08. April 2019


Podcast: Duell Kommer vs Röhl - Der Finanzwesir rockt, Folge 70

Folge 70 markiert das Ende und den Höhepunkt der ersten Staffel des Jahres 2019. Doch keine Sorge, die zweite Staffel mit ebenfalls sechs Folgen startet Anfang Juni.
Wir haben Christian W. Röhl und Dr. Gerd Kommer eingeladen, mit uns die folgenden Thesen zu diskutieren.

  1. Einzelwertanlagen bedeuten überflüssiges Investmentrisiko.
  2. Einzelwertanlagen bedeuten höhere Kosten.
  3. Einzelwertanlagen bedeuten mehr Arbeit.
  4. Einzelwertanlagen bedeuten mehr operatives Risiko.
  5. Einzelwertanlagen lassen sich schlecht in ein passives Portfolio integrieren.
  6. Mit Einzelwertanlagen angebliche Strukturrisiken von Indexfonds vermeiden zu wollen, ist ein Irrweg.

Das große Finale

  • Dr. Kommer liefert drei Gründe, die für Einzelaktien sprechen.
  • Meister Röhl hat drei Gründe, warum man Indexer werden sollte.

Sie wissen schon: Das alte Indianersprichwort. Mal in den Mokassins des anderen laufen….

Mit knapp eineinhalb Stunden einer unser längsten Podcasts. Aber zum Glück drängelt bei uns kein Nachrichtenredakteur, der zur vollen Stunde die News verlesen will. Wir haben die Freiheit eine zielführende Diskussion bis zum Ende zu führen.

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Christian W. Röhl und Werner Heusinger: Cool bleiben und Dividenden kassieren Dr. Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs

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Kommentare

Jonas Kohler sagt am 09. April 2019

Hallo zusammen,
sehr schöner Podcast. Bitte macht weiter so.

Was mich noch interessieren würden: Wie hieß denn der ETF (meine "ishares msci world mid-size factor", oder so...) der von Herrn Röhl als gut befunden wurde.
Würde mich freuen, wenn ich die von Ihnen den genauen ETF erfahren könnte.
Vielen Dank.

Grüße


Finanzrocker sagt am 09. April 2019

Hallo Jonas,

das freut uns zu hören, dass Dir die Folge gefallen hat.

Bei Facebook hat Christian Röhl die Frage schon beantwortet. Gemeint war dieser ETF: https://www.ishares.com/ch/privatkunden/de/produkte/270057/ishares-msci-world-size-factor-ucits-etf?fbclid=IwAR137V3k4YHJ8XKD2RhXqWMIAyNkWjqDnAbHkRRhfWNAkNjUF5vtsTACJ78

Viele Grüße
Daniel


CarstenP sagt am 10. April 2019

Es ist leider nur eine unbewiesene Behauptung, dass sich Aktienmarktbewegungen mittelfristig vorhersagen lassen.
Tatsächlich geben hohe Aktienmarktbewertungen Grund die Renditeerwartung zu senken, doch es gibt keine Garantie, dass sich die Erwartung erfüllt.
Mit anderen Worten, Valuations (z.B. CAPE) eignen sich nicht zum Markettiming, insofern hat Kommer recht mit seiner Aussage. Z.B. hat Shiller 1996 vorhergesagt, aufgrund sehr hoher Marktbewertungen, dass US-Aktien in den nächsten 10 Jahren 0% reale Rendite liefern werden.
Tatsächlich hat der S&P 500 von 1996 bis 2006 6% reale Rendite geliefert, nah am langfristigen historischen Wert. Es ist mir ein Rätsel, warum immer wieder Leute glauben, dass sie irgendwas zuverlässig vorhersagen können...

Price–Earnings Ratios as Forecasters of Returns: The Stock Market Outlook in 1996

Außerdem erwähnt Shiller auch, dass sein Forschungsergebnis nur das Resultat von Data-Mining sein könnte. Seit Shillers Veröffentlichung hat CAPE als Vorhersage-Tool versagt.

Daraus folgt nämlich, dass man mit aktiven Investments sehr wohl systematisch d.h. zuverlässig Outperformance gegenüber der Marktrendite erzielen kann.

Nein, das folgt daraus nicht. Natürlich kann man nur mit aktiven Investieren Outperformance erzielen, aber eben nicht "zuverlässig", es besteht immer das Risiko von Underperformance.
Die Arithmetik des aktiven Investierens (Sharpe) sorgt dafür. Für jeden erfolgreichen aktiv investierten Dollar muss es einen erfolglosen geben, weil sich alle investierten Dollar (aktiv und passiv) im Mittel die Marktrendite teilen und nach Kosten bleibt dem passiven Investor mehr von der Marktrendite.


Smartinvestor sagt am 10. April 2019

Gerd Kommer behauptet zwar gleich zu Anfang des tollen ausgewogenen Podcasts, der Wissenschaft zu folgen. Aber gleich mit seiner ersten Aussage, dass sich Aktienpreise kurz- und mittelfristig zufällig bewegen und nicht prognostizierbar sein sollen, stellt er sich gegen schon länger anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse und widerspricht damit auch sich selber.
Denn diese Erkenntnisse geben ihm nur kurzfristig recht, nicht jedoch mittelfristig, siehe Wirtschaftsnobelpreis 2013 u.a. an Fama und Shiller:

There is no way to predict the price of stocks and bonds over the next few days or weeks, but it is quite possible to foresee the broad course of these prices over longer periods, such as the next three to five years.

Daraus folgt nämlich, dass man mit aktiven Investments, mit denen sich diese Vorhersehbarkeit gezielt nutzen lässt, sehr wohl systematisch d.h. zuverlässig Outperformance gegenüber der Marktrendite erzielen kann. Das macht (fast) jeder z.B. auch bei der Planung von Outdoor-Aktivitäten nach der ähnlich eingeschränkt wahrscheinlichen Wettervorhersage, damit die überwiegend vorteilhaft im Trockenen stattfinden.
Das gelingt durch bessere Vorhersagen aufgrund ständig verbesserter wissenschaftlicher Erkenntnisse (zumindest mir) auch immer besser.

Das geht also nicht nur zufällig, wie Gerd Kommer und viele andere behaupten. Mithilfe der Statistik kann abgeschätzt werden, wann das sehr wahrscheinlich zufällig erfolgte und wann systematisch.
Kommer hat dazu sogar selber die entsprechenden statistischen Anforderungen in seinem Hauptwerk "Souverän investieren" (2015) angegeben. Mit deren Hilfe gelingt es (zumindest mir) jedenfalls, immer mehr systematisch outperformende aktive Fonds zu finden.

Wer sich wirklich an die Wissenschaft halten will, sollte sich also bemühen, up-to-date zu bleiben, den aktuellen Erkenntnisstand sinnvoll zu verarbeiten und sich nicht auf dem überholten Stand vor vielen Jahren auszuruhen.
Denn dem folgen mit dem ETF-Hype gerade jetzt wieder mal viel zu viele völlig unreflektiert und zyklisch. Solches Verhalten mit der Masse verhindert jedoch Rendite und somit Anlageerfolg.
Das hat sogar den bis zum Schluss geistig sehr agilen Indexing-Übervater Bogle dazu bewogen, seine mächtige Stimme gegen diese Fehlentwicklung zu Recht zu erheben.

Gerd Kommer hat außerdem den überaus sinnvollen Rat von Albert, Bogle, Röhl und vielen anderen Innovatoren nicht verstanden, dass es sehr vorteilhaft ist, passive und aktive Strategien zu kombinieren, egal ob mit Einzelwerten oder anderen speziellen Instrumenten.
Er konnte sich aber zum Glück mit seiner provozierend schwarz/weißen Einzelmeinung nicht durchsetzen, dass das unsinnig oder gar "noch dümmer" sei.

Erfahrene Investoren wie Christian Röhl, die ihre Stärken und Schwächen kennen und beachten, haben hingegen gelernt, dass sie da und nur da vorteilhaft mit den geeignetsten Instrumenten aktiv agieren können und sollten, wo sie einen Wissensvorsprung durch individuelle Spezialisierung aufgebaut haben.
Aber sie sollten gleichzeitig dort tunlichst passiv bleiben, wo nicht! Dabei geht es doch nicht darum, einen "viereckigen Pfosten in ein rundes Loch zu schlagen", wie Gerd Kommer das betrachtet, sondern um das Verlassen der eigenen Filterblase!
Schön, dass sich Christian Röhl nicht zu einem Glaubenskrieg hat provozieren lassen.

Das passt auch gut zur aktuellen Erkenntnis der Finanzwissenschaft, dass die Mischung von reinen Apha- und Beta-Investments optimal ist, weil sie gering korrelieren. Christian Röhl spricht das ebenfalls gekonnt an.

Er räumt zum Glück auch noch mit einem weiteren Vorurteil aktiven Investierens auf, dass dessen absolute Kosten allein relevant und generell zu hoch seien.
Mitnichten.
Es kommt natürlich, wie bei jeder aktiven Leistung, entscheidend auf das relative Verhältnis von Kosten zu Nutzen- bzw. zu Outperformance-Managementleistung an! Damit lässt sich leicht erkennen, dass sich dieses Verhältnis sowohl durch Minimierung der Kosten als auch durch Maximierung der Leistung optimieren lässt. Überdurchschnittliche Managementleistung gibt es sehr wohl von denen, die wettbewerbsfähig bleiben, aber doch nirgends zum Nulltarif!

Es war beeindruckend, wie die unterschiedlichen Eigenschaften von passiven und aktiven Investments und deren gerade dadurch sehr vorteilhafte Kombination von Christian Röhl so undogmatisch erfolgsorientiert herausgearbeitet wurden! :-))
Mein Kompliment für dieses Podcast-Highlight und bitte mehr davon mit verschiedenen erfolgreichen "hybriden" Investoren.


smartinvestor sagt am 10. April 2019

@Christian Röhl,
vielen Dank für deine hervorragenden Podcast-Diskussionsbeiträge, die ich, wie oben beschrieben, sehr genossen habe!
Was mich speziell interessieren würde: Du empfiehlst sinnvollerweise, die eigene Investmentstrategie so gut zu dokumentieren, dass sie von Nachfolgern/Familie/Erben ohne weiteres stressfrei fortgeführt werden kann.
Das versuche ich auch gerade. Aber ich tue mich schwer damit - nicht nur was als Injeniör das Schreiben ;-) sondern - insbes. was das gesamte über Jahrzehnte angesammelte Expertenwissen betrifft.
Das ist z.B. die gezielte Auswahl spezieller Einzelinvestments, mit der die Outperformance zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Buy&Hold systematisch erzielt werden kann.
Das ist sogenanntes implizites Erfahrungswissen, das nach dem Eisberg-Modell den größten Teil des relevanten Wissens ausmacht aber per Def. nicht dokumentiert werden kann.
Das ist ja gerade das Edge erfolgreicher Investoren, dass es einmalig und schwer zu kopieren ist. David Swensen vom Yale Endowment Fund hat sein Wissen z.B. wie kein zweiter detailliert dokumentiert und veröffentlicht. Trotzdem rät er (mittlerweile) vom Kopieren dringend ab, weil es kaum jemand gelingt und eher die Performance unter Durchschnitt absenkt.

Könntest du dazu bitte ein paar anlagestrategieunabhängige methodische Tipps geben, wie du das umfassend hinbekommen möchtest, damit eine stressfreie Nachfolge im Fall der Fälle gelingt, und warum du glaubst, dass dir das damit besser gelingen wird als z.B. David Swensen.
Ich kenne dazu das "Expert Debriefing" aus dem Wissensmanagement.
Das ist m.W. jedoch auch nur ein relativ unzureichender Notbehelf für die Fälle, in denen ein geeigneter Nachfolger nicht rechtzeitig umfassend eingearbeitet werden konnte.
Das ist ja bei Notfällen, wie das eigene Ende, die Regel, insbes. wenn die Familie (leider noch) kein tieferes Interesse hat, was i.d.R. erst aufkommt, wenn es Ernst geworden ist. Welchen Weg hast du also aus diesem Dilemma gefunden, wie und warum?


Toby sagt am 10. April 2019

Hallo Smartinvestor,

kontroverse Meinungen beleben die Diskussion, daher finde ich Deine Wortmeldungen hier sehr positiv.
Ich würde als aktiver Investor aber vermutlich keinen Blog für passives Investieren nutzen ;-)

Es kann wohl niemals eine finale Antwort darauf geben, ob aktives oder passives Investieren auf lange Sicht grundsätzlich eine höhere Rendite verspricht.
Nobelpreise auf dem Gebiet gab es für widersprüchliche Thesen und es sind auch immer nur Thesen und keine Beweise. Ob die letzte bzw. neuste These die richtige ist, wer weiß das...
Ich selbst investiere seit über 20 Jahren und inzwischen weitgehend "passiv". Hätte ich einen rein passiven Ansatz von Anfang an gewählt, hätte ich heute vermutlich ein Mehrfaches an Geld ;-)

Die Wissenschaft kann nur Thesen aufstellen und wenn Sie seit vielen Jahren eine verlässliche Mehrrendite erzielen, ist das klasse für Sie, ist aber für die Allgemeinheit ohne Bedeutung.
Das "sicherste" Indiz, ob mit einem aktiven Aktienhandel eine nachhaltige Outperformance möglich ist, ist aus meiner Sicht wohl einfach das statistische Ergebnis möglichst aller weltweit aktiven prof. Vermögensmanager in allen Regionen, Märkten und Zeiträumen der Vergangenheit.

Von S&P gibt es hierzu die "S&P Indices Versus Active Funds (SPIVA) Scorecard". Hier wird regelmäßig die Performance aktiv verwalteter Aktienfonds mit der Performance der korrespondierenden S&P-DJI-Indizes vergleichen. Dies über einen Anlagehorizont von den zurückliegenden ein, drei, fünf und zehn Jahren.

Über jeden betrachteten Zeitraum und in jedem Markt war die Mehrheit der aktiven professionellen Vermögensverwalter schlechter als der Index. Auf Sicht 10 Jahre waren rund 80% der aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds und 87% der europäischen Aktienfonds schlechter als der Markt. Das sind schon vernichtende Werte für die aktiven Vermögensverwalter.

Noch dramatischer wird es, wenn wir Europa verlassen (Betrachtung immer 10 Jahre): In den USA (S&P 500 Index) waren 97,76% der aktiven Aktienfonds schlechter als der Markt. Bei den globalen Aktienfonds ("Welt") 98,93% und bei den Schwellenmarktfonds waren 98,74% schlechter als der Markt.
Und wir sprechen hier von den Top-Profis, die das nicht nach der Arbeit nebenbei machen, sondern die berufsmäßig und fulltime alle Möglichkeiten mit eigenen Research-Abteilungen, qualitativen und quantitativen Handelssystemen usw. zur Verfügung haben.

Das Ergebnis spricht für sich und eine Diskussion, dass es nun einfach darauf ankommt, die "richtigen" 2% der aktiven Aktienfonds zu finden, brauchen wir wohl nicht zu führen ;-)

Wie siehst Du das?
Grüße, Toby


Timo sagt am 10. April 2019

Moin moin,

jetzt möchte ich meine passive nur-lese Haltung doch aufgeben und mich an dieser Stelle an der Diskussion beteidigen.

@Smartinvestor

Ich habe hier und in diversen anderen Blogs und Foren nun schon zum x-ten Mal von deiner "reines beta mit reinem alpha" Strategie gelesen. Das DU damit gut fährst kam ja auch häufig zur Sprache.

Was mich jetzt interesseriert, wieviel Aufwand steckst du (muss man) in diesen alpha Part eigentlich? Laut Gerd Kommer ist der Erfolg von Fondsmanagern ja bestenfalls zufällig oder eben nicht gegeben.
Für mich würde das bedeuten, dass ich bei deinen MFFs und LAs ständig am Ball bleiben muss um rechtzeitig die Fonds abzustoßen die ihren momentanen Zenit überschritten haben um das Geld dann in neue reine alpha Investments zu stecken.

