10. November 2015


Chill mal, Papa! Wie man seine Kinder für Geld interessiert ...

Heute machen wir das mal anders. Ein Leser fragt und Sie antworten.

Leser J. hat mir geschrieben:
Wie kriegt man seine Kinder dazu, sich für Geld zu interessieren? Meine Kinder werden so langsam zu Teenagern und ich habe noch keine Langzeiterfahrungen.
Gibt es in der Vita eines 25-Jährigen, nennen wir ihn X, ein Schlüsselerlebnis, das ihn für das Thema Geld und Geldanlage sensibilisiert hat?
Und zwar so, dass er eben nicht das Gefühl hat, auf seine Eltern zu hören?
Für mich kam dieser Zeitpunkt erst sehr spät und ich frage mich, wie man das bei seinen eigenen Kindern verhindern kann.
Die größte Herausforderung dabei ist sicherlich, dass Kinder selten das tun, was man ihnen sagt.
Irgendwelche Tricks?
Für mich persönlich war die größte Bremse, dass das Thema immer als "Altersvorsorge" etikettiert war, und wer denkt mit 25 schon, dass er alt wird?
Vielleicht sollte man das Wort "Altersvorsorge" abschaffen und durch "Kohle scheffeln" ersetzen, denn das scheint ja mit dem Zauberfaktor "Zeit" durchaus möglich zu sein.

Der Finanzwesir macht den Anfang und antwortet als Betroffener und als Vater

Als ich mit 20 von zu Hause ausgezogen bin, hat meine Mutter mir ein Postgiro-Konto verpasst. Den Zivi-Sold gab’s bar auf die Kralle und der wurde aufs Postsparbuch eingezahlt.
Wenn genug Geld zusammen war, wurden Bundesschatzbriefe angeschafft. Natürlich immer Typ B, denn der war thesaurierend und es gab da immer ein bisschen mehr Zinsen. So hat’s die Mama erklärt.
Kombiniert mit meinem Unwillen, viele materielle Güter anzuhäufen, war das eine solide Basis.
Geld war nie ein Thema. Es war einfach immer genug da. Ich habe für diesen Artikel mal meine alten Haushaltsbüchlein herausgekramt. 10.000 DM waren das Jahresbudget ‒ inklusive 6 Wochen Indonesien/Malaysia/Singapur!
Ich bin heute der Finanzwesir, weil meine Eltern damals vor 45 Jahren das Fundament gelegt haben. Ich wirtschafte so, wie ich es bei meinen Eltern gesehen habe. In meinem Fall fiel der Apfel nicht weit vom Stamm.

Fast forward 30 Jahre

Als Vater lebe ich meinen Töchtern das mit dem Geld so vor, wie es mir meine Eltern vorgelebt haben. Sie sehen, dass wir in der Familie nicht für jeden Mist Geld rauswerfen. Sie sehen, dass ich beim Wochenendeinkauf differenziere:

  • Salz, Mehl Zucker: Papa bückt sich und kramt die Billigmarke ganz unten aus dem Regal.
  • Milch, Joghurt, Müsli, Obst und Gemüse: Hausmarke, Preis ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium, Sonderangebote werden beachtet
  • Fleisch, Wurst: Bio, Preis egal. Eher wird die Menge reduziert.

Der Erziehungsauftrag wird dezent und listig eingeflochten: Warum ist die Billigmarke ganz unten im Regal, warum machen die jetzt hier so eine Rabatt-Aktion …
Manchmal auch eher Brechstange: Warum stehen die ganzen wirklich tollen Sachen vor der Kasse: "Die machen das absichtlich, damit du mich anjaulst." Das gibt pikierte Blicke von Kind und Personal. Aber dann ist Ruhe.
Soweit zum Punkt "Mit Geld umgehen."

Was das Thema Investieren angeht, bin ich natürlich privilegiert. Wenn die Kinder fragen: "Was hast du heute gebloggt?", gibt’s einen Investment-Crashkurs.
Ganz wichtig: Immer die Tom-Sawyer-Methode anwenden (Sie wissen schon, die Nummer mit dem Zaun). Also kurz und knapp antworten und anmerken, dass man das jetzt eher mit der Mama besprechen würde.
Ah, Erwachsenenthema!
Zack sitzen sie da wie eine Eins und wollen alles wissen.
Altersvorsorge ist nie ein Thema. Überhaupt präsentiere ich das Thema nie in irgendeiner Weise nutzwertig, sondern immer als intellektuell spannenden Forschungsgegenstand.

Papa, was ist eine Aktie?
Mitbesitz an einer Firma.
Was passiert, wenn die Firma pleitegeht?
Die Aktie ist nichts mehr wert.
Das ist aber doof.
Ja, was könnte man dagegen tun?
Keine Aktie mehr kaufen.
Stimmt, aber Aktien bringen echt mehr Geld ein, als Geld auf dem Konto. Kann man da nicht was anderes tun?
Kind überlegt ein bisschen, denkt hin und her, kommt nicht recht weiter.
Papa sagt: Kann ich mal die Butter haben und übrigens, kennst du das Sprichwort: Nicht alle Eier in einen Korb legen?
Kind erklärt das Sprichwort, die Diskussion schweift ab: Sind eigentlich weiße Eier leckerer oder die braunen?
Vater total listig: Kauf doch beide.
Kind überlegt und findet das gut, weil: Dann hat man Auswahl.
Vater regt an, dass man das doch auch mit Aktien machen könne.
So geht das dann dahin und irgendwann ist man beim ETF.
Dann ist aber Schluss, denn das Kind will jetzt Netflix schauen.
Zwei Tage später sagt das Kind unvermittelt beim Einpacken des Schulbrotes: "Wenn ich groß bin, will ich auch die Universal-Aktie haben."
Hä? Universal-Aktie, nie gehört.
Doch Papa, da haben wir doch beim Abendessen drüber gesprochen: "Die Aktie, in der alles drin ist."
Ach so, du meinst einen ETF.
Sag ich doch, die Universal-Aktie.

So, und dann haben diese Themen auch wieder Ruhe, bis das Kind eigenes Geld verdient. Ich bin nicht der Meinung, man müsse die Generation Y für Gelddinge begeistern. Die sollen erst einmal die Welt erobern.
Sorry, aber ein 18-Jähriger, der seine Rente plant, macht mir eher Angst.
Dieses penetrante "Du musst vorsorgen" der Eltern ist sicher gut gemeint, aber mega-nervig.

Dafür

  • Reflektierend einkaufen. Der Pulli von C&A hält dich genau so warm wie der Kittel von Superdry, aber damit kannst du dich in deiner Klasse nicht blicken lassen. Wir kaufen hier kein Bekleidungsstück, sondern Sozialprestige. Das ist ok, aber sieh’ zu, dass du dieses Verhalten nach der Pubertät ablegst.
  • Nie Kredit geben. Das Taschengeld ist ausgegeben, aber es stehen noch Ausgaben an? Dumm gelaufen, aber der "blödeste Papa der Welt" rückt keinen Cent heraus. Geld ist endlich. Verdien’ dir welches, wenn es dir nicht reicht.
  • Geld als praktischen Treibstoff für das tägliche Leben darstellen. Den Kindern vorleben: Geld ist kein Fetisch. Aber es ist gut, wenn genug im Haus ist.
  • Medienkompetenz trainieren. Bissige Kommentare machen, wenn mal wieder wirres Zeug gedruckt oder gesendet wird.
  • Nichts ist schwierig. Alles lässt sich mit genügend Zeit und Forschergeist auseinandernehmen, auch wenn Dr. Fox etwas anderes behauptet.

Dagegen

  • Über konkrete Produkte sprechen. Dafür ist es viel zu früh.
  • Dem Kind mit dem Zeigefinger vorm Gesicht herumfuchteln. Auch wenn ich den Spruch auf den Tod nicht ab kann, muss ich ihn hier jetzt doch mal anbringen: "Chill mal, Papa!"

Noch mal Leser J:

"Meine Kinder werden so langsam zu Teenagern…
Gibt es in der Vita eines 25-Jährigen …

Zwischen Teenagern und 25-Jährigen liegen Welten.
Lassen Sie die Teenies erst mal in Ruhe Amok laufen. Auch wenn man es kaum glauben mag: Sobald die eine zwei vorne haben, werden die meisten ganz manierlich. Das sind meine Langzeiterfahrungen (eigene Kinder und Kinder von Freunden und Bekannten).
Mit 25 ist man doch heute Berufsanfänger. Das sind junge Erwachsene, die man ihr eigenes Leben leben lassen muss. Wenn Sie in den ersten Jahren ein entsprechendes Vorbild gewesen sind, wird das schon klappen.
An das Konzept "Schlüsselerlebnis" glaube ich in diesem Zusammenhang weniger, eher an "steter Tropfen höhlt den Stein".

Im Übrigen ist seit 5.000 Jahren bekannt:

"Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte."
(3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer).

So, und jetzt sind Sie dran

  • Sind Väter und Mütter unter uns? Wie halten Sie es mit der Finanzbildung Ihrer Kinder? Irgendwelche Tricks auf Lager für Leser J.?
  • Leser und Leserinnen unter 30: Erinnern Sie sich noch daran, was Ihre Eltern für Ihre Finanzbildung getan haben? Zu viel, zu wenig, zu nervig, gerade richtig?

Bitte fleißig kommentieren.

(awa)

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Kommentare

Marc sagt am 10. November 2015

Hi, ich bin 30, denke damit falle ich noch in die o.g. Kategorie :)
Bei mir was es einfach das Interesse an den Finanzmärkten und dem generellen Unternehmertum, was mich auf die Materie gebracht hat.
Als Kind hab ich das bekannte Buch ein Hund namens Money von Bodo Schäfer geschenkt bekommen und fand das sehr interessant. Später dann (als ich mich vor und in dem Studium ausgelebt habe und mich absolut garnicht fürs Sparen und Finanzplanung interessiert habe) gab es Rich Dad Poor Dad von Robert T. Kiyosaki und danach Stop Acting Rich von Thomas J. Stanley als Geschenk.
Und langsam fand ein Umdenken statt. Das Interesse kam zurück und der Wissensdurst auch. Bei mir waren es nun diese drei Bücher, weil mein Vater sie mir schenkte, aber es gibt bestimmt auch andere, die den selben Kern als Aussage haben.
Generell würde ich sagen, dass meine Eltern es genau richtig gemacht haben. Ich hatte alle Freiheiten, als es allerdings ans "erwachsen-werden" ging habe ich von ihnen die nötige Hilfestellung und den Stups in die richtige Richtung bekommen.

Grüße

Marc


Fräulein Zaster sagt am 10. November 2015

Lieber Finanzwesir,

danke für deine Einladung einen Kommentar zu diesem Thema abzugeben. Ich hätte dies ansonsten nicht getan. Warum? Weil dies ein schwieriges Thema ist. Interessanterweise hat sich das Aufschreiben der folgenden Sätze gut angefühlt. Wahrscheinlich, weil ich ansonsten nicht darüber schreibe, obwohl die ganze Thematik noch heute mein Leben beeinflusst. Aber wenn ich schon vorweg greife, dann richtig. Mein Fazit ist folgendes: Auch wenn man es als Eltern radikal falsch vorlebt, können die Kinder daraus lernen.


Meine Mutter hat, als ich noch sehr jung war, einen sehr schwierigen Mann geheiratet. Zu anderen, nicht besonders liebenswerten Eigenschaften, gesellte sich die Tatsache, dass er äußerst geizig war. Es wurde prinzipiell billig gekauft. Etwas, das man nicht braucht (geschweige denn Luxusartikel) war nicht erlaubt. Meine Mutter hat am Anfang der Ehe sehr wenig verdient und konnte diesbezüglich nicht wirklich entgegenwirken.

