29. Dezember 2014


Taktisches Rebalancing nach Art des Hauses

Auf das Thema Jahresrückblick habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Lassen Sie uns lieber das Depot des Finanzwesirs rebalancen.

Die Ausgangslage

Das Depot besteht ausschließlich aus ETFs. 70 % in Aktien-ETFs und 30 % in Anleihen-ETFs.

Der Aktienblock ist wie folgt gewichtet

Position Soll
DJ Stoxx Small 200 (iShares) 10 %
DJ Stoxx US select dividend (iShares) 10 %
DJ STOXX 600 (iShares) 15 %
MSCI EM Market (iShares) 25 %
MSCI World (iShares) 40 %

Der Anleihenblock ist wie folgt gewichtet

Position Soll
Deut.Börse EUROGOV® Germany 5-10 (Deka) 40 %
iBoxx EUR Liquid Non-Fin. Diversif. (Deka) 20 %
Euro Corporate Bond 1-5yr (iShares) 20 %
Euro High Yield Corporate Bond (iShares) 20 %

Daraus ergibt sich für das Rebalancing die folgende Gesamtbetrachtung

Gesamt

Position Soll Ist Delta
Summe Aktien 70% 70,98% 0,98%
Summe Anleihen 30% 29,02% -0,98%

Detail

Position Soll Ist Delta
Aktien
DJ Stoxx Small 200 (iShares) 7 % 6,72 % -0,28 %
DJ Stoxx US select dividend (iShares) 7 % 7,96 % 0,96 %
DJ STOXX 600 (iShares) 10,5 % 10,06 % -0,44 %
MSCI EM Market (iShares) 17,5 % 16,14 % -1,36 %
MSCI World (iShares) 28 % 30,10 % 2,10 %
Anleihen
Deut.Börse EUROGOV® Germany 5-10 (Deka) 12 % 11,44 % -0,56 %
iBoxx EUR Liquid Non-Fin. Diversif. (Deka) 6 % 5,60 % -0,40 %
Euro Corporate Bond 1-5yr (iShares) 6 % 6,56 % 0,56 %
Euro High Yield Corporate Bond (iShares) 6 % 5,41 % -0,59 %

Die Analyse

  1. Aktien sind besser gelaufen als Anleihen. Es muss Geld in den Anleihetopf fließen.
  2. Wo soll das Rebalancing-Geld herkommen? Entweder umschichten (Aktien-ETF verkaufen, Anleihen-ETF kaufen) oder es mit frischem Geld zukaufen.
  3. Ein Blick aufs Tagesgeldkonto zeigt: Es steht frisches Geld zur Verfügung. Die bange Frage: "Wird es reichen?" stellen wir erst einmal zurück und schauen uns die Details an.

Die Detail-Analyse

Ein Teil der Positionen MSCI World und US select dividend muss verkauft werden. Damit kann man dann die anderen Positionen in Kombination mit dem frischen Geld auf die gewünschten Soll-Prozente bringen.
Insgesamt wären das neun Transaktionen (zwei Verkäufe und sieben Käufe). Der Transaktionskosten-Rechner meines Broker sagt: "Diese Transaktionen würden Dich zusammen rund 450 Euro Gebühren kosten!"
Der Finanzminister sagt: "Und ich nehme von den Verkäufen noch mal 26,375 % vom Gewinn". Das sind ebenfalls etliche Hundert Euro. Das mag bei Ihnen anders sein (Freibeträge, Verlustverrechnungsmöglichkeiten).

Das Problem

Ich!
Zwar schreibe ich kühne Artikel wie "Die perfekte Geldanlage? Vergiss es!" oder "Leserfrage: Passives ETF-Depot + raffiniertes Trading = mehr Rendite?" aber als Ingenieur habe ich es gerne exakt und von daher hat mir die – von meiner Frau vorgeschlagene – "schlamperte" Lösung sehr widerstrebt.
Ich habe es mit windigen Ausreden à la "Ich bin der Wegweiser. Ich weise den Weg, gehe ihn aber nicht" versucht, war aber erfolglos.

Die "schlamperte" Lösung

  1. Der Anleihenanteil muss aufgebohrt werden.
  2. Die am schlechtesten gelaufenen Anleihen sind die Euro High Yield Corporate Bonds.
  3. Das gesamte frische Geld wird in eben diesen Anleihen-ETF investiert.

Die Vorteile

  1. Nur eine Transaktion zum Preis von 69 Euro wird fällig. Gebührenersparnis: 346 Euro.
  2. Es fallen null Euro an Steuern an. Die Aktien können munter weiter vor sich hin wachsen und wir ruinieren uns den Zinseszinseffekt nicht. Ersparnis: Hunderte von Euro.

Der Nachteil

Psychologisch sehr unbefriedigend. Der Kopf beglückwünscht mich dazu, so eine kluge Ingenieurin geheiratet zu haben. Der Bauch sagt "Menno! Die schönen Zahlen. Und auf die zweite Kommastelle genau!"

Fazit

Wohl dem, der einen Partner / eine Partnerin hat, mit der er / sie finanzielle Dinge besprechen kann!

Das Ergebnis

Gesamt

Position Soll Ist Delta
Summe Aktien 70 % 70,02 % 0,02 %
Summe Anleihen 30 % 29,98 % -0,02 %

Detail

Position Soll Ist Delta
Aktien
DJ Stoxx Small 200 (iShares) 7 % 6,72 % -0,37 %
DJ Stoxx US select dividend (iShares) 7 % 7,96 % 0,86 %
DJ STOXX 600 (iShares) 10,5 % 10,06 % -0,58 %
MSCI EM Market (iShares) 17,5 % 16,14 % -1,58 %
MSCI World (iShares) 28 % 30,10 % 1,69 %
Anleihen
Deut.Börse EUROGOV® Germany 5-10 (Deka) 12 % 11,44 % -0,71 %
iBoxx EUR Liquid Non-Fin. Diversif. (Deka) 6 % 5,60 % -0,47 %
Euro Corporate Bond 1-5yr (iShares) 6 % 6,56 % 0,47 %
Euro High Yield Corporate Bond (iShares) 6 % 5,41 % 0,69 %

Fazit

Das Verhältnis Anleihen zu Aktien ist perfekt. Die Abweichungen der einzelnen ETFs vom Ideal sind akzeptabel. Wir haben im Rahmen dieses Rebalancings folgende Regeln festgelegt:

  1. Wir tolerieren Abweichungen von +/- 3 %.
  2. Wenn wir frisches Geld investieren, dann immer in die am schlechtesten gelaufene Position. Dabei ist uns Transaktionssparsamkeit wichtiger als die zweite Stelle hinterm Komma. => siehe Regel 1

Sollten Sie diese Regeln übernehmen?
Auf keinen Fall! Das sind unsere Regeln. Sie brauchen Regeln, die zu Ihnen passen. Aber brauchen tun Sie welche, das ist mal klar.

Das komplette Rebalancing hat rund zwei Stunden in Anspruch genommen. Mit komplett meine ich:

  • Excel-Tabelle anlegen, Zahlen eintragen und auswerten.
  • Ergebnis besprechen und die weitere Vorgehensweise festlegen.
  • Das Geld überweisen und den ETF kaufen.
  • Papierkram abheften.

Jetzt kann 2015 kommen.

(awa)

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Kommentare

Jan sagt am 29. Dezember 2014

Fehlt in dem Artikel zufällig vor "Das Problem - Ich!" ein Absatz? Die "schlamperte Lösung der Frau" ist bis dahin gar nicht aufgetaucht...


Karten sagt am 29. Dezember 2014

Angesichts der hohen Kosten und der Menge and Trades beim Rebalancing könnte man sich ja auch mal Fragen ob es nicht auch mit weniger Fonds geht, z.b. mit vier: MSCI World und MSCI EM bilden den Aktienteil, jeweils ein ETF auf deutsche oder europäische Staatsanleihen und Unternehmensanleihen bilden den Anleihenteil.

Braucht man z.B. wirklich High-Yield Bonds, wenn eine Mischung aus Anleihen mit Investment Grade und Aktien fast genau die selben Charakteristika hat? Klar gibt es Hinweise darauf, dass Dividendentitel und Small Caps in der Vergangenheit besser gelaufen sind als der Gesamtmarkt. Aber kann man diesen Effekt für sich in den nächsten Jahrzehnten wirklich nutzen, indem man heute Dividenden- und Small Cap ETFs kauft?

Bei vielen Indexinvestoren scheint anstelle von Stockpicking und der Auswahl aktiv gemanagter Fonds die Auswahl und Kombination diverser Indices zu stehen.


Barbaz sagt am 29. Dezember 2014

Versteh ich grad nicht, was ist die "schlamperte Lösung" deiner Frau?


Finanzwesir sagt am 30. Dezember 2014

@Jan und Barbaz: Ich habe den Text etwas umformuliert. Hoffentlich wird´s jetzt klarer.

@Karten: Da hast Du vollkommen recht. In einer idealen Welt ohne Transaktionskosten und vor allem ohne Steuern auf Gewinne, würde ich alles verkaufen und ein ganz simples MSCI World/Emerging Markets/Anleihen mit Investment Gerade bauen.
Gute Teile des Depots sind aber "versiegelt", will sagen diese Positionen sind vor 2009 gekauft und damit sind Veräußerungsgewinne steuerfrei. Diese Positionen werden erst im Alter verkauft, wenn´s ans Entsparen geht.

Punkt 2: Auch für mich war das ein Lernprozess. Jetzt habe ich die Gelassenheit zu sagen: Weniger ist mehr. Als ich damals die Anlageplanung gemacht habe, war ich nicht so weit. Jetzt habe ich diese Verteilung und muss damit leben. Klar könnte ich verkaufen und reduzieren, aber dann habe ich wieder die ganzen Transaktionskosten produziert die mir die Rendite killen.
Dann lieber stur an der einmal gewählten Kombi festhalten und die Kosten minimieren statt "Hin und Her macht Taschen leer".

Gruß
Finanzwesir


Investor sagt am 30. Dezember 2014

Langfristig konzentriere mich auf 3 bis max 4 ETFs. Da muss ich Karten Recht geben. Mit den anderen Strategie-ETFs inkl. Short-ETFs handele ich kurzfristig bis mittelfristig.


Karten sagt am 30. Dezember 2014

@Finanzwesir:

Vielen Dank für die Klarstellung. Ich kann beide Motive sehr gut nachvollziehen.

Ich würde aber mal überlegen, die "überflüssigen" Fonds nicht mehr zu besparen und auch nicht mehr zu rebalancieren. Ich meine einfach so zu tun als seien sie Teil des MSCI World. Keine Ahnung ob das realistisch ist und was bei extremen Kursschwankungen passieren würde, aber es ist zumindest mal eine Überlegung wert.


Jan sagt am 30. Dezember 2014

@Finanzwesir: Ja wird es, danke.


Dummerchen sagt am 30. Dezember 2014

Glückwunsch zur schlauen Frau! Ja, ja, Liebe und Geld sollte man nicht in fremde Hände legen :-).

Die Cent-genauen Umschichtungen sind zwar hübsch und wirken im ersten Moment nach dem Rebalancing auf einen Ingenieur ganz erhebend, das verstehe ich nur zu gut, aber spätestens am nächsten Handelstag ist ja eh wieder alles hin ;-). Ich rebalance daher mit jeder Einzahlung und lasse unnötige Umschichtungen wenn möglich außen vor. Da müssen schon deutlich höhere Unterschiede (bei mir sind es 5% relativ zum Gesamtdepot bzw. 25% relativ auf die Position bezogen - je nachdem welche Grenze kleiner ist), bevor ich aktiv werde. Die beiden Hauptkostentreiber (Steuer und Transaktionskosten) versuche ich weitgehend zu vermeiden. Spätestens beim nächsten richtigen Aktiencrash steht halt wieder Umschichten ins Haus.

Einen guten Rutsch wünscht Dummerchen


Georg sagt am 30. Dezember 2014

Nur 69 € hört sich wenig an, wäre für mich aber rausgeschmissenes Geld und dauerhaft zahltst du dich dumm und dämlich mit diesem Portfolio. Was hast du denn für eine TER?


Anton sagt am 30. Dezember 2014

Deine Frau gefällt mir :-) ... typische Pragmatikerin halt (tja, die Frauen sind uns Männern in diesem Punkt einfach überlegen). Mein Portfolio sieht nicht so kompliziert aus wie deines (ich habe ein typisches Weltportfolio, bestehend aus "nur" 5 Aktien-ETFs; Anleihen fehlen bei mir ganz ... die Volatilität der Aktien-EFTs lässt mich ziemlich kalt).

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Ich beginne erst dann nachzukaufen bzw. zu rebalancen, wenn eine Position ein Delta von 5% aufweist. Und warum? Na, weil es die perfekte Aufteilung eh nicht gibt (hast du schon selbst hier in deinem Blog geschrieben).


Anton sagt am 30. Dezember 2014

69 EUR pro ETF-Transaktion? Finde ich mörderisch! Hier in der Schweiz kostet eine ETF-Transaktion bedeutend weniger (z.B. nur 9 CHF bei http://www.swissquote.ch; vgl. auch http://www.finanzprodukt.ch/etf/etf-courtagen-in-der-schweiz-im-vergleich/). -- Muss doch in Deutschland auch billiger zu haben sein.


Anton (schon wieder) sagt am 31. Dezember 2014

@Finanzwesir

Du berechnest dein Delta wie folgt:

-- Delta = Soll - Ist

Ich an deiner Stelle würde das Delta (bzw. die Abweichung) wie folgt berechnen:

-- Abweichung (in %) = (Soll / Ist - 1) * 100


Mithrandir sagt am 31. Dezember 2014

Mir fehlt irgendwie das rechte Problembewusstsein , da meine Rebalancingschwelle erst bei 5 % Abweichung zwischen Soll und Ist greift. Insofern bin ich bei Anton !


Luke sagt am 31. Dezember 2014

Ich verstehe auch nicht, warum das so teuer ist. Da muss es doch günstigere Lösungen geben. Ich zahle z.B. über einen kostenlosen Sparplan ein und zahle demnach gar nichts.


fred sagt am 01. Januar 2015

sehr geehrter herr finanzwesir,

sie sprechen das thema transaktionskosten an. 69€ pro transaktion(?) ist in der tat sehr hoch.

@anton in Deutschland gibt es auch solche angebote. flat ca. 6€ zzgl. börsenentgelt für xetra.


Alex von Reich-mit-Plan.de sagt am 01. Januar 2015

Das mit den Gebühren kann ich auch nicht nachvollziehen? 9 Transaktionen = 450 Euro Gebühren? Was ist das für ein Broker? Oder wie hoch sind deine Volumen? Selbst mit den üblichen Depotvergleichsrechnern im Internet findet man keine so hohen Gebühren, selbst wenn jede Transaktion ein Volumen von 100.000,- Euro hätte. Gruß Alex

Auf dem Blog von Alex von Reich-mit-Plan.de gibt es hierzu diesen Artikel: Reich-mit-Plan.de


Stefan sagt am 02. Januar 2015

Mit Rebalancing habe ich mich auch schon häufiger beschäftigt, betreibe es tatsächlich aber nicht direkt über Depot. Ich habe an der einen Seite mein Aktiendepot und auf der anderen Seite Festzinsprodukte, u.a. alte Bausparfonds mit über 3 % Zinsen, eine Lebensversicherung mit 4 % usw. Deshalb kann ich mein Depot mit 100 % Aktien füllen.

Aber eigentlich finde ich ein Rebalancing sehr gut. Aber einem Anleger muss auch hier bewusst sein, dass ein Rebalancing nicht immer die Lösung sein wird. Evtl. kauft man schlechte Aktien nach. Evtl. fallen Anleihen und Aktien gleichzeitig, was bei einer Zinserhöhung nicht unwahrscheinlich ist, usw.

Auf dem Blog von Stefan gibt es hierzu diesen Artikel: Aktien allgemein


Finanzwesir sagt am 02. Januar 2015

Hallo zusammen,
wer hätte gedacht, dass dieser kleine Artikel so viele Kommentare auslöst ;-)

Das Wichtigste zuerst: Die Frau des Finanzwesirs lässt ihren Dank für die Komplimente in den Kommentaren ausrichten.

Das Delta
@Anton: Bezüglich der Berechnungsgrundlage. Diese relative Berechnung ist sicherlich genauer, da ein Soll/Ist von 10%/9,5% "dramatischer" ist, als ein 40%/39,5%-Delta. Wobei ich Deine Formel zu (Soll -Ist)/Soll *100% modifiziert habe.

Wenn ich das mache, dann kommen bei mir aber Abweichungen heraus, die eine sofortige Aktion (auch nach den Kriterien von Dir und Mithrandir) erfordern. Jede einzelne Position im Aktienbereich hat ein Delta größer 5%. Die US Select Dividends weichen sogar - relativ gesehen - um 12,2% ab.

Deshalb meine Frage an Euch: Worauf bezieht sich das 5%-Delta?

  • Ist es das absolute Delta: 10%-Position ist auf 9,5% gesunken => 0,5% Delta = schlaf weiter
  • Ist es das relative Delta: 10%-Position ist auf 9,5% gesunken => 5% Delta = starte das Rebalancing

Die Kosten
Zum einen kommt es auf die bewegten Beträge an, zum anderen ist es die Historie. Ich bin seit Urzeiten bei Consors. Damals noch ein Ableger der Schmidt-Bank in Nürnberg. Einer der ersten, wenn nicht der erste Online-Discount-Broker in Deutschland. Die von mir genannten Zahlen hat der Consors-Transaktionsrechner geliefert.

Broker-Qualität bedeutet für mich:

  • Geringe Transaktionskosten
  • Solide Abwicklung. Wenn ich im Browser auf Kaufen/Verkaufen klicke, muss sich auch im Backend was tun, und zwar zeitnah zum versprochenen Kurs.
  • Der Papierkram muss korrekt abgewickelt werden. Der Erwerb von Wertpapieren ist nun leider mit Bürokratie verbunden. Ich brauche Verlustverechnungstöpfe, Erträgnisaufstellungen und diesen ganzen Kram. Find´ ich doof, aber da hilft nun alles Zetern nichts.

Ich habe mich schon mal im Wertpapier-Forum schlau gemacht wegen der Transaktionskosten. Da wurden die üblichen Verdächtigen genannt (Flatex, etc.). Aber es wurde auch gesagt: Die Barebones-Broker haben es nicht so mit dem administrativen Zeug. Es kann unter Umständen schwierig werden, da die nötigen steuerlich wichtigen Unterlagen zu erhalten. Das hat mich von einem Wechsel abgehalten. Meine Befürchtung: Das was ich an Transaktionskosten spare, stecke ich drei- und viermal in das Thema Steuer & Abrechnung wieder hinein.

Außerdem habe ich alles auf Consors konsolidiert, d.h. ich weiß, wie´s läuft & die Steuerberaterin auch. Consors wird es - hoffentlich - auch in 30 Jahren noch geben. Dann vielleicht unter anderem Namen, weil verkauft. Aber ich bezweifle, dass ich mein Depot umziehen muss, weil Consors seine Geschäfte aufgibt. Ob die Super-Billig-Anbieter so lange durchhalten?

Meine Alternativen sind

  1. Alles so lassen
  2. Alles umziehen (geht das überhaupt mit einem "versiegelten" pre-2009-Depot?)
  3. Die Depots so lassen, aber die Käufe outsourcen und über einen neuen Broker preiswert abwickeln und dann ins Consors-Depot überführen.
  4. Die Depots so lassen, aber zu einem neuen Broker gehen und dort alle zukünftigen Deals abwickeln.

Bei Variante 3 und 4 muss sich dann aber der erhöhte administrative Aufwand finanziell auszahlen.

Der Vorteil eines Bloggers: Er kann seine schlauen Leser fragen. Das mache ich hiermit.

  • Wer kann mir das Geschäftsmodell der 6€-Broker erklären? Wie können die das dauerhaft wirtschaftlich anbieten? Seit Almado habe ich keine Lust mehr auf superbillig. Siehe: http://www.finanzwesir.com/blog/almado-energy-problem-bonus-kuendigung
  • Gibt es einen solchen Broker, den Ihr, werte Leserschaft mir empfehlen könnt, bei dem das operativ und mit dem Papierkram klappt?

Gruß & Danke
Finanzwesir


Joerg sagt am 02. Januar 2015

Hallo Ihr Lieben,

hier noch ein Beitrag zum "opportunistic rebalancing" (einfach googeln). Oder fuer Faule: http://www.cfapubs.org/doi/abs/10.2469/dig.v38.n3.33 (dann auf pdf druecken; ist in englisch)

Im Prinzip sagen die Quellen:

  • schaue oft hin (um scharfe Korrekturen zu erkennen und rebalancing opportunities zu nutzen) aber rebalanziere selten (also nur nach Gelegenheit, nicht nach Zeitpunkt)
  • die Regeln: erst bei grosser ~ 20% Abweichung (bspw. falls Ziel 20%, dann bei 24%) taetig werden und nur auf +10% Abweichung (bspw 22%) zurueckbalancieren (weil ja vielleicht der momentane Trend noch weiterlaeuft).
  • der moegliche Ertrag: je nach Gelegenheiten (bei hoher Volatilitaet hoeher, sonst keine) 0-1% pro Jahr (also m.E. ziemlich viel Wirbel fuer "unsicheren Erfolg")
  • Garantien: keine, in langen Bullen- oder Baerenmaerkten (also ohne deutliche Swings zurueck zum Mittelwert) sogar schmerzlich, weil man 2-3mal in das schlechteste Asset rebalanziert...und es weiter in die "falsche" Richtung geht...

Ich halte es also mit den anderen oben, die nur neues Geld bzw Wiederanlagen zum Rebalanzieren einsetzen...

Wenn ich beim Entsparen sein werde, also kein frisches Geld mehr anlegen werde, sehen wir dann weiter...

In Korrekturen kaufe ich manchmal mehr als ich "duerfte" (verringere das Tagesgeldsicherheitspolster) und hoffe... ging bis jetzt meistens gut... (ok: 2008/2009 hatte ich kein Geld mehr, als es "richtig" billig war... schade)

Liebe Gruesse

Joerg


Anton sagt am 03. Januar 2015

Ich beginne (theoretisch) erst dann zu handeln, wenn das relative Delta 5% über- bzw. unterschreitet. Da ich mich aber schwer tue mit dem Rebalancing (wegen der doppelten Transaktionskosten), verkaufe ich nicht, sondern kaufe nur diejenigen Positionen hinzu, die am weitesten zurückliegen. Da ich aber nicht immer über genügend Bargeld verfüge, kann bei mir eine Position auch schon mal stärker aus dem Lot geraten (z.B. 10%; problematisch kann es auch werden, wenn eine meiner 5 Positionen in die Höhe schiesst und ich die restlichen Positionen aufstocken sollte ... ein frommer Wunsch, weil mir einfach das nötige Kleingeld fehlt). Falls mein Portfolio doch einmal zu stark aus den Fugen gerät, werde ich trotz der Zusatzkosten rebalancen (= umschichten = verkaufen und kaufen).

Der von @Juerg verlinkte Artikel zum Thema "opportunistic rebalancing" finde ich sehr interessant. Dank dieses Artikels werde ich mein Rebalancing in Zukunft etwas lockerer nehmen.


Joerg sagt am 04. Januar 2015

hier noch ein deutschsprachiger Beitrag zum Rebalanzieren auf der Seite von easyfolio: gehe zu: https://blog.easyfolio.de/rebalancing-fuer-ein-ausgewogenes-portfolio-2/ dann auf den eingebundenen Link "Eine Studie der FundExplorer GmbH" klicken...: und "etf_market_watch_2010_august.pdf" herunterladen. Kurzzusammenfassung: Im Zeitraum 2001-2010 wurde im Back-Test geschaut, welche Rebalanzierungs-Haeufigkeit mit welcher Rebalanzierungs-Schwelle (in % zum Ziel) zum besten Mehrertrag gefuehrt hat: 0,44%-1,9% p.a. (pro Jahr) je nach Depot (verschiedene Aktien/Renten-Anteile). Nicht ganz so wissenschaftlich wie der englische Artikel oben, aber im Prinzip das gleiche Ergebnis...: Rebalanziere selten (hier je nach Depot nur 2-4mal in 5 Jahren!), bei grosser Abweichung (also i.d.R. bei Aktienmarktkorrekturen)

LG Joerg


Hilmar sagt am 10. Januar 2015

Hallo Finanzwesir,

kann es sein das nicht alle deine ETFs steuereinfach sind? Z.B. der MSCI EM Market (iShares) dürfte nicht steuereinfach sein. Obwohl du auf steuereinfach achtest, warum dieser andere ETFs?

VG Hilmar


Finanzwesir sagt am 10. Januar 2015

Hallo Hilmar,
Du hast recht, da sind etliche nicht steuereinfache ETFs dabei.
Warum?
Weil ich es damals (2008) nicht besser wusste. Jetzt habe ich sie und behalte sie, denn steuerlich ist das jetzt eingespielt. Es ist klar, was zu machen ist und jetzt zu verkaufen, nur um steuereinfach zu werden lohnt sich nicht.

Deshalb auch dieser Blog - reicht ja, wenn ich die Fehler mache ;-)

Gruß
Finanzwesir


Hans Petermayer sagt am 12. Januar 2015

Guter Artikel. Nur die ETF-Auswahl hat mich etwas erschrocken.

Im Einzelnen:

  • DJ Stoxx Small 200 (iShares): hier soll wahrscheinlich der "Small Cap"-Effekt ausgenutzt werden. Das Problem ist, dass Stoxx Small 200 keine echten Small Caps, sondern die "200 kleinsten der 600 grössten" Unternehmen umfasst.

  • DJ Stoxx US select dividend (iShares): hier geht es wahrscheinlich um den Value-Effekt. Die Select Dividend Indizes haben damit aber nicht viel zu tun. Sie sind schlecht diversifiziert und haben durch ihre Konstruktion eine Reihe weiterer Probleme.

  • DJ STOXX 600 (iShares): Ist doch im MSCI World enthalten? Es ist aber OK, den Europa-Anteil etwas zu erhöhen. Der Index selbst ist in Ordnung.

Meine Meinung: entweder man macht ein einfaches Weltdepot mit MSCI World+MSCI EM bzw. nur MSCI ACWI. Oder man baut sich ein Core/Small/Value-Depot. Dann aber mit den richtigen Small- und Value-Indizes für die jeweiligen Regionen. Was recht viele ETFs bedeutet (z. B. vier Regionen mit je drei ETFs). Alternativ für den Value-Teil: Einzelaktien. Man sollte auf jeden Fall genau hinschauen, was Fama und French mit den Small- und Value-Effekten meinen. Und nicht denken, nur weil "Small" im Indexnamen steht sichert man sich diesen Effekt.

Ansonsten toller Blog, knackig geschrieben.


Dummerchen sagt am 15. Januar 2015

"Deshalb meine Frage an Euch: Worauf bezieht sich das 5%-Delta? Ist es das absolute Delta: 10%-Position ist auf 9,5% gesunken => 0,5% Delta = schlaf weiter Ist es das relative Delta: 10%-Position ist auf 9,5% gesunken => 5% Delta = starte das Rebalancing"

Wie oben erwähnt, ist für mich bei absoluten 5% der Trigger zum Rebalancing. Bei kleinen Depot-Positionen würde dies aber zu mitunter irrwitzig hohen relativen Abweichungen führen können. Daher gibt es die zweite Regel, dass eine relative 25%-Abweichung der zweite mögliche Trigger ist.

Resultat:

  • Depotpositionen mit absolutem 20%-Gesamtdepotanteil lösen beide Trigger gleichzeitig aus (absolut 20% +/-5% absolut entspricht genau 20% +/- 25%relativ).
  • Alle kleineren Gesamtdepotanteile lösen zunächst den relativen 25%-Trigger aus.
  • Alle größeren Gesamtdepotanteile lösen zunächst den absoluten 5%-Trigger aus.

Zu Deinen Kosten - hast Du dieses Konto: http://www.modern-banking.de/brokerage-vergleich-2.php?sort=bewertungab&a=6#details

Da sehe ich zwar die 69 Euro ausgewiesen, aber ist das nicht die Deckelung für die Ordergebühr? Du müsstest also etwa 25k€ pro Order rebalancen um auf die genannten Gebühren zu kommen. (Mein Glückwunsch, wenn Deine 2%-Abweichungen diese Höhe haben!) Oder verstehe ich das falsch?


Finanzwesir sagt am 16. Januar 2015

@Hans Petermayer
danke für das Lob. Was die ETFs angeht:

Grundsätzlich: Die habe ich mir 2008/09 nach Kommer / Graham / Bogle und dem Wertpapier-Forum zusammengesucht. Heute würde ich das auch anders und vor allem einfacher angehen. 70/30 oder gleich ACWI. Fertig. Aber das muss man als Ingenieur erst einmal akzeptieren. Der Buddhist würde sagen: "Da muss man erst auf eine höhere Bewusstseinsstufe wechseln."
Mein Blog dient ja nicht nur der Unterhaltung meiner Leser, sondern auch meiner Weiterbildung ;-) Durch das Schreiben wird einem vieles klarer. Aber nun bin ich in dieser Konstellation "gefangen". Bei einem kompletten Umbau würden die Gebühren die Rendite auf lange Zeit schmälern. Ansonsten tröste ich mich mit:
http://www.finanzwesir.com/blog/geldanlagen-optimieren-bringt-nichts
Ich bin mit dem was ich mache immer noch besser, als die Masse der Anleger und "etwas Schwund ist immer". Aber natürlich möchte ich als Ingenieur - jetzt wo ich vieles besser verstehe als damals - alles wegwerfen und noch mal neu anfangen und die Sache dann aber richtig machen. Altes Ingenieursleiden.

Zu den ETFs konkret:

  • DJ Stoxx Small 200 (iShares): Ja, Small Cap. Ich hatte damals ein sehr interessantes PDF von Bank Lazard, in der drei SC Indizes vergleichen wurden (einer war der Stoxx Small 200). Es hat sich gezeigt, dass die 3 nicht so wirklich weit auseinander lagen. Blöderweise ist das Ding vom Netz gegangen und ich habe es nicht heruntergeladen. Hier war es mal: http://www.lazardnet.com/lam/de/pdfs/Hintergrund_Small_Cap_Indizes.pdf

  • DJ Stoxx US select dividend (iShares): Kommer sagt Value, Finanzwesir kauft Value ;-) 2008 nach bestem Wissen und Gewissen gekauft. Läuft soweit gut & schüttet schön aus. Das kann sich natürlich alles noch ändern.

  • DJ STOXX 600 (iShares): Wir leben in Europa & wollten mehr Europa, da der MSCI World doch sehr US-lastig ist.

@Dummerchen
das mit den zwei Triggern klingt gut. Ich denke, das übernehme ich. Ansonsten: Glückwunsch angenommen ;-)

Gruß
Finanzwesir


Philipp sagt am 17. Dezember 2015

Hallo in die Runde,

etwas spät bin ich auf diesen Beitrag gestoßen, da ich mir beim Rebalancing die Frage stelle:

Warum nicht statt in Anleihen in Immobilien ein Gegengewicht zum MSCI World suchen, z.b.

ISHARES STOXX EUROPE 600 REAL ESTATE

Die Anleihen dümpeln nun ja schon seit langem durch die Zinspolitik vor sich hin.
Was meint ihr, sitze ich da einem Denkfehler auf?

Viele Grüße
Philipp


Chris sagt am 17. Dezember 2015

@Philipp

Inwiefern siehst du denn den Real Estate ETF als "Gegengewicht" zum MSCI World an ?
Zuallererst überhaupt zum Verständnis, der legt auch nicht direkt IN Immobilien an, sondern enthält auch nur Aktien, von ImmobilienFIRMEN eben.
Das ist im Grunde also wenn überhaupt nur eine Unter-Branche des normalen Marktes. Alle diese Unternehmen sind ja auch schon im "normalen" Europe 600 Index ebenfalls enthalten, man legt die sich damit also doppelt ins Depot.
Kann man gerne machen, wenn man eine taktische Übergewichtung des europ. Immobiliensektors anstrebt, aber das hat mit dem eigentlichen Sinn hier (Trennung des Kapitals in verschiedene Risiko-Anlageklassen) nichts zu tun.
Denn von den Kursschwankungen her (schau dir ja gern mal auch den Chart des ETFs vorher an) macht der so ziemlich dasselbe mit wie der Breitmarkt. Genau das, was man für seinen "risikolosen" Teil ja eben nicht haben will.
Da geht es um Sicherheit bzw wenig Schwankungen (deshalb ist es auch kein Problem, sondern passend, das Anleihen nur "vor sich hin dümpeln", was andres sollen sie ja auch nicht machen).


Finanzwesir sagt am 17. Dezember 2015

Hallo Philipp,
nun, ich würde sagen: Du wechselst hier die Asset-Klasse. Immobilien sind keine Anleihen. Von daher kann ein Immo-ETF Anleihen oder Tages-/Festgeld nicht ersetzen.

Gruß
Finanzwesir


Pin Gu sagt am 26. Februar 2016

| Hallo Finanzwesir,
wieder Dank und Lob für deine Arbeit!
Zurzeit ist bei mir Rebalancingtime und schon hast du mir wertvolle Entscheidungshilfe mit deinem Artikel geliefert. Die Toleranz-Regel von 3 Prozent im Zusammenhang mit dem Kostenaspekt finde ich super und werde diese auch so umsetzen.


christine sagt am 28. Juli 2016

Hallo Finanzwesir,
Ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen, nur eines verstehe ich nicht: die Zahlen der Ausgangslage und die der Endlage sind gleich aber das delta ist unterschiedlich.
Dein Blog ist sehr informativ und auch die podcasts sind klasse. Weiter so.
Grüße Christine


Dummerchen sagt am 02. Februar 2017

@Finanzwesir:

"das mit den zwei Triggern klingt gut. Ich denke, das übernehme ich."

Und wie ich gerade feststelle sogar in Dein Buch! Freut mich, dass ich überzeugen konnte.


Capri sagt am 12. Februar 2017

Relativ, absolut!? Dummerchen ich blick da nicht durch. Kannst Du das genauer erklären?!
Ichhab als einfaches Beispiel ein Rebalancing-Trigger bei 5 % Differenz zwischen RK1 & RK3. Ist das jetzt absolut oder relativ? Lost in translations....
Ungenauigkeiten zwischen den ETFs gleich ich aus, wenn Geld da ist und kaufe nach. Da habe ich keinen Trigger.


ChrisS sagt am 13. Februar 2017

@ Capri

Dummerchen hat das im Kommentar vom 15.01.15 eigentlich schon gut erklärt, aber wir könnens ja gern nochmal mit konkreten Rechenbeispielen zur Nachvollziehbarkeit machen.

Erstmal wird eine Unterscheidung zwischen "kleinen" und "großen" Depotpositionen getroffen. Die Grenze dafür liegt bei 20% Anteil am Gesamtdepot (alles darüber ist also "groß", alles darunter ist eine "kleine" Position"). Jetzt gibt es für große und kleine Positionen unterschiedliche Rebalancing-Toleranzen (warum? Weil eine Toleranz für alle mitunter den kleinen Positionen nicht gerecht werden kann).

"Große" Positionen werden rebalanced, sobald sich ihr Anteil am Gesamtdepot um +/- 5% von der allgemeinen Soll-Verteilung abweicht. Das ist also mit "absolut", d.h. bezogen auf die Gesamtverteilung, gemeint.
"Kleine" Positionen werden rebalanced, sobald sie sich +/- 25% von Zielgröße entfernt haben. Die Betrachtung ist hier jetzt "relativ", das heißt auf sich selbst (und erstmal nicht auf den Platz im Gesamtdepot) bezogen.

Ja, das kann erstmal verwirrend sein, also machen wirs mal konkret. Ein fiktives Beispieldepot bestehe aus:

  • 40% US-Aktien-ETF
  • 20% Europa
  • 10% Pazifik
  • 30% Emerging

"Große" Positionen sind alle über 20%, bei denen greift die absolute Regel. Sollte sich ein ETF um 5% von der Ziel-Verteilung wegentwickelt haben (zB der US-ETF auf 45% rauf oder 35% runter) wird rebalanced.
Bei der "kleinen" Position greift zuerst die relative Methode. Der 10%-Anteil des Pazifik ETFs wird rebalanced, wenn er (also auf sich SELBST bezogen) um ein viertel steigt (auf 12,5%) oder fällt (auf 7,5%).
Warum macht man überhaupt so eine Unterscheidung ? Wie oben gesagt, wenn man auch bei solchen kleinen Positionen nur die "5% absolut"-Methode anlegt, wären mitunter viel zu lange/starke Abweichungen vonnöten bis endlich mal ein Rebalancing getriggert wird (unsere 10%-Position müsste also erst auf 15% steigen (das sind +50% relativ) oder 5% (-50% relativ) fallen).
Die "20%-Grenze" ist nun dabei grad der Bereich, an dem sich beide Methoden kreuzend treffen.

Natürlich trifft all das gesagte auch nur zu wenn du überhaupt ein Depot mit vielen Positionen hälst, von denen eben auch "kleine" dabei sind. Und eine bestimmte Mindestkapitalgröße sollte das Depot auch haben, damit die ganze Hin- und Herschieberei auch nach Abzug der Basis-Transaktionskosten noch wirtschaftlich ist.
Für Leute, die zB einfach nur ein kleines simples 70/30 World/EM-Portfolio haben, ist diese zusätzliche Methode erst einmal weniger relevant, da reicht die normale +/- 5% absolute Rebalancing-Toleranz aus.
Bzw wie schon gesagt man kann auch einfach mit dem gezielten Hinleiten der Sparraten-Nachkäufe auf die untergewichtete Position gleich ein automatisches Rebalancing im laufenden Betrieb erreichen, ohne anderswo Verkaufen zu müssen. Das sollte man auch so machen solange es geht, also bis die Auswirkungen der Kursschwankungen mal größer werden als die Auswirkungen der jährlichen Einzahlungen. Je nach Art des Depots und Höhe der Einzahlungen liegt diese Grenze irgendwo im mittleren/oberen fünfstelligen Depotvolumen-Bereich, erst ab da macht es wirklich Sinn über Verkäufe zum Rebalancing auch nachzudenken, darunter kann man meist schon mit der gezielten Steuerung der weiteren Einzahlungen das Allokationsverhältnis wieder ausgleichen.


Dummerchen sagt am 13. Februar 2017

Hallo Capri,

ja, das ist ganz schön geschwurbelt von mir dargestellt. Ich erklär es nochmal einfacher:

1.Beispiel

(3 ETFs: Staatsanleihen 25%, MSCI World 50%, MSCI EM 25%): Weicht jetzt ein ETF um mehr als 5 Prozentpunkte (bezogen auf das Gesamtdepot) ab, so wird umgeschichtet, also wenn z.B. Staatsanleihen auf 20% absinkt und World 50%, EM 30% haben. (Regel 1)

2.Beispiel

(4 ETFs: Staatsanleihen 25%, World 45%, EM 20%, Europa 10%) Hier wurde also eine "Kleckerkomponente" Europa hinzugefügt - würde man ähnlich wie im 1.Beispiel verfahren, dürfte sich die Europa-Komponente auf 5% halbieren(!) bevor hier überhaupt erst gehandelt wird.
Da das einer ziemlich großen Änderung entsprechen würde, wird hier schon früher umgeschichtet, nämlich dann wenn die Komponente um 25% bezogen auf ihren Anteil im Depot schwankt (Regel 2):
Bei einer 10%-Komponente also um 2,5%: Damit ist der Bereich, bei dem man also noch nicht handeln muss, der Bereich von 7,5% bis 12,5%.

Die zweite Regel gilt für alle Komponenten, die maximal 20% vom Gesamtdepot ausmachen - im zweiten Beispiel also EM und Europa. Die erste Regel für alle Komponenten, die mindestens 20% vom Gesamtdepot ausmachen - im zweiten Beispiel also Staatsanleihen und World.

(Wie ich das genau mache, kannst Du auch beim vierten Teil des Excel-Kurses nachlesen: http://www.finanzwesir.com/blog/finanzen-im-griff-mit-excel-teil4)

Ach, und um Deine Frage zu beantworten: Deine 5% entsprechen der von mir als "absolut" bezeichneten Abweichung.

Jetzt klarer geworden, Capri? Beim Nachkaufen gehe ich so wie Du vor - in meinem Excel-Kurs nenne ich das "Kontinuierliches Rebalancing".

Liebe Grüße
Dummerchen


Capri sagt am 13. Februar 2017

Klasse Ihr Zwei nun habe ich es 'absolut' verstanden ;)


Caro sagt am 24. August 2017

Ich muss sagen, ich hab sowohl beim Finanzrocker, als auch hier den Artikel gelesen, aber ich verstehe das komplette Rebalancing immer noch nicht. Kann ich nicht einfach 2 große ETFs kaufen (z. B. MSCI World und EMerging Market) und dann das die ganzen Jahre Ruhen lassen?
Muss ich großartig was tun?

pureanfängerin


Moabeat sagt am 24. August 2017

@Caro: Du musst gar nichts und überhaupt nichts tun dürfte immer noch deutlich besser sein als Markttiming oder Panikverkäufer.
Allerdings hat das Rebalancing zwei Vorteile. Zum einen behältst du die von dir festgelegte Risikostruktur des Depots bei, indem du immer wieder das Ursprungsverhältnis der beiden ETFs herstellst. Dies beinhaltet außerdem, dass du automatisch antizyklisch investierst, da du entweder den besser gelaufenen ETF teilweise verkaufst und in den schlechter gelaufenen umschichtest oder aber bei Neuinvestitionen den Schwächeren ETF überproportional bedenkst.
Letzteres dürfte langfristig eine kleine Mehrrendite bringen, da auch bei ETFs die Rückkehr zum Mittelwert eine starke Kraft ist und daher der zuletzt schwächere ETF in Zukunft eher stärker sein dürfte und umgekehrt.


ChrisS sagt am 24. August 2017

@ Caro

"ich verstehe das komplette Rebalancing immer noch nicht."

ist nicht so schlimm, ja das wirkt für Neulinge erstmal etwas komisch, weil man ja normalerweise nicht gewohnt ist großartig über Anlageverteilungen und den Ausgleich schwankender Wertentwicklungen nachdenken zu müssen.

Ich nehme mal an deine eigentliche Frage dreht sich dabei nicht so sehr um die "technische Umsetzung" (also wie man rebalanciert) allein, sondern eher um den Grund und Sinn an sich dahinter - warum macht man das überhaupt ?

Nun, um das zu verstehen, muss man erstmal wieder einen Schritt zurück gehen, und verstehen warum wir unser Kapital überhaupt auf verschiedene Anlagen /Anlageklassen aufteilen (zwischen denen dann ab und zu wieder rebalancieren wird) ?
Dabei geht es eben zum einen um die Diversifikation, also eine breite Streuung, und eben auch um die gewünschte Risikotoleranz. Bei den großen Aktienindizes können zum Beispiel auch mal zwischenzeitliche Crashs im -50% Bereich ugf auftreten.
Wer all sein ganzes Geld nur in Aktien anlegt, muss eben auch bereit sein können/wollen, solche Schwankungen auszuhalten - und wer dafür noch nicht bereit ist, der sollte eben seinen Aktien-Anteil lieber dementsprechend geringer gestalten (der "-50% Crashtest" gibt uns einen einfachen Dreisatz zur groben Orientierung dazu: Wieviel Verlust kannst du aushalten? Verdoppele diesen Prozentbetrag und du bekommst deine empfohlene Aktienquote).
Nun teilt man sein Investitionskapital am Anfang eben in risikoreiche Anlagen (also hpts Aktien) und risikoärmere (zB Tagesgeld/Festgeld, solide Anleihen, etc.) auf, im gewünschten Verhältnis was der individuellen Risikotoleranz entspricht (die Auswirkung möglicher Aktienverluste aufs Gesamtvermögen also innerhalb der gesetzten Grenzen gehalten werden kann).
Das kann zum Beispiel, bei jemanden der für sich nur bis -25% Verluste haben will, eben 50% Aktien und 50% risikoärmere Anlagen sein.
Jetzt ist aber auch so, dass sich diese Gewichtungen über die fortlaufende Zeit immer weiter verschieben (zB weil Aktien langfristig stärker steigen und daher immer mehr Anteil im Portfolio einnehmen) und daher ab und zu auch mal wieder auf die gewünschte Ausgangsverteilung zurückgesetzt werden müssen (um eben die Risikotoleranz-Grenzen wieder einzuhalten). Würde man das nicht machen, werden die Aktien irgendwann mal bei 60, 70, 80% etc Anteil sein, und damit auch das mögliche Verlustpotential auf 30, 35, 40% steigen.

Ich hoffe das erklärt dir ein bischen die warum-Gedanken die hinter dem Rebalancing stecken.
Natürlich kann man auch einfach " seine ETFs kaufen und sie danach die ganzen Jahre in Ruhe lassen" - wenn man eben auch selber die mentale "Ruhe" hat, mit den zwischenzeitlich möglichen Verlusten klarzukommen. Auch das ist wieder sehr individuell, manche können damit gut umgehen und fahren daher eine hohe Aktienquote bei der sie auch nicht mehr viel zu rebalancieren brauchen.
Und andere, die das Verlustpotential zur eigenen Beruhigung lieber in vordefinierten Grenzen halten wollen, nehmen halt etwas weniger Aktien und müssen das gewünschte Ausgangsverhältnis auch immer wieder durch Rebalancing zurücksetzen.
Da gibt es auch kein allgemeingültiges "richtig oder falsch" für jeden, wir alle sind unterschiedlich und nur du selbst kannst beurteilen wo du dich selbst einordnest und welche Vorgehensweise für dich am passendsten ist.

Zu der "technischen Ausführung" (also dem Wie beim Rebalancing) wurden hier ja schon einige Artikel geschrieben, ich werd dich also erstmal nicht noch weiter mit Detailfragen wie "Umschichtungen durch Verkäufe oder Fokussierung der Nachkäufe?" langweilen.
Genauso wie es eben auch Rebalancing innerhalb von Anlageklassen (also zB bei Aktien, zwischen MSCI World und Emerging beispielsweise) und zwischen verschiedenen Anlageklassen (also zB zwischen Aktien allgemein und nem Tagesgeldkonto beispielsweise) geben kann. Gerade letzteres ist eben das wichtige für die Risikobegrenzung, während es bei ersterem eher um das antizyklische Ausnutzen möglicher Mean Reversion -Gelegenheiten geht (aber wie gesagt, das sind schon fortgeschrittene Details :-D)

Wenn du Stichworte wie "Rebalancing" und "Asset Allocation" in die Suchfunktion des Blogs eingibst, findest du schon viele gute Artikel, die das ganze Wie&Warum dahinter anfängergerecht erklären :-)


Joerg sagt am 25. August 2017

Rebalancing kommt beim langfristigen Vermoegensaufbau unter ferner liefen ...
Eine alternative (gute) Abhandlung neueren Datums findest du hier: https://homemade-finance.de/portfolio-rebalancing Ansonsten konzentriert man sich lieber auf die Basics:
Was bringt wie viel (Performance)? Sortiert nach Relevanz:

  1. Hohe Aktienquote. Bei 100% kannst du mittel-langfristig mit 7-8% p.a. rechnen. Fuer jede 15% weniger Aktienquote entsprechend 1% weniger (also alles wie zB ARERO[60%Aktien] -> langfristig 2-3% Minderperformance) Kosto: "willst du gut schlafen: halte Renten; willst du gut essen: halte Aktien"
  2. Striktes Buy-and-Hold. Empirisch verlieren Privatanleger 3-4% p.a. gegenueber einem Weltportfolio wegen: Falscher Auswahl, Markettiming, Abgeltungssteuer und Gebuehren bei Umschichtungen Motto: "Hin- und Her macht Taschen leer"
  3. Passive ETFs vs aktiv gemanagte Fonds/RoboAdvisors (ca. 1-2% p.a.) v.a. wegen Gebuehren-Unterschied, aber auch wegen Abweichung der meisten aktiven Fonds von der Markt-Performance nach unten Holger: "Lebe aktiv - investiere passiv"
  4. Keinen Focus auf hohe Ausschuettungen legen. Performance-Unterschied eines Depot_1 mit 1,6% Ausschuettung p.a. (= 0,1-0,4% Steuern thes./aussch.) und einem Depot_2 mit 5%(=1,25% Steuern) betraegt ca. 1% p.a. These: "High-Yield-Investoren sind die besseren (Steuer)Buerger"

Stock-Rebalancing oder Asset-Rebalancing wird nach Kosten kaum 0,x% bringen, wenn ueberhaupt ...
LG Joerg


Smartinvestor sagt am 27. August 2017

Ich kann Jörgs Schlussfolgerungen bzgl. Optimierung des Rebalancingansatzes leider nicht nachvollziehen. Warum? Ich rebalance mit einem regional und z.T. mit Size diversifizierten gleichgewichteten buy-and-hold Depot in Aktien, REITs und AR/MFFs seit fast 20 Jahren durch regelmäßige Sparraten 3-4 mal p.a. investiert in die jeweils am weitesten unter den Sollallokationen liegenden Einzelanlagen. Das reicht i.d.R. über mehrere Jahre, um die Sollallokationen ausreichend gut zu wahren.

(Nur) So ca. alle 8 Jahre kam es bei mir aber trotzdem zu größeren Abweichungen >25% relativ von den Sollallokationen.
Wenn die auftreten, führe ich jeweils ein weiter optimiertes "Opportunistic Rebalancing" sehr ähnlich wie in dem von Joerg o.a. gleichnamigen Artikel durch, wobei ich zusätzlich noch warte, bis technische und fundamentale Trendumkehrkriterien erfüllt sind, um Gewinntrends möglichst nicht unnötig früh abzubrechen und nicht in weiterlaufende Verlusttrends zu investieren.
Damit nutze ich die in dem o.a. Artikel aufgeführten Verbesserungsmöglichkeiten der Rebalancing Prämie durch a) höhere Anzahl von Einzelanlagen mit b) höheren Volatilitäten aber c) ähnlichen Durchschnittsrenditen, die d) geringer oder sogar negativ (MFFs) korrelieren.

Solche Rebalancingaktionen sind damit z.B. E.2008 von MFFs in Aktien und REITs sowie A.3.2016 von NA- in EM-Aktien ausgelöst worden.
Im Nachhinein betrachtet lagen die jeweils nur wenige Monate vom optimalen Zeitpunkt d.h. Minima/Maxima der jeweiligen relativen Stärkeindikatoren, z.B. Minimum EM/NA, entfernt. Damit erreiche ich insgesamt eine Renditesteigerung von ca. +1%-Punkten p.a.

Das ist auch nicht umwerfend viel aber sehr sicher ohne nennenswert erhöhtes Risiko und bei den aktuellen realen Aktien-Renditen seit ca. 2000 nach Inflation und Steuern von kaum 3% immerhin eine reale Renditeverbesserung von gut 30%, die ich ungern verschenken würde, zumal dafür nur ein vernachlässigbarer Mehraufwand bei mir bislang nur ca. alle 8 Jahre und bei online Flatrate-Brokern vernachlässigbaren Transaktionskosten von wenigen zig EUR bei zig TEUR Rebalancingbeträgen anfallen.
Die Verfolgung der Allokationsabweichungen fällt sowieso beim regelmäßigen Sparratenrebalancing ohne Mehraufwand ab. Natürlich sollte die Depotgröße dafür schon mind. im oberen 5- oder besser 6-stelligen Bereich liegen.

Wie in der Diskussion und verlinkten Artikeln immer wieder angesprochen, verringert sich die Rebalancingprämie deutlich auf kaum noch lohnende wenige 1/10 %-Punkte p.a., wenn man weniger und höher korrelierte Einzelanlagen mit geringer Volatilität und sehr unterschiedlichen Durchschnittsrenditen im Depot hat, also z.B. nur einen World ETF, einen EM ETF und einen breiten Anleihen ETF, und die in regelmäßigen Zeitabständen, z.B. jährlich, vollständig rebalanced.

Daher kann ich Jörgs Schlussfolgerungen zum optimierten Rebalancing aus meinen Erfahrungen leider nicht zustimmen. Rebalancing lohnt sich m.E. sehr, wenn man sich mit vertretbarem Mehraufwand um diese "aktive" Gestaltungsmöglichkeit bemüht.
Wenn zukünftig von eher mit erhöhter Volatilität und größeren temporären Einbrüchen seitwärts laufenden Aktienmärkten mit insgesamt wesentlich geringerer Durchschnittsrendite als die bisherigen 7-8% p.a. (japanische Verhältnisse global) auszugehen ist, wie einige Experten befürchten, würde es sich noch mehr lohnen, sich um einen möglichst rentablen Rebalancingansatz zu kümmern.


Genossenschafter sagt am 27. August 2017

Rebalancing ist auch nicht als Renditestellhebel gedacht. Vielmehr soll es das Risikolevel auf dem gewählten Maß halten. Gerade beim langfristigen Investieren aus meiner Sicht notwendig um Style Drift zu verhindern.


Joerg sagt am 28. August 2017

Moin Smartinvestor, du darfst ja auch Rebalancing machen (Dein Name ist schliesslich Programm ...)
Aber Caro und wohl die anderen 80-90% der Mitleser verwirrt das eher nur? und die sollten erstmal die Punkte 1)-4) durchdeklinieren, bevor sie auf Dein Level einsteigen :-)
Ich war als junger Ent auch enthusiastischer ... jetzt schlafe ich fast nur noch ... :-) https://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_in_Tolkiens_Welt#Ents


Hansi♥ sagt am 28. August 2017

Hallo,

ich bin seit fast 2 jahren am sparen, also auch noch eher ein Neuling was die ganze Finanzwelt so angeht und werde erstmal kein Rebalancing "betreiben". Zur Zeit habe ich eine sehr hohe Sparrate die ich nicht langfristig halten kann.
Das rührt an den momentanen Lebensumständen (wohne zur Zeit auf einem Campingplatz und habe mein Auto verkauft). Kurz- bis mittelfristig werde ich mich auch beruflich umorientieren, was wahrscheinlich mit finanziellen einbußen einhergehen wird.
Aber solange ich niedrige Kosten für meinen Lebensunterhalt habe, investiere ich bewußt +/- 90% meines Kapitals in Einzeltitel sowie in Aktien ETF. Mit anderen Worten will ich damit sagen, das ich zur Zeit nur dann Rebalancing für mich in Frage kommt, wenn sich signifikant was an meinem Einkommen / Ausgaben ändert. Je weniger ich im Monat zum sparen habe, desto mehr gewichtige ich in punkto Sicherheit. Natürlich werde ich mit zunehmenden Alter auch mehr auf Sicherheit setzen.

Liebe Grüße
Hansi♥


Smartinvestor sagt am 29. August 2017

@Joerg:
Vielen Dank für die Blumen. :-)
So war es auch gemeint: Deine o.a. Punkte 1-4 sind die Pflicht für den Anfang, dann kommt irgendwann die von mir beschriebene Kür für die 10-20% Fortgeschrittenen.
Man liest leider oft den unpraktischen Rat des regelmäßigen (aktiven und vollständigen) Rebalancings, den dann doch kaum einer macht. Wenn man sich aber von Anfang an die Mühe macht, die manuellen Sparraten in die jeweils am weitesten unter die Sollallokation(en) gefallene(n) Einzelanlage(n) zu investieren bzw. die automatischen Sparraten entsprechend oft anzupassen, reicht das erst mal für das passive Rebalancing über etliche Jahre.
Aber irgendwann kommt es dann doch zu größeren Abweichungen von der Sollallokation, z.B. bei größeren Crashes oder Booms, und man muss aktiver werden, will man die Allokation nicht unbegrenzt wegdriften lassen.
Da ist es m.E. beruhigend, wenn man schon frühzeitig weiß, dass da noch lukrative Optimierungsmöglichkeiten existieren, die sich mit wachsendem Verständnis und Interesse in einem fortwährenden KVP relativ leicht bewältigen lassen – sogar ohne lange Unterbrechung des Ent-Schlafs. ;-)
So lief es jedenfalls bei mir, was ich in einem Kommentar zu „Lean Investing“ am 25.8.2017 beschrieben habe.
Bei Morningstar findet man auch einen interessanten Artikel zu Rebalancing. Habe dort auch einen Kommentar zu meinem noch weiter optimierten Ansatz gepostet.


Das Buch zum Blog: 440 Seiten voller Informationen. Jetzt im Handel erhältlich.


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