23. April 2018


Podcast: Live von der Invest 2018 - Der Finanzwesir rockt, Folge 57

Premiere: Unser erster Live-Podcast direkt von der Invest 2018. Unser Thema: "Bring your depot". Wir machen eine Live-Analyse von drei Leser-Depots.

  1. Leser 1: Mitte 30, gut verdienender Single. Er hat viele ETFs, einen Multi-Asset-Fonds und eine Einzelaktie. Sein Fokus: Die langfristige Altersvorsorge. Seine Frage: Erreicht er mit diesen Anlagevehikeln sein Ziel? Wir sagen: Grundsätzlich ja, aber was soll die Einzelaktie da und auch den Multi-Asset-Fonds beäugen wir misstrauisch. Das grundsätzliche Problem ist wie üblich die Annahme: Mehr Produkte im Depot = mehr Diversifizierung. Stimmt nur leider meistens nicht.
  2. Leserin 2: Immobilienmogulin, Einzelaktionärin und ETF-Besitzerin. Auch hier der Wunsch: Peace of mind im Alter. Unser Fazit: Kann man schon so machen. Aber auch in diesem Depot fühlt sich die Haarspalterei wohl. Viele Kleinpositionen, die nicht wirtschaftlich zu pflegen sind. Wirtschaftliches Rebalancing braucht Volumen.
  3. Leser 3: Puts und Calls und Aktien von denen - zumindest ich - noch nie im Leben etwas gehört habe. Der Finanzrocker kannte einige, aber auch nicht alle. Chilenische Minenaktien, chinesische Akku-Fabrikanten und Marktplätze. Ein Depot, das alles kann außer Blue Chips. Ich habe mich für nicht zuständig erklärt, aber der Finanzrocker hat einige interessante Anmerkungen zu machen.

Unser kleines Studio in Raum C 4.1 auf der Invest

© Finanzrocker
Finanzrocker Finanzwesir Live Podcast Invest 2018
Immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Equipment man auskommt. Mikro, Pop-Schutz, Laptop mit Aufnahme-Software, optional noch ein paar Aufkleber. Mehr braucht man nicht.

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Kommentare

Der Depotstudent sagt am 23. April 2018

Hallo ihr zwei!

Wie kommt es eigentlich, dass die Leute immer noch kleine Anteile an Einzelaktien im Depot haben? Das hat ja wahrscheinlich keinen tieferen Sinn und ist (ich nenne es mal so) historisch gewachsen, oder?:D
Oder ist das tatsächlich zum Spielen gedacht und sollte gar nicht unbedingt in die Betrachtung zum Vermögensaufbau einfließen?

Grüße vom Depotstudent :)


Bastian sagt am 23. April 2018

Danke erstmal für den tollen Podcast.
Depot 3 klingt ehrlich gesagt, als ob derjenige sich viel bei Schröders Nebenwerte-Watchlist Inspiration holt ;). Aber cool zu hören, dass er bei Kryptowährungen in IOTA investiert ist.
Ich habe mich vor etwa einem Jahr endlich näher mit meinen Finanzen und den Möglichkeiten befasst und probiere viel aus. Wenn ich mir die Hörner abgestoßen habe und das Thema Finanzen und Finanzmärkte etwas die Faszination des Neuen verloren haben, werde ich aber wohl auf 2 ETF-Sparpläne switchen.


Venyo sagt am 24. April 2018

Wenn ich ehrlich bin konnte ich nicht so viel mit der Folge anfangen. Irgendwie waren aus eurer Sicht alle Depots irgendwie okay und detaillierte Verbesserungen oder Probleme wurden auch nicht viele genannt.

Vielleicht ist das der Live-Situation oder der Tatsache geschuldet, dass ich schon sehr viele eurer Folgen gehört habe.