Ein paar Jahr vorwärts. Ich bin mittlerweile vielleicht 8 oder 9, da macht sich meine Mutter selbstständig. Dazu muss man sagen, dass meine Mutter hochintelligent war und sehr schnell ziemlich erfolgreich mit ihrem 1-Frau Betrieb in ihrer Branche wurde. Nun hatte sie ihre eigenes Geld und nicht gerade wenig davon. Alles, was sie sich in den ersten Jahren ihrer Ehe nicht kaufen durfte, war jetzt in Reichweite.

Es wurden Häuser gebaut, erst für meine Großeltern, dann später auch noch eines für sie, als Aushängeschild (sie war Bauingenieurin). Der Rest wurde in diverse Luxusgüter gesteckt. Neuwagen. Swarovski Sammlerfiguren, aber nicht die Kleinen sondern die dicken Dinger für 'nen Tausi pro Stück. Geld war zum Ausgeben da. Punkt. Von dem Prinzip sich auch als Selbstständiger selbst Gehalt auszuzahlen und Geschäftskonto strikt von Privatkonto zu trennen, hatte sie wahrscheinlich nie gehört.

Noch ein paar Jahre vorwärts. Ich hatte gerade mein Studium aufgenommen. Meine Erfahrungen mit Geld umfassten bis dahin meine ersten Lebensjahre, in denen ich - wenn überhaupt - immer das Billigste des Billigen bekommen habe und danach Jahre der Dakadenz, wo es für mich nichts Ungewöhnliches war 2-3 Paar Schuhe für jeweils 200 DM gekauft zu bekommen. Dann wurde meine Mutter krank und als Konsequenz arbeitsunfähig. Die Ehe ging auseinander.

Ein Paar kleinere Schulden waren zu dem Zeitpunkt schon da - warum auch nicht, sie war ja davon ausgegangen arbeiten zu können, um diese wieder auszugleichen. Dazu kamen neue. Im größeren Stil. Den Lifestyle den Sie hatte, konnte und wollte sie nicht aufgeben. Es wurde weiter gekauft. Und weiter gekauft. Rechnungen wurden einfach nicht bezahlt. Mahnungen nicht geöffnet, getreu dem Motto "was ich nicht sehe, ist auch nicht da".

Von den finanziellen Sorgen habe ich lange nichts mitbekommen, ich wohne 500 km entfernt. Irgendwann bei einem Besuch habe ich die Rechnungen entdeckt. Ich habe sie gefragt, woher die ganzen Mahnbescheide kommen. Ganz oben lag ein Drohbrief vom Gerichtsvollzieher. "Das mit dem Gerichtsvollzieher ist aber nicht so schlimm," meinte meine Mutter, "ist ist nämlich der zweite. Der erste war schon da: Hier ist nichts mehr zu holen."

Damals habe ich den Wochenend-Besuch auf 10 Tage verlängert, in denen ich zwei Akten voller Rechnungen abgearbeitet habe, mit Inkasso-Büros Ratenzahlungen vereinbart habe und Vergleiche mit Anwaltskanzleien abgemacht habe. Mir haben vom Telefonieren beinahe die Ohren geblutet.

Heute bin ich 27 und kümmere mich seit einigen Jahren um jegliche Papiere, die meine Mutter ansammelt. Ich zahle ihre Arztrechnung, richte ihre Daueraufträge ein und handle ihre Verträge aus. Ich sorge dafür, dass genug Geld für ihre Krankenversicherung, Strom und Gas auf ihrem P-Konto ist. Mich nicht um ihre Finanzen zu kümmern, ist keine Option. Wenn ich es nicht tue, wird es jemand anders für sie tun - aber nicht zu ihren Gunsten. Meine eigenen Finanzen zu managen, ist ein Klacks dagegen...

Ich will mein Fazit ergänzen:
Auch wenn man es als Eltern radikal falsch vorlebt, können die Kinder daraus lernen.
In vielen Fällen jedoch auf die harte Tour.

Auf dem Blog von Fräulein Zaster gibt es hierzu diesen Artikel: Sauerkraut und Zaster


Reinsch sagt am 10. November 2015

Mh, aktiv mit Geld beschäftigen musste ich mich erstmalig, als es nach der Schule zum Bund ging, und damit erstmalig ein eigener Verdienst auf's eigene Girokonto gingen.
Vorher gab es ja nur Geldgeschenke und mal ein paar Mark aus Ferienjobs, die Muddi für mich auf ein Sparbuch (ja, damals war das noch trendy) gepackt hatte.

Ein intensives Auseinandersetzen war es aber lange Zeit nicht. Ich hatte nie große materielle Ansprüche, so dass selbst das knappe Studentenbudget recht locker reichte, ohne dass ich da groß mit Haushaltsbuch rumhandtieren musste. Es war einfach immer genug da.

Geldanlage war bei uns zu Hause immer eine erzkonservative Sache. Festgeld und Tagesgeld, und gut. Börse ist für Spielsüchtige. Lange hat sich daran auch nix geändert. Warum?

  • als Schüler mehrmals beim "Planspiel Börse" der Sparkasse mitgemacht, jedes Mal am Ende reichlich Geld verloren
  • zum fraglichen Zeit des ersten Geldverdienens war gerade die dotcom Blase geplatzt, Gejammer über Verluste rings herum
  • warum sich die Börse antun, wenn langfristiges Festgeld bester Bonität 5% und mehr bringt?

Erst die Niedrigzinsphase hat mich dann quasi gezwungen zu schauen, ob es außer der Festgeldleiter noch andere Konzepte gibt.


Sven sagt am 10. November 2015

Ich bin 29. Meine Eltern haben mir nur einen guten Ratschlag mit auf den Weg gegeben, nämlich "sich selbst zu erst zu bezahlen". Meine Mutter ist finanziell solide, mit Haushaltsbuch bis auf den letzten Cent. Sie hat aber keine Anlage, die mehr abwirft als das Tagesgeld der Sparkasse. Mein Vater gibt alles aus, was er hat. Er ist Ende 50 und hat seine Immobilie mehrfach refinanziert. Obwohl er gut verdient, hat er heute mehr Schulden als vor 25 Jahren als er das Ding gebaut hat.
Ich habe erst nach dem Studium angefangen mich für Geld zu interessieren. Ich brauchte für Hotelbuchungen eine Kreditkarte und habe bei der Suche nach einem guten Angebot festgestellt, dass die typischen Direktbanken auf das Tagesgeld ca. 10 mal soviel Zinsen zahlen wie meine damalige Sparkasse. Diese Erkenntnis hat bei mir den Schalter im Kopf umgelegt.

Mit meinen Eltern rede ich nicht über Geld. Ich würde Ihnen nie erzählen, dass ich ein Aktiendepot besitze. Allerdings bin ich meiner Mutter dankbar, dass sie mir zumindest solides Wirtschaften im Haushalt beigebracht hat.


PIBE350 sagt am 10. November 2015

"Leser und Leserinnen unter 30: Erinnern Sie sich noch daran, was Ihre Eltern für Ihre Finanzbildung getan haben? Zu viel, zu wenig, zu nervig, gerade richtig?"

Leider viel zu wenig, weil alles im Überfluss vorhanden war, wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich kein einfaches Kind (Anmerkung heute: Konsumbrüllaffe hoch 10!!!) war. Es half also nur die harte Tour: Seit meinem Auszug in die 1. eigene Wohnung ist aus der ehemals nimmersatten Raupe ein freier und unabhängiger Schmetterling geworden. :-)


Nico von Finanzglück sagt am 10. November 2015

Hallo Leser J.,

darf ich mit 36 auch noch antworten? Fühle mich noch wie 25 :)

Mein Rat wäre: Gutes Vorbild sein! Aber bist Du wohl schon.

Ein Schlüsselerlebnis gab es bei mir nicht. Aber geprägt hat mich definitiv, dass ich schon von früh an mein eigenes Geld verdienen musste. Meine Eltern stellten mir zwar ein Taschengeld zur Verfügung, aber damit konnte ich keine großen Sprünge machen. Mit Geld umgehen lernte ich nachdem ich Zeitungen ausgetragen, Autos gewaschen und Burger gebrutzelt hatte. Dann wusste ich was Geld wert ist. Daraus entwickelte sich das Interesse, wie ich es anstellen kann, dass es sich von selbst vermehrt :)

Alles Gute! Ich bin gespannt wie es ausgeht. Ich habe da noch über 10 Jahre Zeit. Bei meinem Lütschen habe ich mal mit einem Aktiensparplan angefangen. An diesem Beispiel hoffe ich sein Interesse am Aktienmarkt und Zinseszins zu wecken.

VG, nico


Chris sagt am 10. November 2015

"Leser und Leserinnen unter 30: Erinnern Sie sich noch daran, was Ihre Eltern für Ihre Finanzbildung getan haben? Zu viel, zu wenig, zu nervig, gerade richtig?"

Bin zwar schon Ü, aber sei's drum. Meine Eltern sind eigentlich solide finanziell gebildet. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt dass sie souverän in ETFs investieren können (das übernehme ich für sie), sondern so grundlegende klassische finanzielle Tugenden wie Haushaltsbuch machen, Kosten vergleichen, Schulden vermeiden.
Meine "Finanzbildung" haben sie mir nicht so direkt vermittelt als dass sie mich eines Tages mal an den Küchentisch gebeten haben und den "So Junge jetzt erklären wir dir mal wie die Wirtschaftswelt funktioniert"-Talk gehalten haben, nein das wurde einfach impliziert jeden Tag vorgelebt, und dazu muss man ja auch sagen da beide in der Buchhaltung tätig sind waren Finanzthemen bei uns zuhause sowieso schon alltägliches Gesprächsthema.
Mit ihren konsequent angewandten Werten haben sie auch mit einem kleinen bescheidenen Angestelltengehalt über Jahrzehnte ein doch recht ansehliches Vermögen aufgebaut (gerade wenn ich mal Leute im Bekanntenkreis vergleiche, die eigentlich mehr verdienen, aber eben durch schlechtes Verhalten weniger wirklich behalten) und das respektiere ich sehr bzw sehe es auch als Anspruch an mich, diesen Wohlstand zu wahren und zu mehren, und die dafür nötigen Tugenden weiter selbst zu praktizieren.

"Sind Väter und Mütter unter uns? Wie halten Sie es mit der Finanzbildung Ihrer Kinder? Irgendwelche Tricks auf Lager für Leser J.?"

Siehe oben, als erstes halte ich es für essentiell wichtig, das eine inhaltliche Übereinstimmung zwischen dem besteht was man sagt und was man tut. Wie kann ich als Eltern den Kindern vom Sparen predigen, aber selbst immer nur einen kräftigen Schluck aus der Schulden-Pulle nehmen ? Werte müssen überzeugend vorgelebt werden, Kinder sind ja auch nicht so blöd als dass sie nicht schnell mitkriegen wie der Hase wirklich läuft.

Wie man selbst als Erwachsener finanziell kompetent und aufgeklärt agiert, wird ja hier auf dieser Seite und anderswo schon gut beschrieben. Wie man das aber kindgerecht den Kleinen schon beibringt, ist wieder ein Thema für ne ganze Artikelserie oder ein Buch.

Wichtig ist es, von anfang an eben nicht die allseits grassierende "will ich haben, sofort!" -Quängelmentalität zu bedienen. Das einzige was man seinen Kindern schenken muss ist Aufmerksamkeit und Zuneigung, aber eben NICHT jeden Krimskrams nach dem sie schreien.
Das geht schon los dass man an der Supermarktkasse eben die Süßigkeiten stecken lässt und lieber nen Apfel zu essen gibt (ist btw auch besser für die Gesundheit).
Materielle Überversorgung wird auch oft als "Ersatz" für tätsächliche Zeit und Beschäftigung mit dem Kind gebraucht. Ich weiß, liebe Eltern, ihr wollt alle nur "das Beste" für euern Kleinen, aber das beste seid ihr selbst und nicht die Geschenke die ihr ihm in den Arsch blasen könnt.
Mal abgesehen dass die sich auch ganz schnell auch dran gewöhnen. Bei den ersten Malen funkeln noch die Äuglein ganz schön, aber spätestens wenn sie verzogene Teenie-Gören sind kommt dann nur sowas wie "Was ? NUR ein Samsung S3 mini ?? Aber ich wollte doch ein Iphone! Ihr seid total doof, wääh!!" dabei raus. Tut euch, und ihnen (und uns, der ganzen Gesellschaft) das einfach garnicht erst an.