Das klingt für mich nach einem kompletten (und komplexen) Nebenjob, der (bei MEINER Portfoliogröße) mit 1-3% zusätzlicher Rendite sehr schlecht bezahlt wird....

Oder sehe ich das ganze Falsch und es ist wie bei Börse vs. Tagesgeld, die konkrete Produktauswahl ist "egal" (solange hinreichend Diversifiziert), der eigentliche Schritt hin zum Risiko ist der Renditebringer. Also kann ich mir passiv ein alpha Investment suchen und mich über niedrige/negative Korrelation und zusätzliche Rendite freuen?


Timo sagt am 10. April 2019

kleiner Nachtrag:

"Erfahrene Investoren wie Christian Röhl, die ihre Stärken und Schwächen kennen und beachten, haben hingegen gelernt, dass sie da und nur da vorteilhaft mit den geeignetsten Instrumenten aktiv agieren können und sollten, wo sie einen Wissensvorsprung durch individuelle Spezialisierung aufgebaut haben. Aber sie sollten gleichzeitig dort tunlichst passiv bleiben, wo nicht!"

Insbesondere der letzte Satz ist meiner Meinung nach der Punkt, den du (@Smartinvestor) auch gerne mal unter den Tisch fallen lässt...gerade in den "passiv Investieren" Blogs in denen du den "alpha/beta hybrid" ansprichst ist doch der konsens "Ich weiß, dass ich nichts weß".
Sprich, die Leute gestehen sich ein, dass sie eben keinen Wissensvorsprung haben und verzichten daher auf die reine niedrig korellierte alpha Beimischung und geben sich mit dem, was der Markt freiwillig gibt zufrieden.

Hier von "verhindertem Anlageerfolg" zu sprechen ist da doch wirklich unsinn!
Es "verhindert" vielleicht eine Renditemaximierung, aber der überwiegende Teil der passiven Anleger ist wie gesagt gar nicht darauf aus.
Mein persönlicher "spieltrieb" zumindest ist damit abgedeckt, dass ich keinen MSCI ACWI IMI oder FTSE All World habe, sondern mir den Markt nach meinem gut dünken zusammenbaue.
Mehr "aktives" Investment brauche ich nicht. Sparpläne aufsetzten und alle paar Monate gucken ob Soll und Ist passen und ggf. Sparpläne entsprechend anpassen reicht mir.
Lieber die Freizeit nutzen und gucken, wo man die Sparschraube noch etwas anziehen kann, ohne das es weh tut, als die halbe Freizeit mit dem durchstöbern von Fondsprospekten zu verbringen, in der Hoffnung alpha aus dem Markt herauszuprügeln.

just my two cents


Finanzwesir sagt am 10. April 2019

Lieber CarstenP, lieber Smartinvestor,
ich schalte Eure Kommentare gerne frei - möchte Euch aber bitten bei eurem aktuellen Schreibstil zu bleiben! ;-)

Gruß
Finanzwesir


Schwachzocker sagt am 10. April 2019

@Smartinvestor

"Erfahrene Investoren wie Christian Röhl, die ihre Stärken und Schwächen kennen und beachten, haben hingegen gelernt, dass sie da und nur da vorteilhaft mit den geeignetsten Instrumenten aktiv agieren können und sollten, wo sie einen Wissensvorsprung durch individuelle Spezialisierung aufgebaut haben."

Ehrlich gesagt habe ich nicht ganz verstanden, worin dieser Wissensvorsprung bestehen soll?
Herr Röhl sagt sinngemäß, dass er sich bei US-Werten und europäischen Werten auskennt, nicht jedoch bei Schwellenländern. Was genau bedeutet denn jetzt "auskennen", und was spricht dafür, dass andere Investoren sich weniger gut auskennen, denn das wäre ja die Voraussetzung für eine erwartbare Outperformance.

  • Was genau kann Herr Röhl, was andere nicht können?
  • Was weiß er, was andere nicht wissen?

Was mir auch gefehlt hat, sind jegliche Angaben zum eigenen Anlageerfolg in der Vergangenheit. Wieviel Rendite hat Herr Röhl denn nun gemacht. Und wie sieht es im Vergleich zu einem MSCI World aus. Das wäre doch einmal interessant.

Aus meiner Sicht offenbart Herr Röhl an der ein oder anderen Stelle eher, dass er einige grundlegende Dinge nicht verstanden hat. So sagt er z.B., dass er sich gefreut habe als er aus dem Urlaub zurückgekommen ist, weil er aufgrund von "ganz vielen Dividenden" mehr Geld hatte als zuvor.
Allein durch Zahlung von Dividenden hat sicherlich noch kein Anleger dieser Welt sein Gesamtvermögen erhöht. Er meint wohl, dass sich sein Vermögen auf dem Verrechnungskonto erhöht hat, während sich zeitgleich sein Aktienvermögen um dieselbe Summe verringert hat.


Investor_in_ETF sagt am 11. April 2019

Eine Frage zu den Kosten eines (ETF-) Sparplans, die Hr. Röhl angesprochen hat:

Herr Röhl sagt bei bei Minute 33:25, dass Kostenoptimierung erst bei Investoren interessant werden, die 2% oder mehr an Orderkosten haben.

Ich bin bei der beliebten Comdirect und habe eine relativ hohe monatliche Sparrate: 1.300€
Und die Orderkosten sind bei der CD bei 1.5%. Aktuell nehme ich das noch zähneknirschend hin und gebe der Comdirect 234€ im Jahr für 12x Sparplan Ausführung. Finde die Kosten aber eigtl zu hoch für das geleistete.

Was mich gewundert hat ist, dass der Finanzwesir hier nicht wiedersprochen hat im Podcast. Den laut seiner Aussage sind Kosten von 1.5% voll ok und normal: https://www.finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-kosten

Jetzt bin ich verunsichert und verwirrt. weil zwei Experten Unterschiedliche Sachen sagen und propagieren.


isten sagt am 11. April 2019

1,5% < 2,0%

Also warum soll da der Finanzwesir hier widersprechen?


Investor_in_ETF sagt am 11. April 2019

@isten:

weil die 1.5% schon sehr nah dran sind an den 2%. Ich frage mich einfach jetzt wie ich mich verhalten soll.


Timo sagt am 11. April 2019

@Inverstor_in_ETF

Wenn dir die Kosten zu hoch sind sehe ich da nur zwei Möglichkeiten.

  1. Depotwechsl zu einer Bank mit fixen Sparplangebühren (z.B. DKB)
  2. Sparplan kündigen und für die 1.300€ manuell jeden Monat deine ETF kaufen

Wenn du mehr als einen ETF besparst musst du vielleicht jeweils 1-3 Monate sparen, bevor du die ~1,5k€ Ordervolumen zusammen hast.

Wenn du jedoch den Sparplan aus psychologischen Gründen behalten willst (was ich gut verstehen kann) dann musst du dir überlegen, ob dir die psychologische Hilfe nicht vielleicht doch 234€ im Jahr wert ist. Alternativ eben Möglichkeit 1. und Depot wechseln, bzw. zweites Depot aufmachen


UserPS sagt am 11. April 2019

@Smartinvestor
Wieso bist du nicht mehr im WPF aktiv?

Jemand der in den höchsten Tönen von Swensen spricht (auch zurecht) kann eigentlich nur der Smartinvestor sein, den ich z.B. aus dem Factor Investing mit ETFs Thread kenne.


BF sagt am 11. April 2019

@Investor_in_ETF: Du findest, das sei zu teuer. Dann mach es doch anders. Wer Summen über 1000 € monatlich als Sparplan anlegt, zahlt eben einen Preis für seine Bequemlichkeit.

Ich kenne die Konditionen der Comdirect nicht, aber das geht bestimmt günstiger.

Habe das gerade mal nach DiBA-Konditionen berechnet:

  • 12 Sparraten a 1.300 kosten im Sparplan 1,75% = 273 € im Jahr
  • 12 Käufe a 1300 auf Xetra kosten je 9,90 = 118,80 € im Jahr
  • 4 Käufe a 3.900 auf Xetra kosten je 16,40 = 65,60 € im Jahr
  • 1 Kauf jährlich a 15,600 € auf Xetra kostet 45,65 €

Sich viermal im Jahr fünf Minuten im Depot einloggen und eine Order platzieren ist IMO ein vertretbarer Aufwand, um 200 Euro zu sparen.


ChrisS sagt am 12. April 2019

@ Investor_in_ETF

Hab mir die Stelle nochmal genau angehört, und für meine Ohren klingt das eher so als ob mit dem Punkt "Kostenoptimierung" vor allem die laufenden Produktkosten gemeint sind.
Also an die Leute gerichtet die noch 2% Verwaltungsgebühren usw. bei den klassischen aktiven Fonds zahlen, wohingegen man mit ETFs diese laufenden Produktkosten um den Faktor 10 verringern könnte (die Standard-World/EM-Weltportfolios lassen sich heutzutage schon mit weniger als 0,20% TER zusammenstellen).

In von dir verlinkten Finanzwesir-Artikel haben wir das in den Kommentaren auch schön lang und ausführlich durchexerziert, warum "laufende Produktkosten" (bzw eine Reduktion dieser) langfristig viel wichtiger für die Renditeverbesserung (also dass so wenig wie möglich davon verloren geht) sind als die "Kaufkosten" - und vor allem was der Unterschied der beiden Kostenarten ist.
Da scheinen bei vielen Leuten auch noch arge Verständnisprobleme und Nachholbedarf zu liegen, wie man an den Kommentaren leider sieht.

"Ich bin bei der beliebten Comdirect und habe eine relativ hohe monatliche Sparrate: 1.300€
Und die Orderkosten sind bei der CD bei 1.5%. Aktuell nehme ich das noch zähneknirschend hin und gebe der Comdirect 234€ im Jahr für 12x Sparplan Ausführung. Finde die Kosten aber eigtl zu hoch für das geleistete."

Dann geh doch einfach zu einem anderen Anbieter, die ein Flat-Fee statt Prozentmodell haben. Gibt zum Beispiel Broker die nehmen 1,50 € (statt 1,50 %) - das macht gerade bei so relativ hohen Summen wie du sie investierst richtig was aus.
Genauer gesagt kann man ja auch leicht selbst ausrechnen, wo der "Schnittpunkt" der beiden Varianten liegt: Wer weniger als 100€ monatlich investiert, fährt mit dem 1,50 % Gebührenmodell besser, wer mehr als 100€ monatlich investiert, kommt mit dem 1,50 € Gebührenmodell günstiger weg (und dabei gilt, je mehr investiert wird, umso größer wird auch der Sparvorteil, da die Gebühren "fix" bleiben und nicht analog zur Ordergröße mitwachsen wie bei der Prozentmethode).


mufukuli sagt am 12. April 2019

Dumme Frage: Wie kann ich es anhören? Bei mir ist es irgendwie nicht möglich.


Investor_in_ETF sagt am 12. April 2019

@Timo:
Ja ich habe mir auch schon ein Depotwechsel überlegt. Wegen paar Pfennig finde ich selber einen Depotwechsel unsinnig. aber wir sprechen hier ja um fast 250€ im Jahr...
Alle 2 Jahre wäre somit das neue Smartphone für 500€ finanziert.
Nur aus den eingesparten Gebühren. Manuell kaufen möchte ich auf keinen Fall, wegen dem psychologischen Effekt. Ich möchte nicht X mal im Jahr vor der Entscheidung stehen zu kaufen oder es aus irgendeinem dummen Grund doch sein zu lassen. So bin ich die letzten Jahre gut gefahren.

@BF:
Ja ich habe mir auch die DKB angeschaut und hier ist das Flat Fee Model (1.50€ vs. 1,5%) auch interessant für meine hohe Sparrate.
Meine Sorge jedoch: Wie stabil ist dieses Modell?
Wir haben bei der Onvista Bank gesehen, dass auch sie Ihre Sparplan Kosten angehoben haben. Was ich nicht machen will ist Depot Hopping betreiben. Aber diese Garantie wird mir keiner wohl geben können, wie Stabil die Gebührenstruktur ist.

Weitere Fragen:

  1. die ich bei der DKB habe ist, dass ich keine Demo Konto o.ä. dort gefunden habe. ich würde mir doch ganz gerne mal die Oberfläche und die bereitgestellten Auswertungen anschauen. Was wird geboten, was ist möglich? Ist es genauso schön und umfangreich wie bei der Comdirect.
  2. ich benutze kein third party tool um meine Portfolio Performance zu tracken. Das geht alles durch das Comdirect Depot und den Auswertungen die dort zur Verfügung stehen (ausreichend für mich). Wenn ich jetzt mit meinem Depot umziehe zu der DKB, werden auch die einzelnen Kaufpositionen etc mit übermittelt, sodass zb. mein MSCI World die aktuelle +11% Rendite ausweist oder ist dann aber Tag 1 das DKB Depot 0%. wenn der Markt nun einbricht wird -10% angezeigt, obwohl ich eigtl bei +1% stehe? (ich weiß, das hat absolut keine Auswirkungen auf die Gesamtperformance, sehe ich hier doch aber als psychologischen Faktor an)

@ChrisS:
Sehe ich so wie du. Ich möchte auch die Orderkosten nicht reduzieren, weil ich mir dadurch eine höhere Rendite nach 25 Jahren erhoffe, sondern aus dem grund, dass dies ggf. vermeidbare Kosten sind, die sich aber super für andere Sachen (anschaffungen, Urlaub etc) nutzen lassen können.


BigMac sagt am 12. April 2019

@Investor_in_ETF

"... das neue Smartphone für 500€ ..." - wenn es darum geht zu sparen, wäre hier ein Punkt, der viel mehr Erfolg verspricht, als die "richtige" Depotwahl. Da niemand vorhersehen kann, wie die Order- und Depot-Gebühren bei einem Institut zukünftig aussehen, ist für eine Kostenreduktion ein Depotwechsel nur ganz selten sinnvoll. Ich finde andere Kriterien bei der Wahl des Brokers wichtiger.


Reinsch sagt am 12. April 2019

"Manuell kaufen möchte ich auf keinen Fall, wegen dem psychologischen Effekt. Ich möchte nicht X mal im Jahr vor der Entscheidung stehen zu kaufen oder es aus irgendeinem dummen Grund doch sein zu lassen."

Das leuchtet mir nicht wirklich ein...

Einmal pro Monat logge ich mich sowieso ins Onlinebanking ein und schaue mir den letzten Monat an. Was kam rein, was ging raus, wofür, und hat das alles seine Richtigkeit...
Dann im Anschluss noch zu schauen, welche Depotposition der Verteilung hinterherhinkt und den Monatsüberschuss darein zu investieren dauert 1 bis 2 Minuten und kostet ziemlich genau 10€ bei der Comdirect.

Und wer zu diesem Zeitpunkt kribblige Finger bekommt und sich fragt ob er nicht doch lieber mehr oder weniger kaufen sollte, der wird auch genauso mit seinem Sparplan hadern und ständig an den Stellschrauben drehen.


Oliver sagt am 12. April 2019

Toller Blog-Beitrag mit ausgewiesenen Experten auf höchstem intellektuellem und sprachlichen Niveau. Bin selbst passiv á la Kommer unterwegs, aber fand die Argumente von Christian Röhl auch sehr stichhaltig und hörenswert.
Und habe nebenbei alle meine Hemden und die Blusen meiner Frau gebügelt :-)


Flurry sagt am 13. April 2019

Weil es oben schon wieder darum ging: Leute, hört doch mal auf aktive Fonds mit dem vergleichen, was ein Privatanleger machen könnte.
Ein Privatanleger kann auch schöne Smallcaps shoppen, zahlt praktisch keine Gebühren und muss vor allem niemanden gegenüber Rechenschaft ablegen.
Die miesen Resultate von aktiven Fonds sind eben ein Problem von Fonds, die zu viel Geld haben, die den Anlegern lieber geringere Volatilität als bessere Performance liefern sollen und auch so nicht das Gegenteil vom Index machen dürfen.
Natürlich schlägt ein aktiver Fonds den Benchmark nicht, wenn beide prinzipiell in die gleichen Werte investieren müssen, der eine aber mehr kostet und auch noch irgendwie hedgen soll.