Hanssss sagt am 24. April 2018

Generell würde ich die Aktiendirektanlage, insbesondere für Langfristanleger, nicht verteufeln, da sie auch Vorteile hat, u.a. bringt die Anrechenbarkeit der Quellensteuer etwas mehr als die Teilfreistellung und die laufenden Fondskosten (TER, etc.) fallen nicht an etc.
Bei den Erwerbskosten und den Depotkosten gibt es keine Unterschiede.
Klar sollten die Einzelpositionen nicht zu klein sein (min. 3 TEUR, besser 5 TEUR) und man sollte austreichend diversifizieren (>20 Posten). Dadurch kann man sich schön seinen eigenen "virtuellen" Fonds zusammen kaufen, und ich persönlich mag den Equalweight-Ansatz.
... Aber wer erst anfängt, sollte mit ETFs anfangen, denn es bringt nichts mit nur einer Aktie zu starten und alle paar Monate die nächste zu kaufen.


Sascha sagt am 27. April 2018

Danke für den Podcast. Sehr informativ.

Habe jetzt auch angefangen einen ETF zu besparen.
Einen All Country World ETF, in dem etwa 3000 verschiedene Aktien sind mit niedriger TER.

In Zukunft soll auch alles Geld nur in den einen ETF fließen.
Rest/Reservegeld bleibt auf dem Tagesgeld Konto.
Hatte auch schonmal ein paar Einzelaktien und ETF´s auf einzelne Länder/Regionen. Aber das bringt mich immer nur zum Grübeln. Für mich ist glaube die 1 ETF-Lösung die beste.
Tolle Tips hier auf der Seite. Echt klasse.

Hoffe ich halte die kommende Kriese durch :)

MfG
Sascha


Ingo Kühn sagt am 28. April 2018

Hallo zusammen,
Sascha ich mach das jetzt auch eine Weile so 1ETF und gut ist es, mir ging es sehr ähnlich wie dir MfG


suchenwi sagt am 29. April 2018

Ich bin erst seit Februar an den Börsen aktiv, also blutiger Anfänger.
In "fallende Messer gegriffen" habe ich auch schon, daher das Blut.
Aber meine vorläufige Strategie ist: von allem etwas.
ETFs ja (da habe ich 12, oft spezialisiert auf z.B. EUR- oder US-Staatsanleihen), aber größtenteils MSCI World+EM. 3 Sparpläne laufen. Einzelaktien auch, die finde ich eigentlich viel spannender, gerade bei den Dividendenzahlungen. (Amerikanische REITs schütten monatlich aus...mal beobachten).
Staatsanleihen direkt (DE, AT, PT, GR), auch eine Firmenanleihe von Sixt.
Und zuletzt noch 28g Xetra-Gold, wenn alle Stricke reissen...


Jürgen sagt am 30. April 2018

Hmm... Habt ihr vergessen, die Folge außerhalb von iTunes hochzuladen? In meiner Android-App ist sie noch nicht erschienen.


Jürgen sagt am 01. Mai 2018

Hmm... In Podcast Republic kann man anscheinend die URL nicht anpassen, bin dann zu Podcast Addict gewechselt (war eh geplant), und auch da wurde noch der alte Anbieter gefunden. Aber da konnte ich wenigstens die URL anpassen.

Vielen Dank!


Flachspielenhochgewinnen sagt am 03. Mai 2018

Bei Amundi wurden einige EFTs um gestellt (z.B. neue WKN). Ihr solltet bei evtl. Verkäufen darauf, ob und wie sich dies bei der Besteuerung auswirkt.