Kinder sollten früh begreifen, dass es Geld nur gegen Leistung gibt. Waswaswas, ich hör den Aufschrei, Familie soll doch der Hort der Geborgenheit sein und nicht vom bösen marktwirtschaftlichen Gedankengut bestimmt.
Halt, ich sagte doch, Liebe und Aufmerksamkeit sind unbegrenzt frei zu geben, das ist das wichtigste (und Geld ist nicht der Ersatz dafür). Aber Kinder müssen auch begreifen (ist ja grad für ihr späteres eigenständiges (Arbeits!)Leben essentiell, wenn ihr sie nicht ewig durchfüttern wollt) das man für Geld etwas tun muss, oder zumindest für mehr Geld mehr tun.
Ein "Basis"betrag an Taschengeld ist ja schön und gut, aber der sollte so niedrig sein dass das Kind motiviert wird, "erfolgsbezogene Zulagen" zu leisten. Ob das nun Rasen mähen, Geschirr spülen oder gute Schulnoten sind, hauptsache es kommt eben auch was vom Kind und ist nicht nur ein einseitiges Geben. Mit der Zeit begreifen sie es auch und es wird zur Selbstverständlichkeit und eigenem inneren Antrieb, um sich Sonderwünsche erfüllen zu können.

Dann sollten Kinder begreifen, dass Geld eben nicht einfach so auf den Bäumen wächst, sondern Mami und Papi hart dafür arbeiten müssen und Einnahmen und Ausgaben zu kalkulieren haben. Ich weiß, ihr wollt sie von all diesen "Erwachsenen-Sorgen" möglichst fernhalten, und über Geld spricht man generell nicht (schon garnicht mit den eigenen Kindern).
Aber Offenheit ist besser (für beide Seiten) anstatt immer nur heile Welt vorzugaukeln und in wirklichkeit nur am finanziellen Limit zu operieren. Kenne ja einige Leute, die sich für die Aufrechterhaltung des schönen Scheins, auch mit den besten Absichten (Kinder sollen glücklich sein und nicht mitkriegen wie kaputt die Lage eigentlich ist) extrem ruiniert haben und dadurch am Ende sogar der Familie durch die Verschuldung wieder mehr Schaden zugefügt haben als wenn sie einfach von anfang an offen und ehrlich gesagt hätten was Sache ist.
Wenn man den Kindern schon nicht direkten Einblick in die eigene große Finanzplanung geben will, kann man sie doch anhalten zumindest für sich selbst ebenfalls ein kleines Haushaltsbuch zu schreiben, wo sie ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und ein Gefühl für den finanziellen Bedarf entwickeln und selbstständig lernen können Einnahmen zu steigern und Ausgaben zu senken.
Das klingt jetzt wieder marktwirtschaftlicher als es eigentlich ist, im Grunde heißt das nur für die Kinder eben das sie lernen zu sehen wann sie mal wieder eine zusätzliche Schicht Rasenmähen einschieben bräuchten oder auf der anderen Seite auf ein paar unnütze Schnickschnack-Käufe zu verzichten, um ein gewisses finanzielles Ziel selbst zu erreichen (das kann z.B. dann das mit EIGENEM Geld gekaufte Handy sein, was man dann auch viel mehr wertschätzt).

Genauso wie z.B. in Physik beigebracht werden soll, das Strom eben nicht einfach so mal "aus der Steckdose" kommt, sollte auch beigebracht werden wo das Geld eigentlich herkommt, sonst denken die Kinder nur weiter "ja von Mami und Papi, einfach so (wenn ich nur lange genug rumquängel)" (und viel zu oft leider später dann "ja vom Staat, einfach so lol").
Wie man seine Finanzen in den Griff bekommt (Einnahmen > Ausgaben), wie man es anlegt zur weiteren Geldvermehrung, und worauf man bei Verträgen etc achten muss um wenigstens den gröbsten Beschiss zu vermeiden, ist essentielles Wissen um in der Gesellschaft nicht nur zu überleben sondern auch weiter voranzukommen. Und die Mögllichkeiten und Wege, sich dieses Wissen anzueignen, sind heutzutage mit dem Internet (voller vielen leicht verständlich geschriebenen Blogs wie dem hier) einfacher als je zuvor. No Excuses!

Man kann auch die Kinder in die Geldanlage mit einbeziehen. Wenn man ihnen schon nicht einblick in das eigene große Depot geben will (gibt ja Eltern, die wollen nicht das ihre Kinder sehen wie viel (oder wenig, lol) man hat), kann man für sie doch zumindest ein kleines "Kinder-Depot" anlegen, was man dann gemeinsam betreut (ist ja btw auch ganz sinnvoll zum Ausschöpfen der Freibeträge).
Dort könnte dann z.B. jeden Monat das Kindergeld o.ä. Betrag hingespart werden. Dort sehen die Kinder dann auch ganz direkt immer, wie sich ihr Betrag verändert und bekommen ein Gefühl für die Bewegungen der Börse (und weniger Berührungsängste!). Wenn man ihnen dann sagt, das bekommst du dann alles selbst wenn du 18 bist /Arbeit anfängst/ heiratest etc. sind sie auch selbst bestrebt dass da ein möglichst hoher Betrag bei rauskommt, und beschäftigen sich aus eigenem Interesse mit der Börse, damit sich "ihr" Depot möglichst gut entwickelt.
Klingt natürlich alles erstmal sehr idealistisch, aber in der Praxis ist so ein Depot wirklich mit das beste Geschenk, was man einem Kind langfristig machen kann, auf jeden Fall viel besser als ihm 18 Jahre lang NUR den Konsumkram, Spielsachen, Klamotten, Handys hinterherzuschmeißen. Wenn die älter sind, erinnern die sich doch eh nicht mehr daran was sie zum fünften Geburtstag etc bekommen haben, aber das über all die Jahre gewachsene Depot merken sie sich auf jeden Fall. Nur mal so als Beispiel, die 184€ monatlich angelegt, zu 5% pa Rendite, gibt nach 18 Jahren schon über 63.000€. Na wenn das mal keine "Starthilfe" ist.

Natürlich muss man seinen Kindern nicht kompletten Einblick in die eigene Vermögensaufstellung geben. Es ist nur zu Vermittlung von praktischem(!) Finanzwissen oft die einzige konkrete Bilanz auf die man zugreifen kann, wenn man nicht nur im "luftleeren Raum" (also an theoretischen Beispielen) argumentieren möchte.
Also wenn man z.b. Börse nur an virtuellen Musterdepots (oder zeitlich begrenzten Plan-Spielchen) demonstriert, ist das nicht so interessant wie das wirkliche eigene Depot wo echtes Geld im Feuer ist um man sich jahrelang damit beschäftigt. Oder man kann den Kindern (die ja heute alle so leicht mit dem Internet umgehen können) auch kleine finanzbezogene-Aufträge geben, wie z.B. "Such mal für die Mama raus was grad die günstigste Kfz-Versicherung ist?".
Überhaupt ist es für mich manchmal unverständlich, wie Finanzen zum zweitgrößten Tabuthema in der Familie gemacht werden (nach Sex). Man sieht doch, wie schädlich es ist, darüber nicht zu sprechen, wenn man die Kinder nicht selbst rechtzeitig genug aufklärt, die bauen dann mit Unwissen nur noch größeren Mist (haja, wie beim Sex halt, lol).

"Leider" muss man den Kindern und Jugendlichen auch heutzutage viel direkter beibringen, wie wichtig es ist Schulden zu vermeiden, da die Möglichkeiten und Leichtigkeit, in diese Falle zu tappen, heutzutage viel größer geworden ist.
Dazu passt thematisch eine Umfrage des Bundesverbandes der Inkasso-Unternehmen: http://www.adf-inkasso.de/newsletter/fruehe-schulden-aus-unueberlegtem-konsum-und-mangelndem-finanzwissen.htm
Dass gerade junge Menschen häufig viele Konsumschulden haben, hat mit vielem zu tun, dass in den allgemeinen Sittenverfall reinspielt. Eben die angesprochene "alles will ich haben, und zwar sofort"-Mentalität, die Materialismus zur Selbstverwirklichung verklärt. Die Wirtschaft freuts ja, wird sie doch so viel mehr Zeugs los.
Aber auch der technische Fortschritt: auf die Gefahr hin wie ein granteliger Opa zu klingen, früüüher musste man noch zu Fuß in ein Geschäft und dort konnte dann nur mit bar bezahlt werden. Kein Geld, keine Ware, pech gehabt.
Heute gibts alle Dinge schnell mit einem Klick, das Geld ist ja auch nur noch "virtuell" als Zahl auf dem Bildschirm (anstatt Schein in der Tasche) da, so sinkt die Hemmschwelle enorm, es impulsiver auszugeben. Und hatte man früher kein Geld, musste man auch noch persönlich bei der Bank einen Kredit erbetteln, heute kriegt jeder automatisch einen Dispo beim Giro mit "geschenkt" (ein Schelm wer böses dabei denkt).
Und ist man dann mal in den Schulden, haben heute viel zu viele auch eine scheißegal-Verantwortungslosigkeitshaltung (wird ja auch "von oben" gut vorgelebt), während früher Schulden noch als der Teufel und eine Schande galten sind sie heute schon zum "Normalzustand" verkommen (Frosch im Kochtopf -Effekt). Dazu passt auch folgendes Zitat ( aus http://www.adf-inkasso.de/newsletter/immer-mehr-jugendliche-sind-mit-konsumschulden-verschuldet.htm ) :

["Oftmals, so die Erfahrung der Inkassounternehmen, werden die Probleme schlicht und ergreifend aber auch nur »vererbt«, 72 Prozent der befragten BDIU-Unternehmen verweisen darauf, dass jugendliche Schuldner bereits im Elternhaus mit einem schlechten Vorbild konfrontiert worden sind. Wenn die eigenen Eltern einen Konsum auf Pump vorleben und die Kinder es als normal zu empfinden gelernt haben, dass regelmäßig Mahnungen ins Haus kommen oder sogar der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, ist ihre Hemmschwelle, selbst Schulden aufzunehmen, viel niedriger“, berichtet der BDIU."]

Irgendjemand andres wird sich schon drum kümmern, nach mir die Sintflut. Früher gab es Geld nur als Lohn für eigene Leistung, und man hat sich deshalb auch noch genauer überlegt für was man den hart erarbeiteten Groschen auch ausgibt. Mit der heutigen Rundumversorgung, ob nun von den Eltern oder vom Staat, wird einem viel mehr einfach so in den Arsch geblasen, ist ja klar dass sich so kein Bewußtsein entwickeln kann wie man damit vernünftig umgeht.

["In der Herbstumfrage melden 83 Prozent der Inkassounternehmen, dass junge Schuldner Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsunternehmen haben. 79 Prozent nennen Onlinehändler. Weitere Gläubiger, bei denen Verbraucher zwischen 18 und 24 Jahren in der Kreide stehen, sind demnach Versandhändler (57 Prozent der Inkassounter­nehmen haben eine entsprechende Angabe gemacht), Fitnessstudios (56 Prozent) und Internet-Serviceanbieter."]

Es ist mir schwer erklärlich wie man Schulden fürs Handy machen kann. Es gibt heute Flatrate-Tarife mit Internet für 10-15€. Klar, wenn man uunbedingt das neueste Iphone mit dazu braucht, und auch das tausend Gigabyte Datenpaket gleich mit dazu (weil man muss ja uuunbedingt immer dauernd und überall HD-videos gucken können), dann werden dass mal schnell 50-70€ im Monat.

