12. November 2018


Schäferstündchen beim Finanzwesir

Leser M. alias Nicknehm ist mir durch diesen Kommentar aufgefallen

"Wie ich ohne Abitur und Studium, im Alter von 30, durch abhängige Facharbeit rund 100.000 Euro pro Jahr erhalte, dabei eine Sparquote von ~ 65% aufrecht erhalten kann, ohne mich sonderlich einzuschränken, was Reisen, wohnen oder soziale Aktivitäten angeht."

Die Chance auf eine tolle "Tim-Schäfer-Story"! Tim hat ja die echten Chuck-Norris-Sparer (Jahresverdienst 15.000 €, Sparquote 150%, finanziell frei mit 25).
Ich habe Nicknehm trotzdem sofort verhaftet und ihn gebeten seine Lebensgeschichte aufzuschreiben.

Nicknehm, wer bist Du?

Hallo Albert, mein Name ist M., ich führe mit meiner Partnerin eine mittelferne Beziehung, wohne in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg zur Miete, wurde dieses Jahr 30, ich prokrastiniere und ich bin kein Akademiker mit Niveau.

Meine Eltern - inzwischen beide im Ruhestand - haben als Sachbearbeiter eine kaufmännischen Hintergrund, wobei meine Mutter in den 80ern in einer Partnervermittlung tätig war, lange vor Elitepartner, Parship, Tinder & Co. Später arbeite sie in Teilzeit für eine Lokalzeitung.

Die Grundschule machte mir großen Spaß und ich schloss sie als einer der "Klassenbesten" ab. Danach stellte sich eine Weiche. Aus irgendeinem Grund hatte ich Bammel vor Gymnasien und da der Erziehungsstil meiner Eltern alles andere als autoritär war, schrieben sie mir die Art der weiterführenden Schule nicht vor. So entschied ich mich für die Realschule.

Es folgte die Pubertät und obwohl die Prioritäten in der Schule sich verschoben, schloss ich die mittlere Reife mit Note 1.7 ab. Im letzten Schuljahr bewarb ich mich auf zwei Ausbildungsplätze und bekam von meinem Favoriten, einem Großkonzern der Metall & Elektro-Industrie, die Zusage. Mit Anfang 20 schloß ich die Ausbildung mit 1.6 ab, es folgten 9 Monate Zivildienst und einige Jahre Arbeit als Geselle.

Mein Einstiegsgehalt lag 2008 bei rund 2.400 € *13,2 = 32.000 € jährlich

Die jährlichen Gehaltsverhandlungen verliefen nur schleppend, da mein Vorgesetzter im mittleren Management angesiedelt und deutlich erfahrener in derlei Angelegenheiten war.

2014 bewarb ich mich intern auf eine neue Stelle in Schichtarbeit, welche ich auch bekam.

Die genauen Konditionen lassen sich mit wenigen Klicks bei der IG Metall herausfinden, kurz gesagt: Spät- und vor allem Nachtarbeit werden mit 20-30% bezuschusst, zum Teil steuer-und sozialversicherungsfrei.
Ähnliches gilt für Wochenend- und Feiertagsarbeit. Natürlich muss diese Arbeit auch erstmal erbracht werden. Ich sehe die Mehrarbeit als Art "Nebentätigkeit". So wie andere Leute einen 450 €-Job nebenbei machen.

Nach nunmehr 10 Jahren Berufserfahrung liege ich 2017 bei 83.000 Euro brutto. Wer nicht - wie ich - diverse Steuer- und Sozialversicherungsfrei-Effekte in Anspruch nehen kann, muss rund 90.000 Euro verdienen, um auf den gleichen Nettolohn zu kommen wie ich.
2018 werde ich brutto 90.000 Euro verdienen. Wer 9-to-5 arbeitet, muss bei Steuerklasse eins ein Jahresbrutto von rund 100.000 Euro erwirtschaften.
Meine Sparrate beläuft sich im Mittel auf mehr als 2000 Euro pro Monat.

Schon von Geburt an ein Sparer oder ein Saulus, der erst zum Paulus werden musste?

Gute Frage. Ich war wohl als Kind jemand, der das Geld lieber zusammenhielt.

Der Kapitalist in mir wurde im zarten Alter von etwa 8 Jahren geweckt. Zusammen mit meinem Vater stand ich während der fünften Jahreszeit "in der Bütt" und erhielt teils Honorare im dreistelligen D-Mark-Bereich. Die Krönung damals waren 2.000 DM für circa zehn Minuten Show, die wir fifty/fifty aufteilten. Meine Mutter legte das Geld nach bestem Wissen in langlaufenden Sparbriefen an.

Ich hingegen hatte bis 25-26 kaum Überblick über meine Finanzen und Verträge. Nach Auflösung einer Wohngemeinschaft hat es "Klick" gemacht. Die Wohnkosten sollten sich erhöhen. Es war an der Zeit für eine Bestandsaufnahme.