Joerg sagt am 15. April 2019

Hier noch ein engl. Podcast zum Thema "Sicherheits-Illu durch Dividenden-Aristokraten?"
https://www.choosefi.com/learn-more-about-dividend-investing/

Was an neuen Aspekten zum obigen Podcast dazukommt (Steuer mal ausgenommen):

Beachtung der individuellen Situation:

  • Divi-Strategie im Rentenalter bei Neu-Anlage von Erbe/LV/Hausverkauf ist OK;
  • als Marathon-(Klein)Ansparer ist es aber schlecht/suboptimal (geringere Realrendite nach Kosten, Steuern, Inflation)

Untersuchung des Verhaltens von Divi-Adel im 2008/09-Crash:

  • Verhaelt sich ca. wie ein 60/40 Depot (Akt/Rent), obwohl nur Aktien
  • D.h. geringere Vola als marktbreite ETFs aber eben auch geringere Real-Rendite ueber die Zeit (seit dem)

LG Joerg


Grinsendes_Kamel sagt am 15. April 2019

Ich kann die Argumente von Investor_in_ETF gut nachvollziehen. Er hat für sich persönlich erkannt, wann er zur Unsicherheit neigt und dann seine Strategie vielleicht verlässt.
Und er sucht einen Weg, das zu verhindern. Dieser Grad der Selbsterkenntnis dürfte höher sein als bei der Mehrheit der Anleger. Diejenigen, sich nie verunsichern lassen, mögen darüber lächeln. Aber das dürfte selbst in der Finanzwesir-Gemeinde der kleinere Teil sein....

Grinsende Grüße
Das Kamel


ChrisS sagt am 15. April 2019

@ Flurry

"Weil es oben schon wieder darum ging: Leute, hört doch mal auf aktive Fonds mit dem vergleichen, was ein Privatanleger machen könnte."

Bei der ganzen Aktiv-Passiv Debatte wird bei der aktiven Seite zumeist auf klassische aktive Fonds bezug genommen, ja.

Das hat seine Gründe, zuallererst mal dass die Performance der Fonds öffentlich ist, also für Aussenstehende leicht auffindbar und für solche Vergleiche zu verarbeiten.
Dass zu den "aktiven Investoren" natürlich nicht nur die Fonds dazu gehören, sondern auch noch die Millionen individuellen Depots privater Einzelaktienanleger, ist auch klar - in die kann man aber nicht so leicht reinschauen und für solche Vergleiche benutzen. (Ab und zu lässt ein Broker mal Wissenschaftler Studien über seine Kundendepots machen, aber auch da ist das immer nur mehr oder weniger repräsentativ für Alle).

Da die Performance der vielen verschiedenen privaten Einzelaktiendepots also eine ziemliche Dunkelveranstaltung ist, sind Aussagen darüber immer schwierig, egal ob in positiver oder negativer Richtung.
Klar unterliegen Fonds z.B. institutionellen Auflagen, Marktzwängen und Skalenproblemen, die ein Privatanleger so in der Form nicht hat.
Dafür haben Privatanleger auf der anderen Seite aber auch jeweils ihre eigenen Probleme, von daher würde ich nicht unbedingt glauben dass sich die allgemeine Performanceverteilung (also dass es wenige Outperformer und eine große Masse an Unterperformern gibt) unter ihnen großartig von dem unterscheidet was auch von den "Profis" (Fonds) bereits bekannt ist.
Wenn du konkrete Studien dazu hast (also mehr als nur Einzelanekdoten ala "hier ich kenn jemanden der den Index geschlagen hat", oder ich bin gar selber einer, haja es gibt wie gesagt auch immer ein paar Fonds die den Index schlagen, tut trotzdem nichts zur Sache dass die allgemeine Masse eben überwiegend unterperformt), immer gern her damit, ansonsten werden damit die fundamentalen Passiv-Argumente auch nicht ausgehebelt.

Niemandem Rechenschaft gegenüber ablegen müssen klingt zB. erstmal ganz nett, aber heißt konkret auch dass auch niemand über die Schulter schaut und auf eventuelle Fehler hinweist oder grobe Grütze korrigiert, denn bei den Privatanlegern gibt es (wie in allen Bereichen der Welt) wohl auch nur eine Minderheit die wirklich mit nem disziplinierten System vorgeht.
Die überwiegende Masse handelt mehr oder weniger relativ planlos, begeht die zahlreichen bekannten Fehler (verzettelt sich in Tradingspielchen, rennt Trends & "Themen" hinteher, unterliegt psychologischen Bias, etc.) vor denen immer gewarnt wird (und es wird ja auch gerade deshalb soviel davor gewarnt, weil soviele Leute eben diese Fehler begehen) und die hier in der Finanzbildung aufgeklärt und behandelt werden.


Timo sagt am 15. April 2019

@Joerg

vielen Dank für den Podcast! Wenn auch sehr viel speziell für die USA gilt, sind doch einige interessante Aspekte dabei. Besonders interessant ist der Punkt mit der niedrigeren Volatilität, bzw. den geringeren draw down im crash.
Das unterstützt ein punkt, den ich im Gefühl hatte, und der in den Diskussionen in den deutschen Blogs immer unterschlagen wird, wenn es heißt x% Ausschüttung oder thesaurierung ist das gleiche, auch im crash.

Aber der Punkt ist doch, dass die Dividende im wesentlichen auf der Performance des Unternehmens beruht, wohingegen im crash Aktienkurs und Unternehmenswert eben nicht mehr parallel laufen. Nur weil die Börse Amok läuft gehen die Unternehmen (Banken jetzt vielleicht ausgenommen) ja nicht direkt pleite.

Mein Gefühl (hatte bisher noch nicht die Muße, das in Zahlen nachprüfen zu wollen), ist wenn ein Unternehmen relativ knstant sagen wir 1€ Dividende pro Quartal ausschüttet, warum sollte es damit aufhören, nur weil die Börse Amok läuft?
Das Unternehmen macht doch weiterhin Gewinne und will die Aktionäre daran teilhaben lassen. Und dann heißt es eben nicht mehr 2% sind 2%, sondern 1€ ist 1€. Und wenn der Aktienkurs um 50% eingestürzt ist, heißt das halt, dass die Ausschüttungsrendite entsprechend hoch geht.

Wenn also die Ausschüttung auch im crash hinreichend konstant bleibt (ein cash, nicht Prozenten), dann habe ich hier doch einen enormen Vorteil, wenn ich in diesen schlechten Phasen eben nicht verkaufen muss, sondern von meinem Anteil am Unternehmensgewinn leben kann.

Klar, in Bärenmärkten ist dann idr. natürlich auch das Unternehmen schwächer, was sich negativ auf die Dividende auswirkt (oder langfristig an die Substanz geht).
Aber diese eingebaute Crash-Absicherung (wenn es denn so ist und ich nicht irgendwas elementares übersehe) ist für mich auf jeden Fall ein Grund, mich mit der Idee high-dividend Strategie im Alter auseinander zu setzen (also so in 35+ Jahren, wenn es dann soweit ist)

Gruß
Timo


Schwachzocker sagt am 17. April 2019

@ Timo

Ich fürchte, da sind die üblichen Missverständnisse rund um das Thema "Dividenden" am Werk.

"Aber der Punkt ist doch, dass die Dividende im wesentlichen auf der Performance des Unternehmens beruht, wohingegen im crash Aktienkurs und Unternehmenswert eben nicht mehr parallel laufen."

Die Dividende beruht auf gar nichts. Man kann eine Dividende zahlen, wenn man Geld hat. Das ist alles. Das Geld kann aus Gewinnen, Rücklagen, neuen Schulden, Verkauf von Firmeneigentum oder von Spenden kommen. Völlig egal!

Und was ist Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen Aktienkurs und Unternehmenswert? Oder anders gefragt: Wer bestimmt, wieviel das Unternehmen wert ist?

"Das Unternehmen macht doch weiterhin Gewinne und will die Aktionäre daran teilhaben lassen."

Ein Unternehmen ist kein Mensch und hat insofern auch keinen Willen. Die Aktionäre wollen etwas.

"Und dann heißt es eben nicht mehr 2% sind 2%, sondern 1€ ist 1€. Und wenn der Aktienkurs um 50% eingestürzt ist, heißt das halt, dass die Ausschüttungsrendite entsprechend hoch geht."

Nein, da geht nichts hoch, sondern es wird noch immer 1 Euro ausgeschüttet. Und dieser Euro wird vom Kurs abgezogen, so dass Du in Summe genau soviel Geld hast wie zuvor, abzüglich Steuern. Wenn der Aktienkurs also ohnehin schon um 50% eingestürzt ist, stürzt er aufgrund der Ausschüttung noch etwas weiter.

Du solltest Dich davon lösen, dass die Zahlung einer Dividende eine Crashabsicherung ist. Eher ist das Gegenteil der Fall. Das Unternehmen könnte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Geld, welches ausgeschüttet wird, bitter nötig haben.
Und nein: Die Dividende kommt nicht aus dem luftleeren Raum auf Dein Verrechnungskonto geflogen, sondern sie kommt von der Firma, deren Eigentümer Du bereits bist und die jetzt genau um die Höhe der Dividende weniger wert ist.


Timo sagt am 18. April 2019

Hallo Schwachzocker,

das die Dividende eine "freiwillige" Leistung des Unternehmen (der Geschäftsleitung mit Zustimmung der Aktionäre) ist, ist mir bewusst. Das die nicht fix ist ebenfalls. Das die aus dem Unternehmensvermögen an mich umverteilt wird und sich auf den Wert des Unternehmens und damit in normalen Börsenzeiten auch auf den Kurs auswirkt ist auch klar.

Mir ging es darum, dass in einem Börsencrash, wo die Aktienkurse "aller" Unternehmen in den Keller rauschen, aber ja nicht plötzlich auch alle Unternehmen auf einmal schwere Zeiten haben und um ihre existenz kämpfen müssen.
Insofern ist in dem crash Szenario die Börse "Kaputt" nicht das Unternehmen. Daher meine Vermutung, dass "das Unternehmen" (vereinfacht gesprochen um nicht unnötig Worte zu produzieren) auch dann weiter Gewinne macht wie die Tage/Monate zuvor und an "seiner" Politik beibehält, einen Teil dieser Gewinne an die Aktionäre auszuschütten.

Das diese Dividende (bleiben wir einfach mal bei dem 1€) zusätzlich zum eingebrochenen Kurs dessen Sturz vergrößert ist klar.
Da ich aber weiter meinen 1€ pro Aktie bekomme und wenn mir dieses Geld als (Zusatz-)Einkommen reicht, ist mir in diesem Fall der Kurs ja egal. Ich muss nicht verkaufen, habe also nur vorrüber gehende Buchverluste, die sich mittelfristig wieder ausgleichen.
Da ich nicht verkaufe, bleiben meine Anteile gleich und der Strom an Dividenden auch (ja, WENN "das Unternehmen" in all seiner Güte (und unter beachtung seiner wirtschaftlichen Lage) weiterhin die gleiche Dividende zahlt).
Wenn ich nicht glauben würde, dass auf jedes Tief ein Hoch (im langfristigen Mittel geht der Markt nach oben) kommt würde ich kein B&H betreiben.

Was ich mit der erhöhten Ausschüttungsrendite meinte ist, dass der Kurs meinetwegen bei 100€ war, 1€ Dividende, also 1% Ausschüttung, wenn der Kurs plötzlich und "unverschuldet" auf 50€ einbricht, die Dividende ja trotzdem bei 1€ bleibt (wenn sich für "das Unternehmen" nicht tatsächlich das Marktumfeld durch den crash verändert), was dann eine "Erhöhung" der Auschschüttungsrendite auf 2% bedeutet (die für mich irrelevant ist, da ich weiterhin 1€ bekomme, was aber auch gar nicht der Punkt der Aussage war)

@Finanzwesir
Kann sehr gut sein, dass du recht hast. Die "Einsicht des Alters" fehlt mir auf jeden Fall. Und kommt Zeit kommt Rat (oder vielleicht sogar Erkinntnis/Weisheit).
Aber für "ungefragte Ratschläge" an Eltern/Schwiegereltern/Kollegen wäre dieses "neue Wissen" ja durchaus schon jetzt relevant (vielleicht, je nach einzel Situation)


Smartinvestor sagt am 18. April 2019

Freue mich über das rege Interesse an meiner konträren Meinung. Zum Glück wird die - mein pos. Alpha erhaltend - nie für die Allgemeinheit von Bedeutung sein, genau wie deine, wie Alberts, Christians, Gerds.... Wozu dann das Ganze hier überhaupt?

In diese Richtung konträrer Meinungen hat sich dieser Blog jedenfalls mit seiner legendären Freitagsliste* und mit diesem Podcast jetzt schon länger auf den Weg gemacht. Damit sollen nämlich Leser angeregt werden, sich nicht mit der aktuell prekären Lage, die Grund die Renditeerwartung zu senken gibt, abzufinden und nicht auf Dogmen auszuruhen, um weiterhin Rendite einzufahren.

Die ausreichend abgesicherte Grundlage dafür sind die richtungsweisenden Erkenntnisse, die mit dem o.a. (Wirtschaftsnobelpreis 2013)(https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/2013/press-release/) höchste wissenschaftliche Anerkennung erhalten haben.
Dieser Blog hat m.W. den sinnvollen Anspruch, sich zum Vorteil aller hier an anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu orientieren.
Können wir daher nicht lieber gemeinsam versuchen, diese wertvollen Erkenntnisse auf dem aktuellen Stand der Finanzwissenschaft erfolgsorientiert umzusetzen und uns darüber auszutauschen, als sie pauschal mit "interessanten" Erwartungen nach Beweisen und Garantien pauschal abzulehnen? Denn die werden sonst bei allen Finanzprodukten ausdrücklich ausgeschlossen, egal ob passiv oder aktiv!

Die Finanzwissenschaft ist nämlich (zum Glück) keine Naturwissenschaft.
Aber Erstere bietet einen wissens- und damit vernunftbasierten Bezugsrahmen, der u.a. von sehr wohlüberlegten Nobelpreisen als gut abgesicherte Eckpfosten ständig aktualisiert wird.
Könnte man sich nicht auf diesen vernünftigen Rahmen einigen, um in dieser Diskussion weiterzukommen?
Dass es Wirtschaftsnobelpreise für Widersprüche gibt, liegt in der Natur des Menschen. Denn der macht die Marktwirtschaft und ist selber widersprüchlich. Hey, "it is a feature not a bug!"

Zur Motivation: Da sich die aktuell prekäre Lage an den Finanzmärkten schon vor 20-30 Jahren u.a. mit der Entwicklung des japanischen Marktes und mit teilweise extremen Überbewertungen ankündigte, hab ich schon vor gut 20 Jahren genug Grund die Renditeerwartung zu senken gesehen und meine bekannte Strategie dagegen rein wissensbasiert entwickelt. In ersten Ansätzen war seinerzeit alles Grundlagenwissen bereits vorhanden.
Das waren

  1. Bogles inzigartig innovative Indexing-Mission fast kostenfreien reinen Betas und
  2. das immer noch richtungsweisende Lintner Paper, mittlerweile in aktualisierter Neuauflage..

All dies hat sich inzwischen bestätigt bzw. bewährt. D.h.

