27. März 2020


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 13 / 2020)

In eigener Sache

Wir haben diese Woche Montag mit den Münchnern, Stuttgartern und Karlsruhern den ersten virtuellen Finanzwesir-Stammtisch gestartet. Na ja, eigentlich war es bloß eine Zoom-Konferenz. Aber es lief so gut, dass Henrik und ich uns entschieden haben das zu wiederholen.
Wer am 30.3.2020 von 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr dabei sein will, klickt hier. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Nicht Corona

Bis zum 24. April: Sagen Sie den Europäischen Zentralbankern die Meinung. Die EZB will wissen: Was sollten wir Ihrer Meinung nach bei der Überprüfung unserer geldpolitischen Strategie berücksichtigen?

BaFin verbietet Walnussverkauf. Na ja, eigentlich ist es ja eine Plantage. Warum ich das hier aufgenommen habe? Weil vielleicht der eine oder andere in der Corona-Krise in Sachwerte flüchten möchte.
Hat sich aber nicht bewährt. Egal ob Container, Plantage oder Solarfeld: Dieser Kram hat immer nur die Initiatoren reich gemacht. Dazu kommt: Wenn die BaFin ja sagt, bedeutet das nur: Es ist legal. Das mag notwendig sein. Hinreichend ist es auf keinen Fall. Was nützt mir eine legale aber verlustreiche Geldanlage. Seriosität oder gar inhaltliche Richtigkeit interessiert die BaFin nicht. Das sagt sie auch.
Das sollten Sie im Kopf haben, wenn wieder mal einer mit einem Angebot des grauen Kapitalmarkts vorbeikommt und seinen Bauchladen mit einem "BaFin-geprüft" veredeln will.

BaFin: Börsenbriefe sind Werbepublikationen.
Und im übrigen: Obacht bei der Wahl der Vorsilbe. Es kann sein, dass ein Unternehmen angibt einen Corona-Killer am Start zu haben. Es kann aber auch sein, das es ehrlicher ist, die Vorsilbe "an" durch die Vorsilbe "vor" zu ersetzen und die die Aktie nicht zu kaufen.

Doch wieder Corona

Corona, Märkte, Panik, Börse, Endzeit

"Krisen Kurt: "Ich kaufe Gold. Alle meine Zähne sind aus Gold. Ich hab Gold im Garten vergraben."
Gaga Gabi: "Mutter Natur hat genug vom Menschen. Sie reinigt die Erde selbst." (Gaga Gabi ist ganz wissenschaftlich orientiert ungläubig. Aber Mutter Natur gibt’s ja vielleicht doch) Cosmos Clara: "Das Universum zeigt die Zeichen des Weltuntergangs. Es ist soweit!"

Helden erkennt man im Rückspiegel.

"Richtig cool sind nur diejenigen, die nicht nur wissen, wann und warum sie ein Risiko eingehen, sondern auch, wann und warum sie es lassen. Und die das auf Basis ihrer Risikotoleranz und Cashflow Planung entscheiden, nicht abhängig von ihrer virtuellen oder realen Community. Abgerechnet wird immer erst zum Schluss."

Corona Krise – diesmal kracht es richtig, oder?

"Es gibt ein Verhaltensmuster das seit über 120 Jahren stabil ist, und daher auch in dieser Krise fest eingeplant werden sollte: das schnelle Zurückschnalzen der Kurse nach heftigen Einbrüchen. In den ersten 5 Jahren nach Erreichen des Kurstiefs betrug in den darauffolgenden 5 Jahren die durchschnittliche, historische Rendite (pro Jahr!) 16,9% nominal bzw. 12,6% real."

Der Klassiker: Totgesagte leben länger!

Mein Finanzpolster zahlt sich aus

"In Zeiten wo man sich keine Sorge um den Job machen muss, die Wirtschaft rund läuft und man sich sicher fühlt, wird das Finanzpolster gnadenlos unterschätzt. Wenn es dann mal richtig bergab geht, und das mit Anlauf, rächt sich genau dieses Unterschätzen.
Der Verlust von Kapital stresst mich sehr. Aber ich war noch nie so gelassen wie jetzt."

Zwischen Crash und Wirtschaftskrise: Geldanlage in stürmischen Zeiten.

Haben wir derzeit eigentlich einen Crash? Nein, sagt Christian von Großmutters Sparstrumpf, es ist nur ein Bärenmarkt. Warum? Crash ist erst ab minus 40 Prozent. Der MSCI World ist aber nur um 30 Prozent abgeschronkt und damit nicht satisfaktionsfähig. Also, reißt Euch zusammen ihr Schneeflöckchen, denn

"Die meisten Bärenmärkte sind eher milde und bewegen sich im Bereich von minus 20 bis minus 30 Prozent."