Den Onlinehandel und Versand-Schulden kann wohl nur ein Riegel vorgeschoben werden wenn es Ware nur noch gegen Vorkasse gibt, und das will wohl so schnell niemand der Beteiligten wirklich durchsetzen. Schulden bei Fitnessstudios - Gehts noch ? Liegestützen und Klimmzüge sind kostenlos, ein Hantelset für 100€ ist völlig ausreichend, und wer sich danach immer noch nicht durchtrainiert genug fühlt kann gern mal meinen Acker umgraben kommen.
Das Konsum und Statussymbole so wichtig sind wegen Gruppenzwang und sozialem Druck, ist auch nicht wirklich so, bzw. leichte Ausrede. Mal ganz abgesehen davon, dass wenn man mit teurem Zeugs rumläuft, in einigen Gegenden von seinen Altersgenossen doch nur verstärkt "abgezogen" wird ;-) ist es doch so dass "Freunde" die man nur wegen diesem Schnickschnack hat, garkeine echten Freunde sind.
Die Kinder sind ja auch nicht so dumm, dass sie das nicht fühlen würden, aber da überwiegt dann meist wieder die Unsicherheit, einfach nur dazugehören zu wollen. Ich weiß, bei kleinen Kindern ist das ja noch ganz süß und nicht so schlimm, man kauft ihm halt die Pokemons (oder was auch immer grad aktuell ist) weil halt alle andern im Kindergarten auch damit spielen.
Aber spätestens wenn die älter sind und anfangen, ihren Selbstwert nur noch über ihr neuestes Iphone und die Nikes definieren zu wollen, sollte schluss mit lustig sein. In Wirklichkeit ist es doch vor allem die eigene Persönlichkeit, und nicht irgendwelche Dinge, die über die Beliebtheit und Durchsetzungsfähigkeit im Freundeskreis entscheidet. Also zumindest meiner Erfahrung nach hat der eigene Kontostand (oder der der Eltern) nicht viel mit der zwischenmenschlichen Zufriedenheit zu tun. Aber hey, vielleicht bin ich ja auch nur so ein toller Mensch.

Um mit der Frage abzuschließen, welches Schlüsselerlebnis ein 25jähriger braucht, um sich endlich mit den Finanzen zu beschäftigen:
Ein gewisser Teil der Leute wird das nie tun, weil sie eben so hedonistisch-impulsiv gepolt sind. Geld geht so raus, wie's reinkommt, warum an morgen denken wenn ich heut noch was erleben kann ?
Und damit meine ich noch nichtmal die armen Schweine, die ihr lebenlang nur im Niedriglohnsektor rumkrebsen, und was es sonst noch so für Hartzer-Klischees gibt. Meiner Erfahrung nach, sind die Leute, die wirklich wenig verdienen, sogar überwiegend finanziell bewußter (also sparen, müssen ja jeden Cent zweimal umdrehen und ihre kümmerlichen Finanzen zusammenhalten) als Leute die eigentlich Besserverdiener sind, aber eben weil sie nie die Erfahrung des Mangels haben machen müssen, das Geld auch viel unbewußter und unkontrolliert leichter ausgeben (getreu dem Motto "wir ham's doch !?").
Bei den eigenen Kindern kann man, wie ich oben schon gesagt habe, schon früh noch großen Einfluss darauf nehmen, ob sie eine verantwortungsvolle Finanzplanung entwickeln können, und zwar weil man sie bewußt vor die Herausforderung stellt und nicht den Wunsch, ihnen ein "gutes Leben" zu ermöglichen, mit der Praxis sich nur gepamperte Schlendriane zu erziehen, verwechselt. Dafür gibt es sicher kein allgemeingültiges Patentrezept (sonst würd ich das in ein Buch verpacken und damit Geld verdienen), und am Ende ist ja auch die eigene Einsicht nötig als bester Motivator, und m.M. kann Einsicht meist am ehesten nur aus der Erfahrung des Mangels (und der eigenen Überwindung dessen) gewonnen werden.


BigMac sagt am 10. November 2015

DIE Zauberformel des ganzen Beitrags ist in einem Satz versteckt:

Wenn Sie in den ersten Jahren ein entsprechendes Vorbild gewesen sind, wird das schon klappen.

Wenn regelmäßig selbstverdientes Geld für den eigenen Unterhalt kommt / kommen muss, wird aufgrund dieser Basis das Interesse meist von selber da sein oder zumindest kein "ungesundes" Verhältnis zum eigenen Geld vorhanden sein. Wenn kein gutes Vorbild da ist und bislang auch nicht war, wird's schwer.

Gruß
BigMac


JoeFox sagt am 10. November 2015

Ich habe meinem Sohn zur Geburt vor 1 Jahr einen Aktienfonds gekauft, der 4 mal im Jahr ausschüttet. Geldgeschenke der Verwandtschaft werden ebenfalls investiert. Die Ausschüttungen werden im Moment reinvestiert.

In ein paar Jahren bekommt mein Sohn die Ausschüttungen monatlich als Taschengeld ausgezahlt. Ich kann mir schon jetzt vorstellen, wie er immer gespannt ist, wie viel es im jeweiligen Monat gibt. Und hoffe, dass er gerne auch selbst weiteres Geld an der Börse anlegt.

Zum Thema Planspiel Börse: ein denkbar ungeeignetes Mittel, um junge Leute an die Börse heranzuführen. "Wer schafft es mit wilden Zockereien in kurzer Zeit, sein fiktives Kapital zu vermehren..." Genau der falsche Weg.


Christoph sagt am 10. November 2015

Das hier ist meine Liste. Teilweise wurden die Dinge schon genannt:

  • Vermitteln dass Geld endlich ist
  • Das Konzept der Handelsmarken bei austauschbaren Waren zeigen
  • Zinseszins an greifbaren Beispielen erläutern (Gebrauchtwagen jetzt vs. Vermögen später)
  • Sicherstellen, dass die Kinder vor lauter sparen das leben nicht vergessen

Der größte und schwierigste Punkt auf meiner Liste ist das Unternehmertum. Denn bei Kindern gibt es da keine ethischen Überlegungen. Angefangen haben wir mit Zeitungen austragen. Dann lernte mein Sohn, dass es am Ende mehr Trinkgeld gibt, wenn er ein kleines Geschenk mitbringt etc.

Wir haben dann zur großen Freude der Mama eines schönes Samstags nachmittags mal "Nebelbomben" aus alter Folie und Puderzucker gebaut.

Drei Wochen später wurde ich dann von der Klassenlehrerin zum Gespräch gebeten. Er hatte ca. 50 gebastelt und sie für 3 Euro pro Stück an seine Mitschüler verkauft.

Innerlich habe ich natürlich über seine erste Firma gejubelt, aber das ist halt ein zweischneidiges Schwert. Wobei mit 9 darf man wohl noch snake oil salesman sein.


Dummerchen sagt am 10. November 2015

Hmpf, ich fühle mich ausgegrenzt, lieber Finanzwesir. Gehöre in keine der beiden Gruppen. Trotzdem gab es eine Jugend, an die ich mich sogar noch erinnern kann ;-), in der mir "Finanzbildung" mitgegeben wurde - darf ich trotzdem?

Bestimmt ;-)!

Ich habe von meinen Eltern leider nicht gelernt, wie man Geld anlegt. Für sie gab es "nur" die Anlage in eigene vier Wände, die unsäglichen KLVs in den 80ern und heutzutage Festgeld bei der Spasskasse. Trotzdem geht es ihnen gut und sie sind glücklich mit dem, was sie erreicht haben - was soll ich da klugscheißenderweise irgendwas bei ihnen ändern wollen? Sie kommen mit den Grundzügen des Internets noch klar, aber ich quatsche sie bestimmt nicht in ein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank rein, das ich dann in der Folge managen darf ;-). Zumal der Unterschied von +/- 1% in ihrem Alter auch nichts mehr ausmacht.
Ich finde das alles ok. Sie haben zwar vielleicht nicht die Renditeknaller verwendet, aber auch nicht in windige Schiffsfonds investiert und das ist sicherlich das Wichtigste bei der Geldanlage: Vermeide echte Fehlgriffe.

Was ich von Ihnen aber gelernt habe und wofür ich Ihnen sehr dankbar bin, ist das Motto, nichts auszugeben, das man nicht hat. Sie hatten (abgesehen vom Hauskredit, den sie tapfer schnellstmöglichst abgezahlt haben) keine Kredite und so wurde auch ich erzogen: Taschengeld gab's. Das war für alles was ich Besonderes haben wollte. Klamotten und Schulsachen wurden von ihnen bezahlt. Fertig. Wenn ich also sehnlichst einen Computer (C64 oder so) haben wollte, musste ich halt sparen und mir nebenbei was verdienen: Nachhilfestunden, Inventur bei Baumärkten, ... Von nix kommt nix. Da lernt man schnell Prioritäten zu setzen und abzuwägen, ob man lieber regelmäßig Kleinbeträge ausgibt oder dann doch schon früher seinen großen Wunsch erfüllt bekommt.

Ansonsten denke ich auch, dass das aktive Vorleben von solchen Grundsätzen viel wichtiger ist, als schon als 16-jähriger die erste Aktie ins Depot gelegt zu bekommen. Ich finde Geldanlage hat sehr viel mehr mit der eigenen Werteskale (materielle Werte und immaterielle Werte) zu tun als mit der Auswahl des einen Super-Aktien-ETFs (oder so). Zweiteres kann man lernen. Ersteres wird zumeist sehr prägend Jugendlichen vorgelebt - das ist viel schwieriger im Alter zu "korrigieren".

Lieben Gruß Dummerchen

PS: Es ist übrigens so, dass Jugendliche durchaus Interesse an Finanzthemen entwickeln. Ich habe z.Z. mit ein paar Jugendlichen zu tun, die gerade ihren ersten Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben und die erste Weihnachtsgeldzahlung bekommen werden. Da kommen plötzlich Themen wie Steuererklärung, Versicherungen zu Tage, über die sie sich gerne von mir was erzählen lassen. Es geht halt um ein paar Hundert Euro - da wird eine Steuererklärung plötzlich ein spannendes Thema.
Ich finde, solange noch kein "echtes" Geld da ist, braucht man es nicht mit dem Finanzspezialwissen übertreiben - aber wenn es soweit ist sollten die jungen Erwachsenen wissen, dass die finanzgebildeten Eltern wie Leser J. diejenigen sind, die man fragen sollte - und eben nicht den netten Herrn Kaiser.


M.B. sagt am 10. November 2015

Hallo Finanzwesir! Ich freue mich Deinen Blog gefunden zu haben! Deine Artikel sind sehr verständlich und mit guten Beispielen geschrieben.

Meine Eltern haben leider keine Finanzbildung an uns weitergegeben. Das Geld wurde verdient und was am Ende des Monats übrig war wurde auf das Sparkonto überwiesen. Und so einfach ging es. Ich habe mir auch keine großen Gedanken darüber gemacht bis ich dann selbst angefangen habe, Geld zu verdienen (ich bin 29 und seit knapp 4 Jahren berufstätig). Alles was ich jetzt über Sparen, Geldanlagen, Strategien und Finanzbildung allgemein weiß, habe ich mir selbst im letzten Jahr beigebracht. Ich habe unzählige Stunden dabei verbracht, verschiedenste Artikel und Forumbeiträge im Internet zu lesen. Noch vor einigen Jahren hätte ich an Diskussionen über Finanzen nur mit einem Gähnen teilgenommen.


