und ich hatte dir ja schon gesagt warum ich von Musterdepots relativ wenig halte), aber allzu "schlimm" find ich das jetzt auch nicht, denn auf dem Blog wurde trotzdem noch schon alles nötige Wissen für umsonst bereitgestellt mit dem sich jeder auch sein eigenes Depot schon zusammenstellen könnte (vgl. Kochrezept vs. Liefernlassen). Wer darüber hinaus noch unbedingt mehrere hundert Euro ausgeben will dafür, dass er vom Finanzwesir nochmal dasselbe vorgesagt bekommt auf das er eigentlich auch alleine beim Bloglesen schon kommen könnte (ACWI/All-World, oder World+EM, oder Regionensplit, dazu RK1-Komponente in persönlich passender Risikotoleranz dazugemischt, viel mehr "Geheimnisse" gibt es da nicht), der soll das eben machen, wenn er sich so besser dran hält.

Ansonsten kann man z.B. noch mit Werbung, Affiliates und Sponsoring etwas Geld auf seinem Blog machen. Das geht hier auch relativ bescheiden zu, bzw. ist kein Vergleich zu manch anderen Blogs bei denen viel penetranter auf die Tube gedrückt wird und die Webseite schon aussieht wie eine blinkende Klingelbude in Las Vegas, oder statt echtem Content nur so Pseudokram geliefert wird wie z.B. "Produkttests" die so geschrieben sind als wären sie komplett nur schnell aus der Marketingbroschüre des Anbieters selbst abkopiert, und das einzig "eigene" daran ist der Provisions-Link den man noch darunter abgeleicht hat. Diese Einnahmen-Arten lohnen sich aber üblicherweise aufgrund der verhältnismäßig relativ geringen Erträge, die man dafür bekommt, alleine nicht wirklich. Seine Serverkosten kann man damit wenns gut läuft vielleicht bezahlen, aber seinen Haupberuf aufgeben und seinen Lebensunterhalt allein damit bestreiten, oder gar reich werden, kann man damit nicht. Das geht, wenn überhaupt, wie gesagt, nur mit eigenen Angeboten und Dienstleistungen, für die man auch die Preise selbst gestalten kann. Entweder über den Weg der Reproduktion (ein Buch, einmal geschrieben, kann hinterher durch Verkäufe potentiell einen vielfachen Wert wiederbringen, welcher auch vom Umfang der ursprünglich aufgewendeten Arbeit unabhängig losgelöst ist) oder über Präsenzveranstaltungen, wo die zu erzielende Marge viel größer ist.

Warum ist jedenfalls "Coaching" (und Seminare, was ja in gewisser Weise auch nur ein komprimiertes Gruppen-Coaching vor Ort ist) so eine attraktive Tätigkeit, dass eigentlich fast jeder größere Finanzblog, sobald nur genug potentielle Kunden dafür zusammenkommen, sowas anbietet? Naja, eigentlich wirkt die Frage mit einem Blick auf die dabei aufgerufenen zu erzielenden Preise ziemlich trivial und selbstbeantwortend, aber dazu kommt eben auch, was genauso wichtig ist, dass es keine formalen Eintrittshürden gibt, die einem den Zugang zu dieser Tätigkeit verwehren. Auf deutsch, es braucht keine Ausbildung oder Qualifikation, um als "Coach" für irgendetwas aufzutreten, das ist kein geschützter Begriff und so ziemlich jeder könnte seine Dienstleistung als sowas anbieten, wenn er nur genug zahlungswillige Kunden findet. Solang man nichts justiziables verunfugt (siehe, sobald es wirklich "ernst" wird, also z.B. um echte Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung geht, müssen die "Coaches" auch abwinken, nicht nur wegen der Verklagbarkeit, sondern weil es am Ende ehrlicherweise meist doch eh auch nur mehr oder weniger erfahrene Laien sind und keine richtigen Fachspezialisten, ihnen also oft auch einfach die tatsächliche Kompetenz dazu fehlt), steht und fällt das ganze eigentlich nur noch mit der Fähigkeit, zahlungswillige Kunden dafür zu finden, was wie oben beschrieben eigentlich nur eine Folge des Reputationsaufbaus ist.