Der Finanzwesir meint: Nun denn, von mir aus Bärenmarkt, aber so richtig Balu ist der nicht dieser Märzbär. Eher so.

P2P-Kredite in Zeiten der Corona-Krise. Lars beantwortet Leserfragen. Zusammengefasst: Kurs halten, investiert bleiben.

"Ich halte also alle meine P2P-Investments, investiere sogar punktuell nach und konzentriere lediglich meinen Cashflow auf den Aktien- und auch den Kryptomarkt."

Corona-Krise: Jetzt Aktien kaufen? Holger von Zendepot ist Arzt und Investor. Holger der Investor sagt: "Geh’ einkaufen. Unbedingt!"

Holger der Arzt sagt:

"Wer hingegen weiterhin ungerührt in die Arztpraxen stiefelt, häufig wegen Bagatellen, sind Patienten aus der Generation 65+.
(Ich höre das auch von Kollegen aus anderen Fachrichtungen.)
Also genau die Risikogruppe, wegen der wir das ganze Theater der "sozialen Distanzierung" überhaupt veranstalten!"

Der Finanzwesir meint: Meine Highlights: Der ältere Herr, der es ganz genau auf DIESES spezielle Stück Fleisch abgesehen hatte und der daraufhin von der Fleischfachverkäuferin angebrüllt wurde: "Abstand halten".
Die Verkäuferin war Profi. Die war nur zu 20 % angepisst. Zu 80 % war der Schalldruck nötig, um Hammer und Amboss im Ohr des Herrn soweit zum Schwingen zu bringen, das er’s akustisch verstand. Der Rest seines Körpers war in nur unwesentlich besserer Verfassung.
Und dann war da noch die alte Dame, die ihr Beatmungsgerät im Rollator vor sich her schob.

Corona macht’s möglich

Abseits der Börsenkurse – Positives der Corona-Pandemie. Na, geht doch:

"Und nur weil man Dokumente "schon immer" von einer Anlage in die nächste geschoben hat um einen Vorgang zu bearbeiten , bedeutet das nicht dass man so etwas nicht digital abbilden kann. Plötzlich werden all die ganzen "unmöglich per Webkonferenz durchführbaren" Besprechungen digital."

Finde ich faszinierend, wie meine Art zu arbeiten auf einmal normal wird. Ende der Neunziger Jahre hieß das nicht Slack, sondern Yahoo! Messenger. War ein bisschen primitiver (Chatbots hatten wir keine), aber letztlich hatte man da - von Sydney über London bis nach Santa Clara - alle seine relevanten Jungs und Mädels in Tastaturentfernung.
Und was die ganzen albernen Artikel "Überleben im Homeoffice" angeht: Mir war noch nie klar, was an dem Konzept: "Andere Leute entscheiden mit wem ich den Löwenanteil meiner wachen Zeit verbringe" so cool sein soll. Homeoffice hält einem die ganzen arbeitsscheuen Blödschwätzer vom Hals.

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

"Das Virus bringt die Welt erst einmal ordentlich durcheinander. Etablierte Strukturen und Konventionen werden hinterfragt. Plötzlich sind die meisten von uns im Home Office. Was vorher undenkbar war („Das geht nicht, wo kommen wir denn da hin? Dann geht die Firma den Bach runter!“), ist Realität und man erfährt plötzlich, dass es alles andere als ein Weltuntergang, ja nicht mal ein echtes Hindernis, ist.
In diesem Sinne, positiv denken… Das beste Europa steht uns hoffentlich noch bevor!"

(awa)

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Kommentare

Joerg sagt am 27. März 2020

Warum fielen diesmal die Börsen so schnell und tief?
Alle wollten gleichzeitig durch die enge Tür.

Warum machen die das - sind die alle blöd?
Nee, die "müssen":

  • Risikobudgets und so (gut erklärt von Andreas Beck, auf Mission Money 02.03.20 [und 22.03.])
  • Vermögensverwalter müssen "raus" weil manche Kunden nervös werden
  • Robo-Adviser, scalpieren dir den Risk vom Value ;-)
  • Margin Calls wirken (google: Handelsblatt Kunde beschert ABN AMRO 200 Mio Dollar Verlust).
  • Selbst kleine Riestersparer werden gerippt (google: Riester Fairr SUTOR)

Wann ist der Boden nah? Wenn alles undifferenziert in Panik "schmilzt" (Gold, HighYield, Aktien, Kryptos): Bereinigungs-Wash (vermutl. Mo/Di 16/17.03.)?

