23. August 2019


Das haben die anderen diese Woche geschrieben (KW 34 / 2019)

Diese Artikel sind mir in dieser Woche in der deutschsprachigen Finanzblogosphäre aufgefallen.

Depotübertragung – Routinevorgang mit Tücken
Schockierend: Das kann schon mal ein paar Wochen dauern. Denn:

"Selbst heute werden Depotüberträge teilweise noch von Hand bearbeitet."

Das wird dann wohl nichts mit dem Depot-Tindern.

Der Finanzrocker hat es erlebt: comdirect Kontowechsel: Ein langer Weg zum Ziel.
Sein Fazit: Ein zweimonatiger Puffer sollte schon sein.

Was soll ich zum ersten Geburtstag schenken? 22 sinnvolle Geschenke für 1-jährige
Na ja, kann man machen. Ich würde einen Gutschein schenken: Der Finanzwesir kommt zum Babysitten und die Eltern dürfen so lange wegbleiben, wie sie wollen. Der Finanzwesir hält die Stellung bis zum Morgengrauen.
Ein Kleinkind braucht keine Geschenke, sondern Mama und Papa, die sich lieben.
Wie soll das gehen, wenn Oberweite sich auf Nahrungsquelle reduziert und seine breiten Schultern nach Babykotze riechen (tolles Bäuerchen gemacht).

Die wahre Geschichte hinter Mastercards Datenpanne

"Betroffen sind Teilnehmer, die sich ab dem Start im Januar 2018 und bis zum 23. Juni 2019 beim deutschsprachigen Bonusprogramm "Priceless Specials" von Mastercard registriert haben."

Auch dabei? Guckst Du hier.

Passt doch zur Mastercard-Werbung: Ein paar Bonuspünktchen: 2,50 €. Die eigenen Daten im Internet finden: Priceless!

Leserfrage Wohin mit fünf Millionen Euro? Ach ja, warum sind die Jungs bei der Vermögensverwaltung von Dr. Jens Erhardt (DJE) so vehement gegen ETFs?

Soweit ist es schon gekommen: Ein vollwertiges Dividenden-Weltportfolio für fünf Euro. Unabhängig von der Gesamtinvestition! Gebührengeier schleicht’s Euch! Es geht nur noch um die Sparrate und Disziplin.

Dann wurde da noch ein Guru in Argentinien ent-gurut. Kann passieren.

Auf englisch

The Best Finance Books in One Sentence.

Investing in a Negative Interest Rate World

"Predicting interest rate moves is notoriously difficult but I’m increasingly coming around to the idea that it’s only a matter of time until the U.S. joins much of the developed world with negative nominal interest rates in government bonds"

Brexit = London tot. Nich so voreilig sagt Chris Skinner: The future of The City of London.

"Floor space will increase by 50 percent in the next decade, from 1.25 million square metres to 1.8 million in 2026. This is to accommodate 50 percent more people from 2,000 people per hour to 3,000 using Bishopsgate.
By 2026, 20,000 more people will pass through Liverpool Street daily and 5,000 more through Fenchurch Street stations."

Crisis Proof Your Portfolio. The Best of Strategies for the Worst of Times.

Do Most Individual Stocks Outperform Cash? Nein, nur 1,33% aller Firmen sind für den Satz "Aktien bringen mehr Rendite als Bargeld" verantwortlich.
Viel Spaß auch beim Stock Picking.
Ich nehm derweil ’nen ETF auf den FTSE All World und widme mich dem Schreiben der Freitagsliste.

(awa)

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Kommentare

Timo sagt am 23. August 2019

Zum ersten, JUHU, wieder eine Freitags-Liste :D

Zum Crisis Proof your Portfolio Artikel, aus total return Sicht ist der beste Hedge gegen Krisen also keinen Hedge zu haben, spannend.
Und von den passiven strategien ist das Beimischen von Anleihen der beste Hedge, der Finanzwesir wurde also wissenschaftlich bestätigt.