Christian sagt am 10. November 2015

Hallo,

meine Tochter kam vor ein paar Wochen mit der Frage zu mir "Papa, was ist der Dax?". Sie ist 12 Jahre alt. Also habe ich mir Gedanken gemacht, wie man es einfach erklärt. Die Kurzfassung ist, ich habe ihr Unternehmensbeteiligung anhand von Reitbeteiligungen erklärt. Da ich die Hoffnung hatte, dass es vielleicht auch anderen Eltern einer Pferde- und Reitbegeisterten Tochter hilft das Thema näher zu bringen, hatte ich einen Blogartikel dazu angefangen. Der Artikel hier hat mir dann den Anstoß gegeben, meinen endlich mal fertig zu stellen.

Das Thema Börsenspiel ist vielleicht für Kinder trotzdem nicht uninteressant, jedenfalls ein langlaufendes. Vielleicht werde ich mit meiner Tochter mal einen Account beim einem Open End Börsenspiel eröffnen und dann in 10 Jahren, wenn sie es schon lange vergessen hat, den Account zuschicken.

Auf dem Blog von Christian gibt es hierzu diesen Artikel: Wie erklär ich es meiner Tochter – Teil 1: Aktie


Benjamin sagt am 10. November 2015

Hallo zusammen,

ich finde dies ist ein interessantes Thema, da ich vor sieben Monaten auch Vater eines Jungen geworden bin und mir seitdem manchmal Gedanken mache, wie ich ihm den Umgang mit Geld beibringen soll. Ich selbst bin 30 Jahre alt.

Meine Eltern waren immer konservativ mit ihrem Geld umgegangen. Bausparen, KLV und das Haus der Großeltern erweitert. Kein besonderer Luxus oder dicke Autos, dafür aber relativ viele Reisen mit dem Wohnwagen, später Wohnmobil. Kein nennenswertes Vermögen, außer das Haus.

Ich selbst habe nie große Reserven über 1.000 € gebildet, außer für das erste Auto.
Dafür hatte mein Vater wieder mal einen Bausparer abgeschlossen. :-)

So richtig auf das Thema Finanzen bin ich erst ab ca. 25 Jahren gekommen, als ich mit meiner Freundin (heute Frau) zusammen zog und merkte, wie teuer das Leben eigentlich ist, obwohl ich doch recht gut verdiente. Das Griechenland Debakel begann gerade und die Krise 2008 war mir noch gut im Gedächtnis. Beeindruckend war, dass meine Freundin zu dem Zeitpunkt schon mehr als drei Netto-Jahresgehälter zusammen gespart hatte während ich nur über 4.000 € verfügte, welche ich aus meinem letzten von meinem Vater abgeschlossenen Bausparvertrag heraus bekommen hatte.

Ich überlegte, ob man ein Haus kaufen solle, wollte mich aber nicht in die Schulden stürzen. Ich hatte noch nie im Leben Schulden, auch bis heute nicht. Vielleicht eine Eigentumswohnung? Auch immer noch sehr teuer in meiner Gegend...
Ich kam irgendwie nicht weiter, aber glücklicherweise empfahl mir eine Freundin einen Finanzberater, den sie aus dem Studium kannte. Er war noch jung, hat sein Handwerk aber dennoch verstanden. Meine Augen leuchteten, als wir berichten sollten, was wir mit 1 Mio Euro tun würden, wenn wir sie denn hätten.
Es war mein Glück, dass ich als ehemaliger Leser der Nachdenkseiten eine Allergie gegen Riester hatte und einen Freund, der mir von den angebotenen Fonds abriet. Letztendlich war dieses Erlebnis aber trotzdem eine Bereicherung, denn dieser provisionsbasierte Vollhorst sorgte dafür, dass ich von nun an selbst alles über Investieren wissen wollte! :-)

Ich begann Youtube Videos über Finanzen zu schauen (Aktien mit Kopf), las den Graham (Intelligent Investieren), las den Kommer und fand den Wesir und andere Blogs. Seitdem hat sich mein Vermögen vervielfacht und ich bin viel entspannter, was Finanzen angeht (und auch das Leben :-) ).

Ich möchte, dass mein Kind früher als ich lernt, wie es auf der Welt läuft und wie man die Sprache des Geldes spricht.
Aber ich fürchte das ist ein frommer Wunsch. Somit kann ich nur hoffen, dass ich ausreichend gut vermitteln kann, dass harte Arbeit sich auszahlt und dass man bescheiden leben soll, wenn man früh aus der Arschloch-Zone raus kommen möchte.
Ich versuche einfach, ein gutes Vorbild zu sein und die Sache nicht zu eng zu sehen.

Viele Grüße
Benjamin


Alex von Reich-mit-Plan.de sagt am 10. November 2015

Hallo Finanzwesir, Kinder & Finanzen ist ein sehr interessantes und immer wieder gefragtes Thema.
Entweder zur Finanzbildung, was bei den meisten m.E. vernachlässigt wird oder beim Geld anlegen für die Kleinen.
Ich bin damit aufgewachsen, dass über Geld nicht gesprochen wurde. Das Geld was da war, wurde auch unter die Leute gebracht. Nicht im Überfluss oder für Luxus, nein es wurde einfach gleichmäßig verteilt.
Da ich mittlerweile die 40 Jahre direkt von unten sehen kann, war ich aber auch in einer Zeit Kind, in der es nicht die Möglichkeiten der heutigen Geldanlage gab. Ich weiß selbst nicht so recht wie das damals alles funktionierte, aber ich erinnere mich, dass meine Eltern noch in die Sparkasse gingen um Geld zu holen oder das Sparbuch abstempeln zu lassen.
Mit auf dem Weg habe ich nicht viel Finanzwissen mitbekommen. Praktisch gar nichts. Mein heutiges Wissen habe ich mir wenige Jahre nach meiner Ausbildung selbst angeeignet. Denn ich war schon immer auf der Suche nach Möglichkeiten viel Geld zu verdienen um frei zu sein. Schlussendlich habe ich die Kapitalmärkte für mich entdeckt, da m.E. hier die besten Möglichkeiten bestehen unbegrenzt Geld zu verdienen. Dank Zinseszins, unterschiedlichen Strategien und zusätzlichen (wenn möglich) passiven Einkommensquellen funktioniert dies auch sehr gut und mit Blick auf die Zielerreichung sehr schnell.
Es liegt daher auf der Hand, dass ich bei meiner kleinen vierjährigen Tochter alles anders machen werde, als ich es in meiner Kindheit erfahren durfte. Auch wenn Taschengeld, Geldbildung, Wissen über passives und ortsunabhängiges Arbeiten sowie langfristige Geldanlage heute noch keine große Rolle spielen - unsere Tochter wird mit ihrer Volljährigkeit um Welten besser informiert sein, als ich zur damaligen Zeit.
Seit der Geburt besparen wir zwei ETFs und werden diese nun in einen Ginmon-Sparplan umschichten. Denn hier besteht die Möglichkeit den Risikofaktor der Anlage flexibel zu steuern. Das finde ich wichtig, mit Blick auf die spätere Volljährigkeit meiner Tochter und dass zu diesem Zeitpunkt das Kapital hoffentlich in keinem Crash steckt.
Wie bei einem angehenden Rentner, sollte man zum Ende hin das Risiko rausnehmen für mehr Sicherheit und weniger Volatilität. In wenigen Tagen veröffentliche ich zum Ginmon-Sparplan einen Artikel in meinem Newsletter. Ich ergänze den Link dann gern hier.

Gruß
Alex

Auf dem Blog von Alex von Reich-mit-Plan.de gibt es hierzu diesen Artikel: Reich-mit-Plan.de Blog


Pierre sagt am 10. November 2015

Von meiner Mutter habe ich früh gelernt, dass man immer mehr einnehmen sollte als man ausgibt. That's it. Da kommt das sparen von ganz alleine.


mafis sagt am 10. November 2015

Bin auch einer der 24 Jährigen. Frischfleisch so zu sagen. Um ehrlich zu seine muss ich wohl zustimmen, wenn es um das Thema vorleben geht. Direkt über Geld wurde eigentlich nie so gesprochen, weil es zeitweise auch immer mal knapp war.

Ich habe wohl am meisten gelernt durch die Eltern bewusst mit Geld umzugehen. Daher man muss etwas sparen und sich auch etwas überlegen, wo das Geld hingeht. Von der Seite eindeutig ein Plus für die Eltern.

Hingegen wurde das Thema Investieren nie wirklich kultiviert. Also damit hatte ich eigentlich nie etwas am Hut bis vor einiger Zeit. Dort war wirklich das Mindset durch die Eltern geprägt, wo Geld etwas schlechtes ist.

Daher wenn es um das Thema geht bewusst mit Geld umzugehen haben die Eltern wohl alles richtig gemacht. Beim Thema investieren und alles drum herum wäre ein bisschen mehr Information alleine schon interessant gewesen. Dann hätte ich wohl wirklich schon 4-5 Jahre früher angefangen mir Gedanken zu machen.

Auf dem Blog von mafis gibt es hierzu diesen Artikel: Meine Finanzgedanken


Alex sagt am 10. November 2015

Wer seinen Kindern ein Luxusleben vorlebt (d.h. finanzieller Input =< finanzieller Output) darf sich nicht wundern, dass dies von den Kindern ebenfalls so gelebt wird.

Wer seinen Kindern akribisches Sparen vorlebt (und sich/seinen Kindern nichts gönnt außer das Notwendigste) darf sich nicht wundern, dass dies von den Kindern nicht so gelebt wird, wenn die erste eigene Einkommensquelle vorhanden ist.

Mein finanzielles Umdenken (ich bin nun 26, der Umschwung kam mit 25) begann erst, als ich merkte, dass es ohne Probleme möglich ist, große Summen zu sparen/anzulegen und parallel Geld für die Dinge übrig zu haben, die man selbst als "Alltags-Aufwerter" sieht (das mag für den einen der Tracking-Schuh zum Wandern sein, für den anderen eine Reise und für mich z. B. eine ruhige, moderne Wohnung).

Würde ich mein ganzes Einkommen für Luxus ausgeben, so wäre ich nicht glücklich. Würde ich mein ganzes Einkommen sparen und auf "alles" verzichten, wäre ich ebenfalls nicht glücklich.

Die Balance hat sich für mich als "umsetzbare Einstellung zu Geld" herausgestellt.


Ex-Studentin sagt am 11. November 2015

@Fräulein Zaster: Respekt, dass du das in so jungen Jahren alles gemeistert hast. Wobei ich dir eine unbeschwertere Jugend gewünscht hätte.

@Finanzwesir: Bei mir ist es wie bei Fräulein Zaster: Schlechte Beispiele tun's auch.
Geld war bei meinen Eltern Mangelware, wobei wir recht bescheiden gelebt haben. Bei uns gab es immer nur gut&günstig-Produkte, wir waren nie im Urlaub, gekauft wurde nur das Nötigste, es gab wenig Taschengeld und wir hatten immer nur alte Autos.
Kein Geld für den teuren Tennisverein, kein Geld für Musikinstrumente. Irgendwie hatten meine Eltern finanziell und gesundheitlich immer viel Pech und kein glückliches Händchen mit Geld.
Von den eigenen Eltern ums Haus betrogen, viele Umzüge, Ärztepfusch, Angst vor einem Jobverlust. Mein Vater schleppte sich aber immer, auch heute noch, egal wie schlecht es ihm geht, in die Arbeit.
Mittlerweile ist er offiziell in Rente, arbeitet aber weiter, um den Kredit fürs Haus bedienen zu können. An Altersvorsorge war nie zu denken, weil sie immer nur ums Jetzt kämpfen mussten. Meine Eltern sind zu stolz, um ihre finanzielle Lage groß mit uns Kindern zu besprechen, aber trotzdem bekommt man als Kind einiges mit und macht sich Gedanken.
Mein Vater war dieses Jahr 2x im Krankenhaus und statt zu schauen, dass er sich schnell erholt, sind die Hauptgedanken wegen des Gehaltsausfalls; "Wie lange muss ich hier bleiben?".
Die Verzweiflung, um auf Biegen und Brechen das Verlieren des Hauses oder die Privatinsolvenz zu vermeiden. Ich halte mich ein wenig in "Lauerstellung", falls ich mal aushelfen muss.
Ich bin mit 23 Jahren seit 2 Jahren Ingenieurin, meine Geschwister sind noch in der Ausbildung. Wir Kinder versuchen nun vieles besser zu machen und sind sehr selbstständig.
Man opfert ein wenig die Unbeschwertheit seiner Jugend, wenn man viele Entscheidungen aus finanziellen Gründen trifft.