  1. die durchschnittliche Aktienmarktrendite ist trotz jüngstem Rekordboom nach nunmehr ca. 2 Börsenzyklen (von Ende 1998 bis Ende 2018) weltweit von ca. 7% um -2% auf nur noch ca. 5% p.a. abgesunken. Und der weitere Ausblick ist noch weiter eingetrübt.
  2. ich konnte diesen Rückgang durch meine Strategie über diese Zeit ziemlich genau ausgleichen und weiterhin die zuvor übliche Marktrendite sogar mit deutlich abgeschwächten Einbrüchen erzielen.
  3. meine Strategie der Separation von Beta und reinem oder portablem Alpha ist inzwischen in unterschiedlichen Ausprägungen zum Stand der Technik am High End u.a. eines David Swensen geworden.

Dabei geht es schon lange nicht mehr um Passiv gegen Aktiv, sondern um optimales sowohl als auch. Genau das sollten wir hier besser diskutieren, wenn wir uns nicht mehr im Kreise drehen, sondern uns über das überholte Dogma idealisierter informationseffizienter Märkte im Gleichgewicht hinaus weiterentwickeln wollen.

Ich plädiere daher dafür, dass wir jetzt in doppeltem Sinne aktiv werden, um erwarteten weiteren Aktienrenditesenkungen (!) wissensbasiert (!), wie hier angestrebt, ernsthaft entgegenzutreten. Oder will jemand 30 Jahre japanisches Szenario erdulden, insbes. im Ruhestand?

Es ist trivial, dass Märkte sich nicht selbst outperformen können. Aber am Markt agiert eine Mehrheit irrationaler Spieler, die viele Verluste produziert und auf dem Tisch lässt. Wie beim Pokern können die in allen strategischen Nullsummenspielen mit statistischen Profi-Ansätzen systematisch abgegriffen werden.

Natürlich geht das nicht mit aktiven Publikumsaktienfonds.
Aber mittlerweile stehen zum Glück auch Privatanlegern einige hervorragende Profi-Instrumente in Form von marktbreiten ETFs und performanten Liquid Alternatives kostengünstig zur Verfügung. Beides muss jedoch wohl überlegt, ähnlich wie beim Value Investing von Christian im Podcast, ausgewählt werden.
Dann kann beides Buy and Hold mit gelegentlichem Rebalancing aufwandsarm verwaltet werden.

Somit fast richtig, Timo: Also kann ich mir aktiv (!) ein Alpha Investment suchen und mich über niedrige/negative Korrelation und zusätzliche Rendite freuen!
Dabei kann dir Niels hervorragender Blog (toptradersunplugged.com)[www.toptradersunplugged.com] genauso gut helfen wie dieser Blog hier bei der ETF-Auswahl.
Mit beidem bleibt der Zeitaufwand jetzt weit unter dem für mich vor über 20 Jahren, als ich in einer vor Finanzpornos triefenden Umgebung noch für reines Alpha und Beta Expertenwissen ähnlich wie bei meiner ingenieurwissenschaftlichen Doktorarbeit von Null aufbauen musste.

Was genau bedeutet denn jetzt "auskennen", und was spricht dafür, dass andere Investoren sich weniger gut auskennen, denn das wäre ja die Voraussetzung für eine erwartbare Outperformance.

Richtig. Aber wie gesagt, Schwachzocker, wenn man das zum genauen Kopieren einfach beschreiben könnte, wäre mir auch sehr geholfen. Dahin gibt es wohl nur einen bewährten Weg: "Übung macht den Meister!"
Vielleicht einfach mal einen Meister oder einen MINT-Dr. fragen, in einfachen Worten zu beschreiben, was seine Meisterschaft ausmacht.


CarstenP sagt am 18. April 2019

@Timo

Das diese Dividende (bleiben wir einfach mal bei dem 1€) zusätzlich zum eingebrochenen Kurs dessen Sturz vergrößert ist klar.

Aber wenn das alles klar ist, dann sollte doch auch klar sein, dass es völlig egal ist ob eine Dividende ausgeschüttet wird oder man sich alternativ durch den Verkauf von Anteilen eine Ausschüttung generiert.
Es ist nur linke Tasche, rechte Tasche. Alle Aktienanleger gehen davon aus, dass die Gesamtrendite (Kurssteigerungen + Ausschüttungen) angemessen fürs eingegangene Risiko sein wird, egal wie die Gesamtrendite entsteht, die Dividenden sind nur ein Teil davon.

Eine Erklärung warum so viele Anleger einen (irrationalen) Dividendenbias haben, ist, dass Dividenden kein Bedauern verursachen.
Sie kommen einfach, man hat keinen Einfluss auf wann und wie viel, wohingegen selbst generierte Ausschüttungen (durch den Verkauf von Anteilen) durchaus Bedauern verursachen können, weil man sich im Nachhinein vielleicht ärgert zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft zu haben.
Dass die ausgeschüttete Dividende im Crash auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt, daran stört sich komischerweise keiner... Stichwort: Regret Minimization


Timo sagt am 18. April 2019

Hallo Smartinvestor,

danke für deine Einsichten, ich werde mir das Paper und den Blog mal wohl dosiert zu gemüte führen, wenn ich endlich den Kommer durchgelesen habe (ich weiß, erst investieren DANN den Kommer lesen ist eigentlich der falsche Weg, aber so weit von der "allgemeinen" ETF empfehlung habe ich mich bisher nicht entfernt).

Die Umsetzung werde ich dann vermutlich aber erst in ein paar Jahren starten, wenn ich mit dem Grundstock meines passiven Depots zufrieden bin und ich meine Investitionsquote durch abschöpfen meines Humankapitals noch ordentlich steigern konnte.

Bis dahin habe ich dann hoffentlich auch genug Wissen auf dem Gebiet um so ein Investment guten Gewissens tätigen zu können. Aber beruhigend zu wissen, das B&H auch mit alpha Investments möglich ist.


Nostradamus sagt am 19. April 2019

@Smartinvestor: Deine Mission ist es ja ganz offensichtlich, die Leute von deinen reinen Alpha-Investments zu überzeugen.
Nun würde ich aber sagen, dass du es auf diesem Blog größtenteils nicht mit ausgewiesenen Finanz-Experten zu tun hast. Daher wäre eine leicht verständliche Quelle zu dem Thema (möglichst auf deutsch) wohl das hilfreichste für diejenigen, die sich mal näher mit dem Thema befassen wollen.


Smartinvestor sagt am 21. April 2019

@Nostradamus

Daher wäre eine leicht verständliche Quelle zu dem Thema (möglichst auf deutsch) wohl das hilfreichste für diejenigen, die sich mal näher mit dem Thema befassen wollen.

Falls noch nicht bekannt: Deepl.com ist ein ganz hervorragender Translator mit Anwendung neuester KI/NLP-Algos, der auch den Satzsinn bei nicht allzu komplizierten Sätzen verarbeiten kann.
Der lässt solche Sprachbarrieren schon lange verschwinden. Wenn die Übersetzung relativ selten mal nicht zu passen scheint, kann man sich einfach alternative Übersetzungen anzeigen lassen. Vielleicht in 1% der Übersetzungen muss man mal selber Hand anlegen, wenn nicht der allertreffendste Ausdruck mit dabei ist.

Beim folgenden Text, den mir Niels als schwierigste Passage zum Übersetzer-Testem genannt hat, musste ich selbst die Auswahlfunktion nur 2-3 mal nutzen.
Dazu eine mit Deepl.com übersetzte Leseprobe aus Niels erstem MF-Grundlagenbuch "How To Master Managed Futures", Katy Kaminsky & Niels Kaastrup-Larsen, mit der auch sein spezieller Schreibstil recht gut rüberkommt:

Wer investiert in dieses Zeug? Was wäre, wenn wir einen Index auf eine völlig einzigartige Weise erstellen könnten, um Personen zu klassifizieren, die in Managed Futures investieren? Um an der Spitze des Index zu stehen, sollten Sie einen oder mehrere der folgenden Punkte berücksichtigen:

  1. Du musst ein Leben haben,
  2. Du musst einen Sinn für Humor haben,
    3) Du musst intelligent sein und ein unabhängiger Denker,
    ...

Hören Sie, wir haben festgestellt, dass unsere Podcasts, Artikel, TED-Talks, Whitepapers, Reden und unsere Persönlichkeiten wie ein riesiger Fleischerbeil sind, der das Meer der Menschheit durchschneidet und diejenigen, die irgendeine Art von Kontakt mit uns haben, in zwei sehr unterschiedliche Gruppen unterteilt.
Die eine Gruppe besteht aus zielstrebigen, fleißigen, risikobereiten, lebenslustigen, oft unternehmerischen Machern und die andere aus Nicht-Machern, die nicht in der Lage sind, über sich selbst zu lachen und die wahnsinnig Angst vor der Idee, Risiken einzugehen, haben.

Nun, na und? Was hat das alles mit Ihnen, mit Managed Futures und mit dem Geldverdienen zu tun? Sehr viel. Sie sehen, in der Regel ist es immer einfacher, mit Menschen mit einem sehr hohen imaginären Index (A-Spieler) Geschäfte zu machen und mit ihnen zu arbeiten, und das gilt besonders in Zeiten eines wirtschaftlichen Einbruchs.

Warum? Ganz einfach, weil diese Menschen, egal wie schlecht die Wirtschaft wird, nie einer "Depressions-Mentalität" erliegen werden. Eine Depressions-Mentalität ist ein Killer, um finanzielle Freiheit zu erlangen und beträchtlichen Reichtum aufzubauen. Menschen, die es haben, haben Angst und haben den Glauben völlig verloren (wenn sie es jemals hatten), haben sie die Fähigkeit, ihre eigene Zukunft zu gestalten (kein Wortspiel beabsichtigt).

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator


Nostradamus sagt am 22. April 2019

@Smartinvestor:
Danke für den Hinweis auf den deepl-Translator, den kannte ich noch nicht, aber er scheint tatsächlich sehr gut zu funktionieren!
Zur Alpha-Investment-Thematik: Wenn es da noch nichts Brauchbares, deutsches dazu gibt, warum schreibst du dann nicht ein Büchlein dazu? ;-) Und damit meine ich aber etwas, wo man als Anfänger schlau draus wird.


Timo sagt am 22. April 2019

@CarstenP

Aber wenn das alles klar ist, dann sollte doch auch klar sein, dass es völlig egal ist ob eine Dividende ausgeschüttet wird oder man sich alternativ durch den Verkauf von Anteilen eine Ausschüttung generiert.

Ich halte eigentlich nicht viel davon, Szenarien zu erschaffen, die die eigene Argumentation stützen, aber in diesem Fall scheint es mir ein guter Weg zu sein. Alles folgende ist frei erfunden und soll lediglich meine Gedankengänge ausleuchten.

Szenario
Unternehmen A schüttete in der Vergangenheit zuverlässig 1€ Dividenden pro Aktie aus, was etwa 20% der Unternehmensgewinne entspricht.
Der CEO hat gesagt, dass dies auch weiterhin in Zukunft so laufen soll, solange es wirtschaftlich vertretbar ist (Ausschüttung von maximal 60% des Gewinns).
Am Vortag des platzens einer Spekulationsblase mit anschließendem Börsencrash (es wird 2 Jahre dauern, bis die Leitindizes den Stand von vor dem Crash wieder erreicht haben) steht der Kurs des Unternehmens bei 100€.
Die Blase platzt, der Börse läuft Amok, die Aktie fällt auf 51€, schüttet zwei Tage später ihre vierteljährliche Dividende aus und steht also bei 50€, die Aktionäre haben 1€ in der Tasche (abzüglich Steuern).
Da das Unternehmen nur am Rande von der Blase betroffen war bleiben die Gewinne einigermaßen konstant, die Dividende bleibt bei 1€ pro Vierteljahr und Aktie und der Kurs steht 7 Vierteljahre nach dem Crash wieder bei 100€.
Unternehmen B ist direkter Konkurrent von A, durchlebt das gleiche, schüttet jedoch nicht aus. Daher erholt sich der Kurs von Unternehmen B etwas schneller, da die 7€ Dividende nicht noch zusätzlich wieder "aufgeholt" werden müssen.

Investor hat zum Zeitpunkt vor dem Crash 1000 Akien von Unternehmen A. Er bekommt also pro Quartal 1000€ (abzüglich Steuern) Dividende überwiesen. Da ihm das Geld ausreicht verkauft er während des Crash keine Anteile, hat also am Ende immer noch 1000 Aktien und bekommt in Zukunft weiterhin 1000€ Dividenden.

Hätte er das Geld über Verkäufe von Aktie B realisieren müssen, dann hätte er im Crash mehr Aktien verkaufen müssen und würde dementsprechend mit weniger Substanz von der Erholung profitieren.
Der Kurs der Aktie würde zwar schneller wieder auf den Wert vor dem Crash steigen, aber dem Investor "fehlen" (je nach tatsächlichem Kursverlauf) um die 30 Aktien die er zusätzlich Verkaufen musste.

Am Ende "leidet" ein Investment in Aktie B also unter den folgen des Crash, ein Investment in Aktie A hat jedoch nur Buchverluste, keine tatsächlichen.
Wenn jetzt die Dividende auch gesunken wäre und der Investor Aktien verkaufen müsste um seine 1000€ im Vierteljahr zu bekommen, dann hätte er natürlich ebenso reale Verluste erlitten, da er am ende weniger Anteile hat, die die alte Dividende zahlen, wenn die Börse sich wieder erholt hat.

Ich sehe den Vorteil von dividenden darin, dass man eben keine Anteile Verkaufen muss, also immer das potential von X Anteilen Dividende hat.
In 9 (9,X) von 10 Jahren ist dies sicherlich "rechte Tasche, linke Tasche" und damit egal, ABER wenn es realistische (wenn auch seltene) szenarien gibt, wo die Dividende in der Entsparphase das Leben des Portfolios verlängert ist das für auf jeden Fall ein echter Mehrwert und nicht nur das psychologische gute Gefühl 'ich habe "nichts verkauft" und trotzdem Geld auf dem Konto'

Grüße
Timo


CarstenP sagt am 23. April 2019

@Timo

Einfaches Rechenbeispiel, warum es abgesehen von Steuern und Kosten wirklich egal ist ob Dividende oder nicht:

100 Aktien im Wert von je 100 EUR macht 10000 EUR in Aktien. Ein 50% Crash macht daraus 5000 EUR in Aktien.

Szenario A

Es wird 1 EUR pro Aktie ausgeschüttet, macht 100 Aktien im Wert von 49 EUR plus 100 EUR Cash, also insgesamt weiterhin 5000 EUR. Danach steigt der Kurs 100%, macht 100 Aktien im Wert von 98 EUR plus 100 EUR Cash, insgesamt 9900 EUR.

Szenario B

Es werden stattdessen 2 Aktien verkauft, macht 98 Aktien im Wert von 50 EUR plus 100 EUR Cash, insgesamt also auch 5000 EUR. Nun steigt der Kurs 100%, macht 98 Aktien im Wert von 100 EUR plus 100 EUR Cash, insgesamt auch 9900 EUR.

In beiden Fällen war der Zeitpunkt gleichermaßen ungünstig Cash zu entnehmen.


Dummerchen sagt am 23. April 2019

Hallo Timo,

die Mathematik ist so eine wunderbare Sache, man muss sie nur auch konsequent auf das Beispiel anwenden und nicht "nebulös" bleiben, dann merkt man auch, dass am Ende wieder das Prinzip "Linke Tasche, rechte Tasche" bestehen bleibt.
Ich nehme mal irgendeinen (für mich möglichst einfach zu rechnenden) Kursverlauf an - es ist aber im Prinzip egal, wie der ist, das Ergebnis ist immer das gleiche. Nimm einfach ein Excel-Sheet und rechne den konkreten Verlauf nach:

Szenario 1: 1000 Anteile, nie verkaufen, nur Dividenden erhalten:

  1. 8 Quartale lang wird eine Dividende von 1 Euro ausbezahlt, von Quartal zu Quartal wächst der Anteilswert immer schön wieder um 1 Euro an und dann wird wieder der eine Euro ausbezahlt. Es gibt also jeweils ein quartalsweises Kurswachstum von 2% (1 Euro von 50 Euro).
  2. Nach der letzten Auszahlung schnellt der Kurs um 100% in die Höhe und verdoppelt sich von 50 Euro auf 100 Euro.
  3. Am Ende sind also 1000 Anteile mit einem Kurswert von 100 Euro da (Gesamtwert 100000 Euro) und bei allen 8 Quartalen wurden 1000 Euro ausbezahlt.