Bin trotzdem mal auf den zweiten Teil gespannt. Verlinkst du den wieder? :)

Es läuft doch immer wieder auf das gleiche hinaus. Investiere nur soviel in Aktien, dass du in der Krise sicher nicht verkaufst und dann abwarten.


Sonja sagt am 23. August 2019

Hallo Finanzwesir,

zum Thema „ETF auf den FTSE All World nehmen“ und Zeit für anderes haben - so ähnlich hatte ich mir das auch gedacht mit dem SPDR ACWI IMI.
Leider kann ich den jetzt seit neuestem als Privatanleger bei Onvista nicht mehr kaufen, da er nur für professionelle Anleger freigegeben ist, ebenso der Vanguard FTSE All World.

Gibt es dafür eine Lösung? Wie ist es bei anderen Brokern?

Danke & Gruß,
Sonja


Marielle (Beziehungs-Investoren) sagt am 23. August 2019

Du hast absolut Recht Albert, ein Babysitter-Gutschein ist das allerbeste Geschenk für den Nachwuchs - wenn Du mal in der Nähe bist, freuen wir und der Babyinvestor uns über Deinen Besuch ;-)


Benjamin sagt am 23. August 2019

Danke für den tollen Link mit der Email Adressen Prüfung. Ich bin betroffen. Jetzt bin ich a) schwer verunsichert und b) ein wenig ahnungslos, was ich tun soll (außer möglichst alle online PWs ändern) :-(

LG Benjamin


Martrade sagt am 23. August 2019

Aber für den schönen Gutschein des Finanzwesirs gibt ja es keinen Affiliatelink...


Companeiro sagt am 23. August 2019

Gute Interpretation von Leben in der Arschlochfreien Zone: https://familylifegoals.com/ed-sheeran-stops-neighbours-complaints-by-simply-buying-their-homes/


Mathias sagt am 23. August 2019

Mensch, Wesir, den letzten Link mit den 1.33% der Firmen hast Du aber excellent auf den falschen Punkt gebracht!

Lt Quelle sind diese 1.33% der Firmen rechnerisch für den gesamten "net wealth" verantwortlich (sind halt die grössten Firmen), die restlichen 98.67% sind aber nicht alles Loser-Aktien, sondern haben IN SUMME nichts weiter dazu beigetragen.
Fast 40% aller Unternehmen generieren ihren Besitzern doch einen Mehrwert.

Macht das Stockpicking also doch nicht so aussichtslos....


Skywalker sagt am 24. August 2019

Lieber Finanzwesir,

danke für die Aufstellung! Immer wieder ein guter Service.

Einzig deine Zusammenfassung des letzten Artikels ist imho nicht korrekt. " In addition, while ~40% of individual stocks outperformed cash, that means the remaining ~60% lost to cash!" Also nicht 1,33 % bringen mehr als Bargeld, sondern 40%.

Grüße
Skywalker


Sparbuchleser sagt am 25. August 2019

Danke für die wöchentliche Aufstellung.
Eine echte Hilfe für einen Neuling, auch wenn ich einige Begriffe googeln musste.
Zur Story über den Finanzguru: Wer verleiht eigentlich so einen Titel? Die Zuverlässigkeit ist dafür offensichtlich kein Kriterium...


Finanzwesir sagt am 25. August 2019

Hallo Skywalker,

vielleicht etwas unklar von mir formuliert. Ich zitiere:

"Well, of the $44.7 trillion ($USD) worth of net wealth creation, this can be accounted for by ~1.33% (811) of the firms! The above statistic can be viewed in the chart below showing that 811 firms account for the entire net wealth creation."