Auf dem Blog von Ex-Studentin gibt es hierzu diesen Artikel: Ex-Studentin


Kaktus sagt am 11. November 2015

Da ich keine eigenen Kinder habe, schreibe ich einfach mal über meine eigene Kindheit und Jugend.

Dagobert Duck --- tatsächlich war Dagobert Duck in meiner Kindheit der Einstiegspunkt für mein Interesse an der Welt der Finanzen.
Keine andere Figur aus Entenhausen hat mich annähernd so fasziniert wie er und ich wollte daher alles über Geld, Gold, Edelsteine und Aktien wissen. Während meine Eltern als Akademiker, die während der 68er Jahre studiert hatten, wenig eigenes Interesse daran hatten, haben sie dann doch mein Interesse gefördert.
So hat beispielsweise mein Vater mich Mitte der 80er (damals war ich 13 oder 14) auf Kostolany aufmerksam gemacht, indem er mir das „Wunderland von Geld und Börse“ geschenkt hat, das ich dann verschlungen habe. Ansonsten waren meine Eltern insofern gute Vorbilder als sie mit ihrem Geld solide umgegangen sind und es strikt vermieden haben, Schulden zu machen oder ihre Konten zu überziehen. Bezüglich soliden Wirtschaftens konnte ich also einiges von ihrem Vorbild lernen, bezüglich Geldanlage eher nicht.

In den späten 90er und frühen 2000er-Jahren habe ich dann eigene Erfahrungen mit (Aktien-)Spekulation gemacht und in Summe weder gewonnen noch nennenswert verloren.
Allerdings bin ich durch die Usenet-Gruppe de.etc.finanz.boerse auf das „Couch-Potatoe-Portffolio“ gestoßen, das von der Idee her dem „passiven Investieren“ ähnlich ist.
Und nun sind seit rund 10 Jahren 70% meines Portfolios passiv (ähnlich dem, was der Finanzwesir empfehlen würde). Die übrigen 30% sind Einzelaktien, die ich aufgrund eines Value-Investing-Ansatzes ausgewählt habe und die ich mittel- bis langfristig halten will (die derzeitige Auswahl ist seit 3 Jahren im Depot und in plane momentan keine Änderungen)


Dummerchen sagt am 11. November 2015

@Kaktus: Das Usenet!! Da kennt noch jemand das Usenet.
Toll. Ich fand de.etc.finanz.misc immer extrem informativ und so manche "Regulars" waren wirklich unterhaltsam.
Ein gewisser Martin Gerdes war mein persönlicher "Held", der zum einen einen tollen Leitfaden über Anleihen verfasst hatte und zum anderen mit seiner nüchternen und manchmal bissigen Art einige Finanzierungspläne von Immobilien doch arg zurechtgerückt hat.
Leider sind diese Gruppen auch dank Unmengen von Spam regelrecht unbenutzbar geworden - sie waren Ende der 90er fast die einzige Möglichkeit, sich im Internet über Spezialthemen auszutauschen. Nun, dafür gibt es heute dank Web 2.0 gute Foren und tolle Blogs.


Tüddelmors sagt am 11. November 2015

Ein toller Beitrag mit sehr interessanten Kommentaren!

Ich war als Kind ständig im Zwiespalt. Bei uns zu Hause war Geld zwar nie ein Thema, aber wie ich irgendwann mitbekommen habe, fast alles auf Kredit finanziert. Im Gegensatz dazu mein Großvater, der aus der Kriegsgeneration kommend jeden gebrauchten Nagel gerade geklopft hat, um ihn evtl. irgendwann mal wieder verwenden zu können. Für seine Kinder und Enkelkinder war er aber immer sehr spendabel, solange er einen Sinn darin gesehen hat (Schule /Studium).
Als ich ausgezogen bin, musste ich nach Trennung meiner Eltern die Finanzen meines Vaters ordnen (Frau Zaster lässt grüßen). Seltsamerweise hatte und hat er wenig Verständnis oder Einsicht für die finanziellen Einschnitte. Ich dafür musste mich in viele Finanzthemen einarbeiten.
Durch dieses Negativbeispiel hat mich die Sparsamkeit meines Großvaters sehr beeinflusst. Leider hat mich das nicht vor einigen Missgriffen (KLV, Riester etc., EFH) bewahrt.
Nun bin ich selbst Vater eines 3-jährigen Sohnes, das zweite ist unterwegs und die Frage von Leser J. beschäftigt mich ebenso. Das Wichtigste wurde hier schon genannt, jedoch finde ich es jetzt schon schwierig genug, die Ver- und Bekanntschaft davon abzuhalten jeglichen Plastikkram in Form von Geschenken bei uns abzuladen. Ein Kind braucht kein Spielzeug sondern Sachen zum Spielen. Wenn ich mit dem Kleinen im Keller handwerke, dann ist das das Größte für ihn.
Dieses „weniger ist mehr“ versuche ich ihm auch sonst vorzuleben. Kinder sind so neugierig und dies kann man nutzen, indem man die Welt und damit auch das wichtige Thema Finanzen/Konsum und auch dessen Konsequenzen (Ressourcen/Natur) immer wieder altersgerecht in Häppchen erklärt. So zumindest die Theorie…

Es grüßt der Tüddelmors


Finanzwesir sagt am 11. November 2015

@Kaktus und @Dummerchen: Dann können wir ja eine Senioren-Runde aufmachen.

@alle anderen: Usenet ist so was ähnliches wie Internet. Aber archaischer, eher so Keilschrift auf Tontäfelchen.
Vielen Dank für die ganzen Kommentare.
Ich stelle fest: Im Guten, wie im Bösen - der Einfluß der Eltern ist geringer als sie glauben. Mehr als vorleben ist nicht drin. Was der Nachwuchs daraus macht, ist seine Sache. ;-)

Gruß
FInanzwesir


Kaktus sagt am 11. November 2015

@Finanzwesir: Oh ja, Seniorenrunde ist toll. Dann können wir von den "guten" alten Zeiten schwadronieren und über die "Jugend" schimpfen, die nur noch bunte Bildchen anklicken will. Und erzählen, wie viel besser früher alles war.. ;-)


Alpiner Jüngling sagt am 11. November 2015

Sehr sehr interessanter Artikel , und sehr sehr interessante Kommentare :)

Zu mir selbst : Bin 22, in einer Unternehmer bzw. Landwirtschaftsfamilie aufgewachsen, "Ausbildung" Matura, männlich ;)

Nun, bei mir war die Finanzbildung mehr Schlecht als Recht oder nicht vorhanden ...

In meiner Kindheit (damit meine ich bis ca. 12-13 Jahre , die Zeit dannach werte ich als Teeniezeit ) gab es eigentlich keine Finanzbildung. Es war immer genügend bzw. sogar viel Geld da.
Ich wurde zwar nicht mit Konsumartikel überschwemmt (mein Kollege hatte immer "mehr" und seine Familie hatte nicht so viel Geld) , aber die oder andere Sache aber ich schon immer wieder bekommen.
Dafür wurde aber in unser Familie überproportional viel für hochwertiges Essen ausgegeben (entwickelte sich auch erst - als Kleinkind war das noch eher nicht so ... ) sowie immer auf hochwertige, wenn auch oft teure Kleidung geachtet.
Autos gab es zur Genüge , genauso wie der alljährliche Urlaub war nicht der günstigste (Flug,Auto mieten, Haus / Bungalow mieten ) . Generell war ich recht häufig mir selbst überlassen, erstes Handy für den Notfall und Haustürschlüssel mit 6 Jahren lässt grüßen. Aber wir wohnten auf dem Land, so fand ich eigentlich immer eine Beschäftigung und konnte Unmengen an Zeit im Freien verbringen :)

Sparen an sich gab es gar nicht - obwohl damals das Sparbüchlein sehr beliebt war, habe ich erst sehr viel später eines bekommen als alle anderen ( keine Ahnung, so mit 12 Jahren ) und auch nur ein einziges Mal eingezahlt - jetzt kommts - 500 Schilling = 36 € .
Mir wurde eigentlich immer "gesagt" bzw. vorgelebt, dass brauche ich nicht wirklich, weil wenn man etwas brauchen würde, könnte man sich das Geld einfach "nehmen". Ich habe auch schon damals sehr viel Taschengeld bekommen - ich meine 50 €/Monat . Davon musste ich mir aber auch ein paar Dinge selbst kaufen die ich haben wollte. Lange Zeit war dem auch so.

In meinem Teeniealter (also dann ab 12-13 Jahren aufwärts) fingen die Probleme dann an, wurden sehr schwerwiegend und sind es heute noch. Schlechte Umsätze, keine Rücklagen, Fehler in der Betriebsführung (Innovationen verpasst) , viele unnütze Ausgaben (nie benutzte Maschinen im Betrieb unter anderem einfach nur vergammeln lassen) , Betrug durch engen "Freund" vom Vater und zu guter Letzt noch einige Rechtsstreitigkeiten mit öffentlicher sowie privater Hand (welche nicht einmal immer finanziellen Ursprung hatten, sondern oft Uneinsichtigkeiten beiderseits) .
In dieser Zeit war dann auch das Ende der Beziehung meiner Eltern, jedoch war es schon zu spät und auf Grund ungünstiger Konstellationen, stecken beide Elternteile immer noch voll in der "Scheiße" und sind gezwungen zusammen zu arbeiten ( zugegebenermaßen mit wenigen Synergieeffekten ... ) .

Glücklicherweise konnte ich viel Zeit außerhalb verbringen ( Schule weiter etwas weiter entfernt ... ) . Außerdem habe ich sogar 150 € / Monat Taschengeld bekommen - mehr als fast alle anderen . Ich habe aber nicht sonderlich geprasst damit, sondern sogar etwa 20-40 % davon gespart.

Seit ca. 8 Jahren steht der Betrieb vor permanenter Insolvenzgefahr und Zwangsversteigerung ( bereits zwei mal ausgeschrieben ! ) . Irgendwie , durch irgendwen, haben es meine Eltern dann doch immer noch geschafft die Insolvenz abzuwenden.

Jetzt nach über 2 Jahren "Auszeit" von zu Hause ( Freundin, eigene Wohnung, neue Ausbildung ) hatte ich genügend Zeit um mir über vieles klar zu werden.
Darunter gab es einen radikalen Wechsel meiner finanziellen Gepflogenheiten ( von 0€ auf der Seite innerhalb von 4-5 Monaten schon auf 7000 € - vorher habe ich aber auch nie wirklich etwas verdient ) und finanzieller Weiterbildung dank verschiedener Internetseiten, Blogs wie Finanzwesir oder Fräulein Zaster , Bücher und Videos - mein Interesse wurde plötzlich geweckt als ich endlich mal etwas mehr Zeit hatte und weniger Sorgen und ich anfing über Aktien zu recherchieren - einfach weil mich diese schon immer interessiert haben aber keine darüber redete oder sonst was.

Momentan stehe ich eigentlich mehr oder weniger kurz davon mein erstes eigenes Unternehmen zu gründen und damit erneut einen radikalen Wechsel in meinen Leben zu begehen. Ich bin gespannt was noch alles in meinem Leben passieren wird.

Aber jetzt , nachdem ihr meine halbe Lebensgeschichte lesen durftet - ich finde ein richtig "richtige" Finanzbildung für Kinder gibt es glaube ich nicht.