Du als Privater bist safe. Dir befiehlt keiner zu verkaufen (OK, ich kenne jetzt nicht deine bessere Hälfte ;-))
Nicht bange machen lassen, Sparpläne weiterlaufen lassen/temp.erhöhen; wer kann, nachkaufen (kommt viell. nochmal ein Echo-Einbrüchle/zweites Standbein?)

LG
Joerg


Karl sagt am 27. März 2020

Ich bewahre weiterhin die Ruhe.
Glücklicherweise hatte ich es vor dem massiven Kursverfall noch nicht geschafft den Risikoteil auf 75% zu bringen. Entsprechend ist noch Cash da. Und durch den Kursverfall ist zwar aktuell in Summe weniger Kapital vorhanden als vorher, jedoch ist ja der Anteil des Risikokapitals gesunken - es darf als umgeschichtet werden.

Aktuell bin gegenüber Einstand, je nach dem wann man auf das Depot schaut 9-20% unter Einstand. Nachgekauft habe ich mehrfach marktbreite ETF. Einige noch etwas zu früh (also zu hoch). Es wird weiter schwanken und ich werde weiter kaufen, wenn es wieder etwas runter geht.
Und ich sehe einen großen Vorteil in den marktbreiten ETF: Hier sinken einige Bestandteile viel stärker ab als andere. Und wenn es wieder aufwärts geht - was wird dan steigen und was nicht?
Ich habe keine Ahnung. Aber mit einem marktbreiten ETF kann es mir auch egal sein. Ich habe nicht das Risiko bei meinem Investment völlig falsch zu liegen.


Marco sagt am 27. März 2020

Zum Thema Home Office. Das wird in den verlinkten Artikel ja gelobt.

Unsere ganze Abteilung, 15 Mitarbeiter, arbeitet von zuhause. Wir kriegen deutlich weniger geschafft, als im Büro. Eigentlich halten wir nur den Laden grad so am Laufen. Unsere Vorgesetzten werden demnach klar sagen, das Experiment "übergreifend und 5/5 Tage Home Office" funktioniere bei uns nicht.

Man sollte alles individuell und branchenspezifisch anpassen. 1-2 Tage pro Woche Home Office und nicht alle geschlossen funktioniert auch ausgezeichnet bei uns.


Lamy sagt am 27. März 2020

Hallo Finazwesir,

ich hätte eine persönliche Frage: Ich bin ETF-Anfänger und ein Befürworter deiner Strategie. Im Moment würde ich gerne die Kurse nutzen und nachkaufen (aber nur falls die Kurse noch einmal runtergehen um ca. 10 %), jedoch aufgrund Liquiditätsgründen mit einem Bankkredit von 1,25% Zinsen für 5 Jahre.

Das Volumen würde eine Höhe von ca. 1/3 meines aktuellen Depotguthaben und meines Jahresbruttolohn betragen.

Würdest du dies empfehlen?

Danke schonmal um deine Antwort


Robert Michel sagt am 27. März 2020

Weiß jemand was aus den ganzen Options-Schreibern geworden ist? Scheinbar hat jeder von denen auf ihren Blog das Licht ausgemacht. Dass sie mehr als nur schmerzhafte Verluste eingefahren haben, sollte jeden klar sein.
Aber es hätte mich schon interessiert, wie die Situation konkret aussieht und ob sie nur schlimme Verluste eingefahren haben oder jetzt auf hohen Nachschussforderungen sitzen.


coppa17 sagt am 27. März 2020

Hallo zusammen,

ich schreibe hier meinen ersten Post und würde mich freuen von Euch ein Feedback über den Artikel unten zu erhalten.


Texas Hold'em sagt am 27. März 2020

Dass in dem Moment, zu dem ich in den Ruhestand gehe, fast die ganze Welt das gleich tut, war so nicht vorhersehbar.
Angesichts dessen ist dieser Crash eigentlich moderat.
Bleibt also fit bleiben und steigert bald wieder das Bruttosozialprodukt.
Wohlstand ist besser als Sozialismus!


Finanzguru41 sagt am 29. März 2020

Ich möchte mich mal teilweise der Frage von Robert Michel anschließen, auch wenn es nicht so richtig hierher gehört: Weiß jemand, warum Freiheit52 / garnixoderguru seinen Blog auf privat gestellt hat?
Ich möchte kein Wordpress Konto anlegen, um ihn selbst zu fragen.

Generell on topic: Vielen Dank an den Finanzwesir für die Freitagsleselisten.


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