Joerg sagt am 03. Mai 2018

| @flachspieler, ja hatten wir schon:
https://www.finanzwesir.com/blog/besten-etf-finden#1522837007
Jetzt hatte es letzte Woche auch den beliebten Amundi MSCI EmergingMarkets ETF erwischt.
Ist von FR (ehemals A1C9B1) nach LU (jetzt A2H58J) umgezogen. Das ist steuerlich wie ein Verkauf und Neukauf (ohne Kauf- und Verkaufsgebuehr). Kann man machen nix.
D.h. 26,375% der aufgelaufenen Kursgewinne der letzten Jahre hat jetzt ein anderer ...:
Dein Broker hat's an's Finanzamt ueberwiesen und wehe, dein Freibetrag war schon verbraucht (wie meiner): musstest du es aus eigener Liquiditaet bezahlen (die buchen dir dann bei Comdirect mit rueckwirkender Valuta erbarmungslos ein Loch ins Konto).
Lasst Euch nicht taeuschen: DIY ist gefaeeeeehrlich ;-D

Naja, ich zahle ja gerne Steuern, huestel,
und bestimmt bringen sie damit endlich - wie versprochen - die Infrastruktur auf Vordermann, oder stellen Pfleger ein, bestimmt ...


Einfach-Ist-Besser sagt am 03. Mai 2018

@suchenwie

"ETFs ja (da habe ich 12, oft spezialisiert auf z.B. EUR- oder US-Staatsanleihen), aber größtenteils MSCI World+EM. 3 Sparpläne laufen. Einzelaktien auch, die finde ich eigentlich viel spannender, gerade bei den Dividendenzahlungen. (Amerikanische REITs schütten monatlich aus...mal beobachten).
Staatsanleihen direkt (DE, AT, PT, GR), auch eine Firmenanleihe von Sixt.
Und zuletzt noch 28g Xetra-Gold, wenn alle Stricke reissen...

War das jetzt die sarkastische Antwort auf Depot 3 aus dem Podcast oder den Artikel mit der 6-fachen Diversifikation weiter oben


suchenwi sagt am 04. Mai 2018

"War das jetzt die sarkastische Antwort auf Depot 3 aus dem Podcast oder den Artikel mit der 6-fachen Diversifikation weiter oben"

Gar nicht sarkastisch, nur ein Überblick über meine Depotstruktur. Bleibt auch einstweilen so ("buy and hold"), erst wenn 1k an Ausschüttungen reingekommen ist, wird nach/neugekauft.


BF sagt am 04. Mai 2018

@Einfacher ist besser: Ich denke, das ist tatsächlich so bei suchenwie.
Wenn ich es aus früheren Posts von ihm richtig verstanden habe, ist er bereits im Ruhestand, besitzt eine ordenliche Summe Geldes, dem er für den laufenden Lebensunterhalt nicht benötigt, und hat davon alles Mögliche an der Börse gekauft, um mal zu gucken, "was passiert".


suchenwi sagt am 04. Mai 2018

@BF: genau.
"Alles Mögliche" stimmt nicht ganz, ich habe mir bei Kaufentscheidungen schon allerlei gedacht. Breit diversifiziert, ja :-)
Das Depot umfasst jetzt 58 Aktien, 12 ETFs, 6 Anleihen, 1 Rohstoffzertifikat (Xetra Gold). Ziel ist meist eine hohe Ausschüttung, die ich zum weiteren Investieren "anspare". Ich bin ja noch "Lehrling", seit 3 Monaten im Geschäft... Da muss ich halt Erfahrungen sammeln.
Aktuell "Buchgewinn" über alles 1.465%.

Aktuelle Top 10 in Kursentwicklung seit Kauf:

  • 914993 SES GLOBAL FDR 15,95 %
  • A0D94M ROYAL DUTCH SHELL-A 14,80 %
  • A12DW2 NEW RES INV REIT 10,94 %
  • A1W5N2 ROYAL MAIL 10,25 %
  • 850517 BP PLC DL-,25 9,71 %
  • A0MS7Y MACY'S 9,33 %
  • 519003 BMW VZ 8,98 %
  • 852523 SOUTHERN CO 7,70 %
  • A14V64 POSTE ITALIANE 7,62 %
  • 903000 IMPERIAL BRANDS 7,16 %