Viel mehr sind es alle vorgelebten Werte, Emotionen , Erfahrungen und den Umgang mit Bildung, Interesse, Innovationen, und vielen mehr. Der Innovationsmangel in Betrieb meiner Eltern rührte nicht daher, dass es keine Ideen gab.
Viel mehr war es die Angst zu scheitern und fehlendes Engagment "es einfach durchzuziehen" . Ideen und neues gab es immer reichlich - viele Messenbesuche, Vorträge, Seminare usw. trugen dazu bei.
Einige wurden auch umgesetzt - einige mit großen Erfolg auf kleiner Ebene, andere nicht. Aber das "große Ganze" wurde meist unterbewertet ... das fehlte etwas.Langfristiges handeln war sehr selten .. Leider - welches wohl auch zu den ganzen Problemen führte.

Es wurde mir aber eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung sowie Interesse für alle möglichen Dinge vorgelebt. Etwas nicht zu wissen - gab es nicht in meiner Familie . Es war so quasi : "Bringe dir es gefälligst selbst bei, wenn du es nicht kannst" - und anschließend bist du alleine dagestanden und hast keine andere Möglichkeit gehabt. So auch oft in meiner Kindheit wo ich viel Zeit alleine verbracht habe.

Fazit: Ich finde erfolgreicher Umgang mit Geld und Finanzen ist nur das Ergebnis etwas ganz anderem , nicht von den "Finanzbildung". Es ist die Art, die man beigebracht bekommt an Dinge heranzugehen und sie zu studieren / analysieren / erklären / fühlen - und immer das Ziel zu haben, annähernd das beste zu erreichen.

Over and out - langer Text - kurzes Fazit.

Euer alpiner Jüngling.


Alpiner Jüngling sagt am 11. November 2015

Öhm , lese gerade drüber, Unmengen Rechtschreibfehler , fehlende Worte, grammatikalisch nicht immer korrekt ausgedrückt ... wenn möglich bitte in positive Energie wandeln :)))


Finanzwesir sagt am 12. November 2015

@Alpiner Jüngling

"Unmengen Rechtschreibfehler"

Schieb's auf die miese Handy-Tasatur ;-)

Ansonsten, der Volksmund weiß: "Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über". Vielen Dank für diesen ehrlichen und symathischen Kommentar. Er ist lesbar und der Inhalt ist wichtig. Das zählt.

@Ex-Studentin: Wurde auch Zeit mit dem Blog. ;-) Aber pink? Ihr Ingenieurinnen seid doch ein wunderliches Volk (ich darf das sagen, ich bin seit bald 25 Jahren mit einer verheiratet).

Aber was Du und Frl. Zaster sagen, deckt sich mit meinem Glaubessatz: "Geld ist wie Benzin. Erst wenn's knapp wird, schenkt man ihm Beachtung."
Men muss nicht Unmengen an Geld haben, aber wenn man zu wenig hat, ist das sehr, sehr stressig. Mit "zu wenig", meine ich so wie in eurem Fall und nicht "Zu wenig für das neueste iPhone."
Das Du Dich in "Lauerstellung" hälst, finde ich sehr edel, wirklich!

@Dummerchen:
Ganz vergessen: Du als "Bewahrer der Kommentar-Qualität" hast natürlich Carte blanche und darfst Dich immer äußern ;-)

Gruß
Finanzwesir


KhanNoonienSingh sagt am 12. November 2015

Ein herzliches Hallo an alle, lieber Finanzwesir ich lese deinen Blog schon eine ganze weile still und leise mit und heute hast du es geschafft, dass ich auch mal eine Spur in Form eines Kommentars hinterlasse :-)
Ich finde das angesprochene Thema auch sehr wichtig. Vielleicht weil auch ich Vater zweier Töchter bin (4 und 7 Jahre alt). Ich kann allen Kommentatoren nur in ihren Ausführungen zustimmen, so (oder ähnlich) habe ich es auch vor. Ich möchte aber eine Geschichte aus der Schule meiner Tochter erzählen die vor gar nicht so langer Zeit stand fand:
Es war auf einem unserer ersten Elternabende. Jaaaa ich weiß einige Eltern werden jetzt voller Demut zurückschauen und sich sagen: "Ja Elternabende waren wirklich das schönste und gewinnbringendste der ganzen Schulzeit" :-)
Aber zurück zu meinem Elternabend:
Kurz vor Ende teilte und die Lehrerin noch mit was im nächsten Halbjahr noch alles auf die Kinder zukommen wird: Besuch des Zoos, Besuch einer Baumschule und das hier in Remscheid (NRW) ansässige Röntgenmuseum. Alles echt Klasse Sachen.
Aber dann der letzte Satz der Lehrerin: "Ach ja und zum Ende des Jahres kommt dann noch die Frau Müller (Name geändert) von der Sparkasse." Und plötzlich war ich wach, erwacht aus meinem Tiefschlaf. Mein lautes Stöhnen war glaube ich im ganzen Haus zu hören.
Lehrerin: "Herr KhanNoonienSingh, was ist den?"
Ich: "Ach ich wollte nur Fragen was Frau Müller den hier mit den Kindern vorhat?"
Lehrerin: "Ja weiß auch nicht so richtig. Die will mit den Kindern über das Sparen reden. "Wie teile ich mein Taschengeld richtig ein" und "parbuch und so" ..."
Ich: "Ach Sparbuch und so...ahha."
Lehrerin: "Ja es ist unglaublich wichtig Kinder so früh wie möglich an dieses Thema anzuführen."
Ich: "Ahja..."
Lehrerin: "Ja, warum ist irgendwas?"
Sie merkte bestimmt das mein Blutdrück über 300 war. Als ich ihr die Frage stellte warum sie (die Lehrerin) das nicht übernehmen würde, denn eigentlich wäre doch sie diejenige die den Bildungsauftrag hätte und warum sie sich für dieses wichtige Thema einen Verkäufer ins Haus holen würde, bekam ich die Antwort : "Für diese wichtige Thema holen wir uns jemanden der sich wirklich mit der Sache auskennt."
Mein Kopf fiel auf ,die vor mir befindliche, Tischplatte. Als ich wieder auf sah blickte ich in lauter Verdutze Gesichter und aus den Reihen der Eltern kam ein Spruch: "Weiß nicht warum sie sich so aufregen".
Danach konnte ich nicht mehr an mich halten. Ich hielt einen 5 Minuten Vortrag: Über Lobbyismus im Klassenzimmer, über den finanziellen Analphabetismus vieler Eltern und Lehrer, über unser Finanzsystem, über vermeidlich sichere Geldanlagen, über kapitalgedeckte Altersvorsorgen, über die Schwachsinns Rente "Riester Rente" und wie das umlagefinanziere System politisch kaputt gemacht wurde und und und.
Als ich fertig war, war Eises Kälte in dem Raum. Lange wurde nix gesagt. Doch dann die Lehrerin: "Äh ok ja, wir können da ja später nochmal drüber reden." Auf zum nächsten Thema.

Diese kleine Geschichte ist mir persönlich so passiert. Warum ich das ganze schreibe? Ich denke wir müssen unsere Kinder schützen. Wir müssen den Kindern etwas gutes vorleben. Aber ich glaube auch das das nicht reichen wird. Wir müssen unsere Kinder vor den negativen Einflüssen dieser Gesellschaft versuchen zu bewaren. Wie machen wir das? Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe das es helfen wird wenn ich meinen Kindern versuche einen offenen Geist mitzugeben. Wie schrieb Kant?:

"AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

So dann…

Lieben Gruß an alle Eltern.
KhanNoonienSingh


goodmixwilldo sagt am 12. November 2015

Auch ich glaube, dass nicht alles "gelehrt" werden muss.
Bin knapp 30, meine Eltern im soliden Mittel einzuordnen. Über Finanzen wurde nie gesprochen. Wir lebten dahin, alles immer solide, wie mir schien (Haus, Auto, bisschen auf der hohen Kante,...).
Aber vielleicht war es gerade das, was meine Neugier weckte. Wissen wollen, wie der Hase läuft. Bin früh an das "wenn du mehr willst, als dein Taschengeld, musst du dafür was tun" gestoßen (allerdings nicht worden).
Viele Jobs, alles neben der Schule gemacht. Ein guter Start, wie schon weiter oben erwähnt. Als dann die ersten regelmäßigen Einkünfte kamen, hielt man sich an das, was man so aufschnappen konnte: VWL, Wohnungsbauprämie, Riester, alles mitnehmen.
Wohin mit diesen Zuschüssen? Naja, wen fragt man da?
Und jetzt geht es doch los: Wenn ich von meinen Eltern den Eindruck gewinne, dass "Geldvermehrung" nicht ganz oben auf ihrer Liste steht, suche ich mir anderswo Informationen.
Internet, Freunde, ja auch der nette Onkel in der Spaßkasse durfte zu Wort kommen. Am Ende war klar, dass die Entscheidung doch von mir selbst kommen müsste, das nimmt mir keiner ab.
Auch meine Eltern nicht, selbst wenn sie Finanzfetischisten wären. So wurde dann eine Entscheidung nach der anderen gefällt: Riester in den Banksparplan (keine hohen Gebühren, kein Risiko, keine wahnsinns Gewinnaussicht), VWL in den guten alten Bausparvertrag (damals noch mit dem Schwerpunkt auf den höheren Sparzins, heute genieße ich die Früchte...), dann noch ein bisschen BAV (hier mal eine Versicherungslösung), dann noch einen Rürup als ETF da kann man dann auch mal ein bisschen auf die Kacke hauen. Also ich habe meinen Mix gefunden. Wahrscheinlich sogar, weil ich den Eindruck hatte, in diesen Themen auf mich selbst gestellt zu sein.
Allerdings - und jetzt kommt der Haken: Bei meinen drei Brüdern ist davon nichts zu spüren. Der eine hat einen soliden Job (sofern man das heute haben kann) und kommt zurecht. Nix mit Geld anlegen, Altersvorsorge oder so.
Der zweite, Dauerstudent lebt von dem, was Mutti und Vati überweisen. Der dritte ist gerade aus der Ausbildung, hier ist jetzt ein Studium dran. Mal sehen, was bei ihm noch so passiert.
Auf jeden Fall bin ich davon überzeugt, dass wir nicht grundsätzlich verschieden erzogen sind und doch so unterschiedlich mit dem Thema umgehen zeigt mir, dass die "Finanzerziehung" nicht DIE maßgebliche Rolle spielen kann. Jedes Kind wird seine eigenen Interessen entwickeln. Man kann wie schon gesagt mit Sicherheit so oder so vorleben, die Folgen sind aber nicht berechenbar.


Ex-Studentin sagt am 12. November 2015

@goodmixwilldo
Da muss ich zustimmen. Man kann die gleichen Eltern haben und sich doch ganz unterschiedlich entwickeln. Meine Brüder und ich haben zwar ähnliche Sichtweisen, gehen das Thema Konsum und Sparen jeweils etwas anders an. Immerhin tauschen wir uns bei vielen Dingen aus (Worauf achte ich bei..? Wie machst du das eigentlich mit..?).

@Finanzwesir
Mit deiner Fragestellung hast du hier bei vielen einen Nerv getroffen. Ist immer wieder interessant, die privaten Hintergründe anderer kennen zu lernen. Wirklich tolle Community, die sich hier um dich sammelt. :)
Und ja, ich habe endlich einen Blog! Anfangs dachte ich, ich schreib vielleicht alleine vor mich hin, weil eh keiner mitliest und kann so endlich meinen innersten Neigungen nachgehen.
Im Alltag bin ich sonst nicht so das typische Mädchen, aber als ich dann eine passende Farbe wählen musste, konnte ich bei der Wahl des Farbtons nicht widerstehen.. Habe mich schon zurückgehalten; die erste Farbe war noch greller. :D

Auf dem Blog von Ex-Studentin gibt es hierzu diesen Artikel: Ex-Studentin


Boris Langendorf sagt am 13. November 2015

Zu diesem Thema erscheint in den nächsten Tagen ein Buch von mir, das man zumindest denen mit der Zwei vor dem Komma in die Hand drücken könnte: "Nullzins? Nein danke!".
Ich bin seit 1987 Kleinanleger, habe also den damaligen Crash, die Dotcom-Blase, die Finanzkrise und jetzt die Schuldenkrise hautnah miterlebt und gebe hiermit meine per saldo guten Erfahrungen weiter.
Natürlich auch die schlechten, damit sie meine Leser nicht selbst machen müssen. In ein paar Tagen als Buch oder E-Buch im Buchladen oder Onlineversand, die ISBN ist 9783739201276.
Ich wünsche allen eine ähnlich angenehme Lektüre wie ich sie beim Lesen des "Finanzwesir"-Blogs erlebe, der im Buch übrigens auch vorkommt.