Szenario 2: Anfangs 1000 Anteile, Anteilsverkäufe um quartalsweise 1000 Euro zu erhalten.

  1. Anfangs sind die Anteile 51 Euro Wert. Äquivalent zu Szenario 1 wächst nun der Kurs quartalsweise um 2%, also 52,02 Euro, 53,06 Euro, 54,12 Euro, 55,20 Euro, 56,31 Euro, 57,43 Euro, 58,58 Euro und am Ende verdoppelt sich der Kurs auf 117,17 Euro.
  2. Da es keine Dividenden gibt, werden ETF-Anteile verkauft. Da die Anteile über die Laufzeit unterschiedlich viel Wert sind, ändert sich auch die Anzahl derer. Es geht los mit 1000/51 = 19,608 Anteile, dann 1000/52,02 = 19,223 Anteile usw. Somit werden insgesamt 19,608 + 19,223 + 18,846 +18,477 + 18,115 + 17,759 + 17,411 + 17,070 = 146,510 Anteile verkauft.
  3. Der Investor hat am Ende also "nur noch" 1000 - 146,51 also 853,49 Anteile zu einem Wert von 117,17 Euro. Der Gesamtwert beträgt 853,40 mal 117,17 Euro, also (oh, Wunder!) 100000 Euro. Auch hier hat der Investor in jedem Quartal 1000 Euro erhalten.

Die Mathematik kann so schön sein.

Liebe Grüße
Dummerchen

PS: Ja, man kann auch Bruchteile verkaufen. Nein, ich will weder Dividendenausschüttungen verteufeln noch unnötig hypen - ich will nur festhalten, dass es mathematisch egal ist. Wer da einen Psycho-Trick braucht, soll den ruhig in seine Anlagestrategie einbauen - wenn das dazu führt, dass er durchhält, ist das wunderbar.


Schwachzocker sagt am 23. April 2019

@ Timo

Der Knackpunkt ist wohl, dass Du an irgendeiner Stelle Deines Anlegerlebens auf die Idee gekommen bist, die Anzahl der Anteile als "Substanz Deines Vermögens" zu begreifen.
Das ist aber falsch. Tatsächlich ist die Anzahl der Anteile nur zufällig entstanden, weil das Fondsvermögen in einem frei gewählten Verhältnis aufgeteilt wurde oder weil Du zufällig zu einem bestimmten Kurs eine bestimmte Menge an Anteilen gekauft hast.
Kurz gesagt: Ob Du nun einen Anteil hast oder 10.000 Anteile ist egal, solange beides denselben Wert hat.

Die Substanz Deines Vermögens steckt in den Kursen, und die schwanken.


Timo sagt am 23. April 2019

hm..ihr scheint wohl recht zu haben. Auch in einem hypothetischen crash Szenario scheint das "linke Tasche, rechte Tasche" Argument (oder Tatsache?) bestand zu haben..bin aber noch nicht ganz sicher, wo genau mein Denkfehler liegt, bzw. was ich mir eigentlich genau von meinem Szenario erhofft habe.

So ist das halt mit dem Bauchgefühl, wenn man es mit der harten Realität konfrontiert zeigt sich doch schnell, was davon übrig ist. Ich war beim schreiben des Posts oben schon nicht mehr überzeugt, dass ich wirklich einen "unschlagbaren" Vorteil von Ausschüttungen gefunden habe. Aber ich wollte nicht auf eure professionelle Meinung verzichten.

Also gut, Dividende und Verkauf tun sich vor Kosten und Steuern nichts, dennoch ist es schön, den Investmenterfolg bis zur Wiederanlage auf dem Konto zu sehen :)


Smartinvestor sagt am 23. April 2019

Der „größte Faktorinvestor“ Buffett hat übrigens ein negatives Exposure beim Dividendenfaktor:

However, by averaging the factor betas over the last three decades, a clear picture emerges: BRK.A had positive exposure to the Value, Size, Low Volatility, and Quality factors as well as negative exposure to Growth and Dividend Yield.

So ganz neutral scheint die Sache mit den Dividenden also doch nicht zu sein, aber anders als alle hier dachten...

Der Grund ist vermutlich, dass er - im Gegensatz zu den meisten anderen ;-) die Verhaltensökonomie kennt und richtig anwenden kann.
Denn wenn so viele so fest an die Überlegenheit von Dividendenaktien glauben, bildet sich das bekanntlich nach aktuellem Stand der Finanzwissenschaft als mittelfristig vorhersehbare Marktineffizienz aus.
Und die kann systematisch ausgebeutet werden, um so zuverlässig wie Buffett langfristig Outperformance zu erzielen.


Dummerchen sagt am 24. April 2019

@Timo:

Solange wir nur recht zu haben "scheinen", ist Dir die Sache noch nicht ganz klar geworden. Tue Dir doch einen Gefallen und rechne das bitte nach. Ansonsten wirst Du immer wieder Deinem Gefühl vertrauen. (Beim Finanzwesir gibt es auch einen Excel-Kurs ;-) - falls es da an Grundlagen hapern sollte.)

Wo Dein Denkfehler liegt? Ich weiß es nicht, kann also nur raten. Ich vermute mal, dass Du die Anzahl der Anteile überschätzt und die Kurse entweder unterschätzt oder aber bei Deinem Gedankenspiel unterschlagen hast:
Dein Dividendenempfänger hatte ja am Ende 1000 Anteile zu 100 Euro. Der Anteilsverkäufer hat am Ende weniger Anteile zu einem höheren Kurswert. Ich vermute, Du hast den höheren Kurswert nicht beachtet.

"Also gut, Dividende und Verkauf tun sich vor Kosten und Steuern nichts, dennoch ist es schön, den Investmenterfolg bis zur Wiederanlage auf dem Konto zu sehen :)"

Wenn's Dir hilft, mach das so. Ich(!) brauche nur in mein Depot schauen und sehe auch den Anlageerfolg. Ob dazu jemand meinen Kuchen um ein paar Krümel reduzieren muss (und diese aufs Verrechnungskonto gebucht hat) und ich die Krümel anschließend wieder auf den Restkuchen streuen muss, um wieder einen ganzen Kuchen zu haben, ist mir ziemlich egal.
Ich sehe einen Gesamtvermögenswert - und solange der ordentlich wächst ist doch alles bestens. Aber wie gesagt: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.


Schwachzocker sagt am 24. April 2019

"Also gut, Dividende und Verkauf tun sich vor Kosten und Steuern nichts, dennoch ist es schön, den Investmenterfolg bis zur Wiederanlage auf dem Konto zu sehen :)"

Das kann man eventuell so sehen. Aber nur dann, wenn man das Umschichten von Geldscheinen von der linken Hosentasche in die rechte Hosentasche als Investmenterfolg ansieht. Warum Du das als Erfolg siehst erschließt sich mir nicht.

Ein Investmenterfolg wäre es, wenn man nach einer bestimmten Zeit ein höheres Gesamtvermögen hat. Die Zahlung einer Dividende allein führt aber nicht zu einem höheren Gesamtvermögen.


Geduld+Spucke sagt am 24. April 2019

Der „größte Faktorinvestor“ Buffett hat übrigens ein negatives Exposure beim Dividendenfaktor

Dann stehen also nicht nur Kommer und Röhl, sondern auch Buffett für Faktorinvestments.


Marius sagt am 24. April 2019

Ganz ohne Dividenden kann es langfristig nicht gehen. Der Aktionär wird von der AG über die Dividenden am Gewinn beteiligt.
Zahlt nun eine AG erst mal keine Dividende und investiert das Geld lieber dann entstehen zukünftige höhere Dividenen. Der Aktionär kann also zufrieden sein.

Eine AG die nie Dividenden zahlen würde, würde ihre Aktionäre leer ausgehen lassen. Diese Aktien würde auch niemand kaufen wollen. Man käme also auch nicht durch Verkauf an seinen Gewinn.


Reinsch sagt am 24. April 2019

@Marius: Genau, sieht man ja an der Berkshire Aktie. Die will keine Sau. genau wie Google, Amazon, Netflix...


Timo sagt am 24. April 2019

@Dummerchen

das mit dem "scheinen" war nur schlecht formuliert..Grundsätzlich (in allen anderen Fällen als dem Szenario) stimme ich dem ja voll und ganz zu! Aber wie gesagt, da ich inzwischen selber nicht mehr weiß, welchen Vorteil ich mir in dem Szenario von den Dividenden erhofft habe, kann ich mich auch schlecht von einer anderen Meinung (Tatsache) überzeugen lassen ;-)

Der Kern ist sicherlich das, was Schwachzocker geschrieben hat (und was ich erst nach meinem Post lesen konnte), dass ich mich zu sehr an der Anzahl der Anteile verbissen habe und bei den Kursanstiegen im Szenario äpfel mit Birnen vergleichen "wollte".

Excel ist quasi mein täglich Brot, da brauche ich zumindest keinen Grundkurs für (mehr Excel geht natürlich immer) und in dem Moment wo ich mein geschriebenes mit ein paar groben Zahlen unterfüttern wollte fiel mir halt auch auf, dass ich nicht so genau weiß, was ich eigentlich will.
Habe mich dann aber eben doch dafür entschieden den so abzuschicken, da mich einfach eure Antworten interessiert haben (und ich wurde ja auch nicht enttäuscht).

@Schwachzocker und @Dummerchen
Wenn ich in einem Jahr 25,61€ Dividende bekomme im nächsten Jahr 38,32€ dann freue ich mich darüber, dass das Geld das ich auf die Reise geschickt habe mit mehr Geld zurück gekommen ist (oder eben beim vergrößern des Kuchens mehr Krümel abgefallen sind, die ich mit der nächsten Sparrate wieder oben drauf streue). Das es dadurch nicht mehr wird als ohne Dividende ist klar.
Sicher kann ich mir auch einfach mein Excel Finanzcockpit (ein großes Danke nochmal für deine Anleitung @Dummerchen, die hat meinen kleinen Anfang sehr breichert) anschauen und mich am IZF erfreuen, aber irgendwie finde ich die Bewegung auf dem Verrechnungskonto schöner (ja, mental accounting, aber der Mensch (ICH) ist halt primitiv)


Joerg sagt am 24. April 2019

Hmmmm, und was ist mit Buy-Backs?
Die clevere(re) Dividende?


Schwachzocker sagt am 24. April 2019

@ Marius

"Eine AG die nie Dividenden zahlen würde, würde ihre Aktionäre leer ausgehen lassen. Diese Aktien würde auch niemand kaufen wollen. Man käme also auch nicht durch Verkauf an seinen Gewinn."

Könntest Du das bitte etwas näher ausführen?!
Hattest Du bisher den Eindruck, dass niemand die Aktien von Alphabet, Amazon und Facebook kaufen möchte? Wie ist dieser Eindruck entstanden? Wenn man Amazon zu 2 Euro gekauft und zu 1700 Euro verkauft hätte, dann käme man, so glaube ich, durchaus auf einen Gewinn. Oder sehe ich das falsch?


Niko sagt am 24. April 2019

@Marius
Doch, ganz ohne Dividenden kann es langfristig sogar sehr gut gehen, wenn man sich z.B. Berkshire Hathaway (abgesehen vom ersten Jahr), Amazon oder Alphabet anschaut. Der Aktionär wird am Erfolg beteiligt, indem der Wert der Aktie steigt, weil der Markt langfristig den Erfolg des Unternehmens im Preis der Aktie berücksichtigt. Mittels Verkauf kann man zu Börsenöffnungszeiten den Erfolg in Bargeld umwandeln.

Und zum letzten Absatz:

  • statt (eine höhere) Dividende zu zahlen können AGs auch ihre eigenen Aktien zurückkaufen um so den Kurs nach oben zu treiben, was v.a. in den USA praktiziert wird
  • ich wusste nicht, dass niemand Berkshire Hathaway, Amazon oder Alphabet kaufen möchte
  • wie oben beschrieben ist Verkauf ein gängiger (und manchmal auch der einzige) Weg, um an "seinen" Gewinn zu kommen

dev-urandom sagt am 24. April 2019

Es ist einfach schön, wenn das eigene investierte Geld - in Form von Ausschüttungen - eine Postkarte von seinen Reisen um die Welt sendet.

Streng genommen, kann man sich das Porto für die Postkarte noch schenken, aber wer will so hartherzig auf eine nette Geste reagieren? ;)


Niko sagt am 25. April 2019

Krümel vom Kuchen, Postkarte um die Welt... wirklich, wie ich finde, sehr kreative Verklärungen eines Vorgangs, der ungefähr so aufregend ist wie Geldabheben und aus Anlegersicht auch den gleichen Effekt hat (auf Konto/Depot X wird's weniger, auf Konto/Geldbeutel Y wird's mehr).

Letzteres wird aber nicht derart auf einen Sockel gestellt, woran liegt's?
Dass man bei einer Dividendenzahlung keinen Kontoauszug bekommt mit "ihr Depot wurde mit dem ausgeschütteten Betrag in Höhe von X Euro belastet"? Keine Ahnung, vielleicht gehe ich auch zu emotionslos an die Sache "Geldanlage" ran.


Nostradamus sagt am 25. April 2019

@Niko: Emotionsloses Vorgehen ist ja eigentlich sehr gut bei der Geldanlage. :)
Aber man muss wohl akzeptieren, dass die (Höhe der) Dividende für viele Anleger von "ganz nett" bis "kaufentscheidend" eigentlich immer positiv gesehen wird und keineswegs neutral und schon gar nicht negativ. Und deshalb wird uns dieses Phänomen noch weiterhin begleiten. ;-)


Schwachzocker sagt am 25. April 2019

@ Niko

"Letzteres wird aber nicht derart auf einen Sockel gestellt, woran liegt's?"

Ich kann das schon verstehen. Bei meiner ersten großen Liebe ist mir das auch passiert. Mit dem Kennenlernen folgte dann die Ernüchterung. Es fehlt eigentlich nur noch, dass man den Dividenden Namen gibt, z.B. Herbert oder Gertrud.


Marius sagt am 25. April 2019

@Niko

Auch deine drei genannten Aktien werden zukünftig Dividenden zahlen.
Ansonsten wären die Aktien für die Anleger langfristig wertlos.

Was nützt mir der Erfolg eines Unternehmens wenn ich nicht am Gewinn beteiligt werde? Warum sollte das der Markt honorieren?


Marius sagt am 25. April 2019

@Schwachzocker

Microsoft hatte auch jahrelang keine Dividenden gezahlt. Jetzt zahlen sie.


Niko sagt am 25. April 2019

@Marius

Auch deine drei genannten Aktien werden zukünftig Dividenden zahlen. Ansonsten wären die Aktien für die Anleger langfristig wertlos.

Steile These. Zum "Glück" für die Anleger von Berkshire Hathaway sieht das der Markt seit über 50 Jahren anders. Die wollen einfach an einem hervorragend aufgestellten Unternehmen beteiligt sein, das mit seinem Geld besseres anzufangen weiß, als es auszuschütten, und das wird entsprechend mit Kurssteigerungen honoriert. Womit wir beim nächsten Punkt wären:

Was nützt mir der Erfolg eines Unternehmens wenn ich nicht am Gewinn beteiligt werde? Warum sollte das der Markt honorieren?

Gegenfrage: warum sollten die Marktteilnehmer den Erfolg nicht honorieren, z.B. in Form einer erhöhten Nachfrage nach diesen Aktien und entsprechend steigenden Kursen? Für jeden rationalen Marktteilnehmer zählt nämlich nur eins: Performance. Woher die kommt, ob aus Kurssteigerungen oder Dividenden ist vollkommen egal.