Diese 811 brauchst Du als Stockpicker ;-)

Gruß
Finanzwesir


Stefan P. sagt am 26. August 2019

Hallo Finanzwesir,

ich möchte an diese Stelle mal einen kleinen Kritikpunkt anbringen. Ich habe mich ausgiebig mit den Darstellungen auf Ihrer Webseite befasst und außerdem auch mit den Veröffentlichungen des Herrn Dr. Kommer.

Sie beide sind ja dahingehend konform, dass sie behaupten, der Markt sei nicht zu schlagen. Insbesondere Herr Dr. Kommer begründet dies damit, dass der Markt effizient ist und damit immer den korrekten Preis abbildet.

Es sei also daher nur Glück, wenn man es schaffen sollte den Markt zu schlagen. Ich möchte diese Lehrbuchmeinung von der Markteffizienz jedoch ganz klar in Frage stellen. Wenn dem so wäre, dürfte es zum Beispiel keine saisonalen Abweichungen geben.

So gibt es z.B. Monate die tendenziell besser abschneiden, als andere. Am bekanntesten ist der so genannte Halloween-Effekt (auch bekannt unter "Sell in May").
Das heißt, im Zeitraum von Ende Oktober bis Anfang Mai laufen die Börsen besser, als in den Sommermonaten. Dass es diesen Effekt tatsächlich gibt, wurde bereits durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen nachgewiesen.
Ein Anleger, der seine Aktien immer im Mai verkauft und im Oktober wieder zurückgekauft, hätte eine durchschnittliche Rendite von ca. 9% eingefahren (gemessen am DAX), was also eine Überperformance von 4% entspricht. Noch krasser ist die Überperformance beim sogenannten Gebert-Indikator.

Dieser benutzt eine Korrelation von Aktien mit Zinsen, Inflation, Dollarstärke und dem Halloween-Effekt, und auch dessen Treffsicherheit ist bereits seit 1996 in der realen Anwendung nachgewiesen, bzw. im Backtest seit den 1960ern. Seine Rendite beträg im Durchschnitt sogar 15% p.a.!
Wenn die These von der Markteffizienz stimmen würde, so dürften solche Abweichungen und Korrelationen im höchstfalle nur kurzfristig auftreten und müssten dann wieder verschwinden.

Denn alle Marktteilnehmer, die danach handeln, würden für einen Konsens sorgen und die Kurse automatisch wieder egalisieren.
Doch entgegen dieser Annahme hat man feststellen müssen, dass sich etwa der Halloween-Effekt mit den Jahren eher noch verstärkt, als zu verschwinden.
Es ist also sehr wohl möglich den Markt zu schlagen, nur eben nicht durch gezielte Einzelauswahl (Stock-Picking).


Nostradamus sagt am 26. August 2019

@Stefan P.:

Auf deinen Beitrag werden sicher einige längere Antworten kommen, daher habe ich nur Fragen. :-)

1.) Wenn es möglich ist, den Markt zu schlagen (und das sogar "recht einfach", es klingt zumindest so), warum schaffen das dann ca. 90 % der aktiven Fonds auf lange Sicht gesehen nicht; hast du dafür eine Erklärung?
Ich würde mein Geld jedenfalls bereitwillig in einen Fonds stecken und auch noch einige Prozente Gebühren oben drauflegen, wenn ich am Ende aber immernoch eine konstante und zuverlässige Überrendite hätte, ist doch klar.

2.) Du schreibst: "Es ist also sehr wohl möglich den Markt zu schlagen, nur eben nicht durch gezielte Einzelauswahl (Stock-Picking)." Was soll man denn tun, wenn nicht Stock-Picking?


Matthias sagt am 26. August 2019

@Nostradamus

Zu Frage 2:

Wenn ich Stefan P richtig verstehe, ist er der Auffassung, dass man den Markt nicht durch Auswahl bestimmter Aktien (Stockpicking) schlagen kann, sondern, indem man nur in ausgewählten Zeitfenstern, also in bestimmten Monaten des Jahres oder wenn bestimmte fundamentale Rahmenbedingungen vorliegen, in den Gesamtmarkt investiert und wieder aussteigt, wenn die Rahmenbedingungen (Monate, fundamentale Kriterien) nicht mehr mit den Anforderungen übereinstimmen.