T. sagt am 14. November 2015

@alle:
Ich habe noch einen sehr pragmatischen Vorschlag, wie man bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Finanzen/Geld fördern kann. Bei mir hat es so ähnlich funktioniert.
Eröffne für Kind/Jugendlichen ein Konto.
Zahle darauf nach Deinen Möglichkeiten etwas ein (10.000-20.000 Euro) und verbiete, es auszugeben. Dann mache das Kind/den Jugendlichen mit der 72-Regel bekannt.
Das spricht dann sowohl die Gier (Geld scheffeln) als auch die Verlustangst (es wird immer weniger) an. Aus psychologischer Sicht müsste das funktionieren, wenn nicht ein ideologischer Block dagegensteht (im Sinne von: böser Kapitalismus und so).

P.S. Fühle mich etwas seltsam und schlecht, hier etwas über Geld zu schreiben am Tag nach den Anschlägen in Paris :-((


Holzwurm sagt am 16. November 2015

Lieber Finanzwesir,

auch in Österreich wirst du gern gelesen, hier mal kurz meine Einschätzung. Bin 27 und seit knapp 3 Jahren (nach Beendigung des Studiums) arbeitstätig.
Die meiste Finanzbildung per se habe ich von meinem Opa aufgeschnappt, der Zeit seines Lebens als Bankbeamter ein sehr seriöser seiner Zunft war. Prinzipiell waren meine Großeltern sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits sehr sparsame Leute, die alles Geld in die Hand genommen haben, damit meine Eltern studieren konnten.
Meine Eltern haben dann auch uns Kindern einen vernünftigen Umgang mit Geld gelehrt, wenngleich sie Geld sehr konservativ angelegt haben, hauptsächlich in Sparbüchern, Bausparern und Lebensversicherungen.
Auch sie haben viel Geld in Bildung investiert, damit wir 3 Kinder alle studieren konnten. Große Sprünge waren nie drinnen, ich habe zB mit 16 mein erstes Handy bekommen, aber das hat mich sicher auch davor bewahrt, Teil der Konsumgeilheits-Gesellschaft (warum sparen, ich will es gleich) zu werden. Ein Auto oder einen Fernseher habe ich zB noch nie besessen, brauche ich auch nicht.

Ich habe dann mit 17/18 Jahren nach den ersten Ferialjobs überlegt, wie man denn mehr aus seinem Geld machen könnte, bin dann mit Projekten wie Skyeurope-Aktien oder Meinl European Land kräftig eingefahren und habe meine Lehren daraus gezogen und begonnen, mich sinnvoll zu informieren und investiere heute ganz zufrieden in mehreren Standbeinen und konnte bis dato 2 Jahres-Nettogehälter sparen. Meine Geschwister haben auch einen brauchbaren Umgang mit Geld, würden aber nie in ETFs oder so investieren, auch wenn ich es mit Überzeugungsarbeit probieren würde.

Zwar steht bei meiner Freundin (bald Ehefrau) und mir die Kinderplanung noch an, ein paar Grundsätze habe ich dennoch:

  1. Man muss den Kindern relativ rasch ein gewisses Budget zur Verwaltung geben, mit dem Sie eigenhändig wirtschaften können und damit Entscheidungen treffen.
  2. Man muss Ihnen lehren, nie mehr auszugeben, als man hat. Wenn kein Zaster da ist, kann nichts ausgegeben werden. So lernen sie, dass es wenig Schlimmeres gibt, als keinen Cashflow bewerkstelligen zu können. Überziehungsrahmen sind keine Alternative.
  3. Man muss zwischen einzelnen Produktgruppen und Preisen differenzieren lernen. Was brauche ich? Wenn ich es brauche, erfüllt ein billiges Produkt die Anforderungen genauso wie ein teures Produkt? Du hast das Beispiel mit Lebensmitteln erwähnt, das gibt es in anderen Bereichen auch.
  4. Man muss jedem seinen Lernprozess zugestehen. Gerade beim Geld ist jeder seines Glückes Schmied, wenn man einen guten Weg findet, seriös seinen Kindern den Umgang mit Geld näherzubringen, ist dem Nachwuchs sicher geholfen.

Es wird nie einfach sein, den richtigen Spagat zu finden beim Konsum. Frau Zaster hat glaub ich mal geschrieben, dass sie zumeist Wein aus der billigsten Kategorie kauft und wenn Leute zu Ihr kommen, damit leben müssen.
Ich hab daheim sicher eine Whiskysammlung im Wert von ein 400-500 Euro und freu mich, wenn ich einen "Genussschluck" mit Freunden zu mir nehme. Die Whiskys halten ja aber dafür auch einige Jahre.


goodmixwilldo sagt am 17. November 2015

Konsum, wieder ein eigenes Thema... Solange wir Erwachsenen auf die bunten Versprechungen und die Tricks hereinfallen werden es unsere Kinder uns gleich tun...
Auch ich (der ich mich doch für einen gut aufgeklärten Verbraucher halte) tappe dann und wann in die Falle. Letzte Woche zum Beispiel hatte ein großer deutscher Discounter mal wieder XXL-Packungen im Angebot. Da ich bei unverderblichen Waren gerne zulange, wenn es günstig ist und dann einen ordentlichen Vorrat anlege, kam mir das natürlich recht.
Also: Toilettenpapier - 20 Rollen zu 5,25€. "Ha, ein Schnäppchen! Lass uns gleich zwei Pakete mitnehmen!" Komischerweise wurde ich gleich im Laden ein wenig skeptisch - was kosten eigentlich 10 Rollen normalerweise?
Also ab zum Regal und aus irgendeinem Grund waren die regulären Packungen samt Preisschild gerade nicht da, sondern durch XXL ersetzt. Meine Skepsis setzte sich fort, aber bei 5,25€ wird's nicht so verkehrt sein.
Da ich sehr akribisch Buch führe und auch Einzelartikel brav in meine Finanzsoftware tippe, konnte ich dann zu Hause nachsehen. 10 Rollen kosten bei ebendiesem Discounter normalerweise 2,75€ (und es sind ein paar Blättchen mehr auf der Rolle). Ersparnis einer Großpackung also 25 Cent, abzüglich der paar Blättchen.
Das sind je normaler Packung also nicht einmal 12,5 Cent! Stattdessen hat mich dieser Laden dazu gebracht, drei mal mehr zu kaufen, als ich das üblicherweise zu tun pflege (und das, obwohl ich sonst auch gerne mal zwischen verschiedenen Anbietern wechsle - goodmixwilldo halt...). Wieder einmal reingefallen!
Ich glaube, auch das werden wir unseren Kindern mitgeben müssen: Nicht nur der nette Onkel in der Bank ist ein Schlawiner, alle anderen wollen doch auch nur unser Bestes! Also Kopf einschalten und nachrechnen beim Einkauf!


Finanzdelir sagt am 28. November 2015

Ich möchte diesen Beitrag mal zum Anlaß nehmen, dem Finanzwesir ein großes Lob auszusprechen.
Ich lese erst seit einigen Monaten recht regelmäßig die hier wohl allgemein bekannten Finanz-Blogs. Der Finanzwesir sagt mir dabei besonders zu, zunächst einmal, weil er die Grundlagen beherrscht, nämlich die sichere Verwendung der deutschen Sprache in Form und Stil.
Die Inhalte sind zwar wichtiger, aber wenn man sich textlich an die Öffentlichkeit wagt, reagiere ich empfindlich, wenn ich Texte lese, in denen es von "ETF's", "einzigsten" Superlativen und anderen Kuriositäten wimmelt.
Aber auch die Inhalte sagen mir hier besonders zu. Dieser Beitrag hat für mich (drei Kinder) einen hohen Wiedererkennungswert, z.B. in der "Kassenszene" :-).
Hier empfinde ich die Themen und die Aufbereitung oft etwas "volks"- und lebensnäher. Als niedergelassener Psychotherapeut jenseits der 50 liegt mein Einkommen sicher über dem Durchschnitt, trotzdem wundere ich mich häufig, mit welchen Summmen und Sparquoten in den Finanzblogs und Foren oft gerechnet wird und habe mich daher schon gefragt, ob das vor allem ein Thema für gut verdienende Singles ist.
Der Beitrag gefällt mir auch, weil er deutlich macht, dass das Leben (nicht nur) für Kinder auch aus ganz anderen Dingen bestehen sollte.
Allerdings wäre finanzielle Kompetenz ebenso wie Medienkompetenz oder emotionale Kompetenz etwas, was im Grunde auch in den Schulen einen Platz haben müsste.


Dummerchen sagt am 28. November 2015

"Die Inhalte sind zwar wichtiger, aber wenn man sich textlich an die Öffentlichkeit wagt, reagiere ich empfindlich, wenn ich Texte lese, in denen es von "ETF's", "einzigsten" Superlativen und anderen Kuriositäten wimmelt."

Puh, es beruhigt mich, dass es noch andere Menschen gibt, die auf die Verwendung des Deppenapostrophs allergisch reagieren. Und ich dachte schon, ich sei "komisch", wenn ich die Beherrschung der Basics erwarte. Auch das Wort "Fond" finde ich auf Rezepteseiten durchaus angebracht, in der Finanzszene tendenziell eher befremdlich.


Finanzwesir sagt am 30. November 2015

@Finanzdelir und Dummerchen: Danke für das Lob. Mit 50 ist man da noch anders sozialisiert. Meine Deutschlehrerin hat tastsächlich auf die Sekundärtugenden wie Kommasetzung, Groß-/Kleinschreibung und den korrekten Einsatz der 4 (in Worten vier) Fälle Wert gelegt.
Aber: Ich stehe in diesem Kampf nicht alleine da! Mir zur Seite steht die unvergleichliche Helke Heino als Jägerin des entlaufenen Kommas. Ich schicke die Wochenausbeute an http://www.tetradoc.de/ und Helke liest Korrektur.
Liebe Helke, dafür ein großes Dankeschön!

Albert


goodmixwilldo sagt am 22. Dezember 2015

Kommasetzung ist doch nicht ausschließlich für die Altersklasse ab 50 wichtig! Ich möchte mich da durchaus als Gegenbeispiel nennen ;-)
Aber wir Finanzdelir schreibt:
Das Einzigste (ES HEISST ALLEREINZIGSTE!!!) geht mir genauso auf den ... wie das ständige Auseinandergeschreibe (Steh Café).
Naja und dann noch der Deppenapostroph - aber wir wollen ja hier über finanzielle Bildung und nicht über sprachliche philosophieren.
Beide haben nur einen Unterschied: Sprachliche Bildung wird gelehrt, über die finanzielle gibt es nur immer mal wieder Initiativen, die das fordern, aber umgesetzt wird halt nie etwas.

gmwd


Eva sagt am 16. September 2016

Sehr gut geschrieben, spannendes Thema!


benend sagt am 16. September 2016

Ich habe meinen drei Töchtern einen ETF Sparplan eingerichtet und alle Vierteljahr setzen wir uns zusammen und tragen die Dividenden in ein Excel Sheet ein. Von den Dividenden werden dann am Jahresende oder wenn es gerade passt Aktien gekauft werden. Das macht -am meisten glaube ich mir- Spass und funktioniert schon ganz gut.


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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