Microsoft hatte auch jahrelang keine Dividenden gezahlt. Jetzt zahlen sie.

Und was sagt uns das über Berkshire, Amazon und Alphabet? Solange das Unternehmen mit dem Geld etwas anfangen kann soll es das ruhig behalten und nicht ausschütten. Wenn ich der Meinung bin, dass ich besser mit dem Geld wirtschaften kann, dann verkaufe ich die Aktien und kaufe Aktien von einem Unternehmen, von dem ich der Meinung bin, dass es besser mit dem Geld wirtschaften kann. Wie schon gesagt: unterm Strich zählt nur die Performance. Ich bin mit den Unternehmen schließlich nicht verheiratet.


CarstenP sagt am 25. April 2019

@Marius

Auch deine drei genannten Aktien werden zukünftig Dividenden zahlen. Ansonsten wären die Aktien für die Anleger langfristig wertlos.

Sicherlich schütten viele Aktiengesellschaften irgendwann einen Teil der Gewinne aus, weil irgendwann das Wachstumspotential einfach aufgebraucht ist und Gewinne nicht mehr sinnvoll reinvestiert werden können.
Allerdings wird heutzutage überschüssiges Cash auch gerne mal per Buyback verteilt. Eine Aktie, die keine Dividende ausschüttet, wird dadurch nicht wertlos. Eine Aktie wird wertlos, wenn das zukünftige Gewinnpotential der Aktiengesellschaft verschwindet.
Wie die Gewinne beim Anleger ankommen, ob per Dividende oder Wertzuwachs, ist nebensächlich, siehe Modigliani-Miller-Theorem.


Nostradamus sagt am 26. April 2019

@Marius: Inwiefern beeinflusst denn das Zahlen einer Dividende bzw. die Höhe der Dividende / die Dividendenrendite dein Anlageverhalten?


BigMac sagt am 26. April 2019

@Marius:

"Auch deine drei genannten Aktien werden zukünftig Dividenden zahlen." Oh, du hast eine funktionierende Glaskugel?

"Ansonsten wären die Aktien für die Anleger langfristig wertlos."

Wenn man mir in VWL keinen Stuss erzählt hat: Deine Annahme wäre richtig, wenn es keinen Wertpapier-Handel gäbe, z.B. weil alle Anleger ganz konsequent buy&hold machen und niemals(!) verkaufen würden.
Ist aber nicht so - und das hält das System am Laufen. Getrieben wird der Aktienmarkt von dem Glauben der Anleger an Rendite.
Solange dieser Glaube bei dem einen Anleger mal mehr, bei einem anderen mal weniger vorhanden ist, dreht sich das Rad, weil es Handel gibt. Solange der Glauben an die Rendite insg. ausreichend groß ist, werden Anleger zu immer höheren Preisen investieren.
Ob die geglaubte Rendite durch einen höheren Verkaufserlös (Wertsteigerung) oder durch Dividendenzahlung zustande kommt, ist dafür völlig unerheblich. Da Glaube in jeder Hinsicht grenzenlos ist, kann das unendlich so weiter gehen, auch ohne Dividendenausschüttung.


Dixie sagt am 26. April 2019

Das Thema "pro und kontra" Dividenden, falls es einem überhaupt so wichtig ist, stellt sich für mich vereinfacht ausgedrückt etwa so dar: man nehme einen marktbreiten, ausschüttenden ETF (MSCI World, FTSE All-World oder so) und schon hat man - neben der guten Diversifizierung - beides im Depot. Eben genauso, wie der abgebildete Markt (d.h. die Summe der Einzelwerte) es auch macht.

So sind dann die dividendenstarken Titel am Start als auch die bisherigen wachstumsstarken "Nichtausschütter" wie Amazon, Berkshire, Alphabet und was weiß ich noch mit an Bord. Nach meinem Dafürhalten wäre das Thema damit erledigt.

Jetzt könnte man sicher in der Folge auf das Spannungsfeld "ausschütten oder thesaurieren" kommen, aber das ist ja wieder eine andere Baustelle.

Beste Grüße
Dixie


Marius sagt am 27. April 2019

Kann jemand erklären warum eine Dividendenzahlung nach dem linken Tasche - rechte Tasche Prinzip neutral ist und Aktienrückkäufe zu Kurssteigerungen führen?

Wenn eine AG Cash in Höhe von 50% der Marktkapitalisierung zum Rückkauf von Aktien nutzt müsste sich ja der Wert der AG und die Anzahl der Aktien halbieren. Eine Aktie wäre gleich viel wert.


CarstenP sagt am 27. April 2019

@Marius

Aktienrückkäufe führen nicht zu Kurssteigerungen, sie sind theoretisch genauso neutral wie Dividendenzahlungen. Nach den Rückkauf haben allerdings die Aktienhalter einen etwas größeren Anteil an der AG und damit steigt auch der zukünftige Gewinn pro Anteil. Mit einer Dividende lässt sich der gleiche Effekt erreichen, indem man sie dazu benutzt mehr Aktien der AG zu kaufen.


Schwachzocker sagt am 27. April 2019

"Kann jemand erklären warum eine Dividendenzahlung nach dem linken Tasche - rechte Tasche Prinzip neutral ist und Aktienrückkäufe zu Kurssteigerungen führen?"

Das sehe ich nicht so. Allein durch den Aktienrückkauf sollte es eigentlich keine Kurssteigerung geben.
Wer behauptet denn so etwas?


Nils sagt am 27. April 2019

Kann jemand erklären warum eine Dividendenzahlung nach dem linken Tasche - rechte Tasche Prinzip neutral ist

Das hat Dummerchen sagt am 23. April 2019 (siehe oben) bereits erklärt.

Eine Aktie wäre gleich viel wert.

Der Wert einer Aktie richtet sich nach der Nachfrage und dem Angebot. In deinem Beispiel ist das Angebot aber nur noch halb so hoch.


Timo sagt am 28. April 2019

@Marius
Wenn ein Unternehmen seine eigenen Aktien kauft vernichtet es diese ja nicht. Die Anzahl der Aktien, durch die der Unternehmenswert (bzw. die Erwartung des Marktes für den zukünftigen Wert) "geteilt wird" um den Kurspreis zu erhalten bleibt konstant.

Das Unternehmen kauft von seinem Geld Anteile aus dem Streubesitz zurück und das Aktienkapital ist ja Teil der Bilanz des Unternehmens. So gesehen bleibt der Wert des Unternehmens durch Buybacks ebenfalls konstant.

Auf der anderen Seite verknappt das Unternehmen damit den Angebotspool der Aktien, was nach den Gesetzen des freien Martes den Preis erhöht und damit zu Kurssteigerungen führt.


suchenwi sagt am 28. April 2019

Zu "Postkarte": die sind meist bunter und anschaulicher.
Exotisch ist da vielleicht der Dividendenbetrag in lokaler Währung, dann der angewandte Umrechnungskurs.
Und trotzdem gefällt es mir, wenn Dividenden in USD, CAD, GBP, NOK, JPY, AUD abgerechnet werden. Letztlich werden es doch Euro.
Fun fact: Japan erhebt eine Quellensteuer von 15.315%. Auf deutsche KESt anrechenbar: 15%. Erstattungsfähig: 0.315%.
Aber die Ertragsabrechnungen haben leider keine bunten Bilder auf der Rückseite...


Smartinvestor sagt am 30. April 2019

Viele Beiträge hier sind leider nur dann korrekt, wenn die EMH die Realität korrekt beschreiben würde, d.h. wenn Märkte völlig informationseffizient wären, wie es das von CarstenP erwähnte Modigliani-Miller-Theorem beschreibt:

Nur in einem friktionslosen Markt, in dem es

  • keine Steuern,
  • keine Insolvenzkosten,
  • keine asymmetrischen Informationen und
  • einen vollkommenen Kapitalmarkt,

gibt, ist die Kapitalstruktur eines Unternehmens irrelevant für dessen Wert.

Man erkennt auf einen Blick, dass das zwar weiß Gott sehr wünschenswert wäre, aber leider nicht der Fall ist. Was also tun, um der Sache trotzdem beizukommen und die richtigen Fragen hier noch richtiger zu beantworten? Dazu braucht es vor allem den weiter oben schon hinterfragten Wissensvorsprung durch Grundlagenkenntnisse der Verhaltensökonomie.

Den könnte man sich z.B. unverzüglich durch Lesen oder Hören auf längeren Autofahrten von “The Little Book of Behavioral Investing: How not to be your own worst enemy” von Montier kostenlos aneignen, wenn man wöllte. Das hat eine ähnlich hohe Relevanz für rationales Anlegen wie Bogles bekannteres “The Little Book of COMMON SENSE INVESTING".

Ich versuche es mal mit der praktischen Anwendung dessen auf ein paar Fragen hier. Damit gewinnt man vielleicht ein besseres Gespür für die Zusammenhänge und für rationales Handeln in einem tatsächlich mehr oder weniger ineffizienten Markt.

@Joerg

Hmmmm, und was ist mit Buy-Backs? Die clevere(re) Dividende?

Das ist clever, weil davon die Unternehmen und Anleger durch phantasie- und/oder emotionsbedingt überproportionale Kurssteigerungen kurz- und mittelfristig profitieren. Allerdings nur solange bis es durch Buy-Backs auf Kredit überreizt wird. Dann folgt oft ein jäher Absturz. Sehr clevere Unternehmen betreiben mit Buy-Backs und dessen Gegenteil nachhaltige Kurspflege, um durch Gier und Angst emotional verursachte Preisübertreibungen profitabel auszubeuten und dadurch die Übertreibungen abzuschwächen.

@dev-urandom

Streng genommen, kann man sich das Porto für die Postkarte noch schenken, aber wer will so hartherzig auf eine nette Geste reagieren? ;)

...na die Rationalen, die es zu ihrem Vorteil und dem aller anderen Marktteilnehmer geschafft haben, ihre Emotionen aus ihren Investitionsentscheidungen zu verbannen und ihren Vorteil absolut herzlos zu verfolgen. Dadurch werden die Märkte effizienter und die Preisbildung fairer. Die daraus folgende bedarfsgerechtere Kapitalallokation bringt dann allen mehr Nutzen. Daher...

@Niko

Keine Ahnung, vielleicht gehe ich auch zu emotionslos an die Sache "Geldanlage" ran.

...richtig so. Das ist dein Edge und Wissensvorsprung, um langfristig besser als >90% der anderen Marktteilnehmer zu sein.

@ Nostradamus

Und deshalb wird uns dieses Phänomen noch weiterhin begleiten. ;-)

..., was Futter für die Alpha-Jäger wie z.B. Warren Buffett ist, s.o., die solche Phänomene = Marktineffizienzen kennen und mit verhaltensökonomischem Verständnis langfristig vorteilhaft zur systematischen Erzeugung von Outperformance ausbeuten.


CarstenP sagt am 30. April 2019

@Timo

Wenn ein Unternehmen seine eigenen Aktien kauft vernichtet es diese ja nicht. Die Anzahl der Aktien, durch die der Unternehmenswert (bzw. die Erwartung des Marktes für den zukünftigen Wert) "geteilt wird" um den Kurspreis zu erhalten bleibt konstant.

Doch, die Aktien könnten durchaus "vernichtet" werden. Und nein, die Anzahl der Shares outstanding und der Unternehmenswert verringert sich, der Kurs der Aktien bleibt theoretisch konstant.

Das Unternehmen kauft von seinem Geld Anteile aus dem Streubesitz zurück und das Aktienkapital ist ja Teil der Bilanz des Unternehmens. So gesehen bleibt der Wert des Unternehmens durch Buybacks ebenfalls konstant.

Nein, der Unternehmenswert verringert sich und zurückgekaufte Aktien (Treasury stock) müssen vom Eigenkapital abgezogen werden.


Johannes sagt am 01. Mai 2019

Hallo Finanzwesir und Finnazrocker, ich hänge ein wenig hinterher mit Podcasts hören, daher eine verspätete Reaktion: Vielen Dank für diese Folge und die gesamte neue Staffel!
Ich finde es echt super, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Ein super "zweiter Frühling" für einen Podcast, der mir erst mit seinen frühen Folgen viele wichtige Grundlagen vermittelt hat und jetzt immer noch spannend ist.
Die Anwältin und die beiden Herrn in dieser Woche waren wirklich super Gäste und ihr beide habt natürlich auch "abgeliefert" ;-). Vielen Dank, ich freue mich auf die nächste Staffel!


Smartinvestor sagt am 01. Mai 2019

@Nostradamus

Zur Alpha-Investment-Thematik: Wenn es da noch nichts Brauchbares, deutsches dazu gibt, warum schreibst du dann nicht ein Büchlein dazu? ;-) Und damit meine ich aber etwas, wo man als Anfänger schlau draus wird.

Vielen Dank für deine wertvolle Anregung. Meinst du, dass das den dem Mehrwert entsprechenden reißenden Absatz fände, sodass es für mich bzgl. Gesamtkosten und zeitlichem Aufwand zumindest kostendeckend wäre?
Das wäre meine Mindestvoraussetzung. Bisher hatte ich leider eher den Eindruck, hier und anderswo fast nur für die Tonne zu schreiben. )-:

Sowas Ähnliches, nämlich mich um eine deutsche Übersetzung von Niels hervorragendem Alpha-Anfänger-Büchlein zu bemühen, hatte ich am 06. Oktober 2018 im recht lange aktiven Alpha-Thread auf das Feedback über fehlende deutsche Literatur nämlich schon einmal angeboten und nach Interesse gefragt.
Leider ohne positive Resonanz, sondern teilweise sogar Ablehnung, weil auch auf Deutsch angeblich zu viel Aufwand. Und das trotz guter Aussicht auf opportunitätskostenfreien statistischen Krisenschutz und auf langfristig ausreichend zuverlässige Mehrrendite im einstelligen %-Punktebereich!?! Wer kann sowas sonst wo bieten?

Das sah der gute Niels beim Schreiben seines Buchs auch so und hat das primär im Anlegerinteresse zur besseren Aufklärung gemacht. Wie Albert hat er dabei sehr viel Aufwand in dessen didaktische Wirkung investiert. Auf Englisch ist der potenzielle Kundenkreis dabei weltweit sicher ausreichend groß zur Kostendeckung. Aber auf Deutsch?

Also daher nochmals die Frage nach dem Interesse an einer inhaltlich und didaktisch ausgefeilten deutschen Übersetzung von Niels hervorragendem reinem Trendfolger-Alpha-Einstiegsbuch "How To Master Managed Futures". Denn besser als Niels könnte ich - Injenör ;-) das sicher nie schreiben, oder ist hier jemand anderer Meinung? (-;

Nicht nur im Onanisten-Thread kamen ja auch schon Anregungen für einen "Alpha(tier)-Blog".
Aber auch dort tote Hose bzw. sarkastische Kommentare, wenn ich ernsthaft nach ein paar Wünschen und Anregungen dazu fragte. Bin mir daher unsicher, ob ein Buch oder Blog irgend jemanden hinterm Ofen vorlocken würde.
Kann daher vorerst auch gern persönlich helfen, wenn sich nur 2-3 Interessenten hier über Albert an mich wenden. Versprochen. Wenn es deutlich mehr würden, dann würde ich mich dranmachen.

Aber vielleicht kommt ja bei Herannahen der nächsten Krise jetzt mehr Interesse daran auf in Verbindung mit (hoffentlich) mehr Wünschen und Anregungen als bisher?
Die nähme ich gern entgegen. Interesse und Stimmung pro Alpha scheinen hier ja schonmal zaghaft anzuziehen. Aber wie tragfähig ist das für ein Buch- und/oder Blogprojekt? Sind es vielleicht sogar die Vorboten eines neuen Trends? Gibt es anderswo ähnliche Bewegungen?