An diesem Punkt habe ich angefangen Verantwortung für meine Finanzen zu übernehmen. An dieser Stelle ein "Danke" an Albert, für sein umfangreiches und frei zugängliches Angebot, ebenso an sein SEO. Denn gefunden werden, musste der Blog ja nun auch erstmal.

Fragen unter anderem:

  • Wo geht mein Geld jeden Monat hin?
  • Habe ich Überschüsse?
  • In welcher Höhe?
  • Was für Verträge bestehen, welche kann ich mit gutem Gewissen kündigen, wo sind Potentiale zu wechseln?

Zu dieser Zeit hatte ich "nebenbei" und auf Auto-Pilot bereits etwa 60.000 Euro verteilt auf Tagesgeld, Giro und betrieblicher Altersversorgung angespart. Hilfreich dabei war sicherlich, dass ich acht Jahre in WGs beziehungsweise zusammen mit der damaligen Freundin wohnte und anfangs nicht mehr als 400 Euro warm fürs Wohnen zahlte.

Deine Assets und warum? Irgendwelche Fehlkäufe?

Aktuell etwa die Hälfte "sicher". In Tagesgeld, einem gut verzinsten Bausparvertrag und einer nervigen Kapitallebensversicherung.

Die chancenorientierten Assets teilen sich zu ca. 42% in MSCI World, 18% Emerging Markets und 40% Einzelaktien (Großteil vom Arbeitgeber, Klumpenrisiko ahoi!) inklusive einer "kleinen" Position P2P auf.

All-In liege ich aktuell bei etwa 180.000 Euro. Abzüglich Verkaufskosten und Steuern für erzielte Gewinne etwas weniger.

Meine größten Fehlkäufe waren eine Menge Pokémon Spielkarten vor etwa 20 Jahren. Mir würden sicher noch viele weitere Fehlkäufe aus den verschiedensten Lebensbereichen einfallen.
Ob Gebrauchtwagen, Wasserbettenkauf und wenige Jahre später "Notverkauf" an ein zwielichtiges Unternehmen oder Kleidungsstücke. Ich finde es nicht schlimm Fehler zu machen. Im Idealfall zieht man eine Erkenntnis für sich heraus und handelt in zukünftigen Situation besser. Lehrgeld eben.

Excelfetischist oder eher "Basst scho"?

Hihihi.. hätte ich kaum besser formulieren können. "Basst scho" beschreibt meine Philosophie sehr gut. Pi mal Daumen reicht mir bei den Momentaufnahmen eines Portfolios vollkommen.

Ohne Informationen, Entscheidungen, Aktion, Arbeit und Disziplin in der einen oder anderen Form geht es natürlich nicht, das wird dem Umfeld nur nicht zu sehr auf die Nase gebunden.
Schädlich für die Mythenbildung. Offiziell habe ich einen Deal mit dem Universum.

Ausblick: Wie siehst Du Deine Zukunft. Wo möchtest Du hin?

Wenn ich mir die Gegenwart ansehe, darf es gerne so weiter gehen. Die finanzielle Freiheit ist der Weg. Auf ihm gibt es Geraden, Kurven, Berge, Täler, Baustellen und Wirtshäuser um einzukehren.

Im Kreis von Arbeitskollegen scherze(?) ich seit Kurzem darüber in zwölf Jahren, zum 25. Jubiläum und im Alter von 42 – angelehnt an Douglas Adams – in den Ruhestand zu gehen. Das Ziel ist natürlich nicht in Stein gemeißelt.

Ich könnte meine Freundin schnappen. Mit ihr die Welt bereisen um letztendlich eine Kette von Currywurst-Ständen im Großraum Tokyo zu betreiben.

Oder ich gründe mit zwei Kumpels ein Gesangstrio für die nächste Apres-Ski-Saison: mit frechen Texten, visionären Shows und überaus schlecht imitierten Dialekten.

Vielleicht Personal Training und Lifestyle-Service für wohlhabende und beleibte Kunden in Form einer Ernährungsgemeinschaft™. Der Klient bestellt sich eine extra große Portion, von der ich etwa 2/3 esse – im Nu erreicht er sein Wunschgewicht, ganz ohne Kalorienzählen!

Ein 450 €-Job würde ebenfalls in Frage kommen – bei der DB als unbeleuchtete Bahnschranke.

Szenarien fallen mir unzählige ein, viele davon erfreulich. Da ich Realist mit einer leichten Tendenz zum Optimismus bin, behalte ich die weniger Erfreulichen für mich und schließe mit – Basst scho.

Was sagt der Finanzwesir?

  1. Gratulation an M. und weiter so.
  2. Eine typische Tim-Schäfer-Story. Es sind immer wieder die gleichen Zutaten:
    1. Intelligenz,
    2. guter Verdienst,
    3. Sparsamkeit,
    4. rentierliche Geldanlage,
    5. Geduld.

Wenn diese fünf Punkte zusammenkommen entsteht daraus zwangsläufig - fast schon naturgesetzlich - Wohlstand. Currywurst in Tokio gibt es bei SCHMATZ Akasaka.