Welche Rahmenbedingungen, das seiner Meinung nach sind, hat er in seinen Ausführungen dargelegt.


Stefan P. sagt am 27. August 2019

@Nostradamus

Hallo und danke für deine Mitteilung. Zu deinen Fragen:

1.) Für die Saisonalität und den Gebert-Indikator gilt, dass das Geld über mehrere Monate - beziehungsweise bei Gebert u.U. kauch mal einige Jahre(!) - nicht investiert wird. Wer würde einen Fonds kaufen, bei dem das Geld einfach nur so herum liegt? Das würden weder die Kunden, noch die Geschäftsleitungen akzeptieren. Da kann man ja sein Geld auch wieder auf dem Tagesgeldkonto parken.

Das einzige, wären vielleicht Zertifikate über Social-Trading, aber institutionelle Emitenten, Banken, sowie auch institutionelle Anleger machen das nicht mit. Nach solchen statistischen Abweichungen zu investieren ist ultra-langweilig, noch langweiliger als buy-and-hold.
Hinzu kommt natürlich, dass Banken und Fonds auch an den Gebühren und Provisionen verdienen. Da ist es eher besser viel zu handeln und umzuschichten, usw.

2.) Hier würde sich ganz einfach ein Index-ETF eignen. Zum Beispiel wird ein DAX-ETF am 1. November eines jeden Jahres gekauft und am 30. April des Folgejahres wieder verkauft. Es geht aber auch mit einer Zufallsauswahl an Aktien, die dann gleichgewichtet werden , also 1/n.
Das erzeugt zwar etwas höhere Gebühren, zeigt aber auch eine bessere Performance (von ca. 0,5%), als z.B. die Gewichtung beim DAX.


CarstenP sagt am 27. August 2019

@Stefan P.

Ah, mein "Lieblingsthema". Ich denke nicht, dass der Markt unschlagbar ist, allerdings deutet vieles darauf hin, dass er sehr schwer langfristig zu schlagen ist. Insofern halte ich den Markt für sehr effizient, sodass wir privaten Kleinanleger unsere Zeit mit wichtigeren Dingen verbringen können als nach einer schwer erreichbaren Überrendite zu suchen, damit umgeht man auch das Risiko, versehentlich eine Unterrendite zu erzielen.

Schon Benjamin Graham kam zu einer ähnlichen Erkenntnis:

To achieve satisfactory investment results is easier than most people realize; to achieve superior results is harder than it looks.

Auch wenn ich dich wahrscheinlich nicht vom Gegenteil deiner Sichtweise überzeugen können werde, hier trotzdem ein paar Punkte zum drüber nachdenken:

  1. Es lassen sich immer leicht Strategien im Backtest finden, die den Markt geschlagen hätten.
  2. Bei genauerer Analyse stellt man evtl. fest, dass das nach Kosten/Steuern nicht funktioniert hätte.
  3. Evtl. ist die Strategie auch nur ein Zufallsbefund, die in der Zukunft nicht funktioniert.
  4. Wenn die Strategie tatsächlich funktioniert und auch noch einfach umzusetzen ist, dann muss man befürchten, dass sie in der Zukunft aufhört zu funktionieren.
  5. Wenn zu offensichtlichen Markt-Anomalien Investmentfonds fehlen, die daraus tatsächlich Kapital geschlagen haben, dann stellt sich doch die Frage, Warum?
  6. Das eingegangene Risiko wird gerne ignoriert, wenn mit Überrendite geprahlt wird. Das ist ein Fehler, der zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen kann. (Gier frisst Hirn)
  7. In der Investmentwelt trügt der Schein ziemlich oft, lieber mehrmals prüfen, ob nach Kosten/Steuern und Risikoadjustierung die Behauptung, den Markt zu schlagen, tatsächlich stimmt.
  8. Teure Fehler vermeiden und Schnell-Reich-Werden-Schemen skeptisch gegenüber stehen, trägt langfristig evtl. mehr zur persönlichen Rendite bei als irgendwelche magischen Stockpicking-Formeln, die nur deren Erfinder reicher machen.