Bottom 10 (man muss ja auch zu seinen Fehlern stehen):

  • A14XB9 STEINHOFF IN HD -71,25 % <------ war Absicht, auch nur für 18€ gekauft :-)
  • 883121 QUALCOMM -17,09 %
  • A1W0FA BPOST -11,14 %
  • A0HL9Z AT&T -8,81 %
  • 200417 ALTRIA GROUP -8,21 %
  • 710000 DAIMLER -8,03 %
  • PSM777 PROSIEBENSAT.1 -7,69 %
  • A0Q4DC NESTLE -7,68 %
  • A0YJQ2 BERKSHIRE HATH RG-B -7,40 %
  • 851399 IBM -6,03 %

Also durchaus auch Blue Chips unter den Bottom 10, halt zu teuer gekauft...


Einfach-Ist-Besser sagt am 04. Mai 2018

erst wenn 1k an Ausschüttungen reingekommen ist, wird nach/neugekauft.

@suchenwie
Und falls dass nicht klappen sollte (was ich nicht hoffe), [Sarkasmus an] liegt es mit Sicherheit daran, dass bei diesem Depot viel zu wenig diversifiziert wurde. Es ist wie bei den Waffen. Wir brauchen mehr, viel mehr davon um sicher zu sein [Sarkasmus aus]😀


Matthias sagt am 04. Mai 2018

Zur Info, falls das hier noch nicht kommuniziert wurde. Die ING DiBa hat die Aktion zum kostenlosen ETF-Kauf ab 500 Euro bis 31.12.2018 wieder eingeführt:

https://www.ing-diba.de/wertpapiere/etf/gebuehrenfrei-kaufen/


ChrisS sagt am 07. Mai 2018

@ Matthias

"Zur Info, falls das hier noch nicht kommuniziert wurde. Die ING DiBa hat die Aktion zum kostenlosen ETF-Kauf ab 500 Euro bis 31.12.2018 wieder eingeführt"

und auf 200 vorgewählte Aktions-ETFs begrenzt (die frühere Aktion war breiter, wenn ich mich recht erinnere?)

Nun was solls, für wen das attraktiv ist, der soll da gerne mitmachen, solang er (das versuchen wir den Leuten ja hier immer wieder klarzumachen) nicht vergisst dass die Konditionen keine Ewigkeitsgarantie haben oder ne selbstlose Nettigkeit der Bank wäre (sorry, aber mit welchem Anspruchsdenken da manchmal aufgetreten wurde: "was, Ordern kostet jetzt wieder was? Wie können die es wagen...?!", da muss ich mir auch so einiges verkneifen).
Gut, der letzte Aktionsabbruch liegt wohl noch zu frisch im kollektiven Gedächtnis, so dass die bisher Beteiligten sich das noch eine Weile merken werden, aber bis die neue Aktion unweigerlich ausläuft, haben das auch wieder einige vergessen und stehen dann überrascht und jammernd auf der Matte :-D

"Die ING-DiBa behält sich vor, Aktionen jederzeit zu beenden, inhaltlich zu verändern oder angekündigte Aktionen zu verschieben. Im Rahmen der Aktion werden der ING-DiBa die entgangenen Orderprovisionen für Käufe von den ETF-Partnern vollständig erstattet."

"Die ING-DiBa erhält von Emittenten und Market Makern für die Durchführung einer Aktion im gebührenfreien Handel eine Erstattung zur Kompensation der entgangenen Ordergebühren. Die Erstattung erfolgt nach zuvor vereinbarten Konditionen basierend auf der Nutzung der Aktion, das heißt auf Basis der ausgeführten Orders und/oder des ausgeführten Ordervolumens, übersteigt jedoch niemals die regulär anfallende Orderprovision. Diese Aufwandsentschädigung dient der Aufrechterhaltung des Angebots zum gebührenfreien Handel."