(awa)

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Kommentare

Thorsten - thorstenhartmann.de sagt am 12. November 2018

Glückwunsch Albert zum ersten TimSchaefer-Style Interview - Auftakt einer Tour? ;-)

Gratulation M. zum bisher schon Erreichten. Sehr schöne Geschichte und immer wieder gute Bestätigungen zu lesen, um zu sehen, dass man mit dem Weg und Ziel Finanzielle Freiheit nicht alleine ist :-)

Viele Grüße
Thorsten


Windsurfer sagt am 13. November 2018

Sehr schön. Du machst alles richtig!
Bist du als Teamleiter/Meister oder ähnliches tätig oder wie kommt man mit IG Metall auf 90.000 brutto?
Wobei Schichtarbeit auf Dauer nix für mich wäre... da nehme ich lieber die 100.000 brutto mit ninetofive. ;)


Nostradamus sagt am 13. November 2018

Ich hatte gleich am Anfang des Artikels an die Automobilindustrie gedacht.
Ich kenne auch die Geschichten vom "ungelernten VW-Arbeiter", der seine 3000 € Netto monatlich (durch die ganzen Zulagen) nach Hause trägt.
Hohe Gehälter in der Branche sind ja bekannt. Man muss halt erstmal Glück haben, so eine Stelle zu finden und dann noch Freude an der Mehrarbeit haben, dann geht das wohl.


Finanzwesir sagt am 13. November 2018

Hallo Thorsten,
nee, ein eher einmaliges Wildern im Revier des Schäfers. Aber wer so im Blog kommentiert, muss liefern ;-)
Deshalb habe ich M. gebeten hier seine Story zu erzählen.

Gruß
Finanzwesir


Andy sagt am 13. November 2018

Gute Geschichte, wäre das nicht eine Idee für den Podcast das ihr zwei, mit euren unterschiedlichen Ansätzen, mal Interviewgäste "in die Mangel" nehmt?


Tulpenmanie sagt am 13. November 2018

Krasse Geschichte.
Am Ende landet man immer wieder beim Einkommen als den entscheidenden Punkt. Sparsamkeit kann man sich antrainieren und rentierliche Anlagen sind dank dem Finanzwesir ein Klacks ;).
Aber wer zu Anfang seiner Berufslaufbahn "zufällig" in der falschen Branche gelanden ist, für den ist es wesentlich schwieriger auf das beschriebene Gehalt zu kommen.
Es ist schon fast lächerlich einfach, aber die finanzielle Freiheit hängt am Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben und wer nicht wie ein Mönch leben möchte, muss seine Einnahmen erhöhen.


Finanzwesir sagt am 13. November 2018

Hallo Tulpenmanie,
deshalb ist das auch der einzige Punkt, wo ich als Vater richtig Druck mache. Es gibt im Leben eines Menschen zwei massive Weichenstellungen

  1. Berufswahl und -einstieg. Hier wird die Upside im Leben festgelegt
  2. Heirat & Familiengründung. Hier ist die Jury noch uneins. Die einen sagen: Hier wird der maximale Drawdown festgelegt, andere sehen es eher als Upside ;-)

In Punkt 2 habe ich keine Aktien, aber was die Berufswahl angeht: Hier findet nichts Gnade vor meinen Augen, was nachher den Menschen nicht ernährt. Mit 50 muss man arriviert sein. Egal ob als Beamter, Jurist, BWLer, Ingenieur oder Naturwissenschaftler. Egal ob als abhängig Beschäftigter oder als Selbständiger oder Unternehmer. Egal ob Akademiker oder Nicht-Akademiker. Wer arriviert ist, kann sich dann brotlose Künste wie bloggen leisten. Aber nicht anders herum. ;-)

Arriviert sein bedeutet nicht, das zu tun, was man möchte, sondern das man das, worauf man keine Lust hat nicht machen muss.

Gruß
Finanzwesir


42sucht21 sagt am 13. November 2018

Harte Arbeit.

Spät-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit muss man über die besten (?) Jahre seines noch jungen Lebens auch leisten (wollen). Ich finde, dass kommt unbedingt zu den genannten Kriterien (Intelligenz, guter Verdienst, Sparsamkeit, rentierliche Geldanlage, Geduld) ganz entscheidend noch hinzu: einfach harte Arbeit.


BigMac sagt am 13. November 2018

Glückwunsch! Für dieses Gehalt habe ich fast 20 Jahre Betriebszugehörigkeit in einer der bestzahlenden Branchen plus ein Studium benötigt. Bei zwei Aussagen im Interview tauchen aber Fragezeichen in meinem Hirn auf:

  1. Wie kommt in einer Branche mit Tarifvertrag innerhalb eines Jahres eine Lohnsteigerung von über 8% zustande?
  2. Was sind das für "diverse Steuer- und Sozialversicherungsfrei-Effekte", die der 08/15-Arbeitnehmer nicht in Anspruch nehmen kann? Ansonsten erinnert mich vieles an mein Interview ;-)

Slowroller sagt am 13. November 2018

@Finanzwesir: Und sie werden am Ende doch das tun, was sie für gut und richtig halten - und das ist auch gut so ;-)
Dann namlich hast du deine Kinder zu selbstbewussten und eigenständigen Erwachsenen begleitet. Nicht jedem ist Sicherheit wichtiger als z.B. das Gewissen, die Interessen oder vielleicht sogar der Nervenkitzel.