Wäre schön, wenn sich die schweigende 99%-Mehrheit hier ausnahmeweise auch mal zu Wort melden würde. Sonst warte ich halt einfach noch zu. Dann könnte es aber zu spät für alle interessierten Leser werden, wenn der nächste Crash ohne reinen Alpha-Krisenschutz hereinbricht.
Wäre doch zu schade bei all den aktuell sich mittlerweile bietenden Möglichkeiten, oder? Let's hope for more and more rationality... ;-)


CarstenP sagt am 02. Mai 2019

Rick Ferri:

The truth must be repeated over and over again because lies are constantly being told around it.

Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass der Markt voller Ineffizienzen ist, die man leicht in eine Überrendite (Alpha) verwandeln kann, so sprechen die Fakten eine andere Sprache. Es gibt nur sehr wenige langfristig erfolgreiche Investoren, die tatsächlich den Markt geschlagen haben. Jahr für Jahr zeigt der SPIVA Report, dass aktiv gemanagte Fonds ihren passiven Gegenstücken hinterherhinken auch in angeblich ineffizienten Märkten oder während Crashs.
Eine Konsequenz eines perfekt effizienten Marktes wäre, dass es unmöglich wäre ihn dauerhaft auf risikoadjustierter Basis zu schlagen, die Fakten/Daten unterstützen diese These.
Tatsächlich kann der reale Markt nie perfekt effizient sein, das geht schon auf sehr kurzen Zeitskalen nicht und es gibt immer irgendwelche Informationsasymmetrien.
Doch von diesen Ineffizienzen profitieren sicherlich nicht wir Privatanleger, sondern die Profite aus solchen Ineffizienzen sind Belohnung für das kostspielige Handeln professioneller aktiver Investoren, die dabei den Markt effizient halten.

Es gibt keinen Weihnachtsmann, der reale Markt ist tatsächlich schwer zu schlagen bzw. von dem positiven Alpha kommt nach Kosten nichts bei uns Privatanlegern an. Jeder kann diesen Fakt, der für simples passives Investieren spricht, ignorieren, aber aufs eigene Risiko!

Auch die Behauptung, dass die Verhaltensökonomik für leicht ausbeutbare und profitable Marktineffizienzen sorgt, lässt sich nicht mit Fakten belegen.
Die Verhaltensökonomik ist im großen und ganzen nur eine Sammlung an plausiblen Erklärungen/Geschichten/Erzählungen, warum der Markt sich hin und wieder merkwürdig verhält ohne irgendwelche Beweise.
Sie liefert aber keine praktisch brauchbare Investmentstrategie, wie man das irrationale Verhalten anderer ausnutzen kann. Nützlich finde ich daran höchsten, dass man sich seiner persönlichen irrationalen Verhaltensweisen bewusst wird und sie evtl. vermeidet.

Damit wird auch klar, dass Dividenden und Buybacks in erster Ordnung äquivalent sind, der Unterschied ist nur mentale Buchführung.
Der bloße Akt der Dividendenzahlung oder des Buybacks macht einen nicht vermögender. Es gibt allerdings Effekte höherer Ordnung (Kosten, Steuern, irrationale Vorlieben der Investoren), die den praktischen Vergleich erschweren.


Timo sagt am 02. Mai 2019

@CarstenP

ok, danke für die Richtig stellung. Die Unterscheidung zwischen "shares outstanding" und "treasury stock" war mir bisher nicht bekannt.


Smartinvestor sagt am 03. Mai 2019

...die Profite aus solchen Ineffizienzen sind Belohnung für das kostspielige Handeln professioneller aktiver Investoren, die dabei den Markt effizient halten.

Genau so ist es, CarstenP. DANKE! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Das sind die Profite, die für alle die Märkte effizienter, die Preise somit fairer und dadurch die Kapitalallokation nutzbringender machen. Genau die meine ich schon immer. :-))

Die sorgen auch zusammen mit dem SPIVA-Report dafür, dass dieses Pseudo-Alpha aktiver Publikumsaktienfonds zu Recht als lies constantly being told entlarvt werden, genau wie dieses Dumb Alpha aus smartem passiv investieren mit Turbo.
Denn mit diesem Blendwerk versuchen Marketingprofis einfach nur mit mehr Risiko getuntes Beta als Alpha zu verkaufen. Entscheidend ist die Korrelation zu reinem Beta. Die darf nicht allzu viel größer als 0 sein, wenn es sich nicht um Blendwerk handeln soll.

Daher mein immer wieder wiederholter Verweis auf unkorreliertes reine Alpha als harter aber m.E. einziger wahrer Weg für Privatanleger, den Markt langfristig und unaufwändig systematisch zu schlagen, wenn, ja wenn das - wie hier empfohlen - mit Verstand diszipliniert erfolgt.

Das ist weiß Gott nicht leicht - zu finden. Nur knapp 10 mir zugängliche UCITS-geregelte Liquid Alternatives mit persistent positivem reinem Alpha dieser professionellen aktiven Investoren habe ich aus abertausenden seit Jahrzehnten sorgfältigster Detektivarbeit herausgefischt.
Und kein einziger davon hat mich je enttäuscht. Daher bin ich ja so überzeugt, dass das auch für andere hier sehr interessant sein kann, wenn sie mir nur folgen könnten und wöllten. Aber daran arbeite ich weiterhin unermüdlich, s.u., denn absolut richtig...

The truth must be repeated over and over again...

Genau wie Albert mit dem didaktisch genialen Finanzwesir-Konzept seit ein paar Jahren im DACH-Gebiet versucht, Privatanlegern sehr vorteilhaftes Investieren mit klarem und wahrem reinen ETF-Beta etwas leichter zu machen, so versucht Niels das auch - schon ganz ähnlich lange - weltweit mit seinem ebenso genialen TopTradersUnplugged-Konzept für noch vorteilhafteres Investieren mit klarem und wahrem reinen HF-Alpha nach dem Motto:

Imagine spending an hour with the world's greatest traders"

Dort kann man genau das kostspielige Handeln professioneller aktiver Investoren kennenlernen, das erforderlich ist, um dem Markt das wertvolle reine Alpha gezielt abzuringen. Denn dort findet man sie (fast) alle, die Niels aus ebenso altruistischen Gründen für uns interviewt, wie von Albert hier gewohnt.

Ein gemeinsames Merkmal bei ausnahmslos allen TopTraders ist, dass sie klar zeigen, wie ihnen die spätestens seit dem Wirtschaftsnobelpreis 2013 höchst anerkannte Finanzwissenschaft der Verhaltensökonomie hilft, den individuellen Wissensvorsprung auf- und ständig auszubauen, um mit ihrem Metier wettbewerbsfähig zu werden bzw. zu bleiben.
Soviel zu nur einer Sammlung an plausiblen Erklärungen/Geschichten/Erzählungen zu merkwürdigem Marktverhalten ohne irgendwelche Beweise - als ob es in der Finanzwelt sonst irgendwo Beweise wie in den Naturwissenschaften gäbe, s.o. Smartinvestor, 18.April 2019!!

Diese Sammlung liefert natürlich keine praktisch brauchbare Investmentstrategie, wie man das irrationale Verhalten anderer ausnutzen kann. Das war und ist nähmlich nie der Zweck von Wissenschaften!
Aber die schaffen bekanntlich die aktuell jeweils besten Voraussetzungen für Leute, die das machen können und wollen.
Sonst wär das Handeln professioneller aktiver Investoren ja nicht so kostspielig und würde kein wertvolles reines Alpha bringen. Denn alle öffentlich bekannten "low hanging fruits" hätte der Markt natürlich längst wegarbitriert.
Auch hier gilt also, wie in der ganzen (paradoxen) Finanzwelt: It is a feature not a bug!
Die muss man bei Interesse an Alpha "nur" unterscheiden können.

Die TopTrader zeigen auf dieser soliden wissenschaftlichen Basis auch ganz genau bei Niels, wie sie Effekte höherer Ordnung..., die (manchen nur) den praktischen Vergleich erschweren, verstehen und mit ihrem so erarbeiteten Wissensvorsprung gezielt systematisch als positives reines Alpha langfristig persistent ausbeuten.

Reines Alpha und Beta ist jedoch beides nicht leicht für Privatanleger zum Investieren.
Aber durch die Portabilität reinen Alphas ist beides genauso einfach von Privatanlegern zu noch profitableren Portfolios zu kombinieren und buy-and-hold mit Rebalancing aufwandsarm zu verwalten, wie bislang nur mit reinem Aktien-Beta gewohnt.
Hinzu kommt noch der bald für viele existenziell wichtige statistische Krisenschutz ganz ohne Opportunitätskosten, insbesondere durch zeitweise sogar negativ korreliertes reines Crisis-Alpha von Trendfolgern, das sich genau in der größten Not im tiefsten Crash-Einbruch wie ein automatischer Rettungsschirm entfaltet.

Die nobelpreisgekrönte Hi Finance im Verbund mit Social Media und selbstlos anlegerfreundlichen genialen Kommunikatoren wie Albert und Niels machen das jetzt alles auch für Privatanleger immer leichter möglich, was manche (leider) immer noch für unmöglich halten. Aber der innovative Fortschritt lässt sich bekanntlich durch nichts und niemanden aufhalten... ;-)

Ich versuche nun beharrlich, diesen echten großen Fortschritt als meine Mission der Demokratisierung von reinem Alpha&Beta für faires und profitables Anlegen - möglichst noch vor dem nächsten großen Crash - selbst in das (letzte) Tal zu bringen.
Lasst mich dafür bitte einfach wissen, was euch dazu noch fehlt - möglichst bevor es zu spät ist - und beteiligt euch an meiner

LESERBEFRAGUNG:

  1. Einfach nur Niels didaktisch geniales reines Trendfolger-Alpha-Einsteigerbuch ins Deutsche übersetzen?
  2. Ein ähnliches eigenes reines Alpha-Einsteigerbuch auf Deutsch schreiben?
  3. Ein ähnliches Buch über meine reine Alpha/Beta-Anlagestrategie auf Deutsch schreiben?
  4. Ein ähnliches deutsches reines Alpha-Blog/Podcast-Konzept wie a) Niels oder/und b) Albert aufziehen?
  5. Ein ähnliches deutsches Blog/Podcast-Konzept wie a) Niels oder/und b) Albert zu reinen Alpha/Beta-Strategien aufziehen?
  6. Welche a) Inhalte, b) Medien, c) Technologien und d) weiteren Angebote, wie z.B. Video-Channel, Leserbriefe, Veranstaltungen, Musterportfolios, geeignete Depotbanken und andere Finanzdienstleister, persönliches Coaching, Direktberatung, Chatbot, Robo-Advisor/Vermögensverwaltung, eigene Fonds... sind sonst noch gewünscht?

Da geht noch was.
Auf jeden Fall wünscht euch was..
Vielleicht kommt der Weihnachtsmann dieses Jahr früher und segensreicher als gedacht. Denn...
Sich aktiv regen bringt fortan Segen.... ;-)


CarstenP sagt am 04. Mai 2019

Das sind die Profite, die für alle die Märkte effizienter, die Preise somit fairer und dadurch die Kapitalallokation nutzbringender machen. Genau die meine ich schon immer. :-))

Genau, nur nicht übersehen, das positive Alpha des einen aktiven Investors ist das negative Alpha eines anderen aktiven Investors. Der Kampf um Profite aus Marktineffizienzen ist ein Wettbewerb mit harter Konkurrenz, weil es dabei natürlich um Geld geht.
Bei diesem Spiel haben wir Privatanleger meiner Meinung nach nichts zu suchen, die Profis spielen in einer anderen Liga. Außerdem ist es auch gar nicht nötig eine Überrendite zu erzielen um gut genuge Investmentergebnisse zu erzielen.
Ganz im Gegenteil, viele Privatanleger würden vermutlich besser fahren, wenn sie Fehler vermeiden würden und sich passiver verhalten um weniger Angriffsfläche für eine Unterrendite zu bieten und ihnen somit mehr von der Marktrendite bleibt.

Daher mein immer wieder wiederholter Verweis auf unkorreliertes reine Alpha als harter aber m.E. einziger wahrer Weg für Privatanleger, den Markt langfristig und unaufwändig systematisch zu schlagen, wenn, ja wenn das - wie hier empfohlen - mit Verstand diszipliniert erfolgt.

Wer unbedingt nach einer Überrendite (positives Alpha) streben möchte, muss natürlich aktiv werden und kann sein Glück auf diesem Weg versuchen. Der Zyniker in mir hält ich es allerdings für Wunschdenken, dass irgendwer was von seinem hart erarbeiteten positivem Alpha abgibt, die Gebühren dafür werden natürlich trotzdem eingesackt... ;)


Nostradamus sagt am 05. Mai 2019

@Smartinvestor: "Vielen Dank für deine wertvolle Anregung. Meinst du, dass das den dem Mehrwert entsprechenden reißenden Absatz fände, sodass es für mich bzgl. Gesamtkosten und zeitlichem Aufwand zumindest kostendeckend wäre? Das wäre meine Mindestvoraussetzung. Bisher hatte ich leider eher den Eindruck, hier und anderswo fast nur für die Tonne zu schreiben. )-:"

Tja, das kann ich leider wirklich nicht sagen. Es käme wohl zum einen drauf an, was das Buch taugen würden, d.h. ob es gut verständlich und schlüssig wäre etc. und dann sicher auch auf die Vermarktung.
Meine Entscheidung ein Buch zu kaufen oder nicht, mache ich durchaus von Rezensionen abhängig; soll heißen, wenn der Finanzwesir (und auch andere Finanzblogs) empfehlen, dein Buch zu lesen, dann ist die Wahrscheinlichkeit schon mal ein gutes Stück höher, dass ich das tun würde. ;-)

Einfacher und wohl mit weniger Aufwand verbunden wäre es natürlich, erstmal mit einem Podcast/Blog/Videos anzufangen. Dann kannst du ja im Prinzip über die Klickzahlen bzw. Zahl der Kommentare / E-Mails usw. auch auf ein eventuelles Interesse für ein Buch schließen.


smartinvestor sagt am 07. Mai 2019

...das positive Alpha des einen aktiven Investors ist das negative Alpha eines anderen aktiven Investors. Der Kampf um Profite aus Marktineffizienzen ist ein Wettbewerb mit harter Konkurrenz...

...genau wie den wir im realen Leben bestens kennen, z.B. im Berufs- und Geschäftsleben, bei der Partnerwahl... und meistens gut damit klarkommen. Wer damit wissensbasiert umgehen kann und will, der fährt dabei mit Wissensvorsprung am besten. Denn er kann damit für sich geeignete Wege finden, wie den systematischen Weg über LAs von wettbewerbsfähigen Profis für hinreichend zuverlässiges positives reines Alpha.

Leute, damit ist der ewige sinnlose Streit um aktiv vs. passiv endgültig vorbei und "game over" für aktiven Publikumsaktienfonds-Schrott! Jetzt ist sowohl aktiv als auch passiv, d.h. B&H von reinem LA-Alpha & reinem ETF-Beta angesagt als erwiesenermaßen beste denkbare Lösung! Je früher das verstanden wird, umso profitabler UND sicherer fürs Depot!!!

Bei diesem Spiel haben wir Privatanleger meiner Meinung nach nichts zu suchen, die Profis spielen in einer anderen Liga.

Ohne ausreichende Unterstützung galt das vor nicht allzu langer und von mir noch erlebter Zeit sogar für alle professionellen Finanzinstrumente. U.a. dank Bogles und Alberts anlegerorientierter Unterstützung wurde bereits reines Beta mittels ETFs für Privatanleger demokratisiert. U.a. dank David Harding und Niels desgleichen auch für reines Alpha mittels LAs.

...ist es auch gar nicht nötig eine Überrendite zu erzielen um gut genuge Investmentergebnisse zu erzielen.