So und wer sich jetzt also in die Interessensituation von ING und den ETF-Partnern/Emittenten hineinversetzen kann, und weiß warum sie
a) solche Aktionen starten (also was damit überhaupt eigentlich erreicht werden soll, da stecken ja knallhart kalkulierte wirtschaftliche Abwägungen dahinter), und
b) warum solche Aktionen auch mal enden, der wird ein besseres Verständnis für die Marktmechanismen dahinter entwickeln.


ChrisS sagt am 07. Mai 2018

Haja so wie ich suchenwi in früheren Kommentaren erlebt hatte ( https://www.finanzwesir.com/blog/langfristige-anleihen-etf-leserfrage#1517343860 und die Diskussion danach), werd ich daraus auch nicht schlau - er meint zwar vielleicht, eine Strategie zu haben, aber für mich ist da keine ausser "ich kauf mir einfach irgendwas alles mögliche zusammen, um dann mal zu schauen was so passiert..." erkennbar (vielleicht haben wir auch eher ein unterschiedliches Verständnis davon, was Strategie überhaupt bedeutet).
Aber da eigentlich nie ne direkte Frage ala "Hey Leute, könnt ihr mir helfen und sagen was ich besser machen sollte?" mit dabei war, scheint er ja mit seiner Vorgehensweise ziemlich zufrieden zu sein, von daher ist auch absehbar dass eine große Diskussion darüber relativ müßig wenig bringen würde, also was solls ... :-)


Tulpenhändler sagt am 09. Mai 2018

@ChrisS

Die teilnehmenden ETF-Häuser zahle eine satte "Pay to Play"-Gebühr, um ihre ETFs bei der Diba ins Regal zu stellen. Da darf man dann doch schon teilweise seine Ladenhüter in die Aktion packen und Vanguard muss ja volumensmäßig auch noch aufholen, weil ihnen vor allem die Großanleger nicht die Bude einrennen.

Letztlich sind ETFs auch nur Produkte der Finanzindustrie und nicht von der Caritas.


suchenwi sagt am 12. Mai 2018

Hallo ChrisS, zu

"er meint zwar vielleicht, eine Strategie zu haben, aber für mich ist da keine ausser "ich kauf mir einfach irgendwas alles mögliche zusammen, um dann mal zu schauen was so passiert..." erkennbar (vielleicht haben wir auch eher ein unterschiedliches Verständnis davon, was Strategie überhaupt bedeutet)."

Da ich das Handwerk ja gerade erst erlerne, meine ich nicht, mit 3 Monaten Erfahrung eine ausgefeilte Strategie zu haben, allenfalls ein paar Faustregeln:

  • buy-and-hold
  • ausschüttungsstarke Papiere
  • breite Diversifikation über Anlageklassen, Währungsräume, Länder, Branchen, Zeit...

Ansonsten hast du recht, "trial and error" ist erstmal meine Grundtaktik - nicht "irgendwie alles Mögliche" kaufen, ein bisschen "due diligence" treibe ich schon vor einer Kaufentscheidung.
Bisher bin ich ungefähr zufrieden,

  • Bruttoperformance: eingezahlt 142400, aktueller Vermögenswert (Buchwerte, natürlich) 144927 -> +1.77%.
  • Nettoausschüttungen 15.3.-9.5: 580.14 / 142400 -> 0.4%

Wobei die mitteleuropäische Dividendensaison April/Mai gerade im Gange ist, ein paar Hunderter werden diesen Monat noch dazukommen. Mal beobachten, mehr lernen...
Aus meinen Altersersparnissen habe ich 140k transferiert, dabei soll es vorläufig bleiben, für ETF-Sparpläne fliessen noch 600€/mo nach.