Ich denke der wichtige Weg wird als Elter vorher beschritten: man sollte die Kindheit (die Zeit mit den Hormonen ohne eigene Rechte :-)) mit dem maximalen Bildungsgrad abschließen. Mit einem normal guten Abi hat man als junder Erwachsener fast alle Möglichkeiten.
Das ist wichtig, die braucht man nämlich auch für ein Politik- oder Soziologiestudium. Oder auch für eine Ausbildung, da unterschätzt man die Breite der Bildung oft.

Ich schreib das übrigens so locker, weil ich grad meine 1 und 2 jährigen Weltverbesserer ins Bett bringe und das Thema noch sooooooooo weit weg ist 😊


Genossenschaftler sagt am 14. November 2018

@Tulpenmanie
Das ist interessant, ich sehe das 180 Grad anders herum: Sparsamkeit oder besser "Bewusstsein für seine Bedürfnisse" wird von den Eltern mitgegeben. Das Konsumverhalten wird häufig 1:1 vererbt. Das ab zu trainieren ist aus meiner Sicht kaum möglich (eher muss man).
Diese Basis (leben wie Mönch/Pfarrer/Papst) bestimmt was reinkommen muss/soll/könnte. Alles andere verschiebt die Verantwortung auf andere ("Mein Chef zahlt mir nicht genug...")


Benjamin Maul sagt am 14. November 2018

"Vielleicht Personal Training und Lifestyle-Service für wohlhabende und beleibte Kunden in Form einer Ernährungsgemeinschaft™. Der Klient bestellt sich eine extra große Portion, von der ich etwa 2/3 esse – im Nu erreicht er sein Wunschgewicht, ganz ohne Kalorienzählen!"

Hahaha, das kenne ich schon - das ist die Jimmy Kimmel Diät! :-)
https://www.youtube.com/watch?v=_Jgf9zRQzGU

Cheers
Benjamin


Bergfex sagt am 14. November 2018

@42sucht 21

„Spät-Nacht-Wochenend-Feiertagsarbeit, einfach harte Arbeit“

Wirklich? Herzinfarkt mit 45, Beziehungskrisen, Scheidung, Kinder weg samt Frau, Abstieg? Ist dir bewußt, wie viele „harte Arbeiter“ so enden? Ich kann dir sagen, ich habe berufsbedingt sehr viele dieser armen Menschen gesehen. Überleg dir das noch mit der harten Arbeit.


42sucht21 sagt am 14. November 2018

@Bergfex

Das ist ein Missverständnis. Ich meinte damit M. Für mich wären so viele Stunden 'auf Schicht' usw. in jungen Jahren gewiss nichts gewesen.

Klar zu viel ist zu viel. Aber ich bleibe dabei. Von nichts kommt nichts. Ich stimme dem Wesir mit der Wichtigkeit der Berufs- bzw Studienwahl voll zu. Aber ab einem gewissen Einkommen benötigt es in der Regel auch harte Arbeit und investierte Arbeitsstunden, Investition in das eigene Humankapital, das Erkennen und Ausnutzen von Möglichkeiten, Risikobereitschaft, Fehler begehen & daraus lernen und etwas Glück.

Für Krisen, Scheidung, Abstieg benötigt es nicht viel. Das geht auch mit falschen Hobbies, Alkohol und falschen Freunden oder einfach wenn sich die Partner über die Jahre auseinander entwickeln. Dafür benötigt es keine harte Arbeit und Karriere. In Gegenteil Geld kann helfen kleine Probleme auch klein zu halten.


slowroller sagt am 15. November 2018

@BigMac

M. reißt es in seinem Interview kurz an: Zuschläge für Sonn- Feiertags- und Nachtarbeit sind bis zu bestimmten (recht hohen) Grenzen Steuer- und Sozialversicherungsfrei.
Daher kommt er auf die Differenzen im Bruttoverdienst zu anderen Arbeitnehmern um aufs selbe Netto zu kommen.
Die Frage nach der Lohnsteigerung dürfte sich (das ist jetzt tatsächlich Vermutung, allerdings ist es oft so) so erklären:
Neben der regelmäßigen tariflichen Lohnerhöhung (ca. 2,5-3% letztes Jahr über die Branchen) sehen viele Lohn- und Gehaltstarifverträge automatische Steigerungen (z.B. Jahresringe) vor.
Bei uns gibt es z.B. nach Jahr 1, 3, 5 und 8 automatische Lohnerhöhungen innerhalb der Lohngruppe. Dazu kann natürlich aufgrund von Erfahrung oder anspruchsvollerer Tätigkeit eine Höhergruppierung in der Lohngruppe kommen.
Gerade am Anfang der Karriere sind so jährliche Gehaltssprünge von 6-10% absolut nichts ungewöhnliches, man fängt halt nicht als top-verdienender Senior an sondern wird "entwickelt" wie es immer so schön aus den Personalbteilungen heißt.