Du und ich könnten jederzeit auch unsere Coachings und Seminare anbieten, und genauso für hundert+ Euro die Stunde im Grunde die selben Fragen von Anfängern beantworten, die wir hier eh schon für kostenlos im Kommentarbereich durchkauen. Nur wird sich kein Kunde dafür finden, der uns dafür sein Geld gibt - das liegt nicht daran dass wir weniger kompetent in Finanzfragen als der Wesir wären, sondern im Grunde nur daran dass uns keiner "kennt". Der Unterschied zwischen uns und dem Wesir liegt nicht so sehr im reinen Wissen, sondern dass der Wesir im Gegensatz zu uns eben schon mal "in Vorleistung" gegangen ist, und jahrelang mit gut produzierten kostenlosen Content seine eigene Plattform aufgebaut hat, mit dem er sich eben ein Ansehen erarbeitet hatte so dass Leute bereit sind ihm Geld zu geben um sich von ihm ihre Finanzfragen beantworten zu lassen, weil sie eben schon in den Artikeln gesehen haben dass (und auf welche Art) er Finanzfragen überhaupt beantworten kann. Nur der gute Content war es ja, der ihm überhaupt erstmal seine mittlerweile vielleicht mehrere hunderttausend Leser pro Jahr auf die Seite gebracht ermöglicht haben. Falls dann noch vielleicht einige tausend von denen sein Buch kaufen, oder einige hundert noch ein Seminar/Coaching buchen wollen, haja, wenns dazu dient dass das Blog für den Rest von uns so weiterbetrieben werden kann, sei's doch einfach allen gegönnt :-)

Ich hätt zwar ansonsten noch einiges mehr zu Finanzblogs, Monetarisierung und Coaching zu sagen, aber das reicht erstmal für den Einstieg soweit, falls sich keine weitere Diskussion dazu noch ergibt.


Max Alpha sagt am 20. April 2020

@ChrisS

Nein, eine Diskussion wird das glaube ich nicht. Ich will die Monetarisierung nicht kritisieren. Das ist völlig ok. Ich war nur erstaunt wegen der Summen. Ich hätte vermutet, dass man mit solchen Themen vielleicht ein nettes Zubrot verdienen kann. Es scheint aber deutlich mehr drin zu sein.

Beratungskosten von 2000,- EUR fand ich erstaunlich, weil Sparpläne häufig im Bereich 100 bis 300 EUR liegen (irgendwo habe ich das mal gelesen). Da hauen die 2000,- ja schon rein. Und das, wo es doch wirklich fast alles umsonst gibt (Youtube Videos von Kommer und vom Finanzwesir vom Kapitalgipfel 2018 etc.). Wenn es kostenfrei ist konsumiere ich das auch sehr gerne. Etwas Werbung ist auch ok (z.B. Das endlose Buchstabieren von B L I N K I S T in zahlreichen Podcasts).

Aber sobald das Portmonee gezückt werden muss ist bei mir Schluss. Hier und da mal ein Buch oder auch das letzte Heft von ExtraETF (wegen des Beitrages zu Dividenden-Indizes) ist bei mir noch ok, aber mehr möchte ich nicht.
Naja, da sind die Menschen halt sehr unterschiedlich.

Du hast aber schon Recht mit Deiner Einschätzung, dass man sich zunächst durch entsprechende Vorleistung wirklich einen Namen schaffen muss.
Von nichts kommt auch im Web nichts.

Gruß
Max Alpha


Moabeat sagt am 20. April 2020

@Matthias

Ich hatte auch über einen Wertpapierkredit nachgedacht. Meine Bank wollte mir den aber nicht zu so günstigen Konditionen geben wie den Immokredit. Sollte ich irgendwann noch einmal Fonds auf Kredit kaufen wollen, werde ich die jetzt vorhandenen Grundschulden nutzen.


BigMac sagt am 21. April 2020

Aus Sicht des Coaches dauert ein Seminar deutlich länger. Organisation, Verwaltungs-Overhead, Vor- und Nachbereitung, Reisezeit und weitere Dinge vervielfachen den zeitlichen Aufwand schnell, gerade bei eintägigen Veranstaltungen. Mein Bruder hat mal eine Zeitlang auch als Trainer gearbeitet und kalkulierte abhängig vom Seminar (Dauer, Inhalt, Teilnehmerzahl, ...) mit bis zum vierfachen beim tatsächlichen Aufwand. Von den Gebühren geht dann noch ein Teil für diverse Kosten ab. Wenn man (ausschliesslich) davon leben muss, ist der Stundenlohn am Ende plötzlich gar nicht mehr viel Geld.


JK sagt am 19. Juni 2020

Bergfex sagt am 03. April 2020
"ET HÄTT NOCH EMMER JOOT JEJANGE"
Stimmt nicht ganz.
Im WK2 hätt es nicht joot jejange!"

Ich weiß ja nicht, aus welcher Perspektive Sie das sehen und sagen. Das ist meiner Meinung nach sehr Ansichtssache, weil: Ich finde, die richtige Seite hat ihn verloren, also gerade noch mal gut gegangen!

Viele Grüße
JK


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