Na dann bin ich mal gespannt, was wird, wenn erst das langfristig deprimierende japanische Szenario weltweit - vielleicht zum Beginn des eigenen Ruhestands - zuschlagen wird.
Da hilft als reine Vorsorgemaßnahme nur noch möglichst bald diversifizieren, diversifizieren, diversifizieren mit allem, was hinreichend zuverlässig unkorreliert aktienähnlich hohe Renditen und Risiken für Privatanleger bietet, sowohl passiv als auch aktiv.

Insbes. Trendfolge(-LAs) mit allem, was geht, ist dazu eine - wie Buy&Hold-Investieren in Aktien(-ETFs) - seit über 100 Jahren bewährte, wissenschaftlich fundierte und somit prädestinierte und breitest möglich diversifizierte Strategie, s.: "A Century of Evidence on Trend-Following Investing”:

“The performance has been remarkably consistent over an extensive time horizon that includes the Great Depression, multiple recessions and expansions, multiple wars, stagflation, the Global Financial Crisis and periods of rising and falling interest rates.”

Beides ist heute anlegerfreundlichst konfektioniert in kostengünstigen Trendfolger-LAs. Warum bei solch trüben Aktienmarkt-Aussichten freiwillig darauf verzichten??

Ganz im Gegenteil, viele Privatanleger würden vermutlich besser fahren, wenn sie Fehler vermeiden würden und sich passiver verhalten um weniger Angriffsfläche für eine Unterrendite zu bieten und ihnen somit mehr von der Marktrendite bleibt.

Richtig. Aber "passiver" heißt nicht absolut passiv, was praktisch sowieso nicht sinnvoll ist.
Ein jeder sollte daher das für sich geeignete Verhältnis von Passivität/Aktivität herausfinden, tunlichst beachten aber sich für den aktiven Anteil bestmöglich rüsten.
Das wird ja im Podcast von Christian gut erläutert - aktiv dort, wo ein sicherer Wissensvorsprung vorliegt, passiv wo nicht. Das ist bei jedem individuell ganz unterschiedlich und hat eine große Bandbreite. Deswegen funktioniert der FInanzmarkt überhaupt.

Wer jetzt ausschließlich dem laut fast allen führenden Experten inklusive Bogle - noch kurz vor seinem Abschied, wenn die meisten Leute ganz offen Klartext reden - bereits überkritischen ETF-Hype nachrennt, bringt sich in große Gefahr.

Daher kann ich die dogmatische Ansicht von Kommer, dass die von vielen anerkannten Finanzexperten einschließlich unserem verdienten Wesir empfohlene Kombination von passiven und aktiven Strategien unsinnig oder "noch dümmer" sei, partout nicht verstehen!

Meine Beiträge sind daher primär darauf ausgerichtet, diesen Wissensvorsprung, von dem schließlich dieser ganze Blog lebt, für diesen und natürlich für mich in bewährter Win-Win-Weise zu vergrößern, damit jeder mit hinreichend Verständnis die geeignetste aktive/passive Melange für sich herausfinden kann.

Der Zyniker in mir hält ich es allerdings für Wunschdenken, dass irgendwer was von seinem hart erarbeiteten positivem Alpha abgibt, die Gebühren dafür werden natürlich trotzdem eingesackt... ;)

Tja, solange selbstschädigender Zynismus vorherrscht, wird man dem wegen Informationsasymmetrien natürlich ausgeliefert bleiben. Durch geeigneten Wissensaufbau könnte man sich von beidem jedoch befreien, wenn man nur wöllte. Das ist dank Niels mittlerweile ganz einfach!

Angeblich wegen Sprachbarrieren hilft das bei reinem Alpha scheinbar kaum deutschen Anlegern. Daher werde ich versuchen, möglichst wirksam was dagegen zu tun.
Wish me luck of the brave... ;-)


CarstenP sagt am 07. Mai 2019

Eine Grundidee des passiven Investierens ist ja gerade, dass man akzeptiert keinen Wissensvorsprung gegenüber den Markt zu haben.
Man hat keine exklusiven Informationen, man kann nicht schneller als andere auf neue Informationen reagieren und man kann nicht günstiger als andere Marktteilnehmer handeln.
Man ist in jeglicher Hinsicht den Profis unterlegen, darum ist aktives Investieren nicht nur ein Nullsummenspiel sondern ein Verliererspiel für die meisten Privatanleger. Und ein Verliererspiel gewinnt man dadurch, dass man es nicht spielt.

Wer sich einbildet einen Wissensvorsprung zu haben, kann sein Glück natürlich versuchen, es besteht nur die Gefahr sich auf einem weiteren an der Rendite nagenden Holzweg der Finanzindustrie zu befinden:

Die Entzauberung von Alpha-Strategien


Silvi sagt am 10. Mai 2019

Hi, wie CarstenP richtig erkannt hat:

"Man ist in jeglicher Hinsicht den Profis unterlegen, darum ist aktives Investieren nicht nur ein Nullsummenspiel sondern ein Verliererspiel für die meisten Privatanleger. Und ein Verliererspiel gewinnt man dadurch, dass man es nicht spielt."

Aus diesem Grund Buy and Hold mit dem VANGUARD FTSE ALL-WORLD UCITS ETF :-)


Smartinvestor sagt am 10. Mai 2019

Mahatma Gandhi:

Live as if you were to die tomorrow. Learn as if you were to live forever.

Ich würde hier gern den erreichten, erfreulichen Stand der jetzt abflauenden, spannenden Diskussion aktiv versus passiv kürzestmöglich zusammenfassen.
Damit möchte ich endlich gemeinsam geteilte Klarheit in dieses ewig leidige Thema endloser sinnfreier Glaubensdiskussionen bringen.
Denn das ist dringend geboten, um dessen großes Potenzial zur Lösung von Alberts Zukunfts-Dilemma - Wer sich auf Dogmen ausruht wird keine Rendite einfahren. - aufgrund des uns allen drohenden jahrzehntelangen, weltweiten japanischen Szenarios besser erkennen und bald nutzen zu können.

Ggü. entweder/oder ist der sowohl aktive als auch passive Ansatz, z.B. auf Basis wettbewerbsfähiger reiner Alpha- und Beta-Investments, in jeglicher Hinsicht überlegen, wenn ein echter Wissensvorsprung auf undogmatischer wissenschaftlicher Basis mithilfe überlegener Profis vorhanden, gut verstanden und nicht nur eingebildet ist.
Denn der kann wie kaum ein anderer i.d.R. mit Beta vermischter und somit höher korrelierender Ansatz einerseits wirksam vor Krisen schützen. Andererseits kann er auch signifikante absolute und risikobezogene Mehrrendite über eine hier gewohnt einfache, aufwandsarme Buy&Hold-Strategie mit regelmäßigem Rebalancing hinreichend zuverlässig bieten.
Wo gibt es das sonst noch, bitte melden?

Auf der Basis wären meine jetzt ernsthaft erwogenen aktiveren Demokratisierungsaktivitäten dieses überlegenen Ansatzes natürlich sehr sinnvoll. Daher hätte ich jetzt noch ein paar Fragen und Anmerkungen dazu:

@ Nostradamus

Einfacher und wohl mit weniger Aufwand verbunden wäre es natürlich, erstmal mit einem Podcast/Blog/Videos anzufangen. Dann kannst du ja im Prinzip über die Klickzahlen bzw. Zahl der Kommentare / E-Mails usw. auch auf ein eventuelles Interesse für ein Buch schließen.

Vielen Dank für deine interessierten Vorschläge. Ja, das wäre ein Versuch wert. Dazu:

  1. Wären "Podcast/Blog/Videos" dabei deine präferierten Formate?
  2. Warum die in der angegebenen Reihenfolge?
  3. Sehr ähnlich macht es ja auch Niels in TopTradersUnplugged, weil das Können überlegener Profis und dessen gutes Kennenlernen erfolgsentscheidend ist und über Podcasts am besten verbreitet werden kann. Das werde ich zumindest anfangs nicht bieten können und ist viel aufwendiger als ein Blog nur mit Text. Würde der evtl. weniger ankommen und ggf. warum?
  4. Stimmen die meisten Leser der schweigenden Mehrheit damit überein? Vielleicht könnte eine weitere Stimme, die für solche neuen Wege auch aufgeschlossen ist, das bitte noch kommentieren.
  5. Gibt es Interesse, bei der Demokratisierung mitzumachen oder als Erstes davon zu erfahren? Dann bitte hier oder über Albert melden, der mir das ggf. weiterleiten kann.

@UserPS

Wie du siehst, kümmere ich mich hier um die Demokratisierung meiner reinen Alpha-Beta-Innovation für einen heranwachsenden Fan-Club. Der will nämlich nach unseres Wesirs Rat in bald drohenden düsteren Börsenzeiten ganz undogmatisch weiterhin einfach die gewohnte Rendite einfahren.
Diese Börsenzeiten könnten das Pendel vom überschwingenden passiven ETF-Hype nämlich ziemlich crashartig zu aktiveren Finanzinstrumenten zurückschwingen lassen.
Die haben sogar den zwar steinalten aber geistig mobilen Bogle zuletzt noch zu Recht auf den Plan gerufen, ungezügeltem Wachstum seines eigenen Ladens ganz uneigennützig Grenzen aufzuzeigen.
Dafür bzw. dagegen sind hier jetzt zunehmend neue, über Bogle hinausführende Wege gefragt, bekanntlich meine Haupt-Expertise außerhalb ausgetretener Pfade. Und die will ich da konzentrieren, wo sie die größte Wirkung entfalten kann.

Wie siehst du die kritische Thematik? Deine sachlichen Beiträge würden hier sicher auch auf fruchtbaren Boden fallen.

Dein guter alter Smartinvestor. ;-)


Nostradamus sagt am 14. Mai 2019

@Smartinvestor: Ich denke mal, die meisten werden halt noch nicht wissen, ob sie sich überhaupt näher mit der Alpha-Thematik beschäftigen wollen. Ich weiß es ja auch noch nicht, aber wenn es dazu einen gut verständlichen Blog gibt, dann lese ich mir den mal durch. Und wenn ich merke, dass er mir einen echten Mehrwert bieten kann, dann komme ich wahrscheinlich wieder. :-)

Ein Blog wäre doch für den Anfang völlig okay. Vielleicht verlinkt Albert da ja in seiner Freitagsliste mal drauf und dann werden schon einige darauf aufmerksam.
Und letztlich kommt es dann eben auf die Qualität des Blogs an.


Timo sagt am 15. Mai 2019

@Smartinvestor
Ich sehe das wie Nostradamus. Ich habe gerade erst angefangen mich in das Thema finanzen einzuarbeiten und für den Anfang ist marktbreites Beta Investieren der sinnvollste Start aus meiner Sicht. Das heißt aber nicht, dass ich mich ausschließlich darauf beschränken muss.

Wie schon angedeutet werde ich mich demnächst durch den von dir empfohlenen Blog von Nils wühlen und schauen, was genau hinter LAs und MFFs steckt und wie man an das Thema herankommt. Wenn der Aufwand sich in Grenzen hält und mich das Konzept überzeugt könnte ich mir auch Vorstellen meine Anlage dahingehend zu erweitern.

Wenn du dann hilfst die Sprachbarriere zu umgehen, indem du das Angebot auch in deutsch anbietest wäre das eine willkommene Ergänzung!


Smartinvestor sagt am 17. Mai 2019

@Nostradamus & Timo

Herzlichen Dank für eure motivierenden Kommentare! :-))

Ich denke mal, die meisten werden halt noch nicht wissen, ob sie sich überhaupt näher mit der Alpha-Thematik beschäftigen wollen. Ich weiß es ja auch noch nicht, aber wenn es dazu einen gut verständlichen Blog gibt, dann lese ich mir den mal durch.

Und letztlich kommt es dann eben auf die Qualität des Blogs an.

Für inhaltliche Qualität werde ich sicher sorgen können. Bzgl. Verständlichkeit muss ich wahrscheinlich noch (deutlich ?) zulegen. Ist es diesbezüglich in diesem Thread evtl. schon etwas besser geworden?

Natürlich glaube ich auch nicht, dass ich hier gleich sehr viele Leser gewinnen kann. Aber ich hoffe und erwarte, dass es aus den verschiedensten Blogs Leser sein werden, die sich über die jeweiligen Blog-Themen hinaus - aber auf deren Basis - weiterentwickeln wollen, ohne das dort Gelernte über den Haufen werfen zu wollen, wie Timo das andeutet:

Ich habe gerade erst angefangen mich in das Thema finanzen einzuarbeiten und für den Anfang ist marktbreites Beta Investieren der sinnvollste Start aus meiner Sicht. Das heißt aber nicht, dass ich mich ausschließlich darauf beschränken muss.

Genau so sollte man es machen und sich ALLE lohnenden reinen Alpha- und Beta- Ertrags- und Risikopotenziale der Märkte erschließen, um insgesamt in einem oppulenten "free Lunch" der Diversifikation seine Chancen zu maximieren und Risiken zu minimieren. :-)
Und die, die das verstanden haben, würde ich dann mit meinem geplanten Blog dazu befähigen.

Wenn du dann hilfst die Sprachbarriere zu umgehen, indem du das Angebot auch in deutsch anbietest wäre das eine willkommene Ergänzung!

Danke für den wertvollen Hinweis! Damit plus ergänzende Angebote zur Integration und praktischen Umsetzung in reinen Alpha-Beta-Gesamtportfolios in DACH-Ländern dürfte das neue Angebot ziemlich gut umrissen sein.
Na dann werde ich mal schauen, was sich machen lässt. Vielleicht sogar mit einem Podcast "Albert versus..." - nein, dann nicht mehr konfrontativ sondern integrativ - "Albert & Niels" bzw. "reines Beta & reines Alpha" loslegen. Das wär's. Werde mir jetzt (endlich) ernsthaft was überlegen. :-)


Nostradamus sagt am 20. Mai 2019

@Smartinvestor:

"Für inhaltliche Qualität werde ich sicher sorgen können. Bzgl. Verständlichkeit muss ich wahrscheinlich noch (deutlich ?) zulegen. Ist es diesbezüglich in diesem Thread evtl. schon etwas besser geworden?"

Ich befürchte schon, dass es noch einfacher werden muss, zumindest wenn du echte Anfänger in die Materie einführen willst. Gerade jemand, der nur mal schnell gucken will, ob die Thematik für ihn interessant ist, könnte doch schnell wieder aussteigen, wenn er mehrmals hintereinander auf für ihn nicht Verständliches stößt.


Timo sagt am 21. Mai 2019

du könntest ja hier mit einem basic post starten und dir dann das feedback abholen, wo Verbesserungspotential im Stil ist. (natürlich nur, wenn dem Finanzwesir das nicht zu viel wird hier)

Mich würde als Einstieg folgendes interessieren:

  1. in welche Art Wertpapiere wird investiert (Aufzählung + Wiki Links würden mir reichen)? wesentliche Risiken?
  2. welche Strategie wird verfolgt?
  3. passiert die Umsetzung der Strategie regelbasiert/computergesteuert oder durch die "genialität" des Fondsmanager?
  4. wie unterscheiden sich die Alpha-Investments von anderen aktiven Fonds?
  5. Belege für das funktionieren der Investments. Wurde "Überrendite" verlässlich erreicht, ist der Benshmark für die "Überrendite" korrekt gewählt, bleibt die "Überrendite" auch nach abzug der Kosten bestehen, wie sieht es insbesondere in Krisenzeiten (crash, flash-crash, baisse) aus (Korrelation zum ACWI)?
  6. funktioniert buy and hold, oder muss ich häufig die Fonds umschichten? Wenn ja, wann, warum, woran erkenne ich das?
  7. warum muss ich mich weiter einlesen, kannst du nicht einfach zwei Fonds (a la MSCI World + MSCI EM) empfehlen und alle sind glücklich (wenn auch vielleicht nur zu 80% "optimal" investiert?) [kezerische Frage]

Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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