BigMac sagt am 15. November 2018

@slowroller / Nicknehm

Ich hatte es so verstanden, dass Nicknehm aufgrund seines Postens oder seines Arbeitgebers Vorteile hat, die ein anderer Schichtarbeitnehmer nicht hat. Sollte gemeint gewesen sein, dass hier jeder Schichtarbeiter Vorteile gegenüber einem Nicht-Schichtarbeiter hat, dann ist mir das bei den Steuern bekannt.
Dass eine derartige Zusatzvergütung auch bei der Berechnung der Sozialabgaben (GRV, GKV, GPV) Vorteile geniesst, ist mir hingegen absolut neu.
Ebenso kannte ich dieses System der automatischen und regelmäßigen Lohnerhöhungen nicht.
Ich musste für so etwas jedesmal mit meinen Chefs, der Personalabteilung und auch mal mit dem Betriebsrat in die Bütt.


Nostradamus sagt am 15. November 2018

@BigMac:

"Ebenso kannte ich dieses System der automatischen und regelmäßigen Lohnerhöhungen nicht.
Ich musste für so etwas jedesmal mit meinen Chefs, der Personalabteilung und auch mal mit dem Betriebsrat in die Bütt."

Ist nicht unüblich bei Tarifverträgen.
Nach dem Tarifvertrag z. B. der IG BCE steigt das Gehalt nach 2, 4 und 6 Jahren, danach nicht weiter in so großen Schritten; dann aber noch durch die von der IG BCE alle paar Jahre ausgehandelten tariflichen Steigerungen um einige Prozente pro Jahr.
Wenn man dann einen Gehaltssprung machen will, muss man eben versuchen, in seiner tariflichen Einstufung aufzusteigen (durch weitere Qualifikation bzw. Übernahme von mehr Verantwortung) oder eben in den außertariflichen Bereich gehen, was üblicherweise mit Personalverantwortung zusammenhängt.
Da hat man dann mindestens 10 % mehr als die höchste Tarifstufe + höherer Bonus und "darf" auch wieder selbst über sein Gehalt verhandeln.


slowroller sagt am 15. November 2018

@BigMac:

Hier mal, weil es zum Thema passt und einige interessieren wird:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zuschlag_f%C3%BCr_Sonntags-,_Feiertags-_und_Nachtarbeit

Das System mit den Lohnsteigerungen betrifft oft Branchen, in denen es eher um Kontinuität geht und in denen die Mitarbeiter klassischerweise gut organisiert sind. (jaja, Gewerkschaften sind Hexenwerk und so ;-) )
Wer sich wirklich dafür interessiert und entweder z.B. Mitglied in der IGBCE (oder auch Verdi oder IG Metall) ist, der kann alle Tarifverträge im Gewerkschaftsbezirk über eine Tarifdatenbank frei einsehen.
Gerade bei den Haustarifverträgen ist das ein butnes Potpourri an Regelungen. Spannend wird es für die "Finanzielle-Freiheit-Liebhaber" dann bei Demografie- und Sabaticaltarifverträgen, aber das führt jetzt zu weit :-)

Vor M. kann man natürlich den Hut ziehen - er hat offenbar in einer Lebensphase, in der er die Zeit und die Kraft hatte richtig reinzuklotzen, richtig reingeklotzt.
Bleibt man bei der Firma ist das in frühen Jahren wie ein doppelter Zinseszins - so schnell verliert man Gehalt und Standing nicht mehr.


Tulpenmanie sagt am 16. November 2018

Hallo Finanzwesir,

"Wer arriviert ist, kann sich dann brotlose Künste wie bloggen leisten"

--> schön gesprochen.

Ich beobachte allerdings, dass die Blogs nur so aus dem Boden sprießen und die restlichen Weltverbesserer sich auf Youtube austoben.
Nicht falsch verstehen, ich finde es super, dass es so eine Auswahl gibt, auch wenn mich vieles nicht anspricht.
Aber für den Blogger/Youtuber muss es nicht von Vorteil sein, seine Zeit dafür herzugeben: Wenige schaffen es groß rauszukommen, viele scheitern. Es würde schließlich auch keiner Berufswünsche wie Rockstar, Supermodel oder Musiker als wegweisend für die finanzielle Freiheit einschätzen.

Beste Grüße


Peter sagt am 16. November 2018

Von 32.000 Euro auf 83.000 Euro im Jahr in 10 Jahren - das sind interessanterweise im Schnitt exakt 10% Steigerung p.a.,wie realistisch ist das?
Das geht mal (bei Beförderung oder Stellenwechsel), aber jedes Jahr?
An dieser Stelle würde ich den Realitätsgehalt doch etwas anzweifeln, besonders bei einer Anstellung gemäß Tarif. M.E. müsste man da schon lange im AT Bereich sein. Klingt 'verdächtig fiktiv' ...