Schwachzocker sagt am 27. August 2019

@ Nostradamus

"Du schreibst: "Es ist also sehr wohl möglich den Markt zu schlagen, nur eben nicht durch gezielte Einzelauswahl (Stock-Picking)." Was soll man denn tun, wenn nicht Stock-Picking?"

Das schreibt Stefan P. doch: Du sollst Markettiming betreiben. Im Mai alles verkaufen und im Oktober wieder kaufen. Das funktioniert garantiert. (Haha)

Ich glaube aber eher, dass StefanP. die Markteffizienzhypothese nicht verstanden hat. Selbstverständlich kann man in der Vergangenheit (!) immer Muster finden. Das besagt aber nichts für die Zukunft. Um die Markeffizienzhypothese in Frage zu stellen, muss man schon nachweisen, dass diese Muster nicht zufällig sind.


Stefan P. sagt am 28. August 2019

@Schwachzocker @CarstenP

Zunächst einmal, kann man eine Anomalie, die bereits über Jahrhunderte existiert und die selbst von Wissenschaftlern nachgewiesen wurde nicht mehr als Backtesting-Falle oder Curve-Fitting bezeichnen. Es gibt die saisonale Abweichung, sie existiert seit dem es Aktienmärkte gibt und sie wurde bei rund 80% der weltweiten Märkte nachgewiesen. Bei manchen stärker und bei manchen schwächer ausgeprägt.

Ich bin ein überzeugter Anhänger von Gebert und dieser hat bereits seit über 20 Jahren durch realen Anlagestrategie bewiesen, dass es sich hier nicht bloß um eine Selbsttäuschung durch den "Blick in die Vergangenheit" handelt, sondern dass bestimmte Korrelationen tatsächlich existieren.

Wenn man von Markt-Effizienz redet, dann darf man den Aktienmarkt nicht isoliert betrachten. Aktien stehen in Konkurrenz zu anderen Anlageprodukten und stellen nur einen kleinen Teil des Anlageuniversums dar. Der Aktienmarkt ist eingebettet in dem viel größeren Anleihemarkt, dieser wiederum in den noch viel größeren Devisenmarkt.
Wenn also beispielsweise die Zinsen steigen, so werden Gelder aus Aktien abgezogen und in Anleihen investiert. Diese Korrelation ist kein Hirngespinst, sondern Realität. Ich kann sie als Aktienanleger aber auch nutzen, indem ich meine Aktien verkaufe, wenn die Zinsen steigen.

Wenn ich mich aus dem Markt heraushalte, wenn die Crashgefahr am höchsten ist, erziele ich schon automatisch eine Überrendite, weil ich ja den Drawdown nicht mitmache.

Hier noch meine Antworten zu den Aussagen/Fragen von CarstenP:

  1. Wie bereits oben beschrieben handelt es sich hierbei nicht um eine klassische Back-Testing Falle oder sogenanntes Curve-Fitting. Um das genauer zu verstehen, müssten sie sich mit Gebert beschäftigen.
  2. Das fällt nicht sehr stark ins Gewicht, da nicht so viele Transaktionen erzeugt werden. Bei der saisonalen Strategie mit einem Index-ETF wären es nur zwei Transaktionen pro Jahr.
  3. siehe Punkt 1. Was die Zukunft bring weiß natürlich keiner. Ich bin auch kein Hellseher.
  4. Das betrifft jede Strategie. Auch Buy-and-Hold funktioniert nicht mehr, wenn die Weltwirtschaft schrumpft oder der "Weltuntergang" naht, weil wir unsere Klimaprobleme nicht in den Griff bekommen.
  5. Ich hatte in einem früheren Kommentar schon mal versucht, dass zu erklären. Die Gelder liegen relativ lange ungenutzt herum z.B. 6 Monate im Sommer oder auch mal ein paar Jahre beim Gebert-Indikator. Die Fonds verdienen aber durch Provisionen, Gebühren und Gewinnbeteiligungen. Weder Anleger noch Management haben ein Interesse daran Geld einfach so ungenutzt herumliegen zu lassen. Banken und institutionelle Anleger müssen monatlich, quartalsmäßig und jährlich Ergebnisse liefern. Vielleicht gibt es auch noch andere Gründe, habe das noch nicht genau untersucht.
  6. Nein. Das Risiko ist sogar niedriger. Wenn man nur ein halbes Jahr investiert ist, so ist auch das Risiko einen Crash zu erleben um 50% niedriger. Das ist reine Mathematik.
  7. Habe ich in den oben genannten Punkten schon beantwortet.
  8. Wenn sie meine Kommentare richtig lesen, werden sie sehen, dass es eben nicht um Stock-Picking geht. Die Aktienauswahl, kann man getrost dem Zufall überlassen.

Nostradamus sagt am 28. August 2019

@Stefan P.:

Na alles klar, es geht um Market Timing mit ETFs, sag das doch gleich. ;-)
Nein, man hätte es kapieren können.

Zum Thema "Cash liegt im Fonds rum": Einleuchtend, aber gibt es nicht auch Fonds, die einen Großteil in Cash halten (können)?
Ich meine, wenn so eine Strategie nachweislich gut funktioniert, wäre manch einer sicher trotzdem froh, das einen Manager machen zu lassen, anstatt sich selbst kümmern zu müssen.

"Sell in May and go away" ist ja so eine Standard-Börsenweisheit, insofern darf man davon ausgehen, dass die klugen Herrschaften das durchaus auf dem Schirm haben. Und siehe da, der Finanzwesir hat das auch schon mal abgehandelt.


CarstenP sagt am 29. August 2019

@Stefan P.

Oh, es gibt schon eine so feste Überzeugung, dann viel Erfolg mit Gebert! Nur noch ein paar Anmerkungen für die noch nicht überzeugten Leser.

Wenn ich mich aus dem Markt heraushalte, wenn die Crashgefahr am höchsten ist, erziele ich schon automatisch eine Überrendite, weil ich ja den Drawdown nicht mitmache.

Das ist klassisches Market-Timing, wenn man wüsste, wann der Crash kommt, dann wäre es einfach ihn zu umgehen. Weiß man aber nicht. Die Opportunitätskosten, die beim Warten auf den Crash entstehen, knabbern an der Rendite, Peter Lynch hat das mal wunderbar zusammengefasst:

Far more money has been lost by investors preparing for corrections, or trying to anticipate corrections, than has been lost in corrections themselves.

Auch Buy-and-Hold funktioniert nicht mehr, wenn die Weltwirtschaft schrumpft oder der "Weltuntergang" naht, weil wir unsere Klimaprobleme nicht in den Griff bekommen.

Buy-and-Hold liefert doch einfach nur die zugrunde liegende Rendite, auch wenn sie negativ ist, funktioniert das wunderbar.

Nein. Das Risiko ist sogar niedriger. Wenn man nur ein halbes Jahr investiert ist, so ist auch das Risiko einen Crash zu erleben um 50% niedriger. Das ist reine Mathematik.

Eine fixe Allokation von X% in Aktien ist weniger riskant als ein Market-Timing-Schema, was X% der Zeit zu 100% in Aktien investiert ist, bei gleicher Renditeerwartung, wenn keine hellseherischen Fähigkeiten im Spiel sind. Das ist reine Wahrscheinlichkeitsrechnung.


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