suchenwi sagt am 12. Mai 2018

Noch ein Beispiel zu "trial and error": Postaktien.
Ich (jahrzehntelang in der Postautomatisierung gearbeitet ;^) hatte ziemlich von Anfang an Deutsche Post im Portfolio, die aber in Kursentwicklung und Div.rendite eher enttäuscht.
Dann habe ich gelesen, dass die Österr.Post (wie fast alle, ausser Deutschland und Singapur) 5% Div.rendite hat, und probehalber gekauft - und die lag wochenlang an der Spitze der Kursentwicklung. Inzwischen ex-Dividende, ist sie nur noch im leicht grünen Bereich. Dafür sind Royal Mail und Poste Italiane seit einiger Zeit unter den Top 10 (siehe oben).
Kursentwicklung meiner Postaktien seit Kauf in %, Stand Fr. Börsenschluss:

  • Royal Mail +16.18
  • Poste Italiane +7.80
  • PostNL +6.33
  • Österr.Post +2.54
  • Japan Post Hldgs +1.52
  • CTT Portugal -0.44 (Div. am 18.5.)
  • BPost Belgien -4.97 (Div. am 17.5.)
  • Deutsche Post -8.07

Das kann man "alles Mögliche" nennen, oder Branchenstudie... Kursentwicklung interessiert mich buy-and-holder eigentlich nicht so, allenfalls als Feedback, dass ich nicht zu ungünstig gekauft habe. Hauptsache langlebige Dividendenzahler...


ChrisS sagt am 12. Mai 2018

@ suchenwi

Ja das ist alles okay :-)
Mach deine Erfahrungen, finde raus was für dich funktioniert und was nicht, und am Ende gehts eh nur darum dass du selbst, und niemand anderes, mit deiner Vorgehensweise zufrieden sein musst.
Da werden sicher mit der Zeit auch immer wieder mal einige Änderungen vorkommen, aber das ist insofern ja nicht allzu schlimm solang wenigstens drauf geachtet wurde, dass es einen persönlich nicht allzusehr umhaut wenn eines der Experimente mal schiefgegangen ist, also man noch genug Geld anderswo übrig hat.

Was ich eigentlich eher meinte ist ja gerade, dass es darüber ein bischen müßig ist noch groß zu diskutieren, wenn du einfach nur ein Statusupdate deiner Investitionen postest, denn solang keine Fragen dazu deinerseits an uns kommen, wissen wir auch nicht ob/was wir überhaupt dazu sagen sollen/können. Ausser eben, wie oben, nur "haja mach weiter und viel Glück dabei" :-D

@ Tulpenhändler

"Letztlich sind ETFs auch nur Produkte der Finanzindustrie und nicht von der Caritas."

Eben, genau das versuchen wir hier den Leuten ja auch schon seit Jahren zu erklären. Nichts ist umsonst, jeder Akteur in dem Geschäft hat Eigeninteressen, und jeder Anleger sollte sich mit der nötigen Bildung dazu bewaffnen, um dieses Gebiet erfolgreich navigieren zu können.

Da blasen wir alle ins selbe Horn, keine Sorge ;-)


suchenwi sagt am 14. Mai 2018

| Hallo ChrisS,
ich wollte mich nur gegen den Vorwurf wehren, ich kaufte (blindlings) "alles Mögliche".
Vor jedem Kauf mache ich natürlich ein wenig "due diligence", ob er das wert ist, und untersuche auch systematisch Branchen wie die Post (s.o.). Bahnaktien würde ich (emotional) auch gerne kaufen, aber da habe ich noch keine mit akzeptabler Div.rendite gefunden, und das ist für mich halt erste Bedingung.
Aktuell habe ich Versuche laufen mit US-REITs und BDCs. Breit gestreut. In den Top10 Kursentwicklung sind gerade New Residence (NRZ) und Stag Industry - letzterer als Monatszahler attraktiv, aber Nachkauf bei +8.7% eher nicht...
Kurz: ich ziehe schon "alles Mögliche" in Betracht, aber dann wird doch viel wieder ausgeschlossen :)


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