Grüße
Peter


Ex-Studentin sagt am 16. November 2018

Bei deinem Jahresgehalt schlägst du alles raus, was ohne Studium möglich ist.
Glückwunsch!
Als ich 2013 meinem Mitbewohner erzählte, dass ich nach meinem Studium ca. 3000€ brutto Monatsgehalt erwarte (Dienstleister), hat er mich ausgelacht.
Das bekam er als Aushilfe beim Daimler auch am Band.
Mittlerweile kenne ich Leute mit Mitte 20, die die 3 netto vorne stehen haben (Schichtzuschläge). Als Techniker geht es dann auch auf über 70k im Monat brutto bei 35h mit ein paar Jahren Betriebszugehörigkeit.
Dein Gehalt stelle ich mir tatsächlich schwierig vor zu erreichen, zumindest ohne Studium oder Techniker.
Aber glauben tue ich es trotzdem.
IGM ist eine andere Welt. Ganz ohne Schmerz ist diese Welt aber auch nicht. Meine Freunde mit IGM-Tarif wundern sich zwar immer, wie schlecht ich vergleichsweise verdiene, aber trotzdem würde ich jobtechnisch nicht tauschen.
Manche Ingenieure bei Automobilherstellern sind keine Ingenieure mehr. Telefonieren, Besprechungen, Listen pflegen.
Andere wiederum das Gegenteil: Nur im Ausland unterwegs, Emails um halb 10 im Urlaub beantworten.
Muss jeder selbst wissen, ob die Umstände das Geld wert sind. Ich habe die letzten 5 Jahre recht sparsam gelebt (nicht ganz so krass wie Frugalist Oli) und habe mein großes Ziel der 100k mit 25 geknackt. War auch mit viel Stress verbunden, weswegen ich es nun lieber langsamer angehe.


42sucht21 sagt am 16. November 2018

"Als Techniker... über 70k im Monat brutto bei 35h"

Augen auf bei der Berufswahl!


Merlin sagt am 17. November 2018

"Augen auf bei der Berufswahl" - jaja der Spruch kommt immer.
Bevorzugt von Ingenieuren, EDV-Spezialisten, BWLern etc. mit schönen Grüßen an die 'naiven' Sozialarbeiter, Kranken-/Altenpflegerinnen, Verkäuferinnen, Germanisten und die "irgendwas mit Medien"-Fraktion

Klar eine gute (Aus-)bildung ist nie verkehrt, aber heute schon zu wissen, welche Jobs morgen noch lukrativ sind, ist letzlich nur eine Form von "Rückschaufehler". (Einfach mal 'hindsight bias' oder auch 'Schweinezyklus' googlen).

Gut möglich, dass "Bankkaufmann/-frau" oder "Auto-Ingenieur" in 10 Jahren ähnlich "brotlos" sind wie heute ein Studium der "Theaterwissenschaften"

https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/can-germany-survive-the-iphone-moment-for-cars/

Die Leistung von Leser M. verdient Respekt, aber mit dem fast 2,5-fachen des Durchschnittseinkommens schon in jungen Jahren und ohne Familie im Schlepptau auch nicht sooo heldenhaft


suchenwi sagt am 17. November 2018

Als Altersteilzeitler (62, Softwareentwickler, IGM-Tarifvertrag) hier auch meine Abrechnung.

  • netto/Monat: 3049.02
  • ab an Exfrau/Töchter: 1100.00 (freiwillig)
  • ab an Depotkonto: 1000.00
  • macht knapp 69% Sparquote (teils indirekt/Familie).

Natürlich mit Hintergedanken: in 9 Monaten (Ende ATZ) gehe ich in vorgezogene Rente. Die ist zunächst durch Versorgungsausgleich (Scheidung) und Abschläge (weil früher) eher mager.
Zu Plan A (Sparen, Investieren) kam also Plan B (Rente durch freiwillige Beiträge aufstocken, V0210) hinzu. Was steuerlich übrigens sehr gut gefördert wird.. wie genau, sehe ich erstmals nächstes Jahr im ESt-Bescheid, ich rechne grob mit 25%.
2020 wird es ganz spannend: ich bekomme Rente und 58.8k Abfindung, die nach Fünftelregelung zu versteuern ist. Bei der ist es günstig, das "sonstige zu versteuernde Einkommen" zu minimieren - ich plane also, 17x den RV-Höchstbeitrag freiwillig einzuzahlen (ca. 22k, V0060) - 5x für den Rest vom Vorjahr, 12x für 2020. Erwartete Steuerersparnis: eher 75% (auf die Abfindung). Nachteil bei V0060: die erworbenen Entgeltpunkte werden erst ab Regelrentenalter wirksam (bei mir Juni 2022), dann aber ohne Abschläge.
Ich bin selber gespannt, wie das alles so wird...
Grüße, suchenwi at gmail.com
(leider kann man hier nicht per Mail über neue Kommentare informiert werden)


Nicknehm sagt am 18. November 2018

Zunächst vielen Dank für die rege Beteiligung.

@Windsurfer
Facharbeiter mit EG10 (IG Metall BaWü).
Meister erreichen EG13/14, Teamleiter 16/17, wobei letztere viel variablere Vergütungsverhältnisse vorfinden.
Zu 100.000 9tofive würde ich auch nicht sein sagen, ich käme ohne Schichten, WE, FT und ohne Erfolgsbeteiligung bei etwa 61.000 raus.

@BigMac /Slowroller
Steuern/SV:
slowroller hat es schon aufgeklärt, ich meinte die Vorteile eines Schichtarbeiters gegenüber Nicht-Schichtarbeitern. War evtl. etwas missverständlich ausgedrückt.
Nach meinem Verständnis sollte es bez. Sozialabgaben in dem Fall egal sein, da sowieso der Höchstbeitrag bezahlt wird. (Rente > 78.000€, GKV > 53.100).

@Peter
Ein kritischer Kommentar! Ich bin erschüttert – darüber, dass es erst einer ist.
Am Ende mehr dazu.

@Ex-Studentin
Danke! Und Respekt zu den 100k.
Du/ihr habt Recht, IGM oder auch die Chemie/Pharma-Industrie sind schon „eine eigene Welt“, innerhalb des Universums „abhängige Beschäftigung“. Klar, ist auch nicht alles Gold was glänzt. Starre Hierarchien, Geschäftsfelder sehr zyklisch (Automotive), den Tagesablauf einiger Ingenieure beschreibst du ja schon. Aber immerhin rund 4 Millionen Beschäftigte, allein in der Metall/Elektro-Industrie.

Wenn man diese Umstände in Kauf nehmen kann/will, würd ich sagen: Es ist deutlich realistischer in einem großen, tarifgebundenen Unternehmen eine adäquate Stelle zu finden, als Germanys next best Rockstar/Übertalent/Bundeskanzler/Drogerie-Bloggerin oder MLM-Guru zu werden.

Fürs Modeln und musizieren ist noch mit Mitte 40 genug Zeit, wenn man arriviert ist, wie der Wesir so schön sagt.

Thema Gehaltssprünge:
Nach der Ausbildung steigt man mit einem Fixum ein, ob man mit Ach und Krach die Prüfung geschafft hat oder in einem früheren Leben in Astrophysik promoviert hat, ist hierbei nicht von Belang.
Einstieg ~32.000

Wollen wir nun keine Äpfel mit schicht- und mehrarbeitenden Äpfeln vergleichen und zudem Feiertage und konzernweite, ergebnisabhängige Boni ausklammern ergibt sich für 2018 ein Grundgehalt von ~61.000.
Macht noch gut 6.6% Anstieg p.a.
Etwa 2% sind im Schnitt schon mal den Tarifverhandlungen zuzuschreiben.
Sonstige Faktoren: Einstieg auf unterster Stufe, nach etwa 2 Jahren „Erstbeurteilung“ (man wird fix der Entgeltgruppe 7 zugeteilt, mit minimaler Leistungszulage), danach bei positiver Entwicklung jährlich Anhebung der Zulage oder Stufe. Dazwischen gab es noch den beschriebenen Abteilungswechsel.
Mann kann sagen, dass die Sprünge die ersten Jahre recht klein waren und erst mit dem Stellenwechsel hat die Sache richtig Fahrt aufgenommen.

Relativierend muss man erwähnen, dass EG10 für mein Profil und ohne Personalverantwortung die gläserne Decke darstellt. Jenseits winken nur noch marginale Erhöhungen und das was die Gewerkschafft mit dem Arbeitgeberverband so austüftelt.

SCHMATZ kannte ich noch nicht, kein Wunder bei den vielen anderen Leckereien dort. かんぱい


Ein_Lesender sagt am 24. November 2018

Hallo,

kurz ein Gedanke zu der Sache mit der Berufswahl:
staatlich geprüfter Elektrotechniker, 28, knapp 1600 netto, östliches Süddeutschland.

Arbeitsweg 3h täglich, bei Verspätung der öffentlichen Verkehrsmittel auch mehr.
Aufstehen 4 Uhr, Arbeitszeit durchaus 10h. Ja, die Überstunden kann man "abbummeln".
Wohnung, einfache Ausstattung, 500 Euro warm für 26m².

Familie, Freunde, Urlaub - ich habe da weder Zeit noch Lust zu.
Die Kreativität im Beruf ist vorbei, seitdem ich in der freien Wirtschaft arbeite.
Im öffentlichen Dienst gab es höheres Netto und ein breiteres Aufgabenfeld (wissenschaftlicher Bereich).

Wozu das alles?
Das frage ich mich auch. Man schaue sich die Weltpolitik an und finde seine Antwort.

Viele Grüße


ChrisS sagt am 27. November 2018

@ Ein_Lesender:

"Normalerweise" (also mit den Diskussionen die ich darüber schon gelesen/geführt habe) läuft das ganze jetzt so ab:

Wir sagen dir alle in mehr oder weniger den gleichen Worten die bekannten Ratschläge auf, also dass du dir doch einen neuen Job o.ä. suchen sollst, der näher ist / mehr zahlt / dir besser gefällt, oder dich wenn nötig dazu eben höher qualifizierst, etc....

... und du sagst uns all die Gründe auf (die du für richtig und wir für falsch halten), warum das alles ja nicht geht und och menno und gibts das denn nicht auch einfacher und überhaupt und sowieso...

Das ganze dreht sich dann noch ein bischen so weiter und versandet irgendwann. Sorry, ist nicht böse oder persönlich gemeint, im Gegenteil, ich wäre auch gern mal positiv überrascht dass jemand dem man was sagt dann auch voll motiviert gleich "alles klar, mach ich!" (oder vielleicht später mal "danke eure Ratschläge haben geholfen und mir gehts jetzt besser") postet, aber ich habs bis jetzt nach dutzenden solcher Wiederholungen ähnlicher Einlagen immer noch nicht erlebt :-(


slowroller sagt am 28. November 2018

@Ein_Lesender

Ich weiß, dass man solche Kommentare wie den meinen jetzt als überheblich und unfair abtun kann und vielleicht auch wird. Aber von Außen betrachtet komme ich kaum umhin etwas dazu zu sagen:

Ich zerlege mal deine Aussagen:

  • Zur Person: Du bist jung, offenbar gut ausgebildet und bist weder durch Freunde noch Familie gebunden.
  • Zur Situation: Du bist deprimiert, macht einen unglücklichen, fast resignierten Eindruck. Schlechte Arbeitsbedinungen, vergleichsweise wenig Gehalt, langweiliger Dienst. Dazu kommen riesige Entfernungen, die du jeden Tag zurücklegen musst.
  • Zum Fazit: Weil alles doof ist zweifelst du an der Welt, der Weltpolitik, der Gerechtigkeit.... Nur nicht an dir.

Ich kenne dich nicht, deshalb will ich nicht Details fabulieren, die ich garnicht kenne. Aber Fragen stellen, das kann ich!

  • Wieso wohnst du soweit von deiner Arbeitstelle entfernt? Mehr als 3 Stunden am Tag - Wahnsinn!
  • Wieso arbeitest du dort wo du jetzt arbeitest? Gibt es Unternehmen, die bessere Bedinungen bieten in der Region?
  • Wenn nicht: Was hält dich dort im östlichen Süddeutschland?

Im südlichen Westdeutschland, im westlichen und südlichen Süddeutschland oder zur Not auch bei uns im Norden könntest du (Annahme!) einen besseren Job finden.
Ob es da mehr Geld gibt, spannendere Tätigkeiten oder schlicht bessere Arbeitsbedinungen sei mal dahingestellt - aber das sind die Schrauben an den man drehen kann/muss/sollte um wieder Spaß am Leben zu haben, und das bedeutet für mich (für dich offenbar auch): Familie, Freunde, Reisen oder Erfüllung.

Wenn es Dinge gibt, die man selber in der Hand hat sollte man keine großen Gedanken an Dinge verschwenden, auf die man keinen Einfluß hat.


Weiser_Unwissender sagt am 28. November 2018

Auch Goldfische können glücklich sein!
Ich bin selbst im Osten groß geworden. Nahezu alle aus meinem Umkreis hat es in den goldenen Westen gezogen - nicht weil die es wollten, sondern weil es dort die Arbeit gibt!
Ich glaube, dass eine Ausbildung beim ortsansässigen Handwerksbetrieb einfach nicht dazu erzieht, in die weite Welt hinaus zu gehen.
Die "Walz" gab es früher nicht umsonst und - wenn auch unbewußt - machen das viele zukünftig erfolgreiche Leute immer noch. Es ist einfach doof, wenn man nicht der Typ dafür ist und in einem strukturschwachen Teil der Welt geboren ist.
Aber dann muss man damit auch leben!
Und 1600 Euro sind auch sehr viel Geld, wenn die Lebenshaltungskosten am unteren Limit sind. In meiner Heimatstadt würdest du damit sogar zum einkommensstärksten Drittel zählen ;-)


42sucht21 sagt am 28. November 2018

@Ein_Lesender

Vielleicht gibt Ihnen der/ die Team-Lead auch keine interessanteren Aufgaben weil Sie bisher keine guten Ergebnisse auf der Arbeit abgeliefert haben oder weil etwas andere vorliegt.
Sie sollten um einen Gesprächstermin bitten und sich darauf vorbereiten und dann konstruktiv auch für den Arbeitgeber ganz konkrete und relevante Verbesserungsvorschläge anbringen und anfragen.


Schwachzocker sagt am 28. November 2018

@ Ein_Lesender

"...
Wozu das alles?
Das frage ich mich auch. Man schaue sich die Weltpolitik an und finde seine Antwort."

Da muss man keine Verschwörungstheorien entwickeln. Mit 1600 Euro liegst Du nur leicht unter dem Durchschnittseinkommen. Da lässt sich locker mehr herausholen, wenn Du näher bei der Arbeit wohnst und die gewonnene Zeit in einen Nebenjob an der Tankstelle